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Dein Geschichtspodcast mit Daniel und Solveig

FG064 - Irgendwas mit Bismarck | Planlos zur Einheit

29.01.2026 72 min

Zusammenfassung & Show Notes

In der Fortsetzung unserer Bismarck-Reihe konzentrieren wir uns auf das Entscheidungsjahr 1866. Wir fragen nach der Herkunft des Mythos vom „Reichsschmied“ und wie planvoll der Weg zum deutschen Nationalstaat war. Wir blicken auf verschiedene Akteure. analysieren die technischen Innovationen auf dem Schlachtfeld und diskutieren mögliche alternative Geschichtsverläufe.

Attentat und Kriegsbeginn

Kurz bevor der Konflikt mit Österreich im Mai 1866 eskalierte, hätte es auch schon wieder vorbei sein können: Ein junger Mann namens Ferdinand Cohen-Blind feuerte in Berlin fünf Schüsse auf Bismarck ab. Bismarck überwältigte seinen Attentäter höchstpersönlich, doch die öffentliche Reaktion war überraschend unterkühlt. Liberale Blätter sahen in Cohen-Blind fast schon einen Patrioten, der das Land von einem „Unhold“ befreien wollte. Wir besprechen, wie Bismarck diesen Moment für seinen Heldenmythos nutzte und wie schließlich ein Streit um Zuständigkeiten in Schleswig-Holstein den offiziellen Kriegsgrund gegen Österreich lieferte.

Mit der Bahn nach Böhmen

Bei Ausbruch des Deutschen Krieges standen die meisten Wetten wahrscheinlich gegen Preußen. Nicht nur Friedrich Engels sah die Preußen noch als unerfahrene „Friedensarmee“ und gegen Dänemark hatten die Österreich deutlich mehr Beachtung bekommen. Der preußische Generalstabschef Helmuth von Moltke setzte auf Schnelligkeit und Risiko. Für einen schnellen Aufmarsch nutzte er das wachsende Eisenbahnnetz und brachte die österreichische Nordarmee unter General von Benedek schnell in Bedrängnis. 

Preußen und sein neuer Bund

Nach dem Sieg wurden die Karten in Deutschland neu gemischt. Wir beleuchten die Gründung des Norddeutschen Bundes und das Schicksal vieler kleinerer deutscher Staaten. Während Staaten wie Hannover von der Landkarte verschwanden, musste die freie Stadt Frankfurt die preußische Härte schmerzhaft spüren. Wir erzählen die tragische Geschichte des Frankfurter Bürgermeisters Karl Fellner, der sich angesichts der preußischen Geldforderungen und Kanonendrohungen das Leben nahm. Gleichzeitig entsteht mit der neuen Bundesverfassung der erste deutsche Bundesstaat. Erweitert um die süddeutschen Staaten entsteht daraus noch im Krieg gegen Frankreich 1871 das deutsche Kaiserreich.

Die „Englische Alternative“ und liberale Träume

Zum Ende werfen wir einen Blick auf einen hypothetischen Wendepunkt der Geschichte. Was hätte es bedeutet, wenn der Kronprinz (später Friedrich III.) früher an die Macht gekommen wäre? Wir diskutieren die sogenannte „Englische Alternative“: Friedrich war mit Victoria, der Tochter von Queen Victoria, verheiratet und galt als Hoffnungsträger für einen britisch geprägten Liberalismus in Preußen. Hätte ein starkes Parlament den "preußischen Militarismus" frühzeitig einhegen können? Wir klären, warum diese Idee falschen Vorstellungen folgt und welche fortschrittlichen Ideen letztlich durch die konservative Führung umgesetzt wurden.

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Transkript

Daniel
00:00:00
Heute geht's nach Böhmen mit den Preußen. Ist eigentlich auch das einzige Ausflugsziel, was bei uns von Berlin aus recht schnell zu erreichen ist. Die ehemaligen habsburgischen Erblande. Und wir sind unterwegs immer noch mit Bismarck.
Solveig
00:00:17
Hurra!
Daniel
00:00:41
Ja, hallo Solveig.
Solveig
00:00:42
Hallo Daniel.
Daniel
00:00:43
Du hast dir irgendwas mit Bismarck gewünscht. Und ich weiß nicht, ob du es geahnt hast, dass diese undefinierte Frage oder Fragestellung dazu führt, dass ich mich doch ein bisschen verzettel. Denn ja, natürlich werde ich nicht die ganze Bismarck-Biografie hier aufrollen, sondern wir werden den Mythos Bismarck nach wie vor angehen. Der angebliche Schmied des Reiches, der einen Plan hatte, von Anfang an nicht nur Ministerpräsident von Preußen zu werden, sondern dann auch ganz gezielt erstmal Schleswig-Holstein zu befreien, aus den Fängen des dänischen Raubstaates, Österreich aus Deutschland auszuscheiden, den Erbfeind zu schlagen und die Sozialdemokratie. Und dann endlich das Reich zu einen. Wir werden mal schauen, was am Ende dieser Folge von diesem Mythos so übrig bleibt. Aber wir begrüßen euch natürlich alle. Ich hoffe, der erste Teil war nicht zu verborren. Mir kam es dann doch ein wenig zerfasert vor nachher. Und ich brauchte jetzt nochmal den Moment, um mich zu sammeln, damit wir jetzt gemeinsam einen neuen Kriegsschauplatz besuchen, nämlich die Entscheidung über die deutsche Frage, die nun schon lange im Raum steht, der deutsche Dualismus, der begonnen hat schon ein Jahrhundert vorher, nämlich mit dem einzigen König auf Preußens Thron, der jemals den Beinamen der Große bekommen hat und den auch erfolgreich verteidigen konnte in der Nachwelt.
Solveig
00:02:12
Bislang.
Daniel
00:02:13
Bislang jedenfalls. Also Wilhelm II. hat das ja probiert. Mit seinem Großvater Wilhelm und den auch immer konsequent Wilhelm den Großen genannt. Aber dann kamen Bismarcks Erinnerungen raus.
Solveig
00:02:26
Was, das mit dem Großen?
Daniel
00:02:27
Mit dem Großen Plan. Oder wie hast du es immer genannt in der letzten Folge? Was hatte Bismarck vor Augen?
Solveig
00:02:33
Ein Vision Board.
Daniel
00:02:34
Ein Vision Board. Bismarcks Vision Board. Und der hat den alten Kaiser völlig verdrängt aus der Wahrnehmung. Inklusive dieser berühmten Bonbons, dass Wilhelm der erste Mal gesagt haben soll, es war nicht immer leicht oder es ist nicht immer leicht, unter Bismarck Kaiser zu sein. Auch das sicher ein Wort, das sich in eine Reihe einreiht. Unter die anderen großen Worte berühmter Persönlichkeiten wie sollen sie doch Kuchen essen oder tötet sie alle, Gott wird die Seinen erkennen. Es war nicht immer leicht, unter Bismarck Kaiser zu sein. Denn tatsächlich, es ist vor gar nicht allzu langer Zeit eine sehr umfassende neue Biografie über Wilhelm I. Erschienen von Jan Markert, der auch in Vorträgen sehr vehement die These jetzt vertritt. In Wahrheit war es alles Wilhelm. Ja, und deswegen habe ich es auch sehr betont und das lässt sich auch schlecht bestreiten in der letzten Folge. Dass natürlich Wilhelm ein Ziel hatte, nämlich zum Beispiel die Eskalation des Konfliktes im preußischen Kampf um die Heeresreform und sich sehr gezielt den Mann ausgeguckt hat, der ihm in die Hand versprochen hat, ich setze durch, was Majestät befehlen und das vor allem hat ihn dann qualifiziert für diesen Posten. Und Jan Markert setzt gewissermaßen diese Sichtweise fort, dass auch die meisten anderen Entscheidungen natürlich letztlich auf Wilhelms Interessen kommen. Und Maßgaben beruhen und Bismarck das dann halt sehr erfolgreich umgesetzt hat. Aber ja, es ist nicht der große Schmied des Reiches wahrscheinlich, sondern am Ende, die Entscheidung trifft natürlich immer der preußische Monarch. Aber es ist trotzdem bemerkenswert, dass Bismarck es geschafft hat, mit seinen Gedanken und Erinnerungen aus dem Ruhestand quasi den ganzen Erfolg für sich einzuheimsen. sodass dieses Kaiser-Baumont eben immer noch für wahrgenommen wird. Als habe Seine Majestät das wirklich mal gesagt. Dafür gibt es keine Belege. Aber wir, ihr Lieben, und ich begrüße nochmal vor allem diejenigen unter euch, die zuletzt sich entschlossen haben, uns bei Steady zu unterstützen. Das waren Corinne, Katrin, Katrin Ohnehaar, Jan, Hermann und Julia. Vielen Dank, dass ihr dabei seid, genau wie die ganze andere große Runde und jetzt auch wissen wollt, hoffentlich, wie diese große Entscheidung ausgeht. Es hätte auch früher ausgehen können. Nicht nur, dass ich es jetzt so lange gebraucht habe in der letzten Folge, sondern kurz bevor dieser Krieg mit Österreich quasi in die wirklich heiße Phase kommt, am 7. Mai 1866, war Bismarck unterwegs, zu Fuß, in Berlin, von seinem Arbeitsplatz nach Hause, als ein, ich glaube, relativ junger, ich bin nicht sicher, ob er noch Student war oder kurz danach, ein gewisser Ferdinand Cohen blind sich ihm entgegenstellt. Und fünf Schüsse auf den Ministerpräsidenten abgibt, die ihn offenbar streifen oder prellen. Aber Bismarck gelingt es einfach sich umzudrehen und dem jungen Mann seine Waffe zu entwenden. Auch das gehört mit in den Heldenmythos, der Mann, der selbst seinen Attentäter stellt. Und ja, sagen wir mal, die Reaktionen sind auch ganz interessant. Die fallen nämlich eher verhalten aus. Also offenbar fanden mehrere, vor allem demokratische Blätter, das wäre jetzt auch nicht so schlimm gewesen. Also die Methode billigen wir natürlich nicht.
Solveig
00:06:04
Die richtigen Ziele, die falschen Mittel.
Daniel
00:06:06
Aber sollte es einen neuen Ministerpräsidenten geben, hätten wir auch nichts dagegen. So schreibt die Zeitung Württembergischer Demokraten. Es wird sich niemand getrauen, den jungen Mann für einen schlechten Deutschen zu halten, der sein Leben daran gegeben hat, um das Vaterland von einem solchen Unhold zu befreien. Bismarck polarisiert, damals wie heute scheinbar. Ja, und es gab aber auch noch die Möglichkeit, vielleicht auf dem Wege einer internationalen Konferenz den Konflikt mit Österreich nochmal beizulegen. Und da gab es vor allem eine Vormacht seinerzeit in Europa, die sich da berufen fühlte, für Ordnung zu sorgen, weil sie sich eben als Hegemonialmacht verstand, nämlich das Frankreich unter Napoleon III. Und der lädt alle Beteiligten ein, wir könnten das doch in Paris vielleicht bei einer Konferenz alles beilegen. Aber Österreich sagt im Vorfeld gleich, über Venezien diskutieren wir nicht. Bildet euch das gar nicht ein, die können sich schon denken, was man da von ihnen verlangt. Und dann hat sich das eigentlich auch erledigt, bevor da überhaupt jemand in den Zug steigt. Und gleichzeitig überträgt Österreich dann die Verantwortung für Schleswig-Holstein. Ihr erinnert euch, eigentlich waren sie zwei Jahre vorher noch gemeinsam mit Preußen. Gegen Dänemark ins Feld gezogen und übertragen jetzt Schleswig-Holstein komplett als Verwaltung quasi an den Deutschen Bund. Das heißt, sie brechen die Vereinbarung, die sie seinerzeit in Bad Gastein mit Österreich getroffen haben, wie man mit Schleswig und Holstein teilt, wer wo seine Schiffe platzieren darf. Und das ist dann der offizielle Kriegsanlass für Preußen. Und ja, was denkst du, wer aus der Zeit, wenn wir versuchen, uns zurückzuversetzen in das Frühjahr 1866 und wir wissen natürlich überhaupt gar nichts von dem, was in der Geschichte später alles noch passieren wird, wem würdest du zutrauen, diesen Krieg zu gewinnen?
