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Dein Geschichtspodcast mit Daniel und Solveig

FG048 - Irene von Athen und das Zweikaiserproblem

09.01.2025 85 min

Zusammenfassung & Show Notes

In dieser Episode widmen wir uns dem spannenden Thema der Kaiserkrönung Karls des Großen im Jahr 800. Wir beleuchten die politischen Intrigen und die komplexen Beziehungen zwischen Rom und Konstantinopel, die zur Entstehung des sogenannten Zweikaiserproblems führten. Solveig erzählt uns, wie die Krönung Karls durch Papst Leo III. die europäische Geschichte nachhaltig beeinflusste und welche Rolle die byzantinische Kaiserin Irene von Athen in diesem Machtspiel spielte.

Die Krönung Karls des Großen

Am Weihnachtstag des Jahres 800 setzte Papst Leo III. dem fränkischen Herrscher Karl dem Großen die Kaiserkrone auf und entfachte damit einen Konflikt um die Legitimität des Kaisertitels. Wir diskutieren die Hintergründe dieser Krönung und die politischen Motive, die sowohl den Papst als auch Karl dazu bewogen, diesen historischen Schritt zu gehen. Welches Interesse verband der Papst mit einem neuen Kaisertum und wie kamen ausgerechnet die Karolinger zu dieser Machtfülle?

Das Zweikaiserproblem

Durch die Krönung Karls entstand das sogenannte Zweikaiserproblem, das die Beziehungen zwischen dem weströmischen und dem oströmischen Reich über Jahrhunderte hinweg prägte. Wir beleuchten die Perspektiven beider Seiten und wie dieses Problem letztendlich zur Spaltung der christlichen Kirche und zu einem dauerhaften Ost-West-Konflikt führte. Welche Rolle spielte dabei die Kaiserin Irene, die als Frau mit ihrem Sohn Konstantin VI. auf dem byzantinischen Thron saß?

Hätte die Geschichte anders verlaufen können?
In einem gedanklichen Experiment stellen wir uns vor, welche Auswirkungen eine Heirat zwischen Karl und Irene auf die europäische Geschichte gehabt hätte. Wäre ein vereintes römisches Reich möglich gewesen? Und wie hätte dies die religiöse und politische Landschaft Europas verändert?

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Transkript

Daniel
00:00:00
So, dieses Jahr machen wir aber keine Frauen mehr, oder? Also nachdem wir jetzt zwölf Monate lang diverse Persönlichkeiten weiblicher Natur kennengelernt haben, ist es da nicht Zeit mehr für einen großen Mann?
Solveig
00:00:13
Also auf der einen Seite ja, auf der anderen Seite nein.
Daniel
00:00:19
Willst du jetzt einfach weitermachen?
Solveig
00:00:21
Nein, wir machen nicht mehr weiter. Wir können auch, jetzt ist das ja vorbei, jetzt ist auch mal wieder Zeit, andere Themen anzugucken. Aber das heißt ja noch lange nicht, dass man jetzt auf die weibliche Perspektive verzwichtet. Denn die sind ja immer noch Teil der Gesellschaft.
Daniel
00:00:35
Lässt sich nicht leugnen.
Solveig
00:00:38
Deswegen wird es natürlich immer noch weitere Frauenthemen geben. Auch weil ich hier sitze.
Daniel
00:00:44
Darauf ein frohes neues Jahr. Ja, hallo Solveig.
Solveig
00:01:13
Hallo Daniel.
Daniel
00:01:13
Ich wünsche dir ein frohes neues Jahr.
Solveig
00:01:15
Ja, das wünsche ich dir auch.
Daniel
00:01:16
Und natürlich wünschen wir das euch allen, die ihr uns treu seid und das Frauenjahr jetzt durchgestanden habt.
Solveig
00:01:24
Entschuldigung.
Daniel
00:01:24
Ja, aber auch offensichtlich habt ihr euch mit Vergnügen hoffentlich diese Folgen alle angehört.
Solveig
00:01:31
Das erwarte ich.
Daniel
00:01:32
Und jetzt erwarten wir mal was anderes. Aber es wird schon angedroht, womöglich könnte eine weibliche Person heute auch nochmal eine Rolle spielen. Ja. Wie bist du denn so reingerutscht in das neue Jahr?
Solveig
00:01:43
So wie immer. Ja.
Daniel
00:01:45
So wie immer. Wer weiß, was da noch alles geschieht. Wir haben nämlich keine Ahnung. Ehrlich gesagt, wir sind ja ein transparenter Podcast. Und wir sind hier in unserem Aufnahmeterminplan so ein bisschen durcheinander geraten. Und ja, der Jahreswechsel hat für uns noch nicht stattgefunden. Aber nichtsdestotrotz, wir fühlen es.
Solveig
00:02:00
Wir fühlen das neue Jahr. Und da ich tatsächlich Silvester immer gleich feiere, weiß ich schon ungefähr, wie es passieren wird.
Daniel
00:02:07
Wer weiß, was die Zukunft da bringt. So, und was hast du uns heute mitgebracht?
Solveig
00:02:12
Genau, wir haben es schon angekündigt, wir sind noch im alten Jahr und Daniel hatte sich gewünscht, noch nochmal was zu Weihnachten zu haben und dem Wunsch bin ich ihm gefolgt, er hatte auch noch andere Wünsche, aber da musste ich ihn leider enttäuschen.
Daniel
00:02:24
Ja, letztes Jahr um diese Zeit würdest du ja hier auch noch im Tannenbaum sitzen bei mir. Zeitlich noch ein bisschen. Wir sind noch in der Weihnachtszeit.
Solveig
00:02:32
Wir sind noch in der Weihnachtszeit.
Daniel
00:02:33
Liturgisch zumindest.
Solveig
00:02:34
Ja. Und deswegen fangen wir mit einem Weihnachtsfest an. Aber für die, die jetzt auch keine Lust mehr auf Weihnachten haben, es wird auch nur kurz behandelt werden. Also auch da keine Angst, wir müssen die Kekse nicht wieder rausholen. Es geht um das Weihnachtsfest im Jahr 800.
Daniel
00:02:51
Okay, da klingelt doch was.
Solveig
00:02:53
Weißt du, was da passiert ist?
Daniel
00:02:54
Da fing halt etwas, ich glaube, da wurde das römische Kaisertum wiedererrichtet.
Solveig
00:03:00
Wiedererrichtet, weil?
Daniel
00:03:01
Es wurde übertragen auf einen neuen Träger.
Solveig
00:03:04
Genau.
Daniel
00:03:05
Von den Römern, Ursprungsrömern, auf einen fränkischen Herrscher oder vielmehr den fränkischen Herrscher. Den fränkischen Herrscher. Nämlich Carolus Magnus, ab sofort Imperator.
Solveig
00:03:16
Oder Charlemann.
Daniel
00:03:17
Ja. Auf gar keinen Fall.
Solveig
00:03:20
Auf Englisch heißt er auch Charlemagne.
Daniel
00:03:22
Also Karl der Groß.
Solveig
00:03:23
Genau. Und da habe ich einmal einfach zum Einstieg, fange ich ja gerne mal mit Quellen an. Da habe ich zwei Quellen für dich dabei. Als der König gerade am heiligen Weihnachtstag sich vom Gebet vor dem Grab des seligen Apostel Petrus zur Messe erhob, setzte ihm Papst Leo eine Krone aufs Haupt. Und das ganze Römervolk rief dazu, dem erhabenen Karl, dem von Gott gekrönten, großen und friedensbringenden Kaiser der Römer, Leben und Sieg. Und nach den lobenden Zurufen wurde er vom Papst nach der Sitte der alten Kaiser durch Kniefall geehrt und fortan unter Wecklassung des Titels Patricius Kaiser und Augustus genannt.
Daniel
00:04:01
Unter Wecklassung des Titels Patricius? Warum muss er einen Titel aufgeben dafür?
Solveig
00:04:06
Ja, das ist so ein bisschen im Vorfeld, da gehen wir auch gleich nochmal ein, wie das überhaupt alles zustande kommt. Patricius war so ein Ehrentitel, den er vom Papst vorbekommen hat, so als Vorsitzstehender Roms, also Patricius, so Fürst von Rom.
Daniel
00:04:19
Das war quasi so der Stadtadel.
Solveig
00:04:21
Ja, genau.
Daniel
00:04:22
Also die, die wirklich was zu sagen hatten.
Solveig
00:04:24
Das ist also der Ehrenfürst von Rom. Und jetzt ist er aber nochmal aufgelevelt worden quasi. Und das ist der Bericht aus den Reichsanalen. Und vielleicht vom Hergang, was fällt mir vielleicht so auf, wie das hier beschrieben wird? Also was genau passiert hier eigentlich? Ein bisschen Quellenanalyse mal machen.
Daniel
00:04:45
Oh Gott, gehen nochmal die Schritte durch.
Solveig
00:04:47
Ja, also es ist Weihnachten.
Daniel
00:04:50
Wir haben das Gebet.
Solveig
00:04:51
Er sitzt am Grab des seligen Apostels Petrus, das heißt, wo befindet er sich?
Daniel
00:04:56
Im Petersdom.
Solveig
00:04:58
Ja, im Zentrum des Grabes. Ja, also wir sind im Vatikan, das ist damals, also heute im Grunde auch, aber damals auch außerhalb von Rom. Und was auch interessant ist, was passiert dann? Also er betet, es ist jetzt Weihnachtsmesse, er sitzt am Grab des Petrus. Und dann kommt der Papst.
Daniel
00:05:21
Leo III.
Solveig
00:05:23
Und was tut der? Einfach so scheinbar von hinten rum.
Daniel
00:05:26
Schleicht sich von hinten an.
Solveig
00:05:28
Schleicht sich so von hinten an.
Daniel
00:05:29
Und hält ihm eine Kronel über den Kopf.
Solveig
00:05:30
Der setzt ihm ja sogar richtig auf.
Daniel
00:05:32
Ach so, okay.
Solveig
00:05:32
Und das stelle ich mir immer so ein bisschen ran.
Daniel
00:05:36
Aber Weihnachten gibt es doch Geschenke.
Solveig
00:05:38
Weihnachten gibt es Geschenke.
Daniel
00:05:40
Aber in dem Fall ist Rückgabe Umtausch nicht möglich kommt.
Solveig
00:05:43
Der einfach so von hinten an.
Daniel
00:05:47
Aber gleichzeitig passiert noch was anderes.
Solveig
00:05:49
Hier wird nämlich auch vom Römervolk gesprochen und hast du in Erinnerung was die tun?
Daniel
00:05:53
Sie jubeln ihm zu.
Solveig
00:05:55
Genau, und sie rufen auch eine bestimmte Formel, hier ist jetzt egal, also den friedensbringenden Kaiser, der Römer leben und sie, das ist Akklamation.
Daniel
00:06:03
Ja.
Solveig
00:06:03
Das ist üblich, schon auch bei den antiken Kaisern, dass die, ja, das Volk erwählt sie ja im Grunde, also auch bei den Antiken, also bei Augustus und so weiter. Die haben ja immer so getan, als wären sie keine Könige, weil das ja in Rom verpönt war. Und deswegen haben sie immer so getan, als ob der Senat noch irgendwie mitreden könnte und als ob das Volk noch mitreden könnte, als ob sie republikanisch wären. Und es gibt immer so diese Akklamationsakte, so nach dem Motto, das Volk möchte, dass ich Kaiser bin.
Daniel
00:06:30
Das heißt wählen, nicht in dem Sinne, dass sie dann Stimmlokal haben und Wahlzettel mit ankreuzen oder Namen draufschreiben, sondern die klatschen einfach.
Solveig
00:06:38
Genau, die klatschen und die rufen und sie freuen sich. Und dann weiß ich, das Volk möchte mich, weil es freut sich ja.
Daniel
00:06:43
Und es gibt aber auch nicht verschiedene Kandidaten.
Solveig
00:06:45
Nein.
Daniel
00:06:46
Man kann nur Ja sagen.
Solveig
00:06:47
Man kann nur Ja sagen.
Daniel
00:06:48
Mehr oder weniger enthusiastisch.
Solveig
00:06:50
Und ich vermute, dass man auf die Leute, wo man weiß, dass die ja sagen werden, dass man die dann da hinstellt. So, das heißt also, wir haben den Papst, der zufällig im Vatikan ist, da ist der nämlich eigentlich nicht unbedingt immer.
Daniel
00:07:03
Stimmt.
Solveig
00:07:03
Der wohnt nämlich eigentlich im Lateran auf der anderen Seite der Stadt, hat jetzt aber scheinbar im Vatikan die Messe gefeiert. Und wir haben das Römervolk, das irgendwie da ist und ihm sofort zujubelt. Und das spreche ich mit dir so.
Daniel
00:07:15
Das ist ja eine Messe, natürlich sind da Leute da.
Solveig
00:07:17
Aber das Römervolk...
Daniel
00:07:18
Und das Weihnachten, der einzige Tag, wo die Kirche wirklich voll ist.
Solveig
00:07:21
Wir haben aber ein paar Kirchen in Rom. Das ganze Römervolk. Nee, der Grund, warum ich das so ausführlich mit dir bespreche, ist, weil es noch einen zweiten Bericht über diese Wohnung gibt. Und die ist von Einhard. Dieser Name sagt manchen vielleicht was. Der hat so die Lebensbeschreibung von Karl geschrieben, die Vita Caroli, die so seine erste Biografie quasi ist. Und Einhard schreibt über diesen Tat, über diesen Taten, über dieses Ereignis, Das ist einfach passiert.
Daniel
00:08:01
Ja, aber die andere hat ja auch gesagt, er hätte da gekniet und der Papst kam von hinten. Genau. Er hatte ja keine Ahnung gehabt davon.
Solveig
00:08:08
Aber wir sind im Vatikan, der Papst hat eine Krone dabei und das Volk ist anwesend, um ihn sofort zu akklamieren.
Daniel
00:08:14
Ja, aber der hat doch nicht vorne mit der Krone gewartet, sondern der war jetzt da ins Gebet versunken und dann hat der Papst sich da die Krone irgendwie aus der Banke griffen und ihm dann aufgesetzt.
Solveig
00:08:24
Genau, das war alles ganz spontan.
Daniel
00:08:26
Aber wieso hätte er den nicht haben wollen? Das ist eher komisch.
Solveig
00:08:29
Ja, weil er doch so ein frommer, demütiger Mann ist, der niemals nach der Macht gegriffen hätte.
Daniel
00:08:36
Gut, das gehört natürlich so ein bisschen zum Business dazu. Man darf nicht sagen, dass man das will. Das ist ja heute nicht anders.
Solveig
00:08:42
Deswegen wird das ja hier so beschrieben nach dem Motto, der wusste das gar nicht. Es waren alle da, alle hatten ihre schönsten Sachen an, aber niemand hat ihm was verraten. So diese Überraschungspartys.
