FG057 - Johann Joachim Winckelmann
14.08.2025 136 min
Zusammenfassung & Show Notes
Wir knüpfen nochmals an unsere Folge über Glanz und Elend der Aufklärung an und blicken genauer auf das Leben eines Mannes, auf dessen Anschauung der griechischen Antike die Epoche des Klassizismus gründete: Johann Joachim Winckelmann, Begründer der modernen Kunstgeschichte und Wegbereiter der Klassischen Archäologie. Dabei kommt es Winckelmann darauf an, das Empfinden von Schönheit vernunftmäßig zu begründen und scheint in seinen Arbeiten seine eigene Vorliebe für jugendliche männliche Körper durch.
Von Stendal über Nöthnitz nach Dresden
1717 in Stendal geboren, entkommt Winckelmann seinen bescheidenen Herkunftsverhältnissen durch Bildung und Ehrgeiz. Eine entscheidende Etappe ist seine Zeit als Bibliothekar beim Grafen Bünau auf Schloss Nöthnitz bei Dresden. Dort hat er Zugang zu einer umfangreichen Bibliothek und vertieft sein Wissen über die Antike. Später wechselt er nach Dresden, wo die dortigen Kunstsammlungen – besonders die Antiken – seinen Sinn für klassische Formen schärfen und zu seiner ersten Veröffentlichung führen. Der päpstliche Nuntius in Dresden, Alberico Achinto, verschafft Winckelmann die Kontakte für eine Anstellung in Rom.
Konversion und Karriere in Rom
Um in Rom überhaupt eine Anstellung zu erlangen, konvertiert Winckelmann 1754 zum Katholizismus. Er arbeitet schließlich für den einflussreichen Kardinal Alessandro Albani, der eine bedeutende Antikensammlung besitzt. Ein weiterer wichtiger Kontakt ist der englische Agent und Antikenkenner Baron Philipp von Stosch, dessen Sammlung von Gemmen und Skulpturen Winckelmann katalogisiert.
„Edle Einfalt und stille Größe“
Der Kern von Winckelmanns Ideal: Die antike Kunst – insbesondere die griechische Skulptur – verkörpere „edle Einfalt und stille Größe“. Winckelmann war überzeugt, dass die griechischen Künstler eine perfekte Balance zwischen Natürlichkeit und idealisierter Form gefunden hatten. Insbesondere der Apoll von Belvedere oder die Laokoon-Gruppe dienten ihm als Leitbilder.
Die Ästhetik des Körpers – und Winckelmanns eigene Vorlieben
Winckelmann schwärmte vor allem von männlichen Körpern – nicht nur aus wissenschaftlicher Perspektive. Seine homosexuelle Orientierung, die in seiner Zeit nicht nur gesellschaftlich tabuisiert, sondern kriminalisiert war, schwang in seiner Bevorzugung antiker männlicher Heldendarstellungen immer mit. In der Folge liest Daniel ausführlich aus der berühmten Beschreibung des Torso vom Belvedere – ein Text, in dem Winckelmanns sinnliche, ja fast erotische Begeisterung für den männlichen Körper deutlich wird. Hier zeigt sich, wie sehr seine persönliche Orientierung sein Verständnis antiker Kunstwerke prägte.
Archäologie als Wissenschaft
Neben seiner Rolle als Kunsttheoretiker legte Winckelmann auch methodische Grundlagen für die Archäologie. Er war einer der Ersten, der Funde nicht nur sammelte, sondern systematisch beschrieb, datierte und in einen historischen Kontext einordnete. Seine Berichte über Ausgrabungen in Herkulaneum und Pompeji machten die antike Welt für ein breites Publikum lebendig.
Ein tragisches Ende
Winckelmanns Leben endete abrupt: 1768 wurde er von Francesco Archangeli in Triest ermordet – vermutlich in einem Raubmord. Die Hintergründe sind bis heute nicht ganz geklärt und bieten Stoff für Spekulationen zwischen Kriminalgeschichte und Historiendrama. Dieser Geschichte folgen wir in unserem NACHKLAPP zu dieser Folge.
Winckelmanns Erbe
Ob als „Vater der Archäologie“ oder als stilprägender Kunsttheoretiker – Winckelmanns Einfluss reicht bis heute in Kunstgeschichte, Museumswesen und die europäische Ästhetik-Debatte. Seine Ideen prägten nicht nur Generationen von Wissenschaftlern, sondern auch Künstler wie Anton Raphael Mengs und Angelika Kaufmann, Johannes Wiedewelt und Bertel Thorvaldsen, Goethe und Herder. Winkelmann wurde zum Propheten des Klassizismus.
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Transkript
Wir sprechen heute über Schönheit, aber du bist nicht gemeint.
Hätte mich jetzt auch gewundert.
Denn ich habe niemals so hohe Schönheiten in dem schwachen Geschlechter als
in dem unsrigen gesehen, Solveig.
Was hat denn das Weib Schönes, was wir nicht auch haben? Denn eine schöne Brust ist von kurzer Dauer.
Und die Natur hat dieses Teil nicht zur Schönheit, sondern zur Erziehung der
Kinder gemacht. Und in dieser Absicht kann es nicht schön bleiben.
Die Schönheit ist sogar den Männern noch im Alter eigen.
Und man kann von vielen alten Männern sagen, dass sie schön sind.
Aber niemand hat eben dieses von einer alten Frau gesagt.
Hallo Solveig.
Hallo Daniel.
Schön, dass du da bist und dass wir über ein schönes Thema sprechen.
Und das waren natürlich nicht meine Worte, denn du bist eine ganz besonders schöne Frau.
Ich möchte mich nicht über deine Brust äußern oder sie mit meiner vergleichen,
aber davon abgesehen auf jeden Fall.
Nur der Mann, von dem dieses Zitat stammt, der hat halt einen besonderen Fokus, sagen wir es mal so.
Der war nicht an mir interessiert.
Das sowieso nicht. Du bist auch nicht alt genug dafür und nicht aus Marmor gehauen.
Es ist ein Mann, den ihr alle, und damit begrüße ich euch natürlich auch alle,
schön, dass ihr uns hört, den ihr alle womöglich schon kennengelernt habt in
der großen Folge dieses Jahres, was die Solberg hier abgeliefert hat,
dass wir nämlich über die Aufklärung gesprochen haben.
Und da hast du sogar ein Winkelmann-Zitat gebracht.
Und wir haben ihn, abgesehen von der Aussage, die du, glaube ich,
eher kritisch beurteiltest, auch mit der Auswirkung auf die Wahrnehmung der
Antike und dass das vielleicht in die falsche Richtung abgedriftet ist dann.
Davon abgesehen haben wir ihn
ja gerühmt als den Begründer der modernen Kunstgeschichte und Archäologie.
Und ohne Zweifel handelt es sich um eine berühmte Person bei diesem Johann Joachim
Winkelmann oder kurz Jojo. So ist er mir nämlich bei meinem Ausflug in Stendal
begegnet, in der sogenannten Kinderspur, in der Ausstellung.
An der Stelle, wo einstmals sein Geburtshaus stand und vielleicht haben einige
das auch bei Instagram gesehen, dass ich mich dort aufgehalten habe, einen Samstag lang.
Aber erstmal, du bist nicht nur heute einfach so wieder hier,
sondern du bist jetzt wieder hier.
Das Exil ist vorbei. Das Exil ist vorbei. rüber.
Das macht ja ein Exil aus, dass man irgendwann auch wieder zurückkehren darf.
Und eigentlich hatte ich, wann immer du da bist, das Gefühl,
dass du den Tag kaum erwarten kannst, an dem du wieder zurückkehrtest und kaum
warst du hier, warst du traurig, weil du das westfälische Exil plötzlich vermisstest.
Ja, aber so ist das nun mal, wenn man alles Neue macht, mir erst mal Angst.
Und neue Dinge, ich mag Veränderung nicht und es gibt ja dieses schöne Sprichwort,
lieber den Teufel, den man kennt, als was Neues ausprobieren.
Aber du kennst uns doch.
Ja, aber Es haben sich ein paar Dinge neue ergeben und da musste ich mich erstmal dran gewöhnen.
Du meinst damit natürlich deinen professionellen Brot.
Genau, meine berufliche. Ich bin ja jetzt wieder, ich stehe ja jetzt auch hier
in Lohn und Brot, Gott sei Dank.
Und wenn es mal so ist, wenn man einen neuen Job beginnt, neuer Ort,
neue Leute, da muss man sich erstmal reinfinden.
Und ich neige dann dazu, die alten Dinge zu romantisieren.
beziehungsweise es war ja nicht alles schlecht, nicht wahr? Und, ähm.
Womöglich kannst du uns demnächst ja nochmal ein bisschen erzählen über diese
westfälische Metropole und was sie besonders auszeichnet.
Wofür sie besonders bekannt ist.
Jetzt mit einem gewissen Abstand.
Genau, das können wir dann gerne machen. Auf jeden Fall musste ich mich da erstmal
wieder reinfinden und umgewöhnen und das ist jetzt passiert und jetzt bin ich sehr gerne wieder da.
Sehr schön. Es gibt auf jeden Fall noch eine andere große Neuigkeit,
nämlich James hat das Abitur bestanden. Herzlichen Glück von James.
Trotz Prokrastination mit Flur von Geschichte kann man das Abitur bestehen.
Und er wird jetzt das Lehramtsstudium in Angriff nehmen.
Und hoffentlich die ganzen neuen Generationen, die da kommen,
für Geschichte begeistern. Und für die Antike womöglich.
Die ist ja nicht so Lehrplan relevant.
Nur diese verquere Vorstellung von Demokratie, die es da angeblich gab.
Da hast du uns ja in der Aufklärungsfolge auch einiges vielleicht zurechtgerückt.
Inwiefern man das überhaupt sagen kann.
Und außerdem hat uns zu einiger Zeit auch noch Stefan geschrieben. Hallo Stefan.
Hallo.
Und der war zumindest damals, das ist jetzt auch schon eine Weile her,
war auch dabei, sich durch diverse Folgen zu bingen und hatte in seiner letzten
E-Mail nochmal erwähnt, dass er Maria Carolina köstlich findet und neapolitanische
Musik als Ohrwurm behalten hatte eine Weile.
Und eigentlich ist ja auch Sommer.
Und im Sommer hatten wir so eine halbe Tradition. Wir gehen nach Neapel.
Und ursprünglich hatte ich auch die Idee, wir beschäftigen uns nochmal mit einer
Person, die wir bei Maria Carolina schon kennengelernt hatten.
Und jetzt habe ich einfach auch mal das Programm über den Haufen geworfen.
Wieder inspiriert eben durch die Aufklärungsfolge, weil zwar der Name Winkelmann
mir was sagte und auch vage.
was es mit dem auf sich haben könnte. Aber ich wollte es gerne mehr wissen und
auch so ein paar Gerüchte klären, die sich um ihn ranken, warum er sich so für
diese insbesondere männlichen Marmorstatuen interessiert hat.
Und deswegen wollte ich unbedingt jetzt den Winkelmann mir nochmal genauer angucken.
Hat ja auch ein bisschen was mit Italien zu tun.
Der wird nämlich auch sich dahin aufmachen und sich natürlich auch in der Apel aufhalten.
Insofern wird er einfach subsummiert in diese Tradition.
Und in die heilige Stadt fährt er auch, insofern spielen auch Kardinäle eine Rolle heute.
Ja, dann passt alles.
Da haben wir auch ein bisschen heiliges Jahr nach wie vor mit drin.
Zunächst aber in diesem Sommer ist es nicht Neapel im Zentrum,
sondern Winkelmann ist eigentlich nirgendwo hingeboren und ist auch in keine
Familie geboren, wo man davon ausgehen könnte, dass er irgendwann einmal Präfekt
der römischen Altertümer werden könnte.
Ich habe es schon verraten, wo ich war, nämlich eben im Museum in Stendal.
Ist jetzt auch kein Ort, den kennt man vielleicht.
Man muss sagen, wo das liegt. Also gut, die Leute, die hier in Berlin und Umgebung
sind, die werden es schon mal gehört haben.
Oder wenn man irgendwie mit dem Intercity unterwegs ist oder ICE,
dann wundert man sich, wieso der da anhält.
Mitten im doch eher mäßig besiedelten Teilen Deutschlands, in der Altmark,
die heute zu Sachsen-Anhalt zählt.
Also durchaus eine Perle, ein sehr schönes Städtchen. Also es lohnt sich da
auszusteigen und einfach mal spazieren zu gehen. Das sind schöne, alte, große Kirchen.
Leider zurzeit wird eine mit tollen, bunten, mittelalterlichen Glasfenstern
renoviert. Sieht man nicht so viel mehr von.
Aber man kann eben das Winkelmann-Museum besuchen. Und natürlich,
wir sprachen schon davon, dass du ja jetzt einer Erwerbstätigkeit nachgehen musst.
Und ich musste mir auch Literatur besorgen und wie immer.
ist da Geld hineingeflossen. Das mussten wir aber eigentlich gar nicht mehr
selber bezahlen, weil es immer mehr Menschen gibt unter euch,
denen Flur von Geschichte so sehr am Herzen liegt, dass sie uns gerne,
dauerhaft und immer wieder unterstützen.
Und das ist natürlich in allererster Linie Christina.
Ja.
Dann ist dabei Steffi, Sophie und Christoph. Und Tobias, Beate und Sarah Solveig.
Und Charlotte ist dabei und Noemi, Henrike und Stefan. Vielen Dank für eure Hilfe.
Und Aisha, Isabella, Silvia, Emma und Kuffi. Die Namen habt ihr schon einmal gehört.
Und sogar die Jesuiten konnten ein paar Kollekten einsammeln sozusagen.
Das heißt, neun unserer Runde sind Maike, Marte, Jojo und Cornelia.
Außerdem Anne, Vera, Dennis, Eva und Roland.
Und jetzt kurz bevor wir die Aufnahme gestartet haben, ist auch noch Caroline dazugekommen.
und über Kofi haben wir uns noch Inci, ich weiß nicht, wie man dich ausspricht,
entschuldige bitte, und Caroline uns auch unterstützt. Vielen, vielen Dank dafür.
Wir sind schon längst über das angegebene Ziel bei Steady hinausgeschossen,
das quasi so die Basis ist, um unsere regelmäßigen Ausgaben zu decken.
Aber ich habe ja dieses gar nicht so geheime Ziel, ja, Solveig davon abzubringen,
irgendwann wieder Vollzeit zu arbeiten und sich vielleicht mit einer,
Halbtagsstelle zufrieden zu geben, du hast selbst mal gesagt,
das könntest du dir vorstellen, um Flurfunkgeschichte, um dieses Podcast zu
willen, auf Einkünfte zu verzichten und uns vielleicht mehr Folgen zu kredenzen.
Aber natürlich sollst du nicht verzichten auf Einkünfte, sondern dank euch sind
wir vielleicht irgendwann bei diesem Ziel, dass du da einfach kündigen kannst.
Und letztes Mal haben wir auch gesagt, das Beste ist überhaupt,
man gibt Geld, Cash auf die Hand. Hier, deine Auszahlung. Ich habe jetzt nicht
abgerechnet, das machen wir später.
Danke an euch alle.
Dass ihr uns so wertschätzt.
Und für euch wird es natürlich wie immer dann auch nochmal einen kleinen Nachklapp
zu dieser Folge geben. Das wird heute nämlich True Crime.
Aber so weit sind wir noch nicht. Noch sind wir in Stendal und zwar im Jahr 1717.
Und ich hatte ja schon deutlich gemacht, dass du in der Aufklärungsfolge mit
Winkelmann warst. Den findest du eigentlich gar nicht so doll.
Nein.
Nee, warum nicht? Kannst du nochmal in einem Satz zusammenfassen? was dein Problem ist.
Weil sie seinetwegen angefangen haben, bemalte Statuen abzuwaschen.
Das werde ich heute ganz klar in Frage stellen. Vielleicht sind die Auswirkungen
aber noch darüber hinaus durchaus spürbar.
Der ganze Klassizismus, der sich auf seinen Ideen da aufbaut,
mehr oder weniger. Dass es zu weiß wurde. Mhm.
Und schön. Ja, du bist nicht alleine mit dieser kritischen Haltung.
Es gibt eine prominente Figur, wo mir die Ohren geschlackert sind,
als ich gelesen habe, was er über Winkelmann und den Klassizismus in Deutschland schreibt.
Es handelt sich um Egon Friedell.
Den kennst du vielleicht. Er hat ein monumentales Werk geschrieben,
das mehrere Bände umfasst und dann gerne als ein dickes Buch bei Beck verlegt wird.
Die Kulturgeschichte der Neuzeit ist zwischen 1927 und 1931 entstanden.
Das heißt, auch hier haben wir einen Begründer, in dem Fall eigentlich der Kulturgeschichte.
Eine neue Sichtweise, wie man Geschichte darstellen könnte.
Und sein Kapitel über Klassizismus beginnt folgendermaßen. Mittwoch, den 24.
September 1755, bestieg ein hochgewachsener, schon ein wenig eltlich aussehender
Herr von olivenfarbigem Teint,
hastigen und schwerfälligen Bewegungen und gelehrten Gesichtsausdruck in Dresden
die Extrapost, um sich über Bayern und Tirol nach Italien zu begeben. Am 18.
November fuhr er durch die Porta del Popolo in Rom ein und nahm damit gewissermaßen
die ewige Stadt in Besitz.
Dieser Herr war der preußische Literator Johann Joachim Winkelmann,
verfasser einer in Fachkreisen eher beifällig aufgenommenen kleinen Kunstabhandlung
über die Nachahmung griechischer Werke.
Und dieser Alpenübergang und Einzug in Rom war eine der denkwürdigsten Tatsachen
der neueren Kulturhistorie, ebenso bedeutsam für die Geschichte der deutschen Kunst und Literatur,
wie es die Romfahrten der Staufer für die Geschichte der deutschen Politik und
Religion gewesen waren.
Das ist krass, da klingelt es, die Staufer.
Das war hier öfter schon mal ein Thema.
Da bist du schon skeptisch. Aber wir bleiben mal bei seiner Einschätzung.
Und er sagt, und zugleich der Ausgangspunkt der verhängnisvollsten Verirrungen
des deutschen Geistes, die diesen viele Jahrzehnte lang beherrscht und in höchst
eigentümlicher Weise von seiner normalen Entwicklungsbahn abgelenkt hat.
Oder meinst du der Winkelmann?
Der vielleicht auch nicht.
Es geht so ein bisschen, dass der Klassizismus natürlich alles erfunden ist.
Das klingt so nach vor undeutsch. Das ist so ein bisschen das.
Worauf er hinaus möchte. Das ist noch nicht alles. Ich nehme noch einen Abschnitt mit dazu.
Einfach, weil es so eindrücklich ist. Winkelmann war von Beruf Archäolog,
Historiker, Philolog, Ästhetiker, Kritiker und Philosoph, Museumsdirektor,
Archivar und Bibliotheker, Dragoman, Cicerone und Connoisseur.
In Wirklichkeit aber nie etwas anderes als das, womit er seine wissenschaftliche
Laufbahn begonnen hatte, nämlich Rektor und Pädagog.
Er ist einer der gewaltigsten Schulmeister gewesen, die das deutsche Volk und
die Welt gehabt hat und einer der verschrobensten.
Wie alle geborenen Magister sehr nützlich durch die Fülle und Eindringlichkeit
seiner Belehrung und sehr schädlich durch ihre verfälschende Einseitigkeit und
eigensinnige Dogmatik.
Ich möchte auch Ästhet von Beruf sein.
Und möchtest du auch verschrien sein als verschroben und verfälschendes einseitig und dogmatisch?
Ja, wenn ich es war.
Also, ich sehe schon. Du würdest dich mit Herrn Friedell wahrscheinlich besser verstehen als mit mir.
Naja, wenn es wahr ist, dann muss man die Wahrheit sagen.
Wir haben hier einen offensichtlich sehr bedeutsamen Menschen vor uns,
dessen Alpenübergang hier mit den Staufern gleichgesetzt wird.
und gleichzeitig wird er dann kleingemacht und zum verschrobenen Schulmeister
zusammengeschrumpft, der mit seiner Dogmatik uns in die falsche Richtung gelenkt hat.
Du musst dir ja immer erst mal, wenn du eine neue Idee hast,
musst du ja erst mal erklären, warum die Ideen vorher alle scheiße waren.
Aber wie kommt dieser Mann aus dem altmärkischen Stendal nach Rom?
Mit der Kutsche?
Das ist noch ein bisschen längerer Weg.
Mit dem Zug?
Ein jahrzehntelanger Weg, der dazwischen liegt, um als Sohn eines Schuhmachers
überhaupt in die Nähe so einer Postkutsche zu geraten.
Die meisten Wege, das darf ich jetzt vielleicht schon sagen,
wird er tatsächlich auch noch bis ins gesetztere Alter zu Fuß zurücklegen.
Vor allem solange er sich eben keine Postkutsche leisten kann,
macht er alle Wege wirklich zu Fuß.
Ja und er ist das einzige Kind dieses Schusters, Martin Winkelmann und seiner Frau und wird am 9.
Dezember 1717 eben in Stendal geboren. Und es gibt in Stendhal interessanterweise
59 Schuster in diesem kleinen Städtchen, was wohl damit zu tun hat,
dass da viele Soldaten untergebracht sind, die irgendwie...
denen die Schuhe besohlt werden müssen oder die Stiefel vielmehr,
aber weil es so viele sind, haben die auch jeweils dann sehr wenig davon.
