FG066 - Heinrich Schliemann - Mit Dynamit nach Troja
12.03.2026 85 min
Zusammenfassung & Show Notes
In dieser Folge beschäftigen wir uns mit einer der bekanntesten und zugleich umstrittensten Figuren der Archäologiegeschichte: Heinrich Schliemann. Sein Name ist untrennbar verbunden mit der Suche nach dem historischen Troja – und mit spektakulären Grabungen, die ihm Ruhm, aber auch viel Kritik einbrachten. Wir sprechen über seinen ungewöhnlichen Lebensweg im 19. Jahrhundert, seine Begeisterung für antike Dichtung und darüber, wie aus dieser Leidenschaft eine der berühmtesten archäologischen Unternehmungen der Geschichte wurde.
Der ungewöhnliche Weg von Heinrich Schliemann
Zu Beginn der Folge schauen wir uns an, wie der Lebensweg von Heinrich Schliemann überhaupt zur Archäologie führte. Anders als viele Wissenschaftler seiner Zeit begann er seine Karriere nicht an einer Universität, sondern im Handel. Schliemann arbeitete zunächst als Kaufmann und war in verschiedenen Ländern erfolgreich. Durch seine Geschäfte gelang es ihm, ein beträchtliches Vermögen aufzubauen. Gleichzeitig entwickelte er eine außergewöhnliche Begabung für Sprachen und brachte sich zahlreiche Fremdsprachen selbst bei. Diese internationale Erfahrung und seine finanzielle Unabhängigkeit ermöglichten es ihm später, sich ganz seiner neuen Leidenschaft zu widmen: der Suche nach den Schauplätzen der antiken Epen.
Die Faszination für Homer und die Welt der Ilias
Ein entscheidender Ausgangspunkt für Schliemanns archäologische Ambitionen waren die Werke des Dichters Homer. Besonders das Epos Ilias prägte seine Vorstellung von der antiken Welt. Während viele Gelehrte des 19. Jahrhunderts die Geschichten aus der Ilias vor allem als Mythologie betrachteten, war Schliemann überzeugt, dass sich hinter den Erzählungen reale historische Ereignisse verbergen könnten. Für ihn waren die Beschreibungen der Stadt Troja, des Trojanischen Krieges und der darin auftretenden Figuren nicht nur dichterische Erfindung, sondern mögliche Hinweise auf reale Orte und vergangene Kulturen. Diese Überzeugung sollte zum Ausgangspunkt seiner Grabungen werden.
Die Suche nach Troja
Im Mittelpunkt der Folge steht Schliemanns entschiedene Suche nach der sagenhaften Stadt Troja. Schließlich begann er mit Ausgrabungen an einem Hügel in der heutigen Türkei: Hisarlık. Dieser Ort war bereits zuvor von anderen Forschern als möglicher Standort der antiken Stadt diskutiert worden. Schliemann ließ dort großflächig graben, weil er überzeugt war, dass sich unter dem Hügel die Überreste von Troja befinden müssten. Dabei gingen er und seine Arbeiter mit großer Geschwindigkeit vor. Um schneller zu den vermeintlich ältesten Schichten vorzudringen, ließ Schliemann große Teile des Hügels abtragen. In der Folge sprechen wir darüber, wie dieses Vorgehen später zu massiver Kritik führte, weil dabei wichtige archäologische Schichten zerstört wurden. Die drastischen Methoden brachten ihm den Ruf ein, sich gewissermaßen „mit Dynamit nach Troja“ gegraben zu haben.
Der spektakuläre Fund des Schatzes des Priamos
Einer der bekanntesten Momente in Schliemanns Grabungen war der Fund eines Goldschatzes, den er mit dem trojanischen König Priamos in Verbindung brachte. Der Schatz bestand aus zahlreichen goldenen und wertvollen Objekten und machte Schliemann schlagartig weltberühmt. In der Folge sprechen wir auch darüber, wie Schliemann diesen Fund präsentierte und welche Rolle dabei seine Frau Sophia Schliemann spielte. Berühmt wurde ein Foto, auf dem sie den Schmuck trägt, der angeblich aus dem Schatz des Priamos stammt. Der Fund sorgte weltweit für Aufmerksamkeit, löste jedoch gleichzeitig auch Diskussionen über Datierung, Fundumstände und den Umgang mit den Artefakten aus. Mehr darüber erzählen wir in unserer NACHKLAPP-Folge für alle Unterstützer*innen auf Steady.
Weitere Ausgrabungen in Mykene
Schliemanns Interesse beschränkte sich nicht nur auf Troja. Wir sprechen auch über seine späteren Ausgrabungen in der antiken Stadt Mykene. Dort entdeckte er mehrere reich ausgestattete Gräber mit wertvollen Beigaben. Besonders bekannt wurde eine goldene Totenmaske, die Schliemann mit dem legendären Herrscher Agamemnon in Verbindung brachte. Auch hier zeigt sich, wie stark Schliemanns Interpretation der Funde von den homerischen Erzählungen geprägt war. Seine Ausgrabungen in Mykene trugen maßgeblich dazu bei, die bronzezeitlichen Kulturen Griechenlands stärker ins Blickfeld der Forschung zu rücken.
Zwischen Genie und Kritik
Zum Ende der Folge werfen wir einen Blick auf Schliemanns Vermächtnis. Einerseits trugen seine Grabungen entscheidend dazu bei, das öffentliche Interesse an der Archäologie zu wecken. Seine Entdeckungen machten die Welt der bronzezeitlichen Kulturen der Ägäis international bekannt. Gleichzeitig wird seine Arbeit bis heute kritisch betrachtet. Viele seiner Grabungsmethoden gelten aus heutiger Sicht als problematisch, weil durch das schnelle und teilweise zerstörerische Vorgehen wichtige archäologische Informationen verloren gingen. Trotz dieser Kritik bleibt Heinrich Schliemann eine zentrale Figur der Archäologiegeschichte – ein Mann, der mit großer Leidenschaft versuchte, die Welt der homerischen Epen mit der archäologischen Realität zu verbinden.
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Transkript
Manchmal muss man sich den Weg einfach freisprengen, Solveig.
Durch den byzantinischen Kram hin zu den wahren antiken Schätzen.
So, so.
Hallo Solveig.
Hallo Daniel.
Ich bin sehr gespannt auf die heutige Folge, denn sie hat uns das Motto gegeben,
unter das wir das ganze Jahr gestellt haben, die Männer mit Sprengkraft.
Und ich glaube, heute geht es um die einzige Person, die im wahrsten Sinne des
Wortes Sprengungen ausgelöst hat.
Und das nicht im übertragenen Sinne, sondern mit Dynamit.
Zumindest sagt man das ihm nach.
Ach, es ist nur ein Gerücht?
Nein, es ist kein Gerücht. Er selbst hat es nie gesagt, aber man kann das an
den Grabungen erkennen.
Ah ja, okay. Das klingt auf jeden Fall vielversprechend, aber bevor wir in das
Thema einsteigen, erstmal herzlich willkommen euch allen und insbesondere denen,
die vielleicht zum ersten Mal Flurfunkgeschichte hören,
weil sie sich interessieren für die Person,
deren Name wahrscheinlich in dem Titel auch vorkommen wird oder für die antiken
Städten, die sie da freigesprengt hat.
Und insbesondere begrüßen wir Lydia, David und Timo, die sich seit Hermann entschlossen
haben, uns nicht nur zu hören und zu liken, sondern tatsächlich auch finanziell zu unterstützen.
Vielen Dank an euch und alle anderen, die das regelmäßig tun und diesen Podcast
hier möglich machen und insbesondere natürlich Solveigs Nebenprojekt,
das auf unserem YouTube-Kanal mittlerweile online ist.
Und leider wissen wir immer noch nicht, wie viele Klicks, Kommentare und dergleichen
dort eingegangen sind, denn Solveig war einfach mal wieder wahnsinnig schnell
fertig mit ihrem nächsten Skript. Sodass wir diese Folge viel schneller aufnehmen,
als wir es ursprünglich geplant hatten.
Und deswegen wissen wir auch nicht, falls noch andere Personen vielleicht mittlerweile
bei Steady dazugekommen sind. Auch euch werden wir natürlich Danke sagen dann beim nächsten Mal.
Und jetzt bin ich aber sehr gespannt. Natürlich, ich bin wieder in der schwierigen
Lage, dass es wahrscheinlich um Griechen geht und antike Mythologie,
wo ich mich so gar nicht ausruhe.
Kenne, aber dafür wahrscheinlich heute auch wieder einiges lernen kann von dir.
Nö, also wir werden uns heute sehr wenig mit Griechen beschäftigen.
Wir werden vollständig im 19. Jahrhundert bleiben.
Ach so, okay.
Es geht ja um Heinrich Schliemann.
Okay, aber ich dachte natürlich an Troja, aber im Prinzip diese Geschichte haben
wir auch schon mal erzählt.
Oder du hast sie schon mal erzählt in einer Extrafolge, die glaube ich als Kurzfolge
gebrandet ist, aber dann auch eine Stunde dauert. Und du hattest mal diese Idee,
dass wir so 15 Minuten Kurzfolgen machen und es hat irgendwie nicht geklappt.
Sie wurden dann doch trotzdem immer wieder länger.
Das Konzept haben wir sehr schnell verworfen, weil ich einfach nicht kurz kann.
Also ich nehme mir vor, ich mache es schnell und dann dauert es doch anderthalb
Stunden. Also es geht halt einfach nicht anders.
Was immer noch nicht reicht für viele, die eine längere Bahnfahrt unternehmen
müssen. Also macht ihr keinen Stress.
Und 19. Jahrhundert bin ich natürlich voll dabei. Insofern, lass uns das in
aller Ausführlichkeit angehen. Also die Lunte an der Sprengladung darf ruhig
etwas länger sein und lange vor sich hin zündeln.
Oder gehst du gleich in den großen Knall hinein?
Nein, nein, nein. Es geht ja um Heinrich Schliemann. Also fangen wir auch mit ihm.
Seiner Geburt im Grunde an. Und
wir bewegen uns mit ihm zusammen quasi auf seinem langen Weg nach Troja.
Ich weiß nicht, ob man das vielleicht zum Einstieg nochmal sagen sollte.
Vielleicht auch so ein bisschen, wo ich auch herkomme mit Heinrich Schliemann.
Es hat ja vor einigen Jahren, wann war das? Vier Jahre ist es mittlerweile her.
Oh Gott, das sind vier Jahre.
Hat es eine große Ausstellung gegeben vom Museum für Vor- und Frühgeschichte hier in Berlin.
In der James-Simon-Galerie und im Neuen Museum. Das war zweigeteilt diese Ausstellung.
Und für diese Ausstellung bin ich damals als Freiberuflerin auch ans Neue Museum
gekommen und an die James-Siemann-Galerie.
Das heißt, ich habe in der Schliemann-Ausstellung Führungen gegeben.
Im Nachklapp letztes Mal hast du auch verraten, dass da deine Beschäftigung
mit Hermann und den Germanen sogar einen Anteil hatte.
Genau, ich wurde, man sah meine Arbeit zu Hermann und sagte,
hey, dich möchten wir für Schliemann haben.
Und so habe ich dann tatsächlich insgesamt zwei Jahre, war ich freiberuflich
für die SMB tätig, was im Nachhinein doch nicht so schön war.
Für die Staatlichen Museen Berlin. Genau, Staatlichen Museen Berlin.
Und es war eine sehr schöne Zeit im Nachhinein, wenn man so drüber nachdenkt.
Es waren auf jeden Fall sehr, sehr schöne Häuser, in denen ich arbeiten konnte.
Man neigt ja zur Verklärung.
Ja, aber ich war also, sagen wir es mal so, die Häuser und die Ausstellung waren
sehr, sehr schön. Andere Dinge waren nicht ganz so schön.
Ja, Freiberuflichkeit ist aber auch anstrengend.
Genau, das war vor allem der Faktor. Und auf jeden Fall auch die Ausstellung war sehr, sehr gut.
Und in dem Gedanken an dieser Ausstellung, das nochmal so ein bisschen zu reminiszieren,
wird jetzt wahrscheinlich auch nochmal viel hochkommen.
Und in der Ausstellung ging es eben auch mit Schliemanns Jugend los.
Sie wurde damals wunderbar gespielt von Katharina Thalbach.
Sie hat ja mittlerweile so einen neuen Karriereweg für sich aufgemacht,
indem sie alte, grantige Männer darstellt.
Friedrich den Großen kann ich mich daran erinnern.
Genau, Friedrich der Große und jetzt war es eben Schliemann.
Das hat sie sehr schön gemacht.
Und ich habe so nochmal so ein paar Zitate auch aus der Biografie von Schliemann, die er ausgesucht.
Er selbst angefangen hat zu schreiben, er ist dann drüber verstorben und seine
Frau hat sie dann fertiggestellt.
Und als ich ein paar Zitate rausgesucht hatte, hatte ich auch immer noch Katharina
Thalmausstimme im Kopf, die das sehr schön präsentiert hat.
Also das so ein bisschen zu Heinrich Schliemann und seiner Bewertung vielleicht
auch hier in Berlin oder seine Würdigung hier in Berlin. Wie gesagt,
diese große Ausstellung, das war sein 200.
Geburtstag. Dafür gab es dann diese Jubiläumsausstellung. Deswegen gehen wir
jetzt auch in das Jahr 1822, denn das ist ja sein Geburtsjahr.
Ja, offensichtlich.
Und der Werte, Herr Schliemann, ist in Neubuko geboren, aber in Ankershagen aufgewachsen.
Wo sind diese Orte?
In Mecklenburg-Vorpommern. Ich habe es noch mal nachgeguckt.
Mit dem Zug sind es ungefähr drei Stunden von Berlin.
Es ist schon weit im Norden von Mecklenburg, beziehungsweise wahrscheinlich
mittig von Mecklenburg. Aber für uns gesehen weit im Norden.
Die Frage ist ja eher, ob sich das lohnt, für uns einen Ausflug mal dorthin
zu machen, so wie das bei Herrn Winkelmann in Stendal durchaus lohnenswert ist.
