FG069 - Ödipus und der Wille der Götter
21.05.2026 90 min
Zusammenfassung & Show Notes
Er tötete seinen Vater, heiratete seine Mutter und gab einem der bekanntesten psychoanalytischen Konzepte seinen Namen. In unserer Folge wird Ödipus vor allem als das vorgestellt, was er in den antiken Quellen wirklich ist: ein Mann, der dem Willen der Götter trotzt. Und dafür einen hohen Preis zahlt.
Außerdem spricht Solveig über die Labdakiden, die Familie des Ödipus, die weitere Tragödien erlebt. Diesen sind daher auch eigene Stücke gewidmet, wie Antigone und die Sieben gegen Theben.
Die griechische Tragödie
Bevor wir in die Geschichte einsteigen, schauen wir uns an, wie griechische Tragödien überhaupt funktionieren und warum das Theater im antiken Athen mehr war als Unterhaltung. Entstanden im 5. Jahrhundert v. Chr., geprägt von drei Autoren — Aischylos, Sophokles und Euripides — war das Theater eine Form kultischen Handelns, fast ein Gottesdienst. Der Chor dabei ist mehr als Dekoration: Er spiegelt, wie die Gesellschaft auf das Handeln der Figuren reagiert und ist damit eine Art kollektives Gewissen auf der Bühne.
König Ödipus
Die Geschichte beginnt nicht mit einer Liebesgeschichte, sondern mit einer Seuche. Theben leidet, und der Seher Teiresias (unter dem Schutz Athenas stehend, nicht wie üblich Apollons) soll Aufklärung bringen. Was er dann sagt, will Ödipus zunächst nicht hören. Wie Ödipus nach Theben kam, wer ihm dabei begegnete und warum sein Name „Schwellfuß" bedeutet, das entfaltet sich schrittweise, ganz so wie es Sophokles angelegt hat: nicht als vorwärts erzählte Handlung, sondern als schrittweise Enthüllung einer längst vergangenen Geschichte.
Zur Sphinx, die den Weg nach Theben bewacht, gibt es zudem einen kleinen Exkurs: Wie dieses Wesen aus dem alten Ägypten zu einem Monster in der griechischen Mythologie wurde, ist ein schönes Beispiel für den Kulturtransfer im antiken Mittelmeerraum.
Die Sieben gegen Theben
Der Titel klingt nach Hollywood, aber Sieben gegen Theben von Aischylos ist deutlich weniger spannend umgesetzt, als der Stoff es verdient hätte. Die Kriegsdarstellungen verstellen den Blick auf das Drama, dass sich zwischen den Kindern des Ödipus entfaltet: Hat Polyneikes ein Recht auf die Herrschaft, die ihm versprochen wurde? Hat Eteokles eine Pflicht, die Stadt zu verteidigen, auch wenn er den Deal des Tausches gebrochen hat? Und verliert man sein Anrecht, wenn man die eigene Heimatstadt angreift?
Antigone
Das stärkste Stück dieser Folge ist Antigone. Kreon, der neue Herrscher Thebens, verbietet die Bestattung des gefallenen Polyneikes. Antigone widersetzt sich — nicht aus Trotz, sondern weil sie das göttliche Gesetz über das menschliche stellt. Solveig macht deutlich, dass Kreons Frauenfeindlichkeit dabei keine Nebensache ist, sondern ein entscheidender Fehler. Erst als Teiresias ihn ein zweites Mal warnt, lenkt Kreon ein. Zu spät.
Der menschliche Hochmut
Der Kern der Erzählungen ist nicht Begehren, nicht Schicksal als blinde Kraft, sondern Hybris: der Hochmut des Menschen, es besser zu wissen als die Götter. Solveig zeigt, dass diese Idee nicht auf die Antike beschränkt ist. Die christliche Superbia, die schlimmste der Todsünden, beschreibt dasselbe unter anderem Namen. Und auch die mittelalterliche Ketzerverfolgung folgt einer ähnlichen Logik: nicht falscher Glaube wird bestraft, sondern der Ungehorsam.
Antiker Feminismus
Am Ende weitet sich der Blick: Die Labdakiden-Tragödien spiegeln eine Gesellschaft im Wandel. Wo in der archaischen Zeit Herakles mit Körperkraft als Ideal stand, siegt Ödipus durch Verstand und ist körperlich behindert. Damit steht er für einen Wandel in den Vorstellungen von Männlichkeit und Heldentum.
Und dann ist da noch Euripides, der in dieser Folge eine besondere Würdigung bekommt: Er hat die mythologischen Frauenfiguren — Medea, Hekabe, Andromache — mit Zorn, Handlungsmacht und Leid ausgestattet, lange bevor das als Errungenschaft verbucht wurde.
Verwandte Folgen
In dieser Folge verweist Solveig auf unsere frühere Episode zu Achilles und Patroklos, in der das Thema der griechischen Bestattungsrituale und die Bedeutung des unbegrabenen Todes bereits eine Rolle spielte. Wer den Ödipus-Komplex aus psychoanalytischer Sicht kennenlernen möchte, findet das Thema im Nachklapp zu dieser Folge — exklusiv für Steady-Unterstützer*innen.
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Hintergrundmusik der Zitate ist: Seikilos Epitaph with the Lyre of Apollo by Lina Palera (Lyre 2.0 Project player) is licensed under a Attribution-NonCommercial-ShareAlike 3.0 International License.
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Transkript
Mir fällt gar kein Loriot-Zitat ein im Moment.
Papa Ante Portas?
Ja, Papa Ante Portas, da hätte ich ganz viele Zitate, aber aus Ödipussi?
Nein, habe ich schon nicht.
Da gibt es irgendwie, ich weiß, die Klavierszene und die Schubladenszene,
aber etwas zur Mutterliebe fällt mir jetzt gerade nicht so richtig ein.
Ist noch nicht so schlimm, da geht es ja auch gar nicht drum.
Ach so.
Hallo Solveig.
Hallo Daniel.
Schön, dass wir wieder zusammen sind und ich bin nicht sicher,
inwiefern wir heute nochmal auch das 19.
Jahrhundert womöglich tangieren oder ob wir ganz in der Antike bleiben oder
eine Loriot-Filmkritik uns heute erwartet.
Auf jeden Fall willkommen euch allen und ich bin sehr gespannt auf dieses jetzt
ganz anders geartete Thema. Solberg ist auch guter Dinge.
Es geht heute nicht um Preußen. Die Augen werden nicht gerollt,
sondern du hast irgendwas anderes Ekliges vorbereitet.
Die haben hier nichts Ekliges vorbereitet. Wir haben einen weiteren Mal mit
Sprengkraft vorbereitet.
Wobei es um die Sprengkraft, schauen wir mal, wie es um die geht.
Wir werden auch nochmal einen Nachklapp haben.
Und in diesem Nachklapp, das kann ich jetzt schon verraten, wird es über all
die Dinge geben, die ihr wahrscheinlich bei diesem Thema erwarten werdet.
Ach so, du hast das letztes Mal schon so fies gemacht. Du willst dich die Leute
dazu anregen, uns zu unterstützen.
Du musst sie auch anregen zu schaffen.
Und für alle, die vielleicht jetzt zum ersten Mal hier mit dabei sind,
weil sie sich vom Titel der Folge angesprochen fühlten, Nachklapp ist so eine
kleine Bonusfolge, die wir als Dankeschön hinterher noch aufnehmen für alle,
die uns bei Steady regelmäßig unterstützen.
Und da seit dem letzten Mal hinzugekommen, oder eigentlich vielmehr seit dem
vorletzten Mal, weil zu dem Zeitpunkt, wo wir hier aufnehmen,
ist Friedrich Wilhelm IV. noch gar nicht erschienen.
Also insofern, das wissen wir nicht, falls da jemand von euch nochmal neu dazugekommen sein sollte.
Aber seit Elisa Radjewils gescheiterter Liebe zu dem späteren Kaiser Wilhelm
sind neu dabei Ulrike, Kathleen, Martine und Mike.
Vielen Dank dafür, dass ihr dabei seid. Also ihr kriegt nachher die eigentliche
Geschichte im Nachklapp präsentiert.
Also ich habe keine Ahnung, was Solveig uns darstellt.
jetzt überhaupt dann hier präsentieren möchte eigentlich.
Ja, worum könnte es dann vielleicht gehen? Beziehungsweise, was erwartest du,
worum es geht? Bei dem Titel Oedipus.
Um irgendwas Ekliges mit der Mutter. Aber warum? Dass er seine eigene Mutter geheiratet hat.
Aber warum?
Und dass dann später Herr Freuther so ein Komplex draus gemacht hat,
wo ich nicht genau weiß, was der eigentlich beinhaltet.
Weißt du gar nicht?