Solveig
00:08:04
Der Preußen.
Daniel
00:08:05
Preußen, warum denn den Preußen? Die sind doch nur so eine kleine Großmacht.
Solveig
00:08:09
Gut finanziert.
Daniel
00:08:11
Wir haben ja Glück gehabt, dass sie 1815 da als Großmachter noch überhaupt mitspielen durften.
Solveig
00:08:16
Die haben eigentlich noch mehr Geld.
Daniel
00:08:18
Okay, das ist natürlich ein Argument. Sie haben die Kredite gekriegt, aber die Österreicher haben sich ja auch 90 Millionen Taler bei den französischen Banken besorgt. Also sonst würden sie sich das ja nicht trauen. Und die Österreicher sind eine Großmacht in europäischer Liga.
Solveig
00:08:32
Ja, aber militärisch, wenn sie da schon den Solferino verloren haben.
Daniel
00:08:36
Gegen die Italiener.
Solveig
00:08:37
Gegen die Italiener.
Daniel
00:08:38
Mit französischer Hilfe natürlich. Also die Italiener mit französischer Hilfe. Die meisten Europäer, glaube ich, damals denken eher, ach du die armen Preußen, wo sind die da jetzt reingeraten?
Solveig
00:08:49
Die hätten wir nochmal beiseite neben Mäusen. Leute, Mäuschen, möchtest du das wirklich?
Daniel
00:08:54
Ja, es gibt auch eine Person, damals ein Fabrikantensohn, der sich gerne politisch äußert und meistens immer sehr schnell reagiert. Das, was ihm gerade so in den Kopf kommt, ein gewisser Friedrich Engels sagt damals, Preußen hat seit 50 Jahren keinen Krieg mehr geführt. Seine Armee ist im Großen und Ganzen eine Friedensarmee mit all der Pädanterie und Schikane, die jeder Friedensarmee anhaften. Und das ist, glaube ich, eine Meinung, die eigentlich viele vertreten, also die Preußen.
Solveig
00:09:19
Die haben gerade eine Kriegsreform durch.
Daniel
00:09:21
Naja, durch sind die ja noch nicht. Also sie haben jetzt ein paar neue Gewehre gekauft.
Solveig
00:09:26
Die sind jetzt drei Jahre da im Dienst und die Landwehr sind ersetzt worden.
Daniel
00:09:30
Ja, okay, die sind noch dabei. Sie sind ja noch nicht ganz fertig damit. Das heißt, sie haben auch den Clinch die ganze Zeit noch zu Hause. Den sie einfach geflissentlich ignorieren natürlich und einfach weitermachen mit ihrer Umstellung. Aber so ganz abgeschlossen ist das ja noch nicht. Und vor allem, ja, die Dienstzeit, das hat sich jetzt noch nicht ausgewirkt, wahnsinnig. Die haben ein paar neue Gewehre gekauft. Das sogenannte Zündnadelgewehr. Das ist eine bemerkenswerte Innovation eines gewissen Herrn Dreise aus Sachsen. Und gar nicht ganz neu, sondern in den 30er Jahren schon entwickelt. Wir haben es beide schon mal vor Augen gehabt. Denn das Museum, in dem wir beide tätig waren, war ja mal das preußische Zeughaus und das ist bei diesem Sammlungsbereich ziemlich gut aufgestellt.
Solveig
00:10:10
Das ist viel Zeug.
Daniel
00:10:12
Genau und das Bemerkenswerte an diesem Gewehr ist eben, ich muss es nicht mehr von vorne laden, sondern ich kann liegen bleiben, in Deckung bleiben und einfach von hinten schnell die nächste Patrone einlegen und bin wieder ein bisschen schneller am Zuge. Das haben sich viele angeguckt und manche auch in Preußen haben gesagt, nee, lass uns das lieber nicht kaufen. Und das ist Quatsch, weil die Soldaten haben ja dann nur eine bestimmte Zahl Schuss immer dabei und dann ballern die das einfach raus und sagen dann Feierabend. War so ein bisschen vielleicht eine der Überlegungen, warum man das dann ja teilweise sich dagegen entschieden hat, das zu erwerben. Und die Österreicher haben zum Beispiel einfach mehr in Artillerie investiert. Also da sind die besser aufgestellt als das bei den Preußen. Die haben da erst mal so ein paar neuere, gezogene Läufe sich besorgt. Also die da ein bisschen gezielter tatsächlich feuern können. Und ich finde ja interessant, dass Friedrich Engels damit anfängt, Preußen hat seit 50 Jahren keinen Krieg mehr geführt. Das ist auch nicht unbedingt die erste Assoziation, die viele Leute mit Preußen haben. Eine Friedensarmee ist. Sprich, die wissen überhaupt nicht, wie sich Krieg dann in echt anfühlt. Die sind einfach nur gewöhnt, irgendwo auf dem Hof in Uniform zu exerzieren und sich irgendwie von ihren Vorgesetzten vielleicht noch mit dem Schlagstock dabei drillen zu lassen. Und auch der preußische Botschafter in London, ein gewisser Albrecht-Graf von Bernstorff, sagt dazu, wie sollen wir einen solchen Vernichtungskampf bestehen ohne Frieden im eigenen Lande, gegen den Willen der ungeheuren Mehrheit des eigenen Volkes, mit der widerwilligen und größtenteils widerspenstigen Landwehr und Reserve. Also der sieht irgendwie sein Land da auch kurz vor dem Untergang. Und Hermann von Boyen, Generaladjutant seiner Majestät, sagt, bloß kein Krieg mit Österreich. Der König in seinen 70. Jahren an der Spitze, Moltke ihm zur Seite, der Abgelebte, wohin soll das nur führen? Also eigentlich scheint das irgendwie nicht so ein gutes Vorzeichen zu haben. Und dieser Herr Moltke, der Abgelebte, der hat auch noch so einen komischen Plan, der auch für viel Skepsis sorgt. Der sagt nämlich, wir nutzen die Eisenbahn, wir müssen möglichst schnell darunter. Also den Vorteil, den wir haben, ist, dass wir das Geld haben natürlich. Wir haben aber vor allem auch mehr Bahnstrecken und wir könnten sehr schnell unten in Böhmen sein, bevor die Österreicher überhaupt wissen, was los ist. Und da ist aber immer so dieses bei diesem Mobilisieren und die Italiener, wann kommen die, wann kommen die Österreicher, wo gehen die gerade hin und dann ist in Berlin immer wieder so zögerlich, sollen wir jetzt schon die auch mobilisieren oder nur die oder alle und da hat Molke so ein bisschen Mühe den Willen zu überzeugen, jetzt bitte gib mir den Befehl, damit wir den einen Vorteil schneller da unten zu sein per Bahn auch ausnutzen können. Und damit sein Plan aufgeht, werden die preußischen Streitkräfte auf verschiedenen Wegen aufgeteilt. Per Bahn nach Böhmen-Böhmen. Tschechien transportiert. Und der heikle Punkt, der für so viel Skepsis sorgt, ist, wenn so eine einzelne Teilarmee der Preußen auf die gesamte Nordarmee der Österreicher trifft. Dann wäre das natürlich was Leichtes für diese Nordarmee Österreichs jetzt die kalt zu stellen, bevor da die Nächsten eintreffen. Das heißt, dieser Plan geht nur auf, wenn alle diese Armeeteile zum richtigen Zeitpunkt sich wieder vereinen und dann geschlossen den Österreichern gegenüber treten. Und das ist so die große Gefahr, die er dabei eben eingegangen ist. Der König vertraut ihm. Er sagt, wenn Moltke was sagt, ab sofort spricht er immer, als wäre der Befehl direkt von mir. Da sind dann auch ein paar andere Generäle pikiert. Und tatsächlich, das ist eben der große Vorteil, den die Preußen haben auf ihrer Seite. Die haben es einfach geschafft, irgendwie schneller so ein Eisenbahnnetz darunter zu bauen. Und so kann man 500 Kilometer in 40 Stunden zurücklegen, statt 14 Tage zu marschieren für die gleiche Strecke. Das macht schon was aus. Und da gibt es eine schöne Quelle von einem gewissen Wilhelm-Peter Molitor. Der gehörte der Rheinischen Landwehr an und ist dann auf dem Weg ganz aus unseren heimatlichen Gefilden. Rüber nach Böhmen und schreibt dabei Tagebuch. Und für den ist das auch ein bisschen so eine Sightseeing-Tour natürlich, wenn man so ein einfacher Soldat ist, der normalerweise auf irgendeinem westfälischen oder rheinländischen Hof sein Dasein fristet und jetzt plötzlich per Bahn hunderte Kilometer quer einmal durch Mitteleuropa transportiert wird. Ist das schon spannend, auch mal zu gucken, wie das so ausschaut. Und ich habe zwei Stellen ausgesucht, wie er das so beschreibt. Als ich nun wieder die Augen aufmachte und hörte, wie der Zug still stand, da fragte ich, wie heißt es hier? Jedoch ehe die Antwort der Kameraden erfolgte, rief man draußen, Dortmund, das ist eine recht schöne Stadt. Ja, genau, so ging es mir auch, als ich das gelesen habe. Verzeiht uns bitte, liebe Dortmunder. Aber ihr werdet, glaube ich, auch nicht behaupten, dass Dortmund jetzt eine recht schöne Stadt ist.
Solveig
00:14:56
Damals bestimmt.
Daniel
00:14:57
Ja, damals hat sie noch den Glanz der alten Reichsstadt wahrscheinlich bewahrt.
Solveig
00:15:01
Das ist Ruhrgebiet.
Daniel
00:15:02
Bisschen verrust schon mittlerweile. Aber immerhin, also für Herrn Molitor ist das eine recht schöne Stadt. Die Türen des Wagens wurden halb geöffnet, da begrüßten uns die ersten Strahlen der aufgehenden Sonne. Nun weiß ich aber nicht Worte genug, diesen Anblick zu schildern. Gleichfalls auf fremder Erde schienen wir zu fliegen und das erhabene Grün der Wiesen sowie die reizenden Dörfer und Städtchen, welche sich unseren Augen panoramaähnlich vorstellten. stellten. Da sah man flüchtig einen schönen Berg, da dieses, da jenes, wobei die Sonne gleichfalls ihr Licht strahlen ließ, wie als wollte sie uns die Welt in abwechselnder Gestalt zeigen. So führte der Zug uns immer weiter und weiter nach Oberhausen. Dann bis Hamm.
Solveig
00:15:43
Mensch, das ist ja die ganze Welt.
Daniel
00:15:46
Eines schöner als der andere. Bielefeld fand er übrigens auch ganz toll. Nun ging's weiter. Noch lange von Bielefeld erzählend, nach Minden in Westfalen, wo wir gegen Mittag ankamen. Da wurde einige Aufenthalt gemacht, denn durch das Fahren war ein Wagen bald in Brand geraten, denn es hielt kein Schmier mehr an der Achse. Da wurde nun ein anderer Wagen einrangiert und es ging weiter nach Bückeburg zu. Unterwegs wurde so recht von der auffallenden Kleidertracht gesprochen, denn die Westfälinger haben eine besondere Kleidertracht. Diese werde ich später genauer erklären. Leider hat er das nicht gemacht. Es hätte mich jetzt interessiert, wie er die Westfählinger Tracht beschreibt.
Solveig
00:16:23
Während du das vorgelesen hast, das ist der RL6, den er da nimmt. Der fährt heute noch so die Station.
Daniel
00:16:28
Ja, klar. Ich glaube, an den Bahnlinien haben wir jetzt nichts mehr geändert. Wenn der Bahndamm einmal errichtet ist, muss man nur die Gleise regelmäßig mal erneuern.
Solveig
00:16:36
Wo ist mir gerade so bewusst geworden? Der fährt ja mit dem RL6 durch der W.
Daniel
00:16:40
Der fährt aber nicht durch Oberhausen, oder?