Oder haben Sie da kein Museum in seinem Geburtsort?
Doch, also in Ankershagen gibt es das Schliemann-Museum. Müsste man mal gucken,
wie weit sich das lohnt. Er war ja nicht so lange in Ankershagen.
Er war das fünfte von neun Kindern.
Wow.
Und es ist nicht so ganz so klar. In seiner Biografie kommt das nicht so durch.
Er ist da sehr zurückhaltend, was sein Elternhaus angeht.
Es gibt aber so gewisse Korrespondenzen unter den Geschwistern auch und mit
anderen, die dann doch darauf hinweisen, dass der Vater vor allem sehr gewalttätig
war und das Geld auch nicht unbedingt,
also das Geld war recht knapp scheinbar, weshalb diese Kindheit auch ein bisschen schwierig gewesen ist.
Er selbst schreibt in seiner Autobiografie über seine Zeit als Kind und vor
allem über dieses Leben in Ankershagen, habe ich dir einmal einen Auszug mitgebracht.
Das fand ich sehr bezeichnend, was er da zu erzählen weiß über seine Kindheit.
In diesem Dorfe verbrachte ich die acht folgenden Jahre meines Lebens.
Und die in meiner Natur begründete Neigung für alles Geheimnisvolle und Wunderbare
wurde durch die Wunder, welche jener Ort enthielt, zu einer wahren Leidenschaft entflammt.
Dicht hinter unserem Garten befand sich ein kleiner Teich, das sogenannte Silberschälchen,
dem um Mitternacht eine gespenstische Jungfrau, die eine silberne Schale trug, entsteigen sollte.
Außerdem hatte das Dorf einen kleinen, von einem Graben umzogenen Hügel aufzuweisen,
Wahrscheinlich ein Grab aus heidnischer Vorzeit, ein sogenanntes Hühnengrab,
in dem der Sage nach ein alter Raubritter sein Lieblingskind in einer solchen Wiege begraben hatte.
Ungeheure Schätze aber sollten neben den Ruinen eines alten,
runden Turmes in dem Garten des Gutseigentümers verborgen liegen.
Oh, da hat er bestimmt dann schon mal nachgeguckt heimlich.
Das weiß ich nicht, aber man merkt auf jeden Fall, er ist ein Kind der Romantik.
Er ist ja in den 1820ern Kind und da ist natürlich diese Geschichten von dem
Versteckten und den Feen und den Geistern natürlich groß.
Von den Schätzen.
Von den Schätzen und von den verborgenen mystischen Geschichten.
Also ich finde, da merkt man schon richtig, wo er herkommt und wo er auch hin
möchte, was ihn so reizt.
Und er hat dann, zumindest so erzählt er uns das in seiner Autobiografie,
die, wie gesagt, er sehr spät in seinem Leben angefangen hat zu schreiben,
dass er 1829 zu Weihnachten ein Kinderbuch im Grunde bekommen hat,
nämlich Weltgeschichte für Kinder.
Und in dieser Weltgeschichte für Kinder war auch die Geschichte Trojas erzählt
oder vom Trojanischen Krieg.
Und es war so scheinbar eine Zeichnung drin von dieser brennenden Stadt.
Und da erzählt er uns dann.
Vater, du hast dich geirrt. Jener muss Troja gesehen haben. Er hätte es ja sonst
hier nicht abbilden können.
Mein Sohn, antwortete er, das ist nur ein erfundenes Bild.
Aber auf meine Frage, ob dann das alte Troja einst wirklich so starke Mauern
gehabt habe, wie die auf jenem Bilde dargestellt waren, bejahte er dies.
Vater, sagte ich darauf, wenn solche Mauern einmal da gewesen sind,
so können sie nicht ganz vernichtet sein, sondern sind wohl unter dem Staub
und Schutt von Jahrhunderten verborgen.
Nun behauptete er wohl das Gegenteil, aber ich blieb fest bei meiner Ansicht
und endlich kamen wir überein, dass sich der einst Troja ausgraben sollte. Oh Gott, ist das süß.
Hatte seinem Vater ein Versprechen gegeben.
Sieben Jahre wusste er Bescheid, dass er es einst finden wird.
Jetzt kann man natürlich darüber nachdenken, wie realistisch diese Geschichte
ist, ob er das wirklich schon mit sieben Jahren gewusst hat.
Man weiß es nicht, was in so Kinderköpfen vor sich geht, aber Schliemann hat
gerne nicht unbedingt gelogen.
Das ist ein bisschen zu hart, aber die Wahrheit ein bisschen schöner erzählt als sie.
Na gut, das machen wir doch alle manchmal.
Das machen wir alle manchmal, deswegen überlegen wir, es ist jetzt so die Frage,
wie weit er sich hier vielleicht auch so ein bisschen inszeniert,
so eine schicksalhafte Berufung vielleicht auch machen möchte,
die er als Kind schon erfahren hat.
Es wird noch ein bisschen dauern, bis er wirklich nach Troja das erste Mal kommen
wird, denn zunächst einmal wird seine Mutter sterben und zwar während der Geburt
des neunten Kindes und er wird.
Jetzt hat der Vater sich gedacht, naja, also mit der Frau, also mit der Ehefrau
hat er sich auch irgendwie Schwierigkeiten gehabt und sich nicht so gut mit der verstanden.
Deswegen hatte er parallel schon eine Beziehung zu einer anderen Dame,
mit der er sich besser verstanden hat.
Und die holte er jetzt zu sich ins Haus, um jetzt nicht unbedingt in Ehe miteinander
zu leben, sondern einfach dieser Beziehung da schneller habhaft zu werden.
Jetzt ist leider Schliemanns Vater Pfarrer gewesen und der Gemeinde vor Ort
hat es nicht so gefallen, also dass er nebenbei noch eine Geliebte hatte,
das hat man stillschweigend ertragen.
Aber die hat doch bestimmt nur das Haus sauber gehalten und so und sich um die
Kinder gekümmert. Das war doch gar keine Beziehung.
Also das hat man anders gesehen in Angershagen. Denn man hat tatsächlich ein
Amtsenthebungsverfahren gegen ihn in Kraft getreten lassen oder begonnen,
weil die Gemeinde sagte, das sind nicht die Werte, die wir vertreten als Gemeinde.
Warum hat er sich einfach geheiratet? Das geht doch, wenn man da so evangelischer
Pfarrer ist und Kinder hat.
Das weiß ich doch nicht. Musst du Herrn Schlemann fragen.
Auf jeden Fall hatte er rechtliche Schwierigkeiten und man hat dann die Kinder
zu anderen Verwandten gegeben.
Und auch Schliemann wird dann von seinem Onkel, glaube ich, großgezogen und
wird dann auch nach Neustrelitz aufs Gymnasium geschickt, um dem Jungen eine
Ausbildung zu ermöglichen.
Aber weil der Vater ja mit seinem Amtsenthebungsverfahren zu tun hat und jetzt
auch kein gesichertes Einkommen mehr hat, muss er tatsächlich recht schnell
auch von diesem Gymnasium wieder runter, weil sie sich das Schulgeld nicht leisten können.
Und stattdessen macht er dann eine Lehre und lässt sich dann in der benachbarten
Gegend einmal zu so einem Handelsgehilfen ausbilden.
Und entscheidet sich dann 1841, also mit 19, hier, das hat halt keinen Sinn
in Mecklenburg, wir gehen woanders hin.
Und er entscheidet sich dazu, nach Venezuela auszuwandern.
Wow, das ist halt wirklich, ja, das würde mir auch als erstes einfallen.
Genau, also da denkt er sich, ich gehe woanders hin. Jetzt ist natürlich die
Frage, warum Venezuela?
Warum nicht Brasilien?
Ja, oder warum vielleicht nicht erst mal Berlin oder so.
Und das hat damit zu tun, 1811 ist Venezuela unabhängig geworden von Spanien,
war spanische Kolonie, jetzt ist man eigenständig.
Aber tatsächlich schon während der ersten Kolonisationsphase im 16.
Jahrhundert sind die, in Anführungszeichen, Deutsche nach Venezuela gegangen
und haben dort so eine deutsche Enklave begründet. Und das ist von Karl V.
Ermöglicht worden. Der hat nämlich einer Augsburger Handelsfamilie,
der Welser, dort Gebiet gegeben.
Denn die hatten ihm Geld gegeben, um seine Kaiserwahl durchzusetzen.
Und er hatte jetzt natürlich nicht unbedingt das Geld, um es zurückzugeben, war.
Also hat er gesagt, ja, hier in der neuen Welt könnt ihr Land haben.
Und dieses Land wurde dann auch Klein Venedig genannt.
Und da soll sich irgendwie auch der Name Venezuela her ableiten.
Ach, okay.
Und das heißt also, seit dem 16. Jahrhundert gibt es so deutschstämmige Venezuelesen. Ist das richtig?
Venezuelaner.
Venezuelaner. Und wahrscheinlich dadurch, dass es dort eben diese Siedlungstraditionen
gibt, wandern tatsächlich vor allem in den 1840ern einige Deutsche aus nach Venezuela.
Wahrscheinlich so ein bisschen wie die 48er, die dann in die USA ausgewandert
sind, gibt es dann eben auch welche, die nach Venezuela auswandern.
Und dort wird dann die Colonia do Tovar gegründet.
Das ist nicht die Colonia Dignitat.
Nee, offensichtlich nicht.
Die ist anderswo, die sind Chile und auch später. Und diese Colonia Tovar gibt
es scheinbar heute noch.
Und ich habe da so ein bisschen mal bei YouTube reingeguckt.
Die haben da tatsächlich so Schwarzwaldhäuser hingestellt.
Und das heißt, es gibt dann da so ganz viele Touri, also ganz viel ist jetzt
vielleicht übertrieben, aber es gibt eben so Touri-Videos bei YouTube.
Wir fahren jetzt in die deutsche Siedlung in Venezuela.
Und da wollte Schliemann eben auch hin, wahrscheinlich in diese deutsche Enklave,
deutschen Aussiedler, die dort dann in Venezuela sind.
Nach Ölgraben oder so. Und da kommt er aber nicht an.
Das wäre dann vielleicht jetzt auch eine sehr kurze Geschichte gewesen,
wenn er wirklich in Venezuela angekommen wäre. Er ist dort Händler geworden und Ende.
Er reist nach Hamburg und will von Hamburg aus mit dem Schiff Dorothea nach Venezuela reisen.
Aber es ist ein großer Sturm und es dauert dann auch ein bisschen,
die sind dann auch in Hamburg noch eine Weile, weil der Kapitän sagt,
wir können nicht ablegen bei diesem Sturm.
Irgendwann weiß ich nicht, ob er dann die Geduld verliert oder ob die Reisenden
ihm dann auch Druck machen. Wir haben jetzt aber Termin und wir wollen jetzt
auch los, sodass sie dann fahren und in diesem Sturm kentern sie tatsächlich.
Also sie kommen so bis in die Niederlande rein, Tetzel oder so heißt diese Insel,
an der niederländischen Küste und da kentert das Boot.
Aha, war toll.
Und Schliemann steht dann da, dieser Insel. Er meint dann, er hätte dann Gott
sei Dank seinen Koffer retten können, wo seine ganzen Empfehlungsschreiben drin waren.
Den hat er dann so an sich, klammert er dann an sich und meint so,
okay, Venezuela soll es nicht sein.
Amsterdam.
Dann ist es Amsterdam.
Okay.
Und er schreibt, und da bei diesem Bericht über diesen Sturm merkt man dann
eben auch, dass er es mit der Wahrheit vielleicht nicht so ganz hält,
wenn die Geschichte besser erzählt werden kann.
Weil es gibt so verschiedene Erzählungen durch sein Leben hindurch,
wie er diesen Sturm erfährt.
Und es wird immer schlimmer und wilder und er wird immer heroischer.
Und dann denken sie so, hm, weiß ich jetzt nicht.
Auf jeden Fall, es geht jetzt für ihn nach Amsterdam, wo man so denkt,
das hättest auch am Anfang, warum nicht gleich nach Amsterdam,
warum Venezuela, aber gut, vielleicht hat er irgendwen gekannt,
der wen kannt und gesagt hat, hier ist ein Job für dich.
Und in Amsterdam wird er dann recht schnell von einer Handelsgesellschaft zum
Korrespondent und Buchhalter eingestellt.
Also er ist dann so ein bisschen Assistent der Geschäftsleitung,
Muss dann da mit den Leuten reden. Und was Schliemann ja ausmacht,
neben dem, dass er Troja gefunden hat, müssen wir mal gucken,
was er da genau gefunden hat, ist ja, dass er so viele Sprachen konnte.
Also das zeichnet ihn auch aus. Er hat sehr, sehr viele Sprachen gekommt.
Und in dieser Amsterdamer Zeit fängt er damit an, Sprachen zu lernen.
Und er hat dann auch, weil er so dafür bekannt war, die Schliemann-Methode entwickelt.
Aha, das bin ich übergespannt.
Wie man denn gut und schnell Sprachen lernt.
Und er hat einen Handelscompany-Background, er ist ein sehr guter Kaufmann,
das werden wir auch noch wissen.
Er weiß, er zeigt auch schon früh, dass er ein gutes Gespür für den Verkauf
hat, wie man sich selbst verkauft, wie man einen Waren verkauft.
Und jetzt will er eben auch diese Schliemann-Methode verkaufen.
Und wie er die beschreibt, habe ich dir auch einmal mitgebracht.
Die einfache Methode besteht zunächst darin, dass man sehr viel laut liest,
keine Übersetzung macht, täglich eine Stunde nimmt, immer Ausarbeitungen über
uns interessierende Gegenstände niederschreibt, diese unter der Aufsicht des
Lehrers verbessert, auswendig lernt und in der nächsten Stunde aufsagt,
was man am Tage vorher korrigiert hat.
So gelang es mir, in der Zeit von einem halben Jahre, mir eine gründliche Kenntnis
der englischen Sprache anzueignen.
