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Dein Geschichtspodcast mit Daniel und Solveig

FG003 - Glückliches Österreich

16.02.2022 92 min Daniel und Solveig

Zusammenfassung & Show Notes

Willst du mein Land heiraten?

Alljährlich sorgt der Heilige Valentin für mehr Blumen und Schokolade in unserem Leben und verleitet gar manche zu Heiratsanträgen. Diese sind nicht immer romantisch begründet. Schon gar nicht in früheren Jahrhunderten und wenn mit der Tochter gleich ein ganzes Land einheiratet. Für das betroffene Paar ging es mal mehr, mal weniger glücklich aus.

Vor allem die Familie Habsburg war für glückliche Heiraten bekannt und führte dies sogar in einem Wahlspruch an:
Andere Länder mögen Kriege führen, du glückliches Österreich heirate!
Das Glück bezog sich dabei nicht auf das Eheglück der jungen Paare, sondern auf den Umstand, dass Österreich durch die Hochzeiten Länder erbte und sein Territorium vergrößerte. Bis unter Karl V. ein Weltreich entstand.
Um die Teile dieses Weltreiches zusammen zu halten, heirateten die Habsburger nun vermehrt in der eigenen Familie zwischen dem österreichischen und spanischen Familienzweig. Dabei sprang der Onkel schon mal für den vorzeitig verstorbenen Thronerben ein und familiäre Eigenarten verstärkten sich.

Daniel und Solveig haben es vor allem zwei Onkel angetan: Philipp IV. von Spanien und Kaiser Leopold I. Dabei haben sie glatt vergessen, das Phänomen zu nennen, das durch diese Heiraten eintritt und das Schicksal von Karl II. besiegelte: Ahnenverlust.

Dass sich die Geschichte, die Daniel am Ende erwähnt, wirklich in diesem Jahrhundert zugetragen hat, könnt ihr in dieser überregionalen Zeitung überprüfen.

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Die Hintergrundmusik für die Beschreibung Onkel Leopolds ist von Lully und Advent Chamber Orchestra
#Mittelalter #Frühe_Neuzeit #Österreich #Deutschland #Frankreich #Spanien #Habsburg #Bourbonen #Dynastien #Hochzeit

Transkript

Solveig, möchtest du...? Dich heiraten? Würdest du? Nein. Okay, damit ist die Romantik des Allenteinstages verklungen. Und bei heiraten geht es ja nun vielleicht auch nicht immer um romantische Entscheidungen. Das ist korrekt. Music. Also was müsste ich denn mitbringen, damit du am Ende dieses Podcasts doch noch Ja zu mir sagst? Ob ich dich heiraten möchte. Zum Beispiel. Wir können es auch generell formulieren. Generell? So eine Heiratsannonce. So eine Heiratsannonce. Was muss der potenzielle Partner haben, damit das Ja-Wort ausgesprochen wird? Was braucht er? Was braucht er? Wenn wir jetzt von mir sprechen, was er so braucht, er sollte nett sein. Okay. Bin ich. Ja, das stimmt. Manchmal. Sollte verantwortungsvoll sein. Bin ich auch durchaus. Sollte loyal sein. Sollte humorvoll sein. Ja, kriege ich hin. Sollte tierlieb sein. Kommt auch das Tier an. Ja. Hunde oder Katzen? Hunde. Der Arme scheitert es nämlich schon. Naja, okay. Vergessen wir diese ganze Schose. Ich müsste jetzt um über die historischen Hochzeiten zu sprechen, auch eher danach fragen oder eher mit deinem Vater reden, eigentlich welche Mitgift da vielleicht mit dabei wäre. Denn wenn wir uns heute hier entschieden haben, vom Valentinstag inspiriert über Hochzeiten zu sprechen, dann ist das eher unromantisch in der Regel, sondern hat mit ganz anderen Gründen zu tun, die für eine Hochzeit sprechen oder auch nicht. Zum Beispiel eine ordentliche Mitgift, auch gerne in Form eines ganzen Landes. Und das sind dann eher die Kriterien, nach denen man in den Herrscherhäusern potenzielle Heiratskandidaten auswählt. Und es gibt vor allem ein Herrscherhaus, eine Dynastie, eine Familie, die besonders bekannt geworden ist für die glücklichen Hochzeiten. Nicht immer glücklich für die Paare, aber glücklich für die Vergrößerung des eigenen Herrschaftsgebietes. Und ich denke, du weißt genau, wen ich damit meine. Ich weiß es genau, ob unsere Hörerinnen und Hörer das wissen. Womöglich auch, denn vielleicht kennen die den Wahlspruch, das ist gar kein offizieller Wahlspruch, aber ein Spruch, den man mit dem Haus Habsburg verbindet. Und ich wende nochmal mich meinen Notizen zu, denn Latein kann ich so schlecht auswendig lernen. Also im Original heißt es Bella Gerand Ali, tu Felix Austria Nube. Also Kriege mögen andere führen, du glückliches Österreich, heirate. Und ja, das deutet schon an, dass Österreich da eine gute Wahl getroffen hat, in verschiedenen Generationen, sich mit anderen Herrscherhäusern zu verbinden und am Ende einen Vorteil daraus zu ziehen. Wobei es wohl von manchen auch als Schmähung durchaus gedacht war, dass sich der ein oder andere österreichische Herrscher dann gedrückt hat sozusagen vor den kriegerischen Auseinandersetzungen und es lieber auf diese Weise das Problem gelöst hat. Auf jeden Fall taucht dieser Ausspruch auf zum ersten Mal auf den Siegeln des Herzogs Rudolf IV. Und zwar genau 1364 und Rudolf IV. Ist eben auch jemand, der, der ist sicher nicht der Erste, aber bei dem das so augenfällig wurde, dass er mit glücklichen Hochzeiten eben zumindest in dem Bereich des heutigen Österreichs und seiner direkten Nachbarn es geschafft hat, was alles noch kleinteiliger war, dann langsam zusammenzuführen und auch groß eingeheiratet hat. Dazu kommen wir gleich noch, denn er hat es geschafft, mit diesen Heiraten seinen eigentlich doch eher bescheidenen Adelsstatus deutlich zu erhöhen und in deutlich gehobenere Familien einzuheiraten. Zum Beispiel in jene, die sogar Anspruch erheben konnten, römisch-deutsche Könige oder gar Kaiser zu werden. Und das sind kurz bevor die Habsburger zum ersten Mal dieses allerhöchste Amt erreichen, war da eine andere Familie, die diesen Platz in der Regel besetzt hat. Und mit denen haben sie sich dann auch ganz gut verstanden, um sie zu beerben. Und ich glaube, das ist die Familie, die du noch lieber magst als die Habsburger, oder? Nein? Ja. Sind ja die Luxemburger. Die Luxemburger, ja, direkt davor die Luxemburger. Aber wenn man noch weiter zurückgeht, also der erste Habsburger König. Ah, ich dachte, du bist nur bei Luxemburger. Ja, die heißen alle Rudolf. Das ist auch so ein bisschen nervig. Da kommen wir nachher auch noch zu der Fantasielosigkeit bei der Namenswahl. Genau, also der erste Habsburger, der es schafft, sich zum König wählen zu lassen. Obwohl er nur so ein kleiner Graf ist von so einer ruinösen Burg. Mitten im Nirgendwo. Also die Habsburger sind zudem schon Zeit versprungen, keine Grafen mehr. Die sind schon Herzöge. Die sind schon Herzöge von Österreich. Also es ist natürlich nicht Österreich, wie es heute auf der Landkarte ist, sondern ein bisschen kleinerer Teil. Ein bisschen kleiner. Und tatsächlich, die Grafen von Habsburg gibt es schon relativ lange. Und der Name kommt von der Habichtsburg, befindet sich heute in der heutigen Schweiz. Und 1156 schafft Friedrich Barbarossa das Herzogtum Österreich, weil sie das Herzogtum Bayern aufteilen. Und dadurch werden die Habsburger dann Herzöge von Österreich. Also sind schon aus dem Grafenstand emporgehoben worden. Aber es dauert dann tatsächlich nochmal über 100 Jahre, bis die Habsburger dann wirklich auf das Parkett der Macht aufkommen. Das Parkett der Macht. Das Parkett der Macht. Und das hat eben damit zu tun, dass die Staufer, zu denen ja Friedrich Barbarossa gehört hat und die tatsächlich meine liebste Familie sind, von den Familien, die wir im Mittelalter im Reich haben, Die sterben aus, zumindest im Reich 1250, im Mannesstamm, wie man das so schön nennt. Beziehungsweise 1268 dann endgültig. Aber schon ab 1250 spielen die Stauffer im Reich, also im Heiligen Römischen Reich, das, was später mal Deutschland wird, keine Rolle mehr. Und es beginnt das sogenannte Interregnum. Das ist Latein und heißt Zwischenherrschaft oder Zwischenkönigtum. Das heißt... Die Katze ist aus dem Haus. Die Katze ist aus dem Haus. Also das bedeutet, das ist die Zeit des sogenannten auch der kleinen Könige, die sich jetzt anschließt, weil die Staufer eben diese große Hausmacht besaßen, also eine große Macht, einfach viel Land besaßen und auch recht viel Einfluss dadurch gewinnen konnten. Und die Staufer sind jetzt weg und es gibt keine Familie mehr, die diesen Platz füllen kann. Und die Fürsten wählen dann Wilhelm von Holland und Richard von Cornwall und die kriegen es alle nicht so richtig hin. Und 1273 wählen sie dann Rudolf von Habsburg zum römisch-deutschen Kaiser. Und das ist eben damit der Begründer dieser Dynastie unter dem Anspruch, dass man eben König und Kaiser sein kann. Der durchaus auch vorher haben die es schon geschafft mit so heiraten, da im schwäbischen Raum sich so eine ordentliche Ländergruppe einzuverleiben. Aber das ist natürlich noch nicht so das, was diesen Wahlspruch gerechtfertigt hätte. Genau, also Rudolf von Habsburg, der schafft es eben, diese ganzen Gebiete zu einer unter sich zu verbinden, um damit eben diese auch eine gewisse Hausmacht zu haben, wodurch er einfach Macht bedeutet. Denn wenn wir eben in diese Zeit gucken, Macht bedeutet, möglichst viel Gebiet einfach zu kontrollieren. Und dann ist es auch wahrscheinlich, dass man dann von den anderen Fürsten zum König gewählt wird. Und weil es ja jetzt hier nicht wirklich um eine Dynastiegeschichte geht, sondern wir uns vielmehr darauf konzentrieren wollen, wie die Habsburger durch Heiraten ihre Macht zementieren, möchte ich trotzdem nochmal kurz bei Rudolf bleiben, denn auch er hat schon die Idee, dass es ganz schlau ist, seine Kinder gewinnbringend zu verheiraten, denn 1278, also fünf Jahre nachdem er dann zum König gewählt wurde, führt er Krieg gegen Ottokar von Böhmen. Und das ist relativ ein wichtiger Krieg, weil Ottokar von Böhmen war sein Kontrahent bei der Königswahl. Ottokar wäre auch gerne König geworden, hat verloren, ist nicht gewählt worden, zumindest nicht von der Mehrheit. Und deswegen führen die gegeneinander Krieg. Und der, der gewinnt, ist dann der König. Und Rudolf gewinnt. Und Ottokar hatte durch gewisse Entwicklungen die Gebiete Österreich, Steiermark und Krein in seinem Besitz. Und die gehören zu den habsburgischen Stammlanden. Das bedeutet also, aus der Sicht der Habsburger hatte Otto K. Von Böhmen habsburgischen Besitz bekommen. Und den holt jetzt Rudolf zurück. nur ist ein Sieg in der Schlacht, aber Ottokar hat natürlich auch Kinder, die natürlich sagen, nee, oh nein, das ist unseres. Und um da jetzt weiteren Krieg zu verhindern, sagt Rudolf schon, okay, der Sohn von Ottokar heißt Wenzel und der wird jetzt mit einer Tochter von Rudolf verheiratet, sodass man da eben sagen kann, das bleibt in der Familie, aber der Wenzel behält auch noch seine Titel und man kriegt da so ein schönes Schleifchen drumrum, um das abzuhalten. Um das zu beenden. Also da sehen wir schon mal den Einfluss, den Hochzeiten eben bringen können. Und der erste Fuß, den man da gesetzt hat in ein Land, das man dann etliche Generationen später und nach viel verworreneren Geschichten... Dann auch noch gewinnen wird. Also das dann deutlich später zu den habsburgischen Stammlanden zählen wird. Aber es ist schon das erste Mal, dass man