Also wirklich richtig verdienen kann man damit nichts. Die kriegen halt so gerade
so ihr eines Kind durch und es wird dann eben auch noch relativ schnell klar,
dass der mit Schuhen nicht so viel anfangen kann.
Ist nicht schön genug.
Der will ständig lesen und interessiert sich irgendwie für komische Sachen und
dann sagt man halt, okay, der Jojo, der muss in die Schule gehen.
Und ja, wo gibt es Schulen? In Stendal, bei der Kirche.
Also in der ehemaligen Klosterkirche gibt es da eine Lateinschule und das ist aber auch nicht gratis.
Also der kann da zwar sein Zimmerchen mit seinen Kollegen zusammen und der kriegt
halt den Unterricht, aber dafür muss er auch blechen.
Und das machen die in dieser Schule so, dass da die minder Bemittelten,
was die finanziellen Güter angeht, halt in einem Chor singen für vermögende
Bürger der Stadt oder bei kirchlichen Festen.
Und dafür kriegen sie dann Spenden und davon bestreiten sie ihren Unterhalt,
während sie dort ihre Grundausbildung absolvieren.
Und damit das irgendwie besser läuft und er ein bisschen freier denken kann
und offenbar eben auch sein Talent, das er hat, zur Geltung bringen kann,
versucht der Vater eben auch noch Stipendien zu bekommen von den Ratsherren.
Und das sind jetzt etwas merkwürdige Texte, aber ich finde die einfach so schön.
Ich liebe diese Sprache aus dem 18. Jahrhundert, jetzt noch Anfang des 18.
Jahrhunderts und die Vorstellung, dass da der Schuhmacher Martin Winkelmann
so sehr sich wünscht, dass sein Kind auf die Schule geht und richtige Bücher
kriegt. dass er hier wahrscheinlich nicht ganz alleine einen Text formuliert hat.
Es hat der gütige Gott, meinem Sohne Johann Joachim Winkelmann,
ein fähiges Ingenium und Lust zum Studieren gegeben, wie alle Herren Präzeptores, die Lehrer,
in der hiesigen Schule jederzeit bezeuget haben und sonderlich aus beikommendem
Zeugnis des Herren Rektores zu ersehen.
Ob ich nun wohl nebst meiner Frauen oft uns bemüht haben, ihn vom Studium abzuziehen
und zu überreden, ein Handwerk zu lernen, so ist er doch bei seinem Vorhaben
beständig geblieben und hat im Bücherlesen und im Schreiben alle Zeit fleißig bewiesen.
Weil aber unsere Armut und Invermögen notorisch ist und wir keinen Pfennig wissen,
womit wir einmal könnten zur Hilfe kommen, dass er auf einer Universität seine
Studie absolvieren könne, so nehmen wir unsere Zuflucht zu Gott und unseren
hochgeärtesten Herren gehorsamst, Bittende und Flehende.
Sie wollen geruhen, diesen unseren Sohn unter ihre Stipendiaten hochgeneigt
aufzunehmen und ihm, wenn er nach Gottes Willen leben und nach einigen Jahren
auf einer Universität sich begeben würde, das rathäusliche Stipendium konferieren.
Ich werde mit meiner Frau und meinem Sohne nicht unterlassen,
den großen Gott um Vergeltung anzuflehen, der ich mit untertänigem Respekt verharre.
Hochgelehrte und hochweise Herren, hochgeehrteste Herren und hochgeneigte Patroni,
ihnen allerseits gehorsamster Bürger und Knecht, Martin Winkelmann.
Hat auch ein bisschen was bekommen, scheinbar. Nicht im ersten Anlauf.
Aber ein bisschen Hilfe gibt es. Und vor allem kommt eine Hilfe dann aber von
dem Rektor dieser Lateinschule, der eben sieht, dass der Winkelmann der Jojo
irgendwie Talent hat und gerne liest und gut lesen kann.
Und als der Rektor Esaias Wilhelm Tappert dann zusehends erblindet,
bittet er den Winkelmann für ihn vorzulesen. Und dann gehört er da zu den privilegierten
Schülern an der Lateinschule.
Und er liest eben nicht nur dem Tapat vor, sondern er hat jetzt auch die Zugriff
und die Kontrolle über die Schulbibliothek.
Das ist ein Schrank.
Wo ein paar Bücher stehen. So ein bisschen was auf Latein, so ein paar Klassiker.
und der neu eröffnete Adelige Ritterplatz.
Heißt der Titel eines Buches, das damals erschienen ist und den jungen,
hochgestellteren Herren eigentlich erklären soll, wie man ein adeliger Ritter sein soll.
Und da muss man fechten können, da muss man reiten können, da muss man jagen können.
Und interessanterweise gab es darin auch ein Kapitel über das Beurteilen und
Sammeln von Münzen und modernen Medaillen.
Denn so wird Antike vermittelt. Man guckt sich Münzen an. Das ist so ein Ding,
also ich finde ja, es ist auch immer lustig, welche Euro-Münzen ich im Portemonnaie
habe und freue mich, wenn da ein selteneres Land dabei ist.
Aber so diese numismatischen Sammlungen, von denen wir auch hier in Berlin was haben,
die finde ich immer sehr, wie ich mir vorstelle, mein ganzes Antiken-Unterricht
findet anhand von so Münzdarstellungen statt und Vergleichen von Münzen.
Aber vielleicht sind es ja auch Medaillen, die sind dann ja auch gerne mal nachgemacht.
Moderne Darstellung. Sind aber auch nicht interessanter.
Ja, aber so hast du wenigstens eine Ahnung, wie Alexander der Große ausgesehen hat.
So hat, ich nenne ihn jetzt so lange noch kleines Jojo weiterhin.
Ich finde, wir sollten ihn immer Jojo nennen.
Vielleicht ist das komisch für Jojo, der uns zuhört.
Da muss der mit leben.
Das ist nur die eine Folge, dann ist er wieder weg. Ja, auf jeden Fall,
Jojo hat da offenbar seinen Spaß dran gehabt, sich vor allem dieses Kapitel auch anzugucken.
Jagen kann ich mir nicht vorstellen, dass ihn das Berta bewegt hat.
Aber der Vergleich von Münzen und Medaillen, ja, das war sehr spannend.
Wissen die nicht auch schwimmen lernen?
Das ist jetzt hier, zumindest hat es kein eigenes Kapitel gehabt.
Vielleicht ist es bei Reiten mit subsummiert, falls das Pferd mal ins Wasser geht.
Das war im Mittelalter nämlich wichtig. War immer dabei, Reiten,
Fechten und Schwimmen. Und Lesen.
Und Medaillen vergleichen.
Ja, das haben sie damals nicht gemacht.
Aber um 1700. Also so weit sind wir schon. Und dann ist dem Rektor Tappert natürlich
auch klar, der Junge, der hat ausgelernt in Steindal.
Wir müssen den irgendwo anders hinbringen. Und 1735 kommt Jojo tatsächlich auf
das Kölnische Gymnasium in Berlin.
Und zwar, nachdem er jetzt dort in Stendal immerhin Latein gelernt hat,
soll er in Berlin jetzt ordentlich Griechisch lernen.
Und da schreibt Tappert auch nochmal eine schöne Empfehlung für ein Bücherstipendium.
Wann ich nun nach dem heiligsten Gesetz der Wahrheit nicht anders zeugen kann,
als dass dieser arme Schüler nicht allein zum Studieren sehr kapabel sein,
sondern auch in Humanioribus so gute Progressen getan habe, dass er schon tüchtig
wäre, eine Akademie zu besuchen.
Als bitte selbst für mich sowohl als diese arme Leute,
diesem meinen gewissenhaften Attestator-Glauben beim zu messen und diesen gedachten
armen Schüler das Legatum der Viertaler vor allen anderen hoch geneigt zu konferieren,
ich versichere, dass dieses geschenkte Geld zu nichts anderes als zu nötigen
Büchern werde angewendet werden, weil dieser Jüngling eher sollte Rock und Wams
fahren lassen, als ein gutes Buch entbehren.
Wie ich ihn dann in den dreien Jahren darinnen er bei mir formuliert hat, wohl ausgeprüfet habe.
Mein Gott, was für eine Sprache. Da ist auch viel Latein drin.
Ich weiß nicht, was man für Vitaler, wie viele Bücher man kriegt.
Das weiß ich auch nicht.
Aber auf jeden Fall, der gibt lieber sein letztes Hemd, als auf ein Buch zu
verzichten. Der hat es verdient. Gebt ihm bitte ein bisschen Geld, damit er Bücher kriegt.
Und in Berlin läuft es eigentlich so ähnlich wie in Stendhal.
er kommt bei dem Rektor unter,
Und gut, von den vier Talern, das reicht nicht, aber er beaufsichtigt,
unterrichtet quasi die kleinen Kinder des Rektors,
so als großer Schüler, darf er dann sich um die Kleinen kümmern und das ist
dann quasi so sein Brotverdienst, beziehungsweise damit bezahlte,
seine Unterkunft in Berlin und bleibt da allerdings nur zwei Jahre,
wechselt dann nach Salzwedel, weil da der griechische Unterricht offenbar besser ist als in Berlin.
Tja gut.
Vielleicht haben die noch mehr Bücher. Und bei seinem Abgang notiert dann der
Rektor quasi ins Klassenbuch Homo vagus et inconstans.
Du Lateinerin, was sagt das über den Jojo aus?
Vagus et inconstans. Also ihr kennt vielleicht das Wort von Vagabund und Vagabundieren.
Ich kenne jetzt nur den Vagusnerv.
Achso. Es wird übersetzt als umherschweifend und unbeständig.
Ja, also inconstans hätte ich. Und Vargus war jetzt auch, das ist so der Nerv,
der dafür da ist, dass du dich entspannst und so. Deswegen dachte ich, vielleicht ist das...
Also der hat so eine Spezialbegrabung, würde ich mal sagen, für Griechisch und
Latein und alles, was damit zusammenhängt.
Und ansonsten wahrscheinlich so ein kleines Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom vielleicht,
wenn man das so übersetzen könnte.
Aber immerhin, bei den Griechen, da kann es gar nicht genug sein.
Und 1738 kommt er zum Studium nach Halle.
Ja, und jetzt ist ja das Geld immer noch ein Problem. Und eigentlich,
wenn man sich nichts leisten kann, dann gibt es nur eine Sache, die man studieren kann.
Theologie?
Ja, denn da gibt es Geld von der Kirche. Also Theologie.
Aber hat ja auch ein bisschen was mit Griechen zu tun.
Ist aber schon klar, dass er eigentlich nicht Pfarrer werden will.
Und dann bleibt wieder nur was anderes, nämlich Hauslehrer oder Hofmeister, wie das damals heißt.
Und das heißt, er muss sich dann umgucken, wo irgendeine begütete Familie jemanden
sucht, der ihre Kinder zu Hause unterrichtet und findet dann eine Stelle in
Hatmasleben bei Magdeburg.
Wir sind also immer noch in der Altmar, noch nicht so richtig im Nabel der Welt.
Kurz in Berlin.
Ja, kurz in Berlin. Gut, damals jetzt auch nicht so die Strahle der Metropole.
Aber immerhin, ja, die haben natürlich ein bisschen mehr Kontakte.
Und da sieht man ein bisschen mehr so von Leuten, die nach Berlin kommen und
die Welt nach Berlin bringen.
Ist die Welt schon auf dem Weg nach Berlin 1730?
Das ist noch der Soldatenkönig wahrscheinlich. Der gibt für sowas kein Geld
aus. Der schafft nur Soldaten und lange Kerls ran.
Ich habe auch irgendwie letztens gelesen, dass die Schulen in Berlin auch nicht so doll waren.
Ja, womöglich ist er deswegen nach Salzwedel gewechselt, weil der Rektor da
einfach besser gekriegt konnte.
Auf jeden Fall, jetzt ist ein Hatmersleben, da gibt es eine Domäne,
der Oberamtmann Lamprecht möchte für seinen Sohn Peter, ein Lehrer.
Der Peter Lamprecht, der soll jetzt mal was Anständiges lernen hier.
Mach, was der Lehrer sagt.
Der bleibt aber, also jetzt müsste man schon sagen, der Winkelmann,
bleibt da gar nicht so lange.
Komischerweise fragt er dann den Oberamtmann, ob er nicht den Sohn mitnehmen
kann an seine nächste Stelle. Er wird nämlich dann Konrektor der Lateinschule in Seehausen.
Noch zu einer Metropole der Altmark. So Richtung Wittenberg ist das dann.
Ja, interessant. Warum nimmt er den Peter Lamprecht unbedingt mit?
Der ist 15 Jahre alt und den muss er irgendwie mögen.
Der ist so guter Lateinschüler.
Er hat so toll Griechisch gelernt, auf meinem Schoß womöglich.
Später wird er diese Jahre vielleicht nicht so sehr in Hatmas leben,
sondern vor allem das, was jetzt kommt, nämlich die Lateinschule in Seehausen
bei Wittenberge, die Jahre der Knechtschaft.
nennen.
Weil er den Peter nicht mitnehmen darf?
Doch, der darf den Peter mitnehmen. Allerdings, das ist halt eine Lateinschule,
das heißt, er ist ständig irgendwie, und er ist ja Theologe,
auch wenn er keinen richtigen Abschluss dann hingekriegt hat.
Aber es dreht sich natürlich alles auch um die geistliche Welt.
Und das heißt, es gibt sehr lange Predigten, er sitzt sehr lange in der Kirche
rum und hat dann aber seine Lateinbücher in der Kirchenbank quasi,
den Ovid oder was auch immer.
Ich würde mal sagen, den Ovid und den Vergile.
Ja, oder die Oden des Anakrion. Kennst du die?
Nein.
Nee, ich auch nicht. Das muss ich jetzt ehrlich gesagt dazu sagen.
Also ich habe es ja schon oft gestanden, dass ich so völlig humanistisch ungebildet
bin und weder von Griechen noch von Römern noch sonst irgendwie eine Ahnung
habe und diese Sprache noch nicht beherrsche.
Und ich musste auch feststellen, jetzt bei der Lektüre, das interessiert mich
alles nicht. Das ist mir alles zu viel.
Das ist dann so ein Name-Dropping oft. Also wer von euch Bescheid weiß,
er liest die Oden des Anakrion. Male mir den Batyllos.
Das ist eigentlich mehr oder weniger ein Liebesgedicht von einem Mann an einem Mann.
Das liest er da, während er in der Kirchenbank sitzt und an seinen 15-jährigen
Schüler Peter aus Hatmas Leben denkt.
Nee, der sitzt da oben in seinem Zimmer wahrscheinlich und wartet,
dass der Lehrer wieder zurückkommt.
Außerdem liest er Pierre Bail, das ist eigentlich ein Franzose,
deswegen bin ich nicht ganz sicher, wie man diesen Namen jetzt richtig aussprechen müsste.
Der hat schon Ende des 17. Jahrhunderts das historische und kritische Wörterbuch verfasst.
Das kommt aber erst 1741 dann im deutschsprachigen Raum heraus.
Und das arbeitet er jetzt durch, das gibt es da in der Lateinschule.
Da wird nämlich sehr kritisch umgegangen mit diesen ganzen lateinischen Machenschaften
und griechischen vor allem.
Und der Anakrion, den er da in der Kirchenbank liest, der wird,
oder dessen Liebe zu dem Batylus, da gibt es einen Eintrag in diesem Wörterbuch
und das heißt Anakreons Liebe gegen den Batyllos ist eine offenbare Kinderschänderei.
Aber das sind die Texte, die Winkelmann besonders ansprechen.
Und deswegen guckt er offensichtlich, welche Werke in diesem Wörterbuch noch
besonders verdammt werden als schädlich und streicht die sich richtig an.
Das brauche ich, das brauche ich und das brauche ich. Das ist der Katul,
der Petronius, der Ovid, der Marzial und der Horaz.
Kannst du etwas dazu sagen, warum er die aussucht. Und ich habe keine Ahnung,
welche anderen er dann nicht nimmt, die vielleicht nicht so entspannt sind.
Ich kenne die jetzt auch nicht. Ich kann die nicht aus dem Kopf wörtlich zitieren,
aber ich weiß, ich habe einem Freund vor einer Weile ein Buch geschenkt,
Ich weiß gar nicht mehr, wie das hieß, aber da waren eben so gesammelte Texte
zur queeren Geschichte, zur Homosexualität in der Geschichte und da war Catull
auch dabei und der hat irgendwie auch nochmal so Gedichte an den Knaben oder
irgendwie so geschrieben.
Deswegen überrascht mich das jetzt nicht, dass der da auftaucht und die anderen
haben wahrscheinlich auch, also Ovid mit seinen Liebesgeschichten und seinen
Metamorphosen, da kommen auch öfter mal gleichgeschlechtliche Beziehungen vor,
vornehmlich zwischen Männern, weniger zwischen Frauen.
Also auf jeden Fall ist das so seine Leseliste.
Genau, wenn man da so interessiert ist.
Dann findet man das. Und er liest. Und was ich wirklich krass finde und was
ich immer so gar nicht kann, weswegen ich jedes Mal vor einer Folge,
die ich verantworte, in Stress gerate, er exerpiert dann auch.
Also er schreibt sich was raus von dem, was er liest.
Und zwar alleine in dieser Zeit scheinbar in Seehausen 700 Seiten.
Also ganze Zitate natürlich. Gut, wenn er kein Geld hat, um sich Bücher zu kaufen.
Ich meine, es ist jetzt auch die Frage, wie groß seine Handschrift ist.
Ja, aber trotzdem finde ich schon bemerkenswert. Also 700 Seiten mal eben so
Notizen und Zitate aus den Werken.
Aber dann hat man natürlich auch immer das quasi so gewissbereit.
Ich weiß, das sind die Sachen, die ich mag. Da möchte ich gerne nochmal nachlesen.
Genau und interessanterweise werden natürlich in dem Wörterbuch,
damit das ein bisschen verschämt ist, werden die unflätigen Sachen,
die unschönen, die unchristlichen, werden alle in Latein belassen.
Also ich habe ein deutsches Buch vor mir, wo aber irgendwie jedes dritte Wort Latein ist.
Das ist natürlich auch ein großer Motivator für Herrn Winkelmann,
da sein Vokabular nochmal auf das wissenschaftliche Niveau zu heben und noch
ein paar neue zusätzliche Wörter zu lernen und versucht natürlich,
das seinem Schüler dann auch beizubringen.
So seine eigenen Versionen nochmal von Ovid. So für Lehrer, Schüler,
dass man parallel lesen kann und so.
Nee, also in der christlichen Lateinschule kriegst du auch bestimmte lateinische
Wörter nicht beigebracht.
Achso.
Nee, die brauchst du ja nicht.
Das ist ja pfui.
Die sind nicht notwendig. Du sollst ja nur die Bibel verstehen.
Ja, und ich habe hier nochmal einen Eintrag zu Achilles. Der war ja auch schon
mal Thema in unserem Podcast.
Womöglich die, die schon länger dabei sind oder letztens gebinged haben,
kennen diese Geschichte von Achilles und wie hieß der andere?
Patroklos, um den er so lange getrauert hat.
Intensiv vor allem. Lange nicht mal, aber intensiv.
Achso, okay. Oder so. Ja, und dieses Wörterbuch beschreibt das Ganze dann folgendermaßen.
Aber ich meine, da ist Winkelmann ja in seiner Achillesbegeisterung nicht alleine.
Da gab es einige große Personen. Also Elisabeth von Österreich, großer Achilles-Fan.
Ist ja ein bisschen später.
Ist ein bisschen später. Alexander der Große sah sich als neuer Achilles und
sein Freund als Patroklos.
Es sind einige, welche wollen, dass Troilus des Priamussohn unter den Umarmungen
des geilen Achilles erstickt und tot geblieben sei, als er ihn mit Gewalt schänden
wollte und bei demselben allzu starken Widerstand fand.
Allein vornehmlich hat man gegen den Patroklos der Zärtlichkeit des Achilles
eine strafbare Auslegung gegeben.
Was soll ich von den zwei Versen des 43.
Singedichtes des 11. Buchs des Martial sagen?
So, kannst du kurz sagen, was da drinsteht?
Briseus multum quam vis avica jacret, e kidige proprio levis amicus erat.
Schau einfach mal auf der nächsten Seite nochmal. Weil dann gibt es nochmal
einen Auszug zu dem Artikel bezüglich Anakrion.
Wenn er nicht allen Abscheu verdient, den ein christlicher Poet in diesem Falle
verdiente, weil man diese Art der Liebe mit keinerlei solchen Schande belegte
als in den Ländern der Christenheit, so muss die Verstockung seiner Zeit für ihn bezahlen.
Ich will sagen, dass der Unwillen der Leser bei allem demjenigen auf diese Zeit
fallen muss, was man nicht einer jeden Privatperson aufbürden darf.
Genau, das heißt, ich weiß nicht, was Geilheit auf Latein heißt. Hast du nicht gelernt.
Das habe ich nicht gelernt.
Da bin ich dabei. So, das kann man aber bei Winkelmann lernen,
wenn man da sein Privatschüler ist in der Lateinschule.