Solveig
00:16:42
Doch, der hält, glaube ich.
Daniel
00:16:43
Auch noch. Ist wahrscheinlich in Hamm umgestiegen.
Solveig
00:16:44
Ja, das kann sein, ja.
Daniel
00:16:46
Zugteilung.
Solveig
00:16:47
Zugteilung, Stuttoberhausen ist ja bei Dortmund, haben, das ist die, haben, ja, Bielefeld, Bückeburg.
Daniel
00:16:54
Bückeburg hält der aber auch nicht mehr.
Solveig
00:16:56
Der L6 endet in Minden. Aber da ist ja die S1 nach Hannover umgestiegen.
Daniel
00:16:59
Alles klar. Also zumindest ein Teil von uns haben vielleicht genau vor Augen, welchen Weg der Herr Molitor hinter sich gebracht hat. Und ja, wir behalten uns im Herzen, dass Dortmund eine recht schöne Stadt ist. Und Bielefeld auch ganz toll. Also der ist also auf einem dieser Wege mit dem R6 auf dem Weg zum böhmischen Schlachtfeld.
Solveig
00:17:23
Braucht ein bisschen, im Deutschland-Tippen.
Daniel
00:17:26
Und der Oberbefehlshaber der Nordarmee der Österreicher, der General von Benedek, der kennt sich eigentlich gar nicht so gut aus da oben. Der hat bislang immer nur gegen die Italiener gekämpft und dann haben sie ihn da plötzlich zur Nordarmee verfrachtet, weil der Erzherzog Albrecht war es, glaube ich, keine Lust hatte, nach Böhmen zu gehen. Der wollte gerne nach Italien und da musste der Herr Benedek jetzt plötzlich da in Böhmen sich zurechtfinden und findet eigentlich am besten, wäre es doch, wir würden in der Nähe von Olmütz, das kennen die Preußen ja gut. Uns da quasi verschanzen. und eine defensive Taktik erstmal fahren. Aber die Regierung in Wien findet das nicht so gut. Die möchte hier vorwärts, vorwärts und Fakten schaffen. Sieh zu, dass du da weiterkommst und sagt, verrückt mal bitte vor nach Böhmen. Und das heißt, er geht immer weiter und wird dann und dann erfüllt er quasi Moldkes Wunsch, weil dann diese Teilarmeen von zwei Seiten so ein bisschen mit der Bahn und dann mit den Märschen nachher an ihn heranrücken und es jetzt tatsächlich die chance gibt die österreicher so einzufassen von zwei seiten das wäre ihnen in olmützern nicht gelungen wäre da stehen geblieben und während da die preußen unterwegs sind die teilarmee noch und die österreicher auch noch gibt es schon die ersten schlachten und mit ausnahme von einer schlacht haben die preußen immer gewonnen mal kleinere gefechte mal schon etwas größere gefechte kleinere schlachten ich weiß nicht verzeiht es mir, Ich bin kein Militärexperte, wo man da die Grenze setzt und woran man das misst. Auf jeden Fall geraten die schon ein paar Mal aneinander und es läuft in der Regel nicht gut für Österreich. Also bei einem werden sie als Sieger gesehen, allerdings unter massiven Verlusten, sodass Herrn Benedikt dann recht bald schon schimmert, das läuft hier nicht gut für uns und es könnte noch katastrophaler werden. Und er telegrafiert dann nach Wien. Wie wäre es denn, wenn wir Waffenstillstand machen, bitte?
Solveig
00:19:16
Ich habe doch gerade erst angefangen.
Daniel
00:19:17
So ähnlich muss Franz Josef auch reagiert haben. Ungefähr so stelle ich mir das vor. Jedenfalls lautet dann seine Antwort. Offenbar hat der Benedikt schon so zwei, dreimal hintereinander gesagt, können wir jetzt Waffenstillstand? Und Franz Josef sagt nochmal, hallo, liefer erstmal. Also Telegramm, Franz Josef, einen Frieden schließen unmöglich. Ich befehle, wenn unausweichlich, den Rückzug anzutreten. Hat denn wenigstens eine Schlacht stattgefunden? Das fragt er, nachdem sie in den letzten drei Tagen 31.000 Mann verloren haben. Und natürlich fragt Herr Benedikt jetzt nicht auch nochmal nach, heißt das, dass Majestät eine große Schlacht wünschen unbedingt? Sondern das steht dann jetzt quasi so im Raum. Und ja, okay, dann müssen wir jetzt doch tatsächlich die Entscheidung suchen. Und die kommt am 3. Juli zustande. In der Nähe, jetzt habe ich wieder nicht geguckt, wie die Stadt heute auf Tschechisch heißt. Das tut mir sehr leid. Aber für die deutsche Geschichte ist es einfach König Grätz. Und da treffen etwa 400.000 Soldaten aufeinander. Wo, und das finde ich eh bemerkenswerterweise, ich glaube nur ein, Tausend davon ihr Leben verlieren, aber natürlich noch viele andere Tausende verletzt werden und dann kampfumfähig werden und tatsächlich fünfmal so viel Österreicher wie Preußen und das liegt unter anderem auch an diesem neuen Gewehr, dass die Preußen sich da besorgt haben und daran, dass Herr Benedikt zwei Jahre vorher in Dänemark war und die da immer sehr engagiert nach vorne gegangen sind und dann gerne auch mal Nahkampfe mit Bayonett gemacht haben und so und das hatten die wahrscheinlich noch so teilweise verinnerlicht und gesagt haben, So, los, wir stürmen nach vorne und wir... Sprengen die alle auseinander und da ist so ein Zündnadelgewehr natürlich dann doch sehr effektiv. Das kann vielleicht nicht so gut zielen, wie die österreichischen Vorderlader das hätten noch können. Die konnten noch ein bisschen weiter schießen eigentlich, also größere Reichweite als diese Zündnadelgewehre auf preußischer Seite. Aber da die Österreicher jetzt alle auf die zustürmen und so. Dann war die Zündnadelgewehre vielleicht ganz gut. Und trotzdem muss man sagen, bis etwa mittags war das nicht so klar, wie das hier ausgeht, sondern ganz im Gegenteil. Einer der Befehlshaber wird dann schon nervös und fragt dann auch den Moltke oder beobachtet den Moltke. Ich glaube, er kommuniziert nicht mit dem, aber beobachtet den Moltke. Moltke fragt sich, wie kann denn der so ruhig bleiben die ganze Zeit? Wir verlieren das hier noch womöglich am Ende. und dann quasi rechtzeitig am frühen Nachmittag kommt, ich glaube, es war der Kronprinz Friedrich Wilhelm mit der letzten Teilarmee noch auf dem Schlachtfeld in König Graetz an. Und das ist dann so, dass die Preußen aufatmen können und sagen, so, jetzt werden wir es wahrscheinlich doch schaffen. So, und heute natürlich sagen wir alle, König Graetz, das ist die große Entscheidungsschlacht. Offenbar war Franz Josef auch zufrieden, dass die Schlacht stattgefunden hat. Nein, ich fürchte nicht. Das ist natürlich erschütternd für ihn. Aber auf der preußischen Seite, auch insbesondere für König Wilhelm, ist das damals noch nicht so klar, dass damit der Krieg sich jetzt quasi erledigt hat, dass man es geschafft hat. Sondern laut anderer soll er eigentlich erwartet haben, dass er eine zweite große Schlacht für wahrscheinlich hält, also dass man sich sammeln müsse und da vorbereiten müsse und dass man eigentlich nicht gehofft hat, dass Österreich jetzt auf die doch eher umfänglichen preußischen Friedensforderungen, Bedingungen eingehen würde. Also sie fordern, ich zitiere hier aus einem Brief von Wilhelm, die künftige Gestaltung Österreichs und Deutschlands ohne ersteres. Dies wird nun Österreich gewiss nie annehmen, wenn nicht unsere Stellung vor Wien, der anfangende Aufstand in Ungarn und eine endliche Operation der Italiener nach Triest es zur Nachgiebigkeit zwingen. Denn anders als 1859 verläuft der Krieg auf der italienischen Seite gerade eher besser für die Österreicher. Also die konnten sogar ein paar Truppen da abziehen, um dann gegen die Preußen da Verstärkung zu haben. Und deswegen überlegen sie natürlich auch kurz, sollten wir nicht ein bisschen so Richtung Wien noch und vielleicht dann später auch eine kleine Parade in Wien veranstalten, damit die kapieren, wer hier gewonnen hat. Das müssen sie dann aber gar nicht mehr, denn es kommt der französische Gesandte Vincent Benedetti, der vorher bei Franz Josef war und dann mit Bismarck redet und Willem berichtet dann von dem, was Benedetti da mitzuteilen hatte, nämlich dass Österreich die von uns durch Napoleons Vermittlung gestellten Waffenstillstandsbedingungen zugleich als Friedenspräliminarien angenommen hat. Also das ist immer dieser Vorfrieden. Erstens Ausscheiden Österreichs aus dem Bunde. Zweitens Konstituierung Norddeutschlands unter Preußens Leitung mit dem Oberbefehl über die Truppen. Drittens Konstituierung Süddeutschlands. Wie? Ist nicht gesagt. Viertens Annexion der Elbherzogtümer an Preußen. Und fünftens österreichische Kontributionen an Preußen zu zahlen und Grenzrektifikation in Österreich-Schlesien. Dass Österreich diese enormen Konzessionen macht, beweist, wie kampfumfähig es sich fühlt. Ich traute meinen Ohren nicht, als Benedetti mir dies Resultat durch Bismarck mitteilen ließ. Wenn also Italien keine Schwierigkeiten macht, so kann in einigen Tagen Waffenstillstand sein und wir müssen uns freilich mit der Ansicht von Wien begnügen, da wir es nun nicht mehr erobern können.
Solveig
00:24:34
Doch, Mensch.
Daniel
00:24:35
Das wird man mir gewiss dereinst vorwerfen. Also ich glaube, niemand wirft Wilhelm heute vor, dass er Wien nicht erobert hat und eine Parade veranstaltet hat. Indessen mehr als schon heute können wir nicht erreichen, wohl aber nochmals 10.000 Mann opfern. Denn so viel würde eine Schlacht vor Wien gewiss kosten. Wer kann da balancieren? Also die Eroberung von Wien bleibt aus. Sie bleiben in Nikolsburg, das nicht allzu weit entfernt ist. Dort wird dann der Frieden oder sagen wir mal der Vorfrieden eben unterzeichnet. Es kommen auch die anderen deutschen Staaten. Das haben wir jetzt gar nicht mehr aufgezählt, wer eigentlich auf wessen Seite war. Aber man muss im Grunde ja sagen, letzten Endes haben die Österreicher ja recht gehabt. Und es ist ein Krieg des deutschen Bundes, eigentlich eine Bundesexekution gegen Preußen, könnte man fast sagen. Das heißt grundsätzlich müssen alle deutschen Staaten jetzt mit Österreich gegen Preußen kämpfen. Es gibt aber vorher welche, wie zum Beispiel die beiden Mecklenburgs, die sagen, also bei uns, um uns herum gibt es eigentlich nur Preußen.
Solveig
00:25:41
Wir wollen nicht Preußen sein.
Daniel
00:25:43
Ja, vor allem, also es ist eigentlich klar, wie das dann ausgeht. Wir sind neutral. Offiziell sind wir bei Preußen und schicken denen ein paar Leute. Dann die Hansestädte sagen auch, lieber nicht. Die einzige freie Stadt, die mitmacht, ist Frankfurt. Das wird hier auch teuer zu stehen kommen. Und das heißt, es sind vor allem natürlich die süddeutschen Staaten und Sachsen, die dann auf österreichischer Seite mitkämpfen. Und Hannover, genau. Auch das wird sie teuer zu stehen kommen. Deren Gesandte fahren nämlich jetzt alle nach Nicolzburg und sagen, hallo, Entschuldigung.
Solveig
00:26:17
Sorry.