da einen Fuß in die Tür gesetzt hat. Genau. Genau, und dann der Enkel von diesem Rudolf, der heißt auch Rudolf natürlich. Hat die Witwe von dem letzten dieser böhmischen Könige geheiratet. Von den, ich glaube, ich hoffe, das ist richtig, Przemys Lieden. Doch, das kann ich gar nicht. Da sind so Hatschecks drauf, aber mit der tschechischen Aussprache kenne ich mich jetzt auch nicht so gut aus. Und deshalb wird der dann tatsächlich 1306 König von Böhmen. Also man kann auch die reiche Witwe heiraten. Und dann kommt eben das Erbe. Und das sind sozusagen die zwei Punkte eigentlich. Also man heiratet gerne zur Untermauerung eines Friedensschlusses, der dann hoffentlich ewig anwehrt. Und in der leisen Hoffnung, dass da vielleicht demnächst dann auch ein größeres Erbe anzutreten ist. Und das ist dann oft so, dass die beiden Hauptgründe eigentlich, warum man sich die Partner oder wie man sich die Partner richtig aussucht in dieser zeit und in dieser gesellschaftlichen ebene aber das hält nicht so lange also dieses dann könig von böhmen und dann sind die habsburger aber irgendwie wieder eine weile weg vom fenster also sie schaffen das nicht so richtig auf der höchsten ebene also dieser königs ebene zu bleiben, sondern müssen sich dann meist erst mal wieder zu hause darum kümmern alles zusammenzuhalten, Und andere Familien streben da nochmal auf, aber sie kommen definitiv wieder, spätestens eben mit dem Habsburger, mit dem ich hier angefangen habe, der dann 1364 auf seinem Siegel eben schreibt, dass man glücklich heiratet und damit, sagen wir, gewinnt. Und das ist eben der, der einen Erbfolgevertrag wieder gemacht hat, mit einer Doppelhochzeit, dann mit den Luxemburgern. Und da werden sozusagen die Kinder gegenseitig verheiratet und in dem Erbfolgevertrag auch festgehalten, sollte eine der beiden Familien im Mannesstamme, wie du so schön gesagt hast, aussterben, dass dann der jeweils andere erben wird. Und da haben die Habsburger dann später Glück gehabt einfach, dass es nicht sie die Ersten waren, sondern eben die Luxemburger. Also damals in die kaiserliche Familie. Und dass sie dann wieder entsprechende Ansprüche haben und sich das auf Böhmen dann nochmal erhärtet. Und dann am Ende schließlich werden sie mit einer weiteren Hochzeit das auch schaffen. Und es gibt so drei Namen, glaube ich, die man nennen muss, wo die Habsburger es dann endgültig schaffen, da aus dem Kellergeschoss wieder in die Belletage aufzusteigen und da nicht mehr sich verdrängen lassen. Und der erste davon ist Friedrich III.. Den kennst du, glaube ich, besser als ich, oder? Nein. Nee, kennst du nicht besser als ich? Tatsächlich, mit Friedrich III. kenn ich mich gar nicht an. Kannst du mich gar nicht an? Ach so, ist doch noch Mittelalter. Ja, aber ich kenn mich mit seinem Sohn besser aus als mit ihm. Ja, der kommt gleich. Erstmal muss ich zumindest den Spitznamen erwähnen, den Friedrich III. Später verliehen hat. Es gibt ja diese Ämter im Heiligen Römischen Reich, dass bestimmte Fürsten, einer ist Marschall, einer ist, wie heißt das, Trufess, einer ist Mundschenk, einer muss die Krone tragen, Ich weiß nicht, wie der heißt. Oder ist das der Marschall? Der Marschall, der Mundschenk, der Kämmerer. Der Truchser ist der Kämmerer. Das sind die Reichserzämter. Da machen wir nochmal eine extra Folge zu, weil das Reich ist irgendwie total spannend, wie das so funktioniert und mit was für tollen Titeln und Aufgaben man da versehen wird. Und auf jeden Fall Friedrich III. Wurde dann verballhornt als die Reichserzschlafmütze. Also er war kein sehr entscheidungsfreudiger Fürst. Es kann aber auch daran liegen, dass er diesen Erzherzogstitel durchgesetzt hat für die Österreicher. Ja gut, aber die Reichserzämter, die gab es ja sowieso. Die Erzämter schon, aber die Habsburger waren ja Herzöge. Und die haben lange schon darauf spekuliert, oder die hatten die Idee, dass sie sich ein bisschen für vielleicht zu wichtig genommen und wollten immer Erzherzöge genannt werden, was sie dann später durchgesetzt haben. Und Friedrich III. Hat das tatsächlich durchgesetzt. Vorher hieß es immer, nein, das ist albern, nennt euch so nicht. Und Friedrich III. Hat dann tatsächlich sein... Dass die sich ausgedacht haben, die Herbstburger, und gesagt haben, das, was da Gerichte im Reich entscheiden, das gilt vielleicht da, aber nicht bei uns. Und im Übrigen sind wir Erzherzöge und überhaupt stammen wir von Cäsar ab oder wem auch immer, was man sich da noch so ausgedacht hat. Wunderbare Urkunde. Machen wir auch mal eine Folge durch über so selbstgeschriebene Urkunden. So wie hier bei dem Krämer, der sich Papstbullen erfindet. Das ist noch ein bisschen komplizierter. Die hat er nicht selber geschrieben. Die wurde für ihn erkennt. Fakt ist, Ed war fake. Und nur, weil einer von denen es geschafft hat, dann Kaiser zu werden, konnte der nachher sein Siegel darunter setzen und dann war es? Dann war es gültig. Da kann man nicht mehr hinter weg. Und jedenfalls sind die die einzigen, die dann Erzherzöge waren. Also ein exklusiver Harbsburg-Titel. Und den durften dann auch alle tragen. Das war dann auch noch ein wichtiger Teil. Also nicht nur irgendwie der, die Älteste des Hauses, sondern sozusagen alle waren Erzherzöge. Also bis zuletzt haben da die Prinzen diesen Titel und Prinzessinnen diesen Titel getragen in der Familie. Ja, aber die Reichserzschlafmütze war eben auch, weil er irgendwie Dinge gerne wohl ausgesessen hat und sich in den Konflikten dann immer erst spät entschieden hat oder gar nicht und einfach gewartet hat, ob sich das nicht vielleicht von selber erledigt. Viele waren auch enttäuscht, dass er irgendwie die Erblande nicht verlassen wollte und vielleicht sich mal den Rest des Reiches anzugucken. Also irgendwie 30 Jahre hat er da, weiß ich, in Krein, Tirol, in Österreich herumgesessen und sich vor allem damit beschäftigt. Man muss zu seiner Verteidigung sagen, dass Wien jetzt auch ein bisschen schöner ist als Goslar oder Aachen. Ich war schon sehr lange nicht in Goslar. Ich möchte darüber kein Urteil fällen. Und womöglich haben wir auch Hörer aus Goslar. Jedenfalls zu dem Bekanntenkreis, auf den sich im Moment hauptsächlich unsere Hörer schreibt. Womöglich noch beschränkt. Gehören, glaube ich, Leute aus Goslar dazu. Also womöglich kriegen wir jetzt tatsächlich Post. Ich entschuldige mich in aller Form. Für die Lokalpatrioten von Goslar. Es ist immerhin eine Kaiserpfalz. Also da haben schon Kaiser genächtigt, als von Wien man in Goslar noch nie gehört hatte. Ja, und diese Reichsärzt Schlafmütze hat aber sozusagen alles, alle Dokumente, alles, womit er zu tun hatte, Friedrich III., unterzeichnet mit so einem kryptischen Monogramm, so eine Buchstabenfolge. Hast du davon schon mal gehört? Das ist so eine Vokalfolge. A-E-I-O-U. Und ich glaube, wir wissen bis heute nicht hundertprozentig, was er damit eigentlich gemeint hat. Aber es gibt eine wunderbare Deutung, die zu dem Anspruch passt, die die Habsburger jetzt weiter ausbauen. Nämlich alles erdreich ist Österreich untertan. Das kann man halt so wahrnehmen, wenn man die ganze Zeit sich in Österreich befindet und irgendwie das Universum um einen selbst kreist. Aber immerhin, er hat es eben geschafft und was hier auch beginnt ist, dass nachdem man jetzt sozusagen diese Stamm- und Erblande wieder etwas besser verbunden hat und irgendwie da die wichtigsten Probleme gelöst hat, man hat sich jetzt einem anderen Teil Europas umzuwendet. Also bis jetzt hat man immer versucht, das Bein in die Tür von Böhmen zu bekommen und nach Ungarn in die Familien. Und jetzt aber scheint es aufzufallen, dass andere Teile Europas vielleicht schon weiterentwickelt sind und da mehr Geld verdient wird. Und da mehr Könige drumherum sind, also die wirklichen oberen 10.000 dort zu Hause sind. und man wendet sich verstärkt dem besonders aufstrebenden Herzogtum Burgund zu. Da, wo Macht und Geld zu Hause sind in dieser Zeit. Und jetzt meintest du, du kennst aber den Nächsten besonders gut. Du hast es jetzt so schön beschrieben, aber tatsächlich ist es Burgund, das sich nach Österreich wendet. Ach, was wollen die denn von denen bitte? So hinter uns war Österreich jetzt doch nicht. Wir waren immer die Kaiser. Also sie wenden sich einander zu. Das große Problem des Böhmen, Burgund, das große Problem, dass das Herzogtum Burgund zu diesem Zeitpunkt hat, das ist ein relativ junges Herzogtum. Und Karl der Kühne regiert dieses Herzogtum und er muss langsam akzeptieren, nachdem er lange Jahre gehofft hat, dass es keinen männlichen Nachkommen geben wird. Er hat gehofft, dass da noch ein Sohn kommt, aber er musste dann irgendwann einsehen, da kommt leider nichts mehr und hat, dass er nur eine Tochter haben wird und zwar die Maria von Burgund. Und er beginnt dann schon relativ früh, eine mögliche Partie für sie zu finden. Und diese Partie sucht er in Frankreich beim Bruder des Königs, Ludwig XI. Und der Bruder kommt dann tatsächlich auch und es wird überlegt, heiratet man oder heiratet man nicht. und Ludwig XI. sagt dann selbst, nein, der Bruder nicht. Denn Ludwig XI. hat ein bisschen Angst, dass sein Bruder ihm zu gefährlich wird, wenn der Burgund bekommt und sagt, nein, du darfst nicht heiraten. Und stattdessen bietet er der Maria, die zu dem Zeitpunkt, ich glaube, 13 ist, seinen einjährigen Sohn an. Den könnte sie doch heiraten. Man denkt halt in langen Zeiträumen. Man denkt in sehr langen Zeiträumen. Und das Alter ist da auch dann eigentlich egal. Das überzeugt aber Karl den Kühnen nicht. Und der fragt jetzt im Reich an, bei den Habsburgern, ob die vielleicht Interesse hätten. Die waren aber, glaube ich, erstmal gar nicht so... Nee, Friedrich III. Hat erstmal gedacht, erzähl doch mal, was hast du so für eine Idee. Und Karl der Kühne soll ein bisschen übergebührend Dinge verlangt haben. Er wollte dann auch König werden, wollte sehr viel Geld haben. Und dann hat Friedrich irgendwann gesagt, nee, das ist mir jetzt so blöd hier. Und dann kam noch ein anderer Verehrer, der ist dann auch mit Maria auch schon verlobt gewesen. Man hat sich da geeinigt, dann ist der aber leider gestoppt. Und jetzt gab es Krieg und Karl der Kühne hat gedacht, naja, vielleicht versuchen wir es doch nochmal mit den Österreichern. Und diesmal hat es geklappt. Ja, eben, die gab es doch einen Krieg. Also es war doch wieder irgendwie so. Er brauchte Truppen. Also erst gucken wir mal, ob wir was miteinander zu tun haben können, wollen. Dann sagen wir, nee. Und dann kracht es. Und dann, damit es jetzt Kriegen gibt oder Verstärkung. Ja, also beziehungsweise Verstärkung. Also das ist kein Krieg zwischen Burgund und Österreich, sondern das ist ein Krieg eben. Er möchte auf der Seite Ruhe haben. Aber er braucht eben Truppen und jetzt fragt er halt nochmal an und diesmal hat er nicht so hohe Ansprüche, sodass Friedrich III. Diesmal sagt, na okay, also wenn du nicht König werden möchtest, können wir schon mal drüber reden. Und sie werden dann tatsächlich, Maria und der Sohn von Friedrich III. Maximilian werden dann verlobt. Und in diesem Krieg stirbt dann Karl der