Daniel
00:08:52
Ja, aber das war wahrscheinlich einfach praktisch, weil da kann man immer alles auf Weihnachten schieben, dass sich alle schick gemacht haben für den Kirchbesuch.
Solveig
00:08:59
Niemand hat das mitbekommen. Schön. Jetzt ist natürlich die Frage, Karl, du hast es schon gesagt, das ist eigentlich Franke. Er ist der König der Franken. Er ist auch König von was anderem, aber da kommen wir jetzt zu, von was er jetzt gleich eigentlich schon König ist.
Daniel
00:09:10
Also die Franken sind nicht die, die heute zum Bundesland Bayern gehen.
Solveig
00:09:14
Genau, das sind nicht die Franke. Das sind die Franken, aus denen die Franzosen dann wurden.
Daniel
00:09:20
Und wir auch.
Solveig
00:09:21
Ja, genau.
Daniel
00:09:22
Also ein Teil von uns.
Solveig
00:09:23
Genau, wir hatten das, glaube ich, auch. Ich bin manchmal, komme ich so durcheinander, was wir schon mal irgendwie angesprochen haben. Also das Frankenreich, Das ist im Grunde die Gebiete ganz grob, die in römischer Zeit Gallien und die Provinzen, die gallischen Provinzen und die germanischen Provinzen umfasst hat. Also eben Frankreich und Deutschland den Rhein runter.
Daniel
00:09:45
Bis zu dem Punkt, wo der Varus dann weiterkam.
Solveig
00:09:49
Ja, genau. Bis die Römer dann keinen Bock mehr hatten, weil es da auch nur Wald gab. Aber über Varus reden wir vielleicht auch nochmal in diesem Jahr. Schauen wir mal.
Daniel
00:09:58
Oder seine Frau. Seine Frau.
Solveig
00:10:00
Wir können ja jetzt auch wieder über Männer reden.
Daniel
00:10:02
Ja, ja, okay.
Solveig
00:10:03
Also zurück zum Frankenreich. Das ist ja auch immer diese Frage, war Karl jetzt Franzose oder Deutscher?
Daniel
00:10:09
Das interessierte den, glaube ich.
Solveig
00:10:11
Nicht. Der wollte einfach nur. Also er hatte große Pläne, wie wir es hier erfahren schon. Jetzt ist aber die Frage, was macht er denn jetzt eigentlich in Rom? Weil wie gesagt, sein Herrschaftspunkt ist eigentlich eben das Frankenreich. Aachen ist auch so seine Lieblingsstadt gewesen wegen den heißen Quellen. Auch eine römische Stadtgründung mal gewesen. Und was macht er jetzt in Rom?
Daniel
00:10:31
Kirchen angucken wahrscheinlich.
Solveig
00:10:33
Ja.
Daniel
00:10:34
Und man muss ja auch irgendwann, wenn man König ist, sollte man beim Papst mal vorbeigucken. Als christlicher Herrscher.
Solveig
00:10:39
Als christlicher Herrscher ist ja ein weiter Weg. Also es muss ja einen Grund haben, warum er da nach Rom gekommen ist. Das schaffen ja auch spätere Kaiser und Könige nicht unbedingt oft. Und das hat mit dem Papst zu tun. Ich habe schon angesprochen, Leo III., der hatte nämlich Umhilfe gerufen. Er hat gesagt, bitte, bitte, kommt doch mal her. Weil ein Jahr zuvor, 799, haben die Römer schon mal was gemacht. Also die Römer sind nicht immer nur freudig bereit zu klatschen und zu jubeln, die haben auch manchmal was gegen den Papst. Die haben häufig was gegen den Papst, um ehrlich zu sein.
Daniel
00:11:12
Haben sie nicht auch akklamiert?
Solveig
00:11:14
Ja, also Rom, Ist nochmal so, wir haben den, du hast schon angesprochen, die Senatoren im Anführungszeichen, die sind dann später die Patrizia, die Adligen. Dann haben wir den Papst und dann haben wir auch noch im Hochmittelalter den Popolo, also die normale Bevölkerung. Und das sind drei Parteien in einer Stadt, die alle sich gegenseitig hassen. Und der Papst hat es öfter mal schwer. Und gegen Leo III. hat es jetzt einen Attentat gegeben im Jahr zuvor. Auch hier schreiben die Reichsannalen. als Papst Leo zu Rom vom Lateran nach der Kirche des heiligen Laurentius, die zum Rost heißt, das ist San Laurentio, eine der sieben Hauptkirchen in Rom.
Daniel
00:11:54
Zum Rost heißt, finde ich auch schön.
Solveig
00:11:56
Weißt du warum?
Daniel
00:11:57
Ja, weil der wird auch immer mit so einem, sieht aus wie so ein Grillrost oder so, weil darauf verweist, auf welche Art er gestorben ist.
Solveig
00:12:05
Wollen wir drüber reden?
Daniel
00:12:06
Ich glaube, es ist jetzt deutlich. Stirbt auf dem Rost.
Solveig
00:12:10
Teile von ihm.
Daniel
00:12:11
Teile von ihm, okay.
Solveig
00:12:12
Es wurde nicht alles von ihm geröstet. Nur der Inhalt seines Darms.
Daniel
00:12:16
Okay, also deshalb heißt die Kirche jetzt so. Genau.
Solveig
00:12:19
Deswegen wird der heilige Laurentius immer mit so einem kleinen Grill dargestellt. Nicht, weil er so gerne angegrillt hat im Frühjahr. Okay.
Daniel
00:12:27
Da muss ich jetzt doch noch kurz ergänzen, weil nämlich, wie heißt der Palast, den der Philipp II. sich da noch gebaut hat bei Madrid, nicht weit von Madrid, El Escorial. Da ist nämlich der Laurentius auch der Pate von Palast. Das ist ja eigentlich ein Klosterpalast Palast mit einer unglaublichen Kirche in der Mitte. Einfach riesig. Und der ganze Palast ist so als Rost angelegt.
Solveig
00:12:49
Ja, also da hatten die Das.
Daniel
00:12:51
Ist ein populärer Heiliger.
Solveig
00:12:52
Sehr populär und gerade auch so Martyriumsdarstellung, auch so in der Zeit auch schon 15. bis 16. Jahrhundert wird sehr beliebt. Also kann ich immer nochmal San Stefano in Rotondo empfehlen in Rom. Sind sehr plastische Darstellungen. So, auf jeden Fall zurück zur Quelle. Also ich fange noch mal an. Oh.
Daniel
00:13:30
Kommt man denn nicht in die Hölle für so ein Verhalten? Oder wurde er als irgendwie falscher Papst verschrien?
Solveig
00:13:36
Ich muss ehrlich gestehen, ich weiß gar nicht, warum sie das mit ihm machen, was da ihm vorgeworfen wird. Aber das ist so eine Zeit, da passiert das öfter. Also da ist der Papst als das Amt des Papsttus auch noch nicht so anerkannt. Wir kommen spät, also in der späteren Phase haben wir dann auch noch das Sekulum Obscuro mit dem Tusculaner Papst um den Crescentian. die Leichensynode, die auch häufig immer mal gerne so angeführt wird, über die Zustände. Also das Papsttum ist hier noch nicht so etabliert. Und ich hatte schon angesprochen, es kommt in Rom immer wieder zu Machtstreitigkeiten und da kann dann auch schon mal so ein Papst körperlich verstümmelt werden.
Daniel
00:14:14
Kein anstrebenswerte berufen.
Solveig
00:14:16
Und es wird berichtet, er blieb dann dort liegen. Man hat ihn dort liegen lassen. Er wird dann in ein Kloster gebracht, aber da ist er scheinbar auch nicht so ganz sicher. und seine Anhänger bringen ihn dann nach Spoleto in Sicherheit. Da scheint er irgendwie einen Palast gehabt zu haben, wo er sich dann auskurieren kann. Einhard schreibt ebenfalls, seine letzte Reise hatte nicht darin allein den Grund, sondern sie wurde auch dadurch veranlasst, dass Papst Leo durch die vielen Misshandlungen, die er von Seiten der Römer erlitten hatte, indem sie ihm nämlich die Augen ausrissen und die Zunge abschnitten, sich genötigt sah, den König um Schutz anzufleeren. Und ich bin mir da nicht so sicher, also in der Literatur steht dann auch, dass man es nur versucht hätte, ihm die Augen auszustechen, also ihn so zu verstümmeln. Weil es dann doch eben interessant ist, wie aktiv Leo dann noch ist. Wo man dann davon ausgeht, dass wenn er blind ist und auch keine Zunge mehr hat, sein Amt eigentlich gar nicht mehr ausüben könnte. Aber er ist noch weiter im Amt. Ob er dann jemanden, einen Assistenten hatte, der das für ihn mitgemacht hat. Oder ob es eben nur beim Versuch geblieben ist, das ist nicht so klar. Aber beide Quellen schreiben eben, dass man Erfolg hatte mit dem, diesen Verstümmelungen. Also deswegen weiß ich nicht. in welchem Zustand man Leo dann getroffen hat. Weil ich möchte jetzt nicht makaber sein, aber sich von hinten anschleichen, um einem König die Krone auf den Kopf zu setzen, wenn er keine Augen mehr hat. Ich weiß nicht, ob das dann so funktioniert.
Daniel
00:15:35
Es gibt ja Menschen, die ihn führen können dabei.
Solveig
00:15:37
Ja, aber das ist ja nochmal so ein Punkt für die Überraschung. Dieser Akt, der sich heimlich von hinten, ist dann auch ein bisschen. Egal. Aber auch jetzt stellt sich wieder die nächste Frage. Okay, wir wissen jetzt, warum ist Karl in Rom? Weil der Papst ihn gebeten hat. Ich wurde schwer misshandelt. Bitte beschütze mich. Und verurteile die, die das getan haben, was Karl dann auch tut. Aber warum kommt der jetzt zu Karl? Der sitzt ja irgendwo im Frankenreich, in Aachen, in seinen heißen Quellen. Warum kommt der Papst zu ihm?
Daniel
00:16:04
Wahrscheinlich, weil er einfach das größte Land oder das größte Territorium beherrscht, mit den meisten Truppen. Zuverlässig ist, gutgläubig ist.
Solveig
00:16:14
Mhm. Aber könnte der Papst nicht irgendwen anders fragen, der näher dran ist, der vielleicht auch?
Daniel
00:16:21
Aber die Könige von Sizilien gibt es noch nicht.
Solveig
00:16:24
Die Normannen sind noch nicht mal da. Genau, also was wir hier sehen, ganz klar ist, dass die Karolinger oder die Franken, wie auch immer man sie bezeichnen möchte, aber es sind eigentlich erstmal die Karolinger als Geschlecht tatsächlich, sind Schutzmacht des Papstes. Also wenn der Papst ein Problem hat, dann wendet er sich an die und sagt, bitte, bitte, hilf mir. weil der Papst das alleine nicht kann, weil der im Grunde kein Territorium verfügt und dadurch keine Truppen aufstellen kann.
Daniel
00:16:52
Aber hat er nicht schon Geschenke bekommen von den Karolingern?
Solveig
00:16:56
Da kommen wir jetzt nicht. Warum sind es denn die Karolingern?
Daniel
00:16:59
Eben, die haben doch schon eine gute Beziehung.
Solveig
00:17:01
Die haben eine sehr gute Beziehung. Da kommen wir jetzt nämlich dazu, wie diese Beziehung entstanden ist. Denn, wie gesagt, der Papst hat zwar das Dukat von Rom, das ist so die Stadt und so ein bisschen das Umland, wo man dann Landwirtschaft drauf betreiben kann, Aber das ist jetzt nicht unbedingt viel. Und wie wir es schon angesprochen haben, da sind ja in Rom noch andere Leute, die dann da irgendwie auch mitmischen. Das heißt, der Papst ist relativ angreifbar. Und wenn wir jetzt einmal ein bisschen so in die Zeit zurückgehen, haben wir ja die sogenannte Völkerwanderung zuvor. Also wir hatten das Römische Reich. Und seit dem dritten, vierten Jahrhundert haben wir dort Krisen. Und dann ab dem fünften Jahrhundert kommen ja diese sogenannten germanischen Leute.
Daniel
00:17:46
Die Burgunder.
Solveig
00:17:46
Die Burgunder.
Daniel
00:17:47
Die Nibelungen.
Solveig
00:17:50
Die Westgoten, die Vandalen, die Franken kommen eben ins Land. werden auch aktiv von den Römern angesiedelt. Also es ist nicht so... Wie diese Idee, dass die Barbaren einfach Westrum niederwalzen, sondern die werden reingeholt. Wer aber tatsächlich hineinwandert, da also sind die Langobarden. Also diese Bezeichnung Völkerwanderung ist, ich finde es sehr, sehr schwierig, weil das so falsche Assoziationen erweckt.
Daniel
00:18:17
Wir schließen jetzt alle gemeinsam.
Solveig
00:18:18
Wir gehen jetzt alle woanders hin. Aber bei den Langobarden passt es einigermaßen, weil die Langobarden sich tatsächlich so als eine Gruppe verstehen und auch wirklich wandern. Also die kommen und erobern Gebiete, während eben die Vandalen, Westgoten vorher schon ins Land reingeholt werden. Und die Langobaden, das ist auch nicht so ganz klar, wo die herkommen, wahrscheinlich so, naja, irgendwie so, was ist denn das, Tschechien, irgendwie so über die reich. Und es ist auch da zu den Langobaden, das ist wahnsinnig spannend, gab es auch so Untersuchungen, dass man da eben feststellen kann, dass die nicht genetisch alle identisch sind, sondern sich wirklich so Leute dann dazukommen und manchmal wieder weggehen und dann sich einfach durch ihre kulturelle Identität als eine Gruppe sehen. Und die sind nicht eben biologisch ein Volk, sondern wir sind eine Kulturverband, der sich einfach gemeinsam identifiziert. Das finde ich eben auch sehr interessant. Und die erobern nach und nach, sie kommen dann eben erst mal nach Oberitalien, erobern das und dann gehen sie immer weiter mehr nach Süditalien und haben dann ja auch eben in Süditalien Gebiete. Das ist das, was dann eben Kapur ist und das ist das andere Amalfi.
Daniel
00:19:24
Wo dann nachher der byzantinische Kaiser sich die Normannen zur Hilfe holt, weil er mit denen nicht klarkam oder was war es?
Solveig
00:19:29
Das war der Papst. Also nein, die Normannen kommen und dann kommt der Papst. Also das hatten wir in der Sizilien, in den Sizilienfolgen mal ausführlicher.
Daniel
00:19:36
Muss ich auch nochmal rein.
Solveig
00:19:37
Genau, das machen wir jetzt nicht, aber zu den Byzantinern kommen wir nämlich gleich. Die haben dann nämlich ja auch noch Gebiete.
Daniel
00:19:43
Das wäre ja eigentlich auch ein Ansprechpartner gewesen, oder? Weil der ist doch noch römischer Kaiser.
