FG004 – Ukraine | Kiewer Rus‘ bis Kosaken
13.03.2022 84 min
Zusammenfassung & Show Notes
Obwohl man die Lage der Ukraine auf Landkarten gut kennt, ist ihre Geschichte auf den historischen Karten in unseren Köpfen doch noch ein unentdecktes Land. Und auch eine ziemlich unübersichtliche Gegend, denn da haben viele mitgemischt. Und selbst Mittelalter-Spezialisten wie Solveig blicken kaum auf die Kiewer Rus‘.
Also lernen wir Waräger und Rjurikiden kennen und Daniel erfährt, dass purpurgeborene Prinzessinnen aus Konstantinopel lieber nach Kiew als nach Magdeburg zogen. Der Kaiser-Titel von Kontantinopel muss noch irgendwo bei einem Genueser Händler herumliegen, während Iwan der Schreckliche Moskau zum dritten Rom ausruft. Da muss man sich in Kiew mit Polen, Litauern und Mongolen herumschlagen, was aber im Endeffekt gar nicht so schlimm war. Denn am Kiewer Collegium blüht die humanistische Bildung und russische Zaren brauchen später dringend Nachhilfe von ukrainischen Gelehrten.
Die Gelehrsamkeit gilt selbst für die Epoche des Hetmanats, der Herrschaft der ukrainischen Kosaken hinter den Stromschnellen des Dnjepr. Diese stellt man sich sonst eher als raubeinige Grenzschützer vor. Als soche haben waren sie auch besonders geschätzt, als es in den Kampf mit dem osmanischen Reich ging. Auf die Forderung nach Unterwerfung durch den Sultan gaben sie eine deftige Antwort, die nun gerne rezetiert wird. Dabei ist dann allerdings ein anderer gemeint.
Wer gerne selbst nachlesen möchte, tut das am Besten bei:
oder in Städtebildern bei
Gefällt dir Flurfunk Geschichte? Dann kannst du uns über ko-fi unterstützen.
Wir freuen uns über Kommentare und Fragen an kontakt@flurfunk-geschichte.de
Flurfunk Geschichte ist bei Facebook, Instagram, twitter und threads.
#Mittelalter #Frühe_Neuzeit #Ukraine #Russland #Kiew #Moskau #Zar #Kosaken #Mongolen #Tartaren #Byzanz #Polen-Litauen
Transkript
Daniel: Wir wissen nicht, wie der Kampf um die Ukraine ausgehen
wird, ob sie sich gegen die russische Aggression
behaupten oder ob sie in die Knie gehen wird.
Ob die Europäer, der Westen sie verteidigen oder
preisgeben wird, ob die europäische Union
zusammenhalten oder auseinanderfallen wird.
Nur so viel ist die Ukraine wird
nie mehr von der Landkarte in unseren Köpfen
verschwinden.
Hallo Solveig.
Solveig: Hallo Daniel.
Daniel: So, ich fühle mich jetzt, oder wir fühlen uns, glaube ich, beide ein
bisschen merkwürdig, denn wir sitzen heute
entgegen unserer Gepflogenheiten
nicht physisch in einem Raum,
sondern treffen uns virtuell.
Und weiß nicht, wie es dir geht.
Solveig: Wir geben uns.
Daniel: Wir sehen uns ja dabei auch, aber im
Umkreis gibt es Corona und deswegen ist es besser, wenn wir
das dieses Mal so
machen. Und solltet ihr nach
drei Folgen schon treue Hörer von
Flurfunkgeschichte sein,
dann habt ihr womöglich in der vergangenen Woche unseren
Podcast vermisst. Oder sind es schon zwei?
Verloren.
Solveig: Wenn es online geht, sind es wahrscheinlich schon zwei Wochen.
Daniel: Dann sind es womöglich schon zwei Wochen, die ihr auf eine
Folge wartet. Wir haben
ja zumindest bei Facebook und Twitter und
auf unserer Website kommuniziert. Wieso denn?
Wir hatten ja eigentlich zwei. Wir haben sogar zwei Folgen noch
vorbereitet seinerzeit, um etwas
Zeit zu haben, uns noch weitere Themen zu
überlegen. Und die Folgen haben wir jetzt aber irgendwie
erstmal auf Eis geschoben. Wir dachten,
angesichts dessen, was gerade in Europa passiert, ist
es komisch, wenn wir jetzt einfach so weiter senden, als wäre
da alles normal und
haben sozusagen ein
habsburger Liebespaar, das wir gerne
sozusagen im Anschluss an Onkel Leopold
ausgestrahlt hätten, jetzt erstmal auf die Wartebank
geschoben, um uns einem
aktuellen Thema zu widmen,
nämlich dem Angriff Russlands
auf die Ukraine und dem Krieg, der nun jetzt
schon zwei Wochen tobt,
mitten in Europa. Und der
Text, den ich jetzt zum Eingang gelesen habe, der stammt
von Karl Schlögl.
Schlögl schon begegnet?
Solveig: Tatsächlich nicht.
Daniel: Tatsächlich nicht, weil der ist nämlich momentan
tatsächlich relativ präsent
in Rundfunk und Fernsehen, so als
Osteuropa Experte. Was schon
bemerkenswert ist, weil er,
wenn er hier schreibt, dass die Ukraine nie mehr von der
Landkarte in unseren Köpfen verschwinden wird, dann geht
es in dem Buch, aus dem das stammt, von
2015, erstmal vor allem
darum, dass er so selbst reflektiert
darüber, dass er mit ukrainischer Geschichte
sich eigentlich, wie die meisten, sehr wenig beschäftigt
hat. Das sagt er nämlich auch
noch dann wie folgt etwas später. Ich musste
feststellen, dass man sich ein Leben lang mit dem östlichen
Europa, mit Russland und der Sowjetunion
beschäftigt haben konnte, ohne eine genauere
Kenntnis von der Ukraine besitzen zu müssen. Ich
erwähne das deshalb so ausführlich, weil ich bei diesem
Mann studiert habe und das jetzt
natürlich immer ganz interessiert zuhöre und
zuschaue, wenn er auftaucht mit den
Kommentaren zu dem Geschehen in der Ukraine.
Aber das ist vielleicht auch ein Grund, warum es mir dann genauso geht.
Also wenn mein Professor sozusagen immer nur über Russland
geredet hat und die Ukraine dann quasi so mit
gemeint war, dann geht es mir natürlich genauso und
wahrscheinlich aber auch den meisten Leuten. Denn
das ist natürlich so das, woran das da
krankt in der Wahrnehmung, dass wir
eigentlich immer so die Ukraine so quasi als
Wurmfortsatz von Russland
sehen. Das hat natürlich was damit zu
tun, dass wir noch auf die Sowjetunion zurückgucken
als großes Ganzes, auf das Zarenreich, dann im Zweifel auch
noch auf den Zerfall der Sowjetunion, dass
da sozusagen vielleicht auch Staaten auseinandergefallen sind, die doch
eigentlich zusammengehören. Und das ist
auch ungefähr so das, was der jetzige
russische Präsident immer zu empfinden
scheint, der sich offenbar in letzter
Zeit intensiv als Historiker
betätigt und da seine ganz eigene
Geschichtssicht sehr ausführlich
darlegt. Ja, ich finde, wir müssen nicht
unbedingt jetzt darauf eingehen, auf diese
Geschichtsvorlesung, die da gehalten
wurde, um den Angriff auf die Ukraine zu
rechtfertigen. Und er hat übrigens ganz ähnliche
Vorlesungen gehalten, auch 2000
1415, als es um die Krim
ging. Und zwischenzeitlich wurde sogar
noch ein Essay von Dr.
Putin veröffentlicht, der ungefähr die
gleichen Argumente enthält. Und wir werden
ja die ursprüngliche Idee, wir gucken uns
das an und nehmen das auseinander. Aber ich finde, so viel
Aufmerksamkeit hat er jetzt gar nicht verdient, sondern
dass wir einfach auf unsere Weise uns
jetzt mal versuchen, der Ukraine
anzunähern und dabei den russischen
Blick sozusagen hinten anstellen. Aber
sozusagen der Haupttopos, den es natürlich in der Darstellung immer
gibt, ist die Idee von
Brudervolk. Das taucht auch jetzt immer wieder auf.
Also auf beiden Seiten, glaube ich, gibt es dieses Empfinden als
Brudervolk, wobei es
immer um den großen und den kleinen Bruder geht.
Und es drückt sich auch lange Zeit in den
Bezeichnungen für die verschiedenen
Gebiete aus, wenn man über
Großrussland und Kleinrussland
sprach. Es gibt ein wunderbares Buch, wenn
man sich jetzt im Zuge
der Nachrichten, die man guckt, sich nicht nur auf die Nachrichten konzentrieren
möchte, sondern ein bisschen mehr über Hintergründe
erfahren möchte. Ein wunderbares Buch von dem wahrscheinlich
einzigen Ukraine Experten im deutschsprachigen Raum, nämlich
Andreas Kappeler, und das heißt Ungleiche
Brüder. Rußen und Ukrainer vom Mittelalter bis zur
Gegenwart. Das ist auch das, was ich jetzt natürlich zur Hilfe genommen
habe, um noch mal ein bisschen fundierteres Wissen zu
gewinnen, bevor wir uns hier heute treffen.
Trotzdem habe ich es nicht ganz geschafft natürlich,
aber der hat sozusagen auch ein Kapitel noch mal über
dieses Bild der Brüder,
die man durchaus so nehmen kann, dass die beiden sozusagen
ungleiche Brüder sind. Und das
natürlich, er ist nicht der Erste, der das jetzt genauer so
analysiert, sondern da gibt es dann z.b. leute,
die er zitiert, auch wie Dmitri
Fuhrmann, der dann eben schon als
russischer Politologe, der 1997
auch über diesen Bruderzwist sich
geäußert hat und betont, dass natürlich
Streit in der Familie dann vielleicht im Zweifel noch mehr
eskaliert. Rußen und Ukrainer streiten wie
andere Brüder um ihre Vorfahren, um das
Erstgeburtsrecht, um das Erbe, darum, dass der
Ältere den Jüngeren als ebenbürtig anerkennt und aufhört,
ihn zu bevormunden. Und umgekehrt, dass der
Jüngere nicht vergisst, dass er der Jüngere ist und
sich nicht so viel herausnimmt. Ja, das
spiegelt viel von dem wieder, glaube ich, was man dann
auf politischer Ebene in den letzten
Jahren gehört hat, mitverfolgen
konnte. Und es gibt sozusagen ja das, was
diese Brüder verbindet, das sind die
Sprachfamilie, das ist das,
worüber wir dann gleich sprechen werden, die
Ursprünge der Kiewerus, das
ist der Glaube der Orthodoxie und
natürlich die gemeinsame Geschichte im Zarenreich und in der
Sowjetunion. Und Kappeler bringt dann noch das Bild von den
Halbbrüdern, das wären sozusagen
dann die Westukraine, die über
Jahrhunderte von Polen
Litauen beherrscht wurde und
gewisse, ein Teil anderer Geschichte
und Prägung erlebt hat. Oder eben auch
Belarus, was natürlich auch sozusagen den
Ursprung teilt und dann aber einen anderen Weg gegangen ist.