Also ich könnte es ja jetzt nicht definieren, was ist der Oedipus-Komplex.
Aber du stellst dir ja schon was Ekliges drunter vor.
Ich finde die Vorstellung ein bisschen unangenehm. seine eigene Mutter zu heiraten.
Ja, fand der auch.
Ja, kann ich mir vorstellen. Ist nachvollziehbar.
Aber bei Freud geht es nicht mal nur um die Mutter, sondern es geht vielmehr
noch um die andere Person.
Die andere Person ist...
Naja, das braucht ja nicht nur eine Mutter.
Ach so, ein Vater.
Und was passiert mit dem Vater in dieser Geschichte?
Der wurde getötet, glaube ich. Von Oedipus selbst?
Ja!
Oh, jetzt haben wir alles gespoilert.
Es ist schon alles passiert. Einmal haben wir schon alles erzählt.
Aber ich vermute, den meisten ist
Oedipus eben ein Begriff durch den Oedipus-Komplex von Herrn Dr. Freud.
Und was es mit diesem Problem
Oedipus-Komplex auf sich hat, was Herr Freud sich dazu gedacht hat und was ich
mir zu Herrn Freud denke, das werden wir im Nachklapp besprechen.
Weil hier geht es endlich mal um Oedipus.
Diesen armen Mann, der viele Dinge erlebt hat und im Nachhinein heute einfach
nur noch als dieser horny Dude erinnert wird, der seine Mutter so sehr begehrte,
dass er seinen Vater dafür tötete.
Und das war alles ganz anders.
Das werden wir jetzt Lass uns mal vor Augen führen, wie diese Geschichte denn läuft.
Denn tatsächlich ist die Geschichte um Oedipus oder beziehungsweise um die Laptakiden
insgesamt. Es geht da nicht nur um Oedipus, es geht um die gesamte Familie von ihm.
Tatsächlich meine Lieblingsgriechisch-Tragödien-Geschichte. Also es sind mehrere
Teile, aus denen diese Geschichte besteht.
Und die werde ich heute euch einmal erzählen. Daniel mag es nämlich so sehr,
wenn ich ihm antike Geschichten erzähle.
Nicht nur ich.
Und das werden wir heute machen. Das heißt, es geht heute um die Laptakiden,
um Oedipus, um Antigone und um die Sieben gegen Theben.
Und wie gesagt, die Sieben gegen Theben.
Die Sieben gegen Theben. Ist das ein Filmtitel?
Das ist ein Tragödientitel.
Ja.
Werden wir gleich uns angucken, wer diese Sieben war.
Sehr viel neue Info für mich.
Deswegen, hier erzähle ich euch einfach mal den Oedipus-Komplex in dem Sinne,
dass es mehrere Stücke sind aus der griechischen Tragödie und den Freud'schen
Oedipus-Komplex, wie gesagt, um den geht es im Nachklapp.
Der wird hier jetzt nur ein bisschen zum Schluss vielleicht nochmal erwähnt.
Oder ist der Ausgangspunkt, weil ich vermute, dass den meisten Oedipus in dem
Sinne dann doch ein Begriff ist.
So, also jetzt haben wir schon gesprochen, die griechischen Tragödien.
Machen wir es heute mal ganz didaktisch. Wann sind die? Wer...
Wann sind die?
Wann sind die?
Ich hätte die Hoffnung gefragt, was ist das?
Was ist das?
Was ist mit einem traurigen Ende? Meistens stirbt jemand.
Meistens stirbt jemand.
Oder alle.
Oder alle. Manchmal aber auch nicht. Manchmal leben die auch.
Aber es ist trotzdem traurig.
Es ist etwas Dramatisches passiert. Hast du eine Idee, wo die entstanden sind
und wann die entstanden sind?
In Griechenland? In Griechenland. Irgendwann vor Christus.
Das ist richtig.
Vielleicht so, ich sag mal 300 vor Christus? Ist das so die hellenistische Zeit?
Ne, wir sind noch in der Klassik. Aber Hellenismus geht um 300 los.
Das ist richtig. Ich habe was Richtiges im Kopf gehabt, aber es war trotzdem falsch.
Ja, das ist manchmal so. Aber die griechischen Tragödien sind im 5.
Jahrhundert vor Christus entstanden, vor allem in Athen.
Da gibt es drei Männer, die sich da ausgezeichnet haben. Das sind Aeschylus,
Sophokles und Eurypides.
Ich sehe schon so gelbe Reklam-Heftchen vor meinem inneren Auge.
Ja, habe ich auch viele jetzt nochmal durchgearbeitet für die Vorbereitung hier.
Und die haben sich eben in verschiedenen Fassungen mit diesen Themen auseinandergesetzt.
Also in Athen sind sie entstanden. Und da gab es...
Und jährlich, glaube ich, ja so Dichterwettbewerbe. Und die haben da,
sind da immer angetreten und haben, die drei waren da auch sehr,
sehr erfolgreich, sind auch so ein bisschen in den Generationen nacheinander.
Also das erste war Aischilos, der hat Anfang des 5.
Jahrhunderts gelebt und Eurypethes hat Ende des 5. Jahrhunderts gelebt.
Also die ziehen sich so ein bisschen durch.
Die kannten sich wahrscheinlich, aber sind eben unterschiedliche Altersgruppen.
Und diese drei, auf die führt man so die Entwicklung dieses griechischen Theaters zurück.
Vielleicht auch noch dazu, weißt du, wie in Griechenland Theater gespielt wurde?
Das ist ein bisschen anders als heutzutage.
Aber es gibt doch diese Amphitheater und da ist in der Mitte dann so eine halbrunde Bühne.
Hinten gibt es irgendeine Architektur noch. Da kommen die dann so raus aus den
Böken, haben eine Art von Togan und deklamieren ziemlich unverständliche Texte.
Also die haben wahrscheinlich eher einen Chiton an. beziehungsweise,
jetzt habe ich vergessen wie der Mantel im Griechischen heißt das ist nicht
der Chiton, das ist nochmal, egal, ist auch völlig irrelevant,
aber das griechische Theater zeichnet sich dadurch aus, dass die immer noch
wen auf der Bühne haben, den wir heute nicht mehr haben und das ist der Chor.
Also du hast bei den griechischen Stücken, das ist ja auch immer so ein bisschen
schwierig, das einzuordnen, das ist ja teilweise auch im,
kultischen Handeln drin, also dass sie dann für die Götter auch,
also es ist eine Art Gottesdienst quasi, diese Theaterstücke Und du hast am
Anfang, ich glaube, also Aishilos hat es noch, nur einen Schauspieler,
einen Darsteller, der dann mit dem Chor zusammen agiert.
Und der zeigt dann, dass er unterschiedliche
Rollen spielt, indem die unterschiedliche Masken aufziehen.
Und das soll auch irgendwie, also ich dachte mit den Masken ist es doch irgendwie
schwierig dann zu sprechen, aber scheinbar habe ich jetzt nochmal gelesen,
dass die Masken, der Mundraum so geformt ist, dass die besser,
dass es quasi so ein Schallverstärker ist. Ja, so ein Trichter.
Deswegen ist ja das Amphitheater auch so aufgebaut als Trichter.
Und das heißt, wir haben eine Figur immer auf der Bühne und diese Figur spricht
mit dem Chor und die singen dann teilweise auch Lieder,
während dann so Szenen ablaufen und später kommt dann eine zweite Figur dazu
oder auch eine dritte Figur dazu, dass die dann eben drei Darsteller haben und
die dann mit dem Chor interagieren.
Und der Chor ist auch meistens so ein bisschen, also die haben dann einen Chorführer,
der dann eine bestimmte Personengruppe symbolisiert.
Und die sind auch immer so ein bisschen so die Gesellschaft,
wie das Publikum darauf reagiert.
Also wenn so ein gesellschaftsdivergentes Handeln auftritt, dann reagieren die
da negativ und sagen, ja, aber das, was du jetzt gerade machst, ist doof.
Oder wenn sie sagen, nee, das ist ganz gut, was du machst, dann sagen die das.
Ach so.
Das ist tatsächlich, du kannst daraus.
So ein bisschen die Stimme, die man im Kopf hat.
Ja, also so dein Gewissen, dass er auf dich einredet. Weil du hast ja gerade
in diesen Tragödien sehr, sehr viele Protagonisten, die nicht unbedingt korrekt
handeln. Das ist ja wie im Nibelungenlied auch.
Das zeichnet ja auch da aus, dass die nicht nach gesellschaftlichen Konventionen
handeln und das ist in der Tragödie auch.
Und der Chor ist immer so, spiegelt so ein bisschen, was das richtige Handeln ist.
Und dann gehen die auch in den Streit zusammen. Das heißt also,
worauf ich hinaus möchte, dieser Chor ist immer eine gute Einschätzung,
wenn man überlegen, wenn man verstehen will, wie die damals die Szenen wahrgenommen haben.