Solveig
00:19:47
Ja.
Daniel
00:19:48
Können wir ja mal einen Boten nach Byzanz schicken und sagen, kannst du mir mal bitte hier helfen.
Solveig
00:19:52
Genau, aber da werde ich dir jetzt nämlich genau erklären, warum man den nicht fragt. Weil, wie gesagt, die Langobarden kommen, nach und nach erobern sie und die stehen auch schon um die Wende im 5. zum 6. Jahrhundert vor Rom. Das ist dann zur Zeit von Gregor dem Großen, der auch der erste Papst ist, der diesen Titel quasi schafft. Und sie stehen vor den Toren und Gregor gelingt es, die zurückzuschlagen. Also angeblich, weil er nur Predigt hält und sagt, ihr kommt nicht vorbei.
Daniel
00:20:20
Wahrscheinlich noch eine Marienikone präsentiert.
Solveig
00:20:23
Also sie haben sie einmal vor den Hunnen, konnten sie die Stadt beschützen und beim zweiten Mal vor den Langobaden. Und das heißt, wir haben dann die Langobaden im Grunde, das sind natürlich unterschiedliche Fürstentümer, die die dort gründen, aber im Grunde gehört ihnen ganz Italien bis auf Rom und eben die Insel Sizilien und Kalabrien. Also der untere Stiefelspitze, das ist noch byzantinisch. Und was auch noch, beziehungsweise das wird zwischendurch von den Langobarden erobert, wird dann aber von den Byzantinern wieder zurückerobert, weil die sind schon noch da. Denen ist natürlich wichtig, Italien zu halten, denn sie sind ja die römischen Kaiser. Wird das Exarchat von Ravenna gegründet.
Daniel
00:21:01
Das ist ein Exarchat.
Solveig
00:21:02
Ja, das ist so ein bisschen unser Außenposten, so unser Brückenkopf, wo wir noch was haben. Und dieses Exarchat wird 751 genutzt. Wieder zurück, also quasi von den Longobarden wieder hervorfort. Und das ist jetzt so der Punkt, also die byzantinischen Kaiser oder eben die Kaiser in Konstantinopel haben immer wieder versucht, Italien für sich zurückzuehren. Wir haben dann Belisar, der dann kommt und versucht das alles. Aber jetzt 751 kommt der Kaiser nicht mehr und schickt keine Truppen mehr. Sondern man überlässt es den Longobarden und sagt, gut, dann ist es jetzt vorbei. Und damit ist auch wirklich einer der größten noch byzantinischen Gebiete in Italien weg. Also vom Exarchat von Ravenna ist tatsächlich noch sehr, sehr viel Macht ausgeübt worden. Und das hat auch Gründe, komme ich gleich, komme ich später nochmal zu. Wir bleiben jetzt erstmal bei den Franken, zu den Byzantinern kommen wir nochmal im zweiten Schritt. Und es gibt jetzt keine Truppen aus Byzanz. Und man schickt auch Boden hin und sagt, kommt ihr kurz und helft uns?
Daniel
00:22:11
Nö. Also es kommt schon eine Antwort, oder?
Solveig
00:22:14
Ich weiß es nicht, ob das jetzt ein bisschen klapsig zusammengefasst ist. Es kommen auf jeden Fall keine Truppen. Und der Papst kriegt wirklich Angst, dass die Langobarden jetzt, wo sie das Exarchat von Ravenna erobert haben, auch noch Rom einnehmen. Und jetzt sucht er sich den nächstmöglichen Player, den es gibt. Und 751 denkt man sich, das Frankenreich, da könnte man ja mal nachfragen. Weil die haben großes Interesse daran, mit dem Papst eine Einigung zu finden. Weil vielleicht weißt du ja, oder kannst dich noch daran erinnern, wie die Karolinger eigentlich mal angefangen haben.
Daniel
00:22:50
Das waren die Hausmeier. So ein toller Titel.
Solveig
00:22:53
Ja.
Daniel
00:22:54
Also irgendwie so ein... Ja, da muss ich mal an Gondor denken. Der König ist nicht mehr da und solange wir keinen neuen König haben, machen wir das hier weiter.
Solveig
00:23:02
Ja, beziehungsweise sie hatten einen König. Ach so. Noch aus der Dynastie der Merowinger. Diese großen, von denen hatten wir es schon mal.
Daniel
00:23:08
Die ganzen Hilderichs und Hilderichs. Und den haben sie aus dem Fenster geschmissen oder Kerbke runtergefallen?
Solveig
00:23:11
Ja, der hat es einfach nicht mehr gebracht und die haben dann die Macht so übernommen.
Daniel
00:23:15
Das ist natürlich noch besser, weil man im Namen des Königs quasi regieren kann.
Solveig
00:23:20
Und da haben sie mal beim Papst nachgefragt, sag mal, wer sollte eigentlich die Macht im Reich haben? Der, der da dynastisch einfach zufällig reingeboren ist oder der, der wirklich die Macht hat? Und jetzt müssen wir bedenken, der Papst braucht jemanden, der ihn vor den Langobarden schützt. Die haben viele Truppen, die haben Macht. Was antwortet er den Karolingern?
Daniel
00:23:43
Es ist schon besser, wenn die sich kümmern, die da Macht haben. Und die ja auch gezeigt haben, dass sie das können. weil der Großvater von Karl dem Großen, der hat doch auf der anderen Seite die Muslime aufgehalten.
Solveig
00:23:53
Nee, wir sind gerade noch bei dem.
Daniel
00:23:55
Wir sind noch nicht bei Karl dem Großen.
Solveig
00:23:56
Wir sind noch bei, also genau, der Großvater, aber jetzt der Vater.
Daniel
00:23:59
Aber der hat sich ja schon einen Namen gemacht.
Solveig
00:24:00
Genau. Also es ist schon gut, dass der, der die Macht hat, auch wirklich noch herrscht. Und nicht nur irgend so einer, der zufällig da reingeboren ist. Und damit wirklich durch die Entscheidung von Papst Stephan wird gesagt, ihr seid jetzt Herrscher. Er salbt die auch. Also 751 werden sie, so Königin des Frankenreichs, gesalbt. und der letzte merowingische König wird dann, Ich weiß nicht, ob der dann schon gestorben ist oder ob der ins Kloster geschickt wird. Auf jeden Fall, irgendwann entledigt sich ihn. Und jetzt, wie gesagt, 751 ist das Exarchat von Ravenna gefallen. Im gleichen Jahr, zufällig, hat man den Karolinger zu fränkischen Königen gemacht. Dafür schulden sie einem ja was. Also kommt jetzt der nächste, das ist ein bisschen durcheinander, der nächste Papst Stephan. Das ist aber nicht mehr der Papst Stephan, der die gesalbt hat. Das ist der Nachfolger, der auch Stephan heißt. Die sind damals auch bei der Nummerierung durcheinander gekommen. komm, die haben die gleiche Nummerierung teilweise. Es sind zwei verschiedene Männer, sind trotzdem beide Stefan der Zweite. So, ist auch egal, wir bleiben einfach Papst Stefan. Und der kommt jetzt und bittet Pippin, das ist ja der Vater von Karl, also dem späteren Karl dem Großen, bitte, bitte, hau die weg. Und Pippin sagt natürlich, wie könnte ich denn meinem Papst irgendwas abschlagen? Ich schütze dich doch, ich bin dein Schutzherr. Und Pippin kommt dann und im Grunde innerhalb der nächsten 30 Jahre, also sowohl unter Pippin wie dann auch unter Karl. Im Grunde versuchen die Karolinger, wenn wir es uns auf der Karte angucken, das einzige weströmische Reich wieder zusammenzubringen. Also sie führen Kriege gegen die Langobarden in Italien. Sie versuchen in Spanien die Umayaden wieder rauszuhauen, also die arabische Eroberung zurückzuhalten. Und wir haben dann auch Karl, der dann in den 770ern und 80ern die Sachsenkriege führt. Also noch über die römischen Grenzen hinaus im Grunde das Christentum verbreiten möchte. Weil er sich ja eben in der Tradition der christlichen Kaiser sieht, für den Papst die rechte Hand darstellt. Wie gesagt, das klappt zum Teilen, zum anderen Teilen nicht. Also die Sachsenkriege, da missioniert er mit dem Schwert. Da kann man dann auch überlegen, wie weit das wirklich auch im Sinne eines Papstes ist. Der deutsche Orden macht das später auch in Preußen. Das findet der Papst auf Dauer gar nicht mal so lustig. Das wie mit dem Schwert missionieren.
Daniel
00:26:23
Aber das sind doch Heiden.
Solveig
00:26:24
Ja.
Daniel
00:26:24
Da ist das doch eigentlich okay immer.
Solveig
00:26:26
Ja, also für die, die vielleicht diesen Begriff nicht kennen, mit dem Schwert missionieren heißt ... Entweder du lässt dich taufen oder ich töte dich. Und das wird irgendwie, hatte ich das auch mal erzählt bekommen, mit einer Stelle, ich weiß nicht aus welchem Evangelium, entweder Markus oder Matthäus Evangelium. Ich glaube, es ist Matthäus Evangelium, wo irgendwie so ein Satz steht, gehe hinaus und wenn du sie nicht überzeugen kannst, dann zwinge sie.
Daniel
00:26:50
Ach was.
Solveig
00:26:50
Irgendwie sowas.
Daniel
00:26:51
Im Evangelium?
Solveig
00:26:52
Ja, ich glaube, es wird anders gemeint, aber sie interpretieren diese Stelle dann so, um das zu legitimieren, dass man Menschen eben zwingen kann. Weil wir haben auch schon vorher, wenn die Vandalen in Nordafrika sind, gibt es so große religiöse Diskussionen mit den Donatisten, mit dem Drei-Kapitel-Streit. Können wir auch mal eine Frage machen über das frühe Christentum. Die sind nämlich auch nicht so, die sind da entschieden. Und da finden Zwangstaufen statt. Weil also die Vandalen sind Arianer, das sind zwar Christen, aber die glauben an was anderes.
Daniel
00:27:24
Was Falsches.
Solveig
00:27:24
Die verstehen das Glaubensbekenntnis. Die haben da ein und drin. Ist egal. Nee, also in der Naturlinie.
Daniel
00:27:30
Okay, also mit dem Schwert, also geht es zu den Sachsen.
Solveig
00:27:32
Genau, also Punkt nochmal, warum ich mit den Vandalen komme, die führen Zwangstaufen durch und da wird dann schon diskutiert, ist das gültig, wenn ich gezwangstauft werde? Und das ist hier ja nochmal eine Nummer krasser, wenn man mir sagt, du taufst dich jetzt oder ich töte dich.
Daniel
00:27:46
Müssen wir da auch nochmal kurz sagen, also die Sachsen sind nicht in Dresden.
Solveig
00:27:49
Nein, das sind die Niedersachsen.
Daniel
00:27:52
Also quasi so der ganze Norden.
Solveig
00:27:54
Ja, also der Nordwesten, also das, wo ich jetzt zurzeit bin, Westfalen.
Daniel
00:27:58
Das ist von Sachsen.
Solveig
00:27:59
Das sind Sachsen, das sind ja die westfälischen Bistümer. Münster, Osnabrück, Paderborn, Minden werden von Karl im Zusammenhang der Sachsenklinik.
Daniel
00:28:07
Und so die Metropolen des Ruhrgebiets, so den Tagesmärschen quasi auseinander, die Pfalzen errichtet.
Solveig
00:28:13
Also das ist Sachsen. Genau, und da gibt es dann auch so tatsächlich so Massaker, die dann anscheinend verübt werden. irgendwie so das Blutgericht bei Pferden, wo angeblich 4.500 Sachsen an einem Tag hingerichtet wurden, weil sie sich alle nicht haben taufen lassen. Die Zahl ist wahrscheinlich übertrieben, aber es war viel. Also man ist da wirklich entschieden vorgegangen. Es gibt dann die Berichte, wie sächsische Heiligtümer zerstört wurden. So diese Eiche, der Irminsul, das war irgendwie so ein Baum, den die Sachsen verehrt haben, als Gott wird gefällt. Also es sind auch so Bilder, die auch später in der Rezeption wieder dargestellt werden.
Daniel
00:28:50
Aber das war jetzt schon Karl, wir waren eigentlich noch bei seinem Vater.
Solveig
00:28:54
Ja, beziehungsweise ich habe das jetzt zusammengefasst. Also unter Pipin und Karl passiert das. Ein Datum hatte ich mir noch aufgeschrieben. 774 gelingt es dann Karl, die Langobarden auch endgültig zu besiegen. Er wird dann König der Langobarden und vereint dann eben dieses Gebiet. Also dadurch wird dieses Frankenreich, geht es mit nach Italien über, weil wir haben jetzt wieder diese Personalunion. Er ist König der Franken und auch der Langobarden. 778 gibt es dann die Schlacht bei Ronces Walles.
Daniel
00:29:24
Ach, die? Die hatten wir doch schon mal. Wieso hatten wir die schon mal?
Solveig
00:29:26
Ich glaube, wo es um Spanien ging und die Eroberung, da wird versucht eben die Mauren oder die arabische Eroberung zurück zu bringen. Es klappt nur mittelmäßig, die Schlacht wird verloren und ist dann auch vorerst die letzte Schlacht, die man versucht. Aber es gelingt tatsächlich, so ein gewisses Gebiet in Nordspanien noch zu halten. So eine Pufferzone, da haben wir dann ja später auch die christlichen Königreiche Lyon, Navarra, Aragon. Dieses Gebiet, das wird noch gehalten. Also das ist so im Grunde die Entwicklung der Karolinger zur Schutzmacht des Papstes. Also es ist nicht so, dass Karl einfach zufällig an einem Weihnachten da saß und die Messe gelesen hat und der Papst ihm dann von hinten die Krone auf den Kopf gesetzt hat. Sondern das war tatsächlich über Generationen haben die Karolinger, also 50 Jahre haben die darauf hingearbeitet, diese Macht zu bekommen. Und wir sehen dadurch, dass sie ja in Italien eingreifen, dass sie in Spanien eingreifen, dass sie christianisierende Kriege, also Kriege zur Christianisierung führen, dass sie sich auch schon als neue christlichen Herrscher verstehen, auch so einen imperialen Anspruch einfach haben.
Daniel
00:30:38
Was war jetzt mit dem Geschenk eigentlich? Pippin, der hatte noch was geschenkt.
Solveig
00:30:42
Ja, genau. Das war so der Deal.
Daniel
00:30:44
Und die gab es ja wirklich.