Ja, und dann gibt es noch den bösen Cousin,
das ist das schon erwähnte Pol,
das dann eben eine wesentliche Rolle
spielt. Ja, und ich fand es auch ganz interessant mit den
Großrussen und den Kleinrussen, das ist natürlich
dann so konnotiert, der große Bruder und der kleine Bruder,
und dass der große Bruder dem kleinen natürlich sagt, wo es jetzt hier lang geht
und wie er sich zu benehmen und zu verhalten hat. Aber die
ursprüngliche Idee, das war mir gar nicht klar von
Grossrusse und Kleinrusse,
Kleinrussland ist die Entfernung zu
Konstantinopel. Also der kleinrussische
Bruder ist eigentlich so der wichtigere,
weil der ist nämlich näher dran an dem
Zentrum der orthodoxen Christenheit, an den
Patriarchen von Konstantinopel, während der Grossrusse
sozusagen im großen Raum in der größeren
Entfernung sitzt. Also klein
bezog sich auf kleinere Entfernung. Und
diese Bedeutung für Orthodoxie und
Kirchensitz, den Glauben der wird
natürlich heute auch immer wieder eine
große Rolle spielen. Und vielleicht muss man noch eine Sache
klären, sprachlich, das für uns,
für die meisten Leute in Deutschland wahrscheinlich verwirrend ist, ist
das mit dieser Rus und Russland. Das
schmeißen wir dann alles gerne in einen Topf, aber das
sind sozusagen unterschiedliche Begriffe, die es
im Russischen eben heute auch gibt. Z.B. unterscheidung
zwischen ruski und
rassiski oder ruskie und
rassianie. Also das eine sind sozusagen die
ethnischen Rußen und das andere sind
die Einwohner Russlands,
also die zugehörig sind zu dem
Herrschaftsbereich, wenn man so will. Und deswegen gibt es auch
die Rus sowie die Kiewer Rush und es
gibt Rassiya, also den russischen Staat,
das Imperium, wenn man so will. Also
in der entsprechenden Literatur, deutschsprachigen Literatur
über russische Geschichte wird es dann immer
versucht auszudrücken mit russisch und
russländisch. Also man sagt
dann üblicherweise nicht die russische Föderation, wie
das normalerweise übersetzt wird, sondern eben die
russländische Föderation, um das so ein
bisschen auszudrücken, diesen Unterschied
zwischen Ethnie und zu sagen, also wenn man so will,
Nationalität und Staatsbürgerschaft oder diese zwei
Dimensionen irgendwie klar zu machen. Und es gibt
sozusagen diesen etwas altertümlichen
Begriff für die nicht Rußen,
sondern sagen wir mal historisch die Rußen, also alle, die
irgendwie aus diesen Bereichen der Rus
kamen, dass eben lange eigentlich so bis zum
Zarenreich bei uns oder bis zum 20. Jahrhundert
als Routinen bezeichnet wurden. Damit
kann heute sicher auch niemand mehr was anfangen. Und wo
das jetzt alles herkommt, da vertraue ich
jetzt voll auf
meine Kollegin
Zollweig,
die Mediävistin ist.
Also ich kann ja immer mich zurückziehen und ich habe ja gar nicht Geschichte
studiert, ich habe Kulturwissenschaften studiert und
da da krankt es natürlich manchmal daran,
dass man jetzt hier nicht grundständig einmal komplett die ganze
Geschichte eines bestimmten Raums durchgearbeitet
hat. Wie ist es denn bei dir mit der Epoche
des Mittelalters? Du hast das Wissen jetzt unsere
Hörer noch nicht, weil wir die Folge noch nicht
ausgestrahlt haben, das werdet ihr
demnächst dann hören. Zollweigs, genau. Definition,
was eigentlich Mittelalter bedeutet. Aber hast du in
deinem Studium dich außer mit
Staufern
auch mal mit
Rurikiden beschäftigt?
Solveig: Mit Rurikiden und
Varägern tatsächlich ja,
aber nicht in meinem
Mittelalterstudiengang. Das fand ich
eben ganz interessant. Wie gesagt, du hast es schon angesprochen, wir haben ja
unsere Folgen mit ein bisschen Vorlauf produziert
schon. Und ich weiß noch, dass ich das letzte Mal
saßen wir zusammen und wir haben über Mittelalter
gesprochen und wie spätere
Zeiten das Mittelalter genutzt haben, um ihre Gegenwart zu
legitimieren und jetzt kommen wir wieder zusammen,
um darüber zu reden, wie andere Epochen
ihre Vergangenheit benutzen, um Gegenwart zu
legitimieren. Und da hatten wir auch schon über die Kiewer
Ruß gesprochen. Das ist hängen geblieben. Ja,
du hattest mich darauf angesprochen, ob die Kiewer
Ruß beinhaltet oder behandelt werden in der
Mediävistik. Und da musste ich dir schon
sagen, nein.
Zumindest nicht von klassischen Mediävisten, die sich vor
allem auf Westeuropa fokussieren, sondern
die Kiewer sind für diejenigen von
Interesse, die Osteuropa Studien
betreiben und für Leute, die
Byzantinistik betreiben. Und ich habe tatsächlich in
meinem Studiengang, im Bachelorstudium aus
Interesse ein paar
Byzantinistik Seminare besucht. Und
da gab es dann tatsächlich auch ein Seminar zu
den Kiew Farus und zu der Idee des
dritten Roms, worüber wir heute dann auch sprechen werden.
Was ich jetzt ganz spannend fand, diese Themen
wieder rauszuholen für heute.
Das ist aber auch so ein kleiner Disclaimer. Ich bin, wie
gesagt, Mediävistin. Meine
Fähigkeiten liegen nicht in
Osteuropa.
Daniel: Aus deiner Definition vom Mittelalter war Osteuropa nicht mit drin. Das
war genau, das liegt daran,
das werdet ihr dann noch hören. Ein bisschen komische Situation.
Werdet ihr dann noch hören. Habe ich nicht dran gedacht. Dann hätten wir
natürlich das als Vorlauf veröffentlichen können. Da
Solberg meinte, Mittelalter ist nicht nur eine zeitliche Epoche,
sondern auch eine räumliche, wo man dann
sozusagen, zumindest aus unserer Perspektive,
Osteuropa quasi. Die haben
andere Epochen.
Solveig: Die haben andere Epochen und vor allem haben sie auch eine andere
Sprache. Und da können wir vielleicht dann auch
jetzt.
Daniel: Aber die Franzosen auch. Trotzdem dürfen die dabei sein bei unserem
Mittelalter.
Solveig: Ja, aber die reden ja Latein.
Stimmt, das ist es ja.
Daniel: Latein meinst du?
Solveig: Latein ist. Die Latein sprechen
in den Quellen schon. Und die
Kiewer. Vielleicht kommen wir dann zu dem Thema.
Also wie gesagt, ich musste mir das auch alles noch mal
anlesen. Ich bin da keine Expertin. Das heißt, wenn mir hier
irgendwelche Fehler unterlaufen, tut mir das leid.
Und man wird schon daran feststellen, dass ich es nicht kann, weil ich die Namen
nicht richtig aussprechen.
Daniel: Dabei kann ich dir dann helfen. Meine Sprache ist definitiv nicht
Latein, aber mit russisch habe ich kein Problem.
Solveig: Genau, da ergänzen wir uns sehr gut. Das habe ich schon in der Vergangenheit
immer erfahren können.
Genau, wenn wir zu den Kiewer kommen, das
ist im Grunde die Bezeichnung für die
Gruppe, die dort lebt, was wir heute
mit der Ukraine, ja, Weißrussland
und zum Teil auch das westliche Russland
so bis bis auf der Linie von Moskau
bezeichnen können. Dort haben sie
gesiedelt. Ich finde es ganz spannend mit den
Kiewer Rus. Die kommen ja nicht einfach so. Die sind nicht einfach
da. Und bis heute ist es auch in der Wissenschaft
nicht so ganz sicher, wo die eigentlich ursprünglich hergekommen
sind.
Daniel: Denn dieses Gebiet, da gab es vorher keine
Leute.
Solveig: Ja doch schon, aber die sind immer, also
dieses Gebiet dort ist sehr stark
von Migration beherrscht worden. Das
erste Mal tauchen dort oder Beschreibung von
Menschen nördlich des Schwarzmeerraums finden wir
bei Herodot 500 vor Christus schon. Und er beschreibt
da die Skythen, die er als
ein für ihn barbarisches, also nicht
griechisches Reitervolk beschreibt.
Und ja, es gibt archäologische Untersuchungen von
diesen Skyten. Die wandern aber ab,
als dann eben ja so
grob dritten, vierten Jahrhundert die Goten
kommen, wo auch da bis heute nicht ganz klar ist, wo die Guten
jetzt eigentlich herkamen. Also da gab es auch lange die these, dass
die aus Skandinavien stammen. Das ist
mittlerweile wird es hinterfragt.
Dann kommen im fünften Jahrhundert die Hunden, die
die Guten vertreiben und dann gehen die
Hunden auch wieder weg, nachdem Attila
an einem Blutsturz verstorben ist.
Und irgendwie kommen dann, nachdem die
Hunnen und die Goten dort nicht mehr le
die Rußen dorthin. Und auch da ist
es eben nicht ganz klar, wo sie herkommen. Es gibt die these,
dass sie da irgendwo in den Wäldern und Wiesen schon
gelebt hätten.
Daniel: Was sind das jetzt für Bilder?
Solveig: Ich weiß es auch nicht. Man liest das und denken vom Baum.
Daniel: Runtergefallen.
Solveig: Dass sie da irgendwie auf Bäumen gehaust haben, während die Hunde da
gelebt haben. Nein, also es gibt eben diese, die
these, sind sie eben autochthon oder nicht autochthon? Das
bedeutet, sind sie dort immer schon gewesen
oder sind sie eigentlich eingewandert? Und man geht
davon aus, dass sie eingewandert sind und zwar über den
Balkan. Aber wo sie da vorher herkam,
weiß man auch nicht. Und das ist so typisch. Wir befinden uns eben
jetzt hier im fünften Jahrhundert nach Christus,
also ganz klar in der sogenannten
Völkerwanderungszeit, wo ja viel migriert
wurde. Und auch da weiß man eben nicht, sind diese
diese Rußen sind, ist das eine ethnische
Gruppe, die wandert zusammen
oder sind das verschiedene Ethnien, die sich auf dem Weg treffen
und eine eigene Identität.
Daniel: Darstell über bestimmte Epochen, so den
Vorhang des Schweigens.
Solveig: Also es ist eben und der Grund, warum ich das eben
jetzt hier so ausführlich erzähle, ist, um klar zu
machen, man weiß eben sehr, sehr wenig über
diese Rus und man weiß nicht genau, wo sie
herkommen. Und es scheint eben tatsächlich, dass das
verschiedene Ethnien waren, die hier zusammengekommen sind. Also
es gibt nicht diese reine Ethnie,
die eine Gruppe irgendwie dahin gewandert ist, sondern das
waren verschiedene Gruppen, die sich dann eben entschieden haben, dort
zusammen zu leben.
Daniel: Gilt das nicht für uns alle?
Solveig: Ja, genau. Aber im Zuge von
steigendem Nationalismus und
Geschichtsvereinnahmung möchte ich das noch mal
betonen, dass das eben alles nicht so einfach
ist. Und um es noch komplizierter zu
machen, jetzt haben wir eben ab diesem, ab dem
fünften Jahrhundert ungefähr eine Gruppe, die dort
lebt und eine eigene Identität
entwickelt. Und jetzt kommen so im
achten Jahrhundert auch noch die Wikinger dazu,
denn die Wikinger expandieren ja gerade im achte
Jahrhundert. Die kommen nach, in die Normandie, die
kommen nach Paris und sie kommen auch nach
Konstantinopel. Und unterwegs auf
ihrem Weg den Don hinab, um nach Konstantinopel zu kommen,
siedeln sie auch dort, wo eben diese
Rus sich angesiedelt haben und erobern
Gebiete scheinbar. Das bedeutet also, hier haben wir
jetzt noch mal einen weiteren ethnischen Einfluss, wenn wir ihn so
bezeichnen möchten, nämlich die Wikinger, die dann
aber eben jetzt hier nicht Wikinger genannt werden.
Interessant, interessanterweise, sondern man spricht von den
Varägern, manchmal auch von den
Normannen. Genau die. Aber
die Normannen sind eben die Wikinger, die
in Nordfrankreich sich ansiedeln und dort die
Normandie gründen.
Daniel: Ich weiß, aber die gehen ja gleich weiter noch.