Dann muss man mal so gucken, wie reagiert der Chor gerade und dann weiß man,
okay, das ist konformes Verhalten oder nonkonformes Verhalten.
Also das so ein bisschen zum Theater, weil es geht jetzt ums Theater,
denn Oedipus ist ein Theaterstück.
Es ist in verschiedenen Fassungen erzählt worden. Aeschylus hat was dazu geschrieben,
Sophocles hat dazu geschrieben, Eurybesis hat dazu geschrieben.
Ich habe mich jetzt vor allem auf Sophocles bezogen bei der Vorbereitung und
wir werden nämlich ein bisschen was vorlesen aus diesem Stück.
Kann man so ein bisschen, dass ihr mal so eine Vorstellung habt,
wie das damals funktioniert hat.
Zur Oedipus. Ich steige einfach mal ein, den gesellschaftlichen Kontext besprechen
wir danach, weil du hast ja schon gesagt, du hast, weißt gar nicht,
irgendwie geht es da um Mütter und Väter und Söhne, die begehren.
Und wir steigen einfach mal ein, so wie Sophocles einsteigt.
Hätte ich gesagt, da hatte ich
in meinem Kopf, dass der seine Mutter aus Versehen geheiratet hat. Okay.
Ja, komm mal jetzt.
Okay, ja, Entschuldigung.
Aber behalte es mal im Hinterkopf. Also, Oedipus ist König von Theben.
Deswegen wird das Stück auch bei Sophocles König Oedipus genannt.
Und es bricht eine große Seuche aus in Theben. Das passiert hin und wieder mal.
Das ist jetzt nicht so schön.
Aber müssen wir mitarbeiten.
Okay.
Aber es bringt halt nichts. Also sie versuchen es und alles,
es klappt nichts, dass diese Seuche aufhört.
Und jetzt, was macht ein guter Grieche, wenn er alles probiert hat und nichts geklappt hat?
Opfern?
Ja, beziehungsweise man muss erst mal fragen beim Gott, was er möchte.
Zum Orakel?
Genau, man muss erst mal das Orakel befragen. Was ist denn los und was müssen wir tun?
Und das machen sie. Und Oedipus ruft den Seer Theresias herbei.
Theresias ist auch so eine mythologische Figur. Die taucht auch öfter in verschiedenen Episoden auf.
Vielleicht noch dazu. Ich hatte jetzt gesagt, diese Stücke sind im 5.
Jahrhundert verfasst worden, spielen aber natürlich in so einer Vorvergangenheit.
Also ähnlich wie der Trojanische Krieg.
Es gibt so ein bisschen zum Mythos, da gibt es ungefähr drei Generationen vom Zeitablauf her.
Das heißt, wenn wir die ganz frühesten Geschichten sind Jason und die Argonauten.
Der fährt da mit seinem Schiff, mit der Argo los und entdeckt die Welt und stehlt
ein goldenes Vlies zusammen mit Herakles.
Also das ist die früheste Zeit. Dann passiert der Trojanische Krieg.
Dann kommt alles, was so danach sich anschließt. Das Nachspiel des Trojanischen Krieges.
Und dann in dieser Zeit nach dem Trojanischen Krieg spielt Oedipus.
Also wir sind immer noch in so einer mythologischen Vorvergangenheit,
aber schon in der späten Zeit des Mythos.
So ein bisschen zur Vereinordnung. So, und Theresias taucht immer wieder auch
in dieser Spätphase in den Geschichten auf, die zu spät spielen.
Und Theresias kann sehen, der kann hell sehen, weil er nun mal auch ein Seher ist.
Was ich ganz interessant finde, normalerweise gewährt Apollon die Hellsicht,
aber Theresias hat das durch Athena bekommen.
Also er ist da ein bisschen anders aufgestellt.
Sieht da andere Sachen.
Der sieht da andere Sachen.
Aber der muss kein Tier aufschneiden dafür?
Doch. Also das müssen sie immer. Beziehungsweise das machen sie nicht immer.
Also manchmal beobachten sie auch nur den Vogelflug.
Also das sind ja auch diese Auguren, dass man halt guckt, wie fliegen die Vögel.
Oder man wirft ein paar Knochen auf den Boden und schaut, wie die fallen.
Aber meistens wird auch ein Tier, also beziehungsweise spätestens,
wenn man dann opfert, wird das Tier geschlachtet. Also das ist schon immer involviert.
Aber dafür, also Therese ist dadurch, dass er Athena unterstellt ist,
hat er einfach einen anderen Zuständigkeitsbereich.
Weil Apollon ist auch so ein heikles Biest, sagen wir es mal so.
Athena ist da ein bisschen verlässlicher.
Auf jeden Fall, Theresias wird dann gerufen und es wird dann gefragt,
ja, was ist denn jetzt das Problem mit dieser Seuche? Warum geht die nicht weg?
Wir haben doch alles gemacht.
Die ganzen Opferaltare, alles brennt. Wir haben ein Schaf nach dem anderen geschlachtet
und es hört nicht auf. Was sollen wir tun?
Und dann sagt Theresias, ja, pass auf. Also ich habe mit Athena gesprochen und
die hat mir gesagt, dass Apollon die Stadt verflucht hat,
weil der Mord am vorherigen König Laios, der König, der vor Oedipus König war,
der ist einfach irgendwann verschwunden und niemand wusste was mit ihm passiert ist,
Und stellt sich raus, Apollon sagt, der ist umgebracht worden und das müsst ihr rächen.
Weil dieser Mörder lebt noch in dieser Stadt.
Okay.
Und solange der Mörder in dieser Stadt lebt, gibt es diese Seuche.
Weil Apollon mit diesem Unrecht nicht leben will.
Okay.
Und entweder verbannt ihr den oder ihr tötet den. Scheißegal.
Hauptsache, der verschwindet.
Und jetzt ist natürlich die Frage, ja, aber wer ist denn der Mörder?
Das hat Apollon nicht gesagt. Also da ist er auch ein bisschen.
Der ganze Spaß schon vorbei.
Das müsst ihr schon selber rausfinden. Jetzt ist natürlich Oedipus sehr wütend.
Und Oedipus hat sowieso, also er wird sehr häufig sehr wütend.
Das ist insgesamt so ein Problem, mit dem er sich nicht auseinandersetzt.
Das sind seine Wutanfälle.
Und er wird auch jetzt sehr, sehr wütend, weil er sagt, es kann doch nicht sein.
Leute, ich bin hier seit einer Weile König und euer alter König ist verschwunden
und offensichtlich umgebracht worden. und keiner hat sich drum gekümmert,
was ist denn das hier für ein Saftladen.
Das habt ihr ja wohl mal Zuständigkeitsbereiche zu verteilt.
Und er hat da nicht drüber nachgedacht.
Er hat da nicht drüber nachgedacht. Aber er wusste es auch nicht.
Er ist erst danach gekommen.
Und da war der König einfach weg und er meinte, ja, also ich habe das jetzt übernommen.
Das heißt, er ist ohne Vater aufgewachsen.
Ja, pass auf, da sind wir so weit, wissen wir noch nicht. Oedipus kommt,
also Oedipus ist nicht gebürtig aus Themen. Er kam einfach mal einen Tag und meinte, hallo.
Und auf jeden Fall sagt er, das kann doch nicht sein. dass sie ein Mörder ist, aber gar kein Problem.
Ich bin doch der Oedipus. Ich bin super schlau. Ich bin hochintelligent.
Ich löse diesen Wortfall für euch. Ich bin ja auch für euch zuständig. Ich bin ja euer König.
Ihr habt halt bislang scheinbar nicht Bescheid gesagt, dass dieses Neue-Drehzell nicht genöst wurde.
Waren alle scheinbar einverstanden damit.
Die hatten halt auch andere Dinge zu tun. Ich meine, wir waren da ja auch beschäftigt.
Und dann gab es ja einen neuen König.
Dann gab es ja auch einen neuen König und dann denkt man sich so,
ja, okay. Auf jeden Fall sagt er so, passt auf Leute, ich kümmere mich drum.
Ich bin jetzt zuständig. Ich bin hochintelligent und jetzt lässt er sich ein bisschen hinreißen.
Und wir wissen, das ist meistens eine blöde Idee, denn er sagt,
nicht nur werde ich diesen Mord verlösen, der Mörder ist auch noch verflucht.
Ich verfluche den Mörder.
Und gemeinhin sollte man als Mensch nicht schwören und man sollte nicht Menschen
verfluchen, weil in diesen Geschichten geht es meistens nach hinten los.
Denn, unser Werter Oedipus sagt uns, So ist es an mir. Vom Ursprung her decke ich es auf.