Solveig
00:30:45
Ja, das ist so die Legitimierung, warum die da überhaupt reinnehmen. Weil wir hatten das auch schon mal, wo es um die Normannen ging, du darfst eigentlich nicht sein. Gebiete erobern, die dir nicht gehören und die dann zu deinem Reich machen. Das ist verboten. Aber man macht dann diesen Deal nach dem Motto, na ja, wir erobern es ja für dich. Also es geht um die pepinische Schenkung. Das Pepin sagt, na ja, also die Gebiete, die ich dann in Italien von den Langobarden erobere, das werde ich ja nicht für mich nehmen. Das geht ja, es geht an den Papst. So, das schenken wir dir und du verwaltest es dann. Also wir machen das hier nicht, um uns selbst zu bereichern. Und diese pepinische Schenkung, das wird dann später, wird dann auch immer so, liest man dann auch gerne mal so, ja, das ist die Grundlage des Kirchenstaats.
Daniel
00:31:25
Ja.
Solveig
00:31:26
Ja, ist so ein bisschen wackelig, weil in dieser pepinischen Schenkung auch Gebiete drin sind, auf die der Papst immer wieder drauf rekrifieriert und sagt, das ist doch unsers. Das hat doch Pepin uns damals geschenkt. Und die Kaiser, wie Friedrich der Zweite oder auch Friedrich Barbarossa sagen so, ja, aber wir behalten das trotzdem mal. So die Emilia Romagna beispielsweise ist so ein Gut.
Daniel
00:31:48
Aber diese Idee überhaupt, dass es dieses dann deutlich größere Territorium als so ein paar Ackerflächen um Rom herum, das gibt es insofern. Das ist ja schon die Grundlage für den Vatikanstaat, den es heute noch gibt. Der letzte Rest davon.
Solveig
00:32:03
Ja.
Daniel
00:32:04
Also überhaupt die Idee, dass der Papst auch ein weltlicher Fürst wird und ein Territorium beherrscht.
Solveig
00:32:09
Genau, aber wie gesagt, die popinische Schenkung schafft diese Idee, aber die Gebiete sind nie ganz. Der Papst hat darauf einen Anspruch, Aber sie haben es nicht immer. Und später begründen sie dann auch ihre Herrschaft darauf. Aber ja gut, Startbegriff ist aber. Das geht ja zu weit. Aber ja, und diese pepinische Schenkung kommt dann diese Fälschung auf der konstantinischen Schenkung. Also man hat tatsächlich, diese pepinische Schenkung gab es. Und man sagt dann später noch, Konstantin hatte uns ja schon.
Daniel
00:32:41
Der hat uns überhaupt das ganze Westen.
Solveig
00:32:43
Genau, also das wird dann später noch mal hochgeholt, um dann überhaupt so einen Anspruch der päpstlichen Macht zu legitimieren. Aber wahrscheinlich, also der Ausgangspunkt ist diese Pepineschenkung eben gewesen. So, also nochmal, um es mal einen Punkt zu bringen. Die Karolinger haben über mehrere Generationen darauf hingearbeitet, diese Machtposition zu bekommen, die sie haben, die sie jetzt haben. Und um 800 wird das eben tatsächlich mit dieser Kaiserkrönung gekrönt und abgeschlossen.
Daniel
00:33:13
Damit wissen wir jetzt, warum es kein Zufall war, dass Karl Weihnachten im Petersturm betet.
Solveig
00:33:18
Und die römische Menge da war, um ihn sofort zu akklamieren. Also das war natürlich vorbereitet. Aber jetzt haben wir schon ein paar Mal von jemand anderem gesprochen. Und jetzt habe ich mir das so schön neckisch aufgeschrieben als Frage an dich. Könnte sich jemand an dieser Kaiserkrönung 800 vielleicht stören?
Daniel
00:33:39
Ja, definitiv.
Solveig
00:33:40
Wer?
Daniel
00:33:41
Nur weil man nicht mehr in Ravenna ist, ist man ja trotzdem noch Kaiser und lebt in einer Gründung eines römischen Kaisers, nämlich in Konstantinopel.
Solveig
00:33:49
Ganz genau.
Daniel
00:33:49
Und trägt diesen Titel. Ja, genau. Ja, es ist schon ziemlich frech, dass der Papst jetzt plötzlich entscheidet, machen wir hier nochmal einen Kaiser.
Solveig
00:33:56
Genau. Und dieses finden die auch. Entschuldigung.
Daniel
00:34:00
Aber der Papst hat sich wahrscheinlich gedacht, wo seid ihr denn?
Solveig
00:34:02
Ihr seid ja nicht da.
Daniel
00:34:03
Ihr seid ja nicht in Rom.
Solveig
00:34:05
Also der Kaiser der Römer in Konstantinopel ist nicht sehr erfreut darüber. Jetzt kann man natürlich nochmal so ein bisschen, einfach nur um zu beauffrischern, sich das im Kopf zu führen. Wir haben eben den oströmischen Kaiser mal gehabt. Wir hatten den weströmischen Kaiser. Also wir haben jetzt über Westrum gesprochen, weil Paul das wieder in seiner Renovatio, wie sie es ja selber auch nennt, diese Renovatio Imperie, also die Herstellung des Kaisertums.
Daniel
00:34:29
Die Wiederherstellung.
Solveig
00:34:29
Oder Wiederherstellung, genau. Warum das eben auf den Westen sich bezieht. Aber natürlich, wir haben ja eigentlich auch noch einen oströmischen Kaiser, der da auch kontinuierlich saß. Also das weströmische Reich hat geendet, 456, glaube ich. Wo Odoaka, dieser große Gotenfürst, weißt du es noch?
Daniel
00:34:50
Ach Mann, das ist fies.
Solveig
00:34:53
Nein, ich möchte dich nicht vorführen.
Daniel
00:34:55
Ich kenne den Namen, aber ich weiß es nicht mehr. War das auch Mitravena?
Solveig
00:34:58
Ja, so ein bisschen. Wir hatten dann einen Kinderkaiser.
Daniel
00:35:02
Wo ja die Goten dann ihre Hauptstadt eigentlich haben.
Solveig
00:35:04
Genau, also wir hatten diesen Kindkaiser Romulus Augustulus. Und Odoaca, dieser Feldherr, gotische Feldherr, hat dann den abgesetzt und dann nach Ostrom, nach Konstantinopel geschrieben, wir brauchen hier keinen Kaiser, du bist unser Kaiser. Also im Grunde hat er damit die Reichsteilung rückgängig gemacht, die 395, ich habe es mir extra nochmal aufgeschrieben, stattgefunden hat. Also wir haben ja lange Zeit, wir haben eine lange Krisenzeit im Römischen Reich aus verschiedenen Gründen. Und die versuchen es dann ja erst mit der Tetrarchie, dass man zwei Kaiser im Westen hat und zwei Kaiser im Osten. Das führt nur dazu, dass die vier sich gegenseitig bekämpfen und dann Konstantin sich durchsetzt. Und 395 sagen sie, okay, wir kriegen es nicht verwaltet. Ein Kaiser im Westen, ein Kaiser im Osten. Und wie gesagt, der weströmische Kaiser wird irgendwann abgesetzt, der oströmische Kaiser bleibt. Bis 1458, glaube ich. Und der findet das jetzt nicht lustig, dass auf einmal dann neuer Kaiser ist. Und auch da schreiben die Reichsreiter in der Nahlen, Den Hass der römischen Kaiser, die ihm die Annahme des Kaisertitels sehr verübelten, trug er mit großer Gelassenheit und mit der Hochsinnigkeit, in der er ohne aller Frage weit über ihnen stand. Wusste er ihren Trotz zu besiegen, indem er häufig durch Gesandtschaften mit ihnen verkehrte und sie in seinen Briefen als Brüder anredete.
Daniel
00:36:26
Ja, da würde mich natürlich schon interessieren, wie die das nachher regeln. Also, okay, er kann ein Bruder sagen. Was sagen dann die Byzantiner? Usurpator?
Solveig
00:36:35
Ja, da kommen wir jetzt nämlich so. Das ist nämlich tatsächlich Teil dieser Folge. Es entsteht jetzt das sogenannte Zwei-Kaiser-Problem. Dass wir zwei Kaiser haben für ein Reich.
Daniel
00:36:45
Weil er kann ja die Krone vielleicht wieder zurücklegen in die Schublade, aber also Krönung lässt sich ja nicht rückwinden.
Solveig
00:36:49
Genau.
Daniel
00:36:50
Und er konnte ja nichts dafür.
Solveig
00:36:52
Ja, es wurde ihm ja einfach drauf gesetzt. Er kann dann nichts. er hat doch nur gebetet an Heilig, nicht an Heiligabend, am 1.
Daniel
00:36:57
Weihnachten.
Solveig
00:36:58
Das konnte doch nichts. Hat der Papst das einfach für ihn entschieden. Hat er nie nachgestrieben.
Daniel
00:37:04
So hat der einer dem Kaiser in Konstantinopel dann auch verklickert.
Solveig
00:37:08
Genau, also der Punkt ist noch, wir haben zwei Kaiser für ein Reich, das einen universalen Anspruch hat. Also es kann nur einen Kaiser geben und zwei sagen jetzt, ich bin der Kaiser. Bisschen wie bei Highlander wieder. Und bei dem Päpsten. Und den Päpsten, ja. Und jetzt hatte ich es eben schon angesprochen, was ist eigentlich los in Konstantinopel. Warum tun die nichts, wenn die Langobarden kommen?
Daniel
00:37:29
Offenbar haben die Probleme, wenn sie jetzt schon Ravenna verloren haben und dann nichts gemacht haben und dem Papst nicht geholfen haben, kommen die bestimmt nicht bis Aachen.
Solveig
00:37:38
Byzanz, beziehungsweise eben das Oströmische Reich, hat schon lange Probleme. Also die schon vor der Reichsteilung hat der Osten des Reiches die Hauptlast militärisch zu tragen, weil von da einfach der meiste Druck kommt. Also im Norden, wer will da Rom angreifen? Irgendwelche Germanen auf den Bäumen. Da hatten die Salimes gehalten. Holzturm. Der Rest hatten sie sich ja selber, war ja alles erobert. Aber im östlichen Teil kommen die Bulgaren aus dem Norden. Also zunächst sind es die Goten, später dann die Bulgaren. Wir haben immer wieder das Perserreich, wo ich auch immer durcheinander komme, wer das jetzt ist. Sind es jetzt die Assyrer oder die Sassaniden? Das wechselt dann auch, Und das ist konstant Druck. Und das führt auch dazu, dass die die Truppen jetzt nicht mehr nach Italien schicken können, weil wieder an der Ostgrenze Ärger ist. Und jetzt haben wir einen Kaiser in der Mitte des 8. Jahrhunderts an der Macht. Das ist Konstantin V. fünfte. Und da haben wir eben auch, wie zum einen, diesen militärischen Druck mit den Bulgaren. Es kommen jetzt auch die Araber rein und versuchen Gebiete von Byzanz, ich nenne es jetzt einfach Byzanz, zu erobern. Und wir haben dann auch noch im Inneren den großen Streit um die Bilderverehrung. Da sind die Oströmer nämlich sehr, sehr streng, dass sie einen Ikonoklasmus vertreten. Das heißt keine Bilder. Keine Heiligen, keine Darstellung von Gold. Es ist das dritte Gebot oder das zweite Gebot, du sollst dir kein Bildnis von mir machen. Das ziehen die durch. Und da gibt es massive Streitigkeiten unter den Leuten, weil manche wollen halt doch die Bilder haben und ihre Ikonen haben. Und andere sagen nein. Und das kommt immer wieder zu Bilderstürmen auch. Und das sind eben Spannungen. Also wir haben diese innere Spannung, wir haben die militärischen Spannungen. Und Konstantin der Fünfte ist da relativ erfolgreich. Weil 751, also in dem Jahr, wo Ravenna fällt, führt er schon Expansionen gegen eben das Abbasidische Kalifat und kann da Gebiete zurückerobern, weil Teile von Syrien gehen wieder an Byzanz zurück. Und deswegen ist das Militär dort gebunden. Und deswegen gibt es keine Truppen für Ravenna. Und dann 755 geht es dann auch gegen die Bulgaren im Norden. Und in der Zeit, wo wir eben den Papst haben, der von den Langobarden bedrängt wird, haben wir Konstantin V, der eben nach Norden und nach Osten expandiert und deswegen keine Truppen hergibt und deswegen auch für den Papst nicht reichbar ist. Jetzt geht ein bisschen Zeit ins Land. Und Konstantin, wie gesagt, gilt als recht erfolgreicher Kaiser. Der stirbt dann auch 20 Jahre später erst, also 775. Bei uns ist gerade Karl dabei, die Sachsen zu zwingen, Irminsul zu behalten, abzuholen.
Daniel
00:40:34
Genau, Bäume zu fällen.
Solveig
00:40:35
Und der 25-jährige Sohn von Konstantin V. folgt ihm jetzt auf den Thron. Das ist Leo IV. Und der war auch schon als Kind zum Mitkaiser gekrönt worden. Also da geht die Nachfolge sehr einfach über. Aber das haben wir ja später auch bei den Ottonen und auch noch bei den frühen Saliern, dass die dann auch schon ihren Sohn zum Mitkönig machen, während man noch lebt. Das hat er hier auch getan. Und dieser Leo IV. ist auch gut verheiratet worden. Nämlich seit 769, also seit knapp sechs Jahren, ist er mit Irene von Athen verheiratet.
Daniel
00:41:10
Das klingt doch ein schöner Name. Irene von Athen. Da kann man gleich wieder so einen mythologischen Stammbaum draus bauen. Das ist bestimmt die Tochter von der entsprechenden Galtin.
Solveig
00:41:20
Irene meint auch Frieden, also Friedvolle.
Daniel
00:41:24
Toll gefällt mir.
Solveig
00:41:24
Ganz schön. Und die hat dann auch gleich ihren Job erledigt und 771 Leo einen Sohn geboren, den späteren Konstantin VI. Also man sieht hier schon eine Nummer, er wird dann auch Kaiser werden. Leo IV. ist jetzt wahrscheinlich nicht so erfolgreich wie sein Vater. Er hat aber auch nicht so viel Zeit, denn nach fünf Jahren mit 30 stirbt er auch schon. Da in den Quellen steht drin, er hatte ein Fieber. Es gibt in der Wissenschaft so die Theorie, dass er vielleicht Tuberkulose hatte, weil also 30 ist auch für die Zeit schon recht früh, recht jung, vor allem als Kaiser. Es gibt einen Quellenbericht. Und Theophanes ist ein Chronist dieser Zeit, der über Byzanz schreibt in seiner Chronik über den Tod von Leo IV. Am 8. September der vierten Indiktion starb Konstantins Sohn auf folgende Art. Da er außerordentlich von wertvollen Edelsteinen besessen war, war er besonders von der Krone der großen Kirche angetan, die er sich auf den Kopf setzte. Auf seinem Kopf sprossen daraufhin Warzen und nachdem er von einem starken Fieber erfasst worden war, starb er nach einer Herrschaft von fünf Jahren und weniger als sechs Tagen.
Daniel
00:42:36
Warzen auf dem Kopf?
Solveig
00:42:38
Ja.