Solveig: Genau, aber ich wollte es auch nur noch mal für unsere Zuhörer noch
mal klarstellen, dass das unterschiedliche Leute
sind. Und bei diesen Varegern ist es eben ganz
interessant, die schaffen es eben tatsächlich nach Konstantinopel
und stellen dort auch die fast, also im Grunde
Leibwache der byzantinischen Kaiser. Das ist
dann immer die Varega Garden. Also da hat man eben
diesen Begriff auch. Und jetzt kommen wir
tatsächlich aus dieser grauen Vorzeit, wo ich von
Jahrhunderten und vielleicht und eventuell spreche, tatsächlich das
erste Mal, dass wir diese Kiewer Rus mit
Namen und Daten fassen können, zumindest
einigermaßen, ist es ja 862,
wo wir nämlich den Herrn Rúrik haben.
Und da kommen wir nämlich zu den Rurikiden, von denen du eben schon
gesprochen hast. Und dieser Rúrik
hat zwei Brüder und stammt
selbst von den Varägern ab. Und
jetzt wird es schon wieder ein bisschen ungenauer, denn
diesen Rúrik und seine Brüder, da gibt es
nicht so richtig wirklich Hinweise, dass es ihn wirklich gegeben
hat. Den einzigen Hinweis zu ihm haben wir aus
der Nestor Chronik. Das ist so die
einzige Quelle aus der Zeit, die aber auch
deutlich später erst aufgeschrieben wurde und auch sehr darauf
hinzielte, eine gemeinsame Identität zu schaffen und
nicht unbedingt die verlässlichste Quelle ist. Sie
wird aber immer wieder rangezogen, weil es eben die einzige ist.
Und eben Nestor schreibt in dieser Chronik von
dem Rúrik, der eben angeblich von
diesen Ruß gerufen worden sei, es
gab da Streitigkeiten zwischen zwei Gruppen
und die sollten jetzt dadurch beseitigt
werden, dass man einen externen holt, der dann für
sie regiert. Und das befriedigt
und befriedigt, befriedigt vielleicht auch.
Und das ist dieser Rurik. Und auf
die Berufen sich dann eben auch später alle
Herrscher über die Kiewerus und dann auch die
Moskowiter, weil diese Dynastie
eben erhalten bleibt bis,
ich weiß es gar nicht, ich glaube bis zum Schluss.
Daniel: Über die Ryrikiten.
Solveig: Ja, bis die Romanovs kommen, oder?
Daniel: Ja gut, dann gibt es da so ähnlich wie im Westen dieses
Interregnum. In Russland ist es die
Zeit der Wirren und dann kommen die
Romanoffen, dann wird alles wieder gut.
Solveig: Und dieser Rúrik herrscht auch
zunächst in Novgorod, das ist so die
älteste Stadt, das älteste
Herrschaftsgebiet, das wir eben greifen können, der
Kiew. Und 20
Jahre, nachdem er dort eben zum Großfürsten berufen
wurde, verlegt er schon die Hauptstadt
von Novgorod nach Kiew. Und warum tut er
das? Weil Kiew so nah an
Konstantinopel liegt. Also da wird eben tatsächlich
schon dieser Bezug auf Konstantinopel, die nur ja eben schon
angesprochen hast, deutlich, dass man ihr eben
versucht, näher an das
Zentrum des Handels und der
Politik in dem Raum und der Religion auch
zu kommen, obwohl die
selber noch gar nicht christlich sind. Das passiert erst
später, nämlich unter der
Großfürstin Olga.
Die übernimmt nämlich 945 die
Herrschaft für ihren Sohn. Und da kommen wir nämlich zu den Namen, die ich
nicht so gut aussprechen kann.
Swatoslav.
Und Olga orientiert sich eben sehr stark Richtung
Konstantinopel, und zwar auch so weit, dass sie 10
Jahre später, 955, zum
orthodoxen Glauben konvertiert in
Konstantinopel. Also sie lässt sich tatsächlich in
Konstantinopel taufen. Wo wir
eben schon ganz klar diese.
Daniel: Es gab doch noch dieses Auswahlverfahren, oder?
Solveig: Dieses Auswahlverfahren, ja.
Daniel: Ich erinnere mich jetzt gerade nicht, welcher Fürst es war, der
da sich sozusagen so eine Dreiergruppe eingeladen
hatte, die ihm mal ihre Religion vorstellen.
Weißt du, wer das war?
Solveig: Ne, ich kenne die Geschichte, aber die ist leider nicht so
echt?
Daniel: Nein, aber die ist doch toll.
Solveig: Die ist wahnsinnig toll.
Daniel: Fällt mir halt der Name gerade nicht ein, weil ich mich so verlassen habe auf
deine
Vorbereitungsintensität hier.
Dass er sich da wie
Katholiken,
Evangelische gibt es ja noch nicht,
Orthodoxen und ich weiß nicht, wer noch Muslimen wahrscheinlich
eingeladen hat, um zu gucken, welche Religion denn vielleicht am
interessantesten wäre. Keine Ahnung, wen er bis dahin
angebetet hat und sich dann entschieden
hat, die Orthodoxen haben die schönsten Kirchen oder
die, keine Ahnung, sind am attraktivsten, oder
Konstantinopel finde ich am besten,
mit denen möchte ich mich gut verstehen. Und wir nehmen das, also es wird.
Solveig: Wahrscheinlich Wladimir gewesen sein, der hat nämlich dann, der
ist tatsächlich endgültig zum orthodoxen Glauben übergetreten.
Daniel: Genau, dann ist das diese große Taufe der Kiewerus.
Solveig: Aber der Grund, warum ich Olga noch eingebracht habe, ist, weil sie eben die
erste ist, die diesen Bezug schafft. Und das ist
jetzt eben nicht unbedingt, also wir lesen immer von
Taufen, vor allem im Frühmittelalter, das
machen die, das Land wird getauft, das Land wird getauft. Das ist nicht
unbedingt so zu sehen, dass die wirklich jetzt überzeugte Christen sind
und anerkannt haben, dass Jesus Christus ihr Herr und
Erlöser ist. Vielleicht auch, aber das hat auch
viel mehr damit zu tun, dass sie sich dadurch Handlungsräume
eröffnen, Handelsräume, politische Entscheidung könnte man,
und das ist eben ganz interessant, die Polen machen das auch.
Und die Polen konvertieren eben bewusst nicht zum
orthodoxen Glauben, sondern zum katholischen Glauben. Das ist eben
auch ganz interessant, für wen sie sich da
entscheiden. Und Olga ist wie gesagt
Regentin, ihr Sohn übernimmt
später die Herrschaft und er
macht das auch sofort wieder rückgängig. Also er schafft
den Glauben wieder ab und kehrt
auch zur slawischen Religion zurück, von der
wir eben leider auch nicht viel wissen, wie die jetzt ausgesehen
hat.
Daniel: Wir haben wahrscheinlich so einen ähnlichen Aufbau gehabt wie wir auch.
Jemand für Donner, jemand für Liebe, jemand für den
Krieg.
Solveig: Also da gibt es eben auch immer so Überlegungen, wie die
slawische Religion aussah, aber da gibt es eben auch keine
wirklichen sicheren Hinweise für. Auf jeden Fall,
Svatoslav macht das eben rückgängig
und erst
988 der Sohn von
Swatoslaw, das ist eben dieser Wladimir, der tritt
dann tatsächlich endgültig zum orthodoxen glauben
über. Und was tut er? Das
ist das Beste, passt so schön in unser Thema
hinein. Er heiratet. Und weißt du, wen er
heiratet?
Daniel: Bestimmt hat er sich eine Prinzessin aus Konstantinopel geheiratet.
Solveig: Ja, und das Best, das ist, das.
Daniel: Finde ich schon Hammer, oder? Ja, vor allem bei
Konstantinopel jetzt Richtung Kiew.
Solveig: Weißt du, welche Prinzessin er bekommen hat?
Er hat Anna bekommen. Anna
Porphyrogenic.
Daniel: Normalerweise etwas kompliziertere Namen, ne?
Solveig: Die Frauen in Byzanz nicht. Er hat Anna bekommen und
das Otto
i. Kaiser der
Römer im Westen, hat Anna Porfiro
Geneta angefragt für seinen Sohn und hat sie nicht
bekommen. Nein, nein, nein, der Kaiser hat gesagt,
du kriegst die nicht, du bist nichts wert.
Der hat ihr dann ja diese Nichte hingeschickt,
Theophanu, und gesagt, du kriegst hier
die Nichte. Und er hat Anna, hat er nach
Kiew geschickt. Ist ja der Hammer,
das muss man sich mal klar machen, dass die Kiew kriegen die
purpur geboren und Otto der
Große kriegt nur die nicht,
die nicht mal purpur geboren war.
Daniel: Krass. Aber das hängt natürlich wahrscheinlich zum einen damit
zusammen, dass er halt so verwässerten
Glauben hat im Westen
sich auch Kaiser nennt, wo doch eigentlich der echte
Kaiser halt in Konstantinopel sitzt. Also den muss man jetzt
nicht auch aufwerten.
Solveig: Genau, also man hätte da tatsächlich eben diesen Kaiser
Anspruch von Otto unterstützt, was die
Byzantiner grundsätzlich abgelehnt haben
und was auch noch dazu kommt, dass die Kiewer
Rus militärisch Unterstützung gegen die Bulgaren
geschickt haben, die dort für Byzanz ein
Problem wurden. Und das ist dann eben
auch der Moment, wo dann auch diese Verbindung von
Konstantinopel und den Kiewer Rus immer worauf
sich zurückbezogen wird, weil eben gesagt haben wird, dass auch
Anna byzantinische Architekten gekommen
sein und dort in Kiew eben die byzantinische Bauweise
mitgebracht wurde, die byzantinische Kultur mitgebracht wurde
und eben dort eben
byzantinische Kultur eingeführt
wurde. Ja, zur gleichen Zeit bzw. Ein bisschen Früher haben
ja auch schon die Missionare kyrill und Method, die
dort hingeschickt werden und die kyrillische Schrift
entwickeln, was ich eben auch ganz interessant finde,
da hier eben auch diese
Kulturverbindung zwischen Griechen und
Slawen stattfindet
und dieses Alphabet auch geschaffen wird, das
kyrillische eben als
Religionsschrift, um die
slawische Religion möglich zu machen, ist das
auch noch mal hier diese religiöse Verbindung.
Jetzt machen wir einen großen Sprung in
das Jahr 1207 und dreiig.
Daniel: Das sind jetzt, wie viele Jahre sind wir gesprungen?
Solveig: Knapp 300, also bis
250 und 1207
und dreiig bis
1240 passiert das, was man in den Quellen vielleicht
heute nicht mehr den Mongolensturm nennt.
Daniel: So ist das pejorativ?
Solveig: Ich glaube schon, ja.
Daniel: So wie Flüchtlingswelle.
Solveig: Ja, oder Türkenkriege. Das wird auch mittlerweile nicht mehr
verwendet.
Daniel: Dieser Begriff Mongolensturm klingt wir haben
doch Respekt vor den Mongolen.
Solveig: Ja, und dieser Mongolensturm ist
eben passiert vom Enkel
von Dschingis Khan, das der
Batu kommt,
die goldene Horde. Und auch da, ich dachte immer, dass auch
goldene Horde so peor ist und da wurde mir erklärt,
nee, das ist ein Eigenbegriff. Also die nennen sich selber so,
wo ich immer an Horde, immer so an wilde Barbaren
denke.
Daniel: Das sind dann wahrscheinlich eben unsere. Der Begriffswandel,
der bei uns halt stattfindet.
Solveig: Im Laufe der Zeit, habe ich auch
letztens gelernt, Horde kommt von dem
Jurtbegriff, also von den Zelten, in denen die
leben, also beziehungsweise dann auch ihre
Kriegszelte. Kommt irgendwie, leitet sich davon
ab. Egal, auf jeden Fall, die
Mongolen erobern dieses
Großreich, dieses Kiewerus, wo man noch mal
dazu sagen muss, glaube ich, die Kiewerus sind
kein Nationalstaat, kein zusammenhängendes Reich, sondern
setzen sich aus mehreren Großfürstentümern zusammen,
wo eben das Großfürstentum
Kiew, das zu dem Zeitpunkt wohl
auch mächtigste und einflussreichste ist. Aber es
gibt eben noch andere Großfürstentümer.