Kühne auch tatsächlich 1477. Und es war ganz gut, dass er das gerade noch abgesegnet hatte mit dieser Hochzeit, weil jetzt tritt tatsächlich der Erbfall ein. Das bedeutet, Maria ist seine Erbin und muss auch seine Herrschaft antreten. Und es passiert das, was eigentlich immer passiert, obwohl Karl der Kühne vorher schon alle seine Untergebenen, alle Städte in Burgund auf seine Tochter einschwören lassen, gesagt hat, ihr akzeptiert ihren Herbstamtsspruch. Und alle Adeligen sagen, ja klar, natürlich, versprechen wir. Sobald der Herrscher tot ist, haben wir nichts versprochen, nichts haben wir gesagt, dann wird halt immer irgendein anderer aus dem Hut gezaubert. Und der, der jetzt aus dem Hut kommt, ist tatsächlich Ludwig XI., der König von Frankreich. Denn Burgund ist so ein Sonderfall, das ist auch immer ganz interessant, wenn wir uns so auch mit Themen von nationaler Identität und Nationalismus beschäftigen, die Ideen, die später aufkommen, dass es das in dieser Zeit noch nicht gibt. Denn Burgund ist so historisch gewachsen und besteht aus Gebieten, die zum Königreich Frankreich gehören und Gebiete, die zum Reich gehören, also zum Heiligen Römischen Reich. Und das ist eben gar kein Problem. Nur jetzt wird es ein Problem, weil in Frankreich seit dem Hundertjährigen Krieg, der gerade vor einer Weile beendet wurde, die Regel gilt, dass Frauen keine Herrschaft weiter vererben dürfen und auch nicht erben dürfen. Aber in Burgund schon. Ja, nein. Also das ist ja das Problem. Also Maria kann in den Gebieten, die zum Reich gehören, die Erbschaft antreten. Aber die in den Gebieten, die zu Frankreich gehören, Kann sie es nicht. Und da sagt jetzt Ludwig XI. Lass uns das teilen. Das ist meins. Nicht lass uns das teilen. Der sagt, das ist meins. Weil du als Frau darfst hier keine Herrschaft ausüben. Du darfst die Herrschaft nicht weiter vererben. Das ist jetzt meins. Und da kann man sich natürlich vorstellen, dass Maria das überhaupt gar nicht gut fand. Weil man hatte es ihr ja vorher versprochen und in die Hand geschworen, dass ihr Anspruch respektiert wird. Aber Gott sei Dank hat sie ja jetzt ihren guten Ehemann, den sie jetzt ganz schnell, oder beziehungsweise ihren Verlobten, den sie jetzt ganz schnell heiratet, Maximilian, denn der bringt nämlich das nach Burgund, was sie jetzt braucht, wieder Truppen. Österreichische Truppen, mit denen sie dann eben die französischen Truppen besiegen kann, die schon nach Burgund einmarschiert sind. Und jetzt gewinnt Maximilian für sie den Krieg in Burgund gegen Frankreich, sodass ihr Herrschaftsanspruch in diesen Gebieten erhalten bleibt. Auch wenn der König von Frankreich das so nicht sehen möchte. Und das ist dann tatsächlich auch so der Grund, da kommen wir später vielleicht auch nochmal wiederholt zu, aber hier beginnt schon so der große Gegensatz zwischen Frankreich und Österreich, der immer wieder Thema ist. Da liegt der drin begründet, warum sich die Habsburger und die Franzosen nicht mögen. Und es gab doch noch so den Versuch, dass Maximilian sich dann gedacht hat, da war die Maria, glaube ich, schon verblichen. Dann vielleicht Anna von Britannien zu heiraten. Also Britannien ist ja auch noch ein selbstständiges Herzogtum zu dem Zeitpunkt, wo die Franzosen oder Frankreich natürlich auch gerne Ansprüche formuliert hat. Und ich Maximilian dachte, dann verbünden wir uns doch mit denen. Dann nehmen wir die von zwei Seiten in die Zange. Und dann haben die, ich glaube, so eine Fernhochzeit gemacht. Ja, das ist häufig. Ja, also man muss ja da nicht persönlich anwesend sein bei so einer Hochzeit. kann ja da auch Vertreter hinschicken. Sondern so, wir sind jetzt schon mal verheiratet. Hat es dann natürlich nicht geschafft, die Ehe zu vollziehen. Ja, das ist ärgerlich, dann gilt es nicht. Und dann hat der König von Frankreich, jetzt glaube ich, war es schon Karl VIII. Zu dem Zeitpunkt, hat er die Braut quasi abgeworben. Oder sie quasi aufgehalten auf halber Strecke. Warte kurz, komm doch noch mal her. Ich finde das jetzt eigentlich nicht so gut. Und ich bin eigentlich auch viel der Bessere. Und sie hat sich wohl überzeugen lassen. Also dann hat sie den Karl geheiratet und dann hat er mal locker die Ehe annullieren lassen. Sie war ja nicht vollzogen. Also kann der Papst auch nichts dagegen sagen. Und ja, dann klappt das nicht. Und das ist eigentlich auch besonders gemein, weil Maximilian nämlich eigentlich auch wieder so ein Friedensangebot gemacht hatte. Er hatte nämlich zur gleichen Zeit, als er das mit Anna von Bretagne anberaumt hat, diese Hochzeit, die sie dann da fernmündlich, sozusagen fernschriftlich vereinbart hatten, hatte er nämlich dem Karl seine eigene Tochter angeboten, also die Margarete. Und der Karl hat gesagt, nö. Also die war auch schon auf dem Weg. Ich glaube, die war sogar eingetroffen bei Hofe. Und dann hat er eröffnet, die tut mir leid, aber da ist jetzt gerade diese Anna vorbeigekommen. Ich nehme doch lieber die. Und dann hat er echt die Margarete wieder zurück zu Maximilian gestiegen und sagt, nimm deine Tochter. Kann die nicht gebrauchen. Stattdessen nehme ich deine Frau. Und da sagt er mal, also bitte, da kann man schon mal eine Erbfeindschaft starten mit so einem Manöver. Das stimmt natürlich. Aber, wo du es angesprochen hast, mit dem Einkesseln gelingt es ihm dann aber in die andere Richtung. Mit der Britannien klappt es nicht. Er hat eine Alternative gefunden. Man paruiert es dann vom Süden, nämlich mit Schubanien, das ganz frisch aus dem Ei geschlüpft ist. Es gibt auch noch eine Heiratsalternative. Also nachdem das hier nicht geklappt hat mit der Anne von Britannien, wendet er sich nämlich einer anderen Dame zu. Und das ist Bianca Marias Forza aus dem schönen Mailand. Und schon sind wir bei dem nächsten Konfliktpotenzial, nämlich eben in Italien, wo dann Spanien gleich auch noch mit reinkommt. Nämlich dort haben die Franzosen, hat der König von Frankreich durchaus auch Interesse an italienischen Territorien. Und da gerät er jetzt auch schon wieder mit Maximilian aneinander. Aber das ist auch der Grund, warum Maximilian sich dann doch überlegt, wer könnte denn mit mir gemeinsam in Italien vor allem streiten gegen diesen Feind. Da wendet man sich noch dann wieder weiter nach den Westen. Genau, weil das mit Italien, da sitzen auch die Spanier. In Süditalien haben wir nämlich zwei Königreiche. Das Königreich von Neapel und das Königreich von Sizilien. Also das von Neapel ist ja eigentlich gar kein echtes. Ja. Das ist ja eigentlich auch Sizilien. Also ich dachte, du wärst so eine sizilianische Patriotin. Ja, aber genau, wieso wir da zwei Königreiche Sizilien haben, machen wir nochmal in einer eigenen Folge. Ja, das braucht mehr Platz. Aber tatsächlich, das Königreich von Neapel wird beherrscht von den Franzosen und das Königreich Sizilien wird beherrscht von den Spaniern. Und wir bleiben, glaube ich, erst mal bei den Spaniern, wieso das nochmal so interessant ist. Ja klar, da müssen wir hin. Da ist nämlich, das ist der Weg. Also deswegen kommen die hier nochmal in den Konflikt. Aber man setzt eben nicht im Königreich Sizilien an, sondern man setzt gleich bei denen zu Hause an. Nämlich in Madrid, schickt nämlich Maximilian seinen Sohn Philipp, der auch der Schöne genannt wird. Und Philipp der Schöne, ich habe Fotos gesehen. Sie sind schon ein bisschen verblichen. Ich habe Gemälde von ihm gesehen. Sie sind weiß. Aber es ist ein Foto. Gemälde von ihm, ich weiß nicht, ich finde ihn nicht so schön. Aber Schönheit liegt ja auch im Auge des Betrachters. Und ganz interessant, ich würde mir noch mal ganz kurz zu Maria zurückzukommen von Burgund, denn das ist die Mutter von Philipp dem Schönen. Wir hatten ja gesagt, Maria ist die Herzogin von Burgund und heiratet Maximilian, um ihren Herrschaftsanspruch durchzusetzen. Jetzt könnte man natürlich meinen, dass dann Maximilian reinkommt und sagt, jetzt bin ich der Mann und jetzt mache ich ihr Zunder. Und das ist tatsächlich nicht der Fall. Also Maximilian ist nicht Herzog von Burgund. Sondern er ist nur der Ehemann, der Prinzgemahl von ihr. Und sie führt das Siegel, sie stellt die Urkunden aus und sie trifft auch die Entscheidung, Maximilian darf da nichts tun. Und auch als Maria stirbt, die stirbt recht früh nach nur fünf Jahren Ehe bei einem Reitunfall, was auch sehr tragisch ist. Und ihr Erbe wird eben ihr Sohn und nicht Maximilian. Maximilian ist nur der Regent für den Sohn, bis der erwachsen ist. Also das auch nochmal eben sich klar zu machen, dass die sich hier dran halten, dass das Herrschaftsrecht bei Maria liegt. Und dieser Philipp... Wird jetzt verheiratet und zwar eben nach Spanien. Und nicht nur Philipp alleine, sondern auch die Margareta, dieser Ungewollten. Die Spanier wollen sie. Die freuen sich richtig. Ist auch schön wärmer. Ist auch schöner. Und zwar heiraten Philipp und seine Schwester Margareta die Kinder von den sogenannten katholischen Königen Isabella von Kastilien und Ferdinand von Aragon. Die beiden haben gerade erst Spanien zu einem Königreich zusammengebracht. Und die haben die Kinder Johann und Johanna. Juan und Johanna. Und Margarete heiratet den Johann und Johanna heiratet Philipp und damit ist die ungewollte Margarete jetzt Infantin von Spanien und nicht Königin von Frankreich geworden. Das Problem ist hier aber, dass der Johann recht schnell stirbt. Und damit Johanna jetzt Infantin wird und dann später auch Königin. Und Johanna hat einen Spitznamen, den du immer so gerne mitteilst. Juana Lalocca? Genau. Die Wahnsinnige. Warum wolltest du das unbedingt hören? Ich wollte es unbedingt hören, weil ich dachte, es macht dir Freude, es zu sagen. Und zu anderen ist das auch ein Punkt dieser Wahnsinn Wahnsinn aus Liebe wobei das ist eben so ein Thema Johanna wird schon in jungen Jahren der vermeintliche Wahnsinn nachgesagt, auch schon in Isabellas Testament. Das heißt sogar, dass es in der spanischen Familie steckt. Der Wahnsinn. Ja, wenn man sich Isabella und Ferdinand anguckt. Was da sonst so abgegangen ist in Spanien. Was die zwei so treiben, überrascht mich das jetzt nicht, aber es steht tatsächlich schon in Isabellas Testament drin, wenn sollte Johanna irgendwie mal regierungsunfähig werden, weil sie irgendwie nicht mehr geschäftsfähig ist, dann soll ihr Vater Ferdinand die Geschäfte übernehmen. Und tatsächlich stirbt dann Isabella und Ferdinand nicht. Und Johanna tritt das Erbe ihrer Mutter an und tritt die Herrschaft in Kastilien an. Und zwar schon 1497, also ein Jahr, nachdem sie Philipp geheiratet hat. Und die beiden kommen jetzt nach Kastilien. Beziehungsweise, nein, stopp, jetzt bin ich durcheinander gekommen. Ich habe meine Notizen durcheinander. Johann, ihr Bruder, stirbt 1497. 