Daniel
00:42:39
Kann man das nicht irgendwie identifizieren?
Solveig
00:42:40
Irgendwelche Verrunkeln. Also in dieser Geschichte, er misshandelt offensichtlich einen Reliquar. Also es geht hierbei um, ich glaube, die Krone des heiligen Markus. Also die große Kirche meint ja auch die Hagia Sophia. Gibt es ja auch heute noch. und die scheint er sich irgendwie, fand er so toll, dass er sich die aufgesetzt hat und sofort von Gott gestraft wurde. Ich vermute, er hat einen Fieber bekommen und man hat sich dann diese Geschichte drumherum ausgedacht, um das irgendwie zu legitimieren. Aber sein Sohn ist jetzt erst zehn, so knapp zehn, neun, zehn Jahre alt.
Daniel
00:43:13
Das heißt, wir kriegen eine Weiberherrschaft.
Solveig
00:43:15
Wir kriegen eine Weiberherrschaft. Irene von Athen übernimmt das jetzt für ihren zehnjährigen Sohn. Und was sehr interessant ist jetzt, dass diese gute Dame sich nicht so richtig auf die Jobregentin reduzieren lässt, denn sie fängt sehr, sehr schnell an, ihr Gesicht mit auf die Münzen zu prägen.
Daniel
00:43:35
Ach was?
Solveig
00:43:36
Also wir haben dann eben die Solidi, diese Goldmünzen, die die byzantinischen Kaiser prägen, da taucht sie mit auf. Und ihr Name steht auch vorne auf der Münze und der Name ihres Sohnes ist dann erst auf der Rückseite, die nicht so wichtig ist.
Daniel
00:43:49
Wie war denn das bei den Byzantinern und bei den Römern sowieso, aber dann auch die Oströmer eben?
Solveig
00:43:55
Nein.
Daniel
00:43:55
Okay.
Solveig
00:43:56
Nein, das macht man nicht. Also es gab irgendwie eine Regentin vor ihr, die schon ihre Zunge verloren hat. Also dieses, das was wir eben schon bei Leo hatten, dass Augen ausgestochen werden, dass Zungen abgeschnitten werden, das ist eine sehr byzantinische Sitte. Das machen die häufig, wenn sie herrscherlos werden möchten, dass körperliche Verstümmelungen stattfinden. Teilweise werden ihnen die Nasen abgeschnitten. Das hat damit zu tun, dass man die Vorstellung hat, dass, weil Kaiser sind ja auch von Gott beseelt im Grunde, das kannst du nur als körperlich unversehrte Person sein. Wenn dir irgendein Körperteil fehlt, dann kann der göttliche Geist nicht mehr durch dich fließen und dann kannst du kein Kaiser mehr sein.
Daniel
00:44:35
Das hätte ja bei den Franken so ähnlich passieren können, wenn jemand einfach kahl die Haare abgeschnitten hätte. Wir hatten doch diese Idee auch, dass ehrlich, wenn du keine anständige Frisur hast, dann wird das auch mit dem Herrschen nichts.
Solveig
00:44:48
Ja, das sind die Mero-Winger. Da gibt es diese Geschichte. Wobei ich mir da nicht so sicher bin, ob das wirklich so ein magischer Glauben an Haare war oder ob die damit nicht meinen, man hat ihnen die Haare geschnitten, eine Tantonsu geschnitten und sie ins Kloster geschickt. Weil das liest man häufig in den Quellen.
Daniel
00:45:03
Ich dachte, das ist so der Nachweis, dass jemand kräftig, mächtig.
Solveig
00:45:06
Nee, also ich vermute, also ich, das wird teilweise so berichtet.
Daniel
00:45:10
Weil das gibt es ja nachher noch bei den französischen Königen, dass die so Heilkräfte haben.
Solveig
00:45:15
Ja, das kommen aber auch erst später.
Daniel
00:45:17
Warum vielleicht der Ludwig da an sich gerne Perücken aufgesetzt hat, habe ich mir so zurechtgelegt so ein bisschen.
Solveig
00:45:21
Nee, also ich, das mit diesen Heilkräften kommt später erst auf. Und du hast das häufig in den Quellen, dass dann drin steht, ja man schor ihnen die Haare und steckte sie ins Kloster. Und ich vermute, dass das einfach nur eine Umschreibung ist, dass man denen die Tonsur geschmückt hat.
Daniel
00:45:34
Das heißt ja schon, auch mit der Tonsur, das hat ja schon so eine...
Solveig
00:45:37
Ja.
Daniel
00:45:38
Symbolische Bewandtnisse. Haarlos wird nichts.
Solveig
00:45:41
Ja, aber Haare wachsen ja auch nach. Und ich glaube, das wird immer gerne so dieses germanische, heidnische, magische Denken, beziehungsweise das ist ein Argument, dass die dieses hatten. Ich glaube eher, dass das so ein christliches Denken war, wenn du eine Tonsur hast, bist du eben Mönch und musst dann ins Kloster.
Daniel
00:46:00
Also sprich aber trotzdem, um zu herrschen. Also wenn du nicht körperlich vollkommen bist, kannst du auch dich herrschen.
Solveig
00:46:05
Ja, das gibt es auch in der Kirche. Also du kannst eigentlich das Priesteramt nicht ausüben, wenn du körperlich versehrt bist. Also wenn dir ein Arm fehlt oder so, kannst du das nicht. Es gibt dann Dispense im Kirchenrecht, du kannst dann eben darum bitten, ich möchte trotzdem. Und dann kriegst du das auch die Erlaubnis, aber grundsätzlich steht das auch drin, du kannst auch Priester nicht sein, wenn du körperlich nicht vollständig bist. Also zurück zu Irene. Sie hat noch alle Augen, Hände und Nasen, aber sie ist sehr präsent als nur Regentin, als Frau. Das gibt es gar nicht. Also im Römischen Reich sind Frauen sowieso. Nur in der zweiten Reihe und auch in Byzanz ist das so. Aber sie ist, wie gesagt, sehr präsent, auch sehr interessant. 787 beruft sie das Zweite Nikeische Konzil ein. Also das erste große Nikeische Konzil ist ja so in der ganz frühen Zeit im vierten Jahrhundert, wo man so überlegt, was sind eigentlich unsere Werte und woran glauben wir? Und sie beruft jetzt dieses Zweite ein, zusammen natürlich mit ihrem Sohn, der ist an ihrer Seite, aber sie macht es. Und beendet den Ikonoklasmus. Also sie mag Bilder und entscheidet jetzt nach Jahren, wir machen Bilderverehrung. Und da gibt es auch so eine Geschichte, die wird auch nicht stimmen, aber ihr nachgesagt wird, dass ihr Mann eben schon sie beim Anbeten von Ikonen erwischt hätte in ihrer Ehe. Und sie dann sagt, oh, ich wusste nicht, dass die da unter meinem Kissen liegen. Oje.
Daniel
00:47:35
Aber das heißt auch, es gibt keine religiöse Autorität in Byzanz, die dem Kaiser, der Regentin, in dem Fall widersprechen würde? Oder die Autorität hätte da?
Solveig
00:47:46
Doch, wir haben ja das Patriarchat. Es gibt ja die Patriarchen. Der Papst ist ja auch im Grunde Patriarch von Rom. Wir haben dann das Patriarchat von Jerusalem, von Alexandria, von Konstantinopel und von Antiochia. Schon während des Romischen Reiches. Durch die arabische Eroberung gehen die verloren. Und wir haben später dann nur noch Konstantinopel und Rom. In Rom etabliert sich der Papst und in Konstantinopel bleibt der Patriarch. Aber dadurch, dass der Kaiser den Patriarchen einsetzt und der Patriarch den Kaiser dann krönt, sind die voneinander abhängiger als das im Westen der Fall ist.
Daniel
00:48:27
Da kann ich einfach mal sagen, wir machen das jetzt mit den Bildern. Und wenn nicht, Haben wir vielleicht einen neuen Patriarch.
Solveig
00:48:33
Genau, und der Patriarch mag Bilder.
Daniel
00:48:36
Okay, das ist das, was sich unsere Kaiser vielleicht auch erträumt hätten zwischendurch.
Solveig
00:48:41
Wollten sie gerne, also manche Kaiser hätten das gerne gehabt. Und wir haben natürlich auch einen Patriarchen, der das möchte. Und auch der Theophanes ist Ikonodule, nennt man das, also die, die Bilder mögen. Und deswegen beschreibt er sie, ist die größte und schönste und beste, dass sie endlich die Wahrheit Gottes durchsetzt.
Daniel
00:48:58
Das heißt, auch David und er ist Hagia Sophia wahrscheinlich ausgemalt.
Solveig
00:49:01
Ja, beziehungsweise, oder wieder, also Hagia Sophia ist ja schon im vierten Jahrhundert gebaut worden. Wir haben immer mal wieder Bilderstürme, dann wird das wieder zerstört, dann malen sie es wieder an, dann wird das wieder zerstört, dann malen sie es wieder an. Also jetzt wird es wahrscheinlich neu ausgemalt.
Daniel
00:49:15
Die Mosaike angeklebt.
Solveig
00:49:17
Genau. Weil sie haben auch Malereien, aber die sind, glaube ich, später erst entstanden. So, das heißt, wir haben eben Irene als Regentin für ihren Sohn Konstantin und wir haben Karl, Also wir sind jetzt noch wieder in den 780ern, also wir sind nochmal zurück, er ist noch nicht Kaiser. Und was ich ganz interessant finde, ist, dass im Jahr 781 Boten gesendet werden. Und zwar von Irene an Karl. Und man hat eine Idee.
Daniel
00:49:50
Sollen wir uns mal treffen? Sollen wir uns mal kennenlernen?
Solveig
00:49:52
Wollen unsere Kinder sich nicht mal kennenlernen?
Daniel
00:49:55
Aber sie ist doch auch ledig.
Solveig
00:49:56
Ja, aber ihr gefällt es.
Daniel
00:49:59
Zur Fernbeziehung wäre nichts.
Solveig
00:50:00
Ja, ihr gefällt es gerade auch als Regentin. Und da haben wir dann 781 Theophanes. In diesem Jahr sandte Irene Boten zu Carolus, den König der Franken, mit dem Vorschlag, seine Tochter Eritro, das ist die griechische Version, im Lateinischen heißt sie Rotrut, die ist zu dem Zeitpunkt sechs Jahre alt. mit ihrem Sohn den Kaiser Konstantin zu verloben. Nachdem man sich geeinigt hatte und Schwüre ausgetauscht worden war, wurde der Eunuch Elisaios, der Notar war, entsandt, um Erythro-Griechisch zu lehren und sie in den Sitten der Röse-Römischen Reiches zu unternehmen. Ist doch eine super Idee. Bringen wir doch die zwei Reiche zusammen in einer Familie. Das klappt leider nicht.
Daniel
00:50:41
Warum?
Solveig
00:50:42
Das passiert nicht.
Daniel
00:50:43
Kindstod?
Solveig
00:50:44
Ja, nee, also Einhard schreibt, dass Karl sich dann, Also erst hat er zugestimmt und dann kamen auch die Lehrer und haben seine Tochter da in Griechisch unterrichtet. Aber dann hat er es doch nicht übers Herz gebracht, dich von seiner Tochter zu trennen und dich so weit übers Meer zu schicken. Und deswegen hat er dann gesagt, nee, lass uns das mal nicht tun.
Daniel
00:51:00
Womit klingt eine Verstimmung.
Solveig
00:51:03
Theophanes schreibt, in diesem Jahr 788, also man hat jetzt sieben Jahre das Mädchen schon in Griechisch unterrichtet, brach die Kaiserin Irene ihren Vertrag mit den Franken und sandte einen Boten, der ein Mädchen aus den armenischen Gebieten brachte. Maria von Amia. Diese verheiratete sie mit ihrem Sohn, der äußerst unwillig und sehr verstört darüber war, aufgrund der Verbindung zur Tochter Carolus, König der Franken, mit der er zuvor verlobt gewesen war. Also, scheint der Konstantin auch nicht so toll gefunden zu haben, jetzt eine neue Frau zu kriegen. Aber Irene scheint es besser gefunden zu haben. Oder Karl hat seine Tochter dann doch nicht geschaut.
Daniel
00:51:40
Es gab wahrscheinlich auch wichtigere Fragen.
Solveig
00:51:42
Es gab wichtige Fragen, wobei 788, ich weiß jetzt nicht, was da passiert ist, dass man sich dann darum entscheidet. Also offensichtlich war das dann doch nicht mehr gewünscht. Mittlerweile ist Konstantin jetzt auch volljährig geworden. Und man kann ja dann erwarten als Sohn.
Daniel
00:51:58
Dass die Mutter ihm zum Geburtstag das Zepter überreicht.
Solveig
00:52:01
Genau. Mama, du hast das jetzt gut gemacht. Ein paar Jahre für mich. Und jetzt würde ich gerne. Weil ich bin ja der Sohn und ich kann das besser als du.
Daniel
00:52:10
Da dachte sie, warte einfach noch mal ein bisschen.
Solveig
00:52:13
Genau, das sagt sie ihm auch. Genau das sagt sie ihm. Wir schauen noch mal. Wir müssen dann noch mal gucken, ob du das wirklich so gut kannst. Konstantin wird dann ein bisschen ungeduldig nach ein paar Jahren. Und 790 denkt er sich dann, ich will die olle Frau nicht mehr haben. Ich will jetzt selber alleine. Ich will nicht mehr, dass ihr Gesicht mit auf der Münze ist. Ich bin jetzt ein erwachsener, junger Mann. Ich musste schon die Frau heiraten, die ich nicht haben wollte, weil sie das bestimmt hat. Ich will jetzt meine eigene Entscheidung treffen. Also plant er einen Umsturzversuch. Wie man das in Rom und Byzanz eben so tut. Das Problem ist, dass es halt auffällt. Er scheint das nicht so klug angegangen zu sein. Irgendein Dienstbote oder Minister von Irene kriegt das mit, deckt das auf und der freche Sohn wird dann erstmal unter Hausarrest gestellt. So geht es nicht. kriegst jetzt erstmal Hausarrest und denkst darüber nach, was du gerade getan hast.
Daniel
00:53:06
Meine Herrschaft durchsetzen.
Solveig
00:53:08
Genau. Irene zieht daraufhin die gesamte Macht an sich, also er wird komplett aus.
Daniel
00:53:13
Wissen wir, wie es ihr gelungen ist, diese Macht überhaupt zu erreichen, wenn es bis dahin eigentlich unüblich ist, dass eine Frau Macht ausübt? Dass sie jetzt lieber sie behalten und den volljährigen rechtmäßigen Kaiser in Hausarrest stecken?