Dieselbe Methode wendete ich danach bei dem Studium der französischen Sprache
an, die ich in den folgenden sechs Monaten meisterte.
Durch diese anhaltenden, übermäßigen Studien stärkte sich mein Gedächtnis im
Laufe eines Jahres dermaßen,
dass mir die Erlernung des holländischen, spanischen, italienischen und portugiesischen
außerordentlich leicht wurde und ich nicht mehr als sechs Wochen gebrauchte,
um jede dieser Sprachen fließend sprechen und schreiben zu können.
Wow, sechs Wochen. Aber wie soll er jetzt damit Geld verdienen?
Wie soll er das verkaufen?
Genau, also ich will ihm das nicht absprechen. Jetzt kann man natürlich sagen,
wenn man Englisch kann, wenn man Französisch kann, ist es vielleicht wirklich
leichter, das Spanisch-Italienisch zu lernen, weil es ja alles romanische Sprachen sind.
Auch das Niederländische ist ja so ein Zwischending zwischen Englisch und Deutsch.
Käm aber heftig durcheinander. Ich habe das ja mit slavische Sprachen probiert
und da kreuzt ständig die eine die andere irgendwie da quer.
Das ist schon wirklich außerordentlich gewesen, dass er das konnte.
Also der muss da wirklich ein sehr, sehr großes sprachliches Talent besessen haben.
Nur zum einen, die sind sich ja eben sehr, sehr ähnlich. Also dass er mit denen
erstmal anfängt, ergibt ja dann auch Sinn.
Er hat das dann eben so aufgeschrieben, als die Schlemann. Also das,
was er uns hier gerade, das ist aus seiner Autobiografie.
Es gibt dann so ein kleines Heftchen, wo dann das genauso als Anleitung drinsteht.
Und das konnte man dann verkaufen. Und das ist dann auch verkauft worden.
Ich habe irgendwie gelesen, dass das teilweise heute noch
irgendwie beim Sprachenlernen verwendet wird, was er da macht.
Wenn man so ein bisschen drauf guckt, ich würde gar nicht mit klarkommen,
aber ich bin auch komplett schlecht, was Sprachenlernen angeht.
Der Spanisch jedenfalls ist nicht so da. Das ist ganz furchtbar.
Und er scheint sehr auditiv gelernt zu haben. Also er sagt ja,
erst mal vorlesen, selbst wenn ich es nicht verstehe, einfach überhaupt erst
mal lesen, sich es anhören, dann Texte auswendig lernen und aufsagen.
Und es gibt ja unterschiedliche Lerntypen. Und dieses auditive Sprachenlernen,
das scheint ihn so besonders ausgemacht zu haben und für ihn ja auch sehr gut funktioniert zu haben.
Wobei es dann später auch Leute gibt, die dann sich darüber lustig machen,
wie er redet, dass er scheinbar dann doch sehr starke Akzente hatte.
Wenn er das einfach so liest, wie er Deutsch lesen würde und es ihm keiner vorspricht oder so.
Kommt ja darauf an, ob er jede Sprache in dem jeweiligen Land gelernt hat.
Oder wenn er da in Holland sitzt und versucht, Portugiesisch zu lesen,
dann klang das wahrscheinlich sehr komisch.
Und wir wissen ja auch nicht, wer da sein Lehrer war. Und es gibt dann später,
er lebt dann lange, kommen wir noch in Athen, wo er dann Griechisch spricht.
Und über das Griechisch machen sie sich dann doch gerne lustig,
dass er sehr steif und alt klingt, weil er vor allem wahrscheinlich Altgriechisch gelernt hat.
Also es ist ja auch immer so ein bisschen schwierig. Es gibt sehr,
sehr viele Menschen, die Schliemann auch zu Lebzeiten sehr schätzen.
Und es gibt sehr, sehr viele, die ihn auch zu Lebzeiten schon nicht leiden können
und die sich dann vielleicht auch einfach drüber lustig machen, wenn er komisch redet.
Deswegen können wir das so nicht einschätzen, wie gut er wirklich sprechen konnte.
Aber er zeichnet sich eben dadurch aus, dass er sehr, sehr schnell spricht.
Und jetzt hast du ja schon gemeint, was bringt ihm das? Naja,
er ist ja Korrespondent.
Das heißt, er kann dann die Geschäftsgespräche führen in Amsterdam für die Handelskompanie
und dann mit Händlern, die aus Frankreich kommen oder aus Portugal Handel treiben,
kann er dann die Korrespondenz führen.
Und das merkt er dann auch ganz schnell. Wie gesagt, er ist ein sehr guter Kaufmann,
der weiß ganz genau, Marketing kann der super und Handel kann der super.
Er merkt, es gibt russische Handelskontakte in Amsterdam.
Und die Russen können kein Englisch.
Und die Holländer oder Niederländer können kein Russisch.
Aber in seiner Aufzählung war Russisch bis jetzt noch nicht dabei.
Genau, da kommen wir ja jetzt dazu.
Und das ist nämlich der Punkt, nachdem er diese romanischen Sprachen gelernt
hat, merkt er eben, okay, ich habe scheinbar ein Talent dafür.
Es ist niemand da, der Russisch kann.
Es gab scheinbar so eine russische Bubble in Amsterdam und da ist Potenzial,
dass wir abschöpfen können.
Also entscheidet er sich dazu, Russisch zu lernen. Oh.
Trotz aller meiner Bemühungen aber wollte es mir nicht gelingen,
einen Lehrer des Russischen aufzufinden.
Denn außer dem russischen Vizekonsul, der mir keinen Unterricht geben wollte,
befand sich damals niemand in Amsterdam, der ein Wort dieser Sprache verstanden hätte.
So fing ich denn mein neues Studium ohne Lehrer an und nahm meine alte Methode
wieder auf, verfasste kurze Aufsätze und Geschichten und lernte dieselben auswendig.
Da ich niemanden hatte, der meine Arbeiten verbesserte, waren sie ohne Zweifel herzlich schlecht.
So engagierte ich einen armen Juden, der für vier Francs pro Woche allabendlich
zwei Stunden zu mir kommen und meine russischen Deklamationen anhören musste,
von denen er keine Silbe verstand.
Hä? Aber ich verstehe, warum engagiert er den dann, wenn er das nicht versteht?
Weil es scheinbar ging es darum, dass er ein nettes Gesicht braucht,
das ihm freundlich zulächelt.
Im Spiegel gucken.
Ja, das hat scheinbar nicht so funktioniert.
Ich verstehe aber auch nicht, wie kann er denn als erstes Aufsätze schreiben,
um die dann zu deklamieren?
Hat er einfach aus irgendwelchen Dokumenten random Wörter zusammengeschrieben?
Ja, scheinbar. Also keine Ahnung.
Man muss ja auch erstmal Kyrillisch lernen.
Ja, er muss es ja nur sprechen.
Ja, er möchte Aufsätze schreiben hier. Gleich als erste Methode.
Ich schreibe jetzt mal einen Aufsatz auf Russisch und lese ihn mir selbst vor.
Lernst du sofort, wenn du Russisch lernst, Kyrillisch oder lernst du es erstmal
in lateinischen Buchstaben, dass du die Aussprache lernst?
Also ich habe in der Schule, in der ich war, die einer bestimmten Pädagogik
folgte, die ich jetzt nicht sage, sonst kriege ich hier Post von alle Zeiten
der Welt, da gab es ab der ersten Klasse Russisch.
Und da haben wir natürlich nicht geschrieben, sondern da haben wir,
sagst du, die Schliemann-Methode.
Wir singen Lieder und sprechen irgendwelche Gedichte auf und nach,
ohne dass wir eine Ahnung haben, was wir da eigentlich tun.
Aber das hat, glaube ich, schon so einen Effekt gehabt, dass man einfach von
klein auf so ein Sprachgefühl entwickelt hat.
Dass es nicht so schwerfällt, diese Sprache auszusprechen, weil es einem Vertrauter einfach ist.
Und ich glaube, darum ging es auch, dass er es lernt zu sprechen und dabei in
ein freundliches Gesicht guckt.
Das ihn motiviert.
Für vier Fron.
Darf ich dich angucken beim Sprechen?
Also so lernt er dann Russisch. Und 1846, also so knapp fünf Jahre ist er jetzt
in Amsterdam, ist sein Russisch so ausreichend.
Dass er tatsächlich… Als die engagierte Person, die kein Russisch konnte, hat gesagt, klingt gut.
Nee, er hat dann ja diese Handelskontakte aufbauen können mit russischen Abgesandten
und die finden ihn auch gut und sagen, pass auf, du kommst jetzt zu uns nach St.
Petersburg und vertrittst deine Handelskompanie bei uns in St. Petersburg.
Und scheinbar gefällt es Herrn Schliemann so gut in Sankt Petersburg,
dass er schon ein Jahr später, 1847, sich in die Gilde der Großhändler eintragen lässt.
Also er ist jetzt nicht mehr Korrespondent dieser Amsterdamer Gesellschaft,
er arbeitet jetzt auch nicht mehr für seine russischen Verbindungen,
die ihn überhaupt erst nach Sankt Petersburg geholt haben, sondern er hat jetzt
seinen eigenen Laden aufgemacht im Grunde und hat seine eigene Handelskompanie
und da hat er vor allem ein Händchen mit Indigo zu handeln.
Also dieser blaue Farbstoff, der eben aus Ostasien kommt.
Und er ist jetzt gerade dabei, so sein Imperium aufzubauen in St. Petersburg.
Okay.
Aber nach zwei Jahren erfährt er, dass sein Bruder Ludwig in Kalifornien gestorben
ist. Also die Schliemanns sind auch so ein bisschen alle raus.
Er ist nicht der Einzige, der da unterwegs ist.
Er ist nicht der Einzige, der unterwegs ist. Und Ludwig hat eben in Kalifornien
im Goldrausch sich versucht und ist dabei eben verstorben.
Und jetzt muss Schliemann als ältester Sohn dorthin und die Geschäfte von seinem
Bruder regeln. Und es ist jetzt auch nicht so leicht, in die USA zu kommen,
vor allem auch nicht nach Kalifornien zu kommen.
Also an die Ostküste kommst du noch mit dem Boot hin, aber Kalifornien ist ja
auf der anderen Seite des Kontinents.
Aber wenn er jetzt schon in Russland ist, kann er da auf der anderen Seite einfach lang.
Weil es ist ja in St. Petersburg, da muss er ja immer komplett durch ganz Russland
durch. Ich glaube, das ist länger.
Die Eisenbahnstrecke ist noch nicht fertig.
Nee, die ist noch nicht da. Und auf jeden Fall ist es auch sehr unterhaltsam,
wie er nach Kalifornien kommt. Er muss nämlich den Panama-Kanal nehmen.
Mit der Kutsche durch die USA ist auch noch nicht möglich. Eisenbahn ist auch
noch nicht gebaut. Das dauert auch noch eine Weile.
Und ich habe das immer sehr gerne verglichen, was so die Wege damals sind,
um sich das auch so bewusst zu machen.
Weil für die USA sind für uns natürlich heute klar, alles angeschlossen,
Eisenbahn, Kutschen, was auch immer.
Die sind da ja gerade noch. Heute noch, genau. Heute nicht mehr, aber so.
Aber die sind ja immer noch mit dem Trek unterwegs nach Westen,
so Going West und so weiter.
Und wir haben in der gleichen Zeit ein bisschen früher die Donnerparty,
so eine der großen Gruselgeschichten der frühen US-amerikanischen Westbewegung,
die sind ein bisschen zu spät aufgebrochen und sind dann da in den Rocky Mountains,
glaube ich, eingeschneit und mussten sich dann gegenseitig aufessen.
Also das sind so die Gefahren damals, wenn man durch die USA hindurch möchte.
Diesen Gefahren setzt sich Schlima nicht aus, indem er eben tatsächlich den
Panama-Kanal passiert und dann eben von San Francisco nach.
War mir jetzt aber auch nicht klar, dass der da schon existiert.
Den gibt es schon und dann beschreibt er dann auch wie irgendwie Panama,
es ist alles voller Fliegen und es ist heiß und er mag die Hitze nicht und fühlt sich unwohl.
Ich kann aber froh sein, dass er damals nicht in Venezuela gelandet ist.
Genau. Hätte er vielleicht nochmal so geguckt, ach nee, danke.
So, also er kommt dann in Kalifornien an, regelt dann auch die Geschäfte von
seinem Bruder und denkt sich so, naja, also wenn ich jetzt schon mal da bin,
bleiben wir doch erstmal da und machen hier ein bisschen Kohle.
Und er weiß natürlich ganz genau, wie man in einem Goldrausch reich wird,
wie verdient man am meisten Geld.
Indem man Versprechungen macht?
Fast.
Oder indem man die Ausrüstung verkauft?
Ganz genau.
Okay.
Du wirst reich.
Und übersetzen kann er auch noch nebenbei.
Übersetzen kann er nebenbei, wie gesagt, in einem Goldrausch wirst du reich,
indem du Schaufeln verkaufst. Und genau das macht er im Grunde.
Er gründet eine Bank und verkauft Kredite an die Goldgräber über Schaufeln und über Jeans.
Das können die doch nie wieder zurückzahlen.
Scheinbar schon.
Da findet doch wahrscheinlich nur einer von 100 nachher so genügend Goldklumpen,
um das wieder auszulösen.
Ich weiß nicht, also der Goldrausch in Kalifornien soll schon ziemlich groß gewesen sein.
Er hat sich das gut bezahlen lassen und er hat da gut verdient.
Also das ist tatsächlich so das erste Mal, wo er Geld macht.
Dann hat er aber auch nach zwei Jahren die Schnauze voll. Dann denkt er so,
ich habe jetzt hier mein ganzes Potenzial ausgeschöpft.
Und 1952 kommt er dann nach Russland zurück und begründet in Moskau eine weitere Filialle.
Also er ist dann in Sankt Petersburg und in Moskau hat er jetzt Filialen, um Indigo zu verkaufen.
Und das ist ganz praktisch für ihn, denn 1954 bricht der Krimkrieg aus und da
brauchen die jetzt Indigo.