Aber offenbar hat der Vater Lamprecht da irgendwie Verdacht geschöpft,
dass da mehr Interesse dran sein könnte, als dem Sohn nur Bildung zu vermitteln.
Und deswegen zieht er den ab. Peter, komm nach Hause.
Ist vielleicht auch besser.
Für ein Internat, da kannst du auch was lernen. Ohne, dass sich der Onkel auf den Schoß nimmt.
Mit Gleichaltrigen.
Ja, weil der Peter, da ist auch eigentlich relativ klar, also man weiß es nicht so genau.
Es gibt nur Briefe von Winkelmann an Peter, aber die Antworten sind offenbar verschütt.
Das heißt, wie der Peter sich jetzt genau verhalten hat, ist nicht so klar,
ob der da drauf eingegangen ist.
Und der Verdacht wäre jedenfalls berechtigt, denn Winkelmann war da schon recht
intensiv, auch gefühlsmäßig daran beteiligt. an dieser ganzen Geschichte.
Und das kann man auch an einem Brief ablesen, den er eben an den Peter geschrieben hat.
Und das würde ich dir jetzt auch nochmal wieder verantworten.
Ich hatte mir überlegt, wenn Winkelmann einen Brief schreibt, dann bist du das.
Und wenn er ein Buch schreibt, dann bin ich das.
Wenn er von der Schönheit spricht, dann mache ich das selber.
Mit was für Zärtlichkeiten soll ich doch deine angenehmen Zeilen beantworten?
Ad ot oppresset ad pectus.
Ach, könntest du sehen, was in meiner Seele vorgeht? Allerliebster Bruder soll
es Leben und Ehre gelten.
Mein Herz würde sie für dein Heil aufopfern.
Man müsste der Welt solche Freude zum Muster vorstellen.
Der Himmel muss uns Gutes tun um unsere Redlichkeit.
Ach, sehst du doch, welch Anblick ich biete, da ich dieses schreibe.
Von Tränen entstellt wie Dido.
Nun erkenne ich die Stärke der Liebe, aber vielleicht kann niemand mehr einen
Freund so herzlich und sehnlich lieben.
Mein einziger Trost in meiner Verlassenheit ist, dass ich etwas in mir befinden
muss, das mich so fest mit dir verbindet.
Dieses muss das Einzige sein, was sich Großes bei mir befindet.
Ich werde dich lieben, solange ich lebe und ersterbe. Lieb, lieb.
Ich finde es schon krass, wenn ich mir vorstelle, ich bin 15 oder vielleicht
16 Jahre alt und ich kriege so einen Brief.
Vom Lehrer.
Vom Lehrer, ja gut, der wird ja schon wissen, da wird ja was gelaufen sein vorher.
Wir wissen nicht genau was.
Also er presst seine lieben Worte an seine Brust.
Es würde mich ein wenig überfordern, glaube ich. Wobei gut, als Teenager ist
man natürlich auch ganz so sehr emotional.
Aber es ist trotzdem überfordernd. Selbst wenn man das auch fühlt, ist es überfordernd.
Und selbst wenn man den Brief auf Latein kriegt.
Warte kurz, ich muss kurz nochmal in meinem Vokabelbuch nachgucken.
Damit der Papa den nicht abfängt und nachliest, was da drin steht.
Du kannst das Buch gleich behalten, denn jetzt ist zwar der Lamprecht weg,
aber er kriegt einen neuen Pensionär, um den er sich zu kümmern hat.
Das ist der Friedrich Ulrich Arved von Bülow, ein großer Familienname.
Aber ist der aus der Familie?
Davon gehe ich schwer aus. Also ich glaube nicht, dass es mehrere von Bülow,
also Zweige der Familie sicherlich.
Und mit wem der jetzt genau verwandt war, ob mit dem Reichskanzler oder Loriot,
das kann ich dir nicht sagen.
Auf jeden Fall gehören sie irgendwie zusammen. Und er ist zwar traurig,
dass der Lamprecht weg ist, aber er versucht es halt beim nächsten.
Der hat aber auch kein Interesse und geht dann auch los und heiratet.
Oder hat er jedenfalls eine Freundin und das ist natürlich auch traurig und
dem schreibt er aber auch gleich nochmal hinterher.
Ihr gütiger Brief hat mich entzückt. Er ist glänzend formuliert und wird für
immer aufgehoben werden, als das genaue Abbild ihrer Begabung und ihrer Zärtlichkeit.
Glückselig, wer sie genießen kann. Ich bestehe nicht länger auf meinen alten
Rechten, den sie als schöner junger Mann sollen freie Wahl haben.
Ich werde mich in ein dumpfes Schweigen hüllen und mich freimachen von einer
Passion, die meiner Seele ihre Ruhe genommen hat.
Einer Leidenschaft, die ich zum einzigen Gegenstand meines Forschens machen
werde und die mir nie aus dem Blick kommen wird.
Niemand wird mich davon abbringen. Da die Natur mich nicht dazu gemacht hat,
geliebt zu werden, wie ich es wünschte, und da mein Unstern mich abzieht von
meinen Freunden, will ich gegen des Dranges meines Herzens nicht länger auf
Freundschaft hoffen und dies vielmehr für eine Wahnidee halten.
Die eine Genugtuung kann ich Ihnen geben, da ich niemals mehr mit irgendjemandem
eine enge Verbindung eingehen werde.
Meine ganze Passion soll sich zusammenziehen in der Erinnerung an unsere Freundschaft,
die ich aufgebaut habe und an der mir unendlich viel lag. Dabei wollen wir es jetzt belassen.
Je suis monsieur votre ami passionné, Winkelmann. Als ob.
Als ob.
Als ob er nie wieder irgendwen anders angucken wird.
Ja, er hat jetzt eine Passion entdeckt. Er lenkt quasi seinen Trieb in die Wissenschaft.
Also in die frühe Wissenschaft. Also auf den Marmor.
Auf die Antike. Da geht das jetzt alles rein. Das ist so, jetzt wird er keusch
und wird all seine Energie...
dorthin lenken und etwas Neues schaffen. Und dafür muss er aber raus aus Seehausen.
Ja, da gibt es ja keine.
Das geht einfach nicht. Wie schon gesagt, das sind die Jahre der Knechtschaft,
hat er später gesagt, in dieser Lateinschule und in der Kirchenbank heimlich
irgendwie über den geilen Achillesen.
Dort herrschte der größte Despotismus, der je gedacht ist, hat er auch nochmal gesagt.
Und ich habe viel leiden müssen und ich werde beständig einen Widerwillen gegen
mein Vaterland behalten.
Was wir jetzt bitte nicht als Deutschland verstehen, sondern Preußen oder Brandenburg
oder die Altmark. Das ist das Vaterland, das er meint.
Gut, also es gibt Gründe.
Durfte nicht die 15-jährigen Jungs anfassen.
Sich dort vielleicht etwas eingeengt zu fühlen. Ich finde das auch unabhängig
davon, ob der Junge nun 15, 17 oder 20 oder von mir aus auch 25 gewesen wäre.
Aber das darf er ja anderswo auch nicht.
Sondern, dass es einfach nochmal krasser ist, als noch lange Zeit danach natürlich,
solche Dinge irgendwie verstecken zu müssen. Und unter lateinischen Wörtern.
mit lateinischen Wörtern zu bedecken. Ja, also er muss da irgendwie weg.
Und dann geht man in das Land, wo die Kultur blüht, wo wirklich schon das Weltmensch
zugeht, wo Künstler ein- und
ausgehen und selbst die italienische Kunst zu bewundern ist, nach Sachsen.
Ich wollte gerade sagen Sachsen.
Also Dresden, das wäre natürlich toll. So weit kommt er noch nicht,
aber auch nicht weit weg davon.
Also er wird zu Fuß regelmäßig nach Dresden laufen und sich dann dort umschauen,
in der Bildergalerie zum Beispiel.
Aber er kriegt eine Bibliothekarsstelle in Nötnitz.
Mhm.
Das sich besonders dadurch auszeichnet, dass es da ein Schloss gibt und dort
lebt Heinrich Graf von Bühnau, beziehungsweise er lebt da nicht die ganze Zeit, aber es gehört ihm.
Und der ist sehr interessiert an deutscher Reichsgeschichte.
Er sitzt an einer mehrbändigen Arbeit über die deutsche Kaiser- und Reichsgeschichte
und da braucht er Unterstützung.
Aber das hat jetzt nichts mit Marmorstatum.
Das hat gar nichts mit Marmorstatum zu tun und Winkelmann interessiert das wahrscheinlich
auch in Scheißdreck, welcher Stauferkaiser wann was gesagt hat.
und mit welchem Papst Stress gehabt hat, wobei ich glaube, der ist in seiner
Geschichte nicht mal so weit gekommen bis zu den Staufern,
also dieser Graf Hünau, aber der Graf hat was anderes und das weiß es Wignellmann
natürlich, der hat die wahrscheinlich größte Privatbibliothek Deutschlands,
da stehen 40.000 Bände bei dem zu Hause rum,
da gibt es viel zu lesen, was es in Seehausen und in Stendal und vielleicht
sogar am Kölnischen Gymnasium vorher nicht gab,
und deswegen will er diesen Job unbedingt haben und wechselt dann tatsächlich
auch dahin und ist dann da quasi Bibliothekar und vor allem aber,
ja, muss er Exzerpte schreiben aus irgendwelchen mittelalterlichen Urkunden.
Das würde dich vielleicht begeistern.
Oh, noch ein Papstbrief. Noch eine Exkommunikation. Wie ist denn die Einleitung und das was?
Exordium. Wunderbar.
Geht halt nicht um Achill.
Aber es bleiben noch die Abend- und die Morgenstunden. Also macht die Arbeit,
er füllt seine Pflicht und nutzt jede freie Minute für seine eigene Lektüre
und beschreibt es später nochmal.
Zu meinen eigenen Studierenden wende ich die Morgenstunden an von 3 Uhr,
wie es kommt bis 7 Uhr, vor und nach Tische und ein paar Stunden des Abends.
Die Morgenstunden aber sind im Griechischen Gewinn.
Früh morgens, spät abends, machen sich die Augen kaputt.
Beim Essen.
Und natürlich geht es ihm vor allem jetzt um Ausgaben von Homer, die Ilias.
Die Geschichte von Achille und Patroklos, die bewegt ihn sehr.
Dann liest er sehr gerne Platon, Symposium.
Ja, klar.
Warum?
Ich weiß, ich habe das ja alles auch immer noch nie ganz gelesen,
sondern immer nur drüber gelesen.
Aber beim Symposium reden, also soll ich einmal erklären, was ein Symposium
grundsätzlich ist oder was Platon sagt?
Heute denke ich dabei, das ist eine Veranstaltung an der Uni.
Ja, nee, das ist nicht der Fall. Also ein griechisches Symposium ist der Herrenabend,
wo man sich als guter Bürgermann bei anderen Bürgersmännern trifft und dann
sehr viel trinkt, ohne betrunken zu werden.
Das ist sehr, sehr.
Du darfst beziehungsweise nicht besoffen werden.
Die verwässern ihren Wein ja auch.
Die verwässern den, da kommen aber auch noch Gewürze mit rein,
also es ist so ein bisschen so ein kalter Glühwein.
Auf jeden Fall spielen die dabei auch irgendwelche Spiele. Das ist ganz interessant,
diese Symposiumkultur.
Also es geht dabei eben darum, am meisten zu trinken, ohne besoffen zu sein.
Du musst auch noch nach Hause finden können, ohne irgendwie dich zu verlaufen
zwischendurch und irgendwo ins falsche Haus zu gehen.
Und du darfst dich auch nicht erbrechen und darfst auch nicht peinlich werden.
Das ist auch so ein Männlichkeits-
Das ist so ein bisschen wie ein Tabakzimmer später.
Ja, im Grunde ist es das gleiche. Also so möglichst viel konsumieren und zu
zeigen, wie gut du dich in Kontrolle hast, wie gut du deinen Körper unter Kontrolle hast.
Das ist ein riesen wichtiges Ding bei den Griechen, Kontrolle.
Und dabei diskutieren die dann auch gerne, also wie in so einem Tabakclub.
Man fängt dann eben an miteinander drinnen.
In Platon-Version reden die halt über den Eros.
Ja, also ich kenne nur die Platon-Geschichte, dass er meint mit dem Seelenpartner,
Dass jeder Mensch einen Seelenpartner hat und macht er sich aber irgendwie drüber
lustig, dass das einfach nur romantische Scheiße ist.
Also da ist es ja durchaus gewürdigt und dann wird über Sokrates auch gesprochen
und sein Verhältnis zu seinen Schülern.
Und die Vorstellung, dass Männer zwar nicht zeugen können im Fleische,
aber sie können in Schönheit zeugen, nämlich Wissen produzieren quasi.
Also ein Florentiner der Renaissance, Massilio Ficino, hat über das Symposium
von Platon mal etwas sehr Schönes gesagt.
Er hat gesagt, sexuelle Handlungen sind quasi eine Prämie auf dem Weg zur sittlichen Vollendung.
Und irdische Liebe ist für Frauen, aber die himmlische Liebe ist für Männer.
Das hat der Winkelmann sich ins Herz geschrieben.
Ja, natürlich. Es hat Gründe, dass er die Griechen mag.
Also der Renaissance-Kollege hat das, glaube ich, noch nicht besonders negativ beurteilt.
Aber später hat man dann gerne natürlich diesen Aspekt, der da so eine Rolle
spielt bei Platon, irgendwie auch eher so als, ja, das ist anders gemeint.
Ja, klar.
Das ist, sagt man, nicht so wörtlich verstehen. Und wenn es so wäre, dann wäre es halt eklig.
Und das findet eben auch Voltaire, also einer unserer Vertreter der Aufklärung.
Ich meine, Achille und Patrick, das waren auch nur sehr intensive Freunde.
Ja, natürlich.
Wenn die Liebe, welche die sokratische und platonische genannt wird,
nur eine anständige Empfindung war, so gehört ihr unser Beifall.
War sie jedoch lasterhaft, so müssen wir uns ihrer für Griechenland schämen. Hoppala.
Nochmal was, schöne Ergänzung zur Aufklärungsfolge. Danke, Monsieur Voltaire.
Merci.
Merci beaucoup. So, also wenn wir das uns nicht mehr anhören wollen.
Diesen Schmuddelkram?
Nicht den Schmuddelkram, den möchte man sich aus Sicht von Winkelmann ja schon ganz gerne anhören.
Ja, aber nicht von Voltaires.
Aber nicht hier in der Beurteilung eines Voltaire und anderer Leute,
die vielleicht auch in Nöten jetzt noch sitzen.
Wobei da ist er, glaube ich, gut klargekommen. Er hat dann noch einen Kumpel
untergebracht vom Studium.
Also da hat er schon Vertraute. Aber letzten Endes gibt es halt nur ein Ziel.
Da, wo die antike Kunst ist und wo man das mit der Männerliebe irgendwie auch
nicht komisch anguckt, sondern das gibt es halt nach wie vor.
Italien muss nach Italien. Und wie kann ich da etwas werden,
wenn ich da etwas werden möchte in Rom?
Ich werde Priester.
Das wäre jetzt ein bisschen krass.
Ja.
Aber vor allem gibt es eine Grundbedingung.
Ich kann Latein.
Das ist von Vorteil. Das wäre jetzt aber mal eine wirkliche Basisvoraussetzung.
Er wird Katholik?
Ja, natürlich. Man muss katholisch sein. Sonst wird das nichts.
Der konfessiert? Der tritt über?
Der tritt über. Weil er möchte einen Job in Italien kriegen.
Protestantisch? Preußen?
Ja, mein Gott. Das haben die Sachsen auch gemacht.
Er hasst ja auch so.
Also das Herrscherhaus in Sachsen, dem Mutterland des Protestantismus,
hat sich auch irgendwann gesagt, damit wir Polen kriegen, werden wir halt wieder
katholisch. Also insofern ist er nicht ganz alleine.
Und als er da nach Dresden zu Fuß spaziert, kommt er vielleicht auch öfter mal
an der Baustelle der Hofkirche vorbei.
Also der großen, schönen, repräsentativen, barocken, katholischen Kirche,
die dann direkt da von der Elbe aus zu sehen ist.
Wo auch viele italienische Bauleute sind. Das bringt ihn bestimmt auch in Stimmung,
dass das… Und schon mal Kontakt.
Und die sagen vielleicht auch, dann kommst du mal vorbei.
Zeigen wir dir mal ein bisschen was.
Aber trotzdem muss man irgendwie einen wesentlichen Kontakt natürlich finden,
um überhaupt irgendeine Jobchance dann zu kriegen.
Aber da es ja eben auch jetzt ein katholischer Herrscher ist,
gibt es an einem katholischen Hof natürlich auch Vertreter des Vatikans,
des Heiligen Vaters, einen Nunzius.
Das ist damals Alberico Graf Arquinto.
Und der tatsächlich sagt ihm, ja wir haben auch Bibliotheken in Rom.
Überraschung.
Ja, große und kleine. Und ich hätte da eine Stelle, wo du zumindest so halbwegs von leben könntest.
Wenn du natürlich noch was anders machen möchtest nebenbei, dann brauchst du
irgendwie noch ein kleines extra Geld.
Und das kriegt er dann vom königlichen Beichtvater, dem Pater Leo Rauch,
seines Zeichen Mitglied der Gesellschaft Jesu.
Ein Jesuit, der sich wahrscheinlich sehr freut.
Geh schon wieder.
Hier kann ich jemanden missionieren und konvertieren. Dafür besorge ich dir
ein kleines Stipendium.
Wer ist doch schon konvertiert?
Ja, das ist noch in den Verhandlungen quasi drin. Also Bibliotheksstelle,
gibt es halt ein paar Thaler und damit du irgendwie aber auch nochmal vielleicht
nach Neapel weiterfahren kannst, braucht man eben noch ein bisschen kleines
Extrageld und das kriegt er dann da von den Jesuiten.
Trotzdem, obwohl er ja nicht.
Also wirklich nicht besonders religiös war, hat er sich scheinbar doch ein bisschen
schwer getan mit diesem Schritt, katholisch zu werden. Und auf dem Weg,
den er da öfter gelaufen ist, zwischen Nötnitz und Dresden, ist so eine kleine
Kirche in der Ortschaft Leupnitz.
Da ist er offenbar ab und zu mal reingegangen, um da sich vielleicht einfach hinzusetzen.
Und da ist er jetzt, während er noch schwanger geht mit dieser Idee,
katholisch zu werden, auch reingegangen.
Und der Pfarrer sieht ihn und sagt, das verlorene Schaf ist wieder da.
Und er dreht sich um und geht raus. Er hat nie wieder eine protestantische Kirche betreten.
Und das finde ich aber auch noch ganz süß. Er beschreibt dann später,
wie er wahrscheinlich in der Hofkirche da zum ersten Mal oder die ersten heiligen Messen besucht.
Anfänglich, da mich einige Ketzer, die mich kennen, in der Messe knien sahen,
habe ich mich geschämt, allein ich werde dreister.
Es würde mich aber niemand sehen, wenn ich nicht die Messe höre,
von elf bis zwölf, da die Musik ist.
Mein Vater hat keinen Katholiken aus mir machen wollen.
Er hat mir ein gar zu dünnes, empfindliches Knieleder gemacht,
als man haben muss, um mit guter Gras katholisch zu knien.
Ich merke, es fehlt mir noch sehr viel zu meiner Seligkeit, wenn ich mit der
rechten Hand die Kreuzer machen soll. So meldet sich die Linke zum großen Ärgernis
derer, die neben mir sind. Ich habe auch von Neuem gebeichtet.
Allerhand schöne Sachen, die sich besser in Latein als in der Frau-Mutter-Sprache sagen lassen.
Man hat hier Gelegenheit, mit Petronio und Marziali zu sprechen.
Je natürlicher, je aufrichtiger. Sieben Vaterunser und sieben Ave Maria sollte ich beten.
Und in der ersten Beichte waren es zwei von jeder Art mehr.
Und mit Recht. Du siehst daraus, dass die Heilige Kirche eine sehr gute Mutter ist.
Ich finde es sehr süß. Stellt mich die Frage, ob es wirklich die Protestanten
mit der linken Hand sich bekreuzigt haben eine Zeit lang.
Vielleicht gibt es Experten unter uns, die das wissen. Scheinbar war das in
Sachsen so, dass ihm da die linke Hand gezuckt hat, weil er das gewöhnt war,
dass man das damit macht. Und jetzt offenbar mit rechts.
Und ich finde es eine interessante Vorstellung, dass er da zur Beichte geht
und er fragt, hast du gesündigt, mein Sohn? Er sagt, alles wie bei Petronius. Okay, sieben Ave Maria.
Ich habe hier eine Liste mitgebracht.
Ja, genau.
Darf ich es auf Latein sagen? Das fällt mir leichter.
Ja, das sowieso. Ja, und dann zieht er einfach gleich nach Dresden.
Ja, er hat mit seinem Grafen vorher nichts gesagt, aber der ist trotzdem nicht
böse, weil er weiß natürlich, die Chance solltest du wahrnehmen.
Also 1754 geht er nach Dresden.
Dort hält er sich vor allem auf bei Adam Friedrich Oeser, das ist ein Maler,
denn er möchte zeichnen lernen, damit er dann in Rom schön die Skulpturen auch
für seine Exzerpt-Hefte festhalten kann.
geht sehr viel in die Gemäldegalerie und natürlich auch in die Skulpturensammlung.