Apollern steht es ebenso wie dir wohl an, dass ihr an dem Verstorbenen solchen Anteil nahmt.
Daher seht ihr auch mich im Bunde mit dem Recht. Ich überrache für dies Land und für den Gott.
Nicht irgendwelchen fernen Freunden stehe ich bei.
Mir selbst zuliebe, lösche ich die Befleckung aus. Wer ihn erschlug,
der ist vielleicht der Gleiche, der in seinem Rachedorist auch mir ans Leben will.
Ihm helfend sorg ich also für mein eigenes Wohl.
Echte diesen Mann, wer auch immer sei in unserem Land, wo ich Herr und König bin.
Niemand empfängt ihn, niemand spricht ein Wort zu ihm. Mit ihm zusammen gibt
es keinen Gottesdienst.
Gebete, Opfer, Waschung, nichts ist gemeinschaftlich. Vor ihm verregelt jeder
seine Tür, denn er ist unser Schandfleck.
Fluch sei dem unbekannten Täter, was er nur der Einzige oder im Verein mit anderen.
Elend, ein Auswurf, schlepp er sich durchs Leben hin. Und noch ein Fluch.
sitzt er bei mir im Haus am Herd mit meinem Wissen, treffe die Verwünschung
mich, dass mir geschehe, was ich eben ihm verhieß.
Also, raus mit dem, weg mit dem.
Oder ich bin selber weg.
Oder ich bin selber weg, aber ich kann kein Problem. Ich kümmere mich, ich bin jetzt da.
Das wird ja schon gut gehen.
Das wird schon gut gehen. Das wird gar nicht irgendwie ein Thema werden in so einer Geschichte.
Und jetzt ist er ja mit Theresias im Gespräch und sagt so, pass auf,
du bist ja Seher. Jetzt sag doch mal, jetzt sieh doch mal, wer der Mörder ist.
Okay.
Jetzt sieh doch einfach mal hin. Und Therese sagt dann so, nee,
einfach nein. Besser nicht. Lass einfach mal nicht gucken.
Okay, nachdem du gerade diesen Fluch aus, lass einfach mal nicht schauen.
Und Oedipus sagt, hä, aber...
Verstehe ich nicht.
Aber ich habe doch gerade verflucht, wenn ich es nicht schaffe,
dann bin ich raus. Du wirst mir jetzt sagen, wer es ist. Und Therese sagt, nein, nein, nein.
Gucken wir mal, wie es ausgeht.
Gucken wir mal, wie es ausgeht. Hier, du darfst jetzt Theresias sein.
Wehe, wehe. Schrecklich ist die Einsicht, wenn sie dem, der sie besitzt, nicht hilft.
Das weiß ich wohl und doch verlor ich es aus dem Sinn. Wie kam ich sonst hierher?
Was ist dir? Voll Verzweiflung trittst du vor uns hin.
Oh, lass mich heim. So tragen wir am leichtesten du deine und ich meine Last. Ja, glaube mir.
Wo bleibt das Recht? Wo bleibt die Liebe zu deiner Stadt, die dich erzog,
wenn du den Spruch ihr vorenthältst?
Ich sehe ja, dass dein Verlangen auch für dich zur Unzeit kommt,
dass mir es nicht ebenso ergeht.
Nein, nein, du weißt es. Bei den Göttern kehre nicht um. Auf Knien bitten wir
dich alle fliehendlich.
Toll seid ihr alle. Ich verkünde nichts, was mir Leid bringt,
damit ich deines nicht enthüllen muss.
Wie, was du weißt, verrätst du nicht? So hast du vor, dem Untergang uns preiszugeben und die Stadt.
Mehr lasse ich nicht verlauten. Stürme, wenn du magst, mit allerschärfstem Zorneswort dagegen an.
So will ich denn. Ich hemme meinen Zorn nicht mehr. Die Meinung sagen.
Wisse, dir gilt mein Verdacht, dass du die Untat ausgeheckt hast.
Und soweit der Mörder warst, nur nicht mit Händen, sehest du,
leg ich die Tat sogar nur dir allein zu Last.
Im Ernst? So sag ich, halte fest an dem Verbot, wie du's verkündet hast.
Und sprich von heut an selbst kein Wort mehr, weder zu den anderen noch zu mir.
Denn du bist selbst der Frevler, der das Land befleckt.
Ja, hoppala.
Ich bin jetzt aber eher auf Oedipus Seite, muss ich sagen. Was soll denn das
hier? Sonst bist du schon sehr, dann sag doch, was los ist.
Ja, er hat es ja gerade gesagt.
Wo?
Zum Schluss.
Dass er selbst der Frevler ist, der das Land befleckt. Ja, okay,
aber trotzdem weiß der Oedipus ja nicht, warum jetzt und überhaupt.
Aber er ist es.
Sag ihm doch, das ist dein Vater, das ist hier Mörder und wenn du das jetzt
machst, dann passiert das.
Aber er will ja Oedipus schützen. Darum geht es ja. Er will ihn ja vor dieser Erkenntnis schützen.
Das ist, was Theresias versucht. Er sagt, nee, hör mal auf, weil es fällt dir auf die Füße.
Du hast dich gerade selbst verflucht. Oedipus ist der Mörder.
Oedipus ist der Frevler, der das Land besudelt. Er ist der Mörder,
weshalb Apollon die Stadt verflucht hat.
Aber das ist doch noch in der Zukunft. Das ist schon passiert.
Das ist alles schon passiert.
Ach, das ist schon passiert in dem Moment. Es ist schon passiert.
Es ist vor Jahren passiert.
Aha. Das ist ja richtig schlimm.
Und ...
Und Theresias weiß das. Und er versucht, Oedipus zu schützen,
indem er sagt, ich sage es nicht.
Okay.
Das ist jetzt der große Moment, wo Theresias aus Wut sagt, ja, weißt du bist es.
Ich dachte, das ist jetzt der Moment, wo sich die ganze Geschichte,
also ja, gewissermaßen natürlich, die entwickelt sich da, aber anders als ich jetzt dachte.
Nee, genau, deswegen machen wir das so.
Ich dachte, wir erleben das jetzt noch.
Wir erleben es, nee, also es ist aus der Rücksicht. Also wir schlüsseln quasi
jetzt zusammen mit Oedipus die Geschichte auf. Weil deswegen hatte ich am Anfang
auch erzählt, wie das Theater aufgebaut ist.
Das ist nicht wie ein Film, wo wir jede Szene erzählt bekommen,
sondern wir haben eben Personen, die auf der Bühne stehen, ähnlich wie bei Shakespeare
später, weil Shakespeare hat sich ja von den antiken Tragödien inspirieren lassen
und die erzählen uns, was passiert ist.
Also wir haben das ganz oft, dass dann eine Figur auf die Bühne kommt und erzählt,
das und das ist gerade eben passiert. und wir haben jetzt eben,
also Oedipus ist jetzt schon alt und man muss jetzt drüber nachdenken,
was vor Jahren passiert ist. Ich hasse solche Filme und solche Serien.
Ich liebe das, das ist so geil.
Wo dann sowas kommt, wie da wird jemand irgendwie blutend in die Notfallaufnahme
geschoben und dann kurz vorm Abnippeln,
liebende Person draußen weint was wird passieren und dann kommt keine Ahnung,
zwei Wochen vorher. Ich hasse es.
Ich liebe es. Das kommt jetzt Stück für Stück arbeiten wir jetzt Oedipus Vergangenheit
auf. Also, wir wissen jetzt,
Und Oedipus hat vor Jahren den König getötet.
Aber er hat jetzt, wusste ja gar nicht, dass er das getan hat,
weil sonst hätte er diesen Fluch nicht ausgesprochen. Das war ja strunzendumm von ihm.
Deswegen soll man ja auch nicht fluchen oder schwören, weil meistens fällt es
einem auch selbst auf die Füße. Also er hat sich jetzt selbst verflucht,
unwissentlich und jetzt ist die Frage, ja wann hat er diesen Laios getötet?
Und jetzt ist es so, wie du gemeint hast, Oedipus ist ja nicht gebürtig aus Theben.
Oedipus kam vor einigen Jahren zufällig in die Stadt und eigentlich kommt er
aus Korinth und ist da auch aufgewachsen und hat da auch Eltern,
nämlich den König und die Königin von Korinth, die sind seine Eltern.
und jetzt ist er da aufgewachsen und seine Eltern waren auch super lieb zu ihm
und er hat sich auch super wohl gefühlt in Korinth und aber.
War nicht der älteste Sohn oder?
Doch, er war der einzige Sohn und jetzt ist es so, dass wenn die irgendwie ins
Alter kommen oder wenn sie sich einfach mal so fühlen dann gehen sie mal zum
Orakel und lassen sich so ihren Schicksalsspruch für ihr Leben sagen und das hat er getan,
und da wurde ihm gesagt du wirst deinen Vater töten und deine Mutter heiraten Und.