Ach so.
Wofür brauchen die Indigo?
Uniform?
Ja.
Jetzt ernsthaft?
Ja, damit werden die Uniformen gefärbt. Und da denkt sich Schliemann auch wieder,
naja, also womit verdient man in einem Krieg sehr, sehr gut?
Waffen?
Indem man Waffen verkauft. Und jetzt ist das ja so, der Krimkrieg bricht ja
zwischen dem Osmanischen Reich und dem zaristischen Russland aus, um die Krim.
Das ist auch mal eine Folge wert.
Und auf jeden Fall sind jetzt die ganzen russischen Häfen blockiert mit Sieblockaden.
Aber Schliemann weiß natürlich, ich bin ja kein russischer Bürger,
ich bin ja preußischer Bürger und deswegen können seine Schiffe preußische Häfen
anfahren, Königsberg und Memel.
Da lässt er dann seine Schiffe hinfahren und dann über den Fußweg quasi,
über den Landweg, werden dann die Güter aus Königsberg und aus Memel dann nach
St. Petersburg transportiert.
Weil Preußen ist ja im Krimkrieg neutral. Deswegen gibt es da keine Blockaden.
Ein großes Thema in Berlin.
Und dadurch wird er scheißenreich, weil er im Grunde, jetzt mal übertrieben,
aber der Einzige ist, der da liefert.
Und er bringt dann, wie gesagt, Indigo und achso, ich habe es tatsächlich sogar
mitgebracht, das Zitat, wo er erzählt, was er macht.
Meine glücklich verschont gebliebenen Waren verkaufte ich nun äußerst vorteilhaft,
ließ dann den Ertrag wieder und wieder arbeiten,
machte große Geschäfte in Indigo, Farbhölzern und Kriegsmaterialien, Salpeter,
Schwefel, Blei und konnte so, da die Kapitalisten scheu trugen,
sich während des Krimkrieges größere Unternehmungen einzulassen,
beträchtliche Gewinne erzielen und im Laufe eines Jahres mein Vermögen mehr
als verdoppeln. Da hat man ein Schwein gehabt.
Kriegsgewinnler. Und es ist nicht nur der Krimkrieg, an dem er gut finanziert
ist. Es ist vor allem der Krimkrieg, aber bei dem amerikanischen Bürgerkrieg
war es ja auch. Er hat ja noch seine Connections.
Hat er seine Bank noch offen gelassen.
Hat er scheinbar seine Bank noch da und auch da kann er investieren,
um seinen Profit zu maximieren.
Ich wundere mich jetzt noch, das ist so eine ganze Geschichte.
Wo ist denn jetzt das Versprechen an seinen Vater geblieben?
Wir müssen erst mal Geld verdienen. Und da, ich hatte es schon angesprochen,
Schliemann ist sehr, sehr gut im Marketing.
Und da gibt es eben auch ein sehr berühmtes Bild von ihm, das auch in dieser
Ausstellung so als Coverbild genutzt wurde.
Und zwar ist das 1861 von ihm angefertigt worden.
Das zeigt ihm im Schlittenmantel diesen dicken, schweren Pelzmäntel, die die in St.
Peters strukturieren, wenn sie da mit ihren Schlitten durch die Stadt fahren im tiefsten Winter.
Und das ist ein wirklich dicker Mantel, den er da trägt. Und er hat sich im
August damit fotografiert.
Jetzt kenne ich mich mit dem Klima in St. Peters nicht so aus,
Aber ich vermute, dass das da im August auch nicht unbedingt das Klima ist,
um in so einem Atelier sich in einem Pelzmantel fotografieren zu lassen.
Ja, aber der Pelz, der schreit halt Geld.
Ich bin fast adelig.
Genau, er schreit, ich bin reich, ich bin hier in Russland ein guter Mann,
ich bin Teil der Elite, der St. Petersburger Elite.
Und er schreibt dann nämlich auch noch drunter, unter dieses Foto.
Das schickt er seinen Freunden und Verwandten, schickt er allen dieses Foto.
Das Gemälde doch, oder?
Nein, das ist ein Foto.
Das ist ein Foto? Ja, natürlich ist es ein Foto.
Wir haben jetzt seit 20 Jahren die Fotografie.
Ja, okay, aber bei dem Statusbedürfnis hätte ich ja schon ein Gemälde malen
lassen. Und dann noch ein Foto machen vielleicht.
Aber er wollte es ja verschicken.
Ja, okay.
Er ist mit dem Gemälde nicht so leicht.
Das ist ja so eine Weihnachtsgrußkarte wahrscheinlich. Frohe Weihnachten und
gucken Sie mal hier, die Geschäfte laufen.
Geschäfte laufen. Und er soll dann eben unter dieses Foto oder im Brief,
wo er dann dieses Foto mitgeschickt haben, eben drunter geschrieben haben,
Mitglied der Ersten Gilde in St. Petersburg.
Aber das ist nicht korrekt zu diesem Zeitpunkt.
Okay.
Denn der werte Herr Schliemann ist seit 1854 Mitglied der Ersten Gilde von Narva.
Sankt Petersburg war ihm zu teuer.
Und ich glaube, es war zu diesem Zeitpunkt auch, dass du gewisse Kontakte brauchst,
um da reinzukommen. Also er war, glaube ich, Mitglied der zweiten Gilde.
Also er war schon in St. Petersburg natürlich in der Handelsgilde eingeschrieben,
aber er war halt nicht in der ersten Gilde.
Und er ist aber in St. Petersburg und er ist ja ein Mitglied in der ersten Gilde.
Fake it till you make it. Es ist nicht gelogen.
Da wird sich keiner beschwert, wo kein Kläger, da kein Richter.
Ja, und 1963 wird er dann Mitglied der ersten Gilde in St. Petersburg.
Wie gesagt, man muss es nur richtig verkaufen, dann kommt der Erfolg auch zu einem.
Glaublich.
Und er wird langsam auch, also gerade so in den 60ern wird er wirklich müde,
was so dieses Handelsgeschäft angeht. Ich meine, er hat ja auch mittlerweile alles erreicht.
Er ist wirklich scheißenreich und er ist jetzt auch Mitglied der Ersten Gilde von St. Petersburg.
Und es wurmt ihn massiv, dass er nicht die Anerkennung bekommt,
die die russischen Händler bekommen.
Ja, mich wundert ja, dass er da mit dem ganzen Geld und seiner Bedeutung,
hat er es denn geschafft, dass man ihm mal einen Baron oder so verleiht?
Oder irgendeinen schönen Ort?
Nee, und der Zar lädt ihn auch nicht ein.
Das ist krass. Also irgendwie muss ja da doch jemand auch auf den falschen Fuß getreten sein.
Ja, oder vielleicht sagen sie halt dann doch, nee, also nur unter richtigen
Russen und dieser preußische Einwanderer.
Naja, aber Deutsche sind ja da im russischen Zarrenhof eigentlich immer ganz wohl gelitten.
Ich weiß es nicht. Also irgendwie, dieser letzte große Erfolg wird ihm verwehrt.
Also er kriegt irgendwie auch keinen, es gibt irgendwie so Belobigungsschreiben,
die die alle haben für große Leistungen. Die hat er nicht bekommen.
Er wird nicht eingeladen an den Zarenhof. Also das wurmt ihn dann schon.
Dann hatten wir jetzt auch 1957 diese große Wirtschaftskrise,
da ist er sehr gut durchgekommen, hat nicht viel Geld verloren,
eigentlich so kaum was verloren.
Aber so langsam denkt er sich auch, irgendwie habe ich jetzt alles geschafft.
Es gibt jetzt nichts mehr hier in St. Petersburg, das Wetter ist jetzt auch nicht so geil und so.
Und er reist dann, also er ist vorher schon mal ein bisschen durch die Welt
gereist, auch glaube ich so ein bisschen auf Kururlaub, weil es ihm eben mit
der Wirtschaftskrise auch gesundheitlich nicht so gut ging, dass man sagt,
okay, fahr jetzt mal nach Odessa und hol dich da mal.
Dann war er so ein bisschen unterwegs, kommt dann aber wieder zurück,
macht nochmal ein bisschen Geld und 1964 geht er dann nochmal auf eine sehr,
sehr große Studienreise und von der wird er nach Russland auch niemals wieder zurückkehren.
Warum, werde ich später erzählen.
Aber er reist jetzt erstmal los. Er reist nach Tunis, er reist nach Ägypten, er reist nach Indien.
Er verbringt zwei Monate in China und ist damit tatsächlich auch einer der allerersten
Westler, die eben nach China rein dürfen.
Das ist ja gerade erst durch die Opiumkriege gezwungen worden,
sich für den Westen zu öffnen.
Und er ist dann wirklich einer der Ersten, der dort ist. Er schreibt dann auch
nochmal ein Buch darüber, seine Zeit in China und Japan. Okay.
Hat vielleicht aber auch damit zu tun, dass gerade in Japan...
Dass er versucht hat, Japanisch zu sprechen.
Also China war jetzt geöffnet, gezwungenermaßen und Japan hat sich so in Anführungszeichen
freiwillig geöffnet, weil die Briten so meinten, ihr habt gesehen,
was in China war, so würdet ihr das mit euch auch machen.
Und da hat Japan dann gesagt, nee, okay, nach Yokohama dürft ihr rein.
Und Schiemann der nun mal Schliemann ist, ist dann aber ständig von den Wegen
irgendwie weggelaufen, auf denen er beduldet war und es hat dann immer so kleine
Privatauslüge gemacht und scheinbar haben die Japaner dann ein bisschen Angst
vor ihm bekommen, dass er da plötzlich auftaucht in ihrem Dorf oder ich weiß es nicht.
Auf jeden Fall nach seiner Zeit in China und in Japan geht es nach Nicaragua,
nach Havanna, nach Mexiko.
Also er macht wirklich so einmal um die Welt rum und 1866 kommt er dann nach
Paris und bleibt dann auch in Paris.
Und hier können wir jetzt überlegen, ob er nicht das erste Mal mit der alten
Geschichte in Kontakt gekommen ist oder ob er sich jetzt 40 Jahre ….
Erweckungserlebnis im Louvre.
Ja, oder jetzt nochmal an das Versprechen erinnert, das er seinem Vater ja gegeben hat.
Können wir mal. Auf jeden Fall mit 66, also Mitte 40, schreibt er sich in der
Sorbonne ein, um Geschichte und Archäologie zu studieren. Das ist legitim,
kann man ja nochmal im Alter nachholen.
Jetzt wo er so in Frührente ist.
Ja, er muss ja auch nicht mehr arbeiten, er hat genug Geld gemacht und er kann
es dann aber scheinbar doch nicht lassen, denn in den 1860ern haben wir natürlich Napoleon III.
Und Paris ist da jetzt gerade die Metropole, die Napoleon III.
Ja auch nochmal komplett umgestalten lässt.
Also die Stadtmauer wird abgerissen, diese ganzen mittelalterlichen Straßen
weg, das wollen wir nicht haben.
Diese schönen Alleen.
Genau, jetzt wird die Champs-Élysées gebaut und all das, diese Riesenhochhäuser,
also das, was ja Paris heute noch so schön macht, kommt jetzt alles in Fahrt
und da kann Schliemann es da nicht lassen,
noch ein bisschen zu investieren und noch so ein bisschen ein paar Häuserzeilen
mitzunehmen und da Immobilien zu investieren.
In dieser Zeit, wo er jetzt an der Sorbonne studiert, erreicht die Scheidung zu seiner Frau ein.
Von Frau habe ich bis jetzt noch nicht wahrgenommen.
Die habe ich jetzt noch nicht erwähnt, das kommt jetzt.
Das ist so üblich in der Geschichtserzählung, dass die Frauen immer weg sind plötzlich.
Ja, also man muss auch sagen, dass die Beziehung zu seiner ersten Ehefrau auch
nicht wirklich leidenschaftlich war. Also die war genau das, wofür man sie hat.
Auch ein Geschäft?
Ein Geschäft. 1852, also als er da gerade war in St.
Petersburg, also gerade auch aus den USA zurückgekehrt, war und gesagt hat,
jetzt hier kommt das Imperium, hat er die Tochter von einem Petersburger Kontakt geheiratet.
Also es ist einfach wahrscheinlich so, er hatte dann Bekannten,
der meinte, hier ist meine Tochter.
Zugang kriegen wahrscheinlich.
Ja, ganz genau. Also darum ging es und das ist die Ich kann es ja gar nicht,
Yekaterina Petrovna Lishina und mit ihr hat er drei Kinder.
Das ist der Sergei, das ist die Natalia und die Nadesch da.
Und diese Ehe war wirklich, also die haben parallel nebeneinander hergelebt.
Also das kannst du dir nicht anders vorstellen.
Sie war dann doch eine sehr russische Gesellschaftsdame, die dann auch in dem
16 Zimmer Apartment, das sie dann in St.
Petersburg hatten, dann auch Hof gehalten hat und eingeladen hat und die Connections
geschaffen hat, die Schliemann gebraucht hat, um eben in St.
Petersburg überhaupt tätig zu sein.
Aber ihm ging es auch wirklich nur um diese Kontakte, weil ihr Vater war einer
der reichsten Männer in St.
Petersburg und der war dann auch im Zarenhaus willkommen.
Und da hofft man natürlich, dass man dann vielleicht auch mal beim Zaren vorsprechen
darf. Ist ihm nicht passiert.
Und Schliemann hat auch währenddessen im Grunde so doppelt gedatet,
sagen wir es mal in Anführungszeichen.
Also während er die Jekaterina umworben hat, hat er gleichzeitig noch die Sophie
Hecker umworben. Und die zwei Damen, hätte man auch darauf kommen können,
kannten sich, waren miteinander befreundet und haben auch mal miteinander geredet.
Und als Sophie dann erfuhr von der Jekaterina, dass der Schliemann auch bei
ihr geklopft hat, hat Sophie augenblicklich die Beziehung beendet und gesagt,
niemals wieder mit dem. Furchtbar.