Daniel
00:26:19
Und Bismarck knallt denen quasi jedes Mal die Tür vor der Nase zu. Wir sind hier nur, um mit Österreich zu reden. Macht, dass ihr wegkommt. Mit euch reden wir hier nicht. Und das Ergebnis ist natürlich das, was Wilhelm hier schon aufgezählt hat. und an erster Stelle eben das Ausscheiden Österreichs aus Deutschland. Und Franz Grillparzer hat dazu später gesagt, als Deutscher war ich geboren. Bin ich noch einer? Nur was ich Deutsches geschrieben, nimmt mir keiner. Und ich habe hier auch nochmal von Herrn Veneday einen Kommentar. Das ist der rassistische linke Demokrat, den wir in der letzten Folge einmal kurz gehört haben. Der beschreibt das Ganze hier als eine Militärrevolution. Jetzt ist Bismarck für ihn natürlich der neue Napoleon. Also er verkörpert den Bonapartismus. Und das sei eine recht- und gesetzlose Aneignung oder auf Deutsch Diebstahl im Großen, das da vor sich gegangen sei. Und tatsächlich geht es jetzt gewissermaßen nochmal in Geschacher um Territorien natürlich auch. Das ist eigentlich der größte Streitpunkt da in Nikolsburg, dass Willem eigentlich gerne so ein paar Stücke von dem österreichischen Schlesien noch hätte, weil da sind so komische Zacken, die in das preußische Territorium reichen und das könnte man noch ein bisschen begradigen. Das ist so, glaube ich, der einzige Knackpunkt, um den es dann danach so ein bisschen geht. Und das eigentlich Bittere ist, was ich auch nicht so ganz verstehe, dass Österreich damit Frankreich neutral bleibt und sich nicht einmischt, von Anfang an den Franzosen gesagt hat, in einem Vertrag sogar schon im Juni 66, ihr kriegt Venezien.
Solveig
00:27:47
Was? Wieso, die wollen die Franzosen Venezien? Und warum kriegen die Venezien?
Daniel
00:27:51
Damit die Franzosen das dann den Italienern später geben. Also das direkt den Italienern zu geben, das wäre halt unehrenhaft wahrscheinlich. Dann geben wir es doch lieber Napoleon und Napoleon gibt es dann den Italienern. Aber ich finde es krass, dann führen die noch Krieg da unten, obwohl eigentlich vorher schon klar ist, dass sie Venezien verlieren. Also geben sie freiwillig ab.
Solveig
00:28:09
Das gehört sich so.
Daniel
00:28:11
Da haben sie sich auch ein bisschen nachher wahrscheinlich gesagt, und dabei hätten wir da unten, haben wir da unten gewonnen.
Solveig
00:28:16
Das ist das Air-Konzept, das hat seine eigene Logik.
Daniel
00:28:19
Und, und da muss man sagen, das grenzt ja schon an Verrat an der deutschen Sache. Sie geben nicht nur Venetien ab, sie haben auch Napoleon versprochen, es wird einen Rheinstadt geben, wo er dann quasi da so viel Einfluss haben kann, wie er will. Das muss man sich mal vorstellen. Also die Österreicher haben sich schon verdient ausgeschieden. Mit Verlaub. Und natürlich glaubte Frankreich auch an einen österreichischen Sieg, so wie eben so viele. Und hat in Berlin eigentlich nichts verlangt dafür, dass sie neutral bleiben, außer vielleicht die Saar. So ein bisschen Saarland wäre vielleicht ganz nett. Und dann haben die Berliner gesagt, natürlich, kein Problem.
Solveig
00:28:54
Uns doch egal.
Daniel
00:28:55
Das war ziemlich gratis quasi im Vergleich zu dem, was da Österreich abgedrückt hat für dasselbe Verlangen. Und die Franzosen kommen auch immer wieder mal so und versuchen da nochmal mehr zu kriegen und wissen nicht so genau, an wen sie sich dann jetzt halten sollen. Und am Ende sind sie einfach überrascht von König Grätz und dass der Krieg schon vorbei ist, weil eigentlich... Hatten sie natürlich schon vor, wenn sich das jetzt so in die Länge zieht, dann könnten wir vielleicht auch nochmal mobilisieren. Wir haben auch schon eine Wunschliste geschrieben. Genau, dann könnten wir da ein bisschen mehr kriegen. Und der russische Zar hätte dann vielleicht auch irgendwann nochmal eingreifen können. Aber bis der, die da in Russland erstmal die Leute zusammenkriegen, dauert er auch eine Weile.
Solveig
00:29:31
Bis der erste, wenn er die Post angekommen ist.
Daniel
00:29:34
Eben, genau. Und deswegen war das einfach ein großes Glück für die Preußen und für Bismarck und für den König, dass der Krieg einfach so schnell vorbei war. Und deswegen haben die auch in Nikolsburg da jetzt nicht lange rumgemacht, sondern gesagt, ja, ja, ja, ist okay, ist aber schön, dass die Österreicher uns das jetzt geben, dann unterschreibt mal hier bitte und fertig. Und das mit den anderen deutschen Staaten, das kann man ja dann auch anschließend regeln, beziehungsweise da einfach sehr schnell Fakten schaffen. Und wahrscheinlich hört ihr dann zwischendurch bei den Zitaten, wenn hier die Preußen etwas von sich geben, eine Marschmusik vielleicht im Hintergrund von dem berühmtesten Komponisten, wenn es um solche Dinge geht. Also die Wiener haben den Strauß, die Preußen haben Marschmusik von Johann Gottfried Piefke. Und da gibt es nämlich den König Gräzer Marsch, den man wahrscheinlich in der österreichischen Armee nicht benutzt.
Solveig
00:30:26
Heißen wir deswegen Piefke bei denen?
Daniel
00:30:28
Deswegen heißen wir wahrscheinlich Piefke bei denen. Also wir, bei denen. Wir grüßen euch voller Liebe. Ihr dürft das alles nicht so ernst nehmen, wenn wir das hier so ein bisschen zu sehr einfühlen in diesen deutschen Dualismus hier nochmal. Und dieser Herr Piefke war in König Gräts wohl dabei und soll diesen Marsch, den König Grätser Marsch auf dem Schlachtfeld quasi verfasst haben.
Solveig
00:30:49
Auf dem Schlachtfeld?
Daniel
00:30:51
Ja, oder am Rande des Schlachtfelds. Oder vielleicht eine sichere Entfernung vom Schlachtfeld. Auf jeden Fall am selbigen Tage noch. Ja, also Österreich darf da komplett raus, also die geben Venezien ab, aber dafür kann ja Preußen nix. Das haben die sich schon selber überlegt vorher, dumm gelaufen. Ansonsten behalten sie alle ihr Territorien. Sachsen bleibt überraschenderweise auch ganz. Dafür scheint sich Österreich sehr eingesetzt zu haben, weil die auch engagiert waren da in Böhmen, haben ihre Armee erstmal sofort komplett aus Sachsen raus. Rüber nach Böhmen, weil es schon klar war, also alleine schaffen wir, reißen wir ja gar nichts anders als die Hannoveraner, die es irgendwie nicht so richtig koordiniert bekommen haben, rechtzeitig da nach Hessen rüber zu gehen und sich mit den anderen kleinen Staaten zusammenzuschließen, Weil die zusammen hätten auch schon so 120.000 Mann alle auf die Beine gekriegt. Aber so 20.000 Hannoveraner alleine, da ist es schon beachtlich, dass bei Langen Salzer Hannover tatsächlich noch einen Sieg unter großen Verlusten errungen hat und deswegen auch am Ende doch auf der Verliererseite steht, weil die Verluste eben so groß sind. Und es ist das Ende des Königreichs Hannover. Und Queen Victoria wird wahrscheinlich ein paar Tränen vergossen haben, aber die britische Regierung scheint das tatsächlich nicht besonders beschäftigt zu haben zu dem Zeitpunkt.
Solveig
00:32:05
Wenn man da Hannover Victoria auch nicht haben wollte, dachte sie sich vielleicht auch.
Daniel
00:32:08
Ja, das womöglich auch. Wenn ihr mich nicht zur Königin haben wolltet, seht wo ihr jetzt bleibt.
Solveig
00:32:13
Ich hätte euch Truppen geschickt.
Daniel
00:32:17
Ja und vor allem haben die auch gerade eine Regierungskrise in England, also die sind auch mit sich selbst beschäftigt. Interessiert Hannover offenbar jetzt nicht mehr so wahnsinnig. Außerdem, Hessen-Kassel muss dran glauben. Den hat man vorher schon inhaftiert. Ich glaube in Stettin, den Kurfürsten von Hessen-Kassel, der damals schon fast diesen Krieg vom Zorn gebrochen hätte. Hessen-Nassau ist weg. Hannover, gut, ja, habe ich schon gesagt, Hannover ist weg. Und Frankfurt, die freie Stadt Frankfurt, dummerweise, ist auch weg. Also das Freie zumindest ist weg. Ab sofort preußisch, obwohl die zwar offiziell natürlich auf der Bundesseite mit Österreich gekämpft haben. Sie haben aber nie aktiv gekämpft. Die haben sich da eigentlich rausgehalten und sich zur offenen Stadt erklärt. Also alle, die vorbeikommen wollen, bitteschön. Trotzdem werden sie jetzt preußisch besetzt und müssen 5,25 Millionen Gulden bezahlen. Und es sind dann tatsächlich acht Waggons voll Silber nach Berlin transportiert worden.
Solveig
00:33:17
Die haben in echt bezahlt.
Daniel
00:33:18
Und dann dachte sich die preußische Regierung, wow, wenn das so gut klappt.
Solveig
00:33:21
Mach was auch mal.
Daniel
00:33:22
Und dass so eine reiche Bankenstadt ist? Dann erhöhen wir das doch mal auf 25 Millionen.
Solveig
00:33:28
Können Sie doch nicht nachträglich ändern.
Daniel
00:33:29
Ja. Wenn man kann, dann kann man schon. Vor allem, wenn man Kanonen hat, wie General Edwin von Mannteufel und dann einfach mal die Kanonen quasi auf die Stadt richten lässt und sagt, wie war das hier mit den 25 Millionen? Wir haben erst fünf gekriegt. Und Ratenzahlung ist nicht. Also weder der Stadtrat möchte sich auf diesen Vorschlag des Bürgermeisters Karl Fellner einlassen, noch Herr von Mannteufel oder die Berliner Regierung. Und das tut mir leid. Das hat mich tatsächlich auch selbst erschüttert, als ich das gelesen habe gestern noch. Dass Karl Fellner sich daraufhin an seinem Morgen seines 59. Geburtstages selbst erhängt hat, weil er damit mit diesem Schicksal seiner Paterstadt nicht klarkam und mit seiner Verantwortung, die er jetzt hatte. Die preußische Regierung versucht das dann noch so unter den Teppich zu kehren, aber natürlich kommt das raus. Und tatsächlich, als dann da irgendwie der preußische Stadtkommandant kommt, kriegt er dann von dem, ich weiß nicht, ob es der zweite Bürgermeister war oder der jüngere Bürgermeister, wie das damals hieß, Und hat ihm dann quasi statt der geforderten Zahlungsliste den Strick überreicht, mit dem der Herr Fellner sich das Leben genommen hat. Ja, krass. Also das ist natürlich für viele durchaus ein dramatischer Vorgang. Auch der Widerstand in Hannover ist sehr groß. Ich glaube bis heute fühlt man sich da noch so besetzt, obwohl man ja jetzt wieder ein freies Land Niedersachsen geworden ist mittlerweile. Nur Hessen-Darmstadt überlebt. Wegen der Zarin, die daherkommt. Also da hat man Angst, wenn wir das jetzt komplett annektieren, dann kommt der russische Zar vielleicht doch noch um die Ecke plötzlich. Ja und Frankreich ist jetzt echt am Arsch mit Verlaub, weil die haben es irgendwie nicht geschafft. Venezien war ja nicht für sich selber. Das kriegen ja doch die Italiener. Von der Saar kriegen sie am Ende auch nichts, weil die Preußen sagen, wie war da was? Haben wir nicht verstanden? Was wolltet ihr? Tut uns leid.
Solveig
00:35:21
Das ist echt wirklich süß.