Deswegen ist er.
Weggegangen. Und daraufhin hat er Korinth verlassen, weil das ist ja auf gar keinen Fall.
Das ist ja ekelhaft.
Widerwärtig. Ich töte doch nicht meinen Vater, um meine Mutter zu heiraten,
um Gottes Willen. Also geht er aus Korinth und sagt, ich bin weg.
Ich werde nie wieder meine Eltern sehen.
blöd, ich hab die echt lieb, aber also das Risiko geh ich nicht ein.
Also, geht er. Und auf der Landstraße, und das erinnert er sich jetzt im Gespräch
mit Theresias, da ist ihm mal so ein alter Mann entgegengekommen.
Und er hatte auch ein paar Diener dabei. Und er war ja jetzt unterwegs und er
ist noch jung und erfrischt.
Und da war dieser Diener halt auch super frech zu ihm und hat ihn einfach so
aus dem Weg geschubst, weil da dieser alte Mann auf seiner Senfte durch wollte.
Und wir haben schon drüber gesprochen, dass Oedipus ein Gewissensaggressions Ja.
Okay.
Und daraufhin, weil er ja auch der Prinz von Korinth ist, also man schubst ihn
hier jetzt nicht einfach so aus dem Weg, hat er diesen Diener,
der höchstwahrscheinlich ein Sklave war und kein Diener, aber es wird immer
als Diener übersetzt, hat er den halt umgebracht.
Weil man lässt sich nicht wegschubsen und Oedipus auch nicht.
Und daraufhin kam dann dieser alte Mann und meinte, sag mal, hackt's bei dir.
Du kannst nicht einfach meinen Diener töten. Und daraufhin tötete Oedipus auch den alten Mann.
Hat der keinen Wappen an seiner Senfte?
Offensichtlich nicht, beziehungsweise Oedipus hat es wahrscheinlich nicht erkannt,
weil er ist halt auch ein kleiner, junger Mann aus Korinth und kennt sich jetzt in der Welt nicht so aus.
Weil würde er es tun, würde er vielleicht nicht auch einfach irgendwelche random
Leute umbringen auf einer Wegeskreuzung.
Aber er hat da jetzt auch kein Problembewusstsein, weil er sich denkt,
naja, also der hat mich ja auch beleidigt. Und ich lasse mich nicht beleidigen.
Okay.
So.
Und dann geht er nach Theben. Und jetzt hat Theben ein Problem.
Nicht nur ist ihr König auf einmal weg und kommt nicht wieder und sie wissen gar nicht, wo er hin ist.
Sie haben auch die Sphinx an der Tür. Und die Sphinx ist ein ziemlich nerviges Ding.
weil die kommt zu dir und stellt dir erstmal eine Frage und wenn du die nicht
richtig beantwortest, bringt sie dich um jetzt ist es mit der Sphinx so es ist
ein mythologisches Wesen in Griechenland sehen wir das auch so dargestellt ganz viel,
wenn du an die Sphinx denkst, woran denkst du vielleicht zuerst ein.
Sightseeing in Ägypten und dass Obelix die Nase.
Abgebrochen hat aber jetzt ist ja die Sphinx in Ägypten nicht unbekannt bringt
dafür bekannt, dass sie ein Brätsel stellt und einen umbringt.
Gut, ist halt auch aus Stein gemeißelt, da geht das natürlich schlecht.
Aber die Sphinx mit der Oedipus-Stunat ist nicht aus Stein gemeißelt,
das ist ein echtes, lebendiges Wesen.
Das ist ein Mischwesen, das sind ganz viele Monster im Mythos.
Halb Löwe oder Löwin und Mensch. Also das ist eine Löwin mit einem Menschenkopf.
Und ich hatte mal eine Vorlesung dazu, zu Mischwesen und wie diese Vorstellungen
kommen. Und ich finde es eben sehr auffällig, dass die Sphinx,
Die ist ja wirklich sehr, sehr alt und ein sehr alt, typisch altägyptisches
Wesen, wie die nach Griechenland kommt.
Das ist nicht so weit.
Schon, aber sie verändert sich ja. Also der Sphinx ist ja eine Personifizierung des Pharao.
Also es ist ja auch ein männliches Wesen.
Und es ist halt kein Monster, das Menschen frisst, sondern es ist ein Sinnbildlich,
der ist der pharaonischen Macht.
Das heißt, der ägyptische Sphinx, der tut dir nichts?
Der tut dir nichts.
Der liegt einfach nur so in der Wüste.
Und es findet eben offensichtlich ein Kulturtransfer statt. Und als dieses Wesen
dann in Griechenland ankommt, ist es eben ein Monster, es ist weiblich und es
hat irgendwas mit Rätseln zu tun.
Und da ist es so die Vermutung, dass das über die Phönizia irgendwie dahin kam
und da sich schon verändert hat.
Also das ist nur mal auch so ein kleiner Funfact zur Sphinx,
weil sie eben doch sehr spezifisch für die Oedipus-Geschichte ist,
aber eben mit dem ägyptischen Sphinx nichts mehr zu tun hat.
Und da sieht man dann nochmal so einfach den Kulturtransfer im Mittelmeerraum,
also dass die Griechen da auch sich bedient haben, wie sie Lust hatten.
Auf jeden Fall, die Swings stellt auch Oedipus eine Frage, weil alle,
die nach Themen rein wollen und ich glaube auch die raus wollen.
werden von ihr angesprochen.
Da gehen eigentlich nicht viele Leute durchs Tor.
Nein, das ist ja das große Problem, das Themen gerade hat. Im Grunde sind sie
komplett abgeschlossen von der ganzen Welt, weil niemand kommt rein und niemand kommt raus.
50-50-Chance oder so.
Weil keiner kann dieses Rätsel lösen.
Das ist immer dieselbe Frage.
Es ist immer dasselbe Rätsel.
Ach so. Hat man doch schon wenigstens so einen Negativkatalog,
was alles falsche Antworten waren?
Ich weiß aber nicht, ob die so nah kommen, um zuzuhören, was sie,
also auf jeden Fall stellt sie Oedipus das Rätsel und ich werde es dir einmal
stellen. Außer du kennst es schon.
Nein. Keine Ahnung.
Jetzt muss ich einmal nachdenken, ich habe es mir nicht aufgeschrieben.
Also, was hat am Morgen vier Beine, geht am Mittag auf zwei Beinen und am Abend auf drei Beinen?
Oh Gott, ich glaube, ich kenne das schon und bin genauso jetzt ahnungslos.
Ah, ist das ein Mensch? Das sind Altersstufen.
Genau.
Krabbelndes Baby, erwachsener Mann und dann mit Stock. am Ende.
Es ist nicht so schwer, aber wenn dir entweder beantwortet, du bist richtig
oder ich fresse dich, kommt man vielleicht nicht so gut.
Ist ja auch eine Stresssituation.
Und Oedipus kann das lösen und daraufhin sagt die Sphinx, verdammt!
Und werde ich mich jetzt selber töten.
Ja, dachte ich mir ganz so, wie Rumpelstilz.
Und so hat Oedipus mit seinem Verstand die Sphinx besiegt.
Und der Stadthalter zu diesem Zeitpunkt von Theben, das ist Creon.
Das ist der Bruder der Königin, Jokaste. Und der sagt, okay,
ich bin jetzt hier gerade zuständig, weil unser König ist nicht da.
Wir vermuten, dass er tot ist.
Wie lange ist der denn schon weg?
Ein paar Monate. Und deswegen, der, der die Sphinx besiegt, wird der neue König über Theben.
Und der wird hier meine Schwester Jocaste heiraten.
Und jetzt hat Oedipus ja die Sphinx besiegt und sagt, auf jeden Fall,
hurra, wunderschön, habe ich eine neue Königskrone, ist ja super.
Und er heiratet Jokaste, die gerade verwitwet ist und wird jetzt König von Theben
und kümmert sich auch die nächsten Jahre nicht darum, mal zu fragen, wo der König Laios ist.
Ja gut, wenn die einem sagen, der ist halt weg und tot.
Ja, genau.
Der ist halt umgekommen da, kurz nachdem er hier weg war.
Haben nie wieder von ihm gehört.
Hast du ihn vielleicht getroffen?
Und er kriegt auch vier Kinder mit Jokaste. Die Brüder Eteokles und Polynaikes
und die Töchter Antigone und Ismene.
Und es ist auch alles gut. Es ist super. Bis jetzt diese Seuche kommt von Apollon
und sagt, du musst jetzt den Mörder finden.
Was ist denn das für ein Arsch? Der weiß doch ganz genau, wer das ist.
Oder wissen die Götter nicht so Bescheid?
Natürlich weiß Apollon, wer das ist. Das ist Apollon.