1504 stirbt Isabella. So. Und jetzt kommt Johanna und Philipp kommen nach Kastilien. Und Philipp ist irgendwie beliebter bei den Kastilian als sein Schwiegervater Ferdinand. Ach so. Und man lässt die Regel ändern. Man lässt die Regel ändern, dass eben nicht mehr Ferdinand ihr Regent ist, sondern Philipp. Also sollte Johanna irgendwie nicht mehr geschäftsfähig sein durch ihren vermeintlichen Wahnsinn, dann wird Philipp die Herrschaft für sie übernehmen. Da hat er nicht so lange was von. Also sie kommen, hatte ich gelesen, im April nach Kastilien und im September stirbt Philipp schon. Ja toll. Und dann jetzt soll Johanna dann tatsächlich wahnsinnig geworden sein, weil sie vermeintlich den Tod ihres wunderschönen Mannes nicht, verkraftet hat. Dieser Wahnsinn wird eben tatsächlich in der Wissenschaft hinterfragt, ob sie wirklich wahnsinnig war, ob sie nicht einfach nur ein bisschen exzentrisch war. Das ist halt irgendwie immer sehr schwierig, das nachzuprüfen im Nachhinein, weil es eben auch für Ferdinand ganz praktisch war, seine Tochter als wahnsinnig zu tun. Weil er jetzt halt doch wieder, da ja Philipp tot ist, kann er die Herrschaft für seine Tochter übernehmen und herrscht jetzt in Kastilien und Aragon, bringt also damit alle Kronen, alle spanischen Kronen unter seine Herrschaft, und profitiert eben davon. Deswegen ist es halt immer so schwierig, war sie jetzt wahnsinnig oder nicht, aber sie war auf jeden Fall in ihrem Verhalten so auffällig, dass das schon Zeitgenossen angemerkt haben. Und Johanna und Philipp haben Kinder, mehrere. Und das Wichtigste dieser Kinder ist ihr Sohn Karl, der schon 1500 geboren wird. Also schon bevor die beiden die Herrschaft antreten in Spanien, haben sie einen Sohn. Und zwar Karl. Der wird ja nicht in Spanien geboren, da sind sie noch in Burgund. Genau, da sind sie noch in Burgund. Und dieser Karl wird später bekannt für die Spanier als Carlos I. Und für uns Deutschsprachige ist er bekannter als Karl V. Genau, anderes Land, anderes Amt. Vielleicht nicht ganz vergessen, das, was wir am Anfang schon in Aussicht gestellt hatten, dass in der Zeit, also ein bisschen zu einem Jahrzehnt auseinander, gibt es diese Doppelhochzeit in Spanien und eben noch die andere Doppelhochzeit mit den Jagiellonen im Osten. Das sind die, die da momentan in Ungarn und damit verbundenen Böhmen das Sagen hatten. Und da hat man sozusagen auch gleich die beiden Geschwister veröffentlicht. Getauscht, ausgetauscht. Also Bruder, der Sohn heiratet, Tochter ja gelohnt. Ja, das sind die Geschwister. Und die Tochter heiratet, den Sohn ja gelohnt. Also die Maria, die Schwester von Karl, heiratet den Ludwig ja gelohnt. Und Ferdinand, der Bruder von Karl, heiratet die Anna von Ungarn. Also die Schwester von Ludwig. Und diesmal sind alle präsent, aber sie brauchen dann doch wieder einen Stellvertreter, weil sie sind ja noch nicht volljährig, würde man heute sagen. Also der Papa muss dann quasi offiziell heiraten. Der Opa. Der Opa macht das. Der Opa macht das. Denn bei dem einen Paar, also die Maria ist gerade mal zehn Jahre und heiratet Ludwig neun Jahre. Das andere Paar immerhin, beide, also Ferdinand und Anna, immerhin zwölf Jahre. Aber trotzdem muss der Vollzug der Ehe dann doch noch ein bisschen warten. Und es ist eigentlich auch ganz praktisch mit diesen Doppelhochzeiten, muss man sagen, denn die Habsburger sind auch gerne mal knapp bei Kasse, du hast schon von den ganzen Kriegen erzählt, die müssen auch irgendwie finanziert werden, und ich sprach am Anfang davon, dass ich noch klären muss mit deinem Vater, was damit der Mitgift eigentlich sei und das ist natürlich damals ein viel größeres Thema, das könnte mal große Unsimmen, ganze Länder und Erbansprüche beinhalten, aber wenn man jetzt eine Doppelhochzeit macht, wir heiraten hier, gegenseitig und da ist jeweils immer eine Tochter dabei, dann kann man ja die Mitgift gegeneinander aufrechnen, also das ist eigentlich die günstigste Version, um eine standesgemäße Ehe mit Aufsicht auf Erbe und Friede und Zukunft zustande zu bringen. Und das Ganze kostenfrei. In einer Hinsicht zumindest. Und das klappt ja dann auch. Also das ist die Heirat, die dafür sorgt, dass Ungarn und Böhmen später mit Österreich dauerhaft verbunden sind, bis der Erste Weltkrieg sie wieder auseinanderreißt. Und in Spanien wird es aber viel interessanter noch. Ja, also genau. Karl I. von Spanien. Unser Kaiser Karl V. Der muss ich kurz jetzt... Der hat geheiratet auch. Ach, sei ihm gegönnt. Aber der passt hier nicht so richtig rein. Deswegen habe ich seine Hochzeit nicht aufgeschrieben. Ich glaube, der heißt heiratete Portugiesin. Der ist aber nicht der Erste. Also hier die Reichserz-Schlafmütze war es, glaube ich, die hat auch in Portugal schon eingeheiratet. Also sie haben sozusagen da auch schon, weil ich meinte, diese Wendung nach Westen bei denen. Also nicht nur Burgund, sondern auch ganz nach Westen. Also Karl V., wenn ich es jetzt richtig im Kopf erheiratet habe, erheiratet Isabella von Portugal. Und damit wird natürlich auch so der, ist eben der Gedanke noch das letzte von diesem urbanischen König-Türmer. Genau, da ist ja noch so ein Stück auf der Halbinsel drauf. Das könnten wir auch noch mit rein. Mit reinzuholen. Und Und zu Karl V., das passt jetzt nicht so ganz rein, aber ich habe es mir aufgeschrieben, weil ich es auch ganz schön fand, ist Karl V. Tatsächlich der zweite und letzte Habsburger, der von einem Papst zum Kaiser gekrönt wird. Das passiert 1530 noch. Und das fand ich persönlich, das liegt aber auch mein persönliches Interesse, das ist so mit einer der letzten, die noch im Reich von einem Papst zum Kaiser gekrönt werden. Danach legen die das zusammen, dass es dann heißt, wenn du zum römisch-deutschen Königin gründest. Und Maximilian hatte sich diesen neuen Titel überlegt, glaube ich, dass er nach seiner Wahl dann einfach immer schon hingeschrieben hat, ich bin erwählter Kaiser des Reiches. Und das setzen sie nachher dann auch durch, dass sie eben nicht nochmal extra sich zum Kaiser grünen lassen, aber Karl V. Macht das nochmal, weil es sich eigentlich auch so gehört. Ja, aber darüber sprechen wir dann nachher. Ja, aber. Nachher, also demnächst. Aber eben auch nochmal so, er ist eben dann ab 1530 wirklich gekrönter Kaiser und macht diesen Job noch für 26 Jahre. Dann hat er keine Lust mehr und tritt als erster und einziger zurück von diesem Amt und zieht sich nach Spanien zurück auf seine Villa, wo er dann zwei Jahre später versterbt. Das ist jetzt aber sehr im Zweitraffer hier. Ja, es geht ja jetzt. Das verdient auch wieder eine Extrafolge. Wir müssen jetzt ja auch mal ein bisschen. Aber es ist schon bemerkenswert, dass dieser Mann, der die halbe Welt regiert, aus damaliger Perspektive, also nicht nur das Reich und jetzt mit Aussicht hier Böhmen, Ungarn demnächst und... Spanien und Italien, Teilitalien. Und die südamerikanischen Kolonien. Und die ganzen südamerikanischen Kolonien, die man sich da zwischenzeitlich schon einverleibt hat. Und dass der dann am Ende irgendwie frustriert aufgibt und sagt, ich habe keinen Bock mehr. Vielleicht war er auch einfach, hat er sich gedacht. Ich gehe ins Kloster. Ich weiß gar nicht, er hat bei ihm geklopft. Ich sage immer, er geht ins Kloster. Er hat natürlich sich da die Villa besorgt. Aber die Villa war so angedockt ans Kloster. und er war halt doch wahrscheinlich selbst auch einfach sehr fromm. Und das hat ihn eben auch, das gehört mit zu dem Teil der Frustration, den er erlebt hat, dass irgendwie plötzlich immer mehr Leute nicht mehr seinen Glauben teilen, sondern diesem komischen Mönch aus Wittenberg zugehört haben. Und irgendwie, dass die anderen Fürsten das auch nicht akzeptieren wollen, dass die Habsburger jetzt schon so das Gefühl haben, wir haben jetzt hier eigentlich eine Erbmonarchie und irgendwie wollten die anderen das nicht. Und irgendwann hat er dann keine Lust mehr gehabt. Und dann wird das Ganze aufgeteilt. Dann wird das aufgeteilt und zwar bekommt sein Sohn Philipp II. Spanien, weil Spanien ist eine Erbmonarchie, da kann man einfach sagen, mein Sohn tritt das an. Im Reich ist das anders, im Reich wird gewählt und es wird Ferdinand gewählt. Aber auch schon vorher. Das Praktische ist ja, es gibt diese zwei, das musst du mir dann, wenn wir diese Folge mal machen, nochmal erklären, wie das ist. Es gibt ja den römisch-deutschen König und dann gibt es nochmal den Geisel. Das Praktische ist, man kann quasi schon während der Vater noch lebt, kann er schon mal dafür sorgen, dass der potenzielle Nachfolger dann zum König gewählt wird. Und dann ist er sozusagen schon mal gebongt für die Nachfolge. Ja, das kommt dann immer drauf an, aber meistens ist er gebongt. Das klappt nicht immer. Also der... Der Karl hat sozusagen schon so eine lange Frustrationsperiode bis zu seiner Abdankung. Das Praktische ist, er kann seinen Bruder schon mal zum König wählen lassen, über 20 Jahre vorher, und dann macht er schon mal die ganze Arbeit im Reich und er kann sich auf seiner spanischen Villa dann ausruhen oder sich mit den anderen Problemen erstmal umschlagen. Und damit haben wir eben diese Aufspaltung in diese zwei österreichischen, habsburgischen Häuser. In Spanien ist es jetzt die Casa Austria, nennen sie sich. Und in Österreich selbst sind es einfach Österreich, Habsburg. Gerne aber auch das Haus Österreich als Gesamthaus. So verstehen die sich durchaus. Also natürlich, mehrere Linien gibt es ja immer. Die gibt es zu dem Zeitpunkt in den österreichischen Stammlanden auch. Also da gab es ja auch nochmal Brüder, obwohl die da am Anfang das mal festgelegt haben, natürlich es soll zusammenbleiben und es soll nur einer erben. Aber natürlich haben die zwischendurch dann immer alle bedient. Also dann war Tirol mal irgendwie weg beim Cousin. Oder die Steiermark war dann eine andere Linie. Und dann sterben die aber Gott sei Dank wieder aus. Und dann kommt das alles wieder zurück. Also sowas passiert natürlich. Aber jetzt haben wir diese zwei Hauptlinien, die tatsächlich auch einfach zwei verschiedene Kronen tragen. Und da versucht man dann aber auch schon vorher, das irgendwie zusammenzuhalten. Denn der Sohn von Ferdinand I., der ja jetzt römisch-deutscher Kaiser ist, hat auch einen Sohn und der heißt auch Maximilian. Und das ist dann später der Maximilian II. Mehr gibt es aber nicht mehr. Ist nur noch der und dieser Maximilian heiratet dann, Maria von Spanien die Tochter von Karl also die heiraten Cousin, Cousine heiraten jetzt hier um das eben dann doch wieder so ein bisschen zusammen zu bringen oder diese zwei Häuser doch irgendwie zusammen zu halten also die. Das versuchen sie also das werden sie jetzt über mehrere Generationen verfolgen Genau, dass das eine Haus Österreich, ich betone es nochmal, das eine Haus Österreich ein gemeinsames Haus bleibt, auch wenn es verschiedene Linien gibt. Denn jetzt geht das große Spiel los, wofür die Habsburger bekannt geworden sind. Denn Philipp II. Ist jetzt König von Spanien und sucht auch nach einer Frau. Und diese Frau findet er zunächst in England. Bei der berüchtigten, berühmten Cocktail-Lady, bei der Bloody Mary, der Maria Tudor, der älteren Schwester von der sehr bekannten Elisabeth I. von England. Und da habe ich lange drüber nachgedacht, warum jetzt mit England. Aber das ist natürlich logisch, denn Maria Tudor war überzeugte Katholikin, hat in England Protestanten angezündet und das fanden die Spanier dann