Daniel: Jetzt muss ich mich gerade irritieren, sind die alle Großfürsten?
Solveig: Es gibt Großfürsten.
Daniel: Großfürst ist der, der sozusagen sich da als der
wichtigste etabliert.
Solveig: Ja, da muss ich gestehen, das habe ich auch nicht so richtig verstanden.
Daniel: Z.B. als Moskau dann diesen Rang bekommt, die sind erst
Fürsten und dann werden sie
Großfürsten, haben den Anspruch quasi da die
Anführer zu sein.
Solveig: Ja, aber irgendwie, es gibt eben den Großfürsten von Kiew und dann gibt es den
Großfürsten von Tvern. Also es gibt mehrere
Großfürsten und die
wählen dann irgendwie, die haben irgendwie auch so ein Nachrückverfahren, wer
dann anführt. Also es ist ganz, ganz spannend.
Aber da habe ich mich jetzt nicht so.
Daniel: Ich kann es mal nennen, ich habe es mir jetzt hier aus dem Buch von
Kappeler rausgeschrieben. Also dass wir sozusagen. Die
Rus hat ursprünglich so fünf.
Sind es fünf Fürstentümer? Also natürlich Kiew
sowieso, aber dann drumherum Wladimir
Suzdal, die werden wichtig. Also aus
Wladimir Suzdal wird dann sozusagen Moskau
ausgegründet als neues kleines
Fürstentum. Also die teilen sich so ein bisschen auf. Und dieses
Fürstentum Moskau ist kleiner als die Stadt heute, ist
sich jetzt nicht so viel darunter vorstellen. Dann gibt es
das Fürstentum Halic
Wolhynien, vor allem Halitsch, das ist das, was
wir dann später als Galicien bezeichnen.
Dann gibt es eben die wunderbare alte Stadt
Novgorod, dann gibt es Polot, das
ist, wenn mich nicht alles täuscht, heute in Belarus zu finden.
Und Tschernihiv. Das sind sozusagen die
klassischen Fürsten der Rus, die
sich dann noch mal aufteilen. Zweifel später. Genau,
Entschuldigung.
Solveig: Nee, nee, alles gut.
Und unter diesem Mongolensturm wird eben vor allem
auch das Großfürstentum Kiew erobert.
Und man muss das aber so sehen, auch die
Mongolen erobern nicht und gliedern das
quasi in ihr großes Reich ein, sondern sie machen das,
wie auch schon früher das im
Perserreich üblich war, wie das auch Alexander der Große gemacht
hat.
Daniel: Man sagt, die Osmanen auch so
ähnlich.
Solveig: So ähnlich machen das später auch die Osmanen, dass dann eben
gesagt wird, ihr behaltet eure Herrscher, aber ihr
zahlt uns Tribut und solange ihr Tribut
zahlt und in unserem Militärdienst
eintretet, ist alles in Ordnung und dann lassen wir euch in
Ruhe. Und sobald ihr das eben nicht macht,
erobern wir euch. Also das bedeutet, dass
eben auch die Kiewer Rus sind dann zwar unter mongolischer Herrschaft,
bleiben aber in ihrer Identität weiterhin
Käfer Rus und werden eben nicht
mongolisch. Und das bleiben sie dann auch
tatsächlich für die nächsten 200 Jahre.
Also die goldene Horde bleibt dort ein
zentraler Machtfaktor. Dann im
fünfzehnte Jahrhundert zerfällt die goldene
Horde in mehrere kleinere Horden, einmal in
die große Horde und die kleine Horde und die rote
Horde gibt es glaube ich auch noch. Das
nutzt der, bzw. Ein bisschen
früher schon, das eine
Fürstentum, das du gerade genannt hattest.
Genau, die nutzen das nämlich, denn
das fand ich sehr schön, ich musste lachen, als ich es gesehen habe,
dass der Daniel das tut, aus diesem
Haus,
der, also das ist irgendwie so der dritte
Sohn, der dann so eine Nebenlinie begründet in
Moskau und dort dann das Fürstentum Moskau
gründet. Ich sollte Ansprüche formulieren
und habe ich jetzt aufgeschrieben? Ich glaube,
ich kann es jetzt, jetzt kann ich meine Notiz nicht lesen. Auf jeden Fall in der Mitte
des 14. Jahrhunderts wird dieses
eben das Großfürstentum bzw. Moskau ausgerufen. Die
Stadt Moskau ist schon 1147 gegründet worden, also
die gibt es schon eine Weile, ist aber eben kein Herrschaft
gewesen. Und warum werden sie
Großfürsten? Das fand ich auch sehr schön.
Daniel: Ja, habe ich vergessen.
Solveig: Ich habe mir leider den Namen nicht aufgeschrieben,
aber genau, der Ivan von
Moskau unterstützt den Khan, das ist
der Horde, militärisch
gegen einen anderen Großfürsten, ich glaube, das war der
Großfürst von Tver, der gegen die
Mongolen kämpft und sich gegen die mongolische Herrschaft
auflehnt. Und
diese Rebellion wird besiegt von den Mongolen und
zwar mit Hilfe der Fürsten von Moskau.
Und zur Belohnung für ihre militärische
Treue erklärt der Khan jetzt eben, nachdem er
zwären das Großfürstentum entzogen hat, Moskau zum
Großfürsten. Und was macht
Moskau? Erstmal
holen sie den Metropoliten aus Kiew nach
Moskau. Das ist schon mal wichtig. Hier haben wir auch eine
religiöse Verbindung, die später auch dann noch mal
betont werden wird. Und sie
fangen einige Jahre später, in den er
Jahren an, die sogenannte russische
Erde zu sammeln, indem sie nämlich
jetzt selbst gegen den Khan
militärisch ins Feld ziehen. Und es
findet eine Schlacht statt, die ich mir aufgeschrieben habe, weil es so einen schönen
Namen hat. Es ist nämlich die Schlacht vom Schnepfenfeld
1380,
wo eben das erste Mal eben gegen diese
mongolische Herrschaft rebelliert wird, wo es zu
militärischen Auseinandersetzungen kommt und eben auch
Gebiete wie Kiew, wenn
ich mich jetzt nicht vertue, zurückerobert werden
und eben dem Großfürstentum Moskau
jetzt dann eingegliedert werden.
Daniel: Also was heißt hier zurückerobert? Wie du schon gesagt hast,
diese anderen Fürsten sind ja sozusagen, sofern
man da nicht schon sich Richtung Polen
orientierte, waren die ja sozusagen mit
der Horde verbunden in der Art und Weise,
so wie du es dargestellt hast, die Mongolen da nicht direkt
sozusagen das ganze Ding alles besetzen und jetzt alles
diktieren, was da zu passieren hat, sondern dass sie eben
Tribut fordern und
militärische Unterstützung. Und solange das
erfolgt, sind die sich da alle
sozusagen selbst überlassen.
Also das jetzt sozusagen zu befreien, ist
eine Darstellung, die Moskau dann später
befördert, die russischen Lande
vom Tatarenjoch befreit hätte.
Solveig: Deswegen steht hier in meiner Notizensammlung der russischen Erde auch
in Anführungszeichen, weil das eben auch da noch mal
kommt. Auch wenn eben Moskau eine Nebenlinie
ist der Rurikiden, war ja
Kiew so gesehen nie also Teil von
Moskau. Das muss man noch mal klar machen. Das waren eben zwei getrennte
Gebiete, zwei getrennte Fürstentümer, die jetzt hier
eben quasi durch militärische Eroberung vereint
werden. Das Ende der
Mongolen bzw. Der Tataren, wie sie dann auch genannt
werden, findet dann 1480
statt, und zwar an der Ugra.
Und das ist eine irgendwo,
du bist der Osteuropa Experte von uns,
aber doch.
Daniel: Nicht in der Gegend.
Solveig: Auf jeden Fall, das Stehen an der Ugra ist
auch ein interessantes Thema, weil es
scheinbar gar nicht zum Kampf gekommen ist. Die
Heere haben sich versammelt, sie standen dort
und aus irgendeinem Grund, was bis heute auch
diskutiert wird, sind die Mongolen abgezogen
einfach. Sie sind gegangen,
umgedreht
und dadurch wurde eben dann
das, aus russischer
Sicht, die mongolische Herrschaft,
das Joch abgeworfen und man hat sich daraus, wann war
das? 1480,
da ist eben auch schon Ivan III. An der
Macht, der Großfürst von Moskau, der sich
eben auch selbst schon interessanterweise als Herrscher der
ganzen Ruß bezeichnet. Also er setzt diesen
Titel durch und damit merken wir eben auch
schon einen gewissen Anspruch, den er hier formuliert, dass er
eben sagt, ich bin nicht nur Großfürst von Moskau,
sondern alle Menschen, die
slawisch sprechen, gehören quasi zu meinem
Herrschaftsbereich. Also das wird hier schon
verwendet, um eben auch
diese Expansionspolitik
Moskaus zu erklären. Und
das wird jetzt eben ganz interessant, dass
das hier wieder religiös verwoben wird, denn
wir sind jetzt eben in den ern
ern. Das große Datum
ist zu diesem Zeitpunkt 1403 und dreiig.
Daniel: Konstantinopel fällt.
Solveig: Genau das Konstantinopel wird von Mehmed
II. Erobert und das führt zu einer
massiven Migrationsströmung wieder aus
Konstantinopel in den Norden.
Denn jetzt tatsächlich müssen wir im
Kopf behalten, die Rus waren ja zum
orthodoxen Glauben übergetreten,
und das war eben im zwölfte
Jahrhundert ein großes Politikum geworden, da wir ja den großen
Eklat haben, dass dass wir das morgenländische
Schisma haben. Orthodoxe Christen und
katholische Christen erkennen sich gegenseitig nicht mehr an,
sehen sich als Feinde. Und
jetzt haben wir eben diesen diesen großen
Schicksalsschlag. Konstantinopel wurde von Muslimen
erobert und die orthodoxen Christen müssen
fliehen. Und wo fliehen sie hin? Natürlich nach
Moskau, bzw. Ins Großfürstentum
Moskau, weil man eben dort auch den Metropoliten
sitzen hat und sagt, das ist eben
die Heimat des wahren Glaubens.
Daniel: Sozusagen auch der einzige Metropolit, der
jetzt frei ist in einem
orthodoxen Land.
Solveig: Genau, weil auch der Patriarch von Konstantinopel,
also das Haupt der orthodoxen Kirche,
eben in Gefangenschaft zu dem Zeitpunkt war. Und der
Metropolit von Moskau ist eben der einzige, der
höchste Kirchen für
würdige
Würdenträger, so der eben jetzt
hier agieren kann. Und
was auch passiert, die
orthodoxen Christen fliehen nicht nur nach Moskau, auch
wenn das ein großes Ziel ist und Ivan auch sagt
komm zu mir, nimmt sie mit offenen
Armen auf. Es fliehen auch einige nach Rom und
nach Genua. Vor allem Genua und Konzinopel waren immer
schon handelstechnisch sehr eng verknüpft.
Die Kinder des letzten Kaisers von
Konstantinopel fliehen auch nach Rom,
bzw. Nach Norditalien. Und
die Tochter Sophia
Palaiologos, bzw. Sie wird auch Zoe
genannt, findet beim Papst
Unterkunft. Sie ist fünf Jahre alt,
als Konstantinopel fällt und reist dann eben
nach Rom, wo sie dann dort erzogen wird.
Ihre Brüder reisen nach Genua
und sitzen dort im Exil. Und jetzt
kommt es wieder zu einer Heirat, nämlich
Ivan III. Mit eben dieser Sophia,
die auch Zoe genannt wird.
Daraufhin erklärt eben Ivan III.