Daniel
00:35:23
Also für Napoleon III. ist das echt eine Blamage eigentlich, weil er ist ja derjenige, wir sind die Vormacht in Europa und alle tun, was wir, wohin wir gehen, da kommen alle mit.
Solveig
00:35:34
Also diplomatische Absprachen machen und danach sich nicht daran halten, das ist auch nicht in Ordnung.
Daniel
00:35:38
Ich weiß nicht, ob es da Unterzeichnungen gab. Also ehrlich gesagt, keine Ahnung, ob es da einen völkerrechtlich verbindenden Vertrag darüber gab. Also es scheint eine Art von Absprache gewesen zu sein, die man dann auch einfach mal ignorieren kann. Das eigentliche Problem ist, und wahrscheinlich hat man sich das auch deshalb getraut, dass Napoleon III. mittlerweile gar nicht mehr so fest im Sattel sitzt. Also der hat sich, von Demokratie ist natürlich nicht mehr viel zu spüren gewesen in dieser französischen, nicht mehr Republik, sondern eben Kaiserreich.
Solveig
00:36:07
Ja, Kaiser.
Daniel
00:36:07
Ja, aber das hat nur funktioniert, solange er dann sich auf Volksabstimmungen immer berufen konnte. So wie der erste Vorgänger auch letztendlich mal gesagt, das Volk möchte das. Das Volk hat mich zum Kaiser gewählt. Und das ging dann irgendwann nicht mehr. Das lief dann nicht mehr so, wie er sich das gewünscht hat. Und auch in der Nationalversammlung lässt der Zuspruch deutlich nach. Und das heißt, der steht einfach auch innenpolitisch sehr unter Druck. Und deswegen, wenn er jetzt noch außenpolitisch nichts vorzuweisen hat, guck mal hier, ich habe den Krieg gewonnen oder ich habe dieses Land für uns gewonnen, dann bleiben nur die Probleme übrig. Und deswegen reagieren die dann auch so empfindlich, als rauskommt, dass ja die süddeutschen Staaten zwar bestehen bleiben, das hatte Frankreich durchaus beruhigt, aber etwas später kommt dann raus, dass Bismarck halt geheime Schutz- und Strutzbündnisse mit den süddeutschen Staaten geschlossen hat. Und das war die Bedingung für den Frieden für die. Wie wäre es denn, dann bindet euch doch mal an uns. Und deswegen unmittelbar danach setzen dann auch so ein paar, sagen wir mal, süddeutsche Nationalismen ein. Und eine allen Hörerinnen und Hörern von Fluffung Paulskirche vielleicht auch noch und dir deutlich in Erinnerung gebliebene Person, nämlich ein gewisser Moritz Mohl. Das ist schon zu lange her, oder?
Solveig
00:37:17
Du, Namen sind für mich auch immer eine Herausforderung.
Daniel
00:37:19
Ich kenne das durchaus. Das kann ja selbst innerhalb einer Folge passieren, wenn ich dir nur zuhören würde.
Solveig
00:37:25
Dieser Name kommt mir bekannt vor. Den habe ich schon mal gehört. Weil ich da immer an Maulwurf denken muss. Aber ich habe keine Ahnung, was der gemacht hat.
Daniel
00:37:32
Das ist die Folge über die Grundrechte für das deutsche Volk, wo wir ein paar dieser Grundrechte durchgehen und die interessantesten Debatten angucken. Wie zum Beispiel über die Religionsfreiheit, wo Herr Moritz Mohl meinte, man solle Juden auf keinen Fall. die Gleichberechtigung zugestehen. Das ist so die antisemitischste Rede, die vielleicht vor 1933 in einem deutschen Parlament gehalten wurde. Und ausgerechnet der schreibt den Mahnruf zur Bewahrung Süddeutschlands vor den äußeren Gefahren und nimmt da eben auch Bezug auf diese Schutz- und Trutzbündnisse, weil man schon ahnt, dass man sich da vielleicht doch ein bisschen zu eng angekettet hat an Preußen und droht zum Basallen zu werden. Und tatsächlich ist Moritz Mohl ein Zitat aus diesem Werk, auch als so das Zitat über dem Raum zum Jahr 1866 in der Ausstellung Roads Not Taken. Mir ist nicht ganz klar auf den Kuraturen das bewusst war, wen sie da zitieren. Ja, es geht natürlich um dieses süddeutsche Element und die möglichen alternativen Wege. Und dann ist er natürlich jemand, der hier sehr schön plakativ sagt, wir müssen unsere Souveränität bewahren. Die Süddeutschen müssen sich zusammenschließen. Und noch ist es ja offen, es ist noch nicht entschieden, was am Ende daraus kommt. Das, was es gibt mittlerweile, ist der Norddeutsche Bund. Also der Deutsche Bundesgeschichte 1867 wird unter preußischer Führung ein neuer Bund geschlossen. Mit dem deutlich vergrößerten Preußen, das ungefähr vier Fünftel einnimmt und vielen kleineren Staaten, die jetzt noch dazu dürfen, bis zur Mainlinie. Also ungefähr hat man jetzt eigentlich so die Interessensphäre geklärt, die man auch vorher, schon lange vorher hätte haben können. Aber zusätzlich mit dem Potenzial dahinter, dass die Süddeutschen jetzt auch im Zweifel für den Norden kämpfen müssen. Und dieser norddeutsche Bund ist eigentlich auch viel mehr schon als der deutsche Bund weil es tatsächlich schon Richtung Bundesstaat sich entwickelt und dann eine Verfassung bekommt, also 1867 wird der erste Reichstag in Berlin eröffnet und es gibt einen Bundeskanzler.
Solveig
00:39:51
Es gibt auch eine Bundesfahne.
Daniel
00:39:52
Es gibt auch eine Bundesfahne, die gab es aber vorher auch schon. Also der Deutsche Bund hat ja schwarz-rot-gold seit März 1848. Die Bundesfahne des Norddeutschen Bundes ist, so wird es kolportiert, die Zusammenstellung aus der preußischen Fahne oder Flagge und den Farben der Hansestädte. Also schwarz-weiß und rot-weiß kombiniert zu schwarz-weiß-rot. Gut, das ist die Fahne, die wir dann später auch als die des Kaiserreiches kennen, weil man sich gedacht hat, behalten es, lassen es dabei. Und tatsächlich ist auch die Verfassung die des Kaiserreiches. Weil im Grunde und deswegen 1866 ist eben nicht nur die große Entscheidung, dass Österreich noch nicht mehr dabei ist, sondern Preußen jetzt übernimmt, sondern letzten Endes ist das der Verfassungstext, der dann weiter gilt. Mit dem Parlament und zwar ein direkt gewähltes allgemeines Männerwahlrecht, so wie die Paulskirche das mal vorhatte und Bismarck das so eher als Lockmittel mal zwischendurch vorgeschlagen hat. Aber tatsächlich ist er überzeugt, dass das viel besser ist als dieses Drei-Klassen-Modell, wo dann die Liberalen doch am Ende immer gewinnen und die Mehrheit bilden. Und er glaubt eben, die Mehrheit der Männer im Land ist konservativ und monarchisch denkend. Und das geht ja auch sehr lange auf, dass der Reichstag dann entsprechend besetzt ist. Und übrigens auch im preußischen Landtag, das war natürlich Zufall, dass am selben Tag, wo die Schlacht von König Graetz ist, auch Parlamentswahlen in Preußen stattgefunden haben und da die Liberalen nur noch eine sehr knappe Mehrheit dann mittlerweile hatten, also schon ein sehr großer Teil wieder auf die konservative Seite geschwenkt ist. Das lässt viel hoffen für die Identitätsvorlage, die Bismarck dann macht, weil er sagt, guck mal her, ihr seht oder wir wissen, ihr fandet das irgendwie doof, dass wir euch ignoriert haben und einfach unsere Heeresreform gemacht haben. Das war vielleicht nicht ganz okay.
Solveig
00:41:48
Jetzt dürft ihr nochmal abstimmen.
Daniel
00:41:49
Aber wir hatten doch recht, oder? Und dann sagen natürlich die meisten mittlerweile in dem patriotischen Überschwangen und weil es eh jetzt deutlich mehr Konservative wieder sind und sagen, ja, da hast du überhaupt richtig voll recht. Wir geben dir nachträglich Entschuldigung für alles, ohne dass ihr euch entschuldigen müsst, dass ihr das gemacht habt.
Solveig
00:42:08
Wir entschuldigen euch.
Daniel
00:42:09
Ja, wir entschuldigen euch. Andernfalls hätte man Bismarck eigentlich quasi in die Zitadelle Spandau stecken müssen und sein gesamtes Eigentum einziehen müssen und ja. Hätte er das Tageslicht nicht mehr gesehen, also wenn sein König das zugelassen hätte. Ja und ich komme nochmal zurück zu dem Moritz Mohl, weil in diesem Text, in seinem Mahnruf, ist es ganz interessant, wie er Preußen im Gegensatz setzt zu dem vermeintlichen Charakter der Südstaaten, sagen wir mal so. Denn die Süddeutschen, also das was er kritisiert ist ja, dass Süddeutschland zum Vasalen Preußens wird und sein ganzes Schicksal in den Willen Preußens übergibt. Preußen sei stets auf eine weitere Ausdehnung angewiesen und ein das übrige Europa bedrohender Militärstaat, die Süddeutschen dagegen die inoffensivsten Volksstämme der Welt. Hüten wir uns für diejenigen, die Kastanien aus dem Feuer zu holen, welche uns im Jahr 1866 bekriegt, gebrannt schatzt und seither in einer ganzen Reihe von Verträgen bewiesen haben, wie sie gegen uns gesinnt sind. Tatsächlich haben die Süddeutschen durchaus auch ähnlich Krieg geführt, natürlich wie die Preußen. Und in der Regel, bei den Preußen war das auch so, am Anfang des Krieges waren die alle relativ gesittet noch. Da gab es dann so diese Mahnreden, benehmt euch, damit ihr keinen falschen Eindruck hinterlasst. Und am Ende haben dieselben Leute, die zuerst gemahnt haben, gesagt, so jetzt haut aber auch drauf, Vergeltung und so weiter. Und das heißt natürlich, ich fürchte, die Bayern und Württemberger haben sich da nicht anders verhalten. Ich glaube nicht, dass das die inoffensivsten Volksstämme der Welt waren in diesem Kriegsgeschehen. Und eine Möglichkeit wäre natürlich, dass die Süddeutschen sich näher zusammenschließen. Und da ist aber auch klar, da gibt es dann vor allem einen Staat, der schon solche früheren Bundesreformen immer torpediert hat, weil er Angst um seine Souveränitätsrechte hat und eigentlich behauptete, wir sind die wahren Anführer. Das ist natürlich das Königreich Bayern. Ja, so ist es. Und das sehen die anderen nicht so, dass die unbedingt bestimmte Vorrechte haben sollten oder die Führungsmacht sein sollten. Zum Beispiel Württembergs Minister Farnbühler befürchtete, dass Bayern im Süden eine ähnliche Vorrangstellung anstreben könnte wie Preußen im Norden. Zitat, und das wäre schlimmer als preußisch werden, sagen die Württemberg, die Schwaben über die Bayern.
Solveig
00:44:32
Das ist heute immer noch ein angespanntes Verhältnis. Ja, das auch.
Daniel
00:44:35
So, das heißt, eigentlich haben wir das Ziel erreicht. Es gibt jetzt endlich eine preußische Dominanz. Es gibt eine klare Interessenssphäre und sogar mehr, als man früher erwartet hätte. Und damit ist der gesunde Staatsegoismus, für den Bismarck doch kämpfen wollte, eigentlich erreicht.
Solveig
00:44:53
Es gibt ja noch die Süddeutschen.
Daniel
00:44:54
Es gibt noch die Süddeutschen, aber die sind ja jetzt auch an Preußen gebunden. Und zu viel, was soll man eigentlich auch mit denen? Im Grunde sind die ja auch viel zu katholisch. Bis zum nächsten Mal. Wir haben ja schon das Problem mit den Westfalen und den Rheinländern, die hier irgendwelche preußischen Soldaten in die Kniekehlen treten. So hatten wir das bei den Wirren in Münster. Aber ich fürchte, das war ja eine Nachklappfolge. Das werden nicht alle von euch gehört haben. Und der Theologe Hermann Krause, der mit anderen zusammen die protestantische Kirchenzeitung für das evangelische Deutschland herausgab, triumphierte in der Schlacht bei König Graetz, hat endlich der 30-jährige Krieg seinen Abschluss gefunden. Aber der nationale Gedanke und der Protestantismus haben gesiegt.