natürlich interessant. Das mögen die Spanien. Vielleicht sind denen welche ausgegangen an Ketzern. Die hatten das schon alle hinter sich und die Scheiterhaufen waren ohne Besetzung. Deswegen findet da Philipp der zweite Interesse dran. Es ist gleichzeitig aber natürlich auch wieder weiterhin die Idee, Frankreich zu isolieren. Also von oben und von unten ist Frankreich jetzt umkreist in der Zange. Das klappt leider nicht so, wie sie sich eigentlich erhofft hatten, denn Maria scheint sehr schnell nach der Hochzeit schwanger zu sein. Die heiraten 1554. Das Kind wird erwartet im April. Im Juni hat Maria immer noch kein Kind geboren. Und man muss dann doch feststellen, dass Maria Tudor nicht schwanger ist, sondern schwer krank. Und daraufhin reißt Philipp ab. Wahrscheinlich war die auch ein bisschen unangenehme Person. Ich weiß nicht. Bei Maria, die hat natürlich auch einen sehr schlechten Ruf. Philipp II. hat natürlich einen viel besseren Ruf. Philipp hat auch einen sehr schlechten Ruf. Da ist dann immer so die Frage, natürlich ein sehr protestantisches Land wie England, denkt sich dann zu der katholischen Königin. Ich glaube aber auch, ich meine, ich bin jetzt nicht so fit in den Quellen, aber du findest bestimmt auch katholische, Häuser, die da das, was in Spanien abgeht, auch nicht so gut finden. Wahrscheinlich auch entsetzt reagiert haben. Also in den englischen Quellen hat Marias Tudor wirklich einen sehr schlechten Ruf. Da muss man eben immer noch mal gucken. So persönliche Bewertungen sind da immer sehr schwierig. Aber auf jeden Fall, Philipp ist nur in England geblieben, in der Hoffnung, dass Maria ein Kind bekommt. Als dann rauskommt, dass sie nicht schwanger ist, reißt er ab. Maria stirbt dann auch kurz darauf, weil sie eben doch schwer krank war. Dann versucht das mit der Elisabeth. Genau, er versucht es nochmal mit der Elisabeth, die sagt nö, sie ist aber auch Protestantin, also hat sie dann kein Interesse an Philipp dem Zweiten. Aber so krass, es wäre wieder so eine Was-wäre-wenn-Geschichte, wenn da Spanien und England plötzlich verbunden gewesen wären, die dann so kurz danach Spillefeind sind und sich dann sozusagen die Machtverhältnisse verschieben durch diese Seeschlachten. Ja, tatsächlich hat Philipp II. Eine, findet er, oder hat davor auch schon eine andere Ehe gefunden gehabt und hat… Wo bist du denn? Ach, da. Aus dieser Ehe hat er einen Sohn, und zwar Don Carlos. Und die, die sich in der deutschen Literatur auskennen, ist ihnen ein Begriff, denn dieser Don Carlos ist von Friedrich Schiller ein Theaterstück gewidmet worden, namens Don Carlos. Und dieser Don Carlos hatte ein paar Schwierigkeiten mit seinem Vater. Die scheinen sich nicht so vertragen zu haben, vor allem die Politik. Der war so ein Rebell, ein junger Rebell. Ja, so ein junger, ein Sturm und Drang. Typische Schiller-Geschichte. Und ein bisschen auf sie wie nachher so Friedrich der Große, dass der sich mit seinem Vater anlegt und dann versucht abzuhauen und dann wegen Hochverrats in den Knast kommt. Also Don Carlos schließt sich dann, glaube ich, auch noch Widerstandskämpfern da in den Niederlanden an. Das ist natürlich schon ein, Krasses Ding. Dann hätte ich ihn auch in den Knast gesteckt. Und stirbt dann 1568. Und jetzt hat Philipp der Zweite eben ein Problem. Er hat seine Frauen alle überlebt. Wie alt ist der da? Hast du das jetzt gerade im Kopf? Ich rechne mir später. Er wird auf jeden Fall, also 40 muss er gewesen sein. Achso, ja gut. Man heiratet ja früh damals. Man heiratet sehr früh. Kann man auch bis 40 schon mehrere Frauen gehabt haben. Bei Männern ist das auch noch nicht so schnell ein Problem wie bei Frauen. Die können noch im höheren Alter. Kinder zeugen. Ja, gut. Ja, und Philipp hat jetzt das Problem, dass er halt jetzt auch, ich glaube, in seinen 40ern ist und keine männlichen Nachkommen hat. Und jetzt hat er aber schon für diesen Don Carlos, diesen Rebellen und undankbaren Sohn, aus seinen Augen natürlich, hatte er eine sehr schöne Heiratsalliance gezimmert und hatte nämlich in Österreich angefragt. Und dort hatte man ihm die Anna von Österreich angeboten, die seine Großcousine, die man jetzt mit dem Don Carlos verheiraten wollte. Jetzt ist er nicht mehr da. Aber das Kind kann ja nicht alleine bleiben. Und Philipp braucht ja eine Frau, weil er keine Söhne hat. Also denkt er sich, na gut, dann heirate ich ihn halt. Wenn die da ist, nehme ich sie. Soll ja auch nicht wegkommen. Soll nachher auch nochmal passiert sein. Ja, passiert nochmal. Es ist aber tatsächlich trotz einem relativ großen Altersunterschied eine ganz gute und glückliche Ehe geworden. Wobei ich mich echt immer frage, was so die Maßstäbe der Zeit da sind für glücklich und… Dass sie miteinander reden. Dass sie sich besuchen. Dass die Zeit miteinander verbringen, auch wenn schon der Sohn da ist. Die haben auch recht viele Kinder dann zusammen gehabt. Und das älteste von diesen Kindern ist Philipp III.. Ist ja logisch, nach Philipp II. folgt Philipp III. Und Philipp III. Heiratet dann selbst 1599 auch wieder eine Österreicherin, nämlich seine Cousine Margarete. Und die beiden, auch wieder Cousin und Cousine, haben eine Tochter. Und die hat den wunderbaren Namen, du kommst nie drauf, Anna. Maria? Achso. Der andere Name. Auch gerne in Kombination. Auch gerne in Kombination. Maria Anna oder die nächste Tochter ist dann Anna Maria. man kommt so ein bisschen durcheinander. So, und diese Anna von Österreich wird jetzt verheiratet. Und das ist eben auch nochmal so verwirrend. Sie heißt Anna von Österreich, stammt aber aus Spanien, ist in Spanien geboren, ist in Spanien aufgewachsen. Sie kommt eben aus dem Hause Österreich. Deswegen, da muss man immer nochmal drauf achten, das meint jetzt hier eben nicht das Land, aus dem sie kommt, sondern das ist die Familie. Und diese Anna von Österreich, obwohl sie eben niemals in Österreich gewesen ist, heiratet Ludwig den 13. von Frankreich. Und wird damit Königin von Frankreich. Und nicht nur das, sie wird die Mutter von dem sehr berühmten Ludwig XIV. Und da Ludwig XIII. Auch recht früh stirbt, ist sie noch lange Regentin für ihren minderjährigen Sohn. Also sie ist eben in Frankreich, macht da groß Karriere. Also das ist die mit dem Richelieu und den Musketieren. Genau, das ist die aus den drei Musketieren, die da die Affäre hat mit d'Artagnan. Also genau kenne ich die Geschichte jetzt auch wieder nicht. Ich wollte nur klarstellen, über wen ihr, falls jemand nicht ganz freuen konnte. Und das ist auch wieder ganz interessant, so eine Doppelhochzeit, habe ich es mir aufgeschrieben. Nein, habe ich mir nicht aufgeschrieben. War das die, wo sie die Kinder zurückgeschickt haben? Nee, aber diese Ehe ist eben von Maria de Medici angeleiert worden. Das heißt, Ludwig der 13. Heiratet eine Habsburgerin, Anna von Österreich, und eine spanische Tochter, nee, so andersrum, und ein, Moment, jetzt bin ich wieder doch, ja, eine französische Erbtochter geht nach Spanien dafür. Also man tauscht hier wieder die Kinder, wie das schon vorher passiert ist mit den anderen Doppelhochzeiten. Wobei die größeren Konsequenzen sind dann, glaube ich, in der nächsten Generation auch mal. Genau. Da ist ja 30-jähriger Krieg, läuft ja nebenbei. Da ist Spanien ja durchaus als katholisches Land, katholische Liga, als Verstärkung und Gegner Frankreichs natürlich mit involviert. Und dann streitet man sich sowieso mit Frankreich ständig noch über Grenzverläufe. Gerne mal, welche Seite der Pyrenäen jetzt wem gehört. Und dann wird endlich irgendwann der Pyrenäen Frieden geschlossen. Da gibt es dann schon die Ludwig XIV. Und dann gibt es die große Staatsheirat aus Friedensgründen. Das ist eine Generation jetzt weiter. Und da heiratet nämlich Ludwig XIV. Seine Ehefrau. Ja. Die heiratet seine Ehefrau nochmal, das ist ja sehr romantisch. Nein, ich wollte sagen, die einzige Königin von Frankreich in der Zeit. Auch wenn Ludwig XIV viele Geliebte hatte, hatte er nur eine Königin und das war eben Maria Theresa. Und die kommt jetzt nach Frankreich und es ist glaube ich im Zuge des Pyrenälen Friedens, dass sie kommt. Und in diesem Zug, und das wird später wie vor. Und es ist schon wieder passiert. Was? Weil Maria Theresa sollte eigentlich jemand anderen heiraten. Oh. Und der französische König ist wieder dazwischengegangen. Und weißt du, wie sie heiraten sollte? Den Onkel Leopold. Nein! Ja, natürlich. Den Onkel Leopold. Und dann kam dieser Friedensschluss und dann musste die halt irgendwie jemand, irgendeine Tochter muss halt schnell nach Frankreich. Ja, weil das Problem ist halt, Österreich ist halt auch weiter, das ist ein langer Weg, da kann viel passieren. Nee, aber das ist noch wichtig, weil das später wichtig ist, deswegen können wir das schon mal hier erwähnen, denn Maria Theresa heiratet Ludwig den 14. Und ist die Tochter des zu dem Zeitpunkt amtierenden Königs, Philipp IV. Philipp IV. Zu dem kommen wir gleich. Und im Zuge dieses Pyrenäenfriedens und im Zuge dieser Heirat gibt sie ihren Herrschaftsanspruch auf. Sie verzichtet darauf, sollte es jemals passieren, dass es keinen männlichen Erben in Spanien gibt, dass sie in Spanien die Herrschaft hat. Man kann sich das schon denken. Also wenn die Habsburger die ganze Zeit nur in der Familie heiraten, zwischen Österreich und Spanien, um ja, das irgendwie zusammenzuhalten, ist natürlich eigentlich katastrophal, wenn man jetzt plötzlich mit dem Feind von nebenan. Auch so eine Ehe einmacht und genau das passieren könnte, was man eigentlich verhindern will die ganze Zeit. Deswegen müssen die jetzt immer unterschreiben, dass sie kein Recht haben, irgendwas zu erben. Und da kommen wir gleich zu. Wir springen jetzt einmal nach Spanien, aber das ist wichtig, dass man das im Kopf behält. Maria Theresa hat verzichtet. Und jetzt gehen wir zurück nach Spanien zu ihrem Vater, Philipp IV. Der heiratet mehrmals. Ja, der heiratet mehrmals und der ist auch so nett wie sein Opa Philipp II. Er erbarmt sich nämlich eines liegen gebliebenen Prinzesschens. Ja, eben genau. Philipp IV hat das gleiche Problem wie sein Großvater. Er heiratet in erster Ehe, hat da Töchter wie beispielsweise Maria Theresa. Dann stirbt diese Ehefrau im Kindbett, weil angeblich die Hebammen zu grob mit ihr waren und ihr wehgetan haben und sie dadurch ein Wochenbendfieber entwickelt hat. Wollt ihr mehr über Hebammen wissen? Hört euch die letzte Folge an. Und er heiratet dann eben, beziehungsweise hat er noch andere Kinder, hat dann auch einen Sohn. Genau, er heiratet und dann den Balthasar Carlos, auch wieder ein Carlos. Und da gibt es eben auch so eine arrangierte Ehe. Die Prinzessin ist quasi auf dem Weg. Mit der hat man das Gleiche. Man hat wieder eine wunderbare Frau in Österreich für diesen Walter Sarkalos gefunden. Diesmal heißt sie Maria Anna. Und jetzt stirbt Walter Sarkalos. Nicht wie sein Namensvetter in der Rebellion, sondern er stirbt halt einfach. Das passiert. und jetzt hat Philipp der Vierte das gleiche Problem wie Philipp der Zweite. Er hat keine Ehefrau und sein männlicher Nachkommen ist auch tot. Und jetzt