Seine Rechtsnachfolge fast schon für
Konstantinopel, dass eben die
Kaiserkrone Ostroms auf ihn
übergegangen ist, durch seine Heirat mit eben jener
Sophia. Jetzt ist aber das
Problem, auch das ist politische
Inszenierung, das ist nicht rechtlich.
Daniel: Bindend, aber es ist schon
also handfester als so eine
Idee von Translatio imperi wir übernehmen
das Reich. Das ist korrekt,
immerhin hat es Hand und Fuß.
Solveig: Ich weiß aber, warum ich das erzähle, und eigentlich würde ich dir das auch so
überlassen, aber was ich eben rausgelesen habe, und diese Geschichte wollte ich
unbedingt erzählen, weil ich sie grandios finde. Sophia hat
eben zwei ältere Brüder und ihr älterer Bruder
verkauft in Genua sein
Herrschaftstitel quasi als Kaiser
Ostroms an irgendeinen genuesischen
Händler. Einen
genuesischen Händler?
Daniel: What?
Solveig: Ja,
weil er halt scheinbar Geld braucht in Genua, um dort zu
leben.
Daniel: Kauft ihr mein Kaisertitel?
Solveig: Ja, wenn der Händler da Bock drauf hat, egal.
Daniel: 2000 Jahre altes Kaisertum, ich verkaufe. Kauf es dir.
Solveig: Bitte schön. Na gut, er wusste auch, dass da
keine Chance ist, zurückzuerobern. Das
bedeutet, dass Sophia demnach rechtlich gesehen eben
keinen Anspruch auf die Kaiserkrone
besaß, weil ihr Bruder
das verkauft hatte.
Daniel: Aber wir hatten das nachher gekauft.
Solveig: Ich weiß nicht, das hat er behalten.
Daniel: Also wer ist denn jetzt Kaiser? Ich
weiß es nicht, vielleicht liegt das noch
irgendwo rum.
Solveig: An sich, auch Mehmet hat sich als neuer Kaiser
inszeniert, von daher hat sich auch so
die Nachfolge von Konstantin dem Großen gesetzt.
Und da er einfach das Recht der Eroberung hatte,
glaube ich, waren es dann die Osmanen.
Daniel: Naja, sind nicht christlich, das funktioniert ja
nicht. Das war offenbar nicht wichtig genug, um zu
konvertieren.
Solveig: Das stimmt auf jeden Fall. So kommt eben diese
Idee des dritten Roms, und das hatte ich ja eben schon
am Anfang Einstieg gesagt,
was ich eben wahnsinnig spannend finde, diese Idee, also
das dritte Rom bedeutet, das ist auch ganz klar,
außer Orthodoxie erwachsen die
Idee, das erste Rom ist das christliche Rom,
das ist gefallen, weil der Papst ist eben vom wahren
Glauben abgekommen. Also der katholische Glaube ist eben
ein Fehlglaube. Das zweite Rom war dann
Konstantinopel, weil dort die griechisch
orthodoxe Kirche saß, die ist gefallen durch
die osmanische Eroberung. Und jetzt ist in
Moskau das dritte Rom, weil dort eben der
orthodoxe Glaube noch gelebt wird. Wir haben den
Metropoliten, der dann auch später zum Patriarchen
erhoben wird. Und wir haben eben dann auch noch diese
kulturelle, rechtliche Translatio durch
diese Heirat mit der zoe Sophia.
Also das ist eben so dieser Gedanke.
Ivan III. Nennt sich dann auch
schon Zar, also er übernimmt diesen Titel
Zar in Anlehnung an eben Kaiser aus
dem oströmischen
Kaisertum, ist aber noch nicht gekrönt, also das
macht er nicht, aber er hat diesen Titel schon. Und
da verknüpfen sich jetzt eben diese Ideen
des orthodoxen Glaubens als der wahre Glauben, der
geschützt werden muss, mit dieser imperialen Idee
aus Rom. Und wir hatten es
eben schon, Ivan III. Nennt sich ja selbst schon als der Herr
aller aller Rus, nicht nur der moskauer
Russische. Und das wird jetzt eben verbunden, dass
er eben alle Rußen quasi unter sich
vereint im Glauben und
auch herrschaftlich. Also da
geht eben diese eigentlich nur religiöse Idee
in eine imperialistische Idee über, das
eben den Moskowitern es
zustünde, über alle Menschen zu herrschen,
die eben eine slawische Sprache sprechen und sich als
Ruß selbst wahrnehmen.
Und sein Enkel Ivan
IV. Der auch den schönen Namen Ivan der
Schreckliche erhalten hat, ist dann eben
der erste, der sich dann auch zum Zar krönen
lässt 1547. Und das
ist eben interessant. Damit beginnt zum einen die Geschichte des
russischen Zarenreiches, aber diese Krönung
findet eben auch mit typischen, oder
nicht mit denen, mit den Insignien
der oströmischen Kaiser statt, aber sie sind
inspiriert von den Insignien, mit denen sich die oströmischen
römischen Kaiser haben krönen lassen. Und auch der
Doppeladler, also das, was wir auch heute
auf russischen Wappen noch sehen, wird eben hier
übernommen von dem Doppeladler aus Ostrom. Den
haben sie dort getragen im Wappen. Und das wird jetzt
übernommen für das russische
Zarentum. Und damit ist jetzt eben auch
diese.
Daniel: Österreichischen Freunde auch benutzt.
Solveig: Genau, es ist nicht so eigen. In Albanien wird er
auch benutzt.
Daniel: Warum eigentlich?
Solveig: Das weiß ich nicht tatsächlich.
Ich glaube, das hat auch damit zu tun.
Daniel: Aber auch noch.
Solveig: Ja, also ich wusste es mal, aber ich habe es leider
vergessen, warum dort auch. Aber der Doppeladler wird eben
dort auch immer benutzt mit diesem Idee, diesem Rückgriff auf diese
imperiale Idee. Und das passiert jetzt hier
auch in Russland mit der Gründung des
Zarenreiches. Und das ist dann eben tatsächlich auch der
Schritt, wo wir eben diese Idee, diese
imperialistische Idee ausgelebt
sehen. Was ich aber ganz interessant finde, jetzt haben wir
auch wieder nur eigentlich russische Geschichte besprochen.
Daniel: Ja.
Solveig: Die Region, wie gesagt, man hat diesen
Anspruch, wir herrschen über alle
Rus, aber die Ukraine,
beziehungsweise große Gebiete und auch Kiew zu dem
Zeitpunkt gehören gar nicht zum zum Kaisertum,
also zum russischen Zarenreich, sondern die gehören wem
anders, nämlich eigentlich Litauen, denn
die haben schon den mongolen Sturm
da im 13. Jahrhundert genutzt, um gewisse Gebiete selber
zu erobern. Und
der Großteil der heutigen Ukraine gehörte das zu
dem Zeitpunkt, zur Gründung des Zarenreiches nicht
zum Zarenreich. Was ich eben ganz interessant
finde, auch mit diesem historischen Anspruch. Ja, die Ukraine
war ja immer schon Teil von uns. Ne,
war sie nicht.
Daniel: Also sowieso, wenn man jetzt die Grenzen der heutigen
Ukraine anguckt, dann wird es ja richtig
kompliziert. Alle Teile
davon jetzt noch mal historisch zurückführt. Also ein großer Teil
der Epoche, von der wir jetzt sprechen, sind da eh noch die
Tataren. Also die ganze
Südukraine und vor allem die Krim sind ja
tatarisch, also sozusagen die europäisierten
Mongolen und die sich
natürlich den Herrschern des osmanischen reiches unterstellt
haben und nahe fühlen. Und dann gibt es
eben da Litauen, das der größte Player ist
in dieser Hood,
das man sich meist natürlich auch so nicht auf dem
Schirm, wenn man jetzt osteuropäische
Geschichte sich nicht so angeguckt hat
und das heute nur so ein kleines
Land im Baltikum vor Augen hat.
Nein, das ist es nicht. Also es war eine
Großmacht in dieser Epoche, die
dann zusammengeht mit dem Königreich Polen,
das deutlich kleiner war als das Großfürsten
Litauen und sich dann aber beide
verbinden und da eben die Großmacht
schlechthin eigentlich sind und dann eben vor allem für
Moskau auch zur Bedrohung werden und
zum bösen Gegenspieler aus deren Sicht. Ja, ich fand es jetzt
interessant, also du sprachst von Moskau aus dem dritten Rom, ich
glaube, das haben wir alle verstanden. Und von dem
Jahr 1547, was war da noch passiert?
Solveig: Da ist Ivan IV. Gekrönt worden.
Daniel: Ja, genau. Ivan IV. Der Schreckliche, der,
wenn man das jetzt, also man kann es auch übersetzen mit
der Gestrenge.
Solveig: Ja, das habe ich auch gelernt tatsächlich, dass die
Auslegung.
Daniel: Aber der war glaube ich tatsächlich auch unsympathisch. Also man wollte, glaube ich, mit dem jetzt
nicht aneinander geraten. Also schrecklich ist sicher auch nicht ganz
falsch. Krassen Geheimdienst aufgebaut,
so eine Schlägertruppe. Der Gestrenge ist
dann eher positiv gewendet, weil er das Ganze in
irgendwie ordentliche Bahnen gelenkt hat und Gesetze
erlassen hat, so was wie Rechtsstaatlichkeit
brechen möchte geschaffen haben. Aber
die wurden dann eben auch krass umgesetzt, wenn ihm das nicht gepasst hat.
Ja, und ich habe mich nämlich gefragt, weil ich gelesen habe, dass
1547 auch eine Heiligsprechung gab in der
orthodoxen Kirche von Moskau, nämlich das Alexander
Daniewski heilig gesprochen wurde. Hast du von dem mal
gehört?
Solveig: Nein.
Daniel: Ne. Alexand ist
der Star des russischen Mittelalters, also
der Fürst schlechthin. Was glaubst
du, womit hat er das verdient? Heilig
gesprochen zu werden?
Solveig: Heilig gesprochen zu werden. Als Missionar ist er zu irgendwem
hin und ist dann gestorben
und ist dann.
Daniel: Für seinen Glauben gestorben und war so ein frommer
Mensch. Nein, in der Orthodoxie muss man nicht fromm
sein.
Solveig: Ja, das weiß ich.
Daniel: Für seinen Glauben sterben, um heilig gesprochen zu
werden. Nein, man muss Kriege gewinnen.
Solveig: Das wäre meine zweite Vermutung gewesen.
Daniel: Alexander Schneewski war, der hat seine Karriere in
Nowgorod angefangen, Fürst von Nowgorod
und der macht so was ähnliches wie das, was du vorhin beschrieben hast.
Der lässt sich dann vom Kahn der goldenen Horde
zum Großfürsten ernennen, sticht er
seinen Bruder aus, aber vor allem
kämpft er gegen die Schweden
und besiegt 1240 bzw. 42
die Schweden und den deutschen
Orden. Eine sehr
populäre Figur. Also das Feindbild, also ganz
klar das Tatarenjoch und die bösen
Mongolen, die sind eigentlich da die meiste Zeit immer
die Freunde, mit denen man sich verbündet und der Feind kommt von
Westen. Und ich erinnere mich sogar, dass wir im
Museum so ein Plakat hatten aus dem zweiten Weltkrieg, wo so eine
Kontinuität geschaffen war, so ein sowjetisches Plakat,
wo so eine Kontinuität geschaffen wurde. Also Alexander der
Newski besiegt den deutschen Orden,
dann im siebenjährigen Krieg schlagen sie die Preußen
und dann Stalin natürlich schlägt
Nazideutschland zurück. Ich
fand es ganz interessant, weil es gibt übrigens
auch einen Alexander Newski Orden, natürlich später gestiftet
im Zarenreich im achtzehnte Jahrhundert und von
Stalin wiederbelebt. Genau diese
Kontinuität eben dieser Held und Putin hat
2010 diesen Orden auch wieder erneuert. Ja, also man
kann jetzt wieder in Russland den Alexander Newski Orden
bekommen. Übrigens auch die erste orthodoxe.