Solveig
00:53:27
Also ich bin keine Byzantinistin, aber so wie ich das gelesen habe, ist, dass sie einfach die richtigen Leute hat. Sie macht das ja nicht alleine, sie hat einen Minister. Und diese Minister sind ihr treu und setzen das um, was sie will. Und ihr gelingt das eben. Also zumindest solange sie den Sohn an der Seite hat, weil jetzt kommt es nämlich. Sie verlangt nämlich dann, nachdem der Sohn jetzt eben kaltgestellt ist, in seinem Zimmer sitzt, vom Militär ihr schwört auf mich alleine. Und das Militär, wie wir wissen.
Daniel
00:53:58
Bisschen überzogen.
Solveig
00:53:59
Ist da, sieht das vielleicht ein bisschen schwieriger als so Minister, die vielleicht auch sich dann denken, dadurch kriege ich einfach auch ein politisches Vorteil, kriege Macht. So Militärs sind da meistens doch eher konservativ eingestellt und die weigern sich, ob sie alleine beschwören. Sodass man sich dann doch einigt und sagt, na gut, dann machen wir es doch zusammen. Aber nicht mehr Irene als Regentin, sondern Irene als Mitkaiserin. Wir haben jetzt ein Duom Virat, wie man das nennt. Also zwei Herrscher, die das zusammen machen. Sie ist jetzt voll. Also dieses Militär sagt, alleine darfst du es nicht. Aber wenn ihr euch einigt, wir erkennen dich als Zweitkaiserin an.
Daniel
00:54:40
Okay. Und er bleibt in seinem Zimmer. Er bleibt in seinem Zimmer.
Solveig
00:54:45
So, es gehen noch mal ein paar Jahre ins Land. Man hat das irgendwie geregelt. Aber Konstantin ist auch mit dieser Frau, die Irene ihm da besorgt hat, überhaupt nicht zufrieden. Und 795, also fünf Jahre, nachdem man sich jetzt auf diese Doppelherrschaft geeinigt hat, schickt er seine Frau ins Kloster und sagt, nee, ich mag die nicht. Die hat versucht, mich zu vergiften. Ab was? Scheinbar. Ob sie es wirklich getan hat oder das ein Vorwand war, weiß ich nicht. Und stattdessen heiratet er seine langjährige Liebte Theodote.
Daniel
00:55:18
Okay. Er kommt nicht zurück auf die, wie hieß sie?
Solveig
00:55:21
Rotrut.
Daniel
00:55:22
Rotrut.
Solveig
00:55:23
Die ist weit weg. Die ist mittlerweile auch schon verheiratet mit irgendeinem fränkischen Fürsten.
Daniel
00:55:27
Zug ist abgefahren.
Solveig
00:55:28
Genau. Jetzt ist das Problem bei den Byzantinern, dass die eine sehr strenge Ehevorstellung haben. Das haben sogar spätere byzantinische Kaiser noch das Problem. Im Grunde dürfen die so ganz lapidar gesagt nur zweimal im Leben heiraten.
Daniel
00:55:45
Das ist aber auch eine interessante Rede. Man darf überhaupt zweimal. Egal ob die sterben oder nicht.
Solveig
00:55:51
Genau. Ich weiß nicht mehr welcher Kaiser hat nachher ein Problem. Und das ist so ein Punkt. und diesem einen Kaiser, wie gesagt, ich hatte mal vor Ewigkeit ein paar Seminare in der Byzantinistik und da hatten die diese Geschichte erzählt, dass es einen Kaiser gab, dem beide Frauen weggestorben sind, bevor sie Kinder für ihn hielten. Und er saß dann da und so, aber ich brauche doch jetzt nochmal eine Frau.
Daniel
00:56:11
Ich habe keine Kinder.
Solveig
00:56:12
Und so, ja nee, geht nicht.
Daniel
00:56:14
Du darfst zweimal heiraten.
Solveig
00:56:15
Und das ist bei Konstantin jetzt auch so ein Thema, weil er hat zwar diese Frau ins Kloster geschickt, aber eigentlich sind die nicht geschieden, weil es Scheidungen nicht gibt.
Daniel
00:56:24
Aber annullieren ging doch. Bei uns zumindest immer.
Solveig
00:56:27
Aber sie sind so lange verheiratet.
Daniel
00:56:29
Haben die Kinder?
Solveig
00:56:30
Ich weiß es nicht. Ich glaube nicht.
Daniel
00:56:32
Kann man ja sagen, wurde nicht vollzogen.
Solveig
00:56:34
Ja, aber er heiratet ja sofort diese neue Frau. Und ich glaube, das ist so das Problem, dass er hätte sie weiterhin als Mätresse gehabt. Wäre das, glaube ich, nie ein Thema gewesen. Aber weil er sie dann gleich geheiratet hat, jetzt ist er Bigamist, ist mit zwei Frauen verheiratet. Riesenthema. Und das nutzt jetzt Irene, die ja schon lange irgendwie ihren Sohn loswerden möchte, um diesen Sohn abzusetzen, weil er ist ja jetzt nicht mehr fähig, er hat ja überhaupt keine christlichen Stärken und Tugenden mehr. Und 797 lässt sie ihn verhaften und blenden.
Daniel
00:57:10
Und blenden heißt… Ja, jetzt ist der Körper ruiniert.
Solveig
00:57:13
Jetzt ist der Körper ruiniert. Also es gibt da unterschiedliche Möglichkeiten. Bei Leo hatten wir auch eine Blendung, dass die Augen rausgeschnitten, also rausgeholt werden. Es gibt aber in Byzanz auch noch diese Technik, dass so ein glühendes Eisen vor die Augen gehalten wird, wodurch die Hornhaut verbrennt und die Augen bleiben dann im Körper. Aber beides ist eben wahnsinnig schwer wegen der Einschnitt für den Körper und die überleben das nicht. Also auch dieses Eisen vor die Augen führt meistens zum Tod. Und man weiß jetzt nicht, ob er, also er wird dann auch ins Kloster geschickt, ob er das überlebt hat oder nicht, ob er dann noch ein paar Jahre da bleibt, geblendet. Auf jeden Fall ist sie jetzt endgültig allein, sie ist ihren Sohn endlich losgeworden und kann jetzt ab 797 als… Schwierbeziehung.
Daniel
00:57:56
Zu einem Kind.
Solveig
00:57:57
Als Kaiserin herrschen. Ja, ich finde das auch sehr problematisch.
Daniel
00:58:02
Das ist aber auch so typisch noch so antik. Dass so Eltern gegen ihre Kinder und die Kinder gegen die Eltern. Ich habe immer das Gefühl nachher, so bei den Habsburgern hätte es sowas nicht gegeben. Dass die Maria-Therese ihren Sohn loswerden will. Oder gibt es da so in der Neuzeit auch noch solche Geschichten?
Solveig
00:58:20
Ich glaube, das mit dem Blenden nicht mehr.
Daniel
00:58:22
Ich meine eher so diese Mutter-Kind, gestörte Mutter-Kind-Beziehung. Dass die plötzlich so Konkurrenten werden.
Solveig
00:58:28
Doch, das gibt es heute auch. Ich muss da so ein bisschen an so eine narzisstische Mutter denken, die so ihre Kinder als Mittel nutzt und dann irgendwann als Feinde ansieht. Aber...
Daniel
00:58:39
Bekannte Herrscher oder solche, dass es da so Auseinandersetzungen gibt über Jahre. Ich möchte regieren und muss deshalb meinen Sohn loswerden oder so. Das ist für mich irgendwie so antike Erzählungen.
Solveig
00:58:50
Ja, das stimmt. Aber wie gesagt, bei den Byzantinern kommt das noch häufiger vor, dass man sich dann da gegenseitig blendet und die Nasen abschneidet. Aber es ist eben schon krass, dass sie das... Ich hatte das auch teilweise im Kopf, dass das ihr Stiefsohn war. Was es natürlich nicht besser macht.
Daniel
00:59:04
Aber... Aber zumindest diese emotionale Distanz vielleicht leichter ermöglicht.
Solveig
00:59:08
Genau, aber es ist tatsächlich ihr Sohn, den man sich da entledigt. Also ich finde das schon krass. Also, jetzt zurück ins Jahr 800.
Daniel
00:59:18
Nach Weihnachten. Das heißt, da ist Irene immer noch, die Ansprechpartnerin.
Solveig
00:59:22
Genau, seit drei Jahren herrscht Irene aus eigener Amtsverständnis. Und nach einem Jahr Frauen kannst du dir wahrscheinlich vorstellen, wie man diese Kaiserkrönung von Karl jetzt... überhaupt erklärt.
Daniel
00:59:36
Ja, und jetzt haben wir endlich wieder einen legitimen Kaiser.
Solveig
00:59:39
Weil?
Daniel
00:59:40
Weil da drüben ja nur eine Frau das usurpiert hat.
Solveig
00:59:42
Ja, das ist genau.
Daniel
00:59:43
Aber dann müsste ich ja gar nicht diese Geschichte erzählen, von wegen, der hat sich nur rangeschlichen und mich von hinten überrascht mit der Krone. Warum macht er das denn dann?
Solveig
00:59:49
Ja, das ist nämlich die nächste Frage.
Daniel
00:59:51
Das wäre dann viel besser eigentlich. Können wir in den Konzertinopel einmarschieren.
Solveig
00:59:55
Also es ist eben Alcuin, der ist ja auch sehr bekannt, so ein Schriftsteller, Schichtschreiber der Zeit, der das eben so erklärt, das oströmische Reich ist der Loschen, weil da eine Frau auf dem Thron sitzt und das ist ja nicht mehr rechtsgültig, das geht ja. Also das ist kein richtiger Kaisertum und deswegen brauchen wir Karl, der das jetzt macht. So, und jetzt hast du ja eben schon gesagt, dass Irene ist ja frei, Karl, ich weiß nicht, ob er mittlerweile frei ist, der hat vorher aber auch schon Frauen wieder zurückgeschickt, um sich neue zu holen, der kennt das, hat da auch nicht so ein Problem mit. Er ist ja auch kein byzantinischer Kaiser, er kann seine Frauen wechseln, dass man das doch vielleicht zusammenbringen könnte. Schreiben hat Theophanes, es erreichten auch Gesandte des Carolus und Papst Leo die meist fromme Irene mit der Idee, dass sie Carolus heiratete und so die westlichen und östlichen Reiche vereine. Sie hätte diesem auch zugestimmt, wäre sie nicht von Etius abgesetzt worden. Also genau diese Heiratspläne, also wer der Etius ist, erkläre ich gleich, aber diese Heiratspläne gab es. Man hatte überlegt, die Reiche zusammenzubringen. Und das finde ich unfassbar krass. Stell dir mal vor, in was für einer Welt wir leben würden, wenn das passiert wäre.
Daniel
01:01:06
Ja gut, da kann doch so viel anderes passieren.
Solveig
01:01:08
Ja, aber wir kommen gleich dazu, was nämlich jetzt passiert mit dem sogenannten Zwei-Kaiser-Porten-Schirnus. Und das wäre zusammen und wir hätten ein Reich wieder draus gemacht. In welcher Welt wir leben würden, in einer anderen.
Daniel
01:01:19
Dann wie viele Kurfürsten hätten wir dann gebraucht?
Solveig
01:01:23
Was passiert wäre? Auf jeden Fall, es kommt nicht dazu, weil Etius war. reinscheißen.
Daniel
01:01:29
Okay.
Solveig
01:01:29
Etius ist ein Minister von Irene. Ich glaube, der Finanzminister. Nee, er ist ein Minister, denn Finanzminister ist jemand anderes. Aber dieser Etius ist eben aus ihrem, wie nennt sich das, Stab. Und es kommt eben zur Revolution oder zur Absetzung. Im Oktober 802 stürzen ihre eigenen Minister sie. Und das noch, während diese fränkischen Gesandten in der Stadt sind. Also die kommen genau in dem Moment, wo Irene gerade. Auch ein bisschen peinlich.
Daniel
01:01:59
Vor allem die fahren dann nach Hause und sagen dem Karl, du kannst machen, was du willst.
Solveig
01:02:02
Die ist weg. Irgendwie ist mir das ein bisschen peinlich. So denkst du, oh Gott, Leute. Auf jeden Fall, Irene wird eben gestürzt und der frühere Finanzminister Nikephoros wird als neuer Kaiser eingesetzt. Und Irene wird nach Lesbos verbannt und muss dann da irgendwie sich selbst finanzieren, indem sie Wolle spinnt. Aber sie lebt dann da auch nicht mehr so lange. Also im nächsten Jahr, 803, ist sie dann auch tot.
Daniel
01:02:26
Aber nochmal, ich konnte jetzt nicht ganz nachvollziehen, wo kommt dieser Bruch jetzt her plötzlich? Eben waren auch noch alle bei ihr und haben gesagt, du bist unsere Kaiserin und jetzt ein Minister sagt, nee, die ist jetzt doof und kriegt kein Geld mehr und muss gehen.
Solveig
01:02:40
Ja, also scheinbar ist man doch nicht so zufrieden mit ihr. Aber sie schafft es eben für fünf Jahre alleine an der Macht zu sein. Aber es kommt auch immer wieder zu Intrigen am Hof, um sich durchzusetzen. Und 802 hat man eben Erfolg gegen sie.
Daniel
01:02:55
Oder weil sie dann mit diesen barbarischen Franken irgendwas anfangen wollte? Weil so richtig ernst nehmen die die doch dann nicht, oder?
Solveig
01:03:02
Genau, und das ist jetzt nochmal so der Ausgangspunkt, weil ich es ja schon angesprochen hatte, stell dir mal vor, in welcher Welt wir leben würden, wenn das beeint worden wäre. Weil, ich habe es schon mehrmals angesprochen, durch die Kaiserkrönung Karls des Großen haben wir eben dieses sogenannte Zwei-Kaiser-Problem. Zwei Herrscher sagen, ich bin der einzig wahre Mann. Und sie versuchen das eben zu lösen, beziehungsweise sich selbst zu präsentieren und den anderen schlecht zu machen. Da gibt es keine Lösungsversuche. Wir lassen uns mal zusammenkommen und irgendwie einen Kompromiss finden. Also die Karolinger sehen die Byzantiner eben als Griechen. Also ihr seid nicht Kaiser der Römer, ihr seid Kaiser der Griechen, weil ihr sprecht Griechisch, ihr lebt im Griechenland, ihr habt mit den Römern nichts zu tun. Wir haben Rom, wir sind die römischen Kaiser. und die Byzantiner sehen die Franken eben als Ausländer, im Grunde also non-Gentes, die eben nicht römisch sind, sondern ihr seid Franken. Oder werden dann auch teilweise, ihr seid Langobarden, aber ihr seid keine Römer. Also da wird dann drum gestritten. Und gleichzeitig sagen die Fragen hier, aber wir sind vom Papst gekrönt worden und der Papst ist der einzig wahre Entscheider über den Willen Gottes.
Daniel
01:04:06
Auch in Rom.
Solveig
01:04:07
Genau. Und ihr seid nicht in Rom. Ihr seid ja irgendwo weggefahren und sitzt jetzt in Konstantinopel an den Dallanellen im Goldenen Rom.