Solveig
00:45:37
Na Gott sei Dank.
Daniel
00:45:38
Und Bismarck sagt dazu, ich spreche das Wort Norddeutscher Bund unbedenklich aus, weil ich es, wenn die uns nötige Konsolidierung des Bundes gewonnen werden soll, für unmöglich halte, das süddeutsch-katholisch-bayerische Element hineinzuziehen. Letzteres wird sich von Berlin aus noch für lange Zeit nicht gutwillig regieren lassen. Und das ist wahrscheinlich das wahrste Wort, was Bismarck je gesagt hat.
Solveig
00:46:03
Ich glaube, da gibt es heute noch Politiker, die dem zustimmen würden.
Daniel
00:46:06
So, und da fehlt aber doch noch was jetzt eigentlich.
Solveig
00:46:08
Ja, die Vergoldung.
Daniel
00:46:10
Die Vergoldung von was? Von Preußen. Achso, ich dachte, die Goldelse auf der Siegesäune fehlt doch noch eine Etage.
Solveig
00:46:17
Eben, das meine ich, das Vergolden dieses.
Daniel
00:46:19
Genau. Das heißt, wir kommen noch ganz kurz zu dem letzten Schritt auf dem Vision Board 1870. Das ist nicht geplant. Definitiv nicht. Genauso wenig wie der ganze Rest von diesem vermeintlichen Wissen-Bord.
Solveig
00:46:36
Das ist so eine schöne Idee.
Daniel
00:46:37
Aber hätte Bismarck wirklich vorher schon sich gedacht, wir müssen einen Krieg mit Frankreich führen, dann wäre eigentlich jetzt direkt mit der Gründung des Norddeutschen Bundes die beste Gelegenheit gewesen. 1867, denn da streitet man sich um Luxemburg. Es gibt zwei Länder, die aus Deutschland auch ausscheiden tatsächlich. Nicht nur Österreich scheidet aus. Sondern auch Luxemburg, das bis 1866 Teil des Deutschen Bundes war. Und?
Solveig
00:47:05
Die Niederlande?
Daniel
00:47:05
Nee, die sind da schon nicht mehr dabei. Achso, die sind schon lange raus. Also der Herrscher der Niederlande ist auch der Herrscher von Luxemburg. Insofern hast du nicht ganz Unrecht. Aber das Land ist nur Luxemburg. Und ein ganz kleines Ländlein, das 1866 natürlich auch noch Teil des Deutschen Bundes war, ist jetzt auch nicht mehr dabei. Also jetzt.
Solveig
00:47:19
Helgoland?
Daniel
00:47:20
1870. Gottes Willen, ist doch Englisch. 1867 ist das natürlich, wenn ich jetzt sage. Das ist das Fürstentum Lichtenstein.
Solveig
00:47:27
Achso.
Daniel
00:47:28
Ja, auch die sind ausgeschieden aus Deutschland. Aber um Luxemburg, da gibt es dann so Diskussionen, wer das bekommen soll, ob die Franzosen das nicht vielleicht haben könnten. Und tatsächlich, die Niederlande sind da ein bisschen kalt und sagen, ja, können wir euch verkaufen? Die scheinen da nicht so viel Ehre zu haben wie Franz Josef seinerzeit mit Holstein. Und das ist dann die Teilung Luxemburgs. Also Luxemburg war tatsächlich mal ein bisschen größer. Es ist nur noch ein Drittel von dem, was es ursprünglich mal war. Und da geht es dann an Belgien und so weiter. Und es gab eine preußische Festung. Das ist dann der Hauptpunkt. Die Preußen verzichten dann auf diese Festung, die ehemalige Bundesfestung in Luxemburg. Und dann wird das erst mal wieder beigelegt mit Frankreich. Also hätte Bismarck wirklich schon Krieg gewollt mit Frankreich, hätte den Propozieren gewollt, dann wäre das eigentlich schon eine gute Möglichkeit gewesen. Also eher nein. Eher sind es die Franzosen, die aus einem bestimmten Grund... Allergisch reagieren, als 1868 schon für Spanien ein neues Königshaus gesucht wird, weil die dann eine Revolution hatten und die Isabella rausgeschmissen haben, die Bourbonen und sagen, die brauchen wir nicht mehr, wir hätten gerne einen neuen König. Macht man sich auf die Suche und offenbar findet man erstmal keinen und am Ende kommt man auf die katholischen Familienzweig der Hohenzollern, nämlich die Hohenzollern Sigmaringen und den Hauschef bzw. Den Sohn des Hauschefs, den Leopold, bietet dem an, wer ist doch König von Spanien, wie wäre es?
Solveig
00:48:50
Warum fragt man nicht nochmal die Habsburger, die haben doch Erfahrung mit Spanien.
Daniel
00:48:54
Wahrscheinlich, weiß ich nicht. Die Habsburger hatten ja gerade schlechte Erfahrungen damit, nachgeborene Prinzen in anderen Ländern einzusetzen. Entschuldigung, armer Maximilian. Genau, jedenfalls sind sie auf den Leopold gekommen. Und da kann man sich schon vorstellen, was Napoleon III. Vielleicht davon hält, wenn auf der einen Seite die Hohenzollern sitzen und dann plötzlich in Spanien auch noch in Hohenzollern sitzt. Und da er eben mittlerweile gar nicht mehr so wohl gelitten ist in großen Teilen seines Landes und vor allem nicht in der politischen Elite, da immer weniger Zuspruch hat, versucht er sich jetzt ein bisschen größer zu gebärden und nochmal zu zeigen, wir sind hier die Vormacht in Europa und wir lassen uns das nicht gefallen. Und wir verlangen, dass die Hohenzollern auf Spanien verzichten oder die Krone Spaniens verzichten und deswegen fährt der Botschafter Benedetti nach Bad Ems, um dort mit noch nicht Kaiser, noch König Wilhelm zu sprechen und Wilhelm sagt, ja das verstehen wir natürlich und es muss jetzt auch nicht unbedingt sein. Und du kannst mal zu dem Cousin gehen und fragen und sagen, er soll das zurückziehen. Und der ist aber gerade im Urlaub unterwegs. Der hätte dann wieder ein paar Tage gedauert, den überhaupt zu fragen und dann die Nachricht zu kriegen. Und dann sagt der Wille mal selber, ja Deal, wir verzichten darauf, aber das ist deren Privatangelegenheit. Also er verzichtet privat darauf. Nicht, dass wir als preußischer Staat darauf verzichten, das wäre dann schon wieder demütigend. Sondern das ist die Privatangelegenheit von meinem katholischen Cousin. Und ja, aber gebongt. Wir verzichten drauf. Und damit dachten eigentlich alle, dann ist es ja jetzt wieder klar. Also es war eigentlich eine freundliche Depesche aus Ems. Und dann wird aber nochmal so nachgelegt aus Frankreich. Und zwar in einem Maß, das glaube ich in Preußen auch niemand erwartet hatte. Auch Bismarck nicht. Dass sie nämlich sagen, ja das reicht uns aber nicht. Wer weiß, ob der dann nicht nächstes Jahr wieder um die Ecke kommt. Wir hätten gerne, dass König Wilhelm für Preußen darauf für ewig auf die Krone Spaniens verzichtet. Und da sagt der Wilhelm dann, könnt ihr vergessen. Sorry, haben wir nichts mehr zu tun. Da gebe ich euch gar keine Antworten mehr drauf. Großartig. Also da ist es schon ein bisschen patziger und eindeutiger und das kriegt dann eben Bismarck in die Finger und sagt, das ist eigentlich viel zu viel Text. Wir können da nochmal so um die Hälfte streichen, sodass einfach nur noch da bleibt, nein, könnt ihr vergessen. Und das ist diese berühmte Emser Depesche, die aber überhaupt nicht an Frankreich gerichtet war. Das war mir auch gar nicht so klar. Sondern die haben die deutschen Gesandten an anderen Höfen, Staaten Europas bekommen. So übrigens Informationen, wichtigste Info steht hier. Deswegen brauchen wir auch nicht den ganzen Text, was der Willem da gesagt hat. Sondern das ist eure wichtigste Info. hier bitteschön, wenn ihr es weitererzählen wollt, ist auch nicht schlimm. Sollen ja alle wissen. Aber für die war dieser Text eigentlich gedacht. Das heißt, es gibt keine gezielte Provokation 1870 von preußischer Seite. Das hätte drei Jahre vorher funktioniert, hätten die das dann gewollt. Sondern es ist vor allem der Napoleon tatsächlich, der einfach unter Druck steht und da Stunk macht und einfach nicht zurückzieht, nachdem er schon das erste Mal gekriegt hat eigentlich, was er wollte. Aber es hat ihm nicht gereicht. Er wollte, dass der König für Preußen kleinbeigibt, damit er dann sehen kann, guckt, her, die Preußen kuschen vor mir. Und das hat halt nicht geklappt. Und dann sagt er so, dann führen wir Krieg. Und das hat Bismarck dann tatsächlich schon ein bisschen vorher mitgekriegt und gesagt, nach einer Rede eines des Außenministers, das sieht ja aus wie der Krieg, diese rücksichtslose Sprache könnte Grammont nicht führen, wenn der Krieg nicht beschlossene Sache wäre. Und Bismarck tatsächlich selber... Das ist in König Graetz auch schon so, zumindest bei einem Sohn. Hier beide Söhne, ich glaube die sind 20 und 17, Herbert und Wilhelm Bismarck, sind ja eben auch an der Front in Frankreich. Und das ist schon, ich meine König Graetz war jetzt auch nicht ohne. Aber 1866 kann man immer noch so als den klassischen Kabinettskrieg sich noch vorstellen. Und dieser deutsch-französische Krieg 1870-71, der hat schon durchaus andere Dimensionen dann gehabt und wird ja dann auch so ein Volkskrieg. Also die Franzosen versuchen ja dann auch das Volk wieder in Waffen zu bringen, livret en masse und quasi noch die letzte Schlacht dann doch irgendwie nochmal hinzukriegen. Also es gibt ja da auch diese große Entschleidungsschlacht bei Sedan, wo dann später quasi so eine Art Nationalfeiertag in Deutschland begangen wird.
Solveig
00:53:09
Der Sedan-Tag.
Daniel
00:53:10
Der Sedan-Tag, genau. Aber das war natürlich noch nicht das Ende dieses Krieges. Also es ging ja dann noch eine ganze Weile weiter, bis dann eben auch noch während dieses Krieges im Spiegelsaal von Versailles, damit die Franzosen es jetzt auch richtig kriegen.
Solveig
00:53:27
Napoleon musste ja auch schon gehen.
Daniel
00:53:28
Ja, Wilhelm tatsächlich zum Kaiser nicht gekrönt wird, sondern nur proklamiert wird. Also Kaiser wurden nie gekrönt, sondern laut Verfassung war einfach der König von Preußen immer der Vorsitzende des Bundesrates, so hieß es 1867 und das wird dann geändert und das ist auch schon fast die einzige Änderung in deutscher Kaiser. Und der Name vom Norddeutscher Bund ändert sich dann in Deutsches Reich. Und das heißt 1871 ist eigentlich so ähnliches passiert wie 1990, sehr pragmatisch und schnell. Die süddeutschen Staaten treten dem Geltungsbereich der Verfassung bei. Und Bayern darf halt noch seine Armee Bayerische Armee nennen und seine Post, Bayerische Post. Das war es dann aber auch.
Solveig
00:54:10
Und die haben doch die Uniform noch behalten.