Es gibt natürlich ganz viele Alexander Newski Kirchen und
Kathedralen und auch die erste orthodoxe
Kirche Westeuropas, die wo steht?
In Potsdam, da wo die
Alexandrowka ist, dieses russische Fake Dorf aus
dem neunzehnte Jahrhundert. Und
daneben wurde dann eben eine kleine Alexander Newski
Kirche errichtet, dass
man so nebenbei, weil wir hier in Berlin sitzen, also für die
wahrscheinlich die meiste Hörerschaft sich derzeit
auch noch hier in Berlin und der Nähe aufhält.
Da kann man mal hin pilgern. Ich fand es ganz interessant,
weil Kappelein sein Buch hier über die ungleichen
Brüder, zwei Fürsten quasi vergleicht und
so gegenüberstellt für die Entwicklung
dieser südlichen Ruß, also sprich
teils der Teil der Ukraine heute und eben
der nördlichen Rus mit dem Zentrum in
Moskau. Das ist eine ist eben Alexander
Newski für die russische Entwicklung,
der die Feinde von außen abhält
und die Rus schützt vor dem vor den
Bösen. Und der andere ist
Wladimir, nein
Daniel oder
Danilo. Und Danilo
regiert in dem Teil, den wir dann
Galizien nennen, also Halic,
ein Teil der Rus, da ist er der Fürst
und teilratet nach Ungarn rein,
möchte gerne mehr gen Westen sich
verbünden und verbinden. Und
da wollte ich eigentlich jetzt noch eine Testfrage für dich machen.
Ist schon klar, über wen ich jetzt gerade hier spreche. Er ist der einzige, der
vom Papst mal den Titel Rex
Russia bekommen hat. Also
Danilo, Fürst von Khalid bzw.
Galicien ist eigentlich der König
Russlands, wenn es nach dem Papst geht. Ist aber das
einzige Mal, dass das passiert ist und es hat auch nicht gekommen, weil der wollte
natürlich trotzdem nicht katholisch werden und überhaupt.
Und er hat dann einige neue Städte
gegründet, unter anderem eine Stadt,
die er nach seinem Sohn Lev benannt hat
und die wahrscheinlich viele kennen, die heißt auf Deutsch
Lemberg und auf ukrainisch
Lwiw. Und ein anderer Sohn, dessen
Namen ich jetzt nicht rausgesucht habe, hat die letzte
Babenbergerin geheiratet.
Erinnerst du dich an die Familie Babenberg? Das war
Gertrude von Österreich, wo wir noch mal bei
den Hochzeiten waren. Und der hat
auch mal kurz versucht, dann seinen
Anspruch auf das Herzogtum Österreich
durchzusetzen. Also um ein Haar
wäre Danilo am Ende noch deutscher König und römischer Kaiser
geworden und seine
Dynastie hätte sich dann durchgesetzt, womöglich im reich.
Nein, so ist es natürlich nicht, aber immerhin,
der bleibt bis 1323, bleibt seine
Familie Herrscher über Galicien,
bevor das dann, da hat man dann wieder blöd
eingeheiratet, bzw. Die waren ausgestorben, also war es ihnen
egal, an Polen Litauen
fällt. Und das ist auch ganz interessant. Also
wie gesagt, Polen und Litauen sind ja, bis
sie dann ganz offiziell als Länder auch vereinigt
werden, eben zwei Herrschaftsgebiete, die einfach nur den
gleichen Fürsten gehören. Und man teilt dann diese
russischen Territorien eben auch
auf. Also das, was heute hauptsächlich
Belarus ist, gehört eben dann zu Litauen
und diese West Ukraine, also bzw.
Galicien, das gehört dann eben zu Polen.
Das Erbe, dieser Rust, das einem da anheimgefallen ist,
dann auch mal aufgeteilt auf diese beiden
Herrschaftsgebiete, das natürlich im Endeffekt dann auch wurscht ist,
wobei es eben dann teilweise natürlich verschiedene
ständische Rechte gibt. Und das ist übrigens auch noch so ein Unterschied,
den Kappel herausstellt in der Entwicklung.
Also nicht nur diese Westorientierung der
Westukraine, während
die nördliche Rus unter Moskau sich eher abschottet
gen Westen und da sitzen die Lateiner und der
Feind, sondern eben auch die Herausbildung
in Moskau, der Selbstherrschaft, der
Autokratie, was unsere wichtige,
etwas, was bis 1917
unangetastet bleibt, also dieser
Absolutismus der russischen Zaren, die sind
sozusagen die uneingeschränkten
Herrscher in diesem Bereich, während eben in den westlichen
Gebieten Polen Litauen beeinflusst, sich
eben so eine ständige Herrschaftsform entwickelt,
wie sie uns auch vertraut ist
aus unserem Mittelalter. Da darf man es ja wohl
sagen, musst du jetzt entscheiden, ob der Danilo
Rex Russie zum Mittelalter gehört oder nicht in
deinem Sinne. Und ja, das sind sozusagen diese
beiden Antipoden, die er da herausstellt.
Und diese gemeinsame
Geschichte Polen Litauens, die ist ja dann mit Beginn mit Jo
Geila im Großfürst von
Litauen, der
katholisch wird, um sich dann zum König von Polen
wählen zu lassen. Und seitdem ist
der Herrscher von Litauen immer gleichzeitig auch König von Polen,
also umgekehrt. Und
1569 wird es dann auch mal
festgeschrieben, dass diese beiden Länder
zusammenbleiben und das ist halt deshalb so wichtig, weil
die immer einen Teil der heutigen Ukraine
dann beherrscht haben. Ja, das ist natürlich wichtig
auch insofern, dass die ganze Elite, die es da in der
Westukraine gab, der ganze Adel, der wird dann eben natürlich
auch polonisiert und
katholisch und es gibt dann eine
Kluft zwischen der Elite und
den Durchschnittsbürgern und vor allem Bauern
natürlich. Und die hat dann nicht nur mit dem Stand
zu tun und dem
Einkommen, sondern auch
mit der kulturellen Orientierung und vor allem natürlich
konfessionell. Und das ist ja nun mal in dieser Zeit, wie du
schon deutlich dargelegt hast, ein ganz wesentlicher Punkt, ob man
nun lateinisch spricht oder
kirchenslawisch und
wohin der Priester sich sozusagen in der Kirche wendet,
sein Gehalt aus Rom bezieht oder eben dann aus
Moskau, beziehungsweise ob er.
Solveig: Einen Bart trägt oder keinen Bart und.
Daniel: Ob er 1 bar trägt oder keinen. Und im
Westen der Ukraine wollte man diese Kluft unbedingt
überbrücken und hat es eigentlich ganz nett in Angriff genommen,
finde ich. Also man wollte die Leute jetzt nicht zwingen den Barz
abzurasieren und lateinisch zu sprechen
oder zu lernen, um dann in der Kirche lateinische Gebete
vorzusagen, sondern man hat sich
überlegt, eine Kirchenunion,
wir legen unsere Kirchen zusammen, ihr dürft so bleiben
wie ihr seid,
Hauptsache ihr sagt der Papst ist am
wichtigsten. Und das eben auch 1596
passiert, gibt es die Union von Brest und das sind sehr
starke Kirche da gewesen über
einige Zeit, die heute noch existiert,
nicht mehr ganz so stark wie es dann damals der Fall war.
Also das ist sozusagen, also es gibt, ist ja nicht die
einzige, aber vielleicht die bekannteste sogenannte
griechisch katholische Kirche ist aus dieser Union
hervorgegangen, die dort also einen
Metropoliten hat nach wie
vor, der aber sagen im Rang eines
Kardinalpriesters steht
natürlich. Also bei den Konzilien etc.
Und den Veranstaltungen in Rom sieht man
eben viele Kardinäle,
die im orthodoxen Look
auftauchen und eben zu Hause in ihrer
Kirche auch slawisch sprechen und
ansonsten würde man sie kaum unterscheiden, außer
eben, dass sie den Papst
anerkannt haben.
Solveig: Sie haben Ehefrauen.
Daniel: Und sie haben Ehefrauen, wobei bei den
Bischöfen eher nicht Priester? Ja,
Bischöfe nicht. Also die Bischöfe müssen glaube ich,
wenn ich das richtig weiß, im orthodoxen Raum aus
dem, wie heißt es denn, die weiße
Geistlichkeit, glaube ich. Also aus den Klöstern kommen die
Kloster natürlich heiraten die auch nicht.
Priester dürfen heiraten, aber die
hören dann nicht mehr. Was meinst du?
Solveig: Ne, das fand ich ganz interessant, als mir das mal ein Bekannter
erzählt hat, dass die Ehefrauen haben dürfen.
Daniel: Vor allem jetzt interessant, dass die eigentlich zur katholischen Kirche gehören.
Solveig: Genau.
Daniel: Also insofern, wenn man das Zölibat umgehen
möchte, dann muss man einfach griechisch katholisch werden,
heiraten. Oder? Man muss einmal griechisch katholisch werden,
heiraten und dann wieder zurück. Dann darfst du deine Frau sicher auch
behalten.
Solveig: Ja, die Ehescheidung ist nicht.
Daniel: Ne, eben. Und es gibt ja so Regelungen auch bei
Diakonen, dass wenn die verheiratet sind, kann man sie
weinen und sie dürfen natürlich auch verheiratet, aber das führt jetzt vielleicht ein
bisschen weit weg. Weiß auch nicht, wem diese Tipps jetzt
weiterhelfen.
Solveig: Ich wollte es nur mal ansprechen.
Daniel: Ja, auf jeden Fall sind natürlich nicht alle Bischöfe super
begeistert gewesen von diesem Schritt der
Kirchenunion und
deswegen wird dann erneut noch
mal eine Metropolie von Kiew begründet
1620. Also es gibt
diesen Versuch dieser Union von Brest, aber natürlich machen da nicht
alle und machen noch mal neu
eine orthodoxe Metropolie von Kiew 1620.
Und da gibt es natürlich dann auch noch mal Streit, wer
jetzt da Metropolit wird, weil das finden
natürlich die Polen jetzt wieder nicht so toll, dass ihre
Union irgendwie nicht gewünscht
wird und dass dein Absprache mit
dem Zaren bzw. Den
Patriarchen in Moskau jetzt irgendwelche Metropoliten
ankommen in Kiew, die die Polen dann
natürlich eigentlich nicht haben wollen, weil die jetzt irgendwie dann
so einen Kontakt nach Moskau haben, der da nicht gewünscht
ist. Und das wird natürlich noch mal wichtig, wenn es darum
geht, dieser Teil der Ukraine dann plötzlich doch in
die russische Einflusssphäre
gerät und dass
dieser Metropolit, der dann da kommt, natürlich den
Zaren dann noch mal versichert,
dass man doch brüder sei und
seinen Schutz bräuchte. Es gibt aber noch
eine ganz andere Gruppe, die
wichtig ist auch für das heutige
Nationalverständnis der Ukraine
und die ein wichtiger Player werden in
dieser Region und sich auch als Beschützer der
Orthodoxen empfinden. Und das sind die
Kosaken. Welches Bild hast du von einem
Kosaken vor Augen? Und ich meine nicht, dass was ich.
Solveig: Dir vorhin geschrieben habe, ich
muss gestehen, dass das dem schon sehr nahe kommt. Also bei den
Korsaken habe ich natürlich immer die typische
Kosakenuniform im Kopf.
Daniel: Wie sieht die denn aus? Da bin ich wieder nicht so firm.
Solveig: Ja, beziehungsweise das sind immer diese langen
Uniform Mäntel, also lang, also diese
längeren Jacken und diese
Fellmützen, also diese Hüte.
Daniel: Die sie tragen und ausladende Schnauze.
Solveig: Genau, diese großen Werte und die Musik,
diese etwas folkloristische.
Daniel: Genau. Ich kenne auch die Don Kosaken Chöre, die so früher durch die
Bundesrepublik getingelt sind.