Da gibt es nicht nur Abgüsse, sondern tatsächlich auch echte bildhauerische
Werke, die aus Italien stammen.
Und nicht nur aus Italien, sondern eben vor allem speziell aus Herkulaneum,
also der anderen großen Stadt neben Pompeji, die damals vom Vesu verschüttet
wurde und sogar noch vor Pompeji wieder entdeckt wurde.
1709 hat man da ein Loch gegraben und fanden da die ersten Statuen drin. Die Herkulanerinnen.
Und die sind 1754, glaube ich, oder ein Jahr vorher, tatsächlich auch nach Dresden gekommen.
Aber die wären jetzt für ihn nicht, wenn es Herkulanerinnen sind?
Doch, aber die beschreibt er natürlich trotzdem. Mein Gott, das sind Statuen
aus Herkulaneum. Entschuldige. Und es ist keine Farbe dran.
Also die findet er schon toll. Das sind zwar Frauen, aber sie sind erhaben.
Er ist ja auch noch nicht alt geworden.
Aber es sind schon die Beispiele, die er dann nennt, als er dann zum ersten
Mal so seine ganzen Gedanken...
Sammelt und in einem kleinen Heftchen aufschreibt mit dem wunderbaren Titel
Gedanken über die Nachahmung der griechischen Werke in der Malerei und Bildhauerkunst.
60 Stück hat er selber drucken lassen.
Selbstverlag. Und dann verteilt und geschickt an wichtige Freunde.
Guck mal, was ich Tolles weiß über die Griechen und ihre Werke und wie wir das
vor allem dann heute damit handhaben müssten.
Und das finde ich besonders witzig, damit da so eine Debatte entsteht und vielleicht
mehr Interesse, hat er quasi dann anonym noch eine Schrift rausgebracht,
eine Kritik dieser Gedanken.
Und dann hat er nochmal eine Schrift rausgebracht, eine Antwort auf die Kritik dieser Gedanken.
Hat sich quasi selbst den Traffic geschafft.
Ja, ich wollte gerade sagen, man muss nur wissen.
Wie es geht. Hat funktioniert.
Ich habe meinen eigenen Shitstorm kreiert.
Ich habe für so eine kleine Auflage recht viel Aufmerksamkeit bekommen.
Auch wenn Herr Friedell, den wir eingangs zitiert haben, das offenbar nicht
so sah. Aber die Entscheidender haben es gelesen und gesagt,
interessant, das ist mal was ganz Neues.
Spannend.
Ja und vor allem, es ist nämlich die erste deutsche Beschreibung antiker Werke im Grunde.
Und zwar nicht so ein Foliant wie die Deutsche Akademie der edlen Baubild- und
Malereikünste von 1675, wo dann so Abbildungen der Werke waren mit Überschriften.
Und zwar so im Stil, wie zum Beispiel über halbnackten Bachantinnen,
Götter, so die blinden Heiden zum Anbeten vorgestellt, man von allen rechten
Christen billig für verworfen hält.
Also da muss man sagen, hat Winkelmann jetzt schon mal einen Bruch geliefert
in der Wahrnehmung der Antike.
Das ist schon dann ein etwas anderer Ton, den Herr Winkelmann dann anschlägt.
Also bei ihm gibt es einfach sehr präzise, kurze, verständliche Beschreibungen,
nicht in Reimform, Verurteilungen und eben Bewertungen Und das sowohl für die
griechische Antike als Vorbild, als eben dann auch für zeitgenössische Kunstwerke
oder das, was eben überhaupt in den christlichen Jahrhunderten dann dazukommt.
Und da gehen wir jetzt nochmal in eine Stelle rein, ich habe ja gesagt,
das Gedruckte lese ich selber.
Also aus diesen Gedanken der Nachahmung,
da spricht er erstmal über die Herkulanerinnen und ihre Kleidung.
Müssen wir jetzt nicht so drauf groß eingehen, nur dass ihr wisst,
wo ich da ungefähr einsteige.
Das allgemein vorzügliche Kennzeichen der griechischen Meisterstücke ist endlich
eine edle Einfalt und eine stille Größe, sowohl in der Stellung als im Ausdruck.
So wie die Tiefe des Meeres allezeit ruhig bleibt, die Oberfläche mag noch so
wüten, ebenso zeigt der Ausdruck in den Figuren der Griechen bei allen Leidenschaften
eine große und gesetzte Seele.
Also hier folgt dann die Beschreibung des Laokornen, den wir in Dresden noch nicht gesehen haben.
Es sei denn, die haben einen Abguss gehabt, aber natürlich wusste der, wie das Ding aussieht.
Da kommen wir gleich nochmal drauf. Du kannst vielleicht jetzt kurz sagen,
was da los war. Du hast ihn mal in echt gesehen.
Oder? Ich habe aber nur kurz, weil es war voll.
Das ist mal das Problem heutzutage, der Winkel. Man konnte sich das alleine angucken.
Ja, also die stehen ja im Hof des Vatikanischen Museums, neben dem Abhol von
Belvedere. Das war so die Entscheidung, was gucke ich mir jetzt in 30 Sekunden
an, bevor wir weitergeschoben werden. Das war brutalst toll an dem Tag.
Aber man kennt ja den Laocon auch aus Fotografien. Das ist ja der Mann.
Muskulöser, älterer Herr.
Der ältere Herr, der so ein bisschen aussieht wie Zeus, wenn man ihn so vorstellt.
Der dann von dieser Schlange, also sein ganzer Körper wird ja von dieser gigantischen Schlange umwunden.
Und nicht nur seiner.
Ja, und er hat ja noch seine kleinen, ich glaube so kleine Kinderdarstellungen.
und die werden ja alle vergiftet. Oder er muss sich von dieser Schlange beißen
lassen, um die Kinder zu retten. Irgendwie war das diese Geschichte.
Ich glaube, es gibt verschiedene Versionen, wer von denen überlebt oder ob nicht oder ob alle sterben.
Also ich habe das so im Kopf, dass er eben von dieser Schlange gebissen werden
muss. Also er opfert sich, um die Kinder zu retten.
Da können wir jetzt nochmal vielleicht, dann nehme ich das Beispiel da noch
mit rein, damit man versteht, was er meint hier mit dieser stillen Größe und edler Einfalt.
Die Seele schildert sich in dem Gesicht des Laokon und nicht in dem Gesicht
allein. Nein, bei dem heftigsten Leiden.
Der Schmerz, welcher sich in allen Muskeln und Sehnen des Körpers entdeckt und den man ganz allein,
ohne das Gesicht und andere Teile zu betrachten, an dem schmerzlich eingezogenen
Unterleibe beinahe selbst zu empfinden glaubt, dieser Schmerz,
sage ich, äußert sich dennoch mit keiner Wut in dem Gesichte und in der ganzen Stellung.
Er erhebt kein schreckliches Geschrei, wie Virgil von seinem Laokon singt.
Die Öffnung des Mundes gestattet es nicht. Es ist vielmehr ein ängstliches und
beklemmtes Seufzen, wie es Sadolet beschreibt.
Der Schmerz des Körpers und die Größe der Seele sind durch den ganzen Bau der
Figur mit gleicher Stärke ausgeteilt und gleichsam abgewogen.
Laocon leidet, aber er leidet wie der Sophocles Philoctetes.
Sein Elend geht uns bis an die Seele, aber wir wünschten, wie dieser große Mann,
das Elend ertragen zu können.
Also der leidet, aber der schreit nicht rum. So, das ist die...
Das ist ja dieser Würdevolle, dieser Opfertod.
Erhabenheit. Erhabenheit.
Ja, okay.
Und die wird nochmal stärker, wenn es nackend ist.
Ist.
Ja, er ist ja auch nackt.
Genau, was eigentlich gar keinen Sinn macht, als wäre der immer nackt rumgelaufen.
Hat der nicht so ein Tuch auf dem Schoß?
Nee.
Nee?
Nee, der kriegt nachher noch so ein Blatt drüber.
Ach so.
Aber Tuch hat er nicht.
Gut, das ist jetzt auch die heroische Nacktheit. Helden sind immer nackt,
weil man dadurch die Stärke des Körpers zeigen kann.
Ja, wunderbar. Aber es ist auch schön. Aber nur bei Männern.
Also Herkulanerinnen haben bitte was an, Frauen haben bitte was an.
Außer?
Und je weniger Nippel man sieht, desto besser.
Das ist korrekt, aber außer Aphrodite ist die einzige. Deswegen gibt es so viele
Aphrodite-Darstellungen. Und Amazonen.
Okay, aber ich wollte was anderes hinaus, denn er sieht damals in Dresden ein
Gemälde, was auch neu angekauft wurde.
Ach, das war das, 1754 nach Dresden kommt. Genau in dem Jahr,
wo er das schreibt, sagt er so, die heutige Entsprechung, was er meint,
die beste Nachahmung der griechischen Vorbilder, Das ist die Sixtinische Madonna von Raphael.
Das ist die edle Einfalt und die stille Größe dieser Madonna.
What?
Nimm es einfach so hin. Die sieht halt auch aus wie so eine antike Figur,
findet er. Also wie so eine Herkulanerin.
Mag sein, ja.
Auch das Kind schreit nicht rum.
Das schreit nie rum. Das ist Jesus.
Das ist so sein Vorbild. Und nackte Männer gibt es aber dafür in Rom.
Nur kurz ein Wurf.
Bitte schön.
Das ist halt auch einfach Sittenvorstellung der Griechen. Man zeigt keinen nackten
Frauen. Also ehrwürdige Frauen sind immer bedickt.
Ja.
Das ist normal so.
Ja, das ist auch mit einverstanden.
Ja. Ich wollte es nur kurz, das ist nicht nur Winkelmann. Das sind auch die
Griechen selber, die dann sagen, wir zeigen an gute Frauen.
Naja, gut, der kann ja nur beschreiben, was da ist.
Ja.
So, und fast wäre trotzdem nicht nach Rom gefahren, wegen dem Peter.
Also der hat ihn wirklich beeindruckt.
Kommt der Peter jetzt nochmal?
Der Peter Lamprecht. Nee, der kommt natürlich nicht. Der ist mittlerweile in Potsdam.
Was schreibt ihm nochmal?
Die schreiben sich nochmal. mal, wovon es natürlich wieder nur einseitig die erhalten sind.
Und er fährt wohl tatsächlich auch nochmal nach Potsdam und spricht davon, wolle ich, je Gönächte.
Aber müssten nicht eigentlich Peters Briefe erhalten sein? Weil ich meine,
wenn um seine Briefe zu, also dann müsste ja Peter die Briefe aufbewahrt haben.
Es ist eh sehr rätselhaft, wer, also wo, welche Briefe mittlerweile gelandet sind.
Es würde mich auch sehr interessieren, warum ein großer Teil der Briefe von
Herrn Winkelmann in der französischen Nationalbibliothek in Paris gelandet ist.
Also wie sowas passiert.
Napoleon mitgenommen.
Wahrscheinlich. Die in Triest gefunden. In der Wohnung in Rom.
Na gut, wir haben schon den Übergang über die Alpen vorhin von Herrn Friedell
so fragwürdig beschrieben gehabt. Der Peter sagt, lass mich in Ruhe.
Nee, du kannst mir noch mal Geld leihen. Ich melde mich dann bei dir.
Und dann meldet er sich nicht mehr bei ihm. Da gibt es dann auch einen schönen,
bösen Brief, den Herr Winkelmann an einen anderen Freund schreibt,
über die treulosen Peter-Pedern.
Und dann reicht's, dann kann er auch losfahren. Endlich. Endlich Rom steht auf
dem Vorhang, wenn man in dem Museum in Stendal den Raum betritt,
muss man durch einen Vorhang durch, auf dem endlich Rom steht.
Und dann eröffnet sich das Panorama der heiligen Stadt. Die wahrscheinlich männlichste
Gesellschaft überhaupt.
Da muss er sich sehr wohl gefühlt haben.
Wobei Kardinäle haben sich auch mit Kortisanen.
Das natürlich, aber so gebildete Damen, die sich für antike Kunst interessieren
und vielleicht was kaufen wollen, sind natürlich auch dankbare Kundschaft.
Kann man deren Sammlungen katalogisieren und sich dafür bezahlen lassen zum Beispiel.
Oder man lernt, wie bei einem Kardinal, den ich später noch erwähne,
bei dessen Mätresse Leute wie Casanova kennen.
Rom allerdings, als er da ankommt, also dieser Kardinal oder der Nunzius aus
Dresden ist mittlerweile zurück in Rom, ist Kardinal geworden und Gobernatore,
also quasi der Regierungschef des Kirchenstaates.
Heute ist sie eine Regierungschefin.
Ich habe jetzt vergessen, wie sie heißt. Und der lebt dann erstmal mit ein paar Künstlern zusammen.
Da ist vor allem Anton Raphael Mengs vielleicht dem einen oder anderen bekannt.
Der wird auf jeden Fall natürlich auch Winkelmann malen. Also mal eins der Bilder,
die man von ihm findet, ist von Herrn Mengs.
Das Bild mit dem Turban, meinst du? Nee, das ist nicht von dem.
Und außerdem begegnet er da noch jemandem, den ich ehrlich gesagt nicht kannte,
Johannes Wiedewelt, aber ich kenne dessen Schüler, nämlich Thorwaldson.
Und das ist ja wohl der Bildhauer des Klassizismus schlechthin.
Also wenn Winkelmann da nicht auch mal ein bisschen Einfluss hatte,
auf die Art und Weise, wie Herr Mengs seine Bilder malt und wie Herr Wiedewelt
seine Schüler ausbildet.
Außerdem gab es auch noch Adolf Friedrich Harper aus Berlin,
auch ein Maler, allerdings Landschaften, das ist natürlich nicht so dolle.
Ja, die römischen Landschaften sind schon schön.
Ja, fand auch die Alpen beeindruckend, als er da durchgefahren ist.
Aber ich kann ehrlich gesagt mit Landschaftsbildern nicht so viel anfangen.
Aber Winkelmann ist mal wieder verknallt. Und mal wieder geht der Mann zurück
nach Hause, weil er heiratet.
Und mal wieder schreibt Winkelmann einen Abschiedsbrief. Aber weil der so schön
ist, möchte ich den auch nochmal hier mit reinbringen.
Und plötzlich taucht da nämlich der Peter eigentlich wieder auf.
In dem Moment, wo er den gleichen Schmerz spürt, also ne, der kommt nicht.
Ne, aber schreibt er dem Peter wieder?
Nein, der schreibt auch nicht dem Peter, aber in dem Text, den du jetzt liest.
Nur damit das klar ist, die Anspielung, ich glaube, er wird namentlich nicht genannt.
Also der Verlustschmerz bringt ihn gleich wieder zu Peter zurück.
Nach ihrer Abreise war ich untröstlich, ohne sie umarmen zu können,
ohne ihn durch meine Tränen bezeugen zu können.
Wie teuer sie mir waren, ohne ein letztes Adieu, haben sie sich,
mein Freund, je von mir losgerissen.
Eine große Leere ist geblieben, wo ein lieber Freund war, ein redlicher und gutherziger dazu.
Und dies für einen wie mich, dem es so schwerfällt, sich anderen Menschen mitzuteilen.
Wie glücklich sind jene, die ihre Freundschaft genießen können.
In meiner Verlassenheit schicke ich jedem ihrer Schritte meine Wünsche hinterher.
Mögen Rosen und Blumen ihren Weg zieren.
Tausend Freuden erwarten sie in ihrem Vaterland und ihr Freund.
Wie glücklich sind sie, mein Freund. Ein Freund, welcher ihnen die ganze Menschheit ersetzt.
Allein die Vorstellung einer so seltenen Erscheinung wie die Freundschaft bewegt
mich derart, dass ich weinen muss.
Erlauben sie mir diese süße Freude. Oh, könnten sie doch Zeuge meiner Tränen sein.
Ich kann nicht umhin, gleichzeitig einen Freund zu denken, der mir vom Himmel
für mich auserwählt schien.
Ihm habe ich die schönsten Tage meines Lebens hingegeben.
Ich lebte nur für ihn, aber ach, er will mich vergessen, mich den besten Freund überhaupt.
Umarmen Sie ihn in meinem Namen und sagen Sie ihm, dass ich mir jeden Tag eine
halbe Stunde nehme, um an nichts als ihn zu denken.
Ich war wieder in Tivoli in der Villa Hadrians. Sagen Sie ihm,
er möge sich erinnern an den Schluss der siebten Ode des zweiten Buches von Horaz.
Das wird ihm zu denken geben. Ich kann gar nicht mehr aufhören,
wenn ich einmal angefangen habe, von der Freundschaft zu sprechen.
Jetzt müssen wir schon wieder nachgucken, was ihm da genau zu denken geben soll
eigentlich. Aber so fies. Er hat aber auch kein Glück.
Denn ich treffe ja Leute, die dann halt doch lieber sagen, ich gehe nach Hause und heirate.
Ich weiß auch gar nicht, wie weit die da auch überhaupt Mitspracherechte haben.
Wie jetzt?
Die sind Männer. Ja, aber vielleicht werden die auch vom Vater abkommandiert.
Ich habe hier eine Ehefrau für dich.
Wir haben eine gute Partie für dich gefunden, Junge. Komm gefälligst her.
Kommst zurück.
Oder du wirst enterbt.
Genau.
Tja, auf jeden Fall ist jetzt schon wieder jemand weg. Also konzentrieren wir
uns doch lieber wieder auf den Marmor.
Ja, der verlässt einen nicht. Der enttäuscht einen nicht.
Und du hast ja jetzt gerade schon von deinem Besuch erzählt.
Aber in diesem Hof stand auch Johann Joachim Winkelmann.
Und dort Dort befinden sich die drei Statuen, denen er jeweils eine ausführliche
Beschreibung gewidmet hat. Die Werke der Antike.
Die Papst, welcher war es? Julius II. Weiß ich gar nicht.
Auf jeden Fall steht er vor dem Laukorn, spricht von dem Elend,
aber das erhabene Elend.
Du hast es gerade beschrieben, was du nicht sehen konntest dann tatsächlich.
Ist der einfach nicht groß genug? Der Apoll?
Ja doch, den habe ich ja.
Der sich im selben Raum befindet oder im Hof? In einer anderen Nische?
Ich musste mich halt entscheiden, wo gehe ich hin und ich fand den Apoll dann
doch irgendwie spannend.
Du bist zum Apoll gegangen? Bin zum Apoll gegangen. Ach so, okay,
das ist ein Laokon-Wass. Von weit.
Wusstest du nicht mehr, wie viele Kinder da noch dabei sind?
Beziehungsweise ich muss auch gestehen, ich bin, wenn ich den Laokon mir angucke,
gucke ich nicht auf die Kinder. Sonst drehe ich mich auf andere Dinge.
Ja, wobei Winkelmann, ich weiß gar nicht, ob ich da noch ein Zitat zu habe,
der mag eben auch Jugend.
Ja, deswegen also nicht so sehr, vielleicht wie man jetzt gleich wieder sagen
würde, sondern er sagt, es ist halt, da ist die Form noch nicht so vollendet.
So ein bisschen weich.
Da kann noch was draus werden. Und ich kann da imaginieren, wie das vielleicht sein könnte.
Aber der Apoll von Belvedere ist auch erwachsen.
Der ist auch sehr jung. Der ist nicht so muskelbepackt wie der Laocon.
Das stimmt, aber der ist auch schon definierter. Das ist jetzt nicht dieser
weiche jugendliche Körper, den man auf den Vasen sieht.
Also er würde schon unter griechischer Gott laufen. Auf jeden Fall.
Perfekt proportioniert.
Aber nicht so krass wie jetzt die anderen teilweise.
Also Laokon.
Die Muskelberge, von denen gleich noch die Rede sein wird, denn.
Aber der Apoll ist das allergrößte für Winkelmann.
Das kann ich verstehen.
Nur dieser Apoll, das verstehe ich wie ich.
Ich finde das Gesicht ein bisschen langweilig.
Verstandesmäßig nachvollziehen, aber ich würde an dieser Statue sagen,
ja okay, griechischer Gott.
Und dann würde ich zu Laokon gehen, weil da ist irgendwie mehr los in der Geschichte drin.
Also den finde ich schon so. Aber das ist natürlich genau das Ideal,
was Winkelmann so toll findet, die stille Größe.
Ja, ich habe halt mehr Action lieber.
Das stimmt, aber ist, ich bin mir da jetzt gerade nicht sicher,
das kann auch falsch sein.
Aber ich glaube, dieser Abhol von Belvedere ist, soll das nicht der Moment sein,
wo Daphne sich in einen Baum verwandelt?
Keine Ahnung, aber er hat eigentlich einen Bogen in der Hand,
der natürlich nicht mehr existiert. Mit der anderen Hand hätte er gerade dann losgelassen.
Ah, okay.
Das ist auch irgendeine Szene, ich weiß aber nicht mehr, auf wen er da schießt oder warum.
Nee, es kann sein, dass ich das jetzt auch durcheinander bringe,
weil Bernini hat nachher ja diese sehr, sehr berühmte Darstellung von Apoll
und Daphne, wo sie sich gerade in diesen Baum verwandelt, weil das ist ja die Geschichte.
Dass sie… Würde sich Winkelmann nie angucken. Eben, aber… Es gibt sehr böse
Kommentare über die Qualität von Bernini.