ist diese Maria Anna auf dem Weg und man denkt sich, na gut, das, was mein Großvater kann, das kann ich auch. Und er heiratet seine 13-jährige Nichte. Er ist zu diesem Zeitpunkt 42 Jahre alt. Man muss aber auch sagen, sie war dann schon 15, als sie eingetroffen ist. Das war ein langer Weg. Also als die Ehe vollzogen wurde, immerhin war sie schon aus dem Schutzwalter raus. Ja, also mit 15 ist das Ende des Schutzwalters. Das ist es heute auch. Das stimmt. Ja? Ja. 15? Ich sag nachher nochmal was dazu. Ich hab da noch was nachgeguckt. Echt? Ich wusste gar nicht, dass 15 das Schutzwalter ist. Okay. Und da ist es jetzt eben ganz interessant, denn dieser Philipp gibt sein Bestes mit dieser Marianne. Er versucht wirklich Kinder zu bekommen. Und jetzt ist eben interessant... Er hat nebenbei auch noch andere Frauen, denn er ist ein Mann der vielen Freuden. Aber bitte, ihr müsst unbedingt den mal in der Suchmaschine eures Vertrauens eingeben, Philipp IV. von Spanien. Also Philipp II. ist ja schon, wir sprechen gleich nochmal über die Anatomie der Habsburger, die immer schöner werden. Solvac hat ja vorhin schon wortreich die Schönheit von Philipp bezweifelt. Der, finde ich, noch ganz gut rüberkommt in diesen ganzen Porträts. Aber ja, sie werden einfach nicht schöner über die Generationen und diese Art von heiraten. Und Philipp IV, dann lohnt es sich, also sucht man nach einem Porträt von dem. Ich verlinke eins natürlich. Klick dir drauf in den Shownotes. Da versteht man jetzt nicht, dass der irgendwie Erfolg bei Liebes... Vielleicht war er richtig nett. Und war super charmant. Er war von innen gut. Wir wissen ja nicht, wie der so aufgetreten ist. Vielleicht konnte er richtig tolle Witze erzählen. Ich beschreibe das immer so, wenn wir uns diese spanischen Habsburger angucken, auf diesen Gemälden, die sehen sich alle sehr ähnlich und es wirkt immer so, als ob sie so schmelzen. Die schmelzen dahin, wenn die war kleiner. Ein bisschen zu lang, wie Sonne stehen wir. Auf jeden Fall, dieser Philipp IV. hat tatsächlich auch Geliebte und hat mit diesen Kindern. Und diese Kinder sind alle gesund und auch attraktiv. Die sind lebensfähig, die sind intelligent. Also mit den anderen. Mit den anderen. Und mit Maria Anna klappt das nicht. Er hat mit ihr recht viele Kinder, aber von diesen zwei Kindern werden nur zwei erwachsen. Und das ist zunächst die Margarita Teresa. Und deutlich später wird da noch Karl geboren. Und da ist eben so ein langer Abstand zwischen diesen zwei Geburten, dass Margarita Teresa lange eben als Infantin von Spanien gehalten wird. Und Infantin meine, ich habe dieses Wort schon öfter benutzt, aber das ist eigentlich nur bei den Spaniern das Wort, dass sie eben Kronprinzessin ist. Dass sie tatsächlich auch, und das eben nicht nur als Titel, sondern sie tritt dann auch die Herrschaft an. Das ist in Spanien, ähnlich wie in England. Das ist die Princess Royal. Wenn man eben keinen Sohn hat, können sowohl in England wie in Spanien auch Frauen die Herrschaft ausüben. Und da stellt man sich darauf ein, dass Margarita Teresa das wird. Und deutlich später wird dann doch noch Karl geboren. Und sie sind alle ganz froh, doch noch den Sohn zu haben. Und dann kann die Margarita ja jetzt heiraten. Und dann kann die Margarita Teresa heiraten. Und wen heiratet sie, Daniel? Den Leopold. Also Leopold, der war ja vorhin schon mal im Gespräch. Und die Maria Anna, die der Philipp IV. geheiratet hat, ist ja die junge Schwester von Leopold. Also hervorragend. Also diesmal wird es so ganz familiär und kuschelig. Und die Maria Theresa, die ist eben auch lauschtige 15. Und macht sich auf den Weg nach Wien, um den Onkel Leopold zu heiraten. Also ihren Onkel im Wortsinne. Und sie wird ihn auch so nennen, ganz liebevoll, während der Ehe, die im Übrigen auch als sehr glücklich beschrieben wird. Ja, das stimmt. Ja, also sie nennt ihren Ehemann Onkel, was eben den Verwandtschaftsverhältnissen entspricht. Und Leopold nennt sie liebevoll Gretel. Und sie haben glückliche sechs Jahre zusammen verbracht und es auch geschafft, in dieser Zeit sechs Kinder zu zeugen. Sie musste sie zur Welt bringen mit wenig Erfolg. Zwei davon waren fehlgebunden. Nur eine Tochter hat das Erwachsenenalter erreicht. Und auch da suchte man sich natürlich einen Grund, wie denn so etwas sein kann. Wenn die anmutige Margarete aus Spanien den gutmütigen Leopold aus Österreich heiratet, dann muss irgendwie jemand dafür verantwortlich sein, wenn der kaiserliche Nachwuchs ausbleibt. Und das war damit ein Grund, warum Juden Wien zu verlassen hatten. Und denn da hat die spanische Tradition gelegt, sozusagen. Immerhin haben sie keine Scheiterhaufen aufgebaut. Das stimmt. Also da sind die Spanier sehr hinterher. Genau, denn als ihr Bruder Karl dann heiratet, gibt es zum Hochzeitstag ein kleines Autodafé. Genau. Ich glaube, 200 Leute haben an dem Tag ihr Leben gelassen. Ja. Zur Erbauung des Hochzeitspaares. Teils, teils. Ich glaube, die sind nicht alle lebendig verbrannt worden. Nee, gut, die werden öfter mal erwürgt vorher. Nee, da sind Überreste verbrannt worden. Man hat die aus dem Grab herausgeholt. Dann holt die aus dem Grab wieder raus und verbrennt dann. Das ist aber auch schön. Man hatte dann auch so Puppen gebaut. Also die Puppen... Kann man auf den Weg vom... Entschuldigung. Ich stelle mir das so vor. Von dem Weg vom... Also erst heiratet man. Dann ist am gut. Das gibt es dann noch nicht. Da gibt es Sektempfang. Dann gehen wir auf den Friedhof, buddeln die alten Ketzer aus. Nee, das wurde ja vor... Dann haben wir den Aperitif und dann machen wir ein Feuerchen. Ja, also die sind ja vorher schon ausgebuddelt worden. Also der König und die Königin kommen jetzt auf den Balkon und sehen... Ja gezeigt, wie sie das richtig szenieren. Wie da diese Puppen stehen. Ich finde diese Puppen viel schlimmer als den Gedanken, dass man das auskommt. Weil die Wachspuppen generell creepy sind. Ja, also die holen die Knochen raus, packen diese Knochen in so kleine Kästen und dann basteln die Puppen. Um den Kasten herum? Die Puppen halten dann den Kasten. Ach so, das ist ja geil. Wir machen noch mal eine Folge über Inquisition. und Feuer. Genau, also wir kommen jetzt so ein bisschen vom Thema ab. Nee, finde ich jetzt gar nicht. Das ist Hochzeit. Das war ein Hochzeitsritual, entschuldige bitte. Das war kein Ritual, sie haben es einmal gemacht. Einmal ist doch kein Ritual. Richtig. Aber wenn da die Ehe nicht glücklich wird. Aber wir bleiben noch mal kurz bei der Margareta Teresa. Wieso? Die ist doch schütztot. Ja, die ist nämlich tot. Und zwar, weil sie sechs Jahre mit Leopold verheiratet war. Aber doch nicht, weil sie mit ihm verheiratet war. Nein, aber weil sie sechs Jahre Kinder produziert hat. Also sie waren sechs Jahre verheiratet. Da haben andere aber mehr geschafft. Und sie haben überlebt. Ja, und sie hat sechs Kinder geboren und war auch selbst schon nicht die gesündeste. Ja, ich glaube, daran lag es. Also nicht am Leopold. Entschuldige, bitte. Nein, das wollte ich auch nicht dem Leopold zulassen. Ich wollte nur mal darauf hinweisen, dass dieses arme Mädchen mit 15 Jahren ihren Onkel heiraten musste. Sehr glücklich war. Was sehr glücklich war, völlig in Ordnung. Aber dann sechs Jahre gebärt hat und dann ihr Körper einfach aufgegeben hat, weil der am Ende war. Das kannst du doch so nicht sagen. Da gibt es doch ganz andere. Maria Theresia hat viel mehr geschafft und die war nicht am Ende. Die hat nebenbei noch ein Land regiert. Ja, aber Margareta Therese ist gestorben. Stellt sie sich so an? Also das, was du gesagt hast, dass sie physisch nicht in besonders gutem Zustand war, war wohl das Entscheidende. Und hat dann auch noch sechs Jahre Kinder produziert. Und dann hat sie im Kopf auch. Sie ist die Schwester von Karl II. Und was das bedeutet, werden wir jetzt gleich noch erläutern. Ich wollte es ja nur noch angemerkt haben, dass ihr Leben nicht unbedingt auch so schön war. Immerhin eine Tochter. Maria Antonia hat überlebt. und den Kurfürsten von Bayern abbekommen. Aber mit 21 sterben und dann schon sechs Kinder geboren zu haben, von dem ein Kind dann lebensfähig ist, stelle ich mir irgendwie schöner vor. Aber wir kommen zu Ihrem Bruder, Karl II. Erzähl was zu Karl II. Jetzt macht er irgendwie so einen Aufwasch draus hier. Karl II, die spannendste Geschichte ist schon die Hochzeitsfeier eigentlich. Naja, aber ich meine, dass die Habsburger nicht so schön im modernen allgemeinen Sinne sind, ist, glaube ich, schon deutlich geworden. Und womöglich der oder die eine andere hat auch schon mal Bilder gesehen. Also spätestens bei Karl V. Sieht man das immer sehr schön dargestellt und erkennt sie sofort an bestimmten anatomischen Eigenarten, wie zum Beispiel den Klubschaugen, dass die Augeäpfel so schön heraustreten aus dem Kopf, dass die Form der Nase so ein bisschen an eine Skischanze erinnert. Das ist ein bisschen platt gedrückt, aber dann unten tritt sie spitz hervor, im Gleichschritt mit dem Kinn zu sagen, das eben auch sich besonders hervor. Tritt in dieser Zeit und dadurch auch die Unterlippe auch noch sehr betont wird. Also man dann oft von der Habsburger Lippe spricht als Familienmerkmal. Und jetzt diese ganzen Familienhochzeiten führen dazu, dass natürlich diese besonderen Eigenarten sich dann Mal zu Mal durchaus verstärken können. Und dann gibt es eben diese besondere Habsburger Anmut eines Philipp IV. Oder eines Karls II. Oder auch eines Leopolds. Also der Onkel Leopold war einen wirklich, glaube ich, ganz enttrag. Auf jeden Fall hat er immerhin 200 Musikstücke komponiert, sich sehr für Kultur interessiert. Er war auch sehr friedfertig. Er sollte eigentlich Priester werden. Also nur weil sein Bruder dann nicht lang genug gelebt hat, musste er halt selber ran. Und gibt sich auch alle Mühe. Aber er macht halt von der Erscheinung her nicht so wahnsinnig viel Eindruck. Und ich würde gerne aus meiner persönlichen Bibel zitieren. Ich tue das. Und was diese Epoche angeht, gibt es einfach ein Buch, das jeder besitzen muss und zumindest teilweise lesen sollte. Nämlich von Leonard Horowski, das Europa der Könige. Und ich nehme ihn, das ist natürlich jetzt keine Primärquelle, aber ich nehme ihn jetzt mal zur Einführung des Kaisers Leopolds. Weil das einfach so unnachahmlich kurz auf den Punkt bringt, was für eine Erscheinung dieser Mann war. Und er schreibt nämlich da, die damalige römisch-kaiserliche Majestät Leopold I., zu allen Zeiten Mehrheit des Reiches in Germanien, zu Ungarn, Böhmen, Dalmatien, Kroatien und Slowenien. König war ein kleiner, schüchterner Mann, neben dem noch der verwachsene Brandenburger, also der Brandenburger Kurfürst Friedrich III., der verwachsene Brandenburger wie Herkules und Adonis zugleich gewirkt hätte. Selbst der hyperkorrekte, adelige Archivar, bei dem ich einst, also das schreibt jetzt hier der Horowski, bei dem ich einst einen Hintergrund, einen Hilfswissenschaftskurs absolvierte, konnte sich beim Vorzeigen einer Medaille mit dem Porträt dieses Kaisers den fast empörten Ausruf, der sieht doch aus wie ein Affe, also