Und er hat sich jetzt gedacht, mir ist gerade langweilig, lass uns doch mal
dem Oedipus sein Leben zerstören.
Ja. Beziehungsweise ihm ist nicht langweilig, ihm ist schon sehr wichtig,
dass die Sitten erhalten bleiben und dass die göttlichen Gesetze eingehalten werden.
Dann hätte er das ja vorher mal sagen können.
Ja, aber Apollon ist nun mal ein Gott, der arbeitet nach anderen Maßstäben.
Der muss halt eine gute Tragödie nachher rauskommen.
Wenn du unsterblich bist, ist Zeit für dich auch nur so ein Gefühl.
Und der denkt sich jetzt, 20 Jahre,
oh ja, ich habe kurz ein Nickerchen gemacht, jetzt bin ich wieder da.
Und Apollon ist halt, wie gesagt, Apollon. Und jetzt haben sie das schon mal aufgearbeitet.
Also verdammt, dieser alte Mann war scheinbar Laios. Das ist ja jetzt doof.
was machen wir denn jetzt?
Und jetzt geht's weiter.
Aber an dem Punkt sind wir jetzt schon, dass Oedipus sagt, okay,
dann hab ich wohl tatsächlich euren König umgebracht.
Ja.
Okay.
Aber das ist ja jetzt dumm gelaufen, aber er war ja auch irgendwie ein bisschen
frech. Also muss ich das jetzt wirklich rächen? Also wir haben es ja jetzt rausgefunden.
Und er redet jetzt auch mit, beziehungsweise er redet nicht nur mit Theresias,
er ruft jetzt auch seine Frau Jocaste dazu, weil sie die Geschichte kennt,
dass sie Laeos gefunden haben, dann irgendwann doch, und der war da an so einer
Waldlichtung, ist der irgendwie umgebracht worden.
Keine Ahnung, ist er irgendwie überfallen worden von Dieben oder so,
und und dann kommt Oipus, ja warte mal, auf dieser Waldlichtung,
da habe ich ja auch mal einen alten Mann umgebracht.
Ach so, ja schade, okay, dann wissen wir es jetzt. Dann haben wir das jetzt
geklärt, müssen wir jetzt mal schauen, wie wir das lösen.
Und während sie jetzt darüber reden, wie sie jetzt mit Laios umgehen und dass
Oedipus ihn ja umgebracht hat und sich ja auch selber verflucht hat,
was ja auch irgendwie eine richtig doofe Idee war von ihm, kommt ein Bote aus Korinth.
Der kommt jetzt einfach und sagt, Leute, der König von Korinth ist tot.
Der war jetzt auch alt und dann Oedipus, mein Vater, ja, das war ganz schlimm,
aber der war jetzt auch alt und da muss man halt auch manchmal mitrechnen im Alter.
Und Oedipus, oh mein Gott, mein Vater ist bestimmt gestorben.
ich nicht da war. Der hat sich vor Gramm nach mir verzerrt.
Und jetzt ist der meinetwegen tot. Also das Orakelspruch ist ja wahr geworden.
Ich habe meinen Vater getötet. Durch meine Abwesenheit.
Und Jokaste sitzt dann neben ihm. Die haben sich auch sehr lieb.
Also Jokaste und Oedipus mögen sich auch.
Und die sagten sich, ja das ist ja wirklich blöd jetzt. Das tut mir auch wirklich leid für dich.
Und meint Oedipus, ja, also da hat sich ja der Orakelspruch schon zu 50 Prozent,
gelöst, aber ich verstehe immer noch nicht, was das mit meiner Mutter soll.
Also nur weil der jetzt, also ich habe ihn jetzt, durch meine Abwesenheit ist
er gestorben, das ist schlimm.
Aber warum sollte ich denn meine Mutter heiraten? Das ist ja,
und dann kommt Julia Kaste.
Ja, ich meine, das ist nur bildlich gesprochen.
Also du weißt, die reden auch manchmal ein bisschen, also die sind ja auch super
high die ganze Zeit, also was die da genau sagen.
Vielleicht haben die das auch anders gemeint, weil ich meine,
du hast ja deinen Vater nicht aktiv getötet.
Der ist ja nur durch deine Abwesenheit in Gram alt geworden.
Vielleicht ist das ja auch bildlich zu verstehen mit deiner Mutter,
dass du sie heiratest. Also das macht dir da mal nicht so Sorgen.
Das wird schon nicht so schlimm.
Du nimmst sie zu sich.
Genau, du holst sie einfach ins Alter und dann schlaft er mal zusammen im gleichen
Bett. Keine Ahnung, aber wird gar nicht schlimm. Alles gut.
Und dieses Gespräch zwischen Jokasta und Oedipus, das hört jetzt dieser Bote
aus Korinth mit und meint, Entschuldigung, was?
Achso, du bist traurig, weil das ist dein Vater gewesen, der...
Achso, ja, pass auf, ich kann dich da trösten, Oedipus, das war gar nicht dein echter Vater.
Wieso weiß denn der Bote sowas?
Weil, das fragte Oedipus auch, was laberst denn du denn jetzt?
Ja, pass auf, also vor, sagen wir jetzt mal, Oedipus ist 40,
Vor 40 Jahren war ich Schäfer. Ich war nicht immer Bote. Ich war mal Schäfer
und habe draußen die Schafe gehirtet.
Und da habe ich eines Nachmittags mal so ein Baby in den Arm bekommen.
Also jemand, so ein Bote kam und hat mir ein Baby in den Arm gedrückt.
Und meinte, kümmere dich. Und dann meinte ich, hä?
Das würde ich jetzt aber auch, denke ich auch gerade so.
Das ist jetzt aber auch schon so ein bisschen über den Arm gebrochen.
Es kam so ein Baby und es wurde mir so als Findelkind gegeben.
Es wurde ausgesetzt und damit es halt nicht stirbt, haben sie es mir gegeben
und meinten, ich finde irgendwen, der sich drum kümmern kann.
Und dann meinte er so, ja okay.
Und dann habe ich dieses Baby, habe ich dann dem König und der Königin von Korinth
gegeben, weil die hatten keine Kinder.
Und die waren auch in einem Alter, da war es dann auch wahrscheinlich,
dass da keine mehr kommen.
Klar, dann nimmt man so ein Findelkind, dass der woher kommt.
Und dann nimmt sie halt so ein Findelkind.
Okay.
Und das Problem bei diesem Findelkind war so ein bisschen, dass die Beinchen
waren ganz doll zusammengebunden. Also es hatte ganz kaputte Beinchen.
Und ich habe das dann losgebunden, aber die Beinchen waren dann einfach ein bisschen kaputt.
Aha.
Und das ist der Beweis für Oedipus, dass es er ist, weil Oedipus hat kaputte
Beine. Der hat eine körperliche Behinderung. Oedipus ist auch heiß.
Wurde die vorher schon mal erwähnt? Oder hat sich der Autor jetzt an der Stelle
gedacht, wir müssen jetzt irgendeinen Beweis einfügen.
Also Oedipus heißt Schwellfuß.
So wird es übersetzt.
Da gibt es auch Diskussionen. Aber das ist eben, was Oedipus auszeichnet,
dass er eine körperliche Behinderung hat.
Kommen wir gleich nochmal zu, was das auch so auszeichnet für die Zeit.
Also er ist eben, seine Füße sind kaputt.
Und das ist eben der Beweis für ihn, dass es wirklich er war,
dass er dieser Hirte, das ihn dann da zu dem Königen gegeben hat,
weil, wie gesagt, seine Füße sind eben beschädigt und er,
Je nach Version hinkt auch oder ist eben auch gehbehindert.
Und als jetzt Jokaste das hört, was der Bote Oedipus über diese Füßchen erzählt,
da kriegt sie im Grunde einen Nervenzusammenbruch. Also da ist sie wirklich
völlig, wird sie bleich und denkt so, oh scheiße.
Dann erzählt sie nämlich, ja also sie hatte ja mit Laíos nie Kinder,
weil Laíos war einst verflucht worden, dass sollte er jemals Kinder haben,
dieses Kind ihn töten wird, also dieser Sohn.
Sollte er jemals Söhne haben, wird dieser Sohn ihn töten.
Und der Grund, warum Laeos verflucht wurde, und das hat auch damit zu tun,
warum die Sphinx überhaupt in Theben da ist, die ist nicht einfach so zum Spaß
gekommen, weil sie die Landschaft so schön fand, sondern sie ist von Hera dorthin geschickt worden.
Denn Laeos war einst als junger Mann am Hof von Pelops aufgewachsen.
Ist egal.
Und Pelops hat einen Sohn, einen wunderschönen Sohn, namens Chrysippos.