Oh. Ich glaube, ich habe da auch noch was rausgesucht. Auf jeden Fall,
da ist das eben auch dieser Moment und ich hatte das gelernt im Studium,
ich habe ja mal Kunstgeschichte studiert,
dass Bernini sich vom Apoll von Belvedere hat inspirieren lassen in diesem Ausdruck
und deswegen dachte ich immer, der Apoll von Belvedere wäre auch dieser Moment,
aber es kann auch sein, dass er irgendwie geschossen hat und jetzt einfach nur
guckt, wo der Pfeil hingeht.
Ja, aber das ist natürlich auch nochmal besonders, weil dieser Kopf dann da
so, also der guckt die Brust quasi zum Betrachter, aber der Kopf ist dann so
verdreht in die andere Richtung.
Er kommt so ein bisschen träumerisch.
Ja, und für Jojo, an dieser Stelle können wir ihn nochmal so nennen,
ist eben diese Statue und ich zitiere aus seiner Beschreibung,
die Statue des Apollo ist das höchste Ideal der Kunst unter allen Werken des
Altertums, welche der Zerstörung entgangen sind.
Über die Menschheit erhaben ist sein Gewächs, und sein Stand zeuget von der ihn erfüllenden Größe.
Ein ewiger Frühling, wie in dem glücklichen Elysien, bekleidet die reizende
Männlichkeit vollkommener Jahre mit gefälliger Jugend und spielt mit sanften
Zärtlichkeiten auf dem stolzen Gebäude seiner Glieder.
Gehe mit deinem Geiste in das Reich unkörperlicher Schönheiten und versuche
ein Schöpfer einer himmlischen Natur zu werden, um den Geist mit Schönheiten,
die sich über die Natur erheben, zu erfüllen.
Denn hier ist nichts Sterbliches.
Noch, was die menschliche Dürftigkeit erfordert.
Keine Adern, noch Sehnen erhitzen und regen diesen Körper, sondern ein himmlischer
Geist, der sich wie sanfter Strom ergossen, hat gleichsam die ganze Umschreibung dieser Figur erfüllt.
Siehste?
Und nichts erhitzt den Apoll. Eine stille Größe, das ist wichtig. Keine Adern.
Ja, die kommen ab Michelangelo dazu, das stimmt.
Apropos Michelangelo. Der war vielleicht auch in diesem Belvedere.
Wahrscheinlich, ja. Und hat sich vielleicht in Apoll gar nicht so genau angeguckt,
sondern eher etwas anderes, wo du letztes Mal darauf angespielt hast und gesagt
hast, du verstehst überhaupt nicht, wieso deren Text würdig ist,
wenn das doch nur ein Torso ist.
Diese dicken Beine. Wo kommt jetzt die Stelle?
Genau. Wieso bist du so begeistert? Du hast doch gesagt, in dem Text kommt gar nichts.
Ja, aber ich habe mich ja geirrt.
Wieso hast du dich geirrt? Das wird dich überzeugen lassen.
Ja, Daniel hat es danach nochmal gelesen und er hat es so schön gelesen.
Jetzt setzt du mich aber unter Druck.
Jetzt möchte ich, das habe ich gesagt, ich möchte unbedingt, dass er das einliest.
Ich will natürlich versuchen, die ganze Beschreibung zu machen.
Ihr könnt ja skippen. Ich werde nicht die ganze Beschreibung.
Aber die besten zehn bitte.
Ihr könnt skippen, wenn euch zu viel wird, ja. Aber das muss jetzt sein.
Wir machen diese Folge eigentlich nur deswegen.
Nur darum.
Um...
Solveig zu beweisen und euch allen, auch ein Torso, kann schön sein, nicht nur der Faun.
Es sind ja nicht nur der Torso, es sind ja auch vor allem die dicken Beine.
Also der erste Anblick wird dir vielleicht nichts als einen verunstalteten Stein entdecken.
Vermagst du aber in die Geheimnisse der Kunst einzudringen, so wirst du ein
Wunder derselben erblicken, wenn du dieses Werk mit einem ruhigen Auge betrachtest.
Als dann wird der Herkules wie mitten in allen seinen Unternehmungen erscheinen
und der Held und der Gott werden in diesem Stücke zugleich sichtbar werden.
Ich sehe in den mächtigen Umrissen dieses Leibes die unüberwundene Kraft des
Besiegers der gewaltigen Riesen,
die sich wieder die Götter empörten und in den phlegräischen Feldern von ihm
erlegt wurden und zugleicher Zeit stellen mir die sanften Züge dieser Umrisse,
die das Gebäude des Leibes leicht gelenksam machen,
die geschwinden Wendungen desselben in dem Kampfe mit dem Achelous vor,
der mit allen vielförmigen Verwandlungen seinen Händen nicht entgehen konnte.
Ich kann das Wenige, was von der Schulter noch zu sehen ist,
nicht betrachten, ohne mich zu erinnern, das auf ihrer ausgebreiteten Stärke
wie auf zwei Gebirgen die ganze Last der himmlischen Kreise geruht hat.
Mit was für einer Großheit wächst die Brust an, und wie prächtig ist die anhebende
Rundung ihres Gewölbes!
Eine solche Brust muss diejenige gewesen sein, auf welcher der Riese Antäus
und der dreileibige Gereon erdrückt wurden.
Keine Brust eines drei- und viermal gekrönten olympischen Siegers,
keine Brust eines spartanischen Kriegers, von Helden geboren,
muss sich so prächtig und erhoben gezeigt haben.
Fragt diejenigen, die das Schönste in der Natur der Sterblichen kennen,
ob sie eine Seite gesehen haben, die mit der linken Seite zu vergleichen ist.
Die Wirkung und Gegenwirkung ihrer Muskeln ist mit einem weißlichen Maße von
abwechselnder Regung und schneller Kraft wunderwürdig abgewogen.
Und der Leib musste durch dieselbe zu allem, was er hat vorbringen wollen,
tüchtig gemacht werden.
So, wie in einer anhebenden Bewegung des Meeres die zuvor stille Fläche in einer
nebligen Unruhe mit spielenden Wellen anwächst, wo eine von der anderen verschlungen
und aus derselben wiederum hervorgewälzt wird,
ebenso sanft aufgeschwellt und schwebend gezogen,
fließt hier eine Muskel in die andere, und eine dritte, die sich zwischen ihnen
erhebt und ihre Bewegung zu verstärken scheint, verliert sich in jene,
und unser Blick wird gleichsam mitverschlungen.
Was für ein Begriff erwächst zugleich hier aus den Hüften, deren Festigkeit
andeuten kann, dass der Held niemals gewankt und nie sich beugen müssen.
In diesem Augenblicke durchfährt mein Geist die entlegensten Gegenden der Welt,
durch welche Herkules gezogen ist, und ich werde bis an die Grenzen seiner Mühseligkeiten
und bis an die Denkmale und Säulen,
wo sein Fuß ruhte, geführt durch den Anblick der Schenkel von unerschöpflicher
Kraft und von einer den Gottheiten eigenen Länge,
die den Held durch hundert Länder und Völker bis zur Unsterblichkeit getragen haben.
Ich fing an, diese entfernten Züge zu überdenken, da mein Geist zurückgerufen
wird durch einen Blick auf seinen Rücken.
Ich wurde entzückt, da ich diesen Körper von hinten ansah, so wie ein Mensch,
der nach Bewunderung des prächtigen Portals an einem Tempel auf die Höhe desselben geführt würde,
wo ihn das Gewölbe desselben, welches er nicht übersehen kann,
von Neuem in Erstaunen setzt.
Ich sehe hier den vornehmsten Bau der Gebeine dieses Leibes,
den Ursprung der Muskeln und den Grund ihrer Lage und Bewegung.
Und dieses alles zeigt sich wie eine von der Höhe der Berge entdeckte Landschaft,
über welche die Natur den mannigfaltigen Reichtum ihrer Schönheiten ausgegossen.
So wie die lustigen Höhen derselben sich mit einem sanften Abhange in gesenkte
Täler verlieren, die hier sich schmälern und dort erweitern,
so mannigfaltig, prächtig und schön erheben sich hier schwellende Hügel von Muskeln,
um welche sich oft unmerkliche Tiefen gleich dem Strome des Meanders krümmen,
die weniger dem Gesichte als dem Gefühle offenbar werden.
Oh, möchte ich dieses Bild in der Größe und Schönheit sehen,
in welcher es sich dem Verstande des Künstlers geoffenbart hat,
um nur allein von dem Überreste sagen zu können, was er gedacht hat und wie ich denken sollte.
Mein großes Glück nach dem Seinigen würde sein, dieses Werk würdig zu beschreiben.
Voller Betrübnis aber bleibe ich stehen und so wie Psyche anfing,
die Liebe zu beweinen, nachdem sie dieselbe kennengelernt, bejammere ich den
unersetzlichen Schaden dieses Herkules,
nachdem ich zur Einsicht der Schönheit desselben gelangt bin.
Und am Ende ist es schon wieder eine Geschichte von Verlust.
Oh, das zieht sich durch sein Leben.
Verlust und Imagination sind irgendwie so die beiden Pfeiler im Leben von Jojo Winkelmann.
Aber ich hoffe, jetzt bist du überzeugt, dass es doch ein Text ist,
mit dem man umgehen kann.
Und warum der Winkelmann gerne gelesen wurde.
Weil man auch hier mit der Fantasie vielleicht was ergänzen kann,
was der Winkelmann so wörtlich gar nicht sagt.
Bei den Barberini-Frauen mochte er nicht.
Nee, das hat er nicht gesagt. Nee, hast du nicht gemeint? Also ich habe jetzt
nur keine so richtige ausführliche Stelle gefunden, beschreibt ihn halt so als
Waldnatur und der liegt halt da und schläft.
Aber da hat er nichts imaginiert.
Ja, der hat zu viele Muskeln, wobei hier hat ihn das ja scheinbar nicht gestört.
Eben, also der Barberini-Fan hat deutlich weniger Muskeln als der.
Der ist der Torso, der sieht so verkrampft aus ein bisschen.
Wo wir ja auch heute wissen, was heißt wissen, also davon ausgehen,
dass es gar nicht der Herkules ist.
Sondern der Ajax.
Der Ajax, der sich gerade in sein Schwert stürzt. von dem nichts mehr zu sehen
ist. Aber deswegen dieser Torso, so eine merkwürdige Haltung.
Das müsst ihr euch dann, das ist in den Shownotes auf unserer Webseite oder einfach mal googeln.
Dann diese drei Figuren, die sind wichtig. Der Laocoon, dann der Apollo von
Belvedere und der Torso von Belvedere.
Das sind so seine drei großen Highlights, was damit natürlich auch passiert
und du hast es ja schon deutlich gemacht, dass du dich da durchzwängen musstest
durch die Menge und eigentlich gar nicht selber entscheiden konntest, wie lange du dir den,
Apoll jetzt angucken möchtest oder vielleicht doch noch den Laokorn,
aber du bist gar nicht durchgekommen und das ist natürlich auch so ein Phänomen.
Ich würde es sagen mit einem anderen Kunstkenner.
Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit.
Da kann sich jeder so ein Gips-Apollon in seine gute Stube stellen.
Und da habe ich in einem Ausstellungskatalog in Weimar gab es 2017 auch eine
schöne Ausstellung, Winkelmann, Moderne Antike.
Und da gibt es einen schönen Kommentar, den sie abgedruckt haben von dem Altphilologen
Theodor Birth von 1895 über dieses Phänomen. Und was das vielleicht mit uns macht.
Da ist er.
Da ist er. Auf dem Cover ist der Torso. Und zwar von hinten.
Oh, der Popo.
Weil du hast ja auch vorhin bei der Waldnatur, dem Faun in München,
der Rücken kann auch ganz zücken.
Krannentzücken.
Es ist nicht leicht.
Bei dem gibt es nicht so viele Rückenfotos. Von dem Torso gibt es sehr viele,
weil er halt die Muskelberge und die Meander, die meandernden Muskeln beschrieben hat.
Deswegen wird der Torso immer von hinten auch fotografiert.
Der Barbarini-Förner hat auch von vorne deutlich mehr zu bieten.
Da sind dann die meisten schon...
Das sind doch auch Ergänzungen. Man muss das vielleicht auch noch sagen,
bei dem Laukon, den hat Herr Winkelmann anders gesehen als du.
Ja, aber der Barbarini-Faun, da gab es Ergänzungen, die sind aber wieder entfernt
worden. Also so wie er in der Kryptothek steht, so ist er.
Mit allen Armen und Beinen.
Nee, der hat nicht alle Arme und Beine. Dem fehlt was.
Und, was ich auch gelesen habe, jetzt hier unter uns, sein Genital war noch vollständig.
Das hast du da letztes Mal schon mit dem Pimmelschrank erzählt.
Ja, pass auf.
Oder es war im Nachklapp vielleicht.
Genau, und das dachte ich da auch, aber ich habe das dann nochmal nachgelesen.
der ist tatsächlich nie zensiert worden.
Der ist erst im Transport nach München kaputt gegangen.
Ach, lieber Gott. Da kommt man ja wieder dran kleben.
Zumindest stand das da so, dass er da beschädigt wurde.
Oder ist das dann die Tausendteile verschmettert worden?
Vielleicht waren die Bayern dann ganz froh, da müssen wir nicht zentieren.
Der ist auch, glaube ich, irgendwie mit so einem Feigenblatt schon noch ausgestimmt worden.
Ja, dazu kommen wir gleich nochmal. Da gibt es auch noch ein schönes Zitat von
Herrn Winkelmann, als das dann losgeht.
Dass das alles peinlich ist und prüde.
Peinlich, also,
Das ist einfach, ja, Barberei. Also nochmal der Altphilologe Theodor Birth schreibt
1895 zum Abhol von Belvedere. Darf man noch von ihm reden?
Diese eine Statue ist eine Kulturmacht geworden. Wie ein Pionier des Geriechentums
ist er, der erkorne Winkelmanns, in unzählige gute Stuben unserer kleinen Leute eingedrungen,
wo er glatt und niedlich in Ton oder Biskuit auf Schränken und Konsolen herumsteht
und den Philistern bei Strickstrumpf und Bier verkündet, was ein hellenisches
Ideal und was in griechische Haarknoten ist.
Stimmt, der hat einen Haar.
Ja, der hat so eine komische Frisur. Er hat hinten so ein Schleifchen aus seinen Haaren oben drauf.
Ja, das Apoll, der hat dieses Schleifchen.
Ich finde das Bild sehr schön. Der erhabene Apoll von Bilvedere.
Und der steht natürlich jetzt bei Hertha Mayer im Berlin Wedding auf ihrer Kommode und staubt zu.
Ich hätte ihn auch gern.
Ein Biskuit. Ja, also wenn ihr uns eine Freude machen wollt.
Aber ich hätte den Barbarit nicht fahren.
Spendet uns noch ein bisschen Geld, dann kaufe ich eine Skit-Version oder Marmorsch,
was das ist, Presse-Marmor-Staub, was man sich halt so leisten kann,
von einem Apoll des Belvedere.
Also ergänzen ist für Winklmann ganz wichtig, dass ich quasi in meinem Geiste,
fehlende Körperteile dann mit meiner Vorstellungskraft ergänze und ergründe,
was der Künstler wohl damit wollte.
Weil ich meine, es wird ja dann auch körperlich ergänzt. Ist er da auch dafür
oder sagt er, nein, das soll nur ein Geist passieren?
Ja, das ist selbstverständlich damals. Also das findet er schon in Ordnung,
dass man dann das ergänzt, nur dass man halt später noch den Arm von Laocon
gefunden hat und der gar nicht ausgestreckt war, sondern so angewinkelt hinter
den Kopf. Und so sieht er halt heute auch aus.
Und das passiert natürlich immer wieder, so wie man halt jetzt drauf gekommen
ist, das ist ja gar nicht der Herkules.
Ja, so gibt es dann immer wieder Neudeutungen oder eben auch Funde.
Ich frage mich, wie man dann später den Arm tatsächlich gefunden hat oder ob
die den damals auch mit ausgegraben, aber in die falsche Kiste gepackt haben.
Also die Sache ist ja die, man muss ja auch bedenken, dass die da in Rom,
das ist ja zufällig immer nur finden.
Also zum Beispiel beim Barberini-Faun, der ist ja irgendwie in der Engelsburg
aufbewahrt worden und als die belagert wurde, hat man den als Geschoss benutzt.
What?
Und deswegen haben die den irgendwo gefunden und deswegen war der dann auch kaputt.
Und dann wird der halt dann graben,
weil sie irgendwelche Wasserleitungen machen oder so und finden das.
Und eventuell haben sie dann da, wo sie den Laokon gefunden haben,
nochmal gegraben und da war dann doch der Abend. Das kann ich mir auch vorstellen.
Okay, das kann natürlich auch sein. Auf jeden Fall, endlich macht sich Winkelmann
auf in die Stadt der Städte. Nach?
Pompeji? Nein, Neapel. Entschuldigung.
Erstmal Neapel. Februar 1758 macht er seine erste Reise nach Neapel und beschreibt
es dann auch, wie er da ankommt.
Und da darfst du jetzt nochmal uns nach Neapel führen mit den Augen von Herrn Winkelmann.
Reise nach Neapel, wohin ich in acht Tagen abgehen werde.
Auf diese Reise ist ein Teil meines künftigen Glücks gebaut und diese Reise
ist das Allerwichtigste, was ich meinem Leben unternommen habe.
Das Vergnügen, ein so wollüstiges Land zu genießen, wird sehr gemindert durch
die große Brutsamkeit, die ich nötig habe, meine Person wohl vorzustellen.
Ich bin von dem Kurprinzen aus eigenem Betrieb an die Königin rekommendiert.
Ich soll den Kurprinzen von allen unterrichten. Ich komme mit einem großen Ruf
nach Neapel und alle großen Häuser als ein Freund empfohlen.
Und was das vornehmste ist, ich gehe mit der Absicht hin, vielleicht ein Mitglied
der Gesellschaft zu werden, die über Altertümer schreibt.
Ja, er spricht schon von der Königin von Neapel. Es ist leider noch nicht Maria Carolina.
Die spielt noch in Wien. oder muss ich jetzt langsam fertig machen vielleicht.
Noch ist es Ferdis Mutter. Und das ist eine sächsische Prinzessin gewesen,
Maria Amalia von Sachsen.
Die ist verheiratet mit König Karl VII.
von Neapel. Allerdings wird er überall immer nur Karl III. genannt,
weil er halt später in Spanien diese Nummer hatte. Nur um diese Verwirrung nochmal
hier wieder mit reinzubringen.
Und jetzt muss man sich das einfach mal klar machen. Stendal hatte zu Winkelmanns
Zeiten immerhin wahrscheinlich so um die 3000 Einwohner.
Das ist schon ordentlich. Sie haben ja auch ein Roland für Ihrem Rathaus.
Also es ist kein Dorf, sondern eine Stadt.
Gerade für altmärkische Verhältnisse. Aber Neapel?
Einfach mal 300.000 Einwohner. Ist also auch um einiges größer als Rom.
Und auch als Berlin.
Und auch als Berlin, das auf jeden Fall. Und es könnte sein,
dass diese wollüstige Stadt, damit ist jetzt nicht unbedingt der sexuelle Kontext
gemeint, sondern einfach so umtriebig, voller Leben.
Und es könnte sein, ich habe so das Gefühl, dass Winkelmann ein bisschen überfordert war.
Also dass dieses altmärkische Jojo plötzlich in diese Weltmetropole kommt und
es einfach so laut ist und dreckig und hektisch und eng.
Und ja, irgendwie findet der Neapel scheinbar nicht so schön wie wir beide.
Ja, man muss auch sagen, auch heute noch sind viele, die nach Neapel kommen,
überfordert von Neapel. Also das ist vielleicht auch...
Ja, das kann ich auch sagen. Ich war mit Familie da. Ich war ja im Mai.
Habe ich das Vergnügen, Neapel zu sein.
Und meine Reisebegleitung war auch nicht so angetan von Neapel.
Die haben sich, glaube ich, eher gefreut, dass wir da abgefahren sind.
Das tut mir sehr leid. Ich liebe Neapel. Ich weiß, es ist dreckig.
Ich weiß, es ist anstrengend. Es ist runtergekommen.
Es ist eine eigene Welt.
Aber es ist einfach toll. Und jetzt muss ich es wiederfinden.
Weil es nämlich eigentlich ganz interessant wird jetzt.
Lernt er Neapel lesen kennen?
Neapolitaner?
Ich weiß.
Lesen? Neapel lesen. Er findet die gar nicht so attraktiv, die Neapolitaner.
Und das widerspricht nämlich auch seinem Konzept.
Deswegen ist es vielleicht auch super vor.
Weil er dachte, je weiter nach dem Süden man kommt, desto schöner werden die
Menschen. Aber die sind nicht so schön, wie er sich das vorgestellt hatte.
Sind ja auch keine Griechen.
Ja, das, genau.
Alle Herrlichkeit von der Natur ist nichts gegen Rom, welches nach meiner Meinung
der einzige Ort, wo man angenehm, stille und wie ein jeder will, leben kann.
Ich bin betäubt durch die große Wut von Menschen in Neapel und durch das unglaubliche
Geräusch einer so volkreichen Stadt von bösen Menschen.