bitte, nicht verkneifen. Also es ist schon sehr respektlos, meine Güte. Womit er auf den in der Tat spektakulären habsburgischen Unterbiss des Monarchen verweisen wollte. Ein französischer Botschafter hatte mit dem unscheinbar schwarz gekleideten Kaiser einmal eine halbe Stunde allein im Audienzzimmer gesessen, bevor er begriff, dass das die Majestät war und nicht nur irgendein zum Mobiliar gehörende Sekretär. Andererseits, wehe dem, der diese Kriterien unterschätzte, dazu kommen wir gleich, ich überspringe mal was, anderes schönes Beispiel, wäre es je zum einst scherzhaft angebotenen Zweikampf Ludwigs XIV. mit Leopold I. Gekommen, so hätte der riesenhafte Sonnenkönig seinen Gegner vermutlich einfach in der Mitte durchgebrochen. Also das gibt schon mal einen Eindruck und Primärquellen aber sind da durchaus noch direkter. Also ich glaube, das war jetzt schon deutlich, wie man sich Leopold so vorstellen muss und nicht nur ihn, sondern auch den Rest dieser Familie. Durchaus auch manche Dame von den genannten heute hier. Und eine direkte Quelle aus der Zeit von Leopold stammt von einem osmanischen Reisenden Gesandten, und zwar Evliya Chelebi. Möge mich korrigieren in der Aussprache, aber gut, der Name sei genannt, auch wenn vielleicht nicht so authentisch gesprochen. Auf jeden Fall begegnet er auch dem Onkel Leopold in Wien, dem kleinen schüchternen Mann, der sich aber gut durchaus selbst darstellen lassen kann. Ja, und nachher beschreibt er diese Begegnung, das heißt Begegnung ist natürlich nicht auf Augenhöhe, aber er hat den Kaiser gesehen und gibt das dann folgendermaßen wieder. Man möchte aber fast bezweifeln, dass mit ihm der Herrgott wirklich einen Menschen hat erschaffen wollen. Er ist ein junger Mann von Mittelgröße, ohne Kinnbart, mit schmalen Hüften, nicht gerade fett und beleibt aber auch nicht eben arger. Nach Allahs Ratschluss hat er einen flachen Kopf, oben zugespitzt wie die Mütze eines Meflididerisches oder wie ein Birnenkürbis mit einer Stirne, flach wie ein Brett und dichten schwarzen Augenbrauen, die aber weit auseinander stehen und unter denen seine von schwarzen Wimpern umrandeten, kreisrunden und hellbraunen Augen wie die Lichter eines Uhus funkeln. Sein Gesicht ist lang und spitz wie das des Meisters Reinecke, mit Ohren groß wie Kinderpantoffeln und einer roten Nase, die wie eine unreife Weinbeere leuchtet und groß ist wie die Hälfte eines zerbrochenen Münzbrettes oder wie eine Aubergine aus Morea. Aus den weiten Nasenlöchern, in die er je drei Finger auf einmal hineinstecken könnte, hängen ihm Haare, lang wie die vom Schnurrbart eines 30-jährigen Haudegens, heraus und vermischen sich im dichten Wirrwarr mit dem Bart auf seiner Oberlippe und mit seinem schwarzen Backenbart, der ihm bis zu den Ohren hinanreicht. Seine Lippen sind wulstig wie die eines Kamels und in seinen Mund würde ein ganzer Leib Brot auf einmal passen. Auch seine Zähne sind groß und weiß wie die eines Kamels, dass immer wenn er spricht, spritzt und trieft ihm der Speichel aus seinem Mund und von seinen Kamellippen, als ob er erbrechen würde. Da wischen ihm dann die strahlend schönen Pagen, die ihm zur Seite stehen, mit riesigen roten Mundtüchern ständig den Geifer ab. Er selber kämmt seine Locken und kringeln dauernd mit einem Kamm. Seine Finger sehen aus wie die Langergurken. Nach dem Willen Allahs des Allerhabenen sind übrigens sämtliche Kaiser aus diesem Geschlecht von so garstigem Äußeren, und in all ihren Kirchen und Häusern sowie auf den Talerstücken wird der Kaiser mit solch hässlichem Gesicht abgebildet. Ja, wenn ihn einer mit hübschem Antlitz malt, dann lässt er diesen Mann hinrichten, weil er, wie er meint, ihn entstellt hat. Denn dass sie so hässlich sind, dessen rühmen und brüsten sich diese Kaiser... Und tatsächlich gibt es wunderschöne Marmorreliefs und Büsten, die Leopold ziemlich exakt so abbilden, wie jetzt gerade beschrieben, außer dass man den Geifer, das ist mit geschlossener Mund, ist ja dann abgebildet. Ich weiß auch nicht, wie jetzt hier diese osmanische Gesandte oder Weltreisende generell zu Österreich stand in dem Moment, denn Leopold ist da natürlich nicht so wohl gelitten. Denn der muss sich halt einerseits dann mit Ludwig XIV. auseinandersetzen, andererseits aber auch mit den Osmanen Krieg führen, die bis vor die Tore Wiens gelangen. Und in diesem Geiste wird dann vielleicht auch diese Beschreibung erfolgen. Aber wenn man sich diese Reliefs und Darstellungen so anguckt, scheint der Mann, glaube ich, Schreff zu haben. Weit ist er nicht weg von. Nee, weit ist er davon nicht weg. Nur, dass er ihn halt live erlebt hat und nicht nur so in Marmor gemeißelt. Und ja, Karl II., der Arme von Spanien, kann man sich, glaube ich, ähnlich denken. Der bekommt das Ganze richtig. Der kann den Mund nicht zumachen und auch nicht sprechen. Also wie hieß es? Ich komme da immer durcheinander. Ich glaube, du kannst das besser. Er hat mit sieben erst laufen gelernt. Ich glaube ja. So war es. Und er hat später noch sprechen. Nee, vorher. Der konnte schon vorher sprechen, aber laufen noch nicht. Aber erst dann so rum war es. Und das liegt sich auch daran, dass sie den dann eine Weile auf Händen herumgetragen haben, dass dem bloß nichts passierte, war er jetzt da, die Schwester war verheiratet und weg. Und auch dann weg. Also es gibt nur noch diesen Jungen und der muss irgendwie durchhalten. Und dem darf nichts passieren. Und da, auch er wird nochmal verheiratet. Das ist auch nochmal ganz interessant. Denn 1678... Wir sprachen ja über seine Hochzeitsfeierlichkeit. Heiratet er eine Französin. Also diesmal sucht man nicht in Österreich. Schon wieder den Fehler gemacht. Man sucht es in Frankreich und man findet sie in Marie-Louise d'Orléans. Das ist eine Nichte von Ludwig XIV. Und die kommt dann nach Madrid und ist ganz jung und unbedacht und ist jetzt nicht unbedingt politisch interessiert, verbringt ihre Zeit lieber mit anderen Dingen, scheint sich aber mit Karl tatsächlich ganz gut verstanden zu haben. Es ist allerdings so, dass wir davon ausgehen können, dass dadurch, dass Karl geistig und körperlich, vollständig habsburgisch war, nicht unbedingt in der Lage war, eine Ehe zu vollziehen. Man weiß es nicht, man geht davon aus, da die beiden auch später noch gern mit Puppen gespielt haben. Kommt auf jeden Fall kein Kind hier aus dieser Idee. Es gibt diverse Fetische. Die haben ja auch Puppen vorher, da haben wir schon mal eine Rolle gespielt. Das heißt, es ist kein Kind entstanden und man braucht ganz, ganz dringend. Karl muss unbedingt ein Kind produzieren. Das ist jetzt ein Riesenthema und es wird eine zweite Frau für Karl gesucht und die wird auch schon im nächsten Jahr mit ihm verheiratet. Das ist Maria Anna, aber diesmal keine Österreicherin, sondern von der Pfalz nur nach unten. Von der Pfalz? Ist aber eine Wittelsbacherin. Ah, ja gut, jetzt sind ja die Pfälzer. Und die kommt jetzt und in ihrem typischen pfälzischen Temperament setzt sie sich auch gut durch am Hof und mischt sich auch gut in die Politik. Ich bringe das mit dem Karl in Ordnung. Aber auch sie schafft es nicht, ein Kind von ihm zu empfangen. Zu empfangen, sagen wir mal so. Zu empfangen, auch wenn sie sich höchstwahrscheinlich große Mühe gegeben hat. Es klappt nicht und Karl stirbt 1700. Und das war halt schon absehbar, was dann kommt. Und das große Dramat passiert jetzt. Es beginnt nämlich der spanische Erbfolgekrieg. Und jetzt kommen wir nämlich auf das zurück, was ich eben angesprochen hatte. Mit Ludwig dem Vierzehnten und seiner Ehefrau. Denn die hatte ja, noch einmal zur Wiederholung, auf ihren Herrschaftsanspruch verzichtet. Trotzdem sagt Ludwig der Vierzehnte, meine Ehefrau war ja. Und weißt du wieso? Warum? Weil sie hat verzichtet darauf, das war ja dann quasi Verlust für Ludwig, dass sie darauf verzichten musste. Und dann hat Ludwig natürlich gesagt, dann gibt ihr aber eine ordentliche Mitgift mit. Aber die Habsburger sind doch ständig pleite. Haben es nicht bezahlt. Und dann kann er natürlich sagen, ja, Wenn ihr das nicht einhaltet, könnt ihr das mit dem Erbverzicht auch vergessen. Ah, genau. Und jetzt ist eben nicht nur Ludwig XIV, der sagt das, was du gerade gesagt hast, sondern der Onkel Leopold, der sitzt auch in Wien und sagt, ja, aber ich habe ja die Infantin geheiratet. Genau, ich habe doch hier diese Nichte. Meine Tochter, meine Tochter, meine Ehefrau, die Margareta Therese, war Infantin. diese Maria Theresa, die war ja irgendwas anderes meint, war Infantin das heißt, meine ist wichtiger als deine und deswegen darf ich. Und es passiert das, was dann immer passiert. Aber das war eben absehbar. Man hat vorher noch versucht, das irgendwie zu verhindern. Weil natürlich, also der Ludwig, der hat mit Kriegen nicht so ein Problem. Der hat aber auch schon ein paar hinter sich. Also der ist jetzt nicht so, glaube ich, nicht so scharf drauf, sofort den Nächsten anzufangen. Und man kann sich ja schon erahnen, dass das nicht so schnell zu erledigen ist. Also der ist schon bereit, auch jetzt nur einen Teil des Erbes zu nehmen. Und dafür lassen wir den Krieg einfach. Dann kriegst du da ein bisschen und ich nehm ein bisschen. Und der Leopold, der ist halt eigentlich auch so ein, ich habe ja gesagt, eigentlich ein ganz Lieber und eigentlich auch nicht so scharf auf Krieg, aber auf das Erbe natürlich, also da einen Teil möchte der auch haben. Und das Problem ist dann zum einen, dass Ludwig XIV, der wollte Mailand haben. Und das geht ja mal gar nicht, weil Mailand ist ja dann bei Österreich um die Ecke. Also dann packt er da Truppen rein und immer, wenn es irgendwie mal wieder was zu diskutieren gibt, stehen da quasi die französischen Truppen schon quasi vor Wien. Also da hat sogar der Onkel Leopold gesagt, nee, also mit mir nicht, Entschuldigung. Also da ist es mir lieber, wir klären das jetzt nochmal auf dem Schlachtfeld, wer jetzt hier alles kriegt, als dass du dich hier vor meiner Haustür einisst. Man hat aber zwischendurch noch versucht, das irgendwie umzulenken und noch einen Kompromisskandidaten gefunden, genau, und zwar den Kurprinz Josef Ferdinand von Bayern. Und hast du jetzt aufgepasst, wieso die nach Bayern gucken? Oder ihr? Denn die Gretel, die Gretel, die hatte doch eine Tochter, die überlebt hat. Die Maria Antonia. Stimmt, ja natürlich. Und die heiratet den Kurprinzen Josef Ferdinand von Bayern. Genau. Also die, ich weiß nicht, wie es der Maria Antonia so ging, nach dem ganzen Herbstburger Erbe, Aber wohl auch der Josef Ferdinand, der die Heiratung, umgekehrt, der Josef Ferdinand ist der Sohn von der Maria Antonia, Sohn war es, der hat den Maximilian II. geheiratet. Und das ist das herbstburgische Erbe, schlägt jetzt durch auf den armen Josef Ferdinand von Bayern. So rum war es. Also dem ging es auch nicht besonders. Aber der ist jetzt der Kandidat, auf den hat man sich geeinigt, dass wenn der Karl II. Stirbt, dann geht das da nach Bayern. Weil da ist die Maria Antonia, das ist ja die Tochter der Infantin. Und das ist der Sohn, also das wäre jetzt ein geeigneter Kandidat. Der ist kein