Jekaterina wird sich wahrscheinlich eher gedacht haben, naja,
ich bin jetzt halt auch schon 26 Jahre alt und es klopft sonst vielleicht auch niemand an.
Also hat sie dann ja gesagt. Vielleicht hat der Vater auch nochmal Druck gemacht
und gesagt, das ist ein guter Kontakt, den müssen wir uns...
Und es wird dann, jetzt habe ich es nicht rausgeschrieben, aber es wird in der
Isakskathedrale, ist das glaube ich, die große Kuppel, also die größte russisch-orthodoxe
Kathedrale, die es in St. Petersburg gibt.
Da wird natürlich dann auch standesgemäß geheiratet. Und das ist jetzt ein Problem für Schliemann.
Weil er kirchlich geheiratet hat.
Weil in der russisch-orthodoxen Vorstellung Scheidung nicht existiert.
Und ich glaube, er hat dann in den USA die Scheidung eingereicht,
wo es natürlich die Zivilehe gibt, wo die Scheidung akzeptiert ist.
Und war dann nach US-amerikanischem Recht, ich glaube, er hatte sogar währenddessen
auch schon noch das amerikanische Bürgerrecht bekommen, war amerikanischer Staatsbürger
geworden, war jetzt geschieden von Nikatharina.
Nikatharina ist auch die ganze
Zeit da in Petersburg, die geht nicht mit zwischendurch auf Reisen und so.
Die hat da gar keinen Bock drauf. Also sie mag das, dieses gesellschaftliche Ansehen zu haben.
Da war sie zu dem Zeitpunkt auch selber ganz froh, dass der sich selbst beschäftigt.
Ja, also es gibt dann irgendwie auch, also das erste Mal, wo er auf Reisen geht,
da ist sie auch irgendwie hochschwanger mit der dritten Tochter.
Und er meint dann irgendwie auch nur so, ja übrigens, ich fahre dann.
Und sie so, ja, dann fahre.
Also die haben, glaube ich, wirklich gar nicht miteinander. Also sie hatte auch
überhaupt kein Interesse an den Themen, die ihn da interessiert haben.
Wollte auch die Welt so nicht sehen, sondern sie wollte eben Gesellschaftsdamen in St. Petersburg sein.
Und er geht dann eben, lässt sich dann auch scheiden, aber er finanziert die
Familie auch weiter. Es ist jetzt nicht so, dass er einfach geht,
sondern es gibt weiterhin das Geld.
Also die Katharina kann auch weiterhin dieses Riesen-Apartment in St.
Petersburg behalten. Da wohnt sie auch noch mit den Kindern drin.
Also das ist jetzt nicht so, dass er dann einfach Tschüss sagt. Und,
Ich hatte es angesprochen, Schliemann kommt nie wieder nach Russland zurück.
Das hat mit dieser russisch-orthodoxen, geschlossenen Ehe zu tun.
Okay. Ist das so strafrechtlich relevant?
Ja, pass auf, das, was er jetzt tut, ist in Russland strafrechtlich relevant.
1869, also kurz nachdem er sich hat scheiden lassen, heiratet er nämlich wieder.
Und zwar wieder eine Dame aus der Gesellschaft, die ihm hilfreich sein wird,
nämlich die junge, 17-jährige Griechin Sophie Engastromenos.
Die irgendwie er auch über so einen Geschäftsfreund kennenlernt.
Also das ist auch, das heißt so, er soll irgendwie über eine Kontaktanzeige gesucht haben, jung,
Griechin, gut aussehend und dann irgendwie so ein Kontaktfreund von ihm,
mit dem er irgendwie auch schon Griechisch gelernt hat, hat dann gemeint,
hier, ich hab doch meine Tochter, wie wär's mit der?
Und er hat gesagt, alles klar, perfekt, großartig. Die kann Griechisch.
Also die heiratet er jetzt und damit ist er nach russischer Auffassung Megamist.
Und die Scheidung war jetzt,
Egal für Russland, weil das zählt
ja nicht. Aber dass er jetzt eine zweite Ehefrau hat, ist nicht tragbar.
Und es gibt so diese Geschichte, die mir erzählt wurde. Ich fand sie sehr unterhaltsam.
Ich kann es jetzt, aber ich habe es jetzt nicht nachprüfen können, ob es stimmt.
Nachdem Schliemann seine großen Erfolge gefeiert hat, zu denen wir gleich kommen,
soll er angeblich auch mal in Sankt Petersburg noch mal angefragt haben,
ob er nicht doch mal kommen könne, weil er gerne das goldene Vlies der Argonauten finden würde.
Und da soll er eine Antwort vom Zarenhof bekommen haben.
Sollte er russischen Boden betreten, würde man ihn direkt mit der Eisenbahn
nach Sibirien bringen, wo er ja als Bigamist hingehört.
Okay, wow.
Wie gesagt, ich weiß nicht, wie weit das stimmt, aber das ist wahrscheinlich
der Grund, warum Schliemann das goldene Vlies nicht gefunden hat.
Den Zar hat es ihm nicht erlaubt, einzuweisen. Aber wir gehen zurück ins….
Ist das in Russland oder wie? Muss man das in Russland finden?
Also Kolchis ist ja am Schwarzen Meer und das war zu der Zeit Teil des russischen
Zarenreiches. Beziehungsweise hat er da suchen wollen.
Inkognito, bis die Nachricht in Petersburg ankommt, dass er da unten in der Ukraine gelandet ist.
Keine Ahnung. Auf jeden Fall, ich fand die Geschichte sehr unterhaltsam.
Ob sie stimmt, kann ich dir nicht sagen.
Wir gehen aber auf jeden Fall ins Jahr 1869 zurück, beziehungsweise bleiben
wir da noch, denn es passieren noch andere Dinge in diesem Jahr für ihn.
Sehr erfreuliche Dinge, wie zum Beispiel die Ehe mit der Sophia.
Und eine weitere sehr erfreuliche Begebenheit für ihn ist, er ist ja an der
Sorbonne eingeschrieben, hat dort jetzt auch drei Jahre studiert und hat eine
Studienreise gemacht, nennen wir das so, nach Ithaka,
um, wie er beschrieben hat, den Palast des Odysseus zu finden.
Denn wir haben ja schon erfahren, für ihn sind diese antiken Geschichten tatsächlich passiert gewesen.
Und die lassen sich seiner Auffassung nach historisch auffinden.
Also fährt er nach Ithaka, um dort Odysseus' Grab und Odysseus' Haus zu finden.
Er schreibt darüber auch ein Werk, nämlich das Werk Ithaka, der Peloponnes und Troja.
Er ist dann auch schon so ein bisschen kurz in der Gegend, wo man damals Troja vermutete.
Und reicht diese Arbeit in Rostock ein, an der Universität Rostock.
Und die sagen, das ist hervorragend, damit promovieren wir dich zum Archäologen.
Mit deiner Reisebeschreibung. Ich habe hier geguckt, ob da das Grab ist und
da könnte vielleicht Troja sein. Da spaziere ich auch nochmal rüber.
Und dann schreibe ich das ein bisschen blumig noch von meiner Kindheit was dazu.
Und da kriege ich dann einen Doktor für.
Ja, also er hat drei Jahre Studium.
Der hat er doch bezahlt.
Bestimmt. Bestimmt hat er da eine Spende. Ich weiß es nicht.
Ich möchte nichts unterstellen.
Aber nach drei Jahren Studium schaffst du auch nur im 19.
Jahrhundert so schnell einen Doktortitel zu bekommen. Also ich muss da immer an mich denken.
Ich habe elf Jahre studieren müssen und ich habe auch noch verteidigen müssen.
Also das muss er alles nicht. Er kriegt das auch so in Absenz.
Es gibt so Überflieger, die das schneller schaffen.
Er war auch nie in Rostock eingeschrieben.
Er hat das einfach denen geschickt. Die haben gesagt, okay.
Hier hast du den Titel.
Wer sind sie? Achso, da liegt noch ein zweiter Umschlag drin.
Dankeschön. Bitteschön.
Hier haben sie die Urkunde. Das ist das 19. Jahrhundert.
Da reicht das auch einfach. Du bist der Erste, der da hinfährt und guckt,
ist da das Graf von Odysseus. Ergebnis? Nein.
Erforschung fertig.
Er ist jetzt auf jeden Fall promovierter Wissenschaftler und er ist verheiratet
mit seiner 17-jährigen Braut und jetzt im November verlässt ihn so ein bisschen
das Glück, denn er kriegt Post von seinem Sohn Sergej,
der ihm relativ nüchtern mitteilt, dass die zweite Tochter, die Natalia,
an einer Knochenmarksentzündung verstorben ist.
Also die ist so, ich glaube, so knapp zehn Jahre alt gewesen.
Das ist eine sehr seltene Krankheit. Das ging irgendwie auch sehr,
sehr schnell und man konnte auch nichts machen.
Und er kriegt das jetzt, erfährt das jetzt. Und das ist so ein bisschen,
das Gute kommt immer mit dem Schlechten.
Und er hat jetzt zwei Erfolge für sich gehabt, aber muss dann eben auch erfahren,
dass seine Tochter verstorben ist.
Die neue Familie Schlemann, die alte Familie, lebt in St. Petersburg.
Die griechische Familie.
Genau, die griechische Familie. Die russische Familie ist in St.
Petersburg die griechische Familie. Er soll mit Sophia auch nochmal zwei Kinder haben.
Ich habe jetzt vergessen, den Sohn nachzugucken. Also die Tochter heißt Andromache
und ich glaube, der Sohn hieß Agamemnon. Ich bin mir aber nicht sicher.
Aber die werden auch schon so im homerischen Geist genannt.
Damit das jetzt passt zum neuen Schliemann-Bild.
Genau. Und 1871 siedelt die Familie eben nach Athen um, weil Sophia sich auch
in Paris nicht so wohl fühlt.
Das Klima ist vielleicht für sie jetzt auch nicht so angenehm und sie möchte
halt einfach massives Heimweh.
Sie will zu ihrer Familie zurück und da sagt Schliemann natürlich nach Athen.
Mein Schatz, natürlich gehe ich mit dir nach Athen. Also Athen ist dahingehend auch so spannend.
Also das muss man auch Schliemann wirklich lassen, dass ob er das aktiv gespürt
hat oder ob er einfach Glück hatte, der ist immer in der richtigen Zeit am Ohr, also am richtigen Ohr.
Da, wo gerade was los ist, ist er wirklich dann dabei.
Also beim Goldrausch in Kalifornien, da in Sankt Petersburg,
um da mega viel Geld zu machen und jetzt auch in Athen.
In Paris noch, Immobilienhalle.
Genau, also der ist wirklich immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort gewesen
und Athen ist da eben auch nochmal so ein Punkt,
denn das Königreich Griechenland ist ja auch noch verhältnismäßig frisch,
also das ist jetzt gerade so eine Generation alt, in den 1830ern vom Osmanischen
Reich unabhängig geworden mit einem Wittelsbacher als König an der Macht und
damit öffnet sich Griechenland eben auch für die westlichen oder für die europäischen Wissenschaftler,
Weil gerade so Griechenland war relativ abgesperrt, da kam man nicht einfach so rein.
Und jetzt beginnt da auch so ein Boom nach Griechenland. Oder insgesamt öffnet
sich das Osmanische Reich ja jetzt in dieser Zeit vermehrt.
Dadurch beginnt dann ja auch der Orientalismus, wie er ihn nennt, in der Kunst.
Also diese Begeisterung für das Fremde, für das Andere, das Exotische,
was man da im Osmanischen Reich eben meint, finden zu können.
Und da ist jetzt Athen auch so ein Hotspot tatsächlich.
Und da kann man jetzt tatsächlich auf die Peloponnese gehen,
man kann da in Sparta graben, man kann in Athen graben, man kann also all diese
großartigen Orte aus der Kirche.
Griechischen Geschichte jetzt erfahren. Und auch hier kann Schliemann dann jetzt
seinen großen Traum erfüllen.
Er war schon einmal in Troja, aber jetzt 1871 geht's richtig los.
Also er ist jetzt ein gemachter Mann, er hat seine zweite Familie,
er hat seine griechische Familie, er hat wahnsinnig viel Kohle und er sitzt
in Athen und kann jetzt starten.
Darf ich nochmal fragen, aber der hat jetzt nicht in Ithaka schon mal so eine
Schaufel in die Hand genommen und selbst was ergraben.
Der ist mehr so der Finanzier.
Nee, nee, nee.
Hier zehn Leute und guckt mal bitte, was da drin ist.
Nee, also ich habe mir jetzt diesen Bericht in Ithaka nicht komplett durchgelesen.
Ich habe so ein paar Auszüge mal gelesen.
Aber ich glaube schon, dass der dann da allein unterwegs ist und schon mal ein bisschen gegraben hat.
Okay.
Weil ja niemand da ist, der ihn stoppt.
Hat er bei Herrn Winkelmann vorher mal geguckt, wie man das richtig macht?
Dass man da nichts kaputt macht?
Er hat ja in der Sorbonne studiert. Also es ist ja jetzt nicht so.
Und in Rostock.
Also auch da,
Natürlich Winkelmann hat es ein bisschen beschrieben, wie man es macht,
aber wir sind hier jetzt auch gerade im Beginn überhaupt dieser wissenschaftlichen Archäologie.
Also die Methoden dieser Zeit sind insgesamt noch nicht so erprobt,
wie das heute der Fall ist.
Man geht auch insgesamt damals nochmal ein bisschen anders vor,
als wenn es heute mit vorgeht.
Also in der Winkelmann-Ära ging es ja auch darum, vor allem so eine schöne Statue
zu finden oder so, was da jetzt rechts und links an der Wand noch irgendwie
bemalt ist oder so, ist dann eher zweitrangig.
Und Tempel wurden, glaube ich, auch nicht ausgegraben oder so.
Also nur, um an die Statue zu kommen.
Und jetzt sind sie ja eher dabei, wirklich diese alten Städten zu ergraben und
zu gucken, was da so los ist.
Wie gesagt, Schliemann war vorher schon mal da, hat sich da ein bisschen umgeguckt.
Also an der Westküste der heutigen Türkei war er unterwegs und bekommt im September
71 die offizielle Grabungserlaubnis, um in Hisarlik zu graben.
Hat vorher aber auch schon ein bisschen angefangen.
Also er nachdenkt so, ja, ja, die Genehmigung, die kommt dann schon,
gar kein Problem, aber wir fangen auch schon mal an.
Also er war auch ein bisschen ungeduldig, aber offiziell September 71.
Jetzt ist natürlich die Frage, warum in Hisarlik und nicht anderswo.
Und es ist tatsächlich seit 1716 gibt es europäischen Wissenschaftler,
die sich überlegt haben, wo könnte Troja denn gelegen haben,
wenn es diese Stadt wirklich gab. Weil Homer ist ja schon relativ...
Ausführlich in seiner Beschreibung. Also er sagt dann, die Stadt liegt direkt am Wasser.
Es gibt einen Fluss, es gibt mehrere Flüsse, aber vor allem beschreibt er den Fluss Skamanda.
Und was diesen Fluss ausmacht, ist, dass der eine heiße und eine kalte Quelle
hat, aus der er sich speist. Und da ist Homer sehr klar drin.
Weshalb die Menschen eben meinten, okay, wenn Homer das so exakt beschreibt,
muss er sich da auf irgendeinen Ort beziehen, den es wirklich gegeben hat.
Und diesen Fluss Gamanda gibt es auch tatsächlich, zumindest sagt man das.
Ich meine, bei Homer ist das nicht nur ein Fluss, das ist ein Flussgott,
der auch aktiv in den Kampf mit eingreift und irgendwelche Helden dann ertränkt.
Aber es gibt auch einen Fluss.
Und dieser Fluss heißt, jetzt kommen wir zum Türkischen.
Ich habe mir das bei Google einmal rausgeschrieben, wie man es richtig ausspricht.
Du kannst es wie Schliemann praktizieren.
Wie du denkst.
Und dieser Fluss soll, laut Google, heißen der Karamenderis Cayu.
Ich spreche nicht mal meinen eigenen Namen richtig aus. Also ihr könnt von mir
keine Meisterleistung erwarten.
Auf jeden Fall gibt es diesen Fluss, der eben auch einen türkischen Namen heute
hat und in der Antike eben als Skamander beschrieben wurde. Und da schreibt
jetzt Schliemann, als er dort ist.
Ich gestehe, dass ich meine Rührung kaum bewältigen konnte, als ich die ungeheure
Ebene von Troja vor mir sah.
Deren Bild mir schon in den Träumen meiner ersten Kindheit vorgeschwebt hatte.
Nur schienen sie mir beim ersten
Blicke zu lang zu sein und Troja viel zu entfernt vom Meere zu liegen.
Wenn Burnabashi wirklich innerhalb des Bezirks der alten Stadt erbaut ist,
wie fast alle Archäologen, welche den Ort besucht haben, behaupten.
Wie hätte Achill den Hektor dreimal um die Mauern dieser Höhe verfolgen können,
deren Abhänge nach dem Skamanda kaum zu erklimmen sind?
Bei der eingehenden Untersuchung der Gegend stellte sich heraus,
dass es eine warme und eine kalte Quelle dort nicht gab. Also Bonabashi war Troja nicht.
Wohl aber liegt nur eine Stunde vom Hellespont entfernt und von allen in Frage
kommenden Punkten am weitesten dem Meere zuvor geschoben, der niedrige Hügel von Hisarlik.
Der letzte Ausläufer des Plateaus, welcher die Täler zweier Flüsse trennt,
wie sie die Ilias voraussetzt, des Kamandas und des Simois.
Es ist schon aufgefallen, er ist an einem anderen Ort, er ist gar nicht in Hisarlik,
sondern er ist in Bunarbaschi.
Er ist so überwältigt, das ist die Stadt meiner Kindheitsträume.
Und dann, äh, die ist aber zu lang und zu weit vom Meer.
Weil, wie gesagt, es gibt seit 1716 immer wieder Wissenschaftler,
die sich mit diesen Orten auseinandersetzen.
Man sagt dann eben, man einigt sich, dass es Bunabashi gewesen sein muss.
Und jetzt ist Schliemann da, geht mit seinem homerischen Vorstellung dahin und
meint, nee, das geht ja gar nicht.
Hier kann Achille ja nicht zehnmal drumherum gefahren sein.
Das muss ein anderer Ort sein. Und da wendet er sich dann aktiv gegen die gängige
Forschungsmeinung, sondern meint eben, nee, das muss Hisarlik sein,
was scheinbar auf türkisch auch einfach nur irgendwie Königshügel oder so heißt oder Burkhügel.
Und da geht er jetzt hin. Die Idee hat er nicht alleine gehabt,
beziehungsweise die Idee hat ihm jemand erzählt, dass es Hisarlik gibt und dass
das wahrscheinlich eher der Ort ist.
Da gibt es aber noch Mauerreste oder da ist einfach nur ein Hügel?
Da ist ein großer Hügel. Und 1857, also deutlich früher, als Schliemann jetzt
da ist, hatte schon Frank Calvert,
Den Gedanken, dass man eben nicht in Bunabashi suchen sollte,
sondern eben in Hisarlik.
Und Frank Calvert ist Amerikaner und hat 2000 Hektar von Hisarlik quasi erworben,
um dort graben zu können.
Aber es scheint, dass es ihm an Geld gemangelt hat, um da wirklich Arbeitskräfte
zu bezahlen, um da Material bewegen zu können.
Deswegen lag das erstmal brach und er ist dann eben innerhalb der Wissenschaft
auch unterwegs gewesen und hat versucht, Leute dafür zu gewinnen.
Und er hat Schliemann gewonnen. Also er hat Schliemann dann erzählt,
es könnte Inga Hisalik sein.
Und Schliemann hat das Geld. Schliemann kann die Arbeitskräfte bezahlen.
Schliemann ist sehr gut im Marketing.
Und damit wurden dann diese Funde, die später dort gemacht wurden,
da wurde dann leider Frank Calvert vergessen. Auch seinsch.
Aber das ist gar nicht mal Schliemanns Schuld, dass die Leute Frank Calvert vergessen haben.
Der hätte doch ein Buch schreiben können.
Ja, und man muss auch ehrlich sagen, dass Schliemann das hier über Frank Calvert
in seiner Autobiografie, zumindest er selbst schreibt es glaube ich zu diesem
Zeitpunkt nicht, also wir haben es schon gemerkt,
es wechselt einmal vom Ich-Erzähler zum Er-Sie-Erzähler und da er ja gestorben
ist, während diese Biografie geschrieben wurde, seine Frau, die fertiggestellt hat,
vermute ich, dass ab dem Moment, wo es vom Er-Erzähler ist, dass Sophia das geschrieben hat.
Aber in der Autobiografie steht folgendes.
Der Boden des Hügels von Hisali gehörte und gehört noch heute fast zur Hälfte
Herrn Frank Carvert, dem amerikanischen Konsul in den Dardanellen.
Dieser hatte in einer seiner vielen gelegentlichen Grabungen im Gebiet der Troas
festgestellt, dass erst der Verfall von Tempeln und größeren Bauten spätgriechischer
und römischer Zeit die heutige Ausdehnung des Hügels bewirkt habe.
Es war dadurch gesichert, dass hier die Stelle der späten Neugründung Ilions
lag. Dass im Kern des Hügels die Burg des Priamos stecken könne,
war die Überzeugung Calverts, welcher sich darin einigen vereinzelt gebliebenen Gelehrten anschloss.
Also man zitiert ihn und man würdigt ihn für seine wissenschaftliche Leistung.
Er wird dann halt später in der Marketingkampagne vergessen.
Aber Schliemann hat zumindest, aber die Schliemanns haben...
Aber ist der Calvert da schon tot oder weg? Oder warum hat er nicht selber ein
bisschen sich promotet? Weiß nicht.
Schliemann war einfach lauter.
Der konnte das besser.
Und spricht mehr Sprachen.
Das spricht mehr Sprachen. Der hat einfach ganz genau, er hat auch die Kontakte
gehabt. Ich glaube, Frank Calvert hatte auch die Kontakte einfach nicht, die Schliemann hatte.
Und Schliemann kommt jetzt eben, 71. Und naja, wir haben ja jetzt schon deutlich
gehört von ihm, dass es ihm darum ging, das homerische Troja zu finden.
Und Frank Carver hat ihn informiert, naja, also dieser Hügel ist bis in die
römische Zeit, wenn nicht sogar bis in die byzantinische Zeit, bewohnt gewesen.
Also da ist laut, so für Schliemann, sehr viel Klumpatsch drauf.
Und der muss jetzt weg.
Oh Gott.
Weil wir wollen ja.
Wir wollen das richtige Troja finden.
Nicht diesen spätgriechischen, römischen.
Aber der weiß noch gar nicht, bis wohin er dann da muss.
Ja, und er ist fest davon überzeugt, Und das große, das wahre,
das richtige Troja, das wird ja ganz unten sein.
Die Burg des Priamos, das ist ganz unten, wir müssen nach ganz unten.
Und jetzt wollen wir auch ökonomisch arbeiten. Er ist Geschäftsmann und er will
ökonomisch vorankommen.
Und man möchte Geld sparen, man möchte Zeit sparen, man möchte auch Arbeit sparen,
denn auch diese Arbeitskräfte, die da graben, sollen natürlich nicht unbedingt
überbordend belastet werden.
Die kosten ja Geld.
Die kosten Geld. Wenn die krank werden, wenn sie ermüdet sind,
ist alles nicht so hilfreich.
Also sagt man, wir nehmen die sparsamende Methode, wir machen einen Sondierungsschnitt
und man guckt erst mal, wie tief müssen wir denn unbedingt runter.
Und sie finden dann einen Brunnen, dessen Schacht geht 17 Meter runter.
Es sind dann aber insgesamt, wenn man so guckt, scheinen so 30 Meter müssen
die in die Tiefe runter, um zum Steinboden runterzukommen.
Also zum ursprünglichen Gebirge quasi, auf dem diese Stadt ursprünglich mal
gebaut wurde. Das sind so knapp 30 Meter runter.
Und jetzt entscheiden sich, wie gesagt, für diesen Sondierungsschnitt.
Das heißt, wir machen einmal quer durch diesen Berg eine Schneise auf 30 Meter
runter, um dann zu sehen,
Um das richtige, das wahre historische Troja zu finden.
Und das mit diesen Sondierungsschnitten, muss man auch Fairness halber sagen,
ist in der Zeit noch völlig legitim.
Das wird auch in der Wissenschaft, in der Archäologie als legitimes Mittel angesehen.
Vielleicht jetzt nicht unbedingt bei 30 Metern runter.
Aber es ist eben, er verstößt da jetzt nicht unbedingt gegen große Konventionen,
dass er da sagt, naja, wir müssen da 30 Meter diesen Graben runter und einmal durch die Stadt durch.
Und da hat er wahrscheinlich auch wirklich Dynamit genommen,
um sich da ein bisschen einfacher zu machen. Wie gesagt, er selbst hat es nie geschrieben.
Ich stelle mir trotzdem vor, wie Herr Schliemann da hinkommt und einfach mal
so ein paar zusammengebundene Stangen Dynamit anzündet und in diesen Brunnen wirft.
Er ist da eben sehr, sehr grob. Ich habe dir tatsächlich ein Bild mal mitgebracht
von diesem sogenannten Schliemannsgraben, wie das heute auch genannt wird.
Weil ich das doch sehr eindrücklich finde, wenn man sich das anguckt.
Ich habe auch keinerlei Grabungserfahrung.
Ernsthaft, so einen Querschnitt durch so eine komplette Hügel machen kann.
Also ich war als Kind mal dort, aber die haben ja dann auch sehr,
sehr viel mittlerweile ergraben, sodass ich glaube, dass dieser Schliemannsgraben
auch nicht mehr so sichtbar ist, wie das hier auf dieser Zeichnung zu sehen.
Ist. Das ist in der Mitte dieser Schnitt? Okay, wow.
Das ist wirklich so einmal durchgefräst.
Ja, ihr könnt das dann in die Shownotes sehen. Sehr beeindruckend.
Man kann natürlich schon sehen, wenn du hier einmal stehst und durchgehst,
dann siehst du natürlich die unterschiedlichen Geschichten.
Aber alles, was hier drin lag.
Verschiedene Eingänge da machen, je nachdem, wo du dann weitergraben möchtest.
Ja, und so ist das ja auch gemacht worden. Nur alles, was eben in diesem Trichter,
der jetzt entstanden ist, war, ist jetzt weg.
Und wenn wir uns das angucken, das scheint natürlich auch nochmal so der zentrale Ort gewesen zu sein.
Der Palast des Königs ist jetzt futsch.
Also es ist jetzt nicht, dass das hier irgendwie an der Seite passiert ist,
sondern einmal so wirklich mittig durch und man kann ja davon ausgehen,
dass die wichtigsten Gebäude in der Mitte eines Ortes sind.
Also es ist wirklich viel verloren gegangen, muss man ehrlich sagen.
Aber Schliemann ist nach nur zwei Jahren, also er hat ja Ende,
also offiziell September 71 angefangen, ein bisschen vorher schon,
ein bisschen probiert, aber 73 verkündet er nun der Welt, er hat...
Das homerische Troja gefunden. Sie sind unten angekommen und es ist dort.
Er ist selbst ein bisschen enttäuscht, wie er auch erzählt. Also die Mauern
sind ja schon ein bisschen klein.
Also dass Homer so einer kleinen Stadt mit so mickrigen Mauern so einen Epos
gewidmet hat, das verstehe ich jetzt auch nicht. Aber es ist auf jeden Fall da.
Stand da ein Ortsschild rum oder warum ist er sich so sicher,
dass das jetzt Troje ist? Weil es einfach da am Meer ist?
Weil es da ist.
Zwischen den Flüssen?
Genau. Es ergibt tatsächlich auch Sinn. Also es wird ja auch heute davon ausgegangen,
dass dieser Ort, das tatsächlich der Ort ist, den Homer beschrieben hat.
Ob es da wirklich so einen Krieg gegeben hat, muss man dann nochmal überlegen.
Aber es gibt auch Untersuchungen, dass das Meer tatsächlich zu der Zeit,
wo dieser Krieg passiert sein soll, wenn er passiert ist, tatsächlich auch direkt
dort war. Also das Wasser ist zurückgegangen, aber damals war der Wasserspiegel
eben auf der Höhe. Also das passt, mit den Flüssen passt es.
Wenn es denen wirklich Troja gab, dann muss das dieser Ort gewesen sein.
Und er hat es gefunden. Er hat es gefunden.
Jetzt ist das Problem mit diesen Mauern, die sind ja zu klein.
Und insgesamt ist diese Stadt auch super klein. Also das ist wirklich auch ein
bisschen enttäuschend.
Und das muss, ich glaube, Schliemann selbst schon eingestehen.
Aber auf jeden Fall später wird es definitiv bewiesen, dass Schliemann in seinem
Eifer ein bisschen zu tief gegraben hat.
Also wie die Zwerge in Moria, die auch zu tief gruben und den Ballrock erweckten,
hat auch Schliemann ein bisschen zu tief gegraben.
Wer kam da raus?
Und er kam in einer Siedlungsschicht raus, die in das dritte Jahrtausend vor
Christus datiert wird heutzutage.
Also in die Zeit zwischen 2550 und 2200 vor Christus.
Man geht davon aus, wenn es den Trojanischen Krieg wirklich gegeben hätte,
also wenn wir davon einfach ausgehen, es gab diese Kampfhandlung,
geht man heute davon aus, dass der so um 1180 vor Christus passiert ist.
Also Schliemann ist im Grunde tausend Jahre zu tief. Ein bisschen zu tief.
Und das erklärt eben auch, warum diese Mauer so klein ist und warum diese Stadt so klein ist.
Denn dieser Ortis Salik ist eben über die Jahrtausende konstant bewohnt worden,
die gesamte Bronzezeit hindurch. Und hat mal klein angefangen.
Aber das heißt, er hat eigentlich das homerische Troja mit abgeräumt. Oh nein.
Ja.
Oh scheiße.
Und man geht heutzutage, Troja wird ja weiterhin ergraben. Man geht von neun
oder zehn Siedlungsschichten aus. Das hängt so ein bisschen davon ab, was man mitzählt.
Und Schiemann ist auf Troja 2 runter.
Aber das homerische Troja ist Troja 7.
Also er ist da so brachial durch. Und wie gesagt, er ist ja auch mittendurch. Das heißt, dass...
Ja gut, aber da muss ja links und rechts alle Schichten schön noch sein.
Da kann man ja noch was rausholen.
Aber es ist halt eben auch viel kaputt gemacht. Was ja eigentlich nicht sein Plan war.
Und bei dieser Grabung, das ist ja dann auch so die große Nachricht,
die er so an die Welt bringt, nicht nur, dass er Troja gefunden hat,
er hat ja auch den Schatz des Priamos gefunden.
Und da habe ich mich überlegt, was der Schatz des Priamos ist,
das sparen wir uns für den Nachklapp auch.
Achso, das ist aber fies. Wow, das haben wir aber noch nie gemacht.
So ein Cliffhanger hier.
Was den genau ausmacht, ob es der Schatz des Priamos wirklich ist.
Da gehen wir im Nachklapp drauf ein. Für die, die es interessiert,
es ist eben ein großer Schatzfund, den er findet.
Goldgefäße, also Goldschmuck, Silbergefäße, Bronze. Es ist ein sehr,
sehr großer Schatz, den er hier in Troja 2 findet.
Und dadurch ist schon, glaube ich.
Der ist schon auch bis heute so gelabelt.
Der ist bis heute so gelabelt, aber wenn wir eben bedenken, dass Schliemann
ja tausend Jahre zu tief gegraben hat.
Ist es vielleicht doch eine andere Zeit.
Wird es vielleicht doch nicht Priamus gehört haben.
Und wenn doch der Palast wahrscheinlich in der Mitte des Ortes stand und jetzt
von Liban weggesprengt wurde.
Also es ist auf jeden Fall ein sehr großer Schatz. Wem er gehört hat,
das werden wir nie beantworten können.
Wem er heute gehört, das besprechen wir im Nachklapp.
Das ist tatsächlich eine gute Story für den Nachklapp, den ihr natürlich alle hören könnt,
wenn ihr einen Teil unserer Kosten übernehmt, die das Hosting verursacht und
Grafik und Ton und Technik und das, was Zollberg alles jetzt noch für ihre Videoaufnahmen braucht.
Und das macht ihr eben alles möglich, wenn ihr uns regelmäßig bei Steady unterstützt.
Und dafür kriegt ihr als Dankeschön dann den Nachklapp zum Schatz des Priamos
und alles, was sich da schon bislang bei uns so angehäuft hat an Altertümern. Und noch dazu kommt.
Wie gesagt, also dem Schatz des Priamos wird es nicht gehört haben.
Aber wo er heute ist und wem er heute gehört, das besprechen wir dann im Nachklapp.
Wir bleiben weiter in Troja.
Beziehungsweise wir gehen jetzt mit Stiemann aus Troja in die Welt hinaus.
Denn er hat ja eben jetzt der Welt verkündet, ich habe es gefunden,
ich habe diesen Schatz gefunden, der beweist, dass es wirklich Troja war,
weil es ist ja der Schatz des Priamus.
Tatsächlich in der Ilias wird auch erzählt, dass Priamus einer der reichsten
Männer war, dass Troja eben eine sehr, sehr reiche, mächtige Stadt war und Priamus
ist so einer der reichsten Männer seiner Zeit.
Und deswegen passt es dann schon, dass wenn Schneemann eben fest davon überzeugt
ist, hier das wirkliche homerische Troja gefunden zu haben, dann einen großen
Schatz findet, dann bestärkt einen das natürlich in der eigenen Überzeugung.
Schliemann selbst war später auch nicht mehr so überzeugt von seinem Schliemann-Graben.
Er hat das dann tatsächlich auch bereut, weil ihm bewusst wurde,
dass er wahnsinnig viel kaputt gemacht hat.
Und hat dann später, er hat dann noch in Griechenland gegraben,
da hat er das nicht mehr gemacht.
Also schlimm genug, dass er es einmal gemacht hat, aber er hat daraus gelernt,
das muss man ihm ehrenhalber sagen oder über ihn sagen, muss man ihm zustehen,
dass er das nicht nochmal gemacht hat. Und ich hatte es schon angesprochen,
diese Sondierschnitte waren damals tatsächlich nicht.
Der Sondierschnitt klingt auch irgendwie so chirurgisch, aber das da,
das ist ja ein Kanal, ein Panama-Kanal.
Das ist wirklich einfach nur so ein Aufreißen. Genau, also das dazu.
Jetzt ist das natürlich, ich habe es schon angesprochen, Schliemann hat nicht,
also hat er mitgefunden, aber das, was er da unten gefunden hat,
ist eben nochmal tausend Jahre älter gewesen, als er bislang gedacht hat.
Und das muss man ihm, ob man möchte oder nicht, ob man Schliemann gut findet
oder nicht, ob man ihn für einen Scharlatan hält oder für einen Genie zusprechen,
dass er durch diese Funde tatsächlich ein Geschichtsbewusstsein auch innerhalb
der Archäologie geschaffen hat und vor allem auch in Griechenland geschaffen hat, die über das 8.
Jahrhundert vor Christus hinausging. Also wenn man sich heute mit Archäologie
beschäftigt, wird man feststellen, dass die Archäologie zwei Disziplinen hat.
Klassische Archäologie und prähistorische Archäologie. Und die klassische Archäologie
setzt 800 vor Christus ein und geht dann bis in die byzantinische Zeit,
bis in die römische Zeit.
Alles davor fällt in die prähistorische Archäologie.
Und das hat damit zu tun, dass man eben in der Archäologie der Meinung war,
dass es vor 800 keine Kultur gab. Also 800 vor Christus.
Erst wenn Homer anfängt zu schreiben erst wenn Hesiod anfängt zu schreiben dann
lohnt es sich und alles davor ist halt Unfug und.
Und dadurch, dass Schliemann eben diese Kunstgegenstände hervorgeholt hat aus
dem dritten Jahrtausend, das sind wirklich auch sehr, sehr schöne Objekte,
die sind auch so niedlich aus.
Also wenn man sich diese anguckt, das sind so Kannen und dann haben die so zwei
Henkel und es sieht so ein bisschen aus und dann haben die auch so Augen oben
und so einen kleinen Schnabel und das sieht ein bisschen aus wie so ein tanzender
Mensch oder so. Also sie sind super niedlich.
Also da hat man tatsächlich auch schon ein Kunstverständnis gehabt, natürlich.
Aber im 1900 wird dieser Gesellschaft jetzt eben auch ein Kunstverständnis zugesprochen.
Und wenn wir das natürlich uns bewusst machen, die Griechen sind ja gerade dabei,
ihr Nationalgefühl neu zu entwickeln, nachdem sie ja jetzt unabhängig geworden
sind. Und da kommt ein Schliemann nach Athen und erzählt, schaut mal,
ihr seid sogar noch älter, als ihr bislang geglaubt habt.
Das finden die natürlich richtig geil.
Und das muss man Schliemann eben lassen, dass er der Erste mit war, der diese Funde...
Vermarktet hat und eben als wertvoll und erinnerungswürdig erklärt hat und den
Leuten dafür auch ein Gefühl gegeben hat.
Er hat dann, wie gesagt, weitergegraben in Tirnis, in Mykene,
also vor allem in Griechenland und hat damit im Grunde, die hat er nicht begründet,
aber er war, wie gesagt, einer der Ersten, der diese mykänische Kultur ergraben hat.
Und diese mykänische Kultur wird eben auf die Zeit des 15.
Bis 12. Jahrhunderts vor Christus datiert. Und da lässt sich im griechischen
Raum an der Westküste Kleinasiens bis
runter nach Kreta lässt sich so eine zusammenhängende Kultur nachweisen,
weil die Keramik ist sich relativ ähnlich, die Architektur scheint sich sehr ähnlich zu sein.
Es scheinen so Paläste gebaut gewesen zu sein, die mit sehr dicken Mauern gesichert waren.
Und man geht dann davon aus, dass das eben so eine Kultur war,
die über, ob das jetzt Könige waren oder ein zusammenhängendes Reich war,
das kann man so jetzt auch nicht sagen, oder eben einzelne Königreiche,
die in Kontakt miteinander standen.
Aber es hat eben diese Palastanlagen gegeben, die das umliegende Land kontrollierten.
Das gibt es in Athen, das gibt es in Mykene und das gibt es in Knossos auf Kreta.
Und diese Kultur ist eben um 1200 vor Christus zerstört worden.
Diese ganzen Palastanlagen sind alle so um diese Zeit herum gegründet.
Kaputt gegangen und wurden auch nicht wieder aufgebaut.
Also es ist ja normalerweise üblich, das ist ja auch in Troja 2 beispielsweise
passiert, diese Stadt ist verbrannt und anschließend hat man auf dem Schutt,
den man scheinbar zusammengekehrt hat, eine neue Stadt drauf gebaut und das
ist hier nicht passiert.
Also diese Paläste sind einfach verlassen worden, man ist weggegangen und diese
Gebäude sind verfallen.
Und irgendwann später hat man da wieder was drauf gebaut.
Und wenn wir uns dann eben bewusst machen, dass ja man gemeinhin diesen Trojanischen
Krieg um 1200 datiert, also vor Christus, dann kann das durchaus sein,
dass das, was Homer eben im 8.
Jahrhundert ja beschreibt, das derzeit ist die Ilias, dass es tatsächlich so
einen großen Krieg gab, Konflikt gab, in dem diese Paläste zerstört wurden.
Und das im kollektiven Gedächtnis, nennen wir es jetzt einfach mal,
noch so drin war, dass Homer da seinen Trojanischen Krieg draus gemacht hat.
Also ob da jetzt wirklich die Griechen gegen Trojaner gekämpft haben mit der
Hilfe der Götter, weil Helena geraubt wurde, würde ich jetzt in Frage stellen.
Aber offensichtlich hat es irgendwie nochmal so ein großes kriegerisches Ereignis
gegeben, das in dieser Art und Weise literarisch verarbeitet wurde.
Und das hatte ich ja schon bei Hermann in der letzten Folge angesprochen,
dass die Römer ja auch in diesen Besiedlungskontexten denken.
Also es ist ein Volk mit den Booten gekommen und hat dort ein neues Volk gegründet.
Und das könnte auch eben sich auf die Kolonisierung der griechischen Kolonisierung beziehen, die im 6.
Jahrhundert stattfand, wo Griechen kamen und die Etrusker miteinander verschmolzen haben.
Wir haben griechische, also Syrakus ist ja eine griechische Stadtgründung,
Neapel ist eine griechische Stadtgründung.
Also dass das da auch noch in Erinnerung war, die Menschen kamen mit Booten und dann kam was Neues.
Und hier auch, es gab einen großen Krieg und ich erzähle euch jetzt mal von diesem Krieg.
Und den hat es tatsächlich historisch gegeben und wird dann in dieser Form erinnert.
Und das Bewusstsein ist eben durch Schliemann gekommen.
Bis dahin hat niemand diese Funde so eingeordnet, bis dahin hat sich niemand
mit diesen Vorzeiten eben beschäftigt und das ist dann eben,
was seine Arbeit ausgelöst hat. Also da so ein bisschen vielleicht auch zu seiner Ehrenrettung.
Ja, er war um mehr verliebt.
Er war grob in seinen Grabungen, aber trotzdem hat sein Vorgehen da Wissen kreiert
und eine ganze Disziplin begründet, die sich dann auch mit Respekt diesen Zeiten widmet.
Zum Ende von Schliemann noch.
Der stirbt verhältnismäßig früh und unerwartet, nämlich am 26.
Dezember 1890 in Neapel.
Schliemann ist ein Workaholic, der ist getrieben von seiner Liebe für die Antike,
von seiner Liebe das zu vermitteln und er leidet an einer chronischen Ohrenentzündung auf beiden Ohren.
Und die ist so schlimm, dass er sich, ich glaube sogar in Deutschland,
operieren lässt, damit das weggeht.
Und die Ärzte sagen ihm so, und jetzt machst du bitte drei Monate Urlaub.
Und er sagt, ja, später.
Ich muss erst noch nach Neapel. In Neapel will er sich das Museum angucken und er will Pompeji sehen.
Das klingt schon nach Urlaub.
Ja, wenn er immer noch die kleine Spitzhacke in der Tasche hat.
Er ist wirklich immer unterwegs gewesen.
Das heißt irgendwie, dass er 50
Mal um die Welt gefahren sein soll mit den Kilometern, die er gemacht hat.
Und er wollte eigentlich auch an Weihnachten zu Hause in Athen sein bei seiner
Familie. Da gibt es einen Brief, dass er dann schreibt, so und ich bin dann auch an Heiligabend da.
Aber diese Ohrenschmerzen werden einfach immer schlimmer dass er dann sagt,
ich kann jetzt nicht ich kann nicht ins Boot und dann kommen sondern ich bleibe
erst nochmal in Neapel und kuriere mich aus.
Scheint er nicht gemacht zu haben. Auf jeden Fall ist er am 26.
Dezember in Neapel unterwegs und bricht dort auf offener Straße zusammen und
hat keine Papiere dabei.
Und jetzt scheint er so ein alter, zottliger Mann gewesen zu sein.
Also nicht zottlich, er war schon gut frisiert, aber seine Kleidung war scheinbar
ein bisschen abgegriffen, weil er da nicht so viel Wert drauf gelegt hat scheinbar.
Dass man ihn dann zwar ins Krankenhaus bringt, aber man ihn jetzt auch nicht
so richtig ernst nimmt, weil man glaubt, das ist irgendwie so ein Tagelöhner
und ein Herumtreiber, dass der da in seinen Lumpen rumlinnt, so völlig verfranst.
Und irgendwie erst auf dem Weg ins Krankenhaus oder im Krankenhaus selbst gibt
es dann irgendjemanden, der ihn erkennt.
Das ist der große Wissenschaftler Schliemann, dem sollten wir dann vielleicht
doch ein bisschen intensiver helfen.
Aber das reicht nicht, er verstirbt dann tatsächlich im Krankenhaus in Neapel
Und er wird dann einen Monat oder so später abgeholt, einbalsamiert nach Athen
gebracht und dort dann auf dem ersten Athener Friedhof begraben.
Das Grabmal hatte er vorher auch schon mit Ernst Ziller zusammen entworfen,
so ein großer Architekt des 19.
Jahrhunderts in Athen, so ein bisschen auch so einer der Nationalarchitekten,
der so das moderne Athen geschaffen hat.
Der hat auch die Villa von Schliemann in Athen entworfen und gemacht und jetzt
hat er auch dieses Grab mal bekommen, da wird er dann später,
das ist noch nicht fertig, als es dann fertig ist, wird er dort auch hineingelegt.
Also er hat jetzt auch in Athen auch die Anerkennung in seinem Grab,
die ihm seiner Meinung nach dann auch zusteht, hat er dann auch bekommen, diese Würdigung.
Das war es einmal mit Schliemann.
Aber das ist jetzt doch, finde ich, überraschend, da ich mich ja noch nie beschäftigt
habe mit dessen Biografie.
Bei dir kommt es jetzt wirklich so rüber, es ist einfach so eine Zweiteilung.
Die erste Hälfte der Biografie ist der kapitalistische Schliemann und dann plötzlich
entdeckt er seine Liebe zur Antike und fängt an, Troja zu suchen.
Ja, so eine Midlife-Crisis.
Und denkt sich hinterher aus wahrscheinlich, dass er das seinem Vater als Kind
schon mal versprochen hat oder so. Ja, klar.
Irgendwie so in ihm herangewachsen, ich muss Schätze finden.
Woher kommt das dann plötzlich?
Das ist ja so anders als bei Herrn Winkelmann, der irgendwie schon in seiner
kleinen Dorfschule den Stendal, irgendwie antike Autoren frisst quasi und sich
selbst altgriechisch beibringt.
Bei ihm ist das ja irgendwie nicht so angelegt am Anfang, dass er da am Ende
um die Welt reist und irgendwelche Grabungen vornimmt.
Ja, also wir wissen nicht, wir können in seinen Kopf nicht reingucken,
ob es wirklich schon als Kind angelegt war oder ob er dann irgendwie im Laufe
seiner Midlife-Crisis diese Begeisterung entwickelt hat.
Aber wir können eben sehen, dass er tatsächlich so einen Cut Anfang der 60er
hat, wo er sagt, so jetzt was Neues.
Er scheint aber auch insgesamt ein sehr umträglicher Mensch gewesen zu sein,
der immer, der sich nicht mit dem zufrieden gegeben hat, was alle anderen hatten,
sondern der immer mehr, mehr, mehr wollte.
Und vielleicht hat er dann auch so eine gewisse Griechofilie entwickelt,
auch das ist jetzt nicht überraschend in der Zeit, das entwickeln viele.
Und dass er sich dann da irgendwie abgeholt fühlt.
Und es hat mich dann auch überrascht, dass er dann in Neapel nicht im Pelzmantel
rumläuft und ein bisschen schick sich auftritt.
Vielleicht hat er sich da auch gewandelt und gesagt, so das ist jetzt alles egal.
Nur noch für die Kunst.
Ich möchte den Staub der Wüste hier, meine Grabungen, die Lava spüren.
Vielleicht wollte er auch nochmal die Ästhetik abgreifen, also des Wissenschaftlers,
der nur für die Kunst lebt.
Genau, also das Bild des Archäologen auch geprägt, wie man sich gibt nach außen.
Ja und es klang so ein bisschen durch, dass du jetzt am Ende sehr betont hast,
man musste ihn dann doch auch würdigen.
Hat sich das jetzt nur auf die Grabensprengung bezogen, dass er da erstmal so
martialisch durchgegriffen hat oder gibt es da heute durchaus noch Diskussionen?
Gab es im Rahmen dieser Ausstellung zum Beispiel da vielleicht auch heute noch
Leute, die gesagt haben, Schliemann, das ist das Schlimmste,
was hier passiert ist oder so?
Ja, also das ist tatsächlich, also Schliemann ist, wie gesagt,
der war schon zu seiner Zeit eine sehr zwiespältige Person.
Die Wissenschaftler sahen auch in ihm immer so den Newcomer,
den Reichen, der das jetzt hier nur als Hobby macht und den Dilettanten.
Also dass dieser Graben ist, ich hatte es angesprochen, war ein legitimes Mittel,
aber ich glaube nicht in dem Maße, wie er es gemacht hat.
Und dann hat er ja auch noch diesen riesen Schatz gefunden. Also ich glaube,
also nicht nur ich glaube, das sieht man auch in der Literatur wieder,
dass das von Zeitgenossen auch so richtig, die waren auch richtig bitter.
Dass er kommt dann da mit Mitte 40, spielt sich da auf und findet dann,
wird dafür auch noch belohnt mit diesem riesen Schatz, den er da findet.
Er findet nicht nur in Trojan einen Schatz, er findet auch noch in Mykene Schätze.
Und das ist dann wirklich, ich glaube, die waren richtig bitter auch,
ihm das zugestehen zu müssen. Die natürlich dann auch einen gewissen wissenschaftlichen Dünkel hatten.
Und dann ist er aber wirklich auch jemanden, der sehr gut verkaufen konnte und
der sehr gut Geschichten erzählen konnte.
Und das muss man natürlich auch kritisch sehen.
Wieso muss man das kritisch sehen, wenn man gut Geschichten erzählen kann?
Wenn du Wissenschaft machst und ein bisschen an den Fakten drehst.
Also du kannst von mir, also wir machen hier ja auch.
Interpretation ist immer auch Teil der Wissenschaft.
Wir erzählen Geschichten, aber wir schieben nicht in den Zahlen rum.
Außer manchmal, wenn wir uns versprechen, aber nicht absichtlich.
Und das muss man Schliemann schon lassen, dass er dann noch gewisse Geschichten...
Geschönt hat. Also es gibt dann wirklich Artikel, dass er ein Lügner und ein
Scharlatan war und nichts von dem, was er geliefert hat, brauchbar wäre und
man auch aus moralischen Gründen
nicht auf seine Funde und seine Beschreibungen zurückgreifen dürfe.
Ja, der Diskurs wird dann immer recht schnell moralisch aufgeladen, aber,
Deswegen habe ich das so ein bisschen, und da ging es eben auch in der Ausstellung
drum, deswegen, ich fand, das war eine großartige Ausstellung,
ich habe da sehr gerne gearbeitet, weil die das wirklich auch so sehr bemüht
haben, das ihnen als Menschen zu zeigen und zu zeigen, wo sind die Schwierigkeiten
und wo sind eben die Leistungen.
Und für mich ist diese mykänische Kultur, da ein Bewusstsein zu schaffen,
schon eine große Leistung gewesen, die er dort angestupst hatte.
Er hat das jetzt nicht selbst alles alleine ausgegraben, aber überhaupt da ein
Bewusstsein zu schaffen, da gibt es mehr und das ist auch erinnerungswürdig,
finde ich schon sehr rühmenswert dann unter dem Aspekt.
Aber wie gesagt, es gibt sehr, sehr viele, die sagen, er ist der weiße Kolonialprofiteur,
der Kriegskapitalist, der Kriegsgewinnler.
Also doch auch Sprengkraft im übertragenen Sinne.
Sprengkraft im übertragenen Sinne. Und wie gesagt, es ist auch,
und ich finde, es ist alles richtig.
Es ist richtig, ihn als Kriegsgewinner zu sehen. Es ist richtig,
ihn als Profiteur zu sehen.
Und es ist aber auch gleichzeitig richtig zu sagen, er hat da wissenschaftliche
Grundlagenarbeit gemacht.
Also da sind wir dann wieder bei meinem Hauptpunkt. Menschen sind nochmal komplex
und man kann nicht in Gut und Böse trennen, sondern wir haben gute Seiten und
wir haben schlechte Seiten. Und das macht eben die menschliche Natur aus.
Und unter diesem Aspekt muss man dann auch eine Ambiguitätstoleranz haben,
dass ein Mann wie Schliemann durchaus auch gute Seiten hat.
Okay, dann werde ich ihn ab sofort auch würdigend in Erinnerung behalten und
nicht nur Herrn Winkelmann hier vielleicht gelegentlich zur Hand nehmen.
Ich muss gestehen, ich habe diese Ausstellung verpasst, obwohl du dort tätig
warst. Du hast mich nicht geführt.
Ja, ich habe aber andere aus unserem Freundeskreis geführt. Du hattest keine Zeit.
Oh, wahrscheinlich musste ich nach Stendal fahren.
Weil ich auch nur die Dynamitsprengkraft im Kopf hatte und das ist niemand, wer soll das schon sein?
Nun gut, zu meiner Schande. Aber vielleicht gibt es ja einen Katalog,
in dem man noch blättern kann.
Es gibt einen Katalog und du hast ja jetzt quasi von mir nochmal.
Im Geiste habe ich dich geführt.
Und ich möchte natürlich noch ein bisschen was Visuelles und Haptisches dabei haben.
Und bin sehr gespannt darauf, jetzt von dir nach einer kurzen Pause noch mehr
zu erfahren über den Schatz des Priamus.
Ich glaube zu wissen, wo der sich aufhält. Was meinst du denn?
Und wo man da eine Kopie vielleicht finden könnte. Ich meine,
er ist da, findet er an einem passenden Ort.
An dem, wo er da sein Reichtum größtenteils mit aufgebaut hat und dann leider
nicht in die erste Gilde gelangt ist.
Und hat sich allerdings die meiste Zeit eher hier in Berlin aufgehalten,
dieser Schatz. Und ist da erst so in der zweiten Hälfte des 20.
Jahrhunderts in die Hermitage gelangt.
Nee, ist nicht in der Hermitage.
Ist nicht in der Hermitage.
Also dann noch ein Grund mehr, den Nachklapp auch noch unbedingt mitzuhören.
Und das können nicht nur Lydia, David und Timo, sondern natürlich noch mittlerweile
ganz viele Leute, wie zum Beispiel Christina, Steffi, Kufi, Sophie,
Christoph, Tobias, Beate, Sarah Solberg, Noemi, Henrike, Stefan,
Aisha, Isabella, Silvia, Emma, Maike, Marte, Jojo, Cornelia,
Anne, Vera, Dennis, Eva, Roland,
Karolin, Matthias, Kerstin, Bettina, Klaus, Sascha, Vivien, Florian,
Philipp, Claudia, Nina, Michael, Ann-Christin, Michaela, Sandra, Christina,
Monika, Teresa, Stefan, Thomas, Wernert, Heike, Daniel, Alke,
Anja, Stefan, Sabine, Genuf, Eva, Tom, Daniel,
Es ist, glaube ich, Monika, Mika, Alexandra, Corinne, Katrin und Katrin und
Jan und Hermann und Julia und Leon, Monika und Marianne und natürlich wir beide
und ich freue mich da drauf.
Macht's gut und bis bald.
Tschüss.
Ciao.
Grabt irgendwas aus in eurem Garten.
Aber nicht irgendwo anders, nur in eurem Garten.
Macht viele Sondierungsschnitte.
Nein, das ist illegal in Deutschland. Bitte nicht.
Nicht im Garten graben?
Im Garten schon, im eigenen Garten ja, aber nicht bitte mit der Sonde durch den Wald laufen.
Okay, aber ich nehme eine Schaufel und suche mir einen Garten.
Gucken, wie viele Meter man runterkommt.
Wie viele tausend Jahre unter meinem Garten abfalllieben.
Bitte lass das die Profis machen.
Okay, na gut.
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