Und Chrysippos ist so schön und so toll und ein großartiger junger Mann,
dass Laeos sich unsterblich in ihn verliebt.
Und als er dann nach Hause zurückkehrt, den einfach mitnimmt.
Pelops hat das nicht erlaubt. Und ich weiß nicht, ob Chrysippos in vollem verstanden
war. Aber Konsent ist eh in Griechenland so ein Thema.
Und er nimmt eben diesen Chrysippos einfach mit. Und Pelops verflucht daraufhin
Laeos, solltest du jemals einen Sohn haben, wird dieser dich töten.
Zur Strafe.
Und weil Laeos scheinbar diesen Chrysippos trotzdem immer noch nicht zurückgibt,
schickt Hera die Swings und sagt, so, jetzt reicht's.
Den gibst du zurück. Es ist keine Spielfigur, der hat einen eigenen Willen.
Du kannst dich einfach junge Männer klauen.
Aber wenn das doch sonst...
Auch geht.
Aber hier hat Hera gesagt, nein, nicht den. Deswegen haben Laeos und Jukaste
gesagt, okay, mit den Kindern, da müssen wir aufpassen.
Aber, wie ist nochmal passiert?
Dann kam Sohn und dann haben sie ihn ausgesetzt, damit dem Vater nichts passiert.
Ist Jukaste schwanger geworden. Jetzt hätte man die Schwangerschaft beenden
können, hat man aber nicht, weil es hätte ja auch eine Tochter werden können.
Wird keine Tochter, wird ein Sohn. Also lässt Jukaste dieses Kind aussetzen.
Ich weiß nicht, warum sie die Füßchen zusammenbindet. Ich glaube,
das war irgendwie noch, damit es schneller irgendwie stirbt.
Auf jeden Fall hat eben dieser Hirte dann, oder dieser Bote,
der von Jocaste damit beauftragt ist, dieses Kind eben wirklich auszusetzen, dass es stirbt,
Mitleid mit dem Kind und gibt es eben diesem Hirten in die Hand und sagt,
bitte kümmere dich drum, ich muss dieses Kind irgendwie loswerden.
Und der Hirte sagt, okay, ich kenne da wen, der könnte ein Kind gebrauchen.
Und so passiert es eben, dass Jocaste ihr Kind aussetzt, um ihren Mann zu schützen und jetzt eben sich.
Der Fluch erfüllt.
Sich der Fluch erfüllt. Also jetzt wissen sie, okay, Oedipus hat nicht seinen
Vater in Korinth durch Abwesenheit getötet und wird seine Mutter irgendwann
vielleicht zu sich ins Haus holen und mit ihrem gleichen Bett schlafen.
Sondern… Sehr aktiv auf der Waldlichtung.
Er hat aktiv seinen Vater auf der Waldlichtung getötet und seine Mutter geheiratet.
Und mit dieser Mutter hat er auch noch vier Kinder gezeugt.
Und Jocaste bricht daraufhin zusammen. Sie hat einen Nervenzusammenbruch,
sie stürzt davon und Oedipus hinterher.
Und ich hatte es schon angesprochen, in diesen Stücken ist es üblich, dass eine...
Person im Nachhinein auf die Bühne kommt und uns erzählt, was passiert ist.
Auch hier erzählt ein Diener über Jokastes Schicksal.
Das Bett beweint sie, wo sie zweifach Mutter ward, den Mann vom Manne,
Kinder dann vom Kind empfing.
Wie es mit ihr zum Letzten kam, ich weiß es nicht.
Denn schreiend stürzte Oedipus herein. Durch ihn entzog sich mein Blick,
so sehr war er es, auf dessen Irres tun wir starren.
Auf uns zurennt er, verlangt von uns ein Schwert, fragt, wo ist sein Weib.
Nicht Weib, Schoß einer Zwitterbrut, der ihm mitsamt den Kindern Mutterboden war.
Wie wild er rast. Den Weg zu ihr weist ihm ein Gott, kein Mensch.
Denn wir in seiner Nähe taten's nicht.
Grässlich aufheulend springt er wie auf einen Wink die Doppeltür gewaltsam ein,
bis sie sich dreht in ihren Angeln und bricht ein in das Gemach. Dort sahen wir die Frau.
Er hängt um den Hals die Schlinge, die sie sich geflochten.
Aber er, wie er sie sieht, bricht in ein schaurig Brüllen aus.
Er löst den Strick. Sie fällt zu Boden.
Kaum dass sie dort lag, die Ärmste, welches neue Schreckensbild.
Die goldenen Spangen des Gewandes reißt er los.
Klein Odien, ihre Zierde, schwingt
sie und durchbohrt sie mit ihnen seiner eigenen beiden Augen rund.
Sie sollen, schreit er, weder was ihm wieder fuhr, noch was er tat, erblicken.
Nichts von all der Schmach. Ja?
Ja.
Wie endet diese Geschichte?
Die Mutter, Ehefrau hat sich das Leben genommen und das zuletzt,
was macht Oedipus? Er hat einen Wutanfall wieder.
Er hat einen, also insgesamt hat er einen Hutanfall und er nimmt die Spangen von ihrem Gewand.
Also das sind so Nadeln, die an den Schultern das Gewand zusammenhängen und
er sticht sich damit die Augen aus.
Das ist das Ende der Geschichte?
Das ist das Ende der Geschichte von Oedipus. Wir gehen noch weiter.
Ich habe ja gesagt, es geht um die gesamte Familie.
Aber der bleibt dann König?
Nö. Weil er hat ja gesagt, was passiert. Er hat ja am Anfang uns erzählt,
was mit ihm passieren wird.
Ich ächte diesen Mann, wer er auch immer sei in unserem Land,
wo ich Herr und König bin.
Niemand empfingt ihn. Niemand spricht ein Wort zu ihm. Mit ihm zusammen gibt
es keine Gottesdienste.
Okay, also er geht quasi in die Wüste.
Also er geht blind in die Wüste hinein, ins gottlose, menschenleere Land und streift dort umher.
Je nach Erzählung begleiten seine beiden Töchter Antigone und Ismene ihn,
manchmal nur Antigone, manchmal geht er auch alleine. Aber er ist definitiv nicht mehr König.
Jocaste ist definitiv tot. Und jetzt muss man sich überlegen, wie man es jetzt macht.
Weil Oedipus ist König geworden durch den Vatermord und seine vier Kinder sind
durch Inzest entstanden.
Und ich würde behaupten an diesem Bericht des Dieners, wie Psyche,
und Beteiligten darauf reagieren, ist uns ziemlich klar, wie auch die griechische
Gesellschaft auf diese Dinge reagiert.
Es geht hier nicht um Liebe.
Oedipus hat Jokaste nicht aus Liebe getötet und diese Geschichte,
da geht es auch nicht um Begehren, da geht es um was anderes und da gehen wir jetzt mal weiter.
Es wird nämlich, glaube ich, noch deutlicher, wenn wir uns nämlich anschauen,
wie es jetzt mit diesen Kindern von Oedipus ausgeht.
Denn Oedipus geht jetzt in die Einöde, Jocaste ist nicht mehr,
also haben wir da Kreon, der muss das jetzt wieder übernehmen.
Und er sagt, ja, er hat ja zwei Söhne.
Wer ist dieser Kreon nochmal?
Der Bruder von Jocasta. Der hat das ja vorher schon mal geregelt.
Also der muss irgendwie immer interim einspringen.
Der Reichsverweser.
Das ist der Reichsverweser. Und dann sagt er, na gut, das mit Oedipus ist jetzt
blöd, aber irgendwie muss ja auch die Show weitergehen.
Und sagen sie, okay, Etheokles und Polynaikos, ihr regelt das jetzt.
Und Etheokles und Polynaikos sagen sich, ja, hey, gar kein Problem.
Wir haben da eine super moderne Idee. Wir machen das super ausgeglichen.
Primogenitur brauchen wir nicht.
Doppelspitz.
Wir machen das so, ein Jahr ich, ein Jahr er. Wir wechseln einfach jedes Jahr ab.
Und während der eine regiert, muss der andere halt gehen. Weil sonst ist man sich ja auch im Weg.
Also wenn ich dann immer noch da bin und er möchte da seine Ideen umsetzen.
Das ist doch hier wie Friedrich II. Und wenn ich im Reich bin,
dann gehst du nach Sizilien und umgekehrt.
Genau. Also super Idee. Der Theokles sagt, ich bin älter. Ich bin der älteste Sohn.
Also Polyneik ist, du gehst. und in einem Jahr wechseln wir uns ab.
Das wird auch definitiv passieren. Ich werde niemals meine Meinung ändern. Du gehst jetzt.
Okay.
Von den Heikes geht. Er macht da vielleicht auch nochmal so eine Grand Tour
durch Griechenland. Kann dann noch ein bisschen was entdecken.