Also es war ja eher russische Volkslieder, was die so
gesungen haben, die Don kosaken. Und
tatsächlich gibt es eben auch diese Unterscheidung in Don Kosaken und die
Nierper kosaken. Also die Don Kosaken
gehören eher Richtung Russland
in dem moderneren Sinne und die Dnjepr Kosaken sind
dann sozusagen die Ukraine. Ich weiß nicht, ob die
das damals um 1600 auch schon so empfunden
haben. Was sie nämlich eint, ist, dass sie an der Grenze
leben. Also man kann sich ein bisschen vorstellen wie die Mauer
in Game of Thrones,
weil die Kosaken durchaus heiraten durften. Auf jeden Fall sind die aber
die, die da eben sozusagen die Grenzen schützen. Und das gehört
eben auch zum Image derer, die sich heute so als Kosaken noch
bezeichnen und dann ihre jeweiligen Grenzen, ihr Land
schützen. Und das sowohl auf russischer Seite als auch auf
ukrainischer, sich man dann gerne auf diese
Kosaken beruft. Auf jeden Fall
haben die da eine ganz andere Ordnung. Also da ist nichts
ständig organisiert und einen Zaren gibt es da auch
nicht, sondern die Kosaken waren bekannt dafür, dass sie so
eine Art egalitäre Ordnung haben, Freiheit,
Gleichheit, Brüderlichkeit für alle. Und es gab
einen Rat der Kosaken, der den
Hetman, also das Oberhaupt gewählt
hat. Und es bildet sich tatsächlich eben auch ein
Hetmanat heraus am Dniepr, also
ein Herrschaftsgebiet dieser Kosaken,
und zwar hinter den Stromschnellen des Dniepr. Ich
habe mich schon gewundert, warum auf den Ukraine Karten, die ich mir
ausgedruckt habe, immer am Dnjepr so drei Querstriche
eingezeichnet sind und dann da Stromschnellen da stehen.
Das ist so eine politisch historische Karte, warum werden da
Stromschnellen eingezeichnet? Das habe
ich dann jetzt natürlich verstanden, dass es darum geht,
dass hinter diesen Stromschnellen das Herrschaftsgebiet
dieser Kosak dann zuerst bestand.
Und hinter den Stromschnellen heißt eben Sa
Parohami, ich weiß nicht, wo die Betonung
ist, auf jeden Fall
Saporohami und daraus wird
Saporosha kosaken. Also die findet
man auf den Karten, also dieses Het Mana Saporosa
Hetmanat, bzw. Die Saporosa
kosaken. Und bei denen gibt
es einen, der dann besondere Erwähnung verdient, also eigentlich
zwei, aber kommt jetzt mal historisch, kommt der
Bogdan Chmelnicki zuerst,
der nämlich versucht, erstmal alle
Kosaken zu einen in diesem
Hetmanat und dann versucht sich
zu befreien, also vor allem von Polen natürlich,
also da sein Gebiet auch selbst
verwaltet und schön orthodox, das sind sie,
zu beherrschen und bittet den
Zaren um
Protektion, um seinen Schutz und der Zar ist aber erstmal gar nicht
begeistert, interessiert sich, das ist
Zar Michael, der sich da nicht so
besonders für interessiert, weil für den sind alle, die da unten
wohnen, sind verkappte Lateiner und
Litauer und gar keine echten Christen. Also wer
es von denen schafft, irgendwie Richtung Moskau zu kommen,
der wird auf jeden Fall noch mal getauft. Also nicht nur die
Unierten, sondern sogar die orthodoxen Ta kauft man
noch mal, weil das kann ja da unten nichts echtes sein.
Also irgendwie so brüderlich ging es da gar nicht zu zu
dem Zeitpunkt. Und er ist der
Sohn von Michail, also Alexei
Mikhailovic, daher kommen ja immer diese zweiten
Namen. Also der Vatersname
Zar Alexej Michailovic, der geht darauf
ein, dass da unten
Leute leben, die seinen Schutz
möchten. Der ist aber generell auch
irgendwie freundlicher und gibt dieses Abschotten
nach Westen auf und interessiert sich mehr für das,
was da so an humanistischen Ideen aus
dem Westen kommt und sucht
sich Gelehrte, um jetzt irgendwie den Moskau auch mal so ein bisschen
Kultur beizubringen. Das ist
nämlich bis zu denen halt nicht vorgedrungen. Also da ging es ja vor
allem darum, irgendwie die abzuwehren. Jetzt plötzlich.
Alexej Michailovic möchte gerne Latein lernen und Griechisch,
bzw. Ich glaube nicht, dass er das selber lernen wollte, aber
dass so ein paar moskauer mal ein bisschen humanistische
Bildung genießen. Und woher kommen diese
Gelehrten? Was glaubst du?
Solveig: Von den Kosaken, ne?
Daniel: Also ja gut vor
Augen haben, das sind ja eher so
lebenslustige Grenze, ob die
Latein griechisch können, aber aus
dem Gebiet der
Kosaken, nämlich aus Kiew.
Denn in Kiew gibt es da schon eine ganze Weile Ein
Kollegium, wo man durchaus griechisch
beherrscht. Da hat man ja schon eben Kleinrussland ist ja
näher dran, kleinere Entfernung zu Konstantinopel. Also das
Wissen von da hat man da aufgenommen,
studiert, weitergetragen. Und
man holt sich also die Leute, die auch
kirchenslawisch nicht nur runterbeten,
sondern auch verstehen und schreiben können, die
holt man nach Moskau und die dann am besten sogar noch das
griechische Original kennen, denn darum geht es in der
Zeit tatsächlich, dass man das Gefühl bekommen hat, oder man
ist sich sogar ziemlich sicher, dass diese kirchen
slawische Tradition
manchmal mehr als nur
haarscharf am griechischen Original
vorbeiging, wenn es um Liturgie
geht und Bibelübersetzung und dergleichen.
Und da holt man sich jetzt eben die Gelehrten aus
Kiew, damit die mal die kirchen
slawische liturgischen Bücher in
Ordnung bringen anhand des griechischen Originals.
Und dann wird nämlich 1652 in der Folge auch
eine große Kirchenreform unter dem Patriarchen
Nikon durchgeführt. Und das war ein
großer Bruch, also es ist jetzt keine Reformation, wie wir das
kennen in Westeuropa mit Luther und Kollegen,
Konsorten, aber immerhin
ist es eine Kirchenreform, wo es dann
eben darum ging, die Bücher wieder zurück an das Original
zu führen. Also ausgerechnet die Moskauer müssen jetzt
Latein lernen, griechisch haben
sie kein Problem, das kann man noch akzeptieren, aber zum Teil
mussten sie jetzt auch noch Latein lernen, um das
gegenzuprüfen und setzen das dann
durch. Und dann gibt es tatsächlich eine Kirchenspaltung auch in
Russland zwischen die Mehrheit, die dieser
Kirchenreform des Patriarchen folgt und eben
den sogenannten Altgläubigen.
Aber hier die Basis dafür, für diese
Reform und das neue Wissen und den Humanismus,
der da einkehrt, den holt man sich eben aus Kiew,
weil die da ein bisschen gelehrter waren
im Norden. Ja, aber
gleichzeitig bitten eben die Kosaken auch den
Zaren noch mal um Schutz und diesmal
hört er zu. Also Alexej Michailovic, der hat eben nicht
so ein Problem mit den Latein und angeblich
den schlechten Menschen, die da leben, so wie sein
Vater, sondern hat ja jetzt gemerkt, die haben
es drauf, die brauchen wir und die
kosaken sowieso, dass die da die Grenze, dass die uns
da die Osmanen vom Hals halten und so weiter. Also im
Januar 1654 wird ein
Treueeid geschworen in Pere
Jaslav, den Ort kenne ich ehrlich gesagt auch nicht
so wirklich. Da wird eine Vereinbarung geschlossen
und die Kosaken schwören dem
Zaren ihre Treue, dafür dürfen sie
Privilegien behalten, also ihre kosakischen Freiheiten und die
Art, wie sie leben, sofern sie
natürlich Kriegsdienst leisten, denn darauf kam es dem Zaren
an, da waren die kampferprobt und die wollte
er gerne auf seiner Seite haben.
Und dann merkt man allerdings auch, dass die schon eine
unterschiedliche Vorstellung davon hatten, über den Inhalt und
die Konsequenzen dieser Vereinbarung. Denn die Kostbaren hatten erwartet,
dass die Gesandtschaft des Zaren dann bitte auch einen Eid
leistet. Und die haben natürlich etwas irritiert geguckt und gesagt,
Entschuldigung, aber der Vassal leistet
einen Eid, nicht der Herrscher. Und dann
sind sie wieder abgedampft Richtung Moskau und die
Kosaken saßen jetzt und hatten irgendwie das
Gefühl, ihr ist was schief gelaufen. Aber erstmal
funktioniert das alles so, wie man sich das vorgestellt hatte. Also
die Kosaken dürfen ihre Freiheiten
bewahren und der Zar begründet
gegenüber seinen Leuten in Moskau, die ja gerade noch mit seinem
Vater gesagt haben, diese Typen, diese
verkappten Litauer wollen wir hier nicht haben, den
verkauft er das jetzt vor allem als Schutz der
Orthodoxen in dieser Region. Also wir
müssen unsere Gläubigen schützen, das ist jetzt nichts von wegen
Heimholung, der Ruß oder so,
oder das ist unser Erbe, dass wir jetzt hier beanspruchen, sondern es
geht darum, dass er eben reagiert
auf das Schreiben der Kosaken
und das begründet, dass er sie als
Orthodoxe schützen muss.
Und seitdem hat er tatsächlich auch immer ganz bewusst diesen
Titel geführt, dass er Zar der großen
und der kleinen Rus sei. Und
später kommt die weiße Rus dann noch dazu, über
die können wir auch vielleicht dann noch ein andermal sprechen. Ich finde,
Belarus hat es auch verdient, eine Folge zu
bekommen. Ja, und kann sich schon vorstellen, dass
hohen Litauen das natürlich nicht so hinnimmt, dass da jetzt irgendwelche
Kosaken ihren eigenen Staat unter dem Schutz des Zaren
begründen. Also es kommt zu einem
polnisch russischen Krieg und da geht es natürlich nicht um die
Kosaken. Also klar, die sind ja schon länger
jetzt verfeindet und
Konkurrenten. Dieser polnisch russische Krieg, der beginnt
sozusagen in dem Moment, wo die Kosaken diesen Treueeid schwören,
1654, und dauert dann an, bis
1667 ein Waffenstillstand
geschlossen wird. Und einen Friedensvertrag gibt es aber erst
1686. Ich würde sagen,
ein jähriger Krieg, der da
geführt wird, aber sicher nicht ganz so
intensiv, wie das bei unserem der Fall war. Und
aus ganz anderen Gründen nochmal. Aber im Ergebnis
wird dieses Hetmanat geteilt. Mal
wieder wird da unten geteilt, der
eine Teil, der östliche Teil, dann die
sogenannte linksufrige Ukraine, die kommt
eben zu Russland, das ist ein extra Headmanat.
Und der andere Hetman der
rechtsufrigen Ukraine, das ist dann im Westen der
Teil, der geht wieder zurück an Polen. Und
die machen alles rückgängig, was da zwischendurch an
Neuerungen passiert ist, seitdem sie sich freigekämpft
hatten. Also die werden wieder schön integriert und
polonisiert und katholiziert, wie auch
immer. Und viele,
die das nicht aushalten, gehen dann weiter nach Osten,
migrieren Richtung Osten, Richtung
Freiheit, Richtung Steppe, wo es noch Platz
gibt. Und das ist die sogenannte
Sloboda Ukraine, die da
aufgebaut wird oder so genannt wird.
Und die erste große Festung, die da errichtet wird,
und dann natürlich auch mit der Entwicklung einer Stadt, ist
1654 Charkiw.
Das ist die Stadt, die als erstes in den Nachrichten
kam, nach Kiew sozusagen, und die
zweitgrößte Stadt der Ukraine, ich glaube auch die
zweite Millionenstadt, die da jetzt als
erstes und umfassendsten angegriffen
wurde. Und das ist aber eben auch dann an der Grenze zu dem
sogenannten Donbass, also zu der Region, die seit
2000, 1415 so umkämpft ist
und wo wir uns einfach jetzt in den letzten Jahren daran gewöhnt hatten, dass das so
ist und das dann verdrängt haben. Da war sozusagen die
ganze Zeit der Krieg vor den
Toren dieser Städte. Ja, aber ich
denke wir sind jetzt schon wieder eine Weile dran hier
heute. Hatten uns eigentlich auch vorher schon überlegt,
dass wir hier um
1700 das ganze beschließen
und dem Rest dann noch mal eine eigene Folge widmen. Es ist ja auch ein bisschen
vermessen jetzt hier Jahrhunderte Geschichte in eine Folge zu
pressen und
vermutlich wird uns
das alles ja auch noch länger beschäftigen. Und selbst
sollte dieser Krieg irgendwie in den nächsten
Tagen beendet werden, ein Waffenstillstand
geschlossen werden oder nicht, die Ukraine, wie Schlögl das
gesagt hat, wird glaube ich auf unserer mentalen Landkarte
jetzt verankert bleiben für
lange Zeit hoffentlich. Ja,
ich möchte aber abschließen mit etwas, was gerade virulent
ist in den sozialen Medien, denn natürlich wie
gesagt schon gibt es eine starke Identifikation in der Ukraine
mit diesen Kosaken, die so
frei und gleich angeblich gelebt haben. Auf jeden
Fall natürlich im Vergleich zu dem wie es sonst
in den russischen Regionen zuging unter dem
Zaren. Und es gab
während hier noch polnisch russischer Krieg
lief, aber schon Waffenstillstand war, hat Russland sich auch schon mit
den Osmanen angelegt und da haben die Kosaken natürlich an der
Grenze darunter, unten zur Südukraine,
Schwarzmeerküste, die noch tatarisch war und
der Krim natürlich eine wichtige Rolle
gespielt. Und ich sprach aber auch davon, es gab
ja jetzt zwei Hetmanate, eins das unter polnischer
Oberherrschaft stand und eins eben unter
dem Schutz des Zaren und
der polnische Hetmann, der hat sich mit den
Osmanen zusammengetan, in der Hoffnung, dass er von denen
dann das ganze Hetman Art bekommen wären natürlich
die im Osten dann mit dem
Zaren gegen die Osmanen gekämpft haben.
Und ja, angeblich hat der türkische
Sultan einen Brief geschrieben an die
Kosaken, dass sie sich doch bitte, also die
rechtsufrigen Kosaken, dass sie sich doch bitte auch
unterwerfen sollen. Also die sogenannten
saporoscher kosaken, also die hinter den
Stromschnellen, ihr erinnert euch und das könnte
bei Wikipedia dann nachlesen, wenn ihr mal nachschaut,
der Artikel laut die Saporoga Kosaken schreiben dem
türkischen Sultan einen Brief. Das ist nämlich der
Titel eines wunderbaren Gemäldes meines
absoluten Lieblingsmalers Ilja Repin.
Das ist so realistische Kunst Ende neunzehnte Jahrhundert,
wo Russland natürlich auch wieder Krieg immer noch mit den
Osmanen führt und einmal kurz vor Istanbul
tatsächlich steht und das ist sicher hier mit ein Anlass für
Repin gewesen. Dieses Gemälde sind
monumentales Gemälde zu schaffen, so zweimal
dreieinhalb m. Das ist das was dir geschickt habe.
Also nämlich erst bekommen die Kosaken einen Brief vom
Sultan, den kann ich auch einmal vorlesen,
das ist überliefert. Ich glaube der Brief liegt irgendwo rum, dass
man sagen könnte, der hat das wirklich so geschrieben, aber so ist
es eben überliefert worden. Und der Sultan
ich, Sultan und Herr der hohen Pforte, Sohn
Mohammeds, Bruder der Sonne und des Mondes,
Enkel und Statthalter Gottes auf Erden,
Beherrscher der königreiche Mazedonien, Babylon,
Jerusalem, des Großen und kleinen Ägyptens,
König der Könige, Herr der Herren,
unvergleichbarer Ritter, unbesiegbarer Feldherr,
Hoffnung und Trost der Muslime, Schrecken
und großer Beschützer der Christen, befehle
euch Saporoga Kosaken freiwillig und ohne jeglichen
Widerstand aufzugeben und mein Reich nicht länger durch
eure Überfälle zu stören. Und auf diesem
Gemälde, das wir euch natürlich auch verlinken, stellt
Rep hinter ihm da, wie die Kosaken jetzt ihre Antwort verfassen
und dabei sehr viel spaß haben.
Und das ist deshalb gerade so virulent, wie gesagt,
weil man sich in der Ukraine mit diesen Kosaken natürlich
identifiziert, also zumindest die, die national
ukrainisch denken, für diesen die Kosaken natürlich
besonders wichtig und wohl schon im Kampf
im Donbass ukrainische Soldaten dieses
Gemälde nachgestellt haben
und dann natürlich eigentlich nicht mehr den Sultan meinten,
sondern jetzt auch jemand ganz anderen und es natürlich
eins zu eins aber wunderbar passt aus deren Perspektive.
Und ich lese jetzt mal vor, was hier überliefert
ist als angebliche Antwort der
Kosaken. Und ich weiß, manchmal hören Kinder zu,
die dürfen diesen Teil jetzt bitte nicht hören,
denn die Kosaken nehmen hier kein Blatt vor den Mund.
Also die du türkischer Teufel, Bruder und
Genosse des verfluchten Teufels und des leibhaftigen
Luzifers, Sekretär, was für ein Ritter bist du
zum Teufel, wenn du nicht mal mit deinem nackten Arsch einen Igel
töten kannst. Was der Teufel scheißt,
frisst dein Heer. Du wirst keine
Christensöhne unter dir haben, dein Heer fürchten
wir nicht, werden zu Wasser und zu Lande uns mit dir schlagen.
Gefickt sei deine Mutter, du Küchenjunge von
Babylon, Ratmacher von Mazedonien, Ziegenhirt
von Alexandria, Bierbrauer von
Jerusalem, Sauhalter des großen und kleinen
Ägypten, Schwein von Armenien, tatarischer
Geißbock, Verbrecher von Podolien, Henker von
Kamenetz und Narr der ganzen Welt und
Unterwelt, dazu unseres Gottes,
Dummkopf, Enkel des leibhaftigen Satans und
der Haken unseres Schwanzes,
Schweinefresse, Stutenarsch, Metzgerhund,
ungetaufte Stirn, gefickt sei deine Mutter.
So haben wir dieser Poroge geantwortet,
Glatzkopf, du bist nicht einmal geeignet, christliche
Schweine zu hüten. Nun müssen wir Schluss machen.
Das Datum kennen wir nicht, denn wir haben keinen Kalender. Der Mond
ist im Himmel, das Jahr steht im Buch und wir haben den ganzen
Tag wie ihr deshalb küss unseren Hintern.
Unterschrieben der lager Ataman Ivan
Zirko mitsamt dem ganzen Lager der Sapporoga
Kosak. Das ist die Szene
auf diesem Bild dargestellt ist
und natürlich toll in der Überlieferung zu haben, wie der
Sultan da reagiert hat, wenn er so einen Brief
bekommen hat. Aber das zeigt vor allem das Selbstbewusstsein,
das die Kosaken da hatten. Und wenn wir das nächste
mal sprechen, starten wir damit, was davon am Ende
übrig geblieben ist. Denn wie gesagt, es gab da ein
Missverständnis bei dem
Abschluss dieser Vereinbarung zwischen dem Zaren und
den Kosaken. Und ja, es gibt ja noch einige Jahrhunderte vor
uns. Darüber würden wir euch gerne erzählen.
Wir können ja noch überlegen, ob wir
zwischendrin, damit es nicht nur um
die Krisenregion, aktuelle Krisenregion Europas geht,
dann doch noch mal was schönes zur Ablenkung senden.
Könnt uns ja mal schreiben, was ihr lieber hättet.
Nahtlos weiter mit der ukrainischen
Geschichte oder doch noch mal ein bisschen Habsburg dazwischen.
Oder das Mittelalter hätten wir auch noch im
Angebot. Überhaupt, wir freuen
uns, wenn wir
von euch hören, dass wir wissen, wir
reden nicht nur miteinander, Solveig und ich, was wir
natürlich sehr gerne tun. Ich freue mich sehr, dich zu sehen, auch wenn es heute nur auf
dem Bildschirm ist. Aber wir freuen uns natürlich
auch, wenn ihr uns schreibt
und kommentiert, was ihr hier von uns gehört
habt oder womöglich noch mal nachfragen habt, weil wir
irgendwie zu schnell über irgendwas drüber gegangen sind oder es vielleicht
für uns selber heute nicht alles hundertprozentig klar
war, was wir da erzählen. Dann
schreibt uns doch einfach an Kontakt
Geschichte oder bei Twitter oder Facebook
oder auf unserer Website einen Kommentar unter dieser
Folge. Wir freuen uns auf jeden Fall, wenn
wir von euch hören und werden natürlich
auch sofort darauf eingehen. Solveig
Daniel, ich freue mich sehr. Ich
fühle mich ein bisschen wieder. Also erstens finde ich es
erschreckend, wie wenig ich erinnere
von dem, was ich im Studium doch irgendwie schon mal gelernt
habe, glaube ich. Und
andererseits fühle ich mich so ein bisschen wie in einem
Grundseminar, so ein paar
Basics wieder aufholen muss und finde es
eigentlich aber auch total spannend wieder. Also ich
erinnere mich gerade, warum ich das studiert habe.
Da ist viel los in dieser Region.
Das macht es aber auch ein bisschen unübersichtlich.
Solveig: Ja, tatsächlich. Auch trotz der sehr
traurigen Grundlage oder aus dem
sehr traurigen Grund, weshalb wir überhaupt dieses Thema jetzt
machen, muss ich sagen, dass es auch doch
eben spannend ist, mal Themen zu besprechen, die
nicht unbedingt mein
Brot sind, sondern sich auch mal in Gebiete
einzuarbeiten, denen man sich nicht so auskennt. Und
da auch mal den Blick zu erweitern, ist
dann auch sehr schön für mich. Das freut
mich, wenn ich mit manchen Dingen
vielleicht doch ein bisschen durcheinander komme.
Daniel: Ja, da muss man. Wir müssen uns. Deswegen haben wir jetzt auch noch
ein bisschen länger gezögert, weil wir dachten, wir liest doch noch mal ein bisschen
mehr und hat so ein bisschen gedauert, bis diese Folge
hier zu hören sein wird. Aber was soll's, wir
müssen ja nicht so tun, als wären wir jetzt für alles
Spezialisten. Das ist dann eher peinlich für mich.
Aber wie gesagt, ich bin ja kein Historiker, nur
Kulturwissenschaftler. Ich muss das nicht alles
wissen, nur so die großen
Entwicklungen.
Solveig: Ich bin Papistin.
Daniel: Genau. Aber jetzt
öffnen wir auch unseren Horizont und holen uns
sozusagen auch die Gelehrten aus Kiew, die uns mal ein bisschen was
beibringen, so wie die Moskau das damals getan
haben. Und wir hoffen, dass
euch auch diese Sonderfolge gefallen hat
und sind gespannt auf eure
Reaktionen. Und bleibt
uns treu, abonniert uns, ganz
wichtig, gebt uns gute Bewertungen, wenn
euer Podcast Anbieter das
zulässt, damit uns noch mehr Menschen
finden und etwas über
Kosaken und
Ruß lernen. Und ob bei der
nächsten Folge dann dabei sind. Also macht's gut und
bis bald. Ciao.