Daniel
00:54:12
Die haben auch die Uniform behalten, natürlich. Aber natürlich im Kriegsfall wäre es dann sowieso der preußische Oberbefehl. Aber das waren so die Sonderrechte, die haben auch die Sachsen, durften das behalten, dass man sich auch immer so ein bisschen mehr selbstständiger fühlen kann. Aber im Grunde ist das dieser formelle Akt, der eigentlich schon, dieser Beitritt und der ist glaube ich sogar offiziell eigentlich schon zum 1. Januar 71 passiert. Das heißt, dass sie da am 18. Januar, am Krönungstag Friedrichs I. In Preußen, damals in Königsberg, Willem, König von Preußen, zum Kaiser ausrufen, hauptsächlich damit Herr von Werner dann ein schönes Bild draus machen kann. Wir jetzt was fürs Schulbuch haben und womit man das dann irgendwie sich vorstellt. Ja, und jetzt könnte man natürlich nochmal fragen, nicht nur nach Bismarcks Bedeutung, aber tatsächlich auch da verbunden mit Bismarcks Bedeutung, denn wie wichtig war er, welche anderen Möglichkeiten hätte es denn eigentlich auch gegeben? Und Bismarck selber sagt in einem Brief an seine Frau 1864 nämlich, dass er offensichtlich keinen Plan hat für nix. Da sagte, das lernt sich in diesem Gewerbe recht, dass man so klug sein kann wie die Klugen der Welt und doch jederzeit in die nächste Minute geht wie ein Kind ins Dunkle. Nix mit Vision Board. Und das heißt, es gibt so verschiedene Momente, an denen man anders abbiegen könnte und vor allem natürlich ist da dieser Verfassungskonflikt immer so ein Thema und diese Drohung von Willem abzudanken, und der dann tatsächlich auch den Kronprinzen zu sich gerufen hat und dann gibt es ja der Kronprinz aber gesagt, das kannst du vergessen, ich mach das nicht. Was auch daran lag, dass Wilhelm, so hat es Jan Mark hat jedenfalls in der Biografie oder in einem Vortrag mal gesagt, durchschnittlich einmal pro Woche mit Abdankung gedroht hat, wenn er meinte, er muss irgendwas durchsetzen. Das wundert mich, dass das überhaupt noch jemand beeindruckt hat. Den Kronprinzen scheinbar nicht mehr. Aber sagen wir mal, er wäre zurückgetreten und, 1863 hätte König Friedrich III. von Preußen den Thron bestiegen. Wie stellst du dir dann die Welt vor?
Solveig
00:56:15
Ich weiß nicht, ich vermute, es wäre genauso passiert.
Daniel
00:56:18
Achso? Wieso?
Solveig
00:56:20
Ich weiß es nicht. Irgendwie.
Daniel
00:56:22
Aber er ist doch der Liberale, wo dann die ganzen Konservativen gesagt haben, wenn der jetzt auf den Thron kommt, dann wird es hier wie in England werden. Mit so einem Parlament das alles entscheidet. Und der König kann nur noch winken dazu.
Solveig
00:56:35
Ich kenne mich halt auch mit der Zeit tatsächlich zu wenig aus, um das jetzt seriös einordnen zu können. Aber ich weiß es nicht, es hängt dann ja auch immer, also ... Ich verweigere mich auch dieser Idee, dass einzelne Personen das alleine irgendwie hinkriegen oder irgendwie entscheiden können. Es geht ja immer um, die richtigen Leute auf die eigene Seite zu ziehen. Die richtigen Leute zu mobilisieren, um das durchzusetzen. Ich weiß jetzt nicht, ob Friedrich III. das anders hätte machen können als sein Vater.
Daniel
00:57:06
Also man kann sich natürlich Friedrich III. als Kronprinzip mal Friedrich Wilhelm, aber dann als König oder Kaiser später ist ja Friedrich III. Sagen wir mal, der war liberal, der war auf jeden Fall offen, der hatte auch eine Frau aus England, die Vicky, also die Prinzessin Victoria, die Tochter von Queen Victoria. Und deswegen verband man das immer so mit ihm, wenn er jetzt drankommt, Und dann gibt es hier englische Verhältnisse, wo man ja sagen muss, der Wilhelm, zumindest für kurze Zeit, war ja auch schon mal beeindruckt von England. Hat sich jedenfalls der Wochenblatt-Partei da verbunden gefühlt. Die fand so einen englischen Liberalismus, den könnten wir ja auch mal ein bisschen mehr vertragen von. Und es dann so zwei, drei Jahre die neue Ära gab, wo Bismarck eben nach Petersburg gehen muss. Wenn man das jetzt sagt, der würde das umsetzen, wäre ja schon interessant. Das ist jedenfalls sowas, was immer wieder mal durchgespielt wurde, wobei es eben auch Historiker gibt und das sagt schon Lothar Gall, das ist schon lange her, dass der so eine fette Bismarck-Biografie rausgebracht hat und da sagt er, das ist eigentlich nur eine Vorgaukelei von irgendwelchen Entwicklungsmöglichkeiten, die es eigentlich gar nicht gibt. Und zum Beispiel die Liberalen. Was verbindest du mit den Liberalen eigentlich? Was würden die in der Politik dann ändern damals? Also wir können ja aus unserer modernen Sicht, habe ich immer so das Gefühl, ist es der preußische Militarismus, ist es der Willen, der da quasi gerne absolutistisch regieren möchte, das Parlament am liebsten wieder zusammen kartetschen möchte und die Liberalen, die sind ja für die Demokratie, die sind doch wie wir.
Solveig
00:58:32
Manche von denen.
Daniel
00:58:33
Ja, die Liberalen sind natürlich auch die mit der Aufklärung, deswegen bist du da wahrscheinlich eher skeptisch.
Solveig
00:58:37
Ich weiß gar nicht, ich habe jetzt nochmal so ein bisschen über verschiedene Parteien im Kaiserreich zufällig gelesen, wo ich gelernt habe, dass es eine Antisemitenpartei gab, wo es einfach nur darum ging, ich bin in dieser Partei, weil ich Antisemit bin.
Daniel
00:58:51
Okay, so ähnlich wie ich bin in der Partei, weil ich katholisch bin.
Solveig
00:58:53
Ja, so. Und Sie haben gesagt, wir sind Antisemiten und unser Politikziel ist die Juden. Kriegen.
Daniel
00:59:02
Das wäre wahrscheinlich für viele Liberale jetzt kein Problem.
Solveig
00:59:06
Ja, beziehungsweise da gab es dann, das ist dann tatsächlich von der liberalen Seite, das war die einzige große Partei, die denen dann Kontra geboten hat. Bismarck war eher neutral, der fand die anfangs gar nicht mal schlimm. Später wurde es ihm scheinbar dann mit Heinrich von Treitschke und so auch zu wild. Hat er dann doch gesagt, vielleicht distanzieren wir uns doch von denen. Aber es waren sondern tatsächlich die liberalen Partei, die denen immer wieder gesagt hat, nee, das ist nicht liberal und freiheitlich, was ihr hier macht. Und wir wollen den Juden weiterhin ihre Emanzipation zusprechen. Also von daher denke ich so, in dem Sinne sind die Liberalen dann vielleicht die, die... Parlament vielleicht gestärkt hätten und dann vielleicht hätten durchsetzen können, dass die mehr beeinflussen dürfen als den Haushalt.
Daniel
00:59:55
Genau, also das Parlament stärken sehe ich definitiv auch. Ich finde es aber interessant und ich glaube, das ist auch etwas, was man sich heute dann oft falsch oder anders vorstellt, nämlich wie dieses Parlament dann zustande gekommen wäre. Also es ist dann nicht das allgemeine Männerwahlrecht, alle Männer ab 25 frei, gleich, geheim und direkt wählen ihr Parlament, sondern die Liberalen setzen sich ja in der Regel zusammen aus betuchten, gebildeten Herrschaften, die auch finden, dass sie natürlich die richtigen und berufenen sind, um das Land zu führen.
Solveig
01:00:28
Mit großen Bärten, das ist nochmal so ein Ding.
Daniel
01:00:31
Okay, das ist ja vielleicht nicht kontinuierlich immer die gleiche Tracht.
Solveig
01:00:35
Aber gerade so im frühen Kaiserreich, die sind die mit der Bertmode.
Daniel
01:00:39
Wie Friedrich der Dritte. Aber das heißt natürlich nicht, dass man denkt, dass jeder Bauer und Fabrikarbeiter jetzt wählen sollen dürfte.
Solveig
01:00:47
Nur die Intellektuellen.
Daniel
01:00:48
So ist es jedenfalls eben auch nicht in England. Da gibt es nämlich kein allgemeines gleiches Stimmrecht wie für den Reichstag im Kaiserreich oder im Norddeutschen Bund. Sondern dort dürfen nur die begüterten Herrschaften das Parlament wählen, das dann durchaus mehr entscheidet als in Preußen. Aber dafür ist die Partizipation in der Bevölkerung eher gering. Also das allgemeine gleiche Stimmrecht für Männer wird in England erst 1918 eingeführt. Also das wären dann die englischen Verhältnisse. Da dürfen dann auch zum ersten Mal Frauen wählen, allerdings nur die begüteten. Die Männer dürfen dann alle wählen, bei den Frauen nur die begüterten Damen oder wo ihr Ehemann begütert ist. Also das wäre schon mal ein Punkt, der in England, im liberalen England, wenn man das als Vision gerne hätte, dann in Deutschland anders gelaufen wäre, als wir es kennen, aus unserer Geschichte.
Solveig
01:01:35
War halt nicht alles schlimm, Geisterei.
Daniel
01:01:39
Und wenn wir auf die Fortschrittspartei blicken und das ist ja die Vertretung der Liberalen im Parlament.
Solveig
01:01:45
Genau, das waren die. Diese Fortschrittspartei sind gegen die Antisemitenpartei.
Daniel
01:01:48
Und die waren wahrscheinlich eher die Nationalliberalen dann oder so. Mit Herr Treitschke? Ich bin jetzt gar nicht sicher.
Solveig
01:01:53
Nein, also Heinrich von Treitschke war nicht in dieser Partei, sondern es ging dann um diesen, als dann der Antisemitismus-Streit mit Heinrich von Treitschke eskaliert ist, hat sich Bismarck dann positioniert. Aber genau, es war eben diese Fortschrittspartei, die dann gesagt hat, nee, also das mit den Juden.
Daniel
01:02:09
Müssen wir Ihnen das auf jeden Fall zubilligen.
Solveig
01:02:10
Außer ich habe es jetzt falsch erinnert.
Daniel
01:02:12
Nein, nein, nein. Muss ja auch gar nicht sein. In der Paulskirche war die große, überwiegende Mehrheit ja auch für die Gleichstellung. Das haben sie sich womöglich erhalten. Aber in einem anderen Punkt, wo man sagt, der preußische Militarismus….
Solveig
01:02:23
Der ist gut.
Daniel
01:02:24
Der ist gut. Wären wir doch Liberaler gewesen, Mensch. Dann hätten wir das auf einem friedlichen Wege gelöst. Nein, im Gründungsdokument der Fortschrittspartei heißt es, für die Ehre und Machtstellung unseres Vaterlandes, wenn diese Güter durch einen Krieg gewahrt oder erlangt werden müssen, wird uns niemals ein Opfer zu groß sein. Ja, also die Einigungskriege oder vielleicht sogar noch ein paar mehr, um Interessenssphären zu schützen zum Beispiel, fände die Fortschrittspartei, also die Liberalen, durchaus angebracht. Also dynastische Kriege verurteilen sie, aber ein nationaler Befreiungskampf, auch in Europa, das ist okay. So und man muss auch sagen zur Person Friedrichs des Dritten, dass der letztlich ja auch vor allem als Soldat die meiste Zeit gedient hat, so erzogen ist und sich auch immer, auch wenn er andere Ansichten hatte, immer schön in Reihe und Glied eingereiht hat. Also er war ein treuer Soldat und er hatte dann mal geäußert, dass er dann später, wenn es soweit ist, vor allem im Einklang mit den Strömungen des Volkes selbst, regieren möchte. Und wenn man das liest, also von wegen selbst regieren und im Einklang mit den Strömungen. Außerdem mag er das Heilige Römische Reich. Also im Grunde sind wir bei Friedrich III, was die Schwärmerei angeht, ziemlich nah wieder an FE IV plus Soldatentum.