Kann dann nochmal ein bisschen über das Trauma drüber wegkommen.
Sich nochmal den Sphinx in Ägypten angucken.
Genau. Ein bisschen drüber wegkommen, was so seine Eltern durchgemacht haben.
Darüber klarkommen, was das auch mit ihm ist. Aber er ist auf jeden Fall unterwegs.
Nach einem Jahr steht er vor der Tür und sagt, Hi, wir hatten ja einen Deal,
ich bin jetzt da, wir tauschen ja jetzt, also du kannst jetzt deine Grand Tour machen.
Ich habe ganz viel gesehen, die Welt ist super groß und schön, Äthiokles, los.
Und Äthiokles sagt, nein, ich bin jetzt König und du verpiss dich.
und daraufhin sagt Polinaikus, naja, aber das war jetzt nicht der Deal,
den wir gemacht haben. Wir wollten ja eigentlich tauschen.
Und Theokles sagt, leck mich am Arsch.
Und jetzt kommt Polinaikus und meint, du, auf dieser Grand Tour durch die Welt
hindurch habe ich sieben Freunde gefunden.
Und das sind nicht nur irgendwelche Freunde, das sind Feldherren.
Und die haben auch Truppen. Und du verpisst dich jetzt oder ich greife diese
Stadt an. Und Theokles sagt,
Dann greift die Stadt an. Was man sich bewusst machen muss ist,
also Polynaikos führt jetzt Krieg gegen die eigene Heimatstadt.
Und das ist jetzt eben dieses Stück Sieben gegen Theben von Aeschylus.
Das Stück selbst, es hat halt einen richtig geilen Namen.
Ja, wirklich.
Sieben gegen Theben.
So 60er Jahre Hollywood.
Ja, genau.
So Multikolor.
Leider ist dieses Stück selbst nicht ganz so spannend, weil es sind halt Schlachtenbeschreibungen.
Also es gibt eben sieben Tore. Theben hat sieben Stadttore. und jeder von diesen sieben,
Heerführern greift ein Tor an und dann haben wir eben also Etheokles, der,
als Figur ein Tritt beginnt und es wird eben erzählt, warum jetzt Krieg ist
und dann kommen quasi immer Boten und erzählen ihm, am ersten Tor ist das und
das passiert, uiuiuiui und dann,
oh nein, und dann geht es weiter und am zweiten Tor ist es passiert ja,
deswegen, also der Titel ist super cool. Das ist ein Theaterstück? Ja.
Oh mein Gott.
Ist nicht stark rezipiert.
Warum bloß?
Aber an sich ist es halt eine mega geile Story, nur sie ist halt leider so ein
bisschen dröge umgesetzt worden.
Deswegen habe ich jetzt auch daraus keine Zitate mitgebracht,
weil es jetzt nicht so wild ist.
Aber was ist dann die mega geile Story?
Ja, pass auf. Also, Polynaikes greift seine Heimatstadt an, was neben Inzest
der größte Frevel ist, den du begehen kannst.
Und da ist eben die Frage, naja, wer ist denn im Recht?
Hat Polynaikos nicht ein Recht darauf, als König zu herrschen,
wie es ihm versprochen wurde?
Hat Etheokles ein Recht darauf, König zu bleiben als ältester Sohn?
Hat er eine Pflicht, die Stadt zu verteidigen?
Hat Polynaikos in dem Moment, wo er die Stadt angreift, nicht sein Anrecht als
Herrscher verspielt, weil er ja seine eigene Bevölkerung auch in Gefahr bricht?
Also das ist schon ein wahnsinnig spannendes Thema. nur mit Schlachtenbeschreibung
und am Tor sieben ist halt ein bisschen schade.
Es endet dann natürlich, Polynaikes steht am siebten Tor,
Und ich glaube, ihm gelingt es tatsächlich, die Stadt, also das Tor zu durchbrechen.
Die anderen können daran gehindert werden, aber er bricht in die Stadt ein und
es endet damit, dass Etheokles ihm gegenüber treten muss.
Er als König muss er jetzt diese Stadt verteidigen und die beiden kämpfen gegeneinander.
Auch nochmal der nächste Frevel, der begangen wird, den Bruder anzugreifen und
sie sterben dann gegenseitig, also sie töten sich gegenseitig im Kopf.
Tut mir leid, ich finde das jetzt gerade nicht so spannend.
Voll tragisch.
Ja.
Hallo.
Die haben es beide verdient gehabt.
Ja, aber.
Der eine hat den Deal nicht eingehalten, der andere hat seine eigene Stadt angegriffen,
dann kämpfen die Brüder gegeneinander. Also ich finde das jetzt sehr konsequent,
dass die da noch umkommen.
Ja.
Also vom Drama-Gehalt reicht das jetzt noch nicht an die Vatergeschichte dran, muss man schon sagen.
Deswegen ist es ja auch nur eine Zwischengesunde.
Das ist ja mehr so klassisch, ein Familiendrama.
Ja, eben klassisch, das Familiendrama.
Okay, aber davon gibt es halt noch ein paar Dutzend.
Seit mittlerweile. Aber es ist tatsächlich auch nur die Zwischengeschichte,
um jetzt zu erklären, das nächste Drama.
Denn eben beide sind gestorben durch die Hand des anderen. Dadurch natürlich
auch der Brudermord. Großes Thema.
Und jetzt haben wir wieder Creon. Der muss jetzt wieder ran.
Kann er nicht übernehmen, mal dauerhaft.
Macht er ja jetzt auch. Es ist ja keiner mehr da. Die Söhne sind jetzt tot.
Es sind ja nicht nur ein paar wichtige Familien in der Stadt.
Naja, Creon ist der nächste männliche Verwandte.
Groß ist in die Stadt, bitte. Ist das so zehn Leute oder was?
Wieso Creon ist...
Da wirst du noch ein paar adelige Familien geben.
Creon gehört zu den mächtigsten, wichtigsten Adeligen. Seine Schwester ist Jokaste.
Das klingt eher so ein bisschen wie Hagen von Tronje.
Da kann ich jetzt nicht...
Der Creon, dass der durchkommt und sagt, oh, I'm, ich regle das,
solange du nicht da bist.
Aber wenn wir bedenken, dass Jokaste ja mit dem König verheiratet war,
wird jetzt Creon nicht irgendein kleiner Dulli sein.
Ja, okay.
Er ist schon der mächtigste Mann jetzt, wo die Söhne von Oedipus nicht mehr da sind.
Und er übernimmt das jetzt. Und er erklärt eben, genau wie du es gesagt hast, also ...
Es war jetzt ein bisschen blöd
und Polynaikos ist draußen gestorben und da draußen hat er zu bleiben.
Und Äthiokles als König, der die Stadt verteidigt hat, den haben wir ehrenvoll
zu begraben und Polynaikos muss verrotten und wird von wilden Tieren gefressen.
Und auch das, da haben wir ja auch in der Achilles Patroklos-Folge drüber gesprochen,
die hast du ja vor kurzem nochmal neu hochgeladen. Ja, bei YouTube.
Ist das vielleicht bei denen nochmal ein Thema? Diese Vorstellung,
unbegraben zu sein, ist ein nächster Frevel, der begangen wird.
Auch das ist für Griechen ganz, ganz schlimm, dass niemand da ist,
der die Totenrieten für einen vollzieht, weil wenn das nicht passiert,
dann kann mein Geist nicht in den Hades hinabgehen, der findet den Weg einfach
nicht und deswegen muss das gemacht werden.
Also wenn du nicht als ruheloser Geist umherwandern willst, musst du jemanden
haben, der für dich die Totengebete spricht.
Das heißt also zu sagen, Polyneikes wird nicht begraben wegen den Verbrechen,
die er begangen hat, weil er hat ja seine Heimat angegriffen,
ist so die schlimmste Strafe, die du einem Toten zufügen kannst.
Aber er sagt eben, das, was er getan hat, war auch das Schlimmste, was man tun konnte.
Und jetzt haben wir ja noch die Schwestern von Polynaikos und Äthiokles.
Und das ist Antigone und Ismene. Und Antigone sagt, ja, das kann der Kreon alles
so schön sagen und sagen von wegen, aber die Götter haben uns Menschen gesagt,
wir haben unsere Toten zu begraben.
Und es ist komplett egal, was Polynaikos getan hat. Es ist meine Aufgabe als
seine Verwandte, als seine nächste Verwandte, dafür zu sorgen,
dass er runter in den Hades kommt.
Und das bespricht sie mit Ismene und Ismene sagt, nee, jetzt,
ja, also ich verstehe schon, was du meinst, aber wir wollen doch Kreon nicht
böse machen. Und Antigone sagt, es ist mir scheißegal, was Kreon denkt.
Du kannst mitkommen oder du kannst wegbleiben, aber ich werde das tