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Dein Geschichtspodcast mit Daniel und Solveig

FG046 - Die Frauen der Hohenzollern | Preußens Königinnen

05.12.2024 103 min

Zusammenfassung & Show Notes

Zum Abschluss des von uns ausgerufenen Frauenjahres widmen wir eine Folge den preußischen Königinnen, die wesentlich zum Aufstieg der Hohenzollern-Dynastie beitrugen. Gemeinsam mit unserem Gast Michael, einem Experten für preußische Geschichte, tauchen wir tief in die Welt des preußischen Hofes ein.

Die Frauen der Hohenzollern

Von der ersten Königin in Preußen, Sophie Charlotte, bis hin zur letzten deutschen Kaiserin, Auguste Viktoria, verschafft diese Episode einen umfangreichen Einblick in die Rolle der Frauen am preußischen Hof. Michael erläutert, wie diese Frauen durch Heiratspolitik, Bildung und karitative Arbeit Einfluss nahmen und welche Bedeutung sie für die preußische Geschichte hatten. Wir erfahren von der Oranischen Erbschaft, die durch die Ehe von Luise Henriette von Oranien mit dem Großen Kurfürsten zustande kam, und wie diese Verbindung bis ins 20. Jahrhundert nachwirkte. Ganz nebenbei decken wir die italienischen Ambitionen der Hohenzollern auf und welche Blumen Königin Luise anstelle von Kornblumen wirklich präferierte.

Königinnen und ihre Netzwerke

Die Episode beleuchtet auch die sozialen und kulturellen Netzwerke, die diese Frauen knüpften, um ihre Position zu stärken. Besonders die Rolle von Königin Elisabeth Christine, die keineswegs in ihr Schloss Schönhausen verbannt war, sondern sich dort ein Refugium schuf und den preußischen Staat repräsentierte, während Friedrich II. durch Abwesenheit glänzte. Elisabeth Ludovika von Bayern trat durch ihr karitatives Wirken hervor und zeigte sich so beeindruckt von der Religiosität ihres Mannes, dass sie nach zehn Jahren am preußischen Hof doch noch Protestantin wurde. Kaiserin Auguste Viktoria versuchte durch ihre kirchlichen und sozialen Initiativen, den Sozialdemokraten den Wind aus den Segeln zu nehmen und weigerte sich lange, die Abdankung ihres Mannes zu akzeptieren. Die wollte auch Wilhelms zweite Ehefrau Hermine von Reuß nicht hinnehmen und hoffte mit Hilfe der Nationalsozialisten doch noch Kaiserin zu werden.

Vom Fels zum Meer

Schließlich sprechen wir natürlich auch über die Ehemänner der Königinnen und über die persönlichen und politischen Herausforderungen, denen diese Frauen gegenüberstanden. Michael teilt spannende Anekdoten und weniger bekannte Fakten, die den Aufstieg einer schwäbischen Adelsfamilie machen. Deren erklärtes Ziel war es, vom Hechinger Burgfelsen ans Meer zu gelangen. Und das wäre um ein Haar nicht die Ostsee, sondern das Mittelmeer gewesen...

Begleitet uns auf dieser Reise durch die Geschichte der Hohenzollern-Frauen und erfahrt, wie sie trotz ihrer oft begrenzten Macht Spielräume fanden, um ihre eigenen Spuren in der Geschichte zu hinterlassen.

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Transkript

Daniel
00:00:00
Wir haben es geschafft, Solveig.
Solveig
00:00:01
Ja.
Daniel
00:00:02
Du hast es geschafft.
Solveig
00:00:03
Ich habe es geschafft.
Daniel
00:00:04
Dass unser Podcast ein ganzes Jahr ausschließlich Frauen widmet. Und ich habe es geschafft. Es ist endlich vorbei. Richtig so. Ja, hallo Solveig.
Solveig
00:00:38
Hallo Daniel.
Daniel
00:00:39
Es ist schön, dass du da bist.
Solveig
00:00:40
Ja. Wobei ich nur so halb da bin.
Daniel
00:00:44
Ja, nur so halb, aber ich sehe dich und ich kann dich hören.
Solveig
00:00:47
Ja.
Daniel
00:00:48
Und ich sende wärmste Grüße nach Westfalen. Wie viel hat es heute geregnet bei dir?
Solveig
00:00:53
Gar nicht, wir hatten heute Sonnenschein.
Daniel
00:00:55
Ja, nicht. Aber umso mehr Glocken haben geläutet. Oder willst du das ganze Klischee kaputt machen?
Solveig
00:01:00
Nach vier Wochen konstanter Wolkendecke hatten wir jetzt mal zwei Tage Sonnenscheine. Das hatten wir jetzt verdient, finde ich.
Daniel
00:01:07
Das finde ich schön. Dann hatten wir das auf jeden Fall gemeinsam heute. Und um es allen zu sagen, du hast einfach für Flurfunkgeschichte all deinen Jahresurlaub aufgebraucht.
Solveig
00:01:17
Ja.
Daniel
00:01:18
Für unsere Aufnahmetermine, sodass du heute leider nicht direkt hier bei mir sitzen kannst. Aber dennoch ist ja noch ein Monat offen. Und es gibt, glaube ich, noch mehr Frauen, die wir im Laufe dieses Jahres noch gar nicht erwähnt haben. Und wir gehen zurück in unsere Heimat. Wir haben ja eine Frau, sagen wir mal, übermäßig oft erwähnt in diesem Podcast. Diese österreichische Kaiserin, glaube ich, aus welchem Grund auch immer. Es gibt ja jetzt schon wieder die nächste Staffel und da kümmern wir uns jetzt einfach mal gar nicht mehr drum. Sondern viel interessanter sind die Frauen, die das Land vielleicht mitregiert haben, in dem wir uns befinden. Wir kehren zurück nach Preußen und widmen uns unserer eigenen herrschaftlichen Familie. Aber bevor wir dazu kommen, dachte ich mir, ich bedanke mich am Anfang gleich, bevor vielleicht das Ende dann nachher nicht mehr alle mitkriegen, bei all denen, die unserem Aufruf gefolgt sind in der letzten Folge, uns auch bei Instagram zu folgen. Denn es ist ja mein erklärtes Ziel, am besten noch nächstes Jahr es zu schaffen, Solveig zu nötigen, eine Folge über die Aufklärung zu machen, wo sie sich hartnäckig weigert bislang. Aber sie hat sich irgendwann dazu hinreißen lassen, zu sagen, sobald wir tausend Follower bei Instagram haben, wird sie das tun. Und ich muss sagen, wir nähern uns dieser Marke. Wir könnten es schaffen. Also ich könnte es schaffen. Und du könntest schon mal ein Buch rausholen und mal anfangen zu lesen. Schauen wir mal. Vielen Dank euch allen, die diesem Aufruf gefolgt sind oder uns einfach so gefunden haben und wer das immer noch nicht getan hat, ihr habt natürlich Gelegenheit, ihr könnt jetzt einfach weiterhören diese Folge und nebenbei Instagram öffnen, wenn das bei euch installiert ist und ihr da ein Account habt. Und dort Flurfunkgeschichte suchen und uns gerne auch noch folgen. Und dann werden wir viel vielleicht noch erfahren oder noch mehr von dem Aufklärungsbashing, das Solveig hier gerne ab und zu so nebenbei betreibt, ohne sich da mal ausführlich zu äußern zu wollen. Und außerdem möchte ich auch gleich am Anfang mich bedanken für alle die, die uns natürlich sowieso folgen, aber uns darüber hinaus auch noch unterstützen und das vor allem finanziell tun, was uns sehr hilft dabei, die Unkosten für diesen Podcast zu tragen. Und da ist besonders erwähnenswert die Iris und Matthias. Die haben das nicht zum ersten Mal getan und das auch noch von Botswana aus und uns hier einen Kaffee spendiert. Dafür vielen, vielen Dank euch in die weite Ferne von uns aus. Außerdem Böthi hat uns unterstützt und das auf äußerst großzügige Weise. Auch dir vielen herzlichen Dank dafür. Das trägt uns fast durchs halbe Jahr. Und Björn außerdem auch. Und vielen Dank dafür, Björn. Und wenn ihr findet, dass wir ein kleines Weihnachtsgeschenk vielleicht verdienen oder ihr uns generell einfach sehr gerne hört und auch uns unterstützen möchtet, dann könnt ihr das tun über Kofi und ihr findet den Link wie immer in den Shownotes. So, und jetzt kommen wir aber zu dem eigentlichen Thema. Ich versprach ja schon, wir gehen zurück nach Preußen. Und wir machen da einen ziemlichen Rundumschlag vielleicht. Dabei denkt ihr vielleicht, Preußen, da gab es doch schon eine Frau, über die wir gesprochen haben. Denn eine Frau habe ich tatsächlich auch beigesteuert. Also zwei, aber eine Preußin.
Solveig
00:04:35
Die Mama.
Daniel
00:04:36
Die Mama? Wer ist denn die Mama, bitte? Das klingt eher italienisch.
Solveig
00:04:40
Was ist denn Maria Carolina? Nein.
Daniel
00:04:43
Ach so, Luise. Luise. Luise, über Luise haben wir schon gesprochen, genau. Die Kriegstreiberin. So wurde sie jedenfalls verschrien. Und vielleicht habt ihr gerade ein Räuspern gehört im Hintergrund, denn Solveig mag ja in Westfalen sitzen, aber ich finde es doch komisch, einfach nur in die Kamera zu reden und in das Mikro und per Internet verbunden zu sein und deshalb haben wir uns Verstärkung geholt, denn... Allein für Luise brach mich schon so lange gebraucht, um mich vorzubereiten und ich dachte, wir bringen jetzt einfach noch viel mehr Frauen mit rein und das mit jemandem, der sich damit von ganz lange professionell beschäftigt hat. Das heißt, wir haben einen Gast hier bei uns und das ist Micha. Hallo Micha.
Michael
00:05:21
Hallo Daniel, hallo Solveig.
Daniel
00:05:23
Es ist ganz toll, dass du da bist.
Michael
00:05:24
Ich freue mich auch.
Daniel
00:05:25
Das wandelnde Preußen-Lexikon ist hier.
Michael
00:05:29
Gibt es Leute, die es besser könnten?
Daniel
00:05:31
Ach, hör auf, tief zu stapeln. Micha hat Jahrzehnte seines Lebens mit Preußen verbracht und vor allem mit preußischer Geschichte. und den gekrönten Häuptern und ihren Hauslehrern und Hofdamen und Hunden.
Michael
00:05:44
Eine Kollegin hat das mal so schön formuliert. Sie hat gesagt, ich gehe mit den Hohenzollern schlafen und stehe mit ihnen auf. Womit sie meinte, ein Buch über die Hohenzollern würde auf ihrem Nachttisch verliehen.
Daniel
00:05:57
Und ich habe, abgesehen davon, dass wir auch zeitgleich in dem von uns bislang nicht namentlich genannten Museum, in dem viel über deutsche Geschichte verhandelt wird, gearbeitet? Oder war das zeitversetzt?
Michael
00:06:09
Sollen wir, kamen wir zusammen?
Solveig
00:06:11
Nein, wir haben nicht zusammengearbeitet.
Michael
00:06:12
Nein, nein, wir haben nicht zusammengearbeitet.
Daniel
00:06:14
Aber wir waren alle dort.
Solveig
00:06:15
Wir waren alle dort.
Daniel
00:06:16
Wir waren alle dort, genau.
Michael
00:06:18
Unter dem Dach.
Solveig
00:06:19
Aber ich glaube, du hast kurz vor mir aufgehört.
Daniel
00:06:21
Also daher kennen wir uns jedenfalls alle drei. Und ich durfte bei dir auch schon Führungen mitmachen, wo du seinerzeit in einem Berliner Schloss geführt hast, wo es vor allem oder sogar ausschließlich um die Frauen der Hohenzollern ging.
Michael
00:06:38
Ja, das war eine tolle Schau, kann man sagen.
Daniel
00:06:40
Da waren tolle Sachen zu sehen.
Michael
00:06:41
Tolle Sachen zu sehen und auch ganz neue Erkenntnisse und auch der Blick waren andere. So haben die es damals auch genannt, Perspektivwechsel. Das ist ja so ein gern benutzter Begriff gerade. Und da waren die Frauen mal im Fokus.
Daniel
00:06:56
Und es war nicht nur Luise. Es gibt tatsächlich noch andere Frauen der Hohenzollern, die auch was zu sagen hatten.
Michael
00:07:02
Ja, das ist ja bei den Hohenzollern ein bisschen anders. Ich fand das immer so schön. Also eure Maria Theresia, die durfte ja regieren.
Daniel
00:07:10
Maria Karolina?
Michael
00:07:11
Die auch. Also an der Maria Theresia kam häufiger vor als bei uns.
Daniel
00:07:17
Oder meinst du Sisi?
Michael
00:07:18
Nein.
Daniel
00:07:18
Haben wir schon mal über Maria Theresia gesprochen?
Michael
00:07:20
Nein, nicht direkt, aber die kommt immer vor. Ich erinnere an die schöne Sendung, die mit den Worten Maria Theresias eingeleitet worden ist. Also das habe ich sogar erkannt. Fiese Briefe.
Daniel
00:07:31
Seitdem traut sich Solveig nichts mehr zu sagen.
Michael
00:07:33
Aber das ist ja in Preußen per Gesetz, per Hausgesetz oder per Gesetz ausgeschlossen, dass eine Frau alleine in die Regierung geht oder in der Thronfolge steht. Es können nur Männer, das ist tatsächlich so und deshalb sind Frauen natürlich immer wichtige Figuren, aber doch am Rande oder dahinter oder ja, also das können wir ja gleich mal ein bisschen klären.
Daniel
00:07:57
Wir hatten ja, vielleicht ist es auch schon eine neue Tradition, im letzten Dezember auch eine Gästin bei uns. Vielleicht nehmen wir uns das vor, in jeder Dezember-Folge jemanden einzuladen, damit die Adventszeit ein bisschen schöner ist, in größerer Runde. Und Steffi ist ja eine Hörerin der ersten Stunde bei uns. Hörst du uns denn eigentlich auch? Oder ist dir das alles zu quatschig, was wir hier machen?
Michael
00:08:22
Da muss man ja immer ehrlich sein an der Stelle. In Vorbereitung habe ich es mir natürlich angehört. und ihr schickt mir das ja auch immer regelmäßig. Bei mir ist es immer so, ich bin ja so ein bisschen trottelig. Ich nehme mir das dann vor, jetzt mache ich das und dann sitze ich im Zug zur Arbeit und die Fahrt dauert ja eine Weile und stelle fest, du hast die Kopfhörer gar nicht dabei, um es zu hören oder nicht aufgeladen oder irgendetwas. Immer sowas Schönes, sowas Nettes und dann vergesse ich es auch wieder eine Weile und dann fällt mir ein Mensch, du wolltest doch noch. Nein, ich habe es tatsächlich getan. Ich habe mir mehrere Folgen angehört tatsächlich und finde so schön den Plausch über diese Dinge. Ich glaube, in so einem Gespräch kann man Dinge viel schöner erzählen, als wenn man einen Vortrag hält oder eine Führung macht.
Daniel
00:09:11
Unsere Idee ist ja auch so ein bisschen, wir arbeiten uns in Themen ein, die wir eigentlich schon entweder sowieso mögen oder schon immer mal da nochmal was nachlesen wollten und erzählen uns das einfach gegenseitig. Und eigentlich am besten kannst du ja Geschichten erzählen. Ich freue mich wahnsinnig oder habe mich jetzt die ganze Zeit schon gefreut darauf, dass wir uns heute hier sehen. Ein paar mehr Frauen hier mit reinbringen können. Und du hast schon gesagt, bei den Preußen haben die Frauen eigentlich nicht offiziell was zu sagen gehabt. Aber gut, das hätte man ja ändern. Die Maria Theresa, da wurde es ja auch dann aus Verzweiflung eingerichtet. Und Maria Carolina hat sich einfach nichts sagen lassen und das dann selbst übernommen, weil der Mann einfach ein bisschen komisch war.
Michael
00:09:54
Es gibt ja Hohenzollern-Frauen, die dann weggeheiratet wurden oder weggeheiratet sind, die haben das durchaus getan. Also wenn wir nur an Friedrichs Schwester Wilhelmine von Bayreuther erinnern wollen, also der Mann, der Ehemann, der auch den Namen Friedrich auf den Friedrich hörte, aber natürlich, naja, Schwächling will man nicht sagen, aber natürlich ihr intellektuell vollkommen unterlegen war, auch vom Rang her übrigens, weil sie blieb eine königliche Hoheit, war damit Rang höher als ihr Ehemann. und die vielen Initiativen, also nicht nur bautechnisch, sondern auch an Bildung, also die Universität von Erlangen, die trägt zwar den schönen Namen ihres Mannes, aber ist natürlich eine Idee von Wilhelmine von Bayreuth gewesen. Also deshalb Frauen, wenn sie dann mal zum Zuge kamen, dann an der Seite ihrer Männer oder eben auch wie vielleicht Maria Carolina, die Schwäche des Mannes ausnutzen, dann ganz einfach.
Daniel
00:10:50
Ich kann mich erinnern, damals als ich bei Luise sprechen wollte, hat Zorberg ordentlich die Augen gerollt. Was war dein Grund? Du meinst, du kannst nicht leiden, wenn so jemand irgendwie geheiligt wird. Ich weiß nicht mehr.
Solveig
00:11:04
Wie du dich ausgedrückt hast. Nee, ich mag diesen Madonnen-Kult um Luisa nicht. Das geht mir ein bisschen auf die Nerven. Aber da kann sie ja nichts für. Das sind eher die Deutsch-Nationalen, die das gemacht haben.
Michael
00:11:17
Naja, nicht nur die Deutsch-Nationalen. Ich glaube, das war auch in der sehr frühen Zeit, es fängt ja sehr, sehr früh an, diese Geschichte oder diese kultige Form, allein schon die Art und Weise der Präsentation der Toten. Also dass die Berliner oder die Preußen immer am 19. eines Monats in den Tempel durften. In jedem Monat, aber nur am 19.
Daniel
00:11:41
Der Todestag.
Michael
00:11:41
Der Todestag, der König, der 19. Juli war der Todestag. später ist es erweitert worden natürlich noch, weil der König natürlich für sich die Trauer in Anspruch nahm erstmal, aber auch mit vielen Sachen gebrochen hat, also was es angeht und damit der Kult ja auch da ist und mit diesem Madonnenkult, das stimmt schon hat, also da ist schon recht, das ist schon eine Überhöhung, kann man sich nächstes Jahr freuen, ich werde eine Ausstellung machen zum Mythos Maria und da wird auch das Thema sein, dieser Luisenkult, als Madonnenfigur Denn es gibt tatsächlich Darstellungen, wo Sie als Schutzmantel Madonna, zu sehen ist.
Daniel
00:12:19
Da gibt es auch so eine Statue, wo sie den kleinen Wilhelm auf dem Arm trägt, aber die gibt es nicht mehr.
Michael
00:12:27
Aber es gibt einen Kupferstich, wo sie tatsächlich zu sehen ist, wie sie ihren Mantel über die gesamte königliche Familie ausbreitet und als Schutzmantel auftritt. Und ich habe mir gerade noch mal die Tage ganz abwegig den Film, den Sie alle kennen, Kolberg, angeschaut und da kommt die Reichswasserleiche, also Christina Söderbaum als Kolbergerin da wunderbar inszeniert als, Bauernmädchen und dann hat Veit Haaland, ihr Ehemann also die Luise so inszeniert musikalisch von der Kleidung her wie Madonna.
Daniel
00:13:02
Die kommt auch so mit so einem Lichtschein.
Michael
00:13:04
Wie eine Erscheinung. Es ist eine Luisenerscheinung.
Daniel
00:13:08
Man muss dazu sagen, falls jetzt die Leute anfangen zu googeln nach Kolberg oder wer streamt ist.
Michael
00:13:15
Der Film heißt Die Stadt heißt heute nicht mehr so.
Daniel
00:13:18
Gut, die Stadt heißt Co-Object, aber man wird auch ein Problem haben, diesen Film zu finden. Also Netflix streamt es nicht und Amazon Prime auch nicht und Disney Plus sowieso nicht.
Michael
00:13:28
Arte zeigt ihn mal.
Daniel
00:13:29
Arte hat ihn einmal gezeigt, glaube ich.
Michael
00:13:31
Zu später Stunde. Mit Kommentarfolger.
Daniel
00:13:34
Ich weiß nicht, ob sie selber werden, sie es nicht gemacht haben, aber nachdem er restauriert wurde, aber was ich eigentlich sagen möchte, ist, er gehört auf die Liste der sogenannten Vorbehaltsfilme.
Michael
00:13:43
Auf YouTube kann man ihn finden. YouTube-Karte.
Daniel
00:13:45
Davon wissen wir hier nichts.
Solveig
00:13:47
Wir werden das nicht.
Michael
00:13:48
Habe ich da gehört.
Solveig
00:13:49
Wir empfehlen solche Filme nicht.
Michael
00:13:51
Habe ich mir sagen lassen.
Daniel
00:13:52
Okay, aber ich wollte ja etwas ganz anderes. Nicht, dass wir jetzt hier plötzlich über Nazi-Filme gleich wieder darauf zurückkommen. Ich wollte eigentlich von Solveig wissen, wenn sie bei Luise die Augen rollt, gibt es, hast du denn eine Hohenzollerin angeheiratet oder Geborene, die du magst? Wo du positive Gedanken hast? Oder kennst du überhaupt niemanden außer Luise?
Solveig
00:14:13
Jetzt habe ich ein bisschen Angst so zwei.
Daniel
00:14:15
Drei fallen mir noch ein mich zu blamieren.
Solveig
00:14:18
Aber ist Alexandra Romanova nicht auch eine gewesen? Nee, die waren eine Nebenliebe.
Daniel
00:14:25
Von Nix, die Frau?
Michael
00:14:26
Nein, von Nikolaus I. Natürlich, eine Ehe da sind wir wieder bei Luise das ist nämlich eine Tochter von Luise tatsächlich, ihre älteste Tochter Charlotte und das ist ein Wunschtraum gewesen von Luise tatsächlich, in den Wirren dieses Krieges gegen Napoleon, dass sie das Bündnis mit Russland verstärken wollte und das natürlich in einer Hochzeit sah. Und das ist so ein Thema, das habt ihr ja mit Österreich ganz schön, das ist ja dieses Thema, also andere führen Krieg, du glückliches Österreich heirate. Das können wir auf die Hohenzollern mit übertragen. Also auch wenn wir immer so im Blick haben, dass das so eine militärische und viele Eroberungen, die meisten Landgewinne der Hohenzollern sind durch Hochzeit entstanden.
Daniel
00:15:09
Das ist ganz nachhaltig.
Michael
00:15:10
Ja, das Nachhaltigste sozusagen in dem Falle. Und Charlotte, das war ein Hochzeitsprojekt, was aus der sehr engen Freundschaft zwischen Luise und Zar Alexander I. entstanden war. Und die Berliner wissen es ja, der Alexanderplatz heißt ja nach dem russischen Zaren und auch das Zeichen dieses Bündnisses. Und die wollte man also auch dynastisch sehen. Und deshalb also diese Eheschließung zwischen Nikolaus, dem Bruder, dem jüngeren Bruder Alexanders I., und Charlotte, der ältesten Tochter von Queen Luise und Friedrich Flemm III., von Preußen und die nimmt tatsächlich den Namen an Alexandra Fyodorowna, also Alexander in Ehrbietung zum Zaren und Fyodor, die Form von Friedrich, die russische Form von Friedrich, also der Vaters Name, also bleibt erhalten dann in dem Fall und so ist sie dann russische Zarin und auch die letzte Zarin übrigens heißt so.
Solveig
00:16:11
Genau, ich meinte auch eigentlich die zweite, also die vom zweiten nichts.
Michael
00:16:14
Du meinst die letzte?
Solveig
00:16:15
Genau, ich meinte die vom zweiten nichts.
Michael
00:16:17
Und ich dachte schon.
Daniel
00:16:19
Du möchtest hier gerne noch mal darauf verweisen, dass wir ja noch Flurfunk Paulskirche als Spin-Off haben, wo nämlich die eigentliche Alexandra Fjordor auf einmal auftaucht, weil sie dem FW4, Friedrich Wilhelm IV., dann so warnende Briefe schickt. Ja, du, der Nix ist schon ganz aufgeregt, macht das mal nicht mit dieser Verfassung, der mag das nicht.
Michael
00:16:37
Das ist auch sehr schön, genau, der erinnert so daran, sein Schwager, auch Nikolaus der Ersten erinnert, sein Schwager immer daran, dass sein Vater, also Friedrich Wilhelm III. ja auch schon so dagegen war und er möchte sich doch bitte an Papas Vorgaben halten. Und mein Papa also wirklich im doppelten Sinne, weil er Friedrich Philipp III. als Vaterfigur auch sehr stark anerkannt hat, weil er eigene eben kaum hatte an der Stelle. Die werden ja fast immer ermordet. Es gibt glaube ich ganz wenige russische Zahne.
Daniel
00:17:13
Blöder Job.
Michael
00:17:13
Die blöder Job. Also das ist ein Schleudersitz immer gewesen.
Daniel
00:17:15
Aber das ist so ein bisschen wie bei den römischen Imperatoren. Die haben da immer Probleme mit der Blastwache gekriegt. Zu den Elite-Soldaten, die sich das anders vorgestellt haben und dann gedacht haben, es gibt ja noch mehr.
Solveig
00:17:25
Aber das ist ja nur zweimal passiert am Anfang.
Michael
00:17:28
Nö, die sterben schon häufiger. Ich glaube, die einzigen sind die Damen der Romanovs, die durchhalten, wenn sie auf dem Thron sitzen. Und dann mit der Enzyküle, die auf dem Schoß auf der Toilette sitzen, den Schlaganfall bekommen.
Daniel
00:17:42
Wer war das denn jetzt?
Michael
00:17:43
Katharina die Große, tatsächlich.
Daniel
00:17:45
Die haben sie bestimmt nachträglich in den Arm gelegt, die hatte was ganz anderes.
Michael
00:17:49
Die hatte was anderes gelesen. Aber das wird zumindest... Nein, aber auch die zweite, die zweite Alexandra Fjodorovna ist natürlich eng mit den Hohenzollern verbunden, denn sie ist eine Enkelin von Queen Victoria und das hat sie ja mit dem letzten deutschen Kaiser gemein. Und die verbannt tatsächlich... Naja, Nikolaus II. und Wilhelm II. verband ja auch so eine wunderbare, naja, Hassliebe kann man das vielleicht nicht nennen, aber die haben sich fleißig geschrieben. Und da ist es umgekehrt, dass es also Wilhelm II., der Nikolaus II. sehr, sehr Maß regelt, wie er denn sich so präsentiert hat. und dann nach 1905, als es die erste Revolution war, ihm also wärmstens ans Herz legt, er sieht doch, wie sein Volk ihn liebt. Und er müsse sich doch nicht so isolieren und sich davon fernhalten, sondern möge sich doch viel mehr mit diesem Volk, das er da hat, auseinandersetzen. Dann würden ihm solche Sachen wie 1905 erspart bleiben.
Daniel
00:18:42
Wie schön, dass unser Kaiser solche Sätze verteilt.
Michael
00:18:45
Das ist wirklich schön. Die eigene Reflexion ist ja bei vielen Menschen immer sehr schwach. Man sieht ja mal eher das, was gegenüber ist. Und das konnte William Zweig nie. Ich finde ihn ja auch sehr interessant, weil er ist wahrscheinlich nicht spannend durch seinen Karriere. Und auch die Frau dazu. Da sind wir bei den Frauen. Wir wollen ja zu den Frauen.
Daniel
00:19:07
Genau, aber wollte ich eigentlich erst mal kurz fragen, ob du denn jetzt eine Lieblingsfrau hast, wo dein Herz aufgeht. Jenseits der Luise. Oder ist das die Luise?
Michael
00:19:19
Nee, also Luise ist ja ganz süß irgendwie so und auch durch den Mythos natürlich vielen bekannt und öffnet die Tür vielleicht auch zu den Frauen der Hohenzollern, weil man die verharmlost hält. Sie war einfach desinteressiert, also jemand, der behauptet, man könnte alle Bücher getrost auf den Grunde der Hafe versenken, damit man nicht gestört und genervt wird mit irgendwelchem Lesekram. Also Bildungsideale hat die bestimmt nicht vertreten, davon können wir ausgehen, aber sie war sicherlich ein mitfühlsames Wesen, ein mitfühlsamer Mensch, was ihre eigene Familie, ihre eigenen Kinder angeht. Von der Warte aus, also in der Rolle kann man sie durchaus ganz positiv sehen. Ansonsten gibt es immer so, was wissen wir über die Leute? Ist ja auch immer eine Frage, was geben die Preise oder was ist preisgegeben worden? Und ich finde dann immer so interessant, Leute oder Personen, die vielleicht nach hinten geschoben worden sind oder immer wieder ins Hintertreffen gerannt sind, dass man die ein bisschen nach vorne schiebt. Ob man die dann gleich mögen muss, ist eine andere Frage. Aber man könnte ihnen zumindest ein bisschen Objektivität zukommen lassen. Wie der Frau Friedrich II.
Daniel
00:20:33
Beispielsweise. Also Objektivität ist ja etwas, was wir in diesem Podcast vermeiden wollen.
Michael
00:20:38
Nein, das ist es ja. Objektivität geht ja immer noch ein bisschen. Da sind wir wieder bei der Selbstvernehmen. Wie weit geht die tatsächlich?
Daniel
00:20:45
Nein, Solveig ist natürlich immer sehr objektiv und versucht, die wissenschaftlichen Standards hier hochzuhalten. Und mir geht es immer mehr um Emotionen hier.
Solveig
00:20:53
Nein, wir machen hier noch Quatsch. Und dem Sympathien gelten.
Daniel
00:20:59
Aber du hast doch bestimmt, wenn du in dich horchst, dann hast du doch eine hohe Zahl. Wenn du dich nochmal in diese Ausstellung zurückversetzt, in der du da geführt hast, dann ist die Auswahl, die es da gab.
Michael
00:21:08
Da geht es ja um die Frage der Nachhaltigkeit, also wie das ja heute so schön gesagt wird. Was ist denn geblieben davon? Und worüber sprechen wir heute noch? Dann ist es bestimmt so viel Charlotte. nicht nur weil ein Stadtbezirk von Berlin nach ihr benannt ist und ein Schloss, das sie gebaut hat sondern weil natürlich ihre Wirkung auch in Zusammenarbeit mit ihrem Mann da ist es ja umgekehrt das war die erste Königin in Preußen, genau, verheiratet also mit erst Friedrich III., der sich ja dann selbst krön zu Friedrich I., was sie glaube nicht so witzig fand, also auch nicht so wichtig wie er wahrscheinlich er wird ja immer unterschätzt durch ein Urteil, dass sein Enkel über ihn gefällt hat.
Daniel
00:21:54
Das war Friedrich der Große.
Solveig
00:21:55
Ja, Friedrich der Zweite.
Michael
00:21:56
Friedrich der Große. Der meinte also, sein Großvater sei im Kleingroß und im Großen klein gewesen. Was ich so auch nicht unterschreiben würde.
Daniel
00:22:06
Und der war ja auch ein fieser Mann.
Michael
00:22:07
Ja, Friedrich sowieso. Also ein Misanthrop. Das wusste er aber auch. Wer behauptet, dass er Hundeliebe hat als Menschen, der weiß ja, was er sagt und wo er steht zu den Menschen. Und Friedrich I. gemeinsam mit seiner ersten Frau, Sophie Charlotte, die haben natürlich auch in dieser Zusammenarbeit mit Leibniz natürlich Bleibnis geschaffen. Ob es die Akademie der Wissenschaft, die Akademie der Künste ist, die heute an sehr prominenter Stelle beide in Berlin sich immer noch befinden und zu den Ältesten ihrer Art in der Welt tatsächlich gehören.
Daniel
00:22:41
Aber es gehört schon so zur Standardausstattung eines Königtums, oder sowas zu haben.
Michael
00:22:46
Naja, aber es ist halt, ich glaube, wenn man sich überlegt, wie lange haben die gehalten, diese Sachen. Und diese Institutionen, auch die Charité beispielsweise, sind ja Sachen, die wirklich, Im Vergleich zu allen anderen europäischen Nationen, die Zeiten überdauert haben, ohne Unterbrechung. Also die Charité über 300 Jahre, die Académie Royal in Paris, die ist geschlossen worden mit der Revolution und die Académie Française wieder gegründet worden. Das hat es bei der Académie in Berlin nie gegeben. Also keine Zeit, kein Umstand hat dafür gesorgt, dass solche Einrichtungen permanent zu waren. Die haben dann zwar nicht mehr gearbeitet im übrigen Sinne, aber sie waren existent. Und das ist doch schon, das finde ich schon was Besonderes, also auch eine Geisteshaltung zu schaffen, auch die Grundlagen zu legen für bestimmte Dinge, auf die man aufbauen kann, also nicht muss. Und da spielen Frauen natürlich eine große Rolle, auch Sachen wieder aufzugreifen. Also wenn wir an die Gemahlin Friedrich Wilhelms IV. denken, an Elisabeth von Bayern, die nicht nur die namentliche Gleichheit zur österreichischen Kaiserin hat, sondern ihre leibliche Tante, als auch ihre Patentante ist, in dem Fall. her, die natürlich mit der Wiederbelebung des Schwanritterordens, unter denen sie alle ihre karitativen Sachen stellt, natürlich Bleibendes geschaffen hat. Ob das die Waisenhäuser waren, das König-Elisabeth-Krankenhaus in Berlin gibt es bis zum heutigen Tage, was also daran erinnert, dass eine Frau eine sehr starke Initiative hat und sie war die Hochmeisterin auch dieses Ordens, dann in diesem Fall auch was ganz Besonderes.
Daniel
00:24:18
Das muss man sich jetzt nicht so vorstellen wie so ein Non-Kloster-Ordens.
Michael
00:24:21
Nö, gar nicht. Nein, also dieser Orden, das ist ja auch dieser Orden.
Daniel
00:24:25
Also ein Orden, den man verliehen bekommt?
Michael
00:24:26
Ja, tatsächlich. Also dieser Schwanritter-Orden ist ja gegründet worden von Friedrich II., Kurfürst von Brandenburg, in Brandenburg selbst, in der Marienkirche. Und das Ziel war es tatsächlich, man kam ja aus dem Schwäbischen nach hierher und man war wie heute, also die Schwaben waren gelitten. Es gibt Wiederholungen in der Geschichte dann doch. Und die versuchten jetzt alles, um irgendwie anzudocken an die hiesige Adelsgesellschaft. Und der kurmärkische Adel war ein bisschen rebellisch. Und um das zu unterbinden, hat man versucht, die Ansied zu binden. Das hat man unter anderem mit diesem Orden getan, in denen 30 Ritter aufgenommen worden sind. Und man höre und staune sieben Ritterinnen. Also wenn man ganz genau wusste, die Hunsrollern wussten das schon. Also es geht über die Frauen. Man kann nicht nur über die Männer die Sache oder Ziele erreichen, sondern besonders über die Frauen. Und es hat diesen Orden, der dann, ich würde mal sagen, eingeschlafen ist, weil er abgelöst worden ist durch den Schwarzen Adlerorden als höchste Auszeichnung des Landes mit der Gründung des Königreiches. Der ist nur eingeschlafen, der ist nie erloschen. Und Friedrich Wilhelm IV. belebt ihn also wieder mit seiner Frau. Und das Ziel ist also die Verbreitung des christlichen Glaubens durch die Tat. Also nicht durchs Wort, wir reden nicht darüber, sondern wir tun was, tatsächlich. Und das hat Elisabeth also wirklich auch wörtlich genommen. Also das ist mit den Waisenhäusern, sie selber hat keine Kinder gehabt, was nicht an ihr lag, wie wir wissen, Blankhufeland, dem Arzt, dem Hofarzt. Okay. Es gab andere Gründe, jetzt können wir, bei Zweien wäre es dann, also könnte verantwortlich sein. Und das war für sie tatsächlich eine große Trauer, weil sie hätte gerne Kinder gehabt, aber hat dann also ihre ganze Kraft in Kinderbetreuung und in soziale Projekte also auch gesteckt. Das war ihr dann ganz besonders wichtig. Ja und das ist schon auch eine Sache, wie wir sagen, das Königin Elisabeth Krankenhaus gibt es immer noch in Berlin und vergleichbare Einrichtungen, die auf sie zurückgehen. Und das ist schon eine Sache, das schon mal an den Tisch fällt. Wahrscheinlich eben, weil die Monarchie generell abgelehnt wird. Und wir eine andere Staatsform heute haben. Und was auch sehr gut so ist, denn diese Personen, alle, die von dem wir gerade gesprochen haben, hätten nie im Leben auch nur eine Mitspracherecht für die Bevölkerung gewünscht oder durchsetzen lassen. Also Friedrich Wilhelm IV., der behauptete, zwischen ihm und Gott ist kein Platz für ein Blatt Papier.
Daniel
00:27:05
Der wird aber auch durch die Ständevertreter hören, wie es seinem Volk geht.
Michael
00:27:09
Wir hören schon, ja. Das schon.
Solveig
00:27:13
Aber dann selber entscheiden.
Michael
00:27:16
Ja, dann selber entscheiden.
Daniel
00:27:17
Ja, aber mit göttlicher Hilfe. Er hat ja da quasi ab und an was gehört.
Solveig
00:27:21
Aber nicht mit bürgerlicher Hilfe.
Daniel
00:27:23
Was er tun muss.
Michael
00:27:24
Nein, also es gibt ja diese berühmte Geschichte, dass er ja am toten Blitz seines Vaters aufsteht. Und der kniete daneben wohl und stand dann auf, drehte sich zu seinen Geschwistern. Und zum Hof starten mit den Worten, von nun an weiß ich mehr als jemals zuvor, denn nun bin ich König. Also der war die göttliche Eingebung, war also von Anfang an, also die Momente.
Daniel
00:27:49
Vielleicht meinte er auch nur, dass er jetzt in die diversen geheimen Staatsversammlungen reingeht.
Michael
00:27:53
Ich glaube, der war ein tief religiöser und tief gläubiger Mensch und der hat das auch in dieser Form des Urchristlichen auch verstanden, was auch sicherlich mit der Ehe mit seiner Frau zu tun hatte. Die Katholikin ja blieb auch erst einmal. Das ist wirklich das Bemerkenswerteste. tatsächlich, aber die an ihrem zehnten Hochzeitstag von ihrem Schwiegervater daran erinnert worden ist, dass sie doch ein Versprechen gegeben hätte. Und dieses Versprechen jetzt doch so langsam mal einlösen könnte, was sie dann auch tut.
Daniel
00:28:25
Doch sie hat das durchgezogen.
Michael
00:28:26
Nein, nein, nein. Sie ist nach elf Jahren tatsächlich konvertiert. Sie ist Mitglied der unierten preußischen Staatskirche geworden. Und es geht sogar so weit, dass sie mit ihrem Mann, der dann mehrere Schlaganfälle, wie gesagt, erleidet, nach Italien fährt auf eine letzte Reise, die er unternimmt. Das war sein großer Wunsch nochmal und es wird auch sehr schön beschrieben, wie er dann aufblühte förmlich, also diese Folgen des Schlaganfalls, wie weggeblasen waren. Er konnte wieder reden und so weiter. Aber es ging ihm nicht wirklich gut und zur Papstaudienz konnte er eben nicht mehr mit und dann geht sie alleine und der Papst, dann die Königin davon noch überzeugen möchte, wieder in den Schoß der Heiligen Kirche zurückzukehren und sie antwortet, Heiliger Vater, Mein Mann lebt mir das wahre Christentum vor, das habe ich nicht nötig. Also was so lange dauert, wird am Ende dann auch nachheißen.
Daniel
00:29:19
Wilhelm war besser als der Papst, in den Augen seiner Frau.
Michael
00:29:23
Ja, aber der war auch Bischof. Ja, der war sowieso, also das ist ja die Könige der unierten preußischen Staatskirche, sind natürlich auch mal Bischof.
Daniel
00:29:30
Also ich erkenne eine Tendenz, du hast jetzt länger über Elisabeth gesprochen als über Sophie Charlotte. Und mir ist was aufgegangen. Heißt das, dass in Charlottenburg die Kaiserin Elisabethstraße gar nicht nach der Queen benannt ist? Schon Königin Elisabethstraße.
Michael
00:29:43
Die ist nach Elisabeth von Bayern.
Daniel
00:29:45
Mein Gott, ich dachte, das wäre wegen britischem Sektor.
Michael
00:29:48
Nee, dann müssten wir die Kaiserfriedelstraße ja so nennen, weil das ist der Weg, den Königin Viktoria immer genommen hat, um vom Bahnhof Charlottenburg, den es ja damals schon gab, in ihre Residenz zu fahren. Also wenn sie zu Besuch war, ihre Tochter besucht hat, die Princess Royal Victoria. die Mutter Kaiser Wilhelms II., dann ist die in Charlottenburg am Bahnhof angekommen und die Kutsche fuhr also die heutige Kaiser-Friede-Straße hinunter bis zum Schloss Charlottenburg und Queen Victoria pflegte im neuen Flügel des Charlottenburger Schlosses zu wohnen. Also auch, das war ihre, Ihr Aufenthalt, der dann immer von ihrer Tochter eingerichtet worden ist, wenn Mama zu Besuch kam.
Solveig
00:30:25
Aber war die so oft da?
Michael
00:30:26
Die war relativ häufig da. Ja, man vermutet es ja immer gar nicht, aber die haben sich relativ, also auch gegenseitige Besuche tatsächlich. Ja, doch, man besuchte sich schon. Man war viel unterwegs und besuchte sich gegenseitig.
Daniel
00:30:38
Ich habe gerade das Gefühl, es ist immer so, wenn Micha sich unterhält, dann kommt man so von einem zum nächsten. Und ich habe das ja jetzt auch provoziert mit meinem Reingerede von wegen Lieblingskönigin. Aber Micha hat auch den Ausstellungskatalog dabei und sehr gezielt eine Seite aufgeschlagen. Also vielleicht kannst du einmal sagen, welche Frauen du dir denn eigentlich ausgeguckt hattest, die du uns heute gerne näher bringen möchtest.
Michael
00:31:00
Ich dachte so, wir machen das lustige, heitere Geplauder und dann entwickelt sich das.
Daniel
00:31:06
Ich habe nur ein bisschen Angst. Also wir kommen ja halbwegs mit. Ich weiß noch nicht, ob alle, die uns hören.
Michael
00:31:11
Es gibt halt das Spannende. Es ist ja halt so, dass man ja wirklich, ich habe ja euren Podcast auch gehört und dann weiß ich ja, dass ihr immer so gerne in die südlichen Gefilde entfleucht und dorthin geht.
Daniel
00:31:26
Das machen wir mal in den Sommer vor.
Michael
00:31:29
Ja, das können wir ja im Winter auch mal ganz gut. Diese Frauen sind ja dazu da oder wurden ja dazu benutzt, anders kann man es ja nicht sagen, um Netzwerke zu schaffen und, Verbindungen herzustellen, um Ansprüche zu erwerben und so weiter. Ganz gezielte Hochzeiten, also auch die bestimmten Gedanken, also auch die in der Festigung der Macht natürlich die dynastische Gründe hatten. Wir haben die seltensten Fälle, wo Liebe in unserem bürgerlichen Verständnis eine Rolle spielt und auch das ist ja erst eine Erfindung späterer Jahrzehnte. Ich glaube auch in bürgerlichen Familien hat man sehr gezielt geheiratet, um also Vermögen zusammenzubringen.
Daniel
00:32:12
Das ist ja keine Idee.
Michael
00:32:13
Nur des Adels. Aber da spielt es natürlich eine ganz große Rolle, weil das natürlich Herrschaftsansprüche also berücksichtigt. Und es gibt halt im 15. Jahrhundert schon, wir sind also in der frühen Zeit der Hohenzollern in der Margen-Brandenburg.
Daniel
00:32:27
Das muss man vielleicht noch dazu sagen für all die, die jetzt hier nicht so Berlin-affin sind und Prussophil, dass die Hohenzollern, das klang schon an, eigentlich ja gar keine Preußen sind oder auch keine Brandenburger. Das sind ja auch nochmal zwei verschiedene Territorien. Da vielleicht der Hinweis, ich musste eben feststellen, dass der mit uns durchaus eigentlich freundschaftlich verbotene Podcast Alle Zeit der Welt, wo wir die Ehre hatten, schon mal zu Gast zu sein, aktuell, ohne uns davon rechtzeitig in Kenntnis zu setzen und uns nochmal einzuladen, jemand anderen geholt hat, um mit dieser Person über Preußen zu sprechen. Aber nichtsdestotrotz empfehlen wir gerne auch nochmal jetzt, wenn ihr hier unterbrechen möchtet und die Vorgeschichte nochmal hören wollt, was ist eigentlich Preußen und woher kommt das, dann hört da rein bei Johannes und ich glaube sein Gast heißt Vincent, in deren noch ziemlich aktuellen Preußen-Folge. Ich bin ein bisschen geknickt, aber gut. Wir haben heute auch Preußen. Und da wollte ich aber eben nochmal kurz sagen, dass das zwei verschiedene Territorien erstmal sind. Brandenburg ist ungefähr das, was wir heute kennen, ein bisschen größer. Und Preußen liegt ganz woanders. Das ist das, was wir vor allem als Ostpreußen kennen. Und das kam auf verschlungenen Wegen.
Michael
00:33:42
Durch Heirat.
Daniel
00:33:43
Durch Heirat.
Michael
00:33:45
Durch Heirat. Also es ist tatsächlich ein Anbruch, der durch Heirat entstanden ist. Das ist, was ich meinte, dass dieses relativ, wenn man Brandenburg nimmt und dann das, was da als Preußen später dazukommt, dass der große Kurfürst 1660 im Frieden von Oliver also auch erwirbt und nicht erwirbt im Sinne von die Lehren so weit ablegt, also dass es ein separates und ein eigenständiges Herzogtum also auch wird. Das wird durch Hochzeit erworben und zwar durch den Umstand, dass die Reformation spielt dabei natürlich eine große Rolle, dass der Hochmeister des Ordens, das ist ja Ordensland, Preußen war Ordensland, dass der Hochmeister des Ordens und das ist Albrecht von Hohenzollern dann dieses Land säkularisiert und sich als ersten Herzog dort einführt. Und seine Tochter, der hat nur Töchter und seine Tochter Anna heiratet also den Kurfürsten von Brandenburg, einen anderen Hohenzollern und damit entsteht also durch Heirat der Anspruch und das Erbe in Preußen dann tatsächlich, damals noch unter polnischer Lehenshoheit. Und sowas ähnliches, da macht man natürlich auch in eine andere Richtung.
Daniel
00:34:51
Ich wollte noch eine Sache ergänzen, nur damit das noch klar ist. Wie gesagt, du hast schon darauf hingewiesen, die Hohenzollern sind ja nicht von hier ursprünglich, sondern die haben das quasi übertragen bekommen.
Michael
00:35:00
Ja, genau.
Daniel
00:35:01
Die Burgen sind Schwaben?
Michael
00:35:03
Die Schwaben, ja, ja.
Daniel
00:35:04
Aber ihr früherer Job war in Franken.
Michael
00:35:06
Ja, also sie sind Schwaben tatsächlich, da ist der Ursprung, also die Burg, Hechingen immer noch. Das ist ja ein Wiederaufbau, auch wieder der Zeit Friedrich Wilhelms IV. in erster Linie. Da gab es eine Ruine noch und auch das ist so der Gedanke sozusagen, an das Alter anzuknüpfen. Aber das Ziel der Hohenzollern ist in ihrem Hauswappen, also heute immer noch, oder in ihrem Hausorten immer noch klar formuliert, vom Fels zum Meer. Welches Meer ist da nicht definiert? Es hätte auch das Mittelmeer sein können. und am Anfang ist es das Mittelmeer tatsächlich. Denn Barbara von Hohenzollern heiratet den Markgrafen von Mantua. Also da geht es tatsächlich.
Daniel
00:35:53
Hätte auch Italien sein können.
Michael
00:35:55
Hätte auch Italien sein können. Und diese Idee ist ja bei Friedrich Wilhelm IV. immer wieder da, der ja mehrere Italienreisen unternimmt.
Daniel
00:36:02
Der hat sich geärgert.
Michael
00:36:03
Dass das nicht in diese Richtung ging. Das hätte auch anders ausgehen können, die ganze Geschichte. Und Barbara, wie gesagt, ist Magriffin von Mantua und es ist Papst Pius II., glaube ich, der dann ihrem Vater, Albrecht Achilles, ein Schwert überreicht. Wir reden hier um die Zeit, also Konstantinopel ist gerade erobert worden, ist also nun mittlerweile muslimisch und der Papst möchte das gerne ändern und er schenkt also 1460 nun dem Maggrafen von Brandenburg, Albrecht Achilles. ein Schwert.
Daniel
00:36:43
Damit der nach Konstantinopel fährt? Ein Schwert an der Stadt.
Michael
00:36:48
Genau, so ungefähr.
Daniel
00:36:50
Wusste der überhaupt, wo das liegt?
Michael
00:36:51
Ich weiß es nicht, genau.
Solveig
00:36:53
Geh alleine los, ich mach das.
Michael
00:36:56
Mach endlich, löst doch mal mein Problem hier oder unser aller.
Daniel
00:37:00
Wie verzweifelt musste der Papst sein, dass er auf die Brandenburger zu sein hat?
Michael
00:37:03
Ja, das muss man wirklich überlegen. Das ist so eine Sache tatsächlich, aber die waren ein aufstrebendes Fürstentum, also mittlerweile eine aufstrebende Familie, was die Hochzeit ja nach Italien also auch vielleicht ein bisschen dokumentiert.
Daniel
00:37:16
Da habe ich schon, wie viele Telefonate er vorher geführt hat. Und dann die Nummer von Berlin.
Michael
00:37:22
Und dieses Schwert gibt es tatsächlich noch. Und das ist das Kurschwert, das brandenburgische Kurschwert. Da hat man bei der Reformation dann mal Flux die päpstlichen Insignien abmontiert.
Daniel
00:37:35
Wo ist denn das?
Michael
00:37:36
Das kann man in Charlottenburg. Wenn mich nicht alles täuscht ist, ist es in Charlottenburg in der Schatzkammer.
Daniel
00:37:42
Als Leihgabe des Hauses?
Michael
00:37:43
Nee, das weiß ich gar nicht.
Daniel
00:37:46
Mandenburgisch ist das ja Landeseigentum.
Michael
00:37:50
Eigentum der Krone. 1918 Landeseigentum. Aber das gibt es tatsächlich noch. Und da sieht man mal, es hätte auch in die andere Richtung gehen können.
Daniel
00:38:01
Aber der wollte nicht nach Konstantin Opel fahren?
Michael
00:38:03
Nee, damit war die Sache scheinbar auch erledigt.
Daniel
00:38:06
Oder waren die da kinderlos in Mantua? Warum haben wir das dann nicht?
Michael
00:38:11
Das Lustige ist ja, dass die zurückheiraten. Also die Barbara hat zwei Söhne, die heiraten dann nach Bayern und Württemberg. Also die gehen nicht nach Brandenburg, die bleiben schön in Süddeutschland, also nah an ihrer Heimat, also auch mit ihren Ehefrauen. Aber wie gesagt, diese Verbindungen brechen relativ schnell ab. Also die spielen auch keine Rolle mehr. Aber wie gesagt, es wäre eine andere genommene Richtung dann tatsächlich. Und wie gesagt, Friedrich Wilhelm IV., eben das meine ich auch mit diesem Urchristentum dieses Königs, der ja dann sehr bewusst nach Italien geht. Und die Friedenskirche, wo er und seine Frau ja beerdigt sind im Park von Sonsusie, ist eine römische Basilika. Also der baut da also mitten im 19. Jahrhundert etwas und lässt in Venedig ein Mosaik abnehmen aus dem 13. Jahrhundert, was heute dort zu sehen ist.
Daniel
00:39:00
Hoffentlich gefragt vorher.
Michael
00:39:01
Man hat vorher gefragt, die Kirche sollte abgerissen werden und es wäre vernichtet worden und dann kauft das doch lieber.
Daniel
00:39:06
Diese Italiener, wir haben ja noch 20.000 Stück davon, nehmen das Mosaik halt mit.
Solveig
00:39:11
Die Venezianer haben ja auch alles aus Konstantinopel geklaut, von daher.
Michael
00:39:15
Ja, also wie gesagt, das findet seinen Weg. Und das sind ja schon auch so schöne Wege, die auch erzählen davon, welcher Hintergrund an Bildung und Interesse auch da war. Und das ist schon, denke ich, spielt eine große Rolle. Und Italien sowieso, also die Orangerie im Park mit den, wunderbaren, einer 60 Kopien von Raphaels Gemälden. Das ist ja schon was.
Daniel
00:39:38
Der größte Teil im Park von Sanssouci ist Italien.
Michael
00:39:41
Ist Italien, ja. Preußen hat sowieso wenig mit dem eigenen Land zu tun. Also dank Schinkel kriegt es immer einen preußischen Einschlag. Oder wird also preußisch interpretiert. Also die italienische Turmvilla natürlich in Potsdam hat mit der italienischen Villa in Italien nicht viel zu tun, aber für Preußen passt es dann ganz gut wiederum. Und das zeigt aber auch.
Daniel
00:40:00
Dass wenn die Sehnsucht so groß war, dass es bei der einzigen Verbindung blieb? Oder gab es noch mehr preußische Italiener?
Michael
00:40:06
Ne, also die Verbindung gibt es nicht mehr tatsächlich. Es gibt halt, außer beim Essen, würde ich sagen. Ja, also es ist immer ganz lustig.
Daniel
00:40:13
Pizza wurde in Potsdam.
Michael
00:40:14
Ne, das nun nicht. Aber wenn man also die Speisetafel der preußischen Könige anschaut, dann wundert man sich doch sehr. Oder vermeintlich wundert man sich erstmal sehr. Und dann guckt man nach und dann kann man Adressbücher finden oder Hinweise, dass es in Berlin, also in der Zeit des Soldatenkönigs zwei italienische Lebensmittelhändler gegeben hat, also die den preußischen Hof mit Olivenöl und dergleichen mehr, also versorgt haben, also mit italienischen Lebensmitteln. Das ist also so ein Mittelmeermarkt hier in Berlin, das ist keine Erfindung des 20. Jahrhunderts, sondern ist schon wesentlich älter. Also schon aus dem 18. Jahrhundert und auch vorher schon werden Lebensmittel aus diesen Regionen, also die langhaltend sind natürlich, klar, werden also auch gebracht. und die findet man natürlich dann auch wieder und die bemühen sich also Weine, wie gesagt Olivenöl und solche Sachen auch Pasta übrigens dann einzuführen und hier publik zu machen. Hat sich nicht ganz so, wahrscheinlich nicht so schnell durchgesetzt, dafür braucht man erst das 20. Jahrhundert.
Daniel
00:41:18
Bevor die sogenannten Gastarbeiter kamen, wussten wir hier nicht mal was Zucchini ist.
Michael
00:41:22
Ne, das wusste man schon. Zumindest am Hof.
Daniel
00:41:26
Weil die so schöne Blüten haben.
Michael
00:41:28
Das streut genau wie die Kartoffeln. Also bestimmte Sachen sind schon viel, viel länger da, als wir das vermuten, nur eben nicht so am Hof. Also es begrenzt sich auf den Hof und die Hofgesellschaft, aber existierte bereits. Auch italienische Konditoren übrigens, die hier bei Friedrich im Großen, also schon beschäftigt haben.
Daniel
00:41:48
Nimmt sich ja gerne aus anderen Ländern da. Ein paar Spezialitäten.
Michael
00:41:51
Richtig.
Daniel
00:41:52
Also jetzt hat es leider mit dem Mantua als preußischen Erbland nicht geklappt. Gibt es denn da noch, was gab es denn dann stattdessen für Hochzeitspläne, die vielleicht Erfolg versprechen?
Michael
00:42:01
Ich glaube, der erfolgreichste Hochzeitsplan, der jemals verführt worden ist, ist natürlich die Hochzeit zwischen dem Kurprinzen Friedrich Willem, der in den Niederlanden geboren oder zumindest nicht in Berlin geboren worden ist, also Friedrich Willem, der spätere große Kurfürst. Der ist hier geboren, aber ist dann nicht hier aufgewachsen aufgrund des Dreißigjährigen Krieges. Und man brachte ihn in die sicheren Niederlande, wo er auch ein Leiden studiert hat, also Staatswissenschaften und Geschichte. Und bei dieser Gelegenheit auch seine Ehefrau traf, Luisa Henriette von Oranien. Und diese oranische Verbindung, die ist natürlich ganz herausragend, weil sie so viele, also bis in 20 Jahre tatsächlich eine Rolle und eine Bedeutung gespielt hat, wenn wir an den letzten deutschen Kaiser denken. Und diese Hochzeit, die ist im HM… Ich glaube.
Daniel
00:42:48
Das bist du auch so sagen. Ich glaube, Micha meint, dass der seine Zuflucht nach 1918 in den Niederlanden gefunden hat.
Michael
00:42:53
Ja, also er wollte eigentlich in die Schweiz, aber da war schon ein Kaiser und der meinte, zwei Kaiserverein sind zu viel.
Daniel
00:42:58
Welcher Kaiser war in der Schweiz?
Michael
00:42:59
Karl. Karl ist als erstes in die Schweiz gegangen, der österreichische Kaiser ist als erstes in die Schweiz gegangen, bevor er dann weiterzieht. Und es war dumm. Für Wilhelm II. war das nicht so günstig. Aber auch die Niederländer waren ja neutral. Also es war auch ein neutrales Land. Und er tritt nachher in ein Haus in Ammerungen auf eine Dealung, die der große Kurfürst geschenkt hatte. Also er tritt auf heimischem Boden, als er sozusagen ins Exil geht. Und das hat mit dieser Verbindung mit dem Hause Oranien natürlich auch direkt zu tun und diese Eheschließung mit Luise Henriette hatte unter anderem auch Verträge zur Folge, nachdem es hieß, wenn der Mannesstamm des Haus Oranien ausgestorben ist, fällt das Erbe an die Kinder und Kindeskinder der ältesten Tochter des Erbstadttalters der Niederlande und diese älteste Tochter war Luise Henriette dieser Fall tritt tatsächlich ein. Ein Glücksspiel ganz genau 1705 tritt er nämlich tatsächlich ein Und der gerade frische junge preußische König, also frisch gekrönte preußische König Friedrich I. lässt also preußische Truppen in die Niederlande einmarschieren, um seinen Besitz in Anspruch zu nehmen nun. Aber die Generalstaaten also mobilisieren ihr eigenes Heer und stoppen die Preußen tatsächlich und versuchen das auf diplomatischem Wege zu lösen, was also auch tatsächlich geschieht. Das Haus Nassau-Dietz, also eine der anderen Töchter, wird in das Amt des Erbstadtalters eingeführt. Das ist auch das heutige Königlich, also das Haus der Königlichen Niederlande. Und was man bekommt, sind fünf Schlösser in den Niederlanden, den Besitz. Dazu gehört Haus den Bosch, also auch Königliche Residenz in den Niederlanden ist und vieles andere mehr. Und die werden erst aufgegeben unter den Soldatenkönigern. Der sagt dann, was soll ich da fünf Schlösser unterhalten, die Niederlande von Habignischt. Was bleibt, ist immer der Titel bis zum heutigen Tage. Also die Hohenzollern sind Prinzen von Oranien.
Daniel
00:44:57
Wären die da auch eingeladen?
Michael
00:44:58
Mittlerweile wieder. Es gab eine Zeit lang, wo die ausgeschlossen waren. Mittlerweile sind sie wieder fähig. Die Zeit des Nationalsozialismus hat dazu geführt, dass man die Hohenzollern und ihre Rolle vor allen Dingen hinterfragt hat und bei großen Veranstaltungen nicht dabei waren. Das hat sich geändert mittlerweile, also sie sind eingeladen jetzt wieder und Friedrich Wilhelm I., der ist ja ein Pfennigfuchser und der sagt sich so, okay, wenn ich die ganzen Schlösser schon verliere da oder verkaufe, die hat sie verkauft, hat sie ja nicht verschenkt, verkauft, dann holen wir vorher alles raus, was da drin ist. Und das wird heute noch Besenrein übergeben, ganz genau. Und was war da drin? Van Dijk, Rubens, Porzellane, also das ist die sogenannte uranische Erbschaft, die man sich heute noch anschauen kann in der Bildergalerie im Park von Sanssouci, im Schloss Oranienburg und so weiter. Denn dahin werden diese Kunstwerke also gebracht und sind Teil der wunderbaren Schlossausstattung, wie wir heute also immer noch in den Schlössern und Gärten hier in Berlin und Brandenburg noch haben. Und das ist die sogenannte uranische Erbschaft. Das ist wahrscheinlich am nachhaltigsten. Man hat dann später versucht, das wieder aufleben zu lassen. Und im ausgehenden 1800 spielt das eine große Rolle. Also die Schwester Friedrich Wilhelms II. von Preußen, also des Nachfolgers Friedrichs des Großen, heiratet, ein Erbstadt haltet der Niederlande dann tatsächlich, Und da wird der Bruder auch hilfreich sein, als nämlich 1787 die patriotische Partei der Niederlande zu aufrufen, das Abstadthalterhaus zu stürzen. Da marschieren 40.000 preußische Soldaten in den Niederlanden ein, um den gerechten Frieden wiederherzustellen. Und für diesen gerechten Frieden muss natürlich ein Triumftor errichtet werden, das also an diesen gerechten Frieden in den Niederlanden erinnern soll. Und das kennen wir alle, das ist das Brandenburger Tor.
Daniel
00:46:51
Ach so, das Friedenstor.
Michael
00:46:53
Das Friedenstor, ganz genau. Das ist sozusagen der Hintergrund.
Daniel
00:46:57
Kein Triumphbogen.
Michael
00:46:58
Kein Triumphbogen, Friedenstor, genau, das also an diesen gerechten Frieden erinnert. Es ist nie als solches wahrgenommen worden, natürlich, weil das genau in diese napoleonische Kriegszeit fällt, die Quadriga verschwindet, wiederkehrt und so weiter. Und dadurch dieses Tor niemals in diese Bedeutung gerät. Aber nach dem Ende der napoleonischen Zeit, als die Niederlande Königreich wird, ist die erste Königin der Niederlande eine Preußin.
Daniel
00:47:21
Natürlich.
Michael
00:47:21
Also das setzt sich in den nachfolgenden Generationen fort. Es wird immer wieder geheiratet. Auch die zwei Kinder von Königin Luise heiraten niederländische Prinzen und Prinzessinnen.
Daniel
00:47:33
Liegt das nicht auch ein bisschen an der etwas eingeschränkten Auswahl, die man hat aufgrund der konfessionellen Zugehörigkeit? Weil sie sind ja, wir sprachen vorhin davon, dass sie von der Reformation, da ist ja erstmal Luther die erste Wahl, aber wenn man nach in die Niederlande geht, dann doch wahrscheinlich, weil man mittlerweile sich für eine andere Option ist.
Michael
00:47:51
Genau. Und da gibt es ja nicht so viele Erschehäuser, die rennen formiert sind. Da sind die Hohenzollern auch sehr opportunistisch, kann man schon mal so sagen. Also 1613 steht eben das Erbe an der niederländischen Grenze an, also bestimmte Herzogtümer und Grafschaften, die man gerne haben möchte. Und man überlegt sich sehr und kalkuliert sehr genau, wer könnte einen da unterstützen. Und das sind die Nachbarn, das Nachbarland, die Niederlande. Und dann tatsächlich vollzieht man den Kursen. Verzogung wird reformiert, also vom lutheranischen Glauben. Und das ist jetzt wieder was Besonderes in Preußen. Man verlangt es nicht von seinen Untertanen. Also das wäre ja eigentlich nach der Reichsregel, nach der Reichsregelung wäre es ja so, dass jetzt die Untertanen müssten jetzt alle reformiert werden. Das verlangt die Hohenzoller nie. Aber, jetzt kommt das Aber, das berühmte schöne Aber.
Daniel
00:48:38
Man versucht es trotzdem.
Michael
00:48:39
Wenn man in hohe Ämter des Hofes aufsteigen möchte, dann ist es von Vorteil, würde ich mal so formulieren, wenn man doch reformiert ist, also zu dem Glaubensbekenntnis des Herrscherhauses folgt, ansonsten eben nicht. Und dann ist es ja sozusagen Friedrich Wilhelm III., der 1819 mit der Bildung der unierten preußischen Staatskirche das ja wieder aufhebt. Und damit ist man also eine reformierte, oder nicht mehr reformierte, sondern eine eigene Kirche in dem Sinne und evangelisch halt. Und dann gibt es diesen Unterschied zwischen reformierter und lutheranischer Kirche eben nicht mehr in den Preußen. Aber es bleibt das Recht. Und das ist einfach so, der erste Bischof des Landes ist der König. Nicht nur per Titulatur, sondern er ist das Oberhaupt der Kirche, tatsächlich auch im religiösen Sinne. Ja, natürlich ist es eingeschränkt. Aber wir haben ja gesehen, dass diese Ehe zwischen Friedrich Wilhelm IV. und Prinzessin Elisabeth, das ist ja wirklich eine Liebesheirat. Die Geschichte ist ja auch einfach viel zu schön. Also der junge Mann möchte immer nach Italien. Der ist Kronprinz und möchte immer nach Italien. Und man verweigert ihm das und soll nicht fahren. Und das Einzige, was man erlaubt, ist eine Reise nach Süddeutschland. Also um die Erblande, die eigenen Erblande kennenzulernen, um mal nach Hechingen zu fahren und so weiter. Und man fährt natürlich auch bei den Verwandten in Bayern vorbei.
Daniel
00:50:10
Das heißt, er hat sich so irgendwie herangetastet an die italienische Grenze. Ich kann dann, wenn ich schon mal da unten bin, Können sie mich nicht schnappen?
Michael
00:50:17
So ungefähr. Und es läuft noch ein bisschen anders. Er trifft dort Elisabeth. Und die verlieben sich echt wirklich ineinander. Haben also eine wirkliche Zuneigung zueinander, ähnliche Interessen und so weiter. Und das wird in Berlin ruchbar. Und man denkt so, um Gottes Willen. Also das ist nur das Letzte, was wir hier brauchen können. Eine katholische Hochzeit. Also geht überhaupt gar nicht. Und erlaubt dem Kronprinzen jetzt also die Weiterfahrt nach Italien. Also mit der Hoffnung, dass er bei diesem Ganzen, wenn sein Traum wahr wird, dass er alles andere vergisst, was ihm auf der Reise passiert ist und dass ihn das Pantheon so schwer beeindruckt, dass er Elisabeth aus seinen Gedanken streicht. Das tut er nicht. Er kommt zurück und es kostet ihm wirklich lange, lange Zeit. Der Überzeugung. Und der Vater, Friedrich Wilhelm III., stellt tatsächlich eine Bedingung. Und die Bedingung lautet, dass der Papst einen Dispens erteilt. Also der Papst muss zustimmen in Rom. Das ist also die Bedingung, die Friedrich Wilhelm III. stellt. In der weisen Gewissheit. Das hat der Papst noch niemals getan. Er tut es. Aus einem einfachen Grund. weil Elisabeths Mutter war Protestantin die ist sowieso nicht echt. Wenn man das Schäfchen verliert aus der Erde kommt was anderes nach und also nun ist alles in allen Bedingungen sozusagen erfüllt und Friedrich Wilhelm III bittet jetzt seine Schwiegertochter lediglich darum, dass sie doch, Gelegenheit, wenn ihr Gewissen ihr das erlaubt, doch zum Glauben, zum polistanischen Glauben und zur unierten preußischen Staatskirche übertritt. Und dafür braucht sie dann tatsächlich elf Jahre. Also um das zu machen, wie gesagt, am zehnten Hochzeitstag kommt nochmal die Erinnerung, ich ersehnte, erwähnt ihr das vorhin schon. Und auch ganz klar in den Verträgen, in den Eheverträgen wird auch festgelegt, dass die Kinder natürlich im Sinne der unierten preußischen Staatskirche erzogen werden, nicht katholisch, auf gar keinen Fall. Und nun gibt es diesen Fall, Es gibt keine Kinder aus dieser Ehe. Aber wie gesagt, sie trittern über und das ist ja wie gesagt sehr überzeugend. Sie brauchen eine Weile, aber dann ist sie auch wirklich überzeugt. Aber du hast natürlich recht, es ist natürlich wirklich eine Schwierigkeit, da Partner zu finden, die zu heiraten sind und in der Regel ist es so, dass es nur in die andere Richtung geht. Es gibt aber nicht so viele reformierte Herrscherhäuser. Evangelisch reicht schon. Oder es muss ein regierendes Haus sein, bis zum heutigen Tage.
Daniel
00:52:51
Das ist die Hohenzollern strenger als die, die wirklich noch was zu sagen haben.
Michael
00:52:57
Genau, also nach dem Hausrecht, dem ausgesetzten Hohenzollern, muss um in den Genuss der Versorgung durch das Königshaus zu kommen, muss man einen Mitglied eines regierenden oder ehemals regierenden Hauses heiraten.
Daniel
00:53:14
Durch ehemals regierend im Heiligen Römischen Reich findet man dann doch ein größeres Haus.
Michael
00:53:21
Die aktuelle Prinzessin Sophie, da haben wir diesen Fall. Ich glaube, der Herrschaftsbereich ihrer Familie ein sehr beschränkter, aber es war eben ein Herrschaftsbereich. Der ist gecheckt. Ja, genau. Bedingungen erfüllt und damit war es die Sache auch gut. Was ja auch ganz interessant ist. Aber wie gesagt, wir haben ja diese Verheiratung nach Russland zum Beispiel. Also das wäre ja auch eine Orthodoxie und auch Charlotte vollzieht ja den Übertritt dann tatsächlich. Und damit es ihr nicht so schwer fällt, hat Schinkel ihr dann in ihren Garten an den finnischen Meerbusen eine schöne gotische Kapelle gesetzt. Das ist nicht so schwer.
Daniel
00:54:03
Aber das heißt, diese Hochzeit, von der wir jetzt sprachen, der große Kurfürst und die Henriette von Oranien, Die sorgen dafür letzten Endes, dass da im westlichen Deutschland einige Teile dann nachher in den Schoß der Hohenzollern fallen. Unter anderem auch meine Heimat schon.
Michael
00:54:21
Ja.
Daniel
00:54:22
Also die Grafschaft Mark, der wunderschönen Stadt Bobum.
Michael
00:54:24
Jülich, Graf, genau. Schon wieder Jülich, Graf und Berg.
Solveig
00:54:27
Ja, das ist auch ein richtiger Preuß.
Michael
00:54:30
Ja, genau. Also es ist in diesem Nachgang und es ist ja so ein ständiger Streitpunkt da in dieser Grenzsituation. Ein Streitpunkt, der sich ja lange hinzieht. Also gerade mit dem Englischen, also mit dem Kurfürstentum.
Daniel
00:54:42
Für meine Identität und mein Selbstverständnis wollte ich von dir erfahren, bin ich ein erheirateter richtiger Preuße oder bin ich ein Beute-Preuße?
Michael
00:54:52
Nee, schon ein erheirateter richtiger Preuße.
Daniel
00:54:55
Du vielleicht.
Solveig
00:54:56
Ich bin Beute-Preuße.
Daniel
00:54:58
Aber ich wurde erheiratet.
Michael
00:54:59
Ja, genau. Zumindest die Ansprüche sind aus Hochzeitssachen da und die sind dann durch die Verbindung mit Oranien nochmal verstärkt, Also gesichert worden, so kann man das vielleicht nennen. Also weil dieser Streitpunkt war ja immer, das ging ja um das Haus Pfalz-Zweibrücken und die Häuser Hannover und Preußen, die sich da um diese kleinen Grafschaften gestritten haben.
Daniel
00:55:25
Klein aber fein.
Michael
00:55:25
Klein aber fein, ja. Also es muss ja einen Grund gegeben haben, warum man sich das immer so hat. Und das ist auch noch ein Thema tatsächlich immer wieder, auch bei der Hochzeit von Friedrich Wilhelm I. mit Sophie Dorothea von Hannover. Auch da kommt es wieder aufs Tableau. Und es bleibt auch in der Regierungszeit Friedrich Wilhelm I. immer wieder ein Thema in der Fahndung zwischen dem Schwiegerpapa, also dem englischen König, und ihm selbst. Also, dass man immer wieder guckt, dass man das sichert. Also, dass es auch wirklich klar ist, das ist jetzt preußisch und bitte, das bleibt auch schön dabei. Und ja, also es ist so ein Dauerbrenner, glaube ich, gewesen. Mal so richtig geklärt und endgültig geklärt. Wahrscheinlich erst in der nachnapoleonischen Zeit. Also es dann wirklich klar wird, das, was keiner haben will, das kriegen die Preußen dann.
Daniel
00:56:14
Ja, mit einem guten Fang gemacht.
Michael
00:56:16
Nein, aber das. Bitte. Es funktionierte ja halt immer, das darf man ja auch nicht vergessen, dass dieses nicht zusammenhängende Staatsgebiet Preußens, wir reden immer mit Preußen, was ist Preußen, das ist eine sehr gute Frage, aber zumal es ist erstmal kein zusammenhängendes Staatsgebiet und dass eben die Verwaltungsreformen, Verwaltungsstrukturen, die Militärreformen und all diese Dinge oder Einführung dieser ganzen Sachen, die beim großen Kurfürsten beginnen und natürlich fortgesetzt werden, ganz besonders vom Soldatenkönig. dazu geführt haben, dass man sich als Preuße geführt hat. Egal, ob man in Königsberg saß oder an der Grenze zu Frankreich oder den Niederlanden, es galt identisches Recht. Und die Einteilung der Kantone, also sprich die Aushebung des Militärs und so weiter, waren für alle gleich. Es gab keinen Unterschied. Und damit hat man ja zumindest so, es war ja mehr ein Gedanke, also ein Staatsgedanke, ein Staatsgedanke, als dass es diesen Staat als solchen, wie wir uns das heute vorstellen, existieren, gab. Und das spielt natürlich auch eine Rolle.
Daniel
00:57:21
Welche Frauen haben denn noch dazu beigetragen?
Michael
00:57:24
Welche Frauen haben denn noch dazu beigetragen?
Daniel
00:57:26
Also ich höre dir natürlich gerne zu, aber ich fühle mich immer noch verpflichtet, das Frauenjahr zu erfüllen.
Michael
00:57:31
Das ist ja auch ganz wichtig, weil die Frauen natürlich dabei immer...
Daniel
00:57:34
Weil Solveig sonst hier sich einen Kaffee holt.
Michael
00:57:38
Ja, aber Frauen haben dafür gesorgt. Da sind wir bei der Heiratspolitik des Soldatenkönigs natürlich auch, der seine Töchter, ähnlich in der Manier Maria Theresias mit Fürstenpotentaten verheiratet nach Bayreuth, Ansbach und dergleichen, die sind komischerweise alle an Preußen gefallen. Also erst Kleinkram. Kleinkram, aber wichtiger, nicht unwichtiger Kleinkram. Natürlich waren es nicht die Ärmsten, also es waren kleine Fürstentümer, aber da gab es doch, da war schon ein bisschen was noch da. Die Tragik will es dann immer, dass diese Bemühungen natürlich in der Generation später schon 1806 durch Napoleon zunichte gemacht werden und diese Ländereien dem Königreich Bayern zugeschlagen werden. Vielleicht auch deshalb der Weg nach Bayern, man weiß es nicht genau. Zum Beispiel kriegen wir es so wieder. War keine Ahnung.
Daniel
00:58:32
Haben wir noch eine Rechnung offen.
Michael
00:58:33
Wir haben da noch eine Rechnung offen und so weiter. Und die Franken behaupten ja bis zum heutigen Tage keine Bayern zu sein. Natürlich, weil sie Preußen sind eigentlich. Obwohl, da möchte man ja ein Söder zu sein und da möchte man nicht. Egal. Also wie gesagt, welche Frauen spielen da eine Rolle? Natürlich die Hochzeitspolitik geht eher weiter. Luise spielt dabei eine ganz große Rolle, natürlich auch. Wir dürfen nicht vergessen, wer ihre Tante gewesen ist, Charlotte von England, also die englische Königin. Die Strelize ist nach ihr benannt, diese wunderschöne Blume. Charlotte, die mit George III, dem verrückten König, ist die Tante von Luise. Ja, da darf man immer nicht aus den Augen...
Daniel
00:59:14
War das wichtig für Luise?
Michael
00:59:16
Das spielte eine Rolle, klar. Also das ist ja so diese Geschichte, das werden wir bei einer anderen Frau, die ich gleich noch gerne vorstellen möchte, sehr deutlich sehen, was diese verwandtschaftlichen Beziehungen für eine Bedeutung haben. Also für das eigene Bild, also auch für die eigene Darstellung. Also auch, und manchmal auch, was es finanziell natürlich betraf, denn da kam mitunter auch Unterstützung her. Also wenn man irgendwie gar nicht mehr weiter wusste, konnte man da zumindest nochmal fragen. An der Stelle beziehungsweise auch, dass der Vater von Luise natürlich in englischen Diensten in Hannover, also in den hannoverischen Besitzungen der, des englischen Königshauses stand, weil die ja da nicht mehr präsent waren und dann sozusagen Familienmitglieder da also einsetzen. Das spielt schon eine Rolle. Welche anderen Königin? Natürlich eine ganz, wie ich mal wichtig finde, ist Elisabeth Christin natürlich, die sehr viel dazu beigetragen hat, dass die Herrschaft ihres Mannes, nämlich Friedrich II., für viele Teile der Bevölkerung erträglich wurde. Und das wird immer so ein bisschen vergessen.
Daniel
01:00:17
Die warst doch da nur eingesperrt in ihrem Schloss in Schönhausen.
Michael
01:00:21
Oder nicht?
Solveig
01:00:21
Sie ist rein nur noch fett geworden.
Michael
01:00:24
Nein. Das ist eine verfaulende Zähne. Ja, genau. Die hat wirklich Großartiges geleistet. Erstmal war ihr Französisch besser als das ihres Mannes. Die hat Bücher aus dem Deutschen ins Französische übersetzt, weil sie genau wusste, dass der Literatur am Preußischen Hof nur dann wahrgenommen wird, wenn sie in Französisch ist. Und die hat nicht irgendwas übersetzt. Die hat beispielsweise die Gedichte von Fürchtegott Gellert ins Französische übersetzt. Wir haben das Willen des Fürchtegott Gellert. Von der Gelle ist einer der wichtigsten Dichter des 18. Jahrhunderts, der hat sich heute fast vollkommen vergessen, weil der auch sehr pietistisch ist. Also der hat sehr viel bei Religion geschrieben. Und es lag der Königin sehr. Also es lag ihr sehr am Herzen, Ethik und Religion. Sie selber hat auch zwei Bücher verfasst auf Französisch über Ethik. Das sollte man auch nicht vergessen. Also die hat schon, die hat insgesamt zwölf Bücher übersetzt und zwar eigene geschrieben. Und keine schlechten Sachen tatsächlich. Sie ist dafür kritisiert worden zu Lebzeiten, dass der Großteil ihrer Apparnage... einer erregenden Königin in karitative Dinge floss. Also sie hat wirklich Menschen unterstützt, hat Menschen geholfen, mit Geld unter anderem. Schönhausen war für sie ein Rückzugsort, sicherlich. Kein Abstellort, sie wollte da gerne hin. Sie hat nach dem siebenjährigen Krieg, war das ja sehr in Mitleidenschaft gezogen, durch die Österreicher, nicht durch die Russen. Im 18. Jahrhundert plünderten noch die Österreicher, die Russen waren zwar da, aber denen war das unter Strafe verboten und Die haben es auch nicht getan, die Österreicher haben hier geplündert und die Spiegel in Charlottenburg.
Daniel
01:02:10
Bist du jetzt Parteigängerin der Österreicher?
Michael
01:02:13
Nein.
Daniel
01:02:15
Du mit deiner Sissi.
Michael
01:02:16
Aber Elisabeth hat Elisabeth Christine. Ja, Elisabeth Christine. Die sind verwandt übrigens. Elisabeth Christine, wenn du es genau weißt, ist nach ihrer Tante benannt, der Mutter Maria Theresias, die ihre Patentante war. waren beide aus dem Haus. Unsere kleinen Seitenhieber. Die waren leibliche Cousinen. Elisabeth Christin und Maria Theresa waren leibliche Cousinen.
Daniel
01:02:42
Die haben sich doch damals auch diese Braunschweig-Bewern oder was ist das?
Michael
01:02:46
Genau, das ist Braunschweig-Bewern.
Daniel
01:02:47
Die hatten doch ursprünglich auch immer mit den Österreichern geheiratet.
Michael
01:02:51
Dann sind die Preußen da so dazwischen gegrätscht. Elisabeth Christin von Braunschweig-Bewern ist die Mutter Maria Theresa. Das ist halt diese ganze Also familiäre Bebindung, also auch Beziehung, die es da also auch gibt. Aber sie hat dann vor allen Dingen, nachdem sie mir den Krieg, das geschafft mit dem Geld, was Friedrich ergibt, um das Haus wieder in Stand zu setzen, hat sie die Nutzfläche des Hauses verdoppelt. Also hat sie das geschickt, eingesetzt und da eine richtig schöne Residenz draus gemacht, die immer wieder besucht worden ist von verschiedenen Leuten dann also auch. Und das hat auch zum negativen Bild oder vom nicht so positiven Bild der Königin beigetragen, weil man muss sich das so vorstellen, nach dem siebenjährigen Krieg hat Friedrich der Zweite sich fast ausschließlich in Potsdam aufgehalten. Er hat also keine Gäste empfangen. oder nur selten empfangen. Jetzt kommt aber ein Staatsgast. Wer macht das? Die Königin selbstverständlich. Die vertritt den König jetzt im Berliner Schloss in erster Linie oder wenn sich in Schönhausen auffällt, natürlich in Schönhausen. Das kann man sich vorstellen. Da kann man ganz gerne mal diesen Weg gehen. Ich bin Gesandter eines Königreiches, komme nach Berlin. Möchte den König treffen? Dann sagt man mir, nö, der ist gar nicht da. Der ist in Potsdam. Und er empfängt dort nicht. Sie haben einen Empfang bei der Königin.
Daniel
01:04:07
Da würde ich mich jetzt aber irgendwie zurückgesetzt fühlen.
Michael
01:04:09
Und dann darfst du nach Schönhausen fahren. Und die hat wirklich alles getan. Also in Schönhausen, also was da aufgefahren worden ist, wir wissen, dass Friedrich auch den Hof über die Finanzmittel, die Elisabeth Christin selber hatte, versorgt hat. Also weil er genau wusste, dass sie ja sozusagen diese Rolle wahrnimmt. Und sollte Friedrich mal in Berlin sein, im Berliner Schloss und Empfang geben, dann hat er das nicht in seinen eigenen Räumen getan, sondern immer in den Räumen von Elisabeth Christin. Weil die einfach vorbereitet waren, ausgestattet waren, für diese Verfänge besser waren, größer waren. Die hatte zwei Wohnungen da im Berliner Schloss zur Auswahl und hat dann wirklich diese Aufgabe einer regierenden Königin übernommen und die Staatsrepräsentation. Die hat keine Staatsgeschäfte geleitet, das überhaupt nicht. Aber sie hat, wie gesagt, die Vertretung des Königs übernommen als Staatsoberhaupt an der Stelle. Und wir sind jetzt gerade, jetzt hat ja am 11.11. die Karnevalssaison begonnen.
Daniel
01:05:06
Nicht hier.
Michael
01:05:08
Naja, das darf man aber nicht.
Daniel
01:05:10
Hat das jemand mitbekommen?
Michael
01:05:11
Das ist hier nein, aber in Berlin wäre das jetzt die startende Ballsaison und spätestens ab Neujahr würde die Ballsaison also beginnen und es hieß für die Königin tatsächlich, dass sie an sechs Tagen der Woche präsent war, in der Oper, im Theater, gab selber Empfänge im Berliner Schloss und der siebente Tag war frei, um Einladung anzunehmen. Das heißt also, die Frau war sechs bis sieben Wochen lang im Dauerstress. Der König hat sich schön verabschiedet von der ganzen Sache. Den hat das alles nicht interessiert. Der hat sich im Winter in der Residenz im Potsdamer Stadtschloss aufgehalten und sie hat das übernommen. Und es wird heute immer so ein bisschen ausgeblendet. Sie hat wirklich wichtige Dinge getan für den Staat und für das Land.
Daniel
01:06:04
Wo kommt denn dann dieser Eindruck her, dass, Sie angeblich dann da abgeschoben, also dass sie da vielleicht als Kronprinzessin und Kronprinz noch ganz glücklich in Rheinsberg waren und dass er sie danach da abgeschoben hat und sie dann weg war.
Michael
01:06:18
Das kommt, weil Männer schreiben Geschichte. Das ist einfach so. Und die Berichte, die wir haben, das sind die Berichte der Gesandten, der Enttäuschten. Die dachten, und natürlich, klar, sind wir ganz ehrlich, wenn wir die Wahl hätten zwischen ihr und ihm, dann hätten wir wahrscheinlich auch uns für Friedrich entschieden, weil wir in der Hoffnung, dass wir da ein interessantes philosophisches Gespräch oder sonst irgendwas oder diese Person einfach mal kennenzulernen.
Daniel
01:06:44
Wie hieß doch die mit den Büchern? Er hat doch nur ein Buch geschrieben.
Solveig
01:06:48
Und er war ein bisschen arschig.
Michael
01:06:50
Na, ein bisschen.
Solveig
01:06:52
Ich wollte es diplomatisch halten.
Daniel
01:06:55
Mit dem kannst du doch nur über Hunde reden.
Michael
01:06:57
Das ist, das ist ja, also ich meine, wir müssen ja nicht diese Leute beurteilen. Wir stecken nicht in ihrer Haut oder haben nicht in ihrer Haut gesteckt, ja. Aber ja, ich weiß nicht.
Daniel
01:07:07
Oder sie treten uns auf eine gewisse Art entgegen.
Michael
01:07:09
Ja.
Solveig
01:07:11
Also ich finde sie sympathisch.
Michael
01:07:13
Ja, Elisabeth Christine, sie hat auch nie etwas Schlechtes über ihn gesagt, sondern sie hat ihn verehrt, vielleicht sogar wirklich geliebt und hätte es im Leben nicht gekostet, was gegen ihn zu unternehmen hat. Aber auch, und das müssen wir auch ganz klar sagen, sowohl im Schloss Schönhausen als auch im Schloss Sanssouci hätten ja immer Räumlichkeiten für den Ehepartner zur Verfügung stehen müssen. Die gibt es in Sanssouci nicht und die gibt es auch in Schönhausen nicht. Also es ist ganz klar.
Daniel
01:07:42
Ach so, so genau.
Michael
01:07:44
Ja, okay. Also in den Räumen, wo Friedrich II. hätte residieren sollen in Schönhausen, und er hätte residieren müssen, also nach der Ordnung der Architektur, hat die Oberhofmeister in Kannenberg, die Griffe in Kannenberg, also gewohnt.
Daniel
01:07:59
Haben die überhaupt mal die Orte besucht jeweils? Also war die Königin irgendwann doch mal in Sanssouci und durfte da mal Kakao trinken oder so?
Michael
01:08:08
Ja, das sind immer die Umstände, die das bringen. Friedrich war nachweislich nicht in Schönhausen. Elisabeth Christin war, glaube ich, dreimal in Schloss Sanssouci. Aber immer in Abwesenheit des Königs.
Daniel
01:08:21
Die Blumen zu gießen.
Michael
01:08:22
Nee, ja, so ähnlich. In die Bibliothek. Sie war meist auf dem Weg, da durfte sie wahrscheinlich auch nicht rein, aber sie hatte selber eine sehr gute Bibliothek tatsächlich. Und sie hat sich da aufgehalten auf dem Weg von Magdeburg zurück zur Residenz nach Berlin. Also nach dem Krieg, dem siebenjährigen Krieg, da hatte der König sozusagen den Befehl gegeben, den Staatsschatz, das Staatsarchiv und die Königin, und zwar an dieser Reihenfolge.
Daniel
01:08:46
In Sicherheit zu bringen.
Michael
01:08:48
Und dafür wurde die sichere Festung Magdeburg ausgesucht. Und da hielt sich Elisabeth Christine dann also auch auf und auf dem Wege dorthin hat sie Sonsus hier also auch besucht. Wir wissen das relativ genau, weil es tatsächlich auch Aufzeichnungen dazu gibt und zwar von ihren Kammerherren. Der Baron Lehndorf beschreibt das Leben am Hof von Elisabeth Christin und ziemlich detailliert. Also so detailliert, dass wir auch wissen, auch die Gräfin Voss, die ja als Pannwitz am preußischen Hof tätig war, schreibt auch ihre Lebenserinnerungen auf über den preußischen Hof und beschreibt vor allen Dingen die Zeit in Magdeburg, als der preußische Hof in Magdeburg dann also auch, Und dadurch kriegen wir einen Einblick, ob der immer so, also der ist natürlich auch gefärbt, logischerweise, ja, das ist immer gefärbt. Und auch, das ist ja auch so eine Sache, das fand ich so schön mit den Briefen von Maria Theresia, diese Briefe sind ja nicht Geheimbriefe, ja, das ist ja Korrespondenz des 18. Jahrhunderts, ist ja nicht dazu da, dass der Empfänger sie bekommt und dann schön für sich geheim liest. Die sind laut vorgelesen worden. Die sind vervielfältigt worden. Das war die Botschaft für die nächsten drei Monate. Ein Brief von der Mama, lies mal vor. Genau, lies mal vor. Ganz genau so. So ist das gelaufen. Und dann wollte man ja den anderen mitteilen, was hat sie denn geschrieben und schrieb die Briefe ab. Die wurden kopiert und weitergeleitet. Es ist ja nicht so, wir haben ja immer diese Vorstellung davon. Briefgeheimnis, das gibt es nicht in 18. Jahrhunderten. Das ist im Gegenteil. Man wollte auch, dass das so ist. Wenn Friedrich einen Brief von Voltaire bekommt, natürlich hat er den laut vorlesen lassen. und hat ihn vervielfältigen lassen.
Daniel
01:10:23
Der nicht vorher schon mal geschlinst?
Michael
01:10:25
Nein, das war schon so. Beziehungsweise hat er das dann sogar, es gibt ja die Oeuvre des Philosophen von Sanssouci. Da veröffentlicht Friedrich diese ganzen Briefwechsel. Wilhelmine in Bayreuth macht nichts anderes. Also um sich selber auch zu profilieren, was die schreiben ist am Ende egal. Die schreiben uns. Die reden mit uns, die sind mit uns im Kontakt und so weiter. Und das ist auch Was so Nachrichten angeht, ist ja, wenn man sich überlegt, wie lange hält so heute eine Nachricht? Also ich kriege morgens eine Nachricht und dies abends schon nichts mehr wert. Das sind Informationen, die sind drei Monate lang das Highlight gewesen. Bis wieder was Neues, Spannendes kam und so weiter. Also das muss man immer so, nee, die sind schon ausgesucht worden. Die hatten nicht alles für, natürlich nicht. Also das ist schon klar. Aber auch diese Briefeschreiber haben ja gegenseitig sich provoziert. Und die wussten ja auch, dass es vorgelesen wird. Die wussten ja, dass es nicht zwischen den beiden Personen bleibt. Die haben ganz gezielt auch ihre Botschaften gesetzt. Auch Voltaire hat natürlich dann so Sachen geschrieben, Voltaire stand im Briefkontakt auch mit Wilhelmina. Und die haben ganz gezielt natürlich damit Public Relation gemacht. Das ist aber auch die Briefe Maria Theresias, die wusste genau, was damit passiert, dass die nicht nur Maria Carolina liest.
Daniel
01:11:44
In dem Sinne, das sollte das Umfeld ja wahrscheinlich auch einwirken auf die Tochter, sich endlich so zu verhalten, wie die Mama das verlangt.
Michael
01:11:51
Ganz genau. Also wir benutzen das, wenn sie ihr das schreibt und sie dann davon folgt einen unberührenden Brief beiseite. Also der Hofstaat sollte, mindestens der sollte zumindest informiert sein, was will sie denn jetzt. Und ja, wir wissen das ja bei Maria-Therese, es ist so, dass die ja dann ihren so, also auch Josef II. nach Paris fährt und nochmal klar macht, was Mama da eigentlich will.
Daniel
01:12:13
Der drüber von in den Harpel.
Michael
01:12:14
Ja und so weiter, genau. Also es ist ja auch kontrolliert. Sowas kennen wir in Preußen tatsächlich nicht wirklich. Also dass da so hinterhergehakt wird. Es wird schon gegenseitig sich erinnert an Dinge. und wie wir es beim Beispiel Russlands ja hatten, es werden Ratschläge geben. Und diese Sachen, auch dieser Briefwechsel zwischen Nikolaus II. und Wilhelm II. ist veröffentlicht worden. Also das ist öffentlich gemacht worden. Die Briefe, die sich Viktoria und Viktoria schreiben, die sind veröffentlicht worden.
Daniel
01:12:42
Darum zu lebzweiten.
Michael
01:12:44
Nein, das ist schon nicht danach. Also das ist wirklich danach erschienen. Und Wilhelm II. hat tatsächlich auch versucht, die Veröffentlichung dieser Briefe zu verhindern. Das Einzige, was er erreichen konnte, war, dass er ein Vorwort dafür schrieb. Und das Vorwort hat sich gewaschen. Er versuchte also, den Inhalt zu relativieren. Den Charakter seiner Mutter beschreibt nicht immer sehr nett. Sehr diplomatisch alles irgendwie so. Aber auch sagt, warum schreibt man denn solche Sachen? Weil man wahrscheinlich irgendwie enttäuscht ist daraus. Und das ist ja bei Viktoria... Auch sicherlich noch als eine der Hohenzollerinnen am nachvollziehbarsten, wenn man überlegt, welches Potenzial da reingelegt ist. Auch dieses Kind, die als Vierjährige schon drei Sprachen gesprochen hat, die mit elf oder zwölf Jahren die gesamte Korrespondenz ihres Vaters mit bewältigt hat und Regierungspapiere, Dokumente gelesen hat.
Daniel
01:13:40
Du meinst die Viktoria, die aus England?
Michael
01:13:41
Genau, die aus England gekommen ist. Also die Mutter Wilhelms II. Also da haben wir ja wirklich ein Potenzial, was ja am Ende vollkommen, also für die Katz, hat überhaupt nichts gebracht am Ende. Diese Hochzeit, in die man ja so viel hineingesetzt hat. Also das war ja das Ziel von Viktoria und Orbert, dass man mit dieser Tochter sozusagen die modernen Deutschland modernisiert und dass Deutschland auf den Stand gebracht wird und so weiter. Und das ist in dieses Kind ja praktisch eingepfropft worden, in diese Person, eine hoch arrogante Persönlichkeit.
Daniel
01:14:16
Aber es kann ja auch nicht sein, dass man sich jetzt vorstellt, dann geht unsere Tochter irgendwann heiratet, die dann nach Berlin und dann erklärt die dem König von Preußen, was er zu tun und zu lassen hat, damit sein Land jetzt mal ordentlich hier auf Vordermann kommt.
Michael
01:14:26
Da sieht man doch schon mal, wie weltfremd oft diese Herrscherhäuser waren.
Daniel
01:14:30
In London.
Michael
01:14:31
In London, ja. Also, dass man glaubte tatsächlich, die selber waren auch in einer konstitutionellen Monarchie und auch Preußen funktioniert, war doch kein absolutistischer Staat mehr. Als Friedrich III. der Mann von Viktoria dann für die kurze Zeit König und Kaiser wird, da versucht er also Reisgesetze zu blockieren. Und da muss man ihm erstmal erklären, das kann er gar nicht. Das kann er in Preußen als König sehr gerne tun. Da gestattet ihm die Verfassung das. Aber die Reisverfassung gestattet ihm das nicht. Also auch diese, das ist einfach so ein Bild, da war oder so eine Einstellung, dass man glaubte, man kann doch irgendwas reißen mit Hochzeitspolitik, mit Heiratspolitik. Nein. Am Ende sind die alle miteinander verwandt und das schützt die Welt vom Jahr 1914 überhaupt nicht. Die rennen da alle. Christopher Clark hat es mal sehr schön gesagt. Die Traumwandler.
Daniel
01:15:29
Die Schlafwandler.
Michael
01:15:31
Das ist wirklich so. Manchmal hat man wirklich diesen Eindruck. Dass die da schlafwandeln in dem Glauben, wenn wir jetzt diesen Vertrag schließen noch und diesen Vertrag schließen, dann geben wir dem Nein. Also und vor allem, wenn wir heiraten, erst recht nicht. Also das funktioniert überhaupt nicht mehr.
Daniel
01:15:49
In England muss ja eigentlich bei solchen hohen Hochzeiten meistens das Parlament auch noch sein Plazid geben. Durften denn die Preußen das immer bis zuletzt alleine aussuchen, wen sie hören?
Michael
01:15:59
Ja. Also es galt tatsächlich ein regierendes Haus, das musste sein. Das ging gar nicht regierendes Haus. Ausnahme sind die morganatischen Ehen, die die Wunschhollern natürlich geschlossen haben. Das Spitt ist eine andere, Auch sehr spannende Geschichten. Endlich mal zu den schlüpfrigen Details. Nee, die durften es schon selber entscheiden. Also es ist natürlich immer eine Entscheidung des Familienoberhaupts, der letztendlich entscheidet darüber. Und es führt auch zum Ausschluss. Also wir haben der letzte deutsche Kronprinz, Wilhelm, der hatte ja auch mehrere Kinder. Den meisten ist immer Prinz Louis Ferdinand bekannt, weil der eben am Leben blieb und lange der Chef des Hohenzollernhauses war.
Daniel
01:16:41
Bis 94. Ja, genau.
Michael
01:16:43
Bis 1994, aber sein älterer Bruder Prinz Wilhelm, der ist von der Thronfolge ausgeschlossen worden, weil er eine, jetzt kommen wir wieder nach Italien, jetzt kommen wir doch nochmal nach Italien, weil er eine venezianische Adige geheiratet hat, Dorothea von Salviati. Also wenn man mal den Kanale Grande langfährt, sieht man das schöne Palais Salviati.
Daniel
01:17:01
Aber regiert haben die nicht.
Michael
01:17:03
Die haben nicht regiert, das war einem das Problem und aus dieser Ehe sind auch Töchter hervorragend, von der noch eine sogar lebt, Christa von Preußen und, Und der ist ausgeschlossen worden von der Thronfolge tatsächlich, weil er eben also unstandesgemäß geheiratet hat. Der fällt aber auch im Frankreich-Feldzug dann 1940.
Daniel
01:17:21
Und stirbt er. Weil die Thronfolge natürlich vielleicht zu dem Zeitpunkt schon nicht mehr so relevant ist, aber es geht ja auch um das Erbe.
Michael
01:17:27
Naja, ja, das geht um das Erbe.
Daniel
01:17:29
Ob man die Burg kriegt.
Michael
01:17:30
Naja, und vor allem dann 1940. Der Kaiser lebt ja noch und der Kaiser, der bis zu seinem Tode ist ja davon ausgegangen, dass er zurückkehrt. Also das Angebot für Willem den Zweiten nach Deutschland zurückzukehren bestand tatsächlich. Man hat ihm vorgeschlagen, also ins Hessische zu gehen, da wo seine Mutter ja mit Schlott Kronberg im Taunus ja eine Residenz hatte, die der hessischen Familie dann einmal gehörte, den Landgrafen von Hessen. Man hat ihm angeboten, dass er Hamburg vor der Höhe irgendwie, dass er dort hingehen könnte, wo seine Mutter ja auch zeitweise sich aufgehalten hat und Willem lehnt es ab, also ich komme nach Deutschland zurück und wenn ich nach Deutschland zurückkomme, nur als Kaiser. Ja, also deswegen war für ihn klar, also das geht nicht. Seine Beerdigung in Deutschland ist übrigens ja auch daran geknüpft, dass also Deutschland eine Monarchie ist. Deshalb ist er das Lichter immer noch da oben. Ja, sie sind da oben immer noch beerdigt. Und die Nazis haben das ja versucht. Die wollten ja, Hitler wollte ja sehr gerne ein Staatsbegräbnis Wilhelms des Zweiten in Berlin tatsächlich. Und er wollte, also sollte so richtig schön ein Staatsbegräbnis nach Vette, der Sarg des Kaisers und der Einzige, der dem Sarge folgt ist, also der ist Hitler. Und da hat die Familie dann Also auf das Testament verwiesen und gesagt, Nee, leider nicht.
Solveig
01:18:41
Leider gar nicht.
Daniel
01:18:43
Der letzte Versuch, ihn dazu zu bringen, die Monarchie wieder einzurichten.
Michael
01:18:47
Vielleicht das. Aber wie gesagt, das sind ja auch diese Sachen, die ja eine Rolle spielen. Da spielt auch eine Frau natürlich eine Rolle. In dieser Zeit immer noch die Kronprinzessin Sizilien.
Daniel
01:18:58
Ach so, die. Ich dachte, die Hermine. Die gewünschte Wunschkaiserin. Selbsterklärte.
Michael
01:19:04
Die selbsterklärte. Zweite Frau von dem Zweiten. Das ist ja auch so lustig eigentlich, dass der Sohn von Hermine schreibt dem Kaiser im Exil, der ist sieben oder acht Jahre alt und ach wie traurig und wie einsam er doch da sein muss und so alleine und so weiter. Und daraufhin bekommt dieses Kind eine Einladung nach Dorn zum Kaiser. Und der kann natürlich nicht alleine fahren, der muss in Begleitung seiner Mutter natürlich fahren. Also Hermine von schön eigentlich Karolat.
Daniel
01:19:34
Wobei, von dem Raum steht, dass die Hermine ihrem Sohn vielleicht da was auch diktiert hat.
Michael
01:19:38
Das kann man wohl so sagen.
Daniel
01:19:39
Du, da ist dieser alleinstehende Mann.
Michael
01:19:41
Es gibt ja diese Geschichte auch, dass sie ihn schon Mit Potenzial. Da war sie, glaube zwölf Jahre alt oder dreizehn Jahre alt, da kam der Kaiser, bei den Reusen zu Besuch und da hätte sie ihn gesehen und hätte sich also unsterblich in den Kaiser verliebt, schon als Teenagerin. Also man könnte und es muss irgendwas.
Daniel
01:20:02
Und just.
Michael
01:20:03
Nein, nein, just. Also es muss irgendwas gegeben haben, denn in Schlesien waren ja Zizilie und Hermine Nachbarinnen, also die Nachbargüter. Und die verkehrten auch mit.
Daniel
01:20:13
Da war aber die Hermine noch mit wem anders verheiratet.
Michael
01:20:15
Da war sie schon Witwe. Da war sie schon Witwe. Und da sagt, ergeblich soll Cäcilie sie gewarnt haben und gesagt haben, also wenn du da hinfährst, Finger weg vom Schwiegerpapa. Also irgendwas muss da, also das Ganze scheint schon, dass man ihren Schwiegervater war. Ja, das wäre wahrscheinlich besser gewesen an der Stelle und es geht ja dann auch relativ schnell, also die treffen sich ja noch im Trauerjahr und also die Kaiserin war gestorben. Und Auguste Victoria in Dorn. Und man noch im Trauerjahr, also lernt man sich da irgendwie kennen und trifft sich und wartet das gerade so ab, um sich dann zu verehelichen. Und der Kaiser bestand tatsächlich darauf, dass Hermine als Kaiserin tituliert wird, das muss man in Dorn auch so machen, im Pass stand Prinzessin von Preußen.
Daniel
01:21:03
Der Kaiser hat keinen Pass, oder?
Michael
01:21:05
Ich weiß es nicht, der Kaiser hat keinen Pass. Das ist eine gute.
Daniel
01:21:08
Interessante Anlage. Charles hat auch keinen Pass.
Michael
01:21:10
Nee, der König hat nicht, weil er nur der König ihn ausstellen kann. Das ist ja das, warum Elisabeth II. nie einen Pass hatte. Weil der Wirt vom, also sie konnte sich selber die Dokumente nicht ausstellen.
Daniel
01:21:19
Es sei denn, dass der Kaiser einen niederländischen Pass hatte.
Michael
01:21:22
Ich glaube, das wollte man ja.
Daniel
01:21:24
Flüchtlingsausweis.
Michael
01:21:24
Flüchtlings-Nansen-Pass oder sowas. Als Staatenloser. Nee, weiß ich gar nicht, ob das bei solchen Leuten eine Rolle gespielt hat. Er hat ja Niederland auch nicht mehr verlassen. Dann braucht er auch keinen Pass.
Daniel
01:21:37
Die Hermine hat natürlich schon diesen Plan gehabt, sie möchte nicht nur so genannt werden, weil ihr Mann das verlangt.
Michael
01:21:43
Sondern Die hat auch so gelebt.
Daniel
01:21:45
Die hat auch so gelebt und hätte gerne natürlich ihren Mann auch wieder begleitet, wenn er dann triumphal zurückgeht nach Deutschland und hat sich auch die meiste Zeit des Jahres dann lieber in Berlin aufgehalten, um hier entsprechend Werbung zu machen. Vor allem bei den Nationalsozialisten, die gerade so im Aufstieg waren und die vielleicht Hoffnung gemacht haben, das könnte ein Deal sein. Dann hat Herr Göring sie noch zweimal besucht.
Michael
01:22:06
Göring war ja mehrere Male in Dorn und aber die Einhaltung an Göring war nicht, weil er ein Nationalsozialist, also vom kaiserlichen Standpunkt aus, sondern weil er... Er war Träger des Ordens Pole Merit, also den Orden, den Friedrich der Große gestiftet hatte und damit wie Ernst Dünger ja auch. Ernst Dünger war ja der letzte lebende Träger dieses Ordens, mit über 100 Jahren. Und das war für den Kaiser so, aber für den Kaiser kam die Nationalsozialist auch gar nicht infrage. Ja, also der hat auch dieser Weg, also es wäre ja ein Weg gewesen, der Kronprinz Wilhelm hätte ja Reichspräsident werden können. Das wäre also bei den Wahlen 1932, hätte ja durchaus auch der Kronprinz antreten können, oder auch schon vorher. Und das hat der Kaiser untersagt.
Daniel
01:22:51
Das wäre ja ein bisschen absurd.
Michael
01:22:52
Ja, das ist so absurd, das klingt, aber der Kaiser hat gesagt, also wenn du das machst, bist du für mich erledigt. und wenn du es machst und es wirst und dein Eid brichst, bist du für mich erst recht erledigt. Also der Kaiser ist schon auch so, wenn dann, also nicht auf die Hintertür, sondern Krach und Fall durch die Vorderung. Und Hermine ist natürlich eine Frau, die sehr machtbewusst ist und sehr, dass sie es auch raushängen lässt hier. Die gibt ja mehrere Empfänge immer in Berlin und so weiter und sie benimmt sich also wie die vormalige Kaiserin. Wenn dann so ein Empfang stattfindet, dann trifft man sich da an Tischen Und dann ist an jedem Tisch ein Stuhl frei, sodass die Kaiserin, also Hermine in diesem Falle, von Tisch zu Tisch gehen kann und also immer, dass jeder das Gefühl hat, mal mit ihr gesprochen zu haben. Und das ist eine Sache, die Auguste Victoria tatsächlich auch so gemacht hat. Also man, und auch vorher schon der Fall war, wenn es so etwas gab, solche Sitzempfänge, dass man dann also die Möglichkeit geschaffen hat, dass jeder mal mit ihnen in Kontakt kam. Und Termine hat das also ganz bewusst auch so gemacht. Und das Lustige ist, das weißt du ja auch, du kennst die Geschichte ja aus Frankfurt, tatsächlich, es gibt nur eine Kaiserin in Frankfurt.
Daniel
01:24:07
Also das muss man sagen. Also diese Hermine, die war, wo war sie denn, in Thüringen bei der Verwandtschaft, während dann da die Amerikaner einrückten und dann waren eigentlich alle recht glücklich, dass es die Amerikaner waren und sie hat sich gefreut, aber die meisten anderen, die haben dann schon schnell irgendwie gecheckt, ja die hatten aber so eine Absprache, also das bleibt hier nicht bei den Amerikanern, sondern irgendwann werden die Russen das hier übernehmen und sie hat gesagt, was für ein Quatsch, ich bleibe jetzt hier, der Rest der Verwandtschaft macht sich dann gen Westen auf den Weg, sie bleibt da beharrlich in Thüringen und dann ist nicht ganz klar, was mit ihr passiert. Sie wird nach Berlin gebracht und verbringt hier einige Wochen in Berlin unter sowjetischer Obhut. Darüber gibt es keine Berichte, wo sie sich aufgehalten hat, was mit ihr passiert ist. Und man entscheidet dann, dass sie mehr oder weniger unter Hausarrest einen Wohnsitz in Frankfurt-Oder erhält. Und da lebt sie dann mit ihrer Sekretärin Frau Topf. Frau Topf, genau. Die durfte ich mal treffen. Eine sehr resolute, betagte Dame war sie zu diesem Zeitpunkt. Man muss davon ausgehen, dass sie nicht mehr unter uns weilt.
Michael
01:25:08
Nee, also die ist schon da. Wahrscheinlich nicht mehr da.
Daniel
01:25:11
Und die hat halt auch irgendwie offenbar bevorzugt, also nicht Frau Topf, die vielleicht auch, aber die Kaiserin Hermine hat dann halt von der sowjetischen Besatzungsmacht offenbar bevorzugt auch ein paar Lebensmittelmarken erhalten oder vielleicht noch eine Ration direkt von der Armee. Und dann hat sich bei einer Bürgerversammlung in Frankfurt-Oder da mal jemand zu Wort gemeldet und hat gesagt, wie kann das bitte sein, dass wir jetzt hier gerade unter den neuen Machtverhältnissen und Idealen, die wir hier anstreben. so einer ex-selbsternannten Kaiserin jetzt irgendwie so extra Rationen dazukommen lassen und dann hat der sowjetische Kommandant in Frankfurt Ode einfach nur gesagt, es gibt nur eine Kaiserin in Frankfurt. Das war seine Antwort.
Solveig
01:25:48
Das war nicht so sozialistisch.
Michael
01:25:49
Nee.
Daniel
01:25:50
Und noch weniger sozialistisch war, als sie dann nicht, als sie viel später verstorben ist.
Michael
01:25:55
Ja, so viel später, nee, wann ist sie?
Daniel
01:25:58
1947. Und dann wird sie ja in Potsdam beigesetzt.
Michael
01:26:04
Im antiken Tempel?
Daniel
01:26:05
Im antiken Tempel. weil ich bin nicht beerdigt, sondern der Sarg. Ein Sarkophag steht halt.
Michael
01:26:08
Roter Samt, also die Besorgung roten Samt um den Sarg, also auch Standesbewegung.
Daniel
01:26:13
Und das sowjetische Militär steht Spalier. Während die Potsdamer Bürger ihr die letzte Ehre erweisen.
Michael
01:26:18
Und die ist nur am antiken Tempel beigesetzt worden, weil die westlichen Alliierten die Durchfahrt des Sargs nach Dorn verboten haben. Also die rote Alliierten hätten ihr das Geleit bis Dorn gegeben, sodass ihr neben ihrem Ehemann in Dorn beerdigt wird.
Daniel
01:26:34
Die Sovjets waren realistischer als die Dritten.
Michael
01:26:36
Ja, das ist ja, wie gesagt, deshalb ist sie immer noch da. Also Hermine ist auch heute noch da beerdigt.
Daniel
01:26:45
Die Auguste Viktoria sich freut in der Nachbarkeit.
Michael
01:26:47
Wahrscheinlich, ja, die arme, die gute.
Daniel
01:26:49
Also die erste Frau.
Michael
01:26:50
Die erste Frau, genau. Die ist ja da unter großem bei Anteilnahme der Bevölkerung 1921 beigesetzt worden, als sie starb. Also wir dürfen von 230.000 bis 250.000 Trauergästen ausgehen, die im Park von Sanssouci anwesend waren. Das war etwa, naja, das acht-, neunfache der Potsdamer Bevölkerung, was da also antrat. Und es ist lustig, wie man das rausgefunden hat, man hat den Ticket verkauft, den der öffentlichen Verkehrsmittel. Daran hat man es ermessen und ausgerechnet können, dass so viel Verkehr nach Potsdam statt von öffentlichen Tickets gekauft worden sind und 1800, Und Grenze lagen also am antiken Tempel, die also die Trauer bekundeten über den Tod der letzten deutschen Kaiserin Auguste Victoria. Was auch vielleicht mal sehr deutlich macht, dass sie wirklich, das ist auch eine Frau, die nochmal ganz anders aufgestellt ist als die vorherigen Kaiserinnen, ob das Augusta war, die Frau Wilhelms I. oder eben Victoria mit ihren Enttäuschungen.
Daniel
01:27:52
Die englische Agentin.
Michael
01:27:54
Wie Bismarck sie bezeichnet hat, ganz genau. Und Auguste Victoria, die ja immer so als heimliches Mütterchen daherkam und Landesmutter und so weiter, die wusste auch, was sie wollte. Also die hat gerade in diesen letzten Tagen der Monarchie hat die noch am vehementesten gekämpft für die Monarchie tatsächlich. Und hat sich da eingesetzt und hat also diese ganze Geschichte, die da mit den Wechseln der Reichskanzler stattfand, natürlich als groß, als Verrat an ihrem Mann angesehen und das auch so mitgetragen. Muss man dazu sagen, war sie schon herzkrank.
Daniel
01:28:32
Sie wollte einfach nicht weg.
Michael
01:28:34
Ja, das war auch so. Es war schwer, sie davon zu überzeugen. Sie ist ja im neuen Palais zu dem Zeitpunkt. Sie holt auch Zizilie aus dem Zizilienhof ins neue Palais mit der Maßgabe, sie alle besser beschützen zu können. Unter Kontrolle zu halten. wahrscheinlich. Das ist ja keiner ausreizt. Weil Zizile war natürlich, das war ja die Frage, das war ja nicht klar, dass Deutschland sofort eine Republik wird. Das sind ja die vollenden Tatsachen. Man verhandelt es ja auch noch. Und es ist ja durchaus die Überlegung da, Wilhelm dankt ab, der Kronprinz ist auch außerstande, der fällt auch raus aufgrund seines Lebenswandels und so weiter. Aber die Kronprinzessin könnte man doch als Regentin einsetzen für den jungen Wilhelm, also den Enkel des Kaisers der nachher aus der Thronfolge ausscheidet durch seine Hochzeit. Und dass da die Möglichkeit bestanden hätte, aber da war natürlich der Kaiser, der hätte es also der Schwiegertochter im Leben nicht verziehen und die machen da auch alle natürlich nicht mit, aber das stand natürlich im Raum. Auguste Victoria ist natürlich nochmal so eine Figur als Frau, besonders weil natürlich mit ihrer Ehe, mit Wilhelm II. sind ja so oft so Ehen geschlossen worden, die Ausgleiche schaffen sollten. Und es ist ja diese Ehe, Auguste Victoria war Schleswig-Holstein und wir wissen, dass ja dieser Kampf, also die dänischen Gebiete.
Daniel
01:30:00
Aus den Fängen des dänischen Raubstaates.
Michael
01:30:03
Und dass diese Familie natürlich auch eine regierende Familie war, aber eigentlich nichts mehr zu sagen und durch diese ganzen Querelen und dass diese Hochzeit natürlich eine Aufwertung der Familie sein sollte, in erster Linie. Also das ist wieder eine dynastische Entscheidung.
Daniel
01:30:21
Als ein bisschen Wiedergutmachen.
Michael
01:30:22
Als Wiedergutmachen, so kann man das.
Daniel
01:30:23
Wir haben euch befreit und dann aber nicht richtig freigelassen. Nicht, sondern wieder, genau.
Michael
01:30:29
Und Auguste Victoria ist aber auch so eine Frau, die ja auch nicht doof ist, auch wenn man ihr das vielleicht immer so nachsagt, die weiß ganz genau, was man machen muss, um also die Situation in Deutschland, und es geht um die soziale Frage ja dabei unter anderem, wie man das entschärfen könnte. Und sie gründet Hilfsvereine, Unterstützungsvereine und so weiter, um also von dieser Seite sozusagen den Sozialisten das Wasser abzugraben. Also das, was Bismarck mit den Sozialistengesetzen ja versucht oder mit den Sozialcharta eben zu sagen, also wir brauchen eine Rentenversicherung, wir brauchen eine Sozialversicherung und so weiter und so fort, das macht Auguste Victoria im Realen, indem sie also Vereine, der Kirchenhilfsverein gehört dazu. Der Luisenbund ist schon älter, aber hat ähnliche Ansprüche. Sie, es geht noch weiter. Also sie geht auch in die Arbeiterviertel. Sie geht auch da rein. Sie guckt sich das an und sie tut auch was wirklich.
Daniel
01:31:23
Ja, bitte.
Michael
01:31:23
Ja, bitte. Da macht sie die Schuhe drin. Ja, aber man sieht sie ja immer nur in diesen ganzen Sachen.
Daniel
01:31:29
Wie, war das die Sissi in der Serie, die da die Fabrik besucht?
Solveig
01:31:34
Ja.
Daniel
01:31:34
Stellen wir uns als Auguste.
Michael
01:31:36
Ja, Auguste Kuhnner geht nicht in die Fabrik. Nicht bei Krupp. Aber sie geht nach Nova West, nach Babelsberg und besucht dort die Leute und so weiter. Und sorgt also auch karitativ dafür. Und wieder aus dieser Perspektive, sie ist eine gläubige Christin. Eine gläubige Christin. Und die christliche Nächstenliebe ist für sie nicht nur ein Wort, Sondern sie setzt es in die Tat letztendlich auch um. Sie gründen auch so viele Kirchen? Ja, also der Kirchenbauverein, genau. Ihr Oberhofmeister Herr von Mirbach, der übrigens eine sehr interessante Nichte hat. Miami von Mirbach. Der Herr von Mirbach, der ist im Auftrag der Kaiserin verantwortlich für den Kirchenbauverein. Und in den ersten zehn Regierungsjahren des Kaisers, also Wilhelms II., ist sie an über 40 Kirchenbauprojekten beteiligt. Das Prominenteste ist die Alysa-Kirche in Jerusalem, die sie auch besucht. Sie fährt da auch hin tatsächlich, also auch besucht mit dem Kaiser des Heiligen Land. Und in Jerusalem gibt es heute immer noch das Auguste-Victoria-Krankenhaus, was daran erinnert und ein sehr gutes Krankenhaus in Jerusalem immer noch ist. Was wir auch in Berlin haben, das Auguste-Victoria-Krankenhaus. Das sind alles Sachen, die auf sie zurückgehen.
Daniel
01:33:04
Und viele neogotische Kirchen.
Michael
01:33:07
Der Bedarf war einfach da. Man muss sich ja vorstellen, Berlin wächst ja rasant. Und es sind ja Arbeiterviertel, die da entstehen. Und was die Kaiserin sehr schlau erkannt ist, die gehen zu den Sozialdemokraten. Also müssen wir da was dagegen setzen. Also bauen wir Kirchen. Das ist eine ganz praktische Erwägung zum Schutze der Monarchie, wenn man so will. Und der Moral. Und der Moral und all dieser Dinge da einfach... Also das ist jetzt nicht nur, um die Stadt zu verschönen, sondern es ist eine knallharte dynastische Überlegung, zu sagen, wir knallen denen jetzt die Kirchen hin vor die Nase. Die müssen in die Kirche gehen. Es bleibt ihnen gar nichts weiter übrig. Es gibt sonst nichts im Dorf. Es gibt sonst nichts im Dorf. Naja, aber es ist doch so. Das ist ja nicht dumm.
Daniel
01:33:54
Das ist die einzige Unterhaltung.
Solveig
01:33:56
Wir hatten doch nichts.
Michael
01:33:58
Und sie ist ja da immer vor Ort, auch dabei. Also bei jeder dieser Kirchenweihungen ist sie da. Sie ist präsent. Und dann kriegen da, weiß ich nicht, die Diakonissinnen der Erlöserkirche in Potsdam, kriegen da eine Bibel, die von der Kaiserin signiert ist. Die wird in Brandenburg im dortigen Domstiftsarchiv aufbewahrt. Aber die Dinger gibt es noch. Also da werden ganze, also war die eine Bibel rausgeschmissen. Und nicht nur das, sie gründet Verlage.
Daniel
01:34:24
Das ist doch hier wieder dieser Verein, der den Hotel...
Michael
01:34:26
Ja, sie gründet Verlage, wo also dieser Kirchenhilfsverein, die haben Verlag, also die veröffentlichen also auch religiöse und ethische Schriften. Ja, also das ist nicht nur so, die machen Propaganda auch dafür, jahregerecht. Also die Kaiserin steht da wirklich an der Spitze einer Bewegung, heute vollkommen vergessen, glaube ich, die absolut kirchlich-moralisch da rangeht und wirklich auf diesem Aspekt, also wir graben den Sozialisten und den ganzen Leuten da das Wasser ab, indem wir also... Die christliche Nächstenliebe ist mindestens genauso gut und eigentlich besser.
Daniel
01:34:58
Aber ich kann mir auch vorstellen, wenn da sich jemand nicht entsprechend den christlichen Moralvorstellungen verhalten hat, wie sie die Kaiserin interpretiert, dann auch sehr schnell die Hilfe eines solchen Vereins plötzlich abhanden kann.
Michael
01:35:10
Ja, der eigene Mann hat es ja vorgelebt, wie man nicht so moralisch ist, als er auch ist.
Daniel
01:35:14
Den konnte er halt schlecht bestrafen.
Michael
01:35:16
Es gibt diesen berühmten Brief, den schreibt einer der engsten Vertrauten des Kaisers von Seydles Trütschler an den Kaiser. Wenn es weiter so ginge, dann sieht er ihre Majestät die Kaiserin in einer Kaltwasseranstalt. In einer Kaltwasseranstalt wissen wir alle, was die Klapsmühle heißt, dass die Frau durchdreht und verrückt wird. Ich glaube, das ist ein bisschen übertrieben gewesen.
Daniel
01:35:41
Womit wir wieder bei unserer Hysterie vorgehen.
Michael
01:35:44
Ja, genau. Das fand ich auch sehr interessant. Frauen sind dann hysterisch. Sofort wird der Hysterie unterstellt, die hat sich ganz normal verhalten, wie eine Ehefrau sich vielleicht verhält, wenn sie merkt, dass sie betrogen wird von ihrem Ehemann. Ja, das spielt schon so eine Rolle. Und eine ganz andere Figur als die anderen Frauen der Hohenzollern. Ihr merkt ja schon, wir hopfen ja hier immer hin und her, hüpfen.
Daniel
01:36:11
Du hast ja gesagt, du möchtest das gerne im Plaudertod.
Michael
01:36:13
Ja, genau.
Daniel
01:36:13
Und einfach schauen, wohin uns das Ganze führt.
Michael
01:36:15
Ja, genau.
Daniel
01:36:16
Wir haben ja auch einige Frauen der Hohenzollern hier mit hineingebracht. Wir sind, glaube ich, noch nicht mal bei allen Königinnen gewesen. Wir hatten die vor der eigentlichen Königszeit, die Frau des großen Kurfürsten. Fürsten. Luise Henriette. Wir hatten die Frau des ersten Königs in Preußen, Rufi Charlotte, die ein bisschen angeblich die Nase gerümpft hat, dass jemand sich da so einen Königstitel aneignet, wenn er das nicht so ernst genommen hat.
Solveig
01:36:40
Nee, soll sie nicht sogar, es gibt echt diese Geschichte, dass sie bei der Krönung irgendwie Kautabak gekaut hat, weil sie es alles nicht so ernst genommen hat. Aber ich weiß nicht.
Michael
01:36:47
Ob das stimmt.
Solveig
01:36:48
Das kann schon sein.
Daniel
01:36:48
Ich glaube, das hat Katharina Thalbach so gespielt. Die hat die doch, glaube ich, in dieser Preußen-Titio-Reihe hat sie, glaube ich, diese Szene so.
Michael
01:36:55
Wäre so alles schon doof.
Daniel
01:36:57
Bei mir hängen geblieben. Solveig hat schon mal davor gewarnt, dass so, wenn man selbst wenn man weiß, es ist nur ein Spielfilm, dann plötzlich das dann für bare Münze nehmen würde.
Solveig
01:37:08
Also das ist mir von jemandem erzählt worden, der davon, glaube ich, sich nicht beeinflussen lässt, weil er keinen Fernseher hat. Okay.
Michael
01:37:16
Aber das war nachhaltig. Das kann schon sein. Ich finde ja immer, wenn wir schon bei diesen Darstellerinnen sind, Sunny Mellis, die spielt ja so ziemlich alles. Die hat ja Sissi gespielt. Du bist ja so ein Sissi-Fan. Die hat aber auch Auguste Victoria gespielt schon. Und ich glaube, die hat noch alles schon gespielt. Immer wenn irgendwie eine Monarchin Europas ran musste, dann ist unsere auch adelig geheiratet. Sie ist von Sonny Mendes.
Daniel
01:37:46
Du schweifst schon wieder ab. Ich war eigentlich gerade dabei, kurz zu rekapitulieren. Also zwei haben wir schon mal erledigt. Dann kam der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. Sophie Dorothea erwähnt, die wurde zumindest namentlich erwähnt. Dann kam Friedrich Zerwey, über die haben wir ausführlich gesprochen.
Michael
01:38:05
Und seine Schwester.
Daniel
01:38:06
Und dass sie nicht nur in Schönhausen rumgesessen hat. Und frustriert war oder dergleichen, ganz im Gegenteil. Dann kam Friedrich Wilhelm II, da könnten wir nochmal über alternative Frauen sprechen. Jetzt im Moment aber noch nicht. Und dann FW3, über dessen Frauen er wirklich ausführlichst gerät hat. Die Königin.
Solveig
01:38:30
Wie gesagt, alternative Frauen.
Daniel
01:38:33
Ja, oh. Sie war doch nicht die einzige Liebe in seinem Leben. So, FW4 war auch ordentlich dran mit Elisabeth von Bayern.
Michael
01:38:44
Ja, ja.
Daniel
01:38:45
Und kaum erwähnt haben wir dann seine Schwägerin, nämlich die Frau des ersten deutschen Kaisers. Können wir noch nachholen, wenn möglich. Und dann hatten wir die Viktoria, die englische Agentin. Und die Kirchenguste, die letzte wohltätige Kaiserin. Und sogar die, die gar nicht wirklich Kaiserin war, nämlich die Hermine.
Michael
01:39:04
Und Cäcilie haben wir auch angesprochen.
Daniel
01:39:06
Zum unwürdigen Abgang des deutschen Kaisers noch mal gehörig einen draufgesetzt hat. Das heißt aber auch, wir sind noch lange nicht durch. und dabei ist die Folge doch schon so lang geworden und ich finde, ich genieße es sehr. Ich hoffe, dass die meisten von euch jetzt hier noch dabei sind und dass ich euch jetzt mitteilen kann, dass sofern Solveig noch den Rest des Abends frei hat und mich ja auch, wir bleiben einfach noch sitzen und sprechen noch ein bisschen weiter. Vielleicht klären wir auch noch mal, was das eigentlich ist. Morganatische Ehe und kann ich das heute auch noch machen?
Solveig
01:39:37
Wenn du möchtest.
Daniel
01:39:38
Wenn ich feststelle, es gibt noch andere Menschen, die ich liebe und die ich auch heiraten möchte, aber irgendwie auf einem anderen Level, was auch immer das genau heißt. Das könnten wir in einer weiteren Folge klären. Nee, gleichzeitig.
Michael
01:39:50
Doch.
Daniel
01:39:51
Es wird immer spannender. Also bitte schaltet. Passt einfach auf, es wird im Laufe dieses Jahres euch einfach noch eine Folge ereilen. Wie wir das so öfter machen, wenn wir merken, irgendwie gibt es noch mehr zu erzählen, halten wir uns nicht an unseren monatlichen Rhythmus, sondern es könnte sein, dass euch da eine Weihnachtsüberraschung noch erreicht.
Michael
01:40:11
Ja, und das ist ja vielleicht was so, Daniel und Solveig, wir können es ja auch so, vielleicht haben wir die Leute auch Fragen nochmal. Also ich glaube, was wir so erzählt und geplaudert haben, ist für den einen oder anderen vielleicht nicht so nachvollziehbar, aber wir haben ja schon sehr springend in unseren Gedanken.
Daniel
01:40:25
Das mag sein.
Michael
01:40:27
Und das war so, aber Moment mal, die Geschichte ist ja interessant. Ich bin gerne bereit, die zweite Folge, dass wir das noch machen und vielleicht klären sich dann schon wieder Fragen oder es kommen noch mehr dazu.
Daniel
01:40:37
Das kommt darauf an, ob du jetzt nach Hause möchtest oder ob du hier noch sitzen bleibst. Ja, dann wird das mit den Fragen in der nächsten Folge wahrscheinlich noch nichts. Keine Fragen. Also lass das. Nein, tut das auf jeden Fall. Micha ist nämlich auch gar nicht so weit von hier, also im Zweifel nötigen wir ihn dazu.
Michael
01:40:53
Alle guten Dinge sind drei.
Daniel
01:40:54
Ah, ja.
Solveig
01:40:55
Oder vier.
Daniel
01:40:56
Also er drängt sich schon geradezu auf. Also bitte, wenn ihr Fragen habt und die Frage auch bei Johannes in dem Allezeit der Welt und so. Ich weiß noch nicht, was die in ihrer zweiten Folge besprechen. Wir nehmen jetzt hier dazwischen auf. Also sollte es danach immer noch ungeklärte Fragen geben oder ihr sonst irgendwas loswerden wollt oder wissen wollt, wer Michael eigentlich noch ist und wo man ihn vielleicht nochmal live erleben kann, dann schreibt uns doch. Am besten per E-Mail an kontakt@flurfunk-geschichte.de Außerdem natürlich bei Instagram, weil ihr uns ja sowieso folgt oder jetzt folgen werdet in nächster Zeit. Da kann man uns ja auch noch eine Nachricht schicken. Facebook für die Älteren in meiner Generation womöglich auch noch. Und noch andere Kanäle, die ihr schon findet, wenn ihr uns erreichen wollt. Solveig, hast du da neue Favoritinnen vielleicht jetzt gefunden unter den Preußinnen Oder bleibst du einfach bei den Österreichern, die unsere Haupt- und Residenzstadt geplündert haben, was ich bislang immer den Russen angelastet hatte?
Solveig
01:41:55
Also ich habe durchaus Verständnis, dass die Österreicher das tun.
Daniel
01:42:00
Weil es hier so viele schöne Dinge gibt zu holen, die es in Österreich nicht gibt.
Solveig
01:42:05
Weil sie halt auch angefangen haben, nicht wahr?
Daniel
01:42:10
Das sind immer so einfache Antworten, wer angefangen hat.
Solveig
01:42:14
Also die pragmatische Sanktion hat eine ganz bestimmte Person als erstes nicht anerkannt.
Daniel
01:42:21
Ja, weil man die Österreicher von der Weiberherrschaft befreien wollte.
Michael
01:42:25
Ja, und Jägerndorf war eben angeheiratet.
Solveig
01:42:29
Man hat es vorher noch unterschrieben.
Daniel
01:42:32
Ach, so viele Fragen, meine Güte. Die klären wir alle, wenn es heißt fröhliche Weihnachten überall.
Michael
01:42:41
Und das.
Daniel
01:42:42
Ist gar nicht mehr so weit und wir freuen uns dann auf bald macht's gut.
Michael
01:42:46
Bis zum nächsten Mal.