Solveig
01:03:48
Das ist ja ein bisschen auch das, was Napoleon III. gemacht hat. Ich mache dann Abstimmungen und alle werden mir zujubeln und ich werde im Sinne des Volkes selbstständig regieren, ohne Parlament.
Daniel
01:03:59
Aber dann noch mit mittelalterlichen Kathedralen. Und Barbarossa ein bisschen im Hintergrund. Das wäre dann schon F3 auch.
Solveig
01:04:05
Und wir rufen dann einfach mal in Wien an, ob wir die Krone nicht doch wieder zurückkriegen und dann machen wir nochmal in Frankfurt.
Daniel
01:04:14
Solche Vorstellungen passen dann irgendwie auch nicht so ganz zu der liberalen Hoffnung, wenn doch nur Friedrich der Dritte früher regiert hätte. Der hätte nämlich auch Elsass Lothring annektiert. Das fand er voll gut. Und er findet auch, dass Deutschland größere Bedeutung in der Welt erlangen muss und eine Flotte brauchen. Ja, natürlich.
Solveig
01:04:32
Da hat der Sohn das her.
Daniel
01:04:34
Also jedenfalls in dem Punkt sind sie sich dann doch sehr ähnlich gewesen. Und wenn wir jetzt nochmal England und Deutschland nochmal vergleichen, weil ein England-Thema so als die positive Alternative dann oft auftaucht, Sozialversicherungen, Gibt es da erst nach 1900. Da ist Herr Bismarck, wenn auch vielleicht aus viel Angst vor der Sozialdemokratie, da doch deutlich vorgeprescht. Also das ist etwas, glaube ich, etwas Positives, wenn auch damals nur für die Fabrikarbeiter, was sich dann doch erhalten.
Solveig
01:05:02
Gut, ich meine, England ist auch gerade dabei, ein kolonialistisches Empire zu werden. Das ist jetzt vielleicht auch im Nachbindern vielleicht nicht die beste Entscheidung gewesen.
Daniel
01:05:10
Womöglich. Apropos Kolonialismus. Auch das natürlich eine interessante neue Debatte. Das ist ja sehr populär, zu dekolonialisieren und da ist Bismarck plötzlich auch ganz oben auf.
Solveig
01:05:22
Ach so.
Daniel
01:05:23
Oder ganz unten, je nachdem.
Solveig
01:05:25
Ich wollte gerade sagen, was?
Daniel
01:05:27
Und ja, das, dieses Thema und die Frage nochmal, wie könnten wir uns ein Deutschland ohne Bismarck vorstellen, würde ich gerne im Nachklapp.
Solveig
01:05:37
Noch mal mit dir.
Daniel
01:05:37
Besprechen. Ich sehe, du bist begeistert.
Solveig
01:05:40
Keine Afrika-Konferenz.
Daniel
01:05:41
Nein, Afrika-Konferenz ist nicht das Thema. Also der Hauptschwerpunkt liegt auf Deutschland ohne Bismarck. Wer hätte dann vielleicht übernommen und wie hätte das ganz anders dann ausgesehen oder vielleicht auch überhaupt nicht? Das erzählen wir euch gleich im Nachklapp. Den könnt ihr hören, wenn ihr uns bei Steady regelmäßig unterstützt. Und wir bedanken uns sehr herzlich bei allen, die das jetzt schon eine ganze Weile tun. Und das sind Christina, Steffi, Kufi, Sophie, Christoph, Tobias, Beate, Sarah Solberg, Charlotte, Noemi, Henrike, Stefan, Aisha, Isabella, Silvia, Emma, Maike, Marte, Jojo, Cornelia, Anne, Vera, Dennis, Eva, Roland, Karolin, Matthias, Kerstin, Bettina, Klaus, Sascha, Vivian, Florian, Philipp, Claudia, Nina, Michael, Ann-Christin, Michaela, Sandra, Christina, Monika, Theresa, Stefan, Thomas, Bernhard, Heike, Daniel, Eike, Anja, Stefan, Sabine, Geno, Fefa, Tom, Daniel, Tino, Monika, Mika, Alexandra und zuletzt dazugestoßen Corinne, Katrin, Katrin Onaha, Jan, Hermann und Julia. Vielen, vielen, vielen, vielen Dank, dass ihr dabei seid. Und ich hoffe, irgendwas mit Bismarck war okay für euch. Es wird nicht mehr so heilig wie im letzten Jahr werden, denn wir haben ein anderes Stichwort gefunden, das wir, glaube ich, noch gar nicht erwähnt haben. Wir haben ein neues Motto.
Solveig
01:06:59
Bei der Goldenen Schindel hatten wir es einmal schon verraten.
Daniel
01:07:01
Tim, wer unsere Niederlage dort verfolgt haben sollte.
Solveig
01:07:04
Also du warst ja noch ganz gut.
Daniel
01:07:07
Ausgeschieden ist ausgeschieden.
Solveig
01:07:08
Das ist korrekt.
Daniel
01:07:09
Sage ich im Sinne Österreichs und Lichtsteins.
Solveig
01:07:11
Ja, im besten Sinne. Wir waren Österreich. Wir haben es Männer mit Sprengkraft, haben wir es genannt.
Daniel
01:07:20
Im direkten und im übertragenen Sinne.
Solveig
01:07:22
Genau, also nicht wörtlich. Es geht jetzt nicht nur um Männer, die mit Dynamit hantiert haben.
Daniel
01:07:26
Einer wird kommen.
Solveig
01:07:27
Einer wird kommen. Alle anderen sind eher im übertragenen Sinne, gesellschaftlicher Sprengkraft, soziale Sprengkraft.
Daniel
01:07:33
Also Bismarck hat hier das, wenn man so will, das System des Deutschen Bundes gesprengt.
Solveig
01:07:37
Genau.
Daniel
01:07:38
Und die Heilige Allianz mit dazu.
Solveig
01:07:42
Andere Sprengenketten oder Städte. Oder ganze, weiß ich nicht, was haben wir noch? Sprengen, die Erinnerungskultur.
Daniel
01:07:51
Da kommt Bismarck auch mit zählen.
Solveig
01:07:53
Ja.
Daniel
01:07:54
Okay. Das heißt, Wilhelm ist vielleicht nicht so viel Sprengkraft, wobei wenn wir mit Jan Markath gehen, dann, Ist ja alles lässig, aber alles auf Wilhelms Mist gewachsen und gar nicht auf Bismarcks Mist. Insofern hoffe ich, dass es uns gelingt, in nächster Zeit noch einen neuen Termin mit Michael hinzukriegen. Gute Besserung an Michael an dieser Stelle. Ich hoffe mittlerweile bist du wieder gesund, denn das wäre der zweite Teil schon. Das wäre schlimm, wenn du so lange krank sein müsstest. Und wir hoffen nach wie vor, dass als nächstes dann nochmal eine Folge mit Michael kommt, unserem wandelnden Preußen-Lexikon. Denn damals, Weihnachten vor einem Jahr, hatten wir über morganatische Ehen gesprochen. Also die Frauen der Hohenzollern, aber die, die es gar nicht oder nur so halboffiziell waren. Und da gibt es nämlich Kaiser Wilhelms erste große Liebe. Und die finde ich sehr spannend. Da möchte ich gerne mehr wissen, ohne was lesen zu müssen. Und dachte mir, das ist doch gut, wenn Micha da einfach nochmal vorbeikommt. Und ich hoffe, dass er kommt. Und dann euch als nächstes werden wir euch dann noch diese dritte Folge mit Michael. Nachschieben. Immerhin geht es um den Kaiser, der hier Bismarck geholt hat. Passt also eigentlich ganz gut. Und dann wird es nochmal richtig nationalfürchtig. Nochmal so ein nationaler Mythos, den Zollberg zerlegen wird.
Solveig
01:09:10
So deutschnationale Sülze, wie ich es schon genannt habe.
Daniel
01:09:13
Ist das der Titel?
Solveig
01:09:14
Nein, aber der Hashtag, unter dem ich bereits einen kleinen Teaser produziert habe.
Daniel
01:09:19
Oh, ich freue mich so sehr. Und da gibt es auch dann nochmal eine besondere Premiere dazu.
Solveig
01:09:24
Das ist ein ganz besonderes Geschenk.
Daniel
01:09:26
Aber das verraten wir erst dann in der Folge, oder?
Solveig
01:09:29
Ja.
Daniel
01:09:29
Okay, na gut.
Solveig
01:09:30
Es gibt vielleicht schon einen Teaser bis dahin, das weiß ich nicht, das hängt auch so ein bisschen... Von unserer Instagram aufzupft.
Daniel
01:09:35
Ich sollte mal wieder mehr posten.
Solveig
01:09:37
Das war jetzt gar nicht so gemeint.
Daniel
01:09:39
Da bist du faul in letzter Zeit. Noch ein Grund, mich zu entschuldigen. Dass es mit mich ja nicht geklappt hat, dass diese Folgen so spät kommen, dass auf Insta nichts los ist.
Solveig
01:09:47
Wir sind ja nur noch für Erwachsene zugänglich.
Daniel
01:09:50
Ja, weil wir da Winkelmannsche Liebhaber Marmorbüsten posten und Evas, leicht begleitete Magdalenas. Jetzt sind wir nur noch ab 18 zugänglich.
Solveig
01:10:00
Antike Statuen aus Stein gemalte Brüste, das ist Pui Pui, das gehört sich nicht. Deswegen, falls ihr euch wundert.
Daniel
01:10:10
Ihr dürft natürlich trotzdem gerne unserem schmierigen Kanal auf Instagram folgen.
Solveig
01:10:14
Wenn ihr über 18 seid.
Daniel
01:10:16
Außerdem, wenn ihr jetzt keine Lust habt, für Nachklapp oder so uns Geld zu geben, aber uns trotzdem mögt und unterstützen wollt, also solltet ihr es noch nicht tun, dann folgt uns doch bitte. Oder schenkt uns Sternchen bei Spotify zum Beispiel, ist das ganz einfach, über das Menü. Könnt ihr da Sterne verschenken und uns am liebsten gleich 5 auf einmal geben. Und wenn ihr noch mehr uns folgen wollt, wir wollen gerne mal so ein bisschen gepusht werden, dann könnt ihr uns nebenbei ja auch noch bei YouTube folgen. Ich finde, da könnten wir noch ein bisschen mehr Aufmerksamkeit bekommen. Auf jeden Fall freuen wir uns, dass ihr uns hört und vielleicht sehen wir uns am 15. März um 15 Uhr unter den Linden Nummer 2 vor dem Deutschen Historischen Museum. Bitte aber vorher Bescheid sagen. In Berlin. In Berlin.
Solveig
01:11:00
Es gibt noch eins in München.
Daniel
01:11:02
Das ist das deutsche Museum. Jetzt fang du nicht auch noch an. Es gibt einen Unterschied zwischen dem deutschen Museum. Das sind nicht die Kollegen hier in Berlin. Das ist das deutsche historische Museum, das hier ist.
Solveig
01:11:14
In Frankfurt gibt es auch eins, das so ähnlich klingt.
Daniel
01:11:17
Da bitte gar nicht hinfahren. Kommt dann, also wenn ihr in Berlin seid, am 15. März. Oder nicht weit weg seid. Oder zufällig in der Stadt seid. Und es ist 15 Uhr. Dann kommt doch bitte am deutschen historischen Museum vorbei. Und wir gucken uns gemeinsam einen Teil der Ausstellung Roads Not Taken an oder es hätte auch anders kommen können, aber bitte sagt uns vorher Bescheid, am besten per E-Mail an kontakt.fluffung-geschichte.de. Die Führung ist natürlich gratis, die ich euch gebe. Eintritt können wir nicht für alle übernehmen. Da wollen die, glaube ich, sieben Euro haben von euch. Aber das lohnt sich auf jeden Fall.
Solveig
01:11:52
Ja, auf jeden Fall.
Daniel
01:11:53
Dann hören und sehen wir uns bald wieder. Macht's gut.
Solveig
01:11:56
Tschüss.