Unter Kreaturen sind die Pferde die schönsten, Denn die Menschen haben sehr
viel Afrikanisches und sie werden noch schrecklicher, wenn sie reden.
Denn der Dialekt ist noch schlechter als der Bolognese.
Eines hat mir unendlich missfallen an der Apel. Nämlich, dass man überall den
hässlichen und afrikanischen Menschenschlag sieht.
Il sangue brutto e africano. Das bringt mein ganzes System durcheinander.
Plötzlich, nachdem ich jetzt die ganze Sympathie aufgebaut habe für Jojo,
haut er hier einmal mal sowas raus.
Sangue brutto e africano. Also das hässliche Blut und afrikanische Blut.
Gut, es kommen nachher andere Stellen, die das vielleicht so ein bisschen relativieren.
Ja, gut, er ist, Entschuldigung, ein Kind seiner Zeit.
Und ich glaube, dass seine spürbare Enttäuschung hier eine wesentliche Rolle
gespielt hat, dass da jetzt nicht weiße griechische Gottheiten in Neapel rumlaufen.
Sondern einfache, normale Menschen.
Ja und vor allem teilweise dreckige Menschen tatsächlich und arme Menschen.
Ich erinnere nur an die Lazzarone, die ein Thema waren in der Maria-Carolina-Folge
als die Königin von Neapel,
die dort natürlich schon sind und die auch noch eine Weile bleiben und die teilweise
auf der Straße leben und in Lumpen gehen und wenn die Lumpen voll Flöhe sind,
dann laufen sie auch nackt rum, aber dreckig, nackt.
Nicht heroisch nackt.
Und das assoziiert er halt hier mit Sangue Brutto scheinbar.
Und er wird diese Meinung noch relativieren.
Das ist wirklich geschuldet, dieser 300.000 Einwohner Metropole,
die ihn einfach überfordert hat.
Er wird noch ein paar Mal nach Neapel fahren und dann schreibt er auch wieder
nettere Sachen. Er ist natürlich ein Kind seiner Zeit und er hat diese Kategorien
in seinem Kopf, die die Aufklärer da auch dann nochmal schön aufgemacht haben.
Da kommt er nicht so ganz raus, aber er ist nicht der Schlimmste auf jeden Fall.
Sagen wir es mal, es ist ein systemisches Problem, kein persönliches Problem.
Und da kommen wir gleich nochmal zurück, wenn es um die Farbe nochmal geht.
Denn jetzt ist er ja dort, wo in der Nähe tatsächlich ständig neue Sachen ausgegraben werden.
Ein paar, drei Frauen hat er ja schon in Dresden gesehen.
Aber da gibt es ja noch Pompeji, da wird auch gegraben. Und ich glaube,
Pompeji ist ja wohl die bunteste Ort überhaupt, den man sich aus der Antike angucken kann.
Den ganzen Fresken, die da kommen, da komme ich dann auch nochmal dazu.
Vor allem aber bei diesem ersten Besuch fährt er nach Pestum.
Das sagt dir was? Wow. Aber du hast ja auch Kunstgeschichte gemacht.
Ja, ich kann das...
Ist nicht weit weg von Neapel, ist halt so eine Bucht weiter.
Es ist genau, dass das so eine Fischerstadt ist. Also ich kann es jetzt gerade
nicht richtig einordnen. Ich habe schon vorhin gehört, dass das da in der Nähe ist.
Und da stehen drei dorische Tempel. Und die hat er beschrieben.
Und deswegen fährt Goethe auch nachher hin und sagt dann, was ist das für ein
Scheiß? Also das ist ja voll langweilig.
Ja, die sind halt auch schon ein bisschen alt.
Aber der Goethe bleibt dann da ein paar, drei Tage und liest dann den Winkelmann
nochmal und meditiert darüber. und dann nachher sagt er, ist doch ganz schön.
Ist halt die edle Einfalt und stille Größe, Dorisch. Und nicht diese korinthischen
Verzwirbeln. Also Dorisch ist das einfachste, älteste Säulenmodell.
Dieses Bums.
Es gibt diese drei Klassiker, die kennen bestimmt viele von euch.
Das Dorisch hat quasi schnörkellos.
Nur so, wie nennt man das? Diese, die Rillen in den Säulen. Die haben auch so einen tollen Namen.
Weißt du auch nicht.
Das beruhigt mich.
Doch, ich wusste, es macht mich gerade wütend, weil ich weiß. Kannelliert.
Kannelliert.
Das sind kannellierte Säulen.
Genau, also das haben die schon. Aber an dem Kapitel, also oben das Stück,
wo dann was auch immer drauf ruht, da gibt es halt keine Schnörkel dran und
gar nichts. Der Architraf. Und dann gibt es der Architraf, okay.
Ich musste das alles mal auswendig lernen für eine Abschlusskursur.
Es beruhigt mich, dass es wieder kommt.
Bisschen Fachwissen, dafür gerne mit rein in die Folge. Was ich nur sagen will,
danach kommen diese Ionischen, das kann ich mich noch erinnern.
Das sind die mit den Schnecken quasi am Ende.
Ja, mit den Röllchen.
Mit den Röllchen, okay. Und da sind die aber noch so gerade Röllchen.
Und dann kriegen die an den Ecken so hervorstehende Röllchen.
und noch Blätter, Akantusblätter oder was? Das sind die Akantusblätter.
Beziehungsweise Akantusblüten. Und da sind wir dann auch wieder bei Winkelmann.
Das Dorische wird als maskulin gelesen und das Ionische als feminin,
weil irgendwie diese Röllchen auch irgendwie so die Haare Ja.
Wer weiß, ob er nicht diese Kategorie erfunden hat.
Möglicherweise. Also muss man auch sagen, die Dorischen, das hat auch eine Proportion,
also die müssen irgendwie so auf eine bestimmte Art des Prozentzahl Dicke wie Länge haben.
damit das gilt. Und die Dorischen sind auch die massivsten. Also die sind am
umfangreichsten in ihrem Umfang.
Die Ionischen sind zarter und deswegen auch feminin und das Dorische ist maskulin.
Ich glaube, das kommt aber schon von Vitruv. Das ist nicht Winkelmann.
Auf jeden Fall wollte ich, ich habe es schon gesagt, er wird dann später versöhnt
mit Neapel. Also er wird nochmal wiederkommen.
1767 zum Beispiel kommt er nochmal nach Neapel und darf dann mitarbeiten an
dem Katalog einer Vasensammlung eines Engländers, der sich da besonders für
griechische Vasen begeistert.
Ach hier, der Ehemann von Emma.
So schön, dass du von der Seite auskommst. Damals ist sie noch nicht da, die Emma.
Das ist noch eine andere Frau, die nicht ganz so spannend war,
wie die Emma das nachher wird mit ihren Attitüden. Also Sir William Hamilton,
Der hatte da schon ein paar Vasen zu stehen, hat da jemand anderen schon für
den Katalog angeheuert, aber der Winkelmann darf da nochmal mitarbeiten.
Und er wird begleitet bei diesem Besuch von einer jungen deutschen Malerin.
Von der Kaufmann?
Genau, von Angelika Kaufmann. Und die hat ihn vorher nämlich tatsächlich auch schon gemalt in Rom.
Das ist das Bild.
Das ist ein sehr schönes Bild. Da hat er so eine Schreibfeder in der Hand,
guckt versonnen an dir vorbei.
Und den Turban auch.
Nee, das ist nicht mit dem Turban. Der Turban, das ist ja hier so,
sondern da ist er Jans natürlich und die Angelika Kaufmann hat sich auch an
seine Schönheitsidealen orientiert, wie man jetzt malen soll.
Also auch da die stille Größe, das Winkelmann spürbar, eben nicht mit Turban und dem Belzmantel.
Ach, ich mag das am liebsten.
Und es ist aber eben auch damals quasi etwas, womit sie den Durchbruch schafft.
Das ist natürlich nicht unbekannt, sonst wäre sie auch an Winkelmann nicht rangekommen.
Aber dass sie dann sagen kann, guck mal hier, das Gemälde von Winkelmann und
nach den Prinzipien, die Winkelmann für schön jetzt propagiert hat,
da kriegt sie dann natürlich viele Bestellungen nachher.
und fährt dann halt dann noch mit ein bisschen rum, malt ja dann auch nachher
Maria Carolina nochmal.
Auch ein sehr schönes Bild von ihr. Also sie hat wirklich tolle Bilder gemalt,
die einfach auch anders sind.
Also diese Rokoko-Kram, die dann eben gerne gleichzeitig noch entsteht.
Und wogegen, das muss man halt auch klar machen, die sich hier alle absetzen.
Also dass die hier so abfahren auf diese Antike und die Weisheit und so,
das hat ja vor allem damit zu tun, dass ihnen diese Rokoko-Kram einfach nicht mehr gefällt.
Ja, also man merkt auch, wenn bei Angelika Kaufmann gerade die Bilder von Maria
Carolina auch, dass sie weicher wird.
Also die Linien werden weicher, dieses Kleid fällt weicher und wenn man dann
eben die Hofmalereien aus den 1750ern nimmt, das ist alles noch sehr,
sehr, auch die Linien sind sehr hart, die Kleidung ist sehr hart gemalt.
Also man merkt tatsächlich den Moment, wo die Antike aufkommt,
wird auf einmal alles weicher. Und natürlicher auch so ein bisschen.
Sie haben immer noch gepuderte Haare und noch immer Perücken,
aber auf einmal fließt das alles.
Auf die Gemälde sieht Maria Korridi da schon rothaarig aus. Ja,
aber das ist auch nur de fairness.
Ich glaube, das ist de fairness, weil ihr Haar ist auf jeden Fall auch schon,
hochgetuft, also die Haare werden auch höher, also das ist immer noch,
ist ihr echtes Haar, aber mit Puder und Pomade, also die Haare werden nochmal
groß. A la Marie Antoinette.
Also so natürlich sind sie noch nicht. Aber es passiert, es kommt.
Für diese erste Neapel-Reise musste er noch einen neuen Arbeitgeber vertrösten, der auf ihn wartet.
Und da wird er dann aber auch bleiben dauerhaft. Wenn er dann nach Rom zurückkehrt,
geht er zu Kardinal Albani oder Albani, ich weiß nicht, wo die Betonung ist.
Der hat natürlich auch eine Bibliothek, aber vor allem hat er auch eine große Antikensammlung.
Denn es ist natürlich so eine Zeit, muss man auch sagen, wo da in Herkulaneum
und Pompeji ständig was gefunden wird, kann man auch viel verticken.
Und das ist ein blühender Handel. Und wie ich gelesen habe, ist das heute auch noch.
Allerdings heute von der Mafia betrieben. Neben Drogen quasi das große Zweitgeschäft,
antike Statuen. Damals wird das aber ganz offen, natürlich, gehandhabt.
Ich meine, noch gehört ja Griechenland zum Osmanischen Reich,
da kommt man noch nicht so weit rein wie 100 Jahre später.
Deswegen habe ich mich natürlich auch immer gefragt, warum fährt er eigentlich nach Italien?
Weil sie nicht nach Griechenland kommen.
Ja, okay. Könnte dann schwieriger sein für ihn. Deswegen freuen sie sich dann,
wenn dann sowas da ausgegraben wird.
Und die Neapolitaner sind nachher auch ehrlich gesagt nicht so gut auf ihn zu sprechen.
Weil, also nicht weil er da Leute Sachen gekauft und mitgenommen hat,
sondern weil er denen halt gesagt hat, sorry, aber das ist griechische Importware.
Hat er sich natürlich sehr gefreut drüber.
Aber die Neapolitaner waren alle sauer, weil die natürlich gesagt haben,
nein, das ist unser Werk.
Das ist römisch.
Ja. Und dass er da überhaupt rein durfte oder sich das angucken konnte,
diese ganzen Ausgrabungen und was das schon im Museum war, das hat auch sehr
lange gedauert, bis man ihn da reingelassen hat.
Das ist natürlich die Fürsprache der Königin vom Sächsischen Hof.
Die sagt, der Winkelmann, der muss sich das angucken, der darf aber keinen Stift
mitnehmen und auch kein Heft zum Augennotizen machen.
Weil erst der König und die Regierung unter dem...
Minister Tarnucci, ihren eigenen Katalog herausbringen wollen mit den Ausgrabungen
aus ihrem Land und vorher soll das niemand machen.
Und er ist da so ein bisschen eigentlich für Spionage für den sächsischen Hof zuständig.
Der kann sich das auch merken, wie das ausgesehen hat und das später beschreiben
einfach und dann seinen Bericht nach Dresden schicken.
Aber das fand ich ganz süß. Aber du darfst ja kein Heft mit und kein Stift.
Bitte nicht fotografieren.
Also er geht zurück nach Rom zu eben jedem Kardinal, von dem ich vorhin schon
gesprochen habe, der zwar nur Diakon ist, nie Priester geworden ist und auch
entsprechend da ganz frei mit seinen Mätressen umgeht.
Auch Kardinal Diakon.
Eben, genau. Und das ist er dann auch.
Die ihm am meisten Spaß haben, glaube ich.
Und eben dann Casanova einladen und bei der Mätresse sich unterhalten mit dem.
Der war gerade in den Niedischwaltband voran.
Also die vertröstet er dann nochmal, weil er auch nochmal eine Einladung nach Florenz bekommen hat.
Da hält er sich auch noch eine Weile auf. Das ist nochmal ein großes Thema.
Mich interessiert es ehrlich gesagt nicht so wahnsinnig.
Das ist Baron Philipp von Stosch, bei dem er sich da aufhält,
weil der auch einen Katalog braucht für seine Sammlung.
Und zwar hat er ein besonderes Spezialgebiet. Er sammelt Gemmen.
Kannst du mal sagen, was das ist eigentlich?
Das sind so geschnitzte Edelsteine. Das sind die, das haben die dann auch so
als Halsband und so Josefine mobs Napoleon, die um sie ihren Hofdarm als Schmuck
zu geben schwer da sich massiv und es gibt dann so einen englischen Unternehmer.
Der sich auch inspirieren lässt nachher von diesen ganzen Katalogen und Mr.
Wedgwood der dann auch solche in dem gleichen Style und da so Porzellan rausbringt
und Keramiken jedenfalls auf jeden Fall hat dieser Baron von Stosch 3444,
Gämmen rumliegen da kannst du jetzt sagen, ja okay sind auch klein,
passen in eine Schublade,
aber er hat auch noch 28.000 Abgüsse von anderen Gämmen und die kann man sogar
noch besser erkennen, weil in dem Abguss kannst du noch mehr Details dann erkennen,
und in Sternrad übrigens gibt es dann die Kopien davon.
Von den Abgüssen.
Von den Abgüssen und den Gämmen und die werden auch später verkauft,
denn darum geht es eigentlich, er soll den Katalog machen, damit man dann die
Sammlung später verkaufen kann Die kreilt sich dann Friedrich der Große Das
heißt, das gibt es heute hier auf der Museumsinsel.
Es bleibt in der Familie Es bleibt alles hier.
Und es ist aber eigentlich ganz interessant, was denn eigentlich die Aufgabe
dieses Baron Philipp von Stosch war.
Der war nämlich ein englischer Agent und er war da zur Überwachung eines Exzellenten.
James Francis Edward Stuart, den seine Verehrer und Folger Jakob III.
genannt haben und ihm eben einen Anspruch auf den englischen Thron zu erkannten.
Der hat sich auch ganz lange in Frankreich am französischen Hof aufgehalten,
aber nachdem man dann da in einem Friedensschluss mit England…,
Nach dem spanischen Erbfolgekrieg musste man sagen, der muss weiter weg.
Und seitdem war der halt in Italien unterwegs. Und nicht nur der Baron von Stosch,
wahrscheinlich auch noch andere, sollten den regelmäßig im Auge behalten und
wurden dann dafür entlohnt.
Und konnten sich ein paar Gämmen davon leisten.
Ich meine, es gibt ein schlimmeres Schicksal, als in Italien im Exil zu sein.
Interessanterweise ist Florenz damals aber auch so ein Schwulenmecker.
Also es gibt da jetzt keine Nähe, ich hatte keine Lust mehr.
Ich finde, die ganzen Briefe aus dieser Zeit jetzt nicht so interessant.
Aber Winkelmann ist da offenbar tatsächlich auch nochmal unterwegs.
Und versucht dann doch nochmal Glück zu finden. Ja gut, aber der will ja nicht
nur die Wollust befriedigen.
Der ist ja letztlich immer noch auf der Suche nach dem Glück in seinem Leben.
Ja, aber das ist da vielleicht wahrscheinlicher als anders.
Ich wollte es nur deshalb erwähnen, weil man quasi Florenza sagt damals,
wenn man jemanden bezeichnet, der auf Männer steht.
Achso.
Also insofern muss die Stadt da eine bestimmte Tendenz gehabt haben oder eben
eine bestimmte Freiheit zugelassen haben.
Auf jeden Fall, dann kommt er zurück nach Rom, fängt jetzt endlich an bei dem Kardinal.
Der baute sich gerade einen neuen Palazzo, hat dann gleich fünf Zimmer für Winkelmann
in dem Palazzo reservieren lassen.
Nebenbei, das hat er natürlich vorher schon gemacht, arbeitet er immer als Fremdenführer.
Also der Kardinal hat dann Gäste wie Casanova und andere.
Den Fürsten von Anhalt-Dessau, der ist auch sehr beeindruckt von der Führung
durch Herrn Winkelmann.
Fährt nach Hause, nach Wörlitz und lässt sich dann da mal locker einen Park bauen.
So wie die Antike nach Winkelmanns Meinung eben ausgesehen hat.
Inklusive, ich glaube da ist es mit dem Nachbau des Vesuv, der einmal im Jahr
zur Explosion gebracht wird.
Und der Villa, in der Sir William Hamilton und Emma Hamilton gewohnt haben,
die ist auch nachgebaut in Wörlitz. Wahnsinn.
Also wenn es nicht reicht nach Italien, wenn ihr seid in der Nähe von Wörlitz,
Dann könnt ihr quasi Winkelmanns Antike und Italien da nochmal nachspüren.
Ja und nicht nur der Fürst von Anhalt-Dessau kommt, sondern auch irgendwie einige
Schweizer, mit denen er dauerhaft Kontakt hält, die ihn auch teilweise unterstützen
wollten, beziehungsweise dann da Connections nochmal in der Schweiz für ihn
organisiert haben, um vor allem Geld zu finden.
Da kommt aber nachher ein schöner Brief, ja wenn wir gewusst hätten,
dass der zum Katholizismus konvertiert ist, dann hätten wir ihm aber kein Geld gegeben.
Aber mit einigen Schweizern hält er da regelmäßig Kontakt und auch relativ offenherzig.
Und 1763 wird er eben Präfekt der römischen Altertümer. Das muss man sich mal vorstellen.
Da kommt so ein Junge aus Stendal, so ein Ausländer aus der Altmark nach Rom
und wird da Präfekt der römischen Altertümer.
Das heißt, er hat die Kontrolle über alles Antike in dieser Stadt und eben auch
darüber, welche antiken Schätze aus der Stadt ausgeführt oder sogar aus dem
Kirchenstaat ausgeführt werden müssen.
Das heißt, er muss auch noch jeden zweiten Tag Dienstreisen machen,
zum Hafen zum Beispiel, um zu gucken, ob da nicht ein paar Stadion zu viel auf
das Schiff geladen werden, das er nach England fährt oder so.
Also das hat er alles unter seiner Kontrolle.
Und finde ich ganz interessant, weil heute, es gibt so Diskussionen ja in Italien
zurzeit, ob Ausländer überhaupt so Kulturinstitutionen leiten sollen, dürfen.
Können.
In Florenz gab es da Probleme. Das hat aber auch mit dem Zitat zu tun,
dass die, ich weiß nicht, wie sie heißt,
die ehemalige Direktorin der, also jetzt ehemalige Direktorin der Galerie dell'arte
Florenz als Hure bezeichnet hat. Es ging da um den Overtourism.
Ich kann es durchaus nachvollziehen. Ich glaube viele Leute in Florenz auch,
aber nicht die politische Führung.
Und mir fehlt noch ein, weil es ja hier um Pestum ging, dass dort Direktor war
Gabriel Zuchtriegel, der jetzt Pompeji leitet.
Und von dem hatte ich nämlich ein Buch gelesen darüber, dass die Mafia eben
auch gerne heute noch Sachen verdickt und Leute natürlich immer Erinnerungsstücke
gerne auch aus Pompeji mitnehmen.
Und wenn es nur ein Stein ist oder so, was da so abgebrochen ist von einer Statue vielleicht.
Und im selben Jahr, ich glaube es war im selben Jahr, wird eben auch ein Papst
gewählt und das ist Clemens der 13.
Der ist in unserer letzten Folge mal gefallen, aber der war noch nett zu den
Jesuiten. Er versucht die zu schützen. Aber was er nicht mag, sind Pimmel.
Ist jetzt Schluss mit dem ganzen pornografischen Zeug bei mir im Museum.
Aber die sind doch so klein. Würdevoll.
Doch, das ist in der Griechschwund. Der kleine ist gut.
Der große ist schlecht.
Er hat sich halt unter Kontrolle.
Nur Kentauren haben große Pimmel. Und Sartöre.
Ich sage es nur, das ist übrigens ein Begriff, den Zollwerk gebraucht hat.
Ich bin nicht mehr sicher, ich glaube, du hast es nicht während der Folge öffentlich
gesagt, sondern nur für unseren eingeschworenen Kreis.
Aber jetzt verraten wir es allen. Du hast damals die These aufgestellt,
es gäbe einen Pimmelschrank im Vatikan und es wurde dir davon berichtet.
Genau, irgendwie zwei Personen unabhängig voneinander haben mir das erzählt.
Ich habe diesen Pimmelschrank nie gesehen.
Diese jeweiligen Körperteile dann abgeschlagen wurden, aber weil es halt antike
Schätze sind, nicht weggeschmissen, sondern entsprechend katalogisiert, aufbewahrt.
Ich stelle das sehr in Frage, ob sowas existiert. Nachweislich ist eben,
dass unter Clemens dem 13.
bronzene Blätter existiert.
vor das Gemächt dieser Staat schon angebracht wurden. Und da schauen wir nochmal,
was Winkelmann davon hält.
Der schreibt dann auch aus Florenz an seinen Kardinal Albani.
Aber kurz, das weist ja darauf hin, dass damals die Pimmel alle noch erhalten
waren. Weil wenn man heute in antiken Sammlungen geht, sind die ja alle weg.
Ja, vielleicht nicht alle. Es gibt ja auch nicht, es gibt ja dann noch mehr Teile.
Ja, aber der eine...
Die sind dann auch größer als das zurückhaltende Teil meistens.
Das ist korrekt.
Ich mag es nicht aussprechen, ich kenne die lateinischen Wörter.
Ich möchte nur mal darauf hinweisen, dass immer, wenn du in antiken Sammlungen
heute bist, wird dir erzählt, naja, das bricht halt als erstes weg zusammen
mit den Nasen, weil das so weit vorsteht und dann, wenn da was drankommt,
dann ist das sehr empfindlich.
Aber damals scheinen sie ja noch dran gewesen zu sein, sonst hätte man ja nicht
diesen großen Aufriss mit den Feigenblättern veranstaltet.
Eminentissimo Principe, ich kann mich nicht enthalten, Ihnen von einem Gerüchtkenntnis
zu geben, in dem zufolge Sua Santita seine Heiligkeit das allzu Nackte an den
antiken Statuen bedecken lassen will.
Ich male an mir aus, wie man dem Apollo über dem Gemächt ein Loch bohren und
ein Blech daran befestigen wird, wie man es bereits in der Villa Pamphilie gemacht hat.
Ich kann es einfach nicht glauben und baue auf die Autorität und den Einfluss
eurer Exzellenz, dass dieses skandalöse Vorhaben nicht ausgeführt wird.
Ein Blechblatt, obwohl Sua Skrupulosita seine Skrupelhaftigkeit sie näh sehen wird.
Es fehlte nicht viel, dass man sie kastrierte nach der Sitte des Zereis des Türkenherrschers.
Der Herr Kardinal Albani fügt sich dem insoweit, als er den Statuen,
die er restaurieren lässt, jenes Teil, wenn es abgebrochen ist, nicht ergänzen lässt.
Doch solche ohne Hoden nimmt er nicht. Wir wünschen fast durchgehend den Tod dieses guten Papstes.
Das ist eine drastische Aussage. Das war jetzt noch aus einem zweiten Brief
gleich mit drangehangen.
Also Clemens XIII. ist der Schrecken der Altertümer.
Das ist die Pimmelinnerung.
Seine Skrupelhaftigkeit. Clemens XIII. Ja, jetzt sind die Blechblätter wieder weg mittlerweile.
Aber das halte ich dann doch für glaubhafter als das Abschlagen und Verwahren in einem extra Schrank.
Ja und in dieser ganzen Zeit arbeitete er überhaupt erst an seinem Hauptwerk,
mehrbändig, die Geschichte der Kunst des Altertums.
Jetzt ist der große Rundumschlag und da geht es vor allem auch nochmal um die
Definition überhaupt von Schönheit. Und da gibt es einen wesentlichen Unterschied.
Also ich gucke mir etwas an und sage, wow, das sieht aber toll aus.
Das wäre dann eher Gefälligkeit. Das gefällt mir auf irgendeine emotionale Art und Weise.
Fährt mir das in die Glieder, aber der Verstand ist dann dazu da,
die Schönheit eigentlich zu begreifen.
Und da schauen wir doch nochmal jetzt in diese Geschichte der Kunst des Altertums hinein.
Wie erkenne ich eigentlich Schönheit?
Die Ursache liegt in unseren Lüsten, welche bei den meisten Menschen durch den
ersten Blick erregt werden und die Sinnlichkeit ist schon angefüllt,
wenn der Verstand suchen wollte, das Schöne zu genießen.
Als dann ist es nicht die Schönheit, die uns einnimmt, sondern die Wollust.
Dieser Erfahrung zufolge werden jungen Leuten, bei welchen die Lüste in Wallung und Gärung sind,
mit schmachtenden und brünstigen Reizungen bezeichnete Gesichter,
wenn sie auch nicht wahrhaftig schön sind, Göttinnen erscheinen und sie werden
weniger gerührt werden über eine schöne Frau, die Zucht und Wohlstand in Gebärden und Haltung zeigt,
welche die Bildung und die Majestät der Juno hätte.
Die Begriffe der Schönheit bilden sich bei den meisten Künstlern aus solchen
unreifen ersten Eindrücken, welche selten durch höhere Schönheiten geschwächt oder vertilgt werden,
zumal, wenn sie entfernt von den Schönheiten der Alten ihre Sinne nicht verbessern
können. Also Schönheit durch den Verstand.
Man muss unterscheiden können. Ist es Wollust oder ist es doch schon mehr?
Kann ich wirklich begreifen und das durchdringen.
Und da kommt er eben zu dem Michelangelo und dem Bernini.
Der eine hat es begriffen und der andere ist bei der Wollust.
Der Michelangelo hat nämlich sein Torso quasi abgemalt in der Sixtinischen Kapelle.
Da gibt es eine Figur, die den Torso von Belvedere quasi als Teil ihres eigenen
Körpers hat. Michelangelo ist natürlich toll.
Aber der David hat Adern an den Händen.
Ja, das stimmt natürlich. Aber gut, man kann ja nicht mal alles haben.
Okay.
Es gab halt Schlimmere.
Ist ja auch kein Gott, ist ja Mensch.
Also bei den einen ist die Bildung jugendlicher Schönheiten erhärtet worden, wie im Michelangelo.
Oder es hat sich dieses Gefühl durch eine pöbelhafte Schmeichelei des groben
Sinnes, um demselben alles Begreiflicher vor Augen zu legen,
mit der Zeit gänzlich verderbt, wie im Bernini geschehen ist.
Michelangelo ist gegen den Raphael, was...
Ki, die das gegen den Xenophon ist. Bernini ergriff eben den Weg,
welcher jenen wie ihn unwegsame Orte und zu steilen Klippen brachte und diesen
hingegen in Sümpfe und Lachen verführte,
denn er suchte Formen aus der niedrigsten Natur genommen, gleichsam durch das
Übertriebene zu veredeln und seine Figuren sind wie der zu plötzlichem Glücke gelangte Pöbel.
Ist halt barock.
Mein Gott. Ja, Barock ist ja Mist. Deswegen ist schon klar, dass er das nicht leiden kann.
Und apropos Form. Form hat hier schon eine Rolle gespielt.
Ich komme nochmal zu einer anderen Stelle, die dir in Teilen bekannt sein wird
und euch allen, weil du sie schon einmal gebraucht.
Die Schönheit wird durch den Sinn empfunden, aber durch den Verstand erkannt
und begriffen, wodurch jener meistenteils weniger empfindlicher auf alles,
aber richtiger gemacht wird und werden soll.
In der allgemeinen Form aber sind beständig die meisten und gesittetsten Völker
in Europa, sowohl als in Asien und Afrika übereingekommen, daher die Begriffe
derselben nicht für willkürlich angenommen zu halten sind,
ob wir gleich nicht von allen Grund angeben können.
Die Farbe trägt zur Schönheit bei, aber sie ist nicht die Schönheit selbst,
sondern sie erhebet dieselbe überhaupt und ihre Formen.
Da nun die weiße Farbe diejenige ist, welche die meisten Lichtstrahlen zurückschickt,
folglich sich empfindlicher macht,
so wird auch ein schöner Körper desto schöner sein, je weißer er ist.
Ja, er wird nackend dadurch größer, als er in der Tat ist, erscheinen,
so wie wir sehen, dass alle neu in Gips geformten Figuren größer als die Statuen,
von welchen jene genommen sind, sich vorstellen.
Ein Moor könnte schön heißen.
Wenn seine Gesichtsbildung schön ist. Und ein Reisender versichert,
dass der tägliche Umgang mit Mohren das Widrige der Farbe benimmt und was schön
an ihnen ist, offenbart, so wie die Farbe des Metalls und des schwarzen oder
grünlichen Basals der Schönheit alter Köpfe nicht nachteilig ist.
Der schöne weibliche Kopf in der letzten Art Stein in der Villa Albani würde
in weißem Marmor nicht schöner erscheinen.
Der Kopf des älteren Scipio im Palast der Rospigliosi in einem dunklen Basalte
ist schöner als drei andere Köpfe desselben in Marmor.
Diesen Beifall werden besagte Köpfe nebst anderen Statuen in schwarzem Stein
auch bei ungelehrten erlangen, welche dieselben als Statuen ansehen.
Es offenbart sich also in uns eine Kenntnis des Schönen auch in einer ungewöhnlichen
Einkleidung desselben und in einer der Natur unangenehmen Farbe.
Es ist also die Schönheit verschieden von der Gefälligkeit.
Ich entschuldige mich für den merkwürdigen Anteil. Aber worum es mir eigentlich
ging, du hast es vor allem auf diesen einen Halbsatz bezogen letztes Mal.
Worum es hier vor allem geht, ist die Form entscheidet und nicht die Farbe.
Also natürlich steht er mehr auf den weißen Marmor.
Aber er mag eben auch dunkle Basaltköpfe. Die können schöner sein als die Marmorköpfe.
Wenn die Form stimmt. Und deswegen gibt es ja auch noch einen langen Absatz
über Nasen und Augen und ihre Stellung im Gesicht.
Ja, aber man merkt ja schon, dass er da einen Unterschied macht.
Ich glaube, er hat eine klare Prämisse für den glänzenden weißen Marmor.
Aber es ist jetzt nicht durchgreifend null.
Ja, aber der Punkt ist, es geht natürlich nicht darum, dass er sagt,
die sind hässlich und wir sind gut. Aber man merkt schon eine gewisse Hierarchisierung,
wie da in seinem Denken rauskommt.
Und da sind wir ja wieder bei dem Punkt, was du schon gesagt hast,
er ist eben ein Kind seiner Zeit, er ist auch so aufgewachsen,
er ist nicht die Person, die das jetzt vielleicht ausformuliert,
aber man merkt es einfach, wie es mitschwingt.
Aber man muss ihm auch zugestehen, er ist lernfähig.
Oh ja.
Ja. Weil apropos Farbe, du hast letztes Mal gesagt, der Winkelmann ist schuld,
dass man da die Farbe abgewischt hat. Nein, das ist er nicht.
Das war ja auch eine Zusatz.
Er hat niemandem gesagt, mach die Farbe von der Statue ab. Sondern in seiner
Zeit wird die Artemis von Pompeji entdeckt, an der eben noch deutliche Farbe zu erkennen war.
Er beschreibt sie als die heterurische Diana, weil Farbe ist natürlich heterurisch.
Wer ist damit gemeint? Das sind die Etrusker.
Das sind die Etrusker, weil klar, Farbe, das sind die Etrusker.
Die waren davor, aber ist egal.
Das ist ihm durchaus bewusst, dass die davor waren, dass sie nicht nachträglich die angemalt haben.
Er sagt halt erstmal, das ist eine heterurische Diana, klar,
das hat die Farbe. Und später ist es halt schöner geworden.
Dann haben sie es eingesehen.
Und dann hat er aber doch gemerkt, nee, guck mal, die ist ja doch griechisch.
Und was er wirklich gemacht hat, er hat diese Geschichte des Altertums,
war fertig gedruckt, er hat sofort für sich ein Exemplar genommen und da leere
Seiten einschießen lassen, um seine eigenen Verbesserungen dann da reinzuschreiben.
Also es ist klar, dass die der nächsten Auflage dann nicht mehr die heterorische
Diana ist, sondern eben als griechische Skulptur, bemalte griechische Skulptur beschrieben wird.
Und er sagt dann selber, wir sind heute klüger, als wir gestern waren.
Aber leider setzt sich das ja nicht durch.
Ja, die zweite Auflage hat sich dann keiner mehr gekauft, weil ich habe ja schon
die erste zu Hause stehen.
Das ist halt das Problem.
Ja, genau. Und ganz interessant ist eben auch, und da kommt diese Bewertung
vielleicht eher noch mit rein, er spricht von vier Kulturnationen.
Und zwar sind das die Ägypter, die Etrusker, die Griechen und die Römer.
Und das finde ich ganz spannend, weil es gibt ja dann auch diese Vorstellung
dieser vier Weltreiche, die sich in der Geschichte ablösen nach einem Traum,
den der Prophet Daniel hatte.
wenn mich nicht alles täuscht, war das Babylon und Persien und das Reich Alexanders
des Großen und vor allem am Ende Rom.
Deswegen müssen wir uns auch immer noch in die römische Nachfolge stellen,
weil sonst geht die Welt unter. Wenn die Römer zu Ende sind, sind wir zu Ende.
Müssen wir im heiligen römischen Reich leben. Bis ans Ende unserer Tage.
Das kann ja nicht anders sein. Das ist ja das Letzte, dieser Reiche.
Interessant ist halt vor allem, dass er eben sagt, er hat diese Abfolge auch
von vier Kulturnationen, aber bei ihm sind halt die Griechen auf der höchsten
Stufe und da nochmal eben besondere Epochen.
Und die Römer sind nur noch der Abklatsch. Und wir müssen halt uns,
das war ja seine erste Aussage, in seinen ersten kleinen Publikationen,
also wir können eigentlich nur groß werden, indem wir uns möglichst den Griechen
wieder annähern, der Höchsten dieser Kulturnationen.
So, und dann hatte ich schon gesagt, Pompeji ist aber doch ziemlich farbig,
wenn man da heute durchspaziert oder sich im Museum in der Apel umguckt,
bei den ganzen Fresken, die man da abgeschlagen hat.
Alles schön bunt und offenherzige Szenen teilweise und aber auch sehr süße Gesichterdarstellungen.
Und er beschreibt in seiner Geschichte des Altertums, der Kunst des Altertums,
eben auch ein Fresko aus Pompeji, das jüngst entdeckt wurde,
aber im Geheimen entdeckt wurde.
Und natürlich dummerweise auch zerschlagen wurde und zwar geht es um sein Lieblingsmotiv,
das ist Jupiter und Ganymede.
Was hast du noch sagen? weißt du noch?
Ja, also Ganymede ist ein Jüngling. Teilweise, ich glaube, war es nicht sogar
Bernini, der den auch darstellt?
Wo möglich.
Ich glaube, Bernini hat den auch dargestellt. Der ist ja noch tatsächlich sehr jung.
Aber nicht so erhaben.
Zwölf oder so. Oder ist das Thorwalds? Nicht das Thorwalds, was ich im Kopf habe.
Hat er dem Winkelmann auf Denkmal gesetzt?
Ja, das ist, das zeige ich dir gleich, das ist sehr süß.
Also da ist Ganymede tatsächlich noch so präpubertär, so zwölf.
und also die Geschichte geht gar nicht mit, es ist ein Jüngling,
der ist so wunderschön, dass Zeus sich in ihn verliebt und wie Zeus das so halt macht, er kann ja nicht,
Selber hin, weil sonst wird ja seine Frau sofort sauer und haut ihn.
Deswegen verwandelt er sich in einen Adler. Und Ganymed ist irgendwie,
ich weiß nicht, der bedient Leute oder bedient ihn.
Auf jeden Fall gibt es diese Statue. Und ich glaube, es ist Thorvaldsen,
wie Ganymed der Jüngling dem Adler so eine Schale Wasser hinhält.
Und der Adler schmiegt sich so an ihn und trinkt dann daraus.
Und in dem Moment, wo Ganymed eben dem Adler Wasser gibt, greift der Adler ihn und trägt ihn hinfort.
Also auf diesem Fresco ist kein Adler, sondern ein älterer Mann.
Ganymedes ist der junge Mann, der sich da an den Herrn schmiegt.
Winkelmann beschreibt, Ganymedes schmachtet vor Wollust und sein ganzes Leben
scheinet nur ein Kuss zu sein.
Das ist schon sein Motiv. Er wollte sich, glaube ich, sehr, dass dieses Fresco
da gefunden wurde und zwar abgerissen, aber dann wieder zusammengesetzt wurde
und über geheime Kanäle konnte er dann doch eben dieses Fresco schon sehen und
er ist voll verarscht worden.
Ist gefakt?
Ja, es war gefakt und das passiert öfter in der Zeit.
Also es gibt wohl drei Dinge, die er beschreibt in diesem Buch,
die halt fake sind nachweislich.
Das hier ist aber richtig fies, weil das ist eigentlich jemand,
den er als Freund betrachtet. Das ist nämlich der Maler Anton Raphael Mengs.
Er hat es allerdings erst quasi auf seinem toten Bett gestanden,
dass er das gefakt hat, aber es war wohl einigen vorher schon klar.
Und Mikkelmann hat es auch mitgekriegt und fühlt sich dann hintergangen und
vor aller Welt lächerlich gemacht.
Weil er hat es nicht gemerkt.
Naja, zumindest das Buch war schon draußen. Also ja, das ist natürlich wirklich
richtig scheiße. Aber es spricht für Herrn Mengs, sein Können.
Der große Mikkelmann.
Dass er auch sein Ideal erfüllt hat, genau.
Und vielleicht war er da auch so ein bisschen persönlich so sehr berührt,
dass er da vielleicht nicht genau hingeguckt hat. Dass er vielleicht auch wollte, dass es echt ist.
So, und dann gibt es nachher nochmal ein Werk nachgeschoben.
Und zwar die Abhandlung von der Fähigkeit der Empfindung des Schönen in der
Kunst und dem Unterricht in derselben. Das ist quasi nochmal die didaktische...
Das didaktische Begleitmaterial zu dem ersten Band.
Das eigentlich Interessante ist, das ist von 1763 und das ist ein Sendschreiben.
Das war mir gar nicht so klar, dass man auch solche wissenschaftlichen Werke,
Kunstbeschreibungen im Sinne quasi eine Nachricht an Freunde,
Fürsten und so weiter gesandt hat.
Deswegen ist das dann mal an eine Person gerichtet, also nicht nur gewidmet,
sondern sie hat einen Empfänger.
Und normalerweise schickst du das natürlich dem König von Sachsen,
weil du hoffst, dass der demnächst mal ein gut dotiertes Hofamt für dich hat
oder den Papst oder deinem Kardinal, von dem du abhängig bist oder so.
Und er schreibt aber dieses Senschreiben, die Abhandlung von der Fähigkeit und
so weiter, an den edelgeborenen Freiherrn Friedrich Rudolf von Berg in Liefland.
Who the fuck is Rudolf von Berg? Fragen sich da wahrscheinlich die meisten Leser.
In Liefland.
In Liefland, ja genau. Ja, offenbar war das ein Tourist in Rom,
den er da oben geführt hat.
Und was passiert ist? Sein Herz ist erneut entflammt.
Er hat die Hoffnung nicht aufgegeben.
Und das merkt man nicht nur in Briefen. Es gibt noch einen Brief,
den werden wir noch reingucken.
Sondern man merkt es auch an dem Sendschreiben selbst.
Der Verfasser der Biografie, auf die ich mich hier stütze, Wolfgang von Wangenheim,
hat es so schön beschrieben.
Er sagt, was folgt, ist wie ein Privatbrief, der versehentlich zum Druck befördert worden ist.
Aus Versehen an alle senden.
Scheiße, wie kann ich mir das zurückrufen?
Mein Freund, der Inhalt der vorliegenden Abhandlung ist von Ihnen selbst hergenommen.
Unser Umgang ist kurz und zu kurz für Sie und für mich gewesen,
aber die Übereinstimmung der Geister meldete sich bei mir, da ich sie das erste Mal erblickte.
Ihre Bildung ließ mich auf das, was ich wünschte, schließen,
und ich fand in einem schönen Körper eine zur Tugend geschaffene Seele,
die mit der Empfindung des Schönen begabt ist.
Es war mir daher der Abschied von Ihnen einer der schmerzlichsten meines Lebens.
Es sei dieser Aufsatz ein Denkmal unserer Freundschaft, die bei mir rein ist
von allen ersinnlichen Absichten und ihnen beständig unterhalten und geweiht bleibt.
Da haben sich wahrscheinlich alle so ein bisschen mal so, what?
Tja, der Herr Freiherr von Berg in Liefland, der kriegt quasi dieses Werk gewidmet und übersandt.
Und damit können sich die meisten, glaube ich, jetzt definitiv denken,
in der Leserschaft damals, welche Bedeutung diese Freundschaft und die Bildung
des Körpers für Herrn Winkelmann hat.
Aber rein geistig, kein Körper.
Keine Absichten.
Keine Absichten. Nichts Wollüstiges.
Nein, geht immer darum, das Glück zu finden. Das muss man ihm tatsächlich zugestehen.
Das eine kriegt er bestimmt sowieso regelmäßig in Italien. So oft er das haben
will, wird er schon jemand finden. Aber ich bin mir auch nicht so sicher. Ich bin mir sicher.
Ob er das Bedürfnis hat.
Das mag auch sein, ja.
Also es mag jetzt küchenpsychologisch sein, aber ich habe bei ihm so das Gefühl,
er möchte dann schon, dass es Liebe ist.
Das nicht einfach nur irgendwie nebenbei.
Ja, es gibt halt diese eine Stelle, also es gibt schon noch Briefe,
wo er in Florenz auch davon spricht, dass er da eine wollüstige Zeit genossen habe.
Aber es kann natürlich alles Mögliche sein. Es ist eben nicht immer sexuell gemeint.
Es kann ja auch sein, wenn man mal jetzt in Florenz zwei Wochen ist, dass man da mal...
Dass man nur viel gegessen und getrunken hat und Musik gehört hat.
Oder dass man halt alles mal probiert für zwei Wochen und sagt,
Okay, wenn ich schon mal da bin.
Aber immer noch ist er ein mittlerweile 50-jähriger Mann...
Auf der Suche nach Liebe.
No.
Ja. Und er schreibt das tatsächlich auch nochmal einen Privatbrief.
Und das ist wirklich ein Abschiedsbrief.
Wo man das Gefühl hat.
Wir kommen dem Ende näher.
Wieso? Es tut mir richtig leid für ihn.
Rom, den 9. Juni 1762. Edler Freund.
So wie eine zärtliche Mutter untröstlich weinet um ein geliebtes Kind,
welches ihr einen gewalttätigen Prinz entreißt und zum gegenwärtigen Tod ins Schlachtfeld stellet,
ebenso bejammere ich die Trennung von ihnen, mein süßer Freund,
mit Tränen, die aus der Seele selbst fließen.
Ein unbegreiflicher Zug zu ihnen, den nicht Gestalt und Gewächs allein erwecket,
ließ mich vom ersten Augenblicke an,
da ich sie sahe, eine Spur von derjenigen Harmonie fühlen, die über menschliche
Begriffe geht und von der ewigen Verbindung der Dinge angestimmt wird.
In 40 Jahren meines Lebens ist dies der zweite Fall, in welchem ich mich befunden
und es wird vermutlich der letzte sein.
Mein werter Freund, eine gleich starke Neigung kann kein Mensch in der Welt
gegen sie tragen, denn eine völlige Übereinstimmung der Seelen ist nur allein
zwischen Zweien möglich.
Alle anderen Neigungen sind nur Absenker aus diesem edlen Stamme.
Aber dieser göttliche Trieb ist den mehrsten Menschen unbekannt und wird daher
von vielen Übelverstanden gedeutet.
Freundschaft ohne Liebe ist nur Bekanntschaft. Jene aber ist heroisch und über alles erhaben.
Sie erniedrigt den willigen Freund bis in den Staub und treibt ihn bis zum Tod.
Alle Tugenden sind teils durch andere Neigungen geschwächelt,
teils eines falschen Scheines fähig.
Eine solche Freundschaft, die bis an die äußersten Linien der Menschlichkeit
geht, bricht mit Gewalt hervor und ist die höchste Tugend, die Itzo unter den
Menschenkindern unbekannt ist.
Die christliche Moral lehret dieselbe nicht, aber die Heiden beteten dieselbe
an und die größten Taten des Altertums sind durch dieselbe vollbracht.
Ja, es ist so eine Abschiedsstimmung da drin. Also nicht nur,
dass er diesen Mal wieder einen Freund verabschiedet, von dem er sich mehr erhofft
hat und das auch mitteilt.
Sondern irgendwie auch so, dass er sagt, das ist das letzte Mal in meinem Leben
wahrscheinlich. Also irgendwie geht er davon aus, ich bin jetzt zu alt, um jemanden zu finden.
Hat er vorhin aber auch schon mal.
Ja, aber das ist so die depressive Stimmung, die bei ihm immer durchkommt und
tatsächlich hat er auch solche Phasen.
Immer dann, wenn er an Peter denkt oder an jemand anderen, kriegt er immer so
Schweißausbrüche und so Schwächeanfälle.
und das war jetzt zwar schon 1762, aber ich habe es jetzt extra mal so an das
Ende gestellt, um jetzt den letzten Teil hinaus zu gehen.
1768 überlegt sich Winkelmann, ich könnte jetzt noch mal eine größere Reise
machen, also entweder ich fahre nach Griechenland, weil wahrscheinlich hat er
immer noch Angst vor den Osmanen oder was auch immer.
Auf jeden Fall eine Genehmigung.
Das ist wahrscheinlich schwierig und teuer. Oder ich fahre noch mal nach Hause,
und besuche mal Freunde.
Nein, nicht den Peter.
Und nicht den Peter.
Nicht den Peter.
Ja, so weit wird er nicht kommen. Also seine Reiseplanung sieht vor,
über Venedig, Verona, Augsburg, München, Wien, Prag, vielleicht Dresden,
auf jeden Fall Leipzig, nach Dessau zu fahren.
Und dann vielleicht nochmal nach Göttingen oder so, da die Uni einen Vortrag halten.
Und dann wieder zurück. Also von Potsdam und Berlin und Peter ist nicht die
Rede. Es ist natürlich die Frage, ob Peter vielleicht irgendwo hingekommen wäre.
So wie jetzt verschiedene andere Freunde sagen, okay, ich treffe dich dann in
Augsburg oder ich komme nach München oder ich komme nach Leipzig,
da bist du auf jeden Fall, also in zwei Wochen warte ich in Leipzig auf dich,
also da macht er schon so Termine, schreibt auch Briefe und wir freuen uns alle,
dass wir uns wiedersehen und dann fahren sie los,
Frühjahr 68 geht es los und schon in den Alpen wird ihm schlecht und fühlt sich
niedergeschlagen und der Schweiß tritt ihm wieder hervor und sagt,
eigentlich möchte er sofort umdrehen, aber er ist halt nicht alleine unterwegs,
sondern hat jemand versprochen, ihm da ein bisschen zu helfen und zwar ein Mann namens Kabatepi.
Das ist wohl der größte antiken Händler zu dem Zeitpunkt in Rom.
Er hat auch einen Katalog dabei.
Und ein paar Ansichtsstücke, die er gerne an namhaften deutschen Höfen verkaufen würde.
Und Bestellungen angegennehmen würde. Der kann aber kein Deutsch.
Also ist er darauf angewiesen, dass da so eine Autorität wie Herr Winkelmann
da ist, der dann so einen Hof bringt und sagt, guck mal hier,
sieht fast aus wie der Laokorn, kannst kaufen. Also der übt da einen gewissen Druck aus.
So, jetzt lass uns doch wenigstens bis Augsburg, lass uns wenigstens bis München fahren.
Also Wien muss ja schon sein, also da wo der Kaiser ist oder die Kaiserin vielmehr,
denn tatsächlich werden sie empfangen von niemand Geringerem als Maria Theresia und Julius Kranke.
Also bricht Fieber aus, rafft sich dann quasi zu der Maria Theresia,
erzählt ihr noch was von dem Torso und dem Apollo wahrscheinlich oder was auch immer.
Auf jeden Fall ist sie sehr gerührt und dankbar und schenkt ihr mehrere Goldmünzen
mit ihrem Abbild und dem Abbild des Fürchten von Lichtenstein und vielleicht
noch von ihrem verstorbenen Gatten und wer alles noch so womöglich da drauf war.
und Kavacepi schreibt später über die Situation, also Winkelmann habe gezittert
und hätte Augen wie ein Toter gehabt.
Und an Stosch schreibt Winkelmann dann später, also tut mir leid,
aber ich schaffe es einfach nicht, dass wir uns sehen und so weit zu fahren.
Mein Herz spricht nein und ich will nach Hause.
Und nach Hause in dem Fall ist jetzt Rom. Da ist nämlich alles gut.
Das ist die Welt, in der ich mich jetzt wohlfühle und ich will einfach gar nicht hier oben sein.
Das Klima ist auch scheiße.
Aber es muss mehr sein, weil das passiert halt immer, wenn er emotional von
irgendwas belastet wird.
Das ist schon so eine eher depressive Stimmung, die das verursacht.
Also bei Peter war das der Fall und bei einigen anderen kamen solche Krankheitsschübe
dann auch plötzlich. Und hier ist es aber so stark, dass er sagt,
ich kann einfach nicht weiterfahren. Es geht nicht.
Selbst seine besten Freunde müssen er vertrösten.
Und er dreht dann um und fährt eben Richtung Triest. Da kommt er am 1.
Juni 1768 an, weil er von da mit dem Schiff rüber nach Arcona setzen möchte.
Das ist dann schneller als mit
der Postkutsche da auf den schlechten Straßen, sich da durch zu quälen.
Da fährt man lieber mit dem Schiff direkt rüber, muss aber eine Woche warten wahrscheinlich.
Also quartiert er sich dann in der Osteria Grande ein als Signor Giovanni.
Interessanterweise schreibt er seinen Nachnamen nicht dazu. Er schreibt auch
sehr viel Wert darauf, gewickt zu haben in der Situation, irgendwie anonym zu bleiben.
Wegen Cognito.
Ja, ich weiß nicht, ob die in Triest alle gewusst hätten, wer irgendwie Herr
Winkelmann ist. Er ist einfach nur Signor Giovanni.
Freundet sich scheinbar mit seinem Zimmernachbarn an. Ein Zimmer weiter wohnt
jemand, ein gewisser Arcangeli.
Der Erzengel?
Ja, mehrere gleich. Deswegen bin ich gerade ein bisschen unsicher.
Also wenn es Erzengel ist, wäre es Arcangeli.
Aber beim Namen wird es oft als Arcangeli, glaube ich, gesagt.
Aber ist der andere Italiener noch dabei?
Nee, der ist weitergefahren. Der hat dann bis Wien quasi den Start mitgekriegt.
Und dann wahrscheinlich hat, wenn die Maria Theresa den empfangen hat,
dann kann er in Dresden wahrscheinlich auch was reißen.
Und das erwähnen nur den Archangeli, weil den Gästen auffällt,
also wenn sie den Signor Giovanni gesehen haben in diesen Tagen,
dann war der immer zusammen mit diesem Francesco Archangeli aus Venedig.
Scheinen sich ganz gut zu verstehen und trinken da abends was und gehen zusammen
spazieren und einkaufen.
Er hat keinen Fieber mehr?
Er hat kein Fieber mehr. Er ist auch wieder in Italien. Also eigentlich Österreich noch.
Aber zumindest kann er wieder Italienisch sprechen und atmet da die Luft an
der Adria und weiß, da geht gleich mein Schiff rüber. Dann bin ich schon fast da.
Und am 8. Juni, da hat er seinen Koffer schon gepackt und auch schon bezahlt,
weil klar ist, heute fährt er das Schiff.
Da hört um 10 Uhr ein Kellner in dieser Osteria Grande, dass da was gerumpelt
ist in dem Stockwerk über ihn.
Einen schweren Sturz, der Kellner geht rauf und guckt nach und sieht dann den
Winkelmann am Boden liegen.
Und wie der Akangeli seine Hände auf der Brust von dem Winkelmann hat.
Und der guckt nur hoch, sieht den Kellner und haut ab.
Und tatsächlich ist Winkelmann schwer verletzt, blutet. Es wird ein Arzt gerufen.
Und bei Klaas dann ziemlich schnell ist es auch eine schwere Verletzung.
Wird auch gleich der Richter bestellt.
Der ist damit dann zuständig. Staatsanwalt gibt es nicht.
Kommt gleich der Richter in Triest, um Herrn Winkelmann zu befragen,
was mit ihm los ist. Und er kann tatsächlich das Ganze auch noch beschreiben.
Das wird dann auch festgehalten natürlich in den Akten. Das würden wir jetzt
noch hier als letztes großes Zitat mitnehmen.
Dieser Schurke, der im Zimmer nebenan wohnte, machte sich mit mir bekannt und
befreundete sich mit mir.
Ich zeigte ihm große Silbermünzen und auch zwei Goldmünzen, deren eine große
mir die Kaiserin in Schönbrunn geschenkt hat, mit dem Bildnis des Fürsten von Lichtenstein darauf.
Heute Morgen kam der genannte Schurke in mein Zimmer und bat mich,
ihn diese Münzen sehen zu lassen und ihm zu sagen, wer ich sei.
Und nachdem ich ihm gesagt hatte, dass ich kein Aufsehen noch meinen Namen wissen
lassen wollte, warf er mir unvermutet eine Schlinge oder einen Strick um den
Hals, um mich zu erwürgen.
Als ich mich dagegen, so gut ich konnte, wehrte und um Hilfe rufen wollte,
versetzte er mir mit einem Messer Stiche.
Wie viele, weiß ich nicht. Und dann floh er, nachdem er mich in meinem gegenwärtigen
Zustande gebracht hatte.
Und nicht nur das kann er noch mitteilen, wenn auch unter Mühen,
sondern er wird auch noch sein Testament diktieren.
Und tatsächlich erst nach sechs Stunden um 16 Uhr verscheidet.
Johann Joachim Winkelmann in Triest. getötet durch sieben Messerstiche.
Und jetzt gibt es aber noch eine Haufen Leute, die eigentlich immer noch in
Deutschland warten, dass er da morgen vorbeikommt.
Unter anderem sitzt in Leipzig ein junger Verehrer, 18 Jahre alt,
der alle seine Schriften gelesen hat und ihn endlich mal kennenlernen möchte,
das ist ein gewisser Johann Wolfgang Goethe.
und der beschreibt es dann später und wie ein Donnerschlag bei
klarem Himmel fiel die Nachricht von Winkelmanns Tode
zwischen uns nieder und nicht nur der junge Goethe ist erschüttert sondern die
ganze gebildete Elite auf dem Kontinent die sich für antike Kunst interessiert
das kennt Herrn Winkelmann und auch Johann Gottfried Herder schreibt direkt
noch eine Ode an meine Landsmann Johann Winkelmann,
die werde ich nicht ganz vorlesen nur ein kleines Stückchen O Selige,
wohin hinauf führst du den Erdensohn?
Den Lauf der großen Sonne, Himmel tut sich auf.
Ich seh die Helden aus Neid, aus Bosheit, Qual.
Nun ewiger, lügend, freudige Mal. Gott Herkules, Riesen hat er bezwungen,
Weltverwüster, Ungötter überrungen.
Mit sieben Kränzen hinauf, geschwungen, harter Flamme geläutert,
ruht da, überdenkt, auf seinen Heldenstab gesenkt, den Traum des Erdelebens. Lebens.
Nun einmal errettet aus Neid, aus Bosheit, Qual, ewiger Jugendfreude, Gemahl.
Stellen wir uns Winkelmann auf dem Olymp vor. Mitten von Marmor.
Und Ganymed an seiner Seite.
Goethe und Winkelmann hätten sich kennengelernt.
Goethe hatte wahrscheinlich das Gefühl, ihn zu kennen. Er hat ihn sehr verehrt.
Und vor allem hat Goethe ein Problem damit, dass dann zusehends Während er älter
wird, merkt er, wie plötzlich der Klassizismus nicht mehr so up-to-date ist
und alle sich diesen romantischen Quatsch reinziehen.
Und deswegen schreibt er dann 1805 auch nochmal einen Text, der heißt Winkelmann
und sein Jahrhundert und versucht quasi den Klassizismus zu retten,
gegen die Romantik zu verteidigen.
Hätte ihm klar sein müssen, der Trend ist vorbei.
Es kommt jetzt was Neues. Ja, so ganz vorbei ist es natürlich nicht.
Also im 19. Jahrhundert, in allen humanistischen Gymnasien wahrscheinlich,
gab es eine Winkelmannbüste irgendwo rumstehen.
Weiß ja, wie es geht.
Ja, du hast ja schon klar gemacht, dass du da, du bleibst wahrscheinlich bei
deinem kritischen Einschätzung.
Aber Goethe finde ich noch schlimmer.
Okay, das können wir so stehen lassen.
Als den entscheidenden Kommentar zu Winkelmann, Goethe war schlimmer.
Ich gehe nochmal zurück zu dem Anfang, zu dem Herrn, der da sich am kritischsten
geäußert hat. Und der hat jetzt auch nochmal zwei krasse Aussagen.
Die eine wirst du wahrscheinlich zustimmen, der Egon Fridell,
meint nämlich dann in dem Kapitel zum Klassizismus, in der Kulturgeschichte der Neuzeit.
Und doch war Winkelmann nichts weniger als ein ideenloser und fantasiearmer Kopf.
Vielmehr ein Genie der Invention, so gut wie der Grieche. Denn auch er hat etwas
erfunden, nämlich den Griechen.
Das klingt so, als wäre das ungefähr auf den Punkt gebracht,
dass wir es letztes Mal in der Aufklärung zumindest so herauskamen.
Ich würde jetzt Winkelmann nicht als ideenlosen Kopf bezeichnen.
Also ich glaube, der hatte sehr viele Ideen in seinem Kopf.
Ja, aber die behagen dem Herrn Friedell eben nicht. Denn der versteigt sich dann zu der Aussage.
Und so geht bei Licht betrachtet jene ganze fixe Idee des Klassizismus zurück
auf die sexuelle Perversion eines deutschen Provinzantiquars.
Oh, das ist jetzt ein bisschen zu hart.
Das ist ja wohl frech. Goethe sah das nicht so. Und Herder und die alle anderen.
Ja, aber es überrascht ja nicht, dass wir gerade in Deutschland auch so ein
bestimmtes Bild von der Antike haben, wenn halt die ganzen Goethes und Herders
und alle Winkelmann gut fanden.
Also kein Wunder, dass seine Ideen sich dann halt auch so massiv verbreitet haben.
Weil das ist ja Goethe und Schiller und das folgte Dichter und Denker.
Wenn Goethe die Autorität sagt, Winkelmann war gut.
Dann wird das natürlich innerhalb der Bevölkerung so auch weitergetragen.
und des Bildungsbürgertums. Die Antike.
Und dann mit der Apollos Biskuit.
Ja. Das finde ich cool.
Aber in dem Maße, wo rauskommt, dass der irgendwie auf junge Männer stand, wird es halt eklig.
Dann ist er sexuelle Perversion, die er da verfolgt hat. Und eigentlich ist
er doch bei dem Versuch gescheitert, mehr oder weniger.
Ja, und deshalb gibt es dann so Gerüchte, die du glaube ich auch hier heute
noch in deinem Kopf hattest, als du gekommen bist.
Ob dieser Zimmernachbar in der Osteria Grande in Triest, mit dem er sich der
Tagelang abgegeben hat, ob da nicht auch eine Liebelei im Spiel war.
daraus irgendein Streit geflossen ist. Ich hatte sogar ganz lange in meinem
Kopf, das sei eine Person gewesen, die das für Geld, sexuelle Dienstleistungen
erbringt, die sich Winkelmann da vielleicht geleistet hat.
Ob das der Fall ist oder nicht, das werden wir jetzt in einem True Crime Nachklapp
uns nochmal genau angucken, denn hier ist definitiv jetzt das Maß voll.
Zollberg fängt an, auf dem Stuhl rumzurutschen. Wir brauchen jetzt eine Pause.
Kann nicht so lange still sitzen.
Und was da wirklich in Triest los war und welche Vermutungen und Spekulationen
sich um Winkelmanns Tod ranken.
Das gucken wir uns dann gleich im Nachklapp an. Das ist ja unser Dankeschön
für alle, die sich entschließen können, uns bei Steady monatlich zu unterstützen.
Und ich sag's Ihnen nochmal.
Vielen Dank. Zuerst an Carolin, die heute da frisch dazugekommen ist.
Außerdem die bekannten Christina, Steffi, Sophie und Christoph.
Tobias, Beate, Sarah Solveig, Charlotte, Noemi, Henrike und Stefan.
und Aisha, Isabella, Silvia, Emma und Kofi und außerdem Maike,
Marte, Jojo und Cornelia, Arne, Vera, Dennis, Eva und Roland und bei Kofi waren
auch noch dabei Inzi und Caroline.
Vielen, vielen Dank für eure Unterstützung.
Ich hoffe, euch hat die Reise von Stendal über Rom nach Neapel und wieder zurück gefallen.
Schreibt uns gerne Kommentare und wie eure Einschätzungen und Sympathiewerte
für Winkelmann mittlerweile ausfallen, ob sich da was geändert hat,
vielleicht noch schlimmer geworden ist,
in die Kommentare bei Spotify oder direkt per E-Mail an kontakt at fluffung-geschichte.de
und nächstes Mal haken wir nochmal nach,
wie das Leben in Münster eigentlich so wirklich ausgesehen hat bei Solberg. Bis dahin, macht's gut.
Tschüss.
Ciao.
So wie ein Mensch, der nach Bewunderung des prächtigen Portals an einem Tempel
auf die Höhe desselben geführt würde.
Ja, ja, ja, ja.
Jetzt wird es doch gut.
Er hat sich warm geschrien.
Ja, wirklich. Erheben sich hier schwellende Hügel von Muskeln,
um welche sich oft... Oh, mein Gott!
Oh, mein Gott!
Aber du meintest, da gibt es nichts.
Entschuldigung, ich war da... Ich war dann so ungeduldig.
Ich versuch's nochmal.
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