Franzose, der ist kein Österreicher und dann hätten wir irgendwie, einen Kompromiss gefunden. Und ja, der wird dann halt krank, wie das jetzt schon ein paar Mal passiert ist. Gallenblasenentzündung hat er gekriegt und Meningitis und dann gab es, und das schreibt hier der Horowski auch sehr schön, einen Generalangriff von Schmerz, Herz, Schlaf, Abführ und Stärkungsmitteln, sowie eine Diät aus Backhandeln, gebratenen Täubchen und Zuckermilch und das Das hat aber leider nicht gewirkt. Und so stirbt er am 6. Februar 1699. Sogar noch vor Karl. Das haben die vorher schon alles klar gemacht, weil es ist doch, also es ist vorbei, absehbar, dass der halt keine Kinder kriegen wird. Und jetzt stirbt er also noch vor Karl. Und dann gibt es diesen Teilungsplan. Lass uns das irgendwie aufteilen. Dann mit Mailand, wo Leopold sagt, kannst du mich mal? Also da mache ich nicht mit. Aber sozusagen alle anderen europäischen Mächte versuchen halt ständig irgendwie so einen Teilungsplan hinzukriegen. Und da kriegt aber Karl II. Das wieder spitz. Also da hat er irgendwie einen wachen Moment, legt seine Puppen zur Seite und denkt sich, die können doch nicht Spanien aufteilen. Sind die bekloppt oder was? Und dann gibt es ein Dokument, ein neues Testament, das Karl II. Wahrscheinlich mit Hilfe entsprechende Sekretäre, politisch motivierter Sekretäre aufsetzt und sagt, Spanien ist unteilbar. Das geht nicht. Aber das soll der Philipp von Anjou bekommen. Also der Enkel von Luttich XIV. Soll dann König von Spanien werden, von ganz Spanien. Und das ist natürlich aber wieder dann was, was Onkel Leopold jetzt auch nicht so hinnehmen kann. Also was jetzt alles weg ist. Das geht nicht. Und das führt dazu, dass diese, nicht nur diese beiden Staaten, sondern eigentlich alles, was Rangnamen, Macht und vor allem Militärmacht besitzt in Europa, 14 Jahre lang in den spanischen Erbfolgekrieg verstrickt ist. Und am Ende wird es geteilt. Man hätte es auch gleich irgendwie so regeln können. Die sind nicht nur in Spanien, die sind auch in den sogenannten spanischen Niederlanden. Ich möchte es nur erwähnen, weil ich immer früher auch in der Schulzeit ins Buch guckte, ins Geschichtsbuch und dachte, warum sind die Niederlande spanisch? Das ist der Rest von Bogut. Genau, das ist quasi so, das Erbe von Maria, das hier noch auch... Der andere Teil hat sich lange, viele Jahre lang freigekämpft. Und das ist der Teil, der da geblieben ist. Und erst sind sie spanisch und nach dieser Teilung sind sie dann österreichisch oder werden einfach habsburgisch genannt. Denn das kriegen also die Österreicher, dann kriegen sie die italienischen Besitzungen und dafür darf dieser neue König von Spanien dann über Spanien herrschen und das damit verbundene Südamerika. Und natürlich ist die Habsburger Geschichte damit noch nicht zu Ende, aber ich glaube, der aufregende Teil und der romantische Teil, der Heiratsteil, die Staatsheiraten, die sind erstmal und die Bedeutung, die sie hatten, die sind damit erstmal vorbei. Also nicht ganz natürlich, aber es wird ja jetzt eine neue Epoche demnächst am Horizont erscheinen mit neuen Ideen und das nicht alles nur an einem Herrscher hängt. Und das wird sich immer weiter verbreiten und natürlich spielt es nachher auch noch eine Rolle, wer da wen heiratet, aber das hat nicht mehr diese Konsequenzen, dass da ganze Länder plötzlich zusammengehen oder in Kriege gestürzt werden, nur weil man da die Nichte geheiratet hat. Gut, Cousins und Cousinen sind die sowieso alle und es gibt dann nachher viel später eine kleine deutsche Familie, die sehr viel Erfolg hat beim Heiraten, eben weil man sich wahrscheinlich noch so dumpf erinnern kann was das früher mal ausgelöst hat wenn man da die in die falsche Familie einheiratet und zwei Generationen später gibt es dann plötzlich Krieg 14 Jahre lang und das soll nicht mehr sein also nimmt man da so, gerne kleine deutsche Familien, die haben so viele Adelsfamilien davon und heiratet einfach die. Da kann niemand nachher irgendwas draus stricken. Aber da machen wir nochmal eine andere Folge davon. Das sind die, die im Prinzip heute noch in England auf dem Thron sitzen und in anderen noch verbliebenen Monarchien und in noch viel mehr früher mal gesessen haben. Aber da ist eine andere Folge, aber das ist sozusagen die Epoche, aus der wir vielleicht dann auch nochmal eine Habsburger Folge stricken. Denn Onkel Leopold habt ihr womöglich zum ersten Mal heute davon gehört. Es gibt natürlich ganz andere Kaiser und Kaiserinnen, die heute viel populärer sind und viel zu viele Filme schon gekriegt haben. Ich warte darauf, dass endlich mal jemand einen Film über Onkel Leopold und Gretel macht und all die schönen Gesichter der Habsburger auftauchen. Aber vielleicht regen wir das ja mit dieser Folge an, dass diese Generation des Hauses Habsburgers auch mal mehr Würdigung erfährt und diesem romantischen Anklängen. Ja, bevor du abmoderierst. Was denn? Ich möchte nochmal einen kleinen um. Du möchtest doch ja sagen. Ich möchte noch nicht. Nein, Arne. Deine Ländereien sind zu klein. Ich habe da ein kleines Erbe in Aussicht. Im Westerwald. Gehst du mit mir in den Westerwald? Um Gottes Willen, du willst mich nicht in den Westerwald. Kann ich nicht loben. Was ich noch mal kurz ergänzen wollte, weil ich das am Anfang immer dieses Wort benutzt habe mit dem Mannesstamm, das Familien im Mannesstamm aussterben. Das ist ein Begriff aus der Geschichtswissenschaft. im 19. Jahrhundert. Und was auch so ein bisschen mein Ziel war, dass wir heute so ausführlich über die Habsburger sprechen, hat auch damit zu tun, weil ich damit auch aufzeigen wollte, dass Heiratsallianzen auch sehr wichtig, dass da auch Töchter sehr wichtig waren. Also man hört dann immer so, wenn man über das Mittelalter und die frühe Neuzeit redet, dass die Söhne waren immer wichtig und Töchter waren immer eine Enttäuschung, wenn eine Erdelsfamilie viele Töchter hat. Und ich hoffe, wir konnten uns mit diesem aufzeigen, des Habsburger Stammbaums auch so ein bisschen aufzeigen, wie wichtig es war, dass man als Adelsfamilie Töchter hat, damit man die nämlich gut heiraten kann und damit auch. Reiche zu vergrößern. Hätten sie die nicht verheiratet, hätte die Spanien regiert, die Margarete. Ja, aber der Plan war ja nicht, dass man Spanien, der Plan war ja, das zusammenzubringen. Das Problem war ja nicht, dass sie, warum Margarete heiratet, Leopold, weil man denkt, wenn die zusammen einen lebenden Sohn haben, dann Und dann herrscht er wieder in Österreich und Spanien. Also man bringt hier eigentlich, das ist das Ziel. Das ist dann schiefgegangen, das hat nicht funktioniert. Aber das war so ein Gedanke dahinter. Und deswegen spielen diese Habsburger ja auch dieses Cousin-Cousinische-Heiratsspiel. Aber es ist nicht nur, dass die Frauen jetzt eine Rolle spielen, weil sie als Prinzessin geboren sind und gutes Heiratsmaterial sind und um die Familie am Leben zu erhalten, sondern zum Beispiel gerade bei den Habsburgern in Burgund. Die sind ja meistens nicht dahin gefahren, um sich in Brügge ein paar Jahre aufzuhalten und jetzt mal zu gucken, was ist mit Burgund oder dem, was davon übrig ist, ob alles gut läuft. Sondern sie haben da natürlich jemanden eingesetzt, der diesen Teil des Reiches, der ja da irgendwie so ein bisschen auch isoliert lag, nah am Feindesland ordentlich zu verwalten und zusammenzuhalten. Und das waren immer die Frauen, also die Stadthalterinnen. Also genau, darum ging es mir, dass wir aufzeigen, es läuft alles nicht nur über die Männerlinie. auch wenn wir uns in der Geschichte, also nicht mehr nur in der Geschichtswissenschaft, aber wenn man früher eben immer nur auf die Männer geguckt hat, die in der Zeit gucken, auch auf die Frauen. Also das haben wir jetzt auch gesehen mit der Maria Antonia. Ihr Sohn wird dann rausgesucht, weil er ihr Sohn ist und nicht, weil er der Bayer ist. Also das war jetzt nicht abseits gegen die Bayern, aber man guckt eben auch auf die Mutter drauf. Also auch hier werden Erbansprüche eben über Mütter weitergegeben. Und das ist eben so ein Punkt, der eben auch in der Geschichtswissenschaft lange Zeit einfach nicht beachtet wurde. Da wurden immer nur auf die Männer geguckt. Und wenn wir aber in die Zeit selber schauen, merken wir, die Leute gucken auch auf die Frauen. Also das nur so doch dazu. Das stimmt natürlich, aber du hast auch gesagt, dass wenn dann doch ein Sohn da ist, dann ist er natürlich wieder... Ich möchte ja auch nicht behaupten, dass die alle gleichberechtigt und emanzipiert und feministisch waren. Aber sie waren gleichberechtigter und emanzipierter, als dass man ihnen nachsagt. Ja, das stimmt. Also auf jeden Fall haben die eine größere Rolle gespielt, jetzt gerade auch hier als Stadthalterin in Burgund, als man das von heute gesehen diesen Generationen zugetraut hätte. Genau, das war nur der Punkt, den ich nochmal deutlich machen wollte, dass die doch mehr Einfluss hatten, als man lange Zeit geglaubt hat. Gut. Also am besten lasst das mit dem heiraten. Genießt das Leben. Und wenn, dann guckt euch genau an, wo der oder diejenige hinkommt und mit wem die verschwägert ist. Und jetzt habe ich meine Geschichte gar nicht mehr erzählt. Fällt mir gerade ein. Welche? Erzähl sie schnell. Naja. Schnell. Also wie gesagt, das ist nicht verboten. Achso. Ich möchte das nicht animieren. Aber wir waren uns so ein bisschen im Zweifel, als wir dieses Thema angedacht haben. Wie ist denn das eigentlich, die rechtliche Situation? Und dann habe ich kurz in der Suchmaschine meines Vertrauens nachgesehen und es gab da vor ein paar Jahren diesen Fall, wo die 14-jährige Nichte mit ihrem, ich glaube, 42-jährigen Onkel abgehauen ist und es wird dann immer betont, was sollen wir da tun? Das ist ja nicht illegal. Aber ich dachte, 14 ist noch illegal. Nee, eben scheinbar ist 14 irgendwie da, dass der 14. Geburtstag ist die Grenze. Und das macht auch nichts. Also er kann sie auch heiraten, wenn er möchte, auch vor einem deutschen Standesamt. Aber ich dachte, da müssen die Eltern Das ist nicht merkwürdig, aber es ist möglich. Aber ich dachte, die Eltern müssen zustimmen, wenn das Kind noch nicht mehr ist. Ja, das stimmt natürlich. Sie müssen noch ein bisschen warten, bis sie 16 ist. Aber dann können sie heiraten. Also Onkel, nicht der Ehe, kein Problem. Nur direkte Blutslinie darf man nicht. Also man kann nicht auf die Idee kommen, seine verwitwete Mutter zu heiraten. Genau, ja. Damit dieser kleine Hinweis am Rande. Ich glaube, die Kirche war da strenger. Die Kirche ist viel strenger. Die Habsburger mussten sich regelmäßig päpstliche Erlaubnisse einholen, dass sie ihre Nichten, Onkel, Cousins heiraten. Aber dafür waren die halt so gut katholisch und haben den Glauben geschützt in ihren Landen, dass der Papst dann gerne mal so einen Brief geschrieben hat. Also von mir kriegt ihr Dispense. Wenn ihr euren Onkel heiraten wird? Von mir nicht. Okay, also dann müsst ihr einfach selber klarkommen von dem, was ihr tut. Wir wünschen euch jedenfalls viel Liebe von dieser Stelle. Macht's gut und bis bald. Tschüss. Music.