Daniel
01:04:15
Das Volk von Rom wollte uns.
Solveig
01:04:17
Genau. Daraufhin sagen die Byzantinischen, ja das Volk von Rom sind einfach nur noch irgendwelche hässlichen Fischhändler und Handwerker und Sklaven und Prostituierte. weil als Konstantin nach Konstantinopel ging, hat er das edle Volk mitgenommen. Und das, was in Rom geblieben ist, war so der Abschmutz, den es keiner haben wollte. Steht da wirklich so drin. Jetzt ist das ja so, dass wir haben zwar Karl den Großen als Kaiser, wir haben auch noch Ludwig den Frommen als Kaiser. Aber das nimmt dann ja auch im Zuge der späteren Karolinge, auch schrumpft das ja auch wieder zusammen und verliert Bedeutung. Und dadurch steht dieses Problem auch immer weiter zurück. Man hat dann auch wieder andere Probleme und so. Das bricht dann aber zum zweiten Mal wirklich auf unter Otto.
Daniel
01:05:02
Ah, ich wollte gerade, oh Mist, ich habe mich getraut. Ich wollte mich nicht irgendwie blamieren. Aber was mir nämlich eingefallen ist, weil Otto, da gibt es doch dann Hochzeiten.
Solveig
01:05:11
Genau, aber das ist nämlich der Punkt.
Daniel
01:05:13
Das ist dann schon die Antwort auf die, oder die Lösung, die man gefunden hat.
Solveig
01:05:16
Nein, nein, nein. Otto 692 wird er gekrönt zum Kaiser. Er hat ja auch mittlerweile das Königreich Italien wieder, Er muss das ja auch wieder zusammenkriegen, erobern. Und der versucht jetzt wieder, auch über eine Heiratsallianz, das irgendwie zusammenzubringen. Und der schickt einen Gesandten nach Konstantinopel, Ludbrand von Cremona, das ist ein Bischof, und zwar 967. Und der soll jetzt für, nicht für Otto, sondern für seinen Sohn Otto, Otto II., eine Ehefrau besorgen. Und das Schöne ist, dass Ludbrand einen Reisebericht verfasst hat, wo er sich ausführlich darüber äußert, wie diese Gesandtenreise vonstatten, glaube ich. Und der Bericht ist relativ kurz, ich habe jetzt aber keine Zitate rausgesucht, weil das kommt eigentlich nur durch diese Stimmung, wenn man das ganze Ding einmal durchliest, weil es ist eigentlich im Ganzen ein Verriss und es ist eine Lästerei hoch 10, wie scheiße die Byzantiner sind und wie furchtbar alles dort ist und wie kacke der Kaiser ist. und also Bizanz ist ein Ort der Arroganz und Dekadenz und sie sind alle verweichlicht und weibisch und hässlich und verkommen und bösartig und hinterlistig und er ist nur am Schimpfen, wie scheiße eigentlich alles war das Essen war scheiße, das Wetter war scheiße sie hatten eine schlechte Unterbringung irgendwie haben sie keine Betten bekommen, sie mussten auf dem Boden schlafen, es gab kein Wasser zum Trinken, er ist schwer krank geworden, der Kaiser wollte nicht mit ihm reden. Wenn er mit ihm geredet hat, dann war er also dann auch, also der Kaiser ist wieder Nikophorus, ist aber ein anderer Nikophorus ist der da drin.
Daniel
01:06:59
Ich würde es unglaublich meinen, der muss doch erschlagen sein von dieser Metropole. Also anders als Rom, das ist ja doch unbeschadet gestanden bis jetzt. Und diesen teils antiken Bauten und dieser riesigen Kirche und was kennt ihr bis daheim? Magdeburg?
Solveig
01:07:14
Ne, Ludbrand war schon da. Also Ludbrand war schon in Konstantinopel. Das ist nicht sein erstes Mal.
Daniel
01:07:19
Ach so, okay. Das heißt, die Überwältigung ist schon wieder vorbei.
Solveig
01:07:24
Der wusste, der kannte sich aus, der kannte gute Restaurants auch schon, der wusste. Und es ist wirklich eine Schmierkampagne. Dann will er sich beten, ja, der Wein war schlecht, da war Putz drin, der war wie Öl, das Essen war furchtbar. Und dann beschreibt er, dann wird er zum Kaiser irgendwann nach drei, dann kommen sie in Konstantinopel an, werden erst mal einen halben Tag im Regen stehen gelassen, bis dann der Kaiser sie doch vorlässt. Und dann ist dieser Nikophorus klein, hässlich, verwachsen, hat dunkle Haut. Nicht, dass das meine Meinung ist, aber er beschreibt es, dass es negativ ist. Und man sieht, dass dieser Bericht auch für Otto geschrieben ist, weil dann steht da drin so, im Gegenteil zu dir, mein Fürst, der so wunderbar gewachsen ist und so wunderschön und muskulös, eher hässlich wie die Nacht. Und Nikophorus erklärt das dann auch so, ja, wir haben dich so lange warten lassen, weil euer dummer alberner Papst nennt uns Kaiser der Griechen, wobei wir doch die Römer sind. Also es kommt immer wieder durch. Er wird eben öffentlich immer wieder drangsaliert und bloßgestellt, weil er ist ja der Bote. Und es kommt dann auch nur ganz klein, so eigentlich in so einem Gespräch mit Nikophorus raus, warum der eigentlich da ist, eben für diese Heirat-Allianz. Und Nikophorus meint dann ja, was maßt ihr euch an? Eine purpurgeborene Tochter eines purpurgeborenen Kaisers zu verlangen. Und dann sagt eben Ludbrand, na ja, den Bulgaren habt ihr ja auch eine purpurgeborene Prinzessin gegeben. Und dann kommt dann nur die Antwort, ja, aber ihr Vater war nicht purpurgeboren. Das fand ich so viel wert, wie die, die ihr jetzt haben wollt.
Daniel
01:08:55
Also nicht in der richtigen Kammer.
Solveig
01:08:56
Genau.
Daniel
01:08:57
Das hatten wir irgendwann schon mal erklärt.
Solveig
01:08:59
Genau, in der Ukraine-Folge haben wir da schon mal drüber gesprochen. Ich erkläre es aber gerne noch mal kurz, Weil diese Idee vom Pupup geboren ist zu dem Zeitpunkt auch noch nicht so alt. Also die ersten Vorstellungen gibt es in den 840ern, gibt es so mal einen, der sich so nennt, Porphyrogenitors. Und das ist da auch noch nicht so, ich glaube, da ist das auch noch nicht räumlich festgemacht, sondern es meint einfach nur, ich bin geboren, als mein Vater schon Kaiser war, also im Purpur gekrönt war. Und da legen die Byzantiner eben sehr, sehr viel Wert drauf. Und diese Tochter, die man jetzt eben haben möchte, die ist nicht nur selbst geboren worden, als ihr Vater Kaiser war, sondern der war auch schon geboren worden, als dessen Vater Kaiser war. Also doppelt. Eine Anmaßung, dass jetzt der weströmische Kaiser die haben möchte. Und es wird dann auch gesagt, nein. Und dann geht es noch weiter. Dann spricht auch Ludbrand gar nicht mehr mit dem Kaiser, sondern mit dessen Bruder, der irgendwie der oberste Minister ist. Und dann wird eben dann noch gesagt, ja, du hast hier auch noch Kleidung gekauft. Die darfst du gar nicht haben, weil das pur pur gefärbte Kleidung ist. Die musst du jetzt wieder abgeben. Wir geben dir das Geld auch zurück. Und es gibt noch andere Sachen. Die werden wir mit Bleibullen markieren, dass du das nicht so tragen kannst. Und Ludbrand regt sich völlig auf. Ich war beim letzten Mal schon da. Beim letzten Mal habe ich das alles kaufen dürfen. Und jetzt ist es nicht so. Ja, aber da war noch ein anderer Kaiser an der Macht. Und der war halt netter. Aber Nikkeforus möchte das nicht. Und dann Ludbrand so, ja, aber eure Pupur-Klamotten. Jeder Marktschreier bei uns hat die an und rennt mit rum. Und dann sind die völlig entsetzt. wo haben die die denn her? Ja, von den venezischen Händlern. Ja, da müssen wir mal untersuchen, wie das kann.
Daniel
01:10:32
Das ist ein bisschen das Gefühl, das kenne ich, wenn man im Flughafen Transil zwischen einem Flugzeug zum anderen einem die Flasche Schnaps weggenommen wird, bei dem Duty Free gekauft hat, im Sicherheitsbereich. Das ist so gemein.
Solveig
01:10:43
Daran musste ich nämlich denken.
Daniel
01:10:44
Deswegen habe ich es damit reingenommen.
Solveig
01:10:46
Das ist aber auch, worum es da geht. Also, der beschreibt das in einem Reisebericht, ah, den Kaiser. Also wirklich einige Gängelungen und ein Kindergarten, der da passiert. Und es kommt halt nicht zu dieser Hochzeit. Ludbrand wird schwer krank, will dann auch nur noch nach Hause. Das dauert aber auch noch mal zehn Monate bis, äh nicht zehn Monate, aber drei Monate ist er dann irgendwie auf dem Rückweg. Ich vermute, weil er da im Dezember unterwegs ist und deswegen nicht übers Mittelmeer kann, weil die Mittelmeer ist gefährlich im Winter. Und irgendwann ist er dann wieder zurück und hat die Schnauze. So, und erst knapp, ja, fünf Jahre später, nach dem Tod von Nekeforus, Da ist dann Johannes Zimikes an der Macht, kommt es zu dieser Hochzeit, die du eben schon angespielt hast, mit der Theophanou und Otto II. Also da kommt man, ich glaube, Ludbrand ist nicht mehr hin.
Daniel
01:11:34
Der hat niemand anderes. Und hat mal einen Brief geschickt. Aber ist das dann nicht ein Abstieg?
Solveig
01:11:39
Ja, Theophanou ist nicht purpurgeboren.
Daniel
01:11:41
Ach so. Boah, die hätte ich aber zurückgeschickt dann.
Solveig
01:11:44
Das ist nur, in Anführungszeichen, eine Nichte von diesem Johannes.
Daniel
01:11:48
Das ist aber doch noch schlimmer als bei den Bulgaren.
Solveig
01:11:51
Die haben ja eine purpurgeborene gekriegt. Und wir hatten auch bei den Ukrainern, in der Ukraine-Folge mit dem DfR Rusti, die haben die Purpur-Geborene gekriegt, die die eigentlich haben wollten.
Daniel
01:12:00
Fies.
Solveig
01:12:01
Ja, also da merkt man, die haben wirklich gar keine Lust, da irgendwie sich zu einigen.
Daniel
01:12:06
Es ist aber auch echt weit weg.
Solveig
01:12:07
Es ist sehr weit weg.
Daniel
01:12:08
Und niemand weiß, was Magdeburg eigentlich ist. Also, wir haben nie gehört von diesem Ort.
Solveig
01:12:12
Ja, angeblich sollten die Pano auch die Gabel dann wieder mit nach Westen gebracht haben. Das hatten sie mittlerweile vergessen, was Gabeln sind. Ich, keine Ahnung. Aber, also man merkt, wie die wirklich auch an diesem Streit einfach, Nicht mehr miteinander reden, auch nicht zusammenkommen. Beide sich da drinnen auch verfranzen in ihrem Machtanspruch. Und ich gehe auch davon aus, das ist jetzt so der letzte Punkt, den ich noch machen will. Wir haben 1054, also knapp 100 Jahre hier nach, das morgenländische Schisma, wo sich die weströmische Kirche und eben das, was wir heute die orthodoxe Kirche nennen, also die katholische Kirche, die orthodoxe Kirche aufspalten, weil die sich gegenseitig in der Hagia Sophia exkommunizieren, auch so ein Kindergarten eigentlich. wirklich, dann, also der weströmische Gesandte schmeißt einfach eine Exkommunikationsbulle auf den Altar der Hagia Sophia und sagt so, ihr seid alle scheiße.
Daniel
01:13:01
Ihr seid keine Christen.
Solveig
01:13:03
Ihr seid keine Christen, weil ihr tragt Bärte und schlaft mit Frauen.
Daniel
01:13:09
Macht man nicht. Das geht falsch um den Altar oder so. Das war, glaube ich, bei der innerrussischen Kirchenspaltung.
Solveig
01:13:16
Ja, das Filioque ist auch noch ein Thema.
Daniel
01:13:18
Der Text ist falsch.
Solveig
01:13:19
Der Text ist falsch, ihr seid falsch. Also da kommt es eben tatsächlich wirklich zum endgültigen Bruch und der natürlich theologisch begründet wird, aber ich bin der festen Überzeugung, dass das auch mit diesem einfach diesem Zweikaiser-Problem einfach in dieser Mentalität feststeckt, dass man nicht zusammenarbeiten möchte, dass man sich als was anderes sieht. Die anderen sind die Doofen, die Blöden, die Kacke sind und wir sind die Guten. Und das sieht man sehr auf beiden Seiten.
Daniel
01:13:44
Sie hatten es ja jetzt auch ein paar Mal versucht. Wenn es halt nicht mehr geht, dann muss man mal klare Worte finden.
Solveig
01:13:49
Aber wirklich ehrlich, haben sie es auch nicht versucht. So, und wenn man sich dann auch die nächsten Jahre anguckt, den vierten Kreuzzug, wo Konstantinopel geplündert wird, dann haben wir eben...
Daniel
01:13:58
Das waren die Venezianer.
Solveig
01:13:59
Ne? Ja, das waren die angefühlt von den Venezianern, aber das ganze Europäische.
Daniel
01:14:04
Das hatten wir, glaube ich, mit der Inquisitionsfolge war das.
Solveig
01:14:06
Ja, wir hatten es auch nur angesprochen.
Daniel
01:14:08
Diese innerchristlichen Kreuzzüge da.
Solveig
01:14:10
Genau, aber das sind ja orthodoxe, die sind ja keine Christen. Und es passiert wieder und wieder. Und ich hatte es vorhin schon mal angesprochen, in Konstantinopel-Feld 1453 wird es von Mehmet II. eingenommen, dadurch ist endgültig vorbei. Und auch da sieht man, dass Byzanz immer wieder um Hilfe bittet im Westen. So, bitte schickt uns Truppen, die stehen direkt vor unserer Tür. Und die schicken nichts.
Daniel
01:14:34
Die sind ja auch nicht gekommen damals.
Solveig
01:14:37
Wann?
Daniel
01:14:37
Als der Papst die Gefahr gebeten hat gegen die Langobaden. Wo waren sie denn da?
Solveig
01:14:42
An der Ostgrenze.
Daniel
01:14:44
Dafür kann der Papst nichts, dass sie so ein großes Reich haben und das irgendwie zusammenhalten wollen.
Solveig
01:14:49
Aber was ist 1453, die Entschuldigung für die Lateiner? Da haben wir Heinrich Institoris, der sich irgendwie Hexenhammer ausdenkt.
Daniel
01:14:56
Aber das sind Ketzer und die haben uns damals im Stich gelassen. Das haben wir uns gemerkt.
Solveig
01:14:59
Ja, aber war eine richtig dumme Idee, Konstantin Nobel fallen zu lassen. Also strategisch war das eine richtig dumme Idee und die einfach nur aus Bosheit und Motzigkeit entstanden ist.
Daniel
01:15:11
Vorher waren sie noch so hinterlistig, die zum lateinischen Kaisertum zu machen.
Solveig
01:15:16
Oder? Ja, das war ja.
Daniel
01:15:17
Nach dem venezianischen Kind. Ihr seid jetzt wieder römisch, ihr gehört jetzt zu uns, aber so richtig investieren tun wir da trotzdem.
Solveig
01:15:24
Nee, und dann sind ja die Palaiologen gekommen und haben es auch wieder rückgängig gemacht.
Daniel
01:15:27
Wer bitte sind die Palaiologen?
Solveig
01:15:29
Das ist die Dynastie, die dann das lateinische Kaiser durchwendet. Aber nur aus dieser Bosheit, ihr seid anders und deswegen unterstützen wir euch nicht. Und dann kommen die Osmanen und dann wundert man sich, dass 100 Jahre später sie vor Wien stehen und denken, ja Leute, hätte da mal mitgedacht. Und ich bin der Meinung, wie gesagt, dass diese Entwicklung dadurch entstanden ist. Also wenn man hätte das, hätte man es zusammengebracht, wäre es vielleicht anders gewesen.
Daniel
01:15:56
Eine Kahn und die Irene.
Solveig
01:15:57
Eine Kahn und die Irene. Und was ich ganz interessant fand, das habe ich jetzt in der Vorbereitung gelesen, das wusste ich gar nicht. Ich hatte das mit, dass Mehmet der Zweite sich dann da in Konstantinopel präsentiert, hatte ich immer so gedacht, dass er sich so als neuer Konstantin präsentieren. Aber er nimmt den Titel Kaiser Irum an. Das ist im Grunde Kaiser der Römer.
Daniel
01:16:17
Ja gut, das ist doch klar. Wer weiß doch, was für einen Titel die da haben.
Solveig
01:16:21
Ja, aber er hätte ja auch einfach sagen können, scheiß drauf. Ich bin der Sohn.
Daniel
01:16:25
Gut, aber wenn das sowas ist, was so viel Anerkennung hat und so viel Renommee hatte.
Solveig
01:16:28
Ja, offensichtlich ja nicht. Kommt ja keiner.
Daniel
01:16:32
Ja gut, die Konkurrenz kommt halt selten, um dich zu retten. Es sei denn feindliche Übernahme.
Solveig
01:16:37
Ja, aber er übernimmt auch Regeln des Byzantinischen Hofprotokolls. Also er setzt sich so in die Nachfolge der Byzantinischen Kaiser. Und das fand ich eben auch ganz interessant. Also er kommt da auch nicht als Fremdherrscher, der jetzt sagt, wir sind jetzt Osmanen. Wir machen ja alles neu. Sondern der sagt, nein, ich bin euer neuer Kaiser. Und das fand ich eben auch ganz interessant, dass das auch so aufgenommen wird.
Daniel
01:16:57
Hat er das auch so dem Papst geschrieben? Viele Grüße vom römischen Kaiser?
Solveig
01:17:01
Vielleicht. Aber das eben so nochmal die Folgen von diesem zwei Kaiserproblem. Wie gesagt, was hätte passieren können?
Daniel
01:17:09
Was ist denn deine Vision, was da hätte passieren? Wie stellst du dir das vor?
Solveig
01:17:12
Naja, also es gibt halt diese, ich glaube, das ist die Perenn-These, ich bin mir aber nicht so sicher, der eben, Der hat auch schon irgendwie in den 50ern oder so geschrieben, der den Ost-West-Konflikt, den wir im 20. Jahrhundert hatten, darauf zu auf die Reisteilung von 395 zurückführt.
Daniel
01:17:30
Du meinst jetzt NATO und Warschau-Opakt?
Solveig
01:17:31
Ja. Wie denn was? Ja, natürlich, das klingt erst mal völlig absurd. Aber wenn man sich das Schritt für Schritt anguckt, wie das immer weiter auseinander geht und man sich ja immer weiter aus was anderes sieht. Und wir haben das ja auch mit den Russen, da hatten wir ja auch in der Ukraine-Folge drüber gesprochen, dass die sich durch die Kiefer Rus, dann das Fürstentum Moskau als neues Rom sieht, weil man sagt, wir haben das übernommen, wir sind das dritte Rom, nach Rom, Konstantin, Nobel, Moskau. Haben wir ja auch diese Spaltung, die dann fortgesetzt wird. Und dass die Russen ja auch, dadurch, dass sie orthodox sind, auch nie so später Teil des westlichen Europäers werden, wie es vielleicht gewünscht ist. und wenn man das bedenkt und das wäre alles nicht passiert wenn Carla und Irene geheiratet werden, in was für einer anderen Welt wir wären, ich finde das irgendwie spannend, es geht jetzt nicht darum, dass ich hier ein, kontrafaktisches Weltbild präsentieren möchte, dann wäre heute alles anders und wir hätten bestimmt eine Krise nicht, aber sich einfach bewusst zu machen, dieser Schmetterlingseffekt wie weit solche Entwicklungen Einfluss haben tausend Jahre später und wo man vielleicht wäre, wenn, das finde ich einfach so krass, sich das so vor Augen zu führen in Hand von Entwicklungsländern.
Daniel
01:18:46
Und das nur, weil sie dem Typen da seine Einkäufe weggenommen haben.
Solveig
01:18:51
Nee, nur weil Irene dann nicht Eritro mit Konstantin hat verheiraten. Der wäre vielleicht auch glücklicher gewesen.
Daniel
01:19:00
Da hätten wir den Kurfürst von Bulgarien.
Solveig
01:19:02
Ja.
Daniel
01:19:04
Das wäre, glaube ich, auch ganz schnell wieder kaputt gegangen.
Solveig
01:19:07
Jetzt mach mir das nicht kaputt. Ich finde, das ist eine spannende Idee, dass ich das einfach mal fort...
Daniel
01:19:11
Ich stelle mir nur gerade vor, da wäre jetzt in der Konsequenz quasi Donald Trump demnächst der weströmische Kaiser und Putin der oströmische Kaiser. Ich finde das eine sehr gute Idee.
Solveig
01:19:19
Es hätte dann ja auch keine Teilung mehr gegeben.
Daniel
01:19:24
Kommt mit diesem Bild nicht klar.
Solveig
01:19:25
Es hätte ja keine Teilung. Wenn man das zusammenbringt, gibt es ja nicht mehr weströmischer Kaiser und oströmischer Kaiser, sondern es gibt wieder nur einen römischen Felser.
Daniel
01:19:31
Also der Äzios ist Schuld an der Berliner Mauer.
Solveig
01:19:33
Ja. Und es hätte vielleicht auch keine Kirchenspeitung gegeben zwischen Orthodoxen.
Daniel
01:19:37
Das ist der Moment, wo wir unser fast schon wissenschaftliches Renommee verlieren.
Solveig
01:19:41
Ich möchte es doch nur mal so, dass man sich das vor Augen führt, dass diese Dinge nicht naturgegeben sind, sondern sich entwickeln, weil Menschen Entscheidungen treffen. Und da die offensichtlich zu pieselig waren, sich immer mal über ihr eigenes Ego hinweg zu begeben und einen Kompromiss zu finden, ist dieser Konflikt immer mehr eskaliert.
Daniel
01:20:01
Das, glaube ich, kannst du für alle Konflikte der Geschichte exakt genauso formulieren.
Solveig
01:20:07
Nur darum geht es ja, um sich das bewusst zu machen, das ist nicht naturgegeben, sondern hätte auch anders sein können.
Daniel
01:20:13
Ich finde es gut. Ach, darüber müssen wir auch nochmal sprechen. Wenn wir dann unsere Aufklärungsfolge irgendwann gemacht haben.
Solveig
01:20:23
Ungegangene Straßen.
Daniel
01:20:24
Wo wir rasant drauf zugehen. Ja, für alle, die das vielleicht nicht mitgekriegt haben, letztes Mal, das ist schon jetzt länger her, hatte ich nochmal darauf hingewiesen, dass ihr uns ja bei Instagram folgen könnt, weil Solberg irgendwann mal... unvorsichtig ausgesprochen hat, dass sie ja durchaus bereit wäre, eine Aufklärungsfolge zu machen, also über die Aufklärung eine Folge zu machen, wenn wir bei Instagram 1000 Follower haben. Und das hat sie natürlich sehr extra hoch gesetzt, damit das gar nicht passiert. Aber es hat doch viele motiviert, glaube ich, in letzter Zeit, uns dort zu folgen. Es bleibt noch ein Wegstrecke, also bitte, falls ihr das gerade hört und ihr seid bei Instagram sowieso und folgt uns noch nicht, dann geht da kurz rüber, ihr könnt ja parallel weiterhören noch und drückt da bitte auch folgen, damit ich irgendwann Zollweg dazu bringe, zu uns über die Aufklärung zu sprechen. Womöglich so lange wie in demselben Museum, wo jetzt gerade die nicht begangenen Wege gezeigt werden, ja auch eine Aufklärungsausstellung läuft, wer weiß. Vielleicht gucken wir uns die zusammen an und kommentieren die dann ein, wenn die uns das machen lassen würden.
Solveig
01:21:31
Ich bin mir nicht so sicher.
Daniel
01:21:32
Wir müssen nochmal nachfragen. Und dann machen wir dieses Jahr noch eine Romreise. Damit du mir hier die Kirche zum Rost nochmal zeigen kannst. San Lorenzo.
Solveig
01:21:44
Ich zeige dir lieber San Stefano in Rotondo.
Daniel
01:21:47
Okay.
Solveig
01:21:47
Das ist lustiger.
Daniel
01:21:48
Mit den plastischen Darstellungen der diversen Märtyrer-Struite. Okay.
Solveig
01:21:54
Warst alles so abgeschnitten.
Daniel
01:21:55
Ich stelle mich darauf ein. Aber ich danke dir für die heutige spätweihnachtliche Folge.
Solveig
01:22:01
Die auch wieder viel länger geworden ist, als ich dachte. Ich habe es mal noch schnell vorbereitet. Und jetzt sind wir, glaube ich, schon wieder zwei Stunden hier.
Daniel
01:22:07
Ja, ist ja gut. Gut, ich weiß, dass ich auch mal wieder Folgen machen müsste.
Solveig
01:22:10
Nein, so war das nicht gemeint.
Daniel
01:22:11
Ja, so kommt das aber an bei mir.
Solveig
01:22:13
So war es nicht. Ich wollte einfach nur sagen, es tut mir leid, dass meine Folgen mal so lang sind. Ich glaube nicht, dass das so viele Menschen stört. Ich weiß es nicht.
Daniel
01:22:20
Man kann das ja später weiterhören, wenn es einem zu lang ist. Dann reicht es halt für drei Bahnfahrten. Und wir danken jedenfalls euch allen, die dabei geblieben sind bis jetzt. Und dafür, dass ihr uns folgt, sollte wer das noch nicht tun, dann ist das jetzt die beste Gelegenheit, auf Folgen zu drücken, in dem Podcatcher eures Vertrauens, Glocken zu läuten, einen Kommentar zu hinterlassen vielleicht, ob ihr etwas zu dem Zwei-Kaiser-Problem noch hinzufügen möchtet oder ob ihr glaubt, dass der Kalte Krieg und der Ausdrechtskonflikt, den wir jetzt gerade wieder erleben, alles mit Karl und Irene zu tun hat. Und der Chance, die sie verpasst haben. Und solltet ihr uns inzwischen Zeit, vielleicht sogar über Kofi und den entsprechenden Link in den Shownotes, finanziell unterstützt haben, wofür wir euch wirklich unglaublich dankbar sind, dann seid bitte nicht traurig, wenn wir uns jetzt nicht namentlich bei euch bedanken. Weil das liegt, wie gesagt, einfach daran, dass unser Aufnahmeplan gerade ein bisschen durcheinander ist und wir einfach noch nicht wissen. Wer von euch uns vielleicht in der Zwischenzeit noch Geld geschenkt hat, um uns hier zu unterstützen, damit wir unseren Hoster bezahlen können und alles, was uns noch so an Kosten ab und zu eben anfällt.
Solveig
01:23:30
Aber wir sehen euch und wir schätzen euch.
Daniel
01:23:33
Wir sind sehr dankbar und glücklich und das ist sehr motivierend, muss ich sagen.
Solveig
01:23:37
Genau, schätzen eure Unterstützung sehr.
Daniel
01:23:38
Manchmal hat man doch so einen Durchhänger und sagt, nee, jetzt habe ich eigentlich gerade keine Lust, was vorzubereiten oder so. Und dann kommt plötzlich so ein Kommentar von euch oder manchmal überraschend hohe Spenden, wo man denkt, okay, dann muss ich wohl auch wieder was liefern. Das hält uns dann auch tatsächlich bei der Stange. Und natürlich, dass wir uns sehen.
Solveig
01:23:57
Ja.
Daniel
01:23:57
Und vielleicht demnächst wieder öfter, wer weiß es.
Solveig
01:24:00
Also in diesem Jahr auf jeden Fall.
Daniel
01:24:01
Stimmt.
Solveig
01:24:02
Früher oder später werde ich wieder da.
Daniel
01:24:04
Langsam neigt sich diese westfälische Periode in deinem Leben ihrem Ende entgegen.
Solveig
01:24:08
Westfälische Exil.
Daniel
01:24:12
Also vielleicht wieder öfter demnächst etwas von uns. Vielen Dank. Wir wünschen euch nochmal ein frohes neues Jahr.
Solveig
01:24:19
Ja.
Daniel
01:24:20
Und ihr hört uns bald wieder. Macht's gut.
Solveig
01:24:22
Bis dann.
Daniel
01:24:23
Ciao.
Solveig
01:24:26
Die Römer machen sich ja früher schon über die Ptolemäer lustig, dass die auch so dekadent sind, weil die Männer alle so weibisch auftreten.
Daniel
01:24:33
Ja, und wir machen uns lustig über das späte Rom, das auch so dekadent.
Solveig
01:24:36
Ja, aber ich finde einfach, Dekadenz wird auch immer gleich mit weibischem Vergleich gesetzt. Das finde ich auch nicht okay. Nur weil sie Kuchen essen und schöne Kleider tragen.
Daniel
01:24:45
Mit Schabannertrink.
Solveig
01:24:46
Ja, also ich finde es großartig. Also ich bin da voll für.
Daniel
01:24:49
Römische Dekadenz.
Solveig
01:24:51
Also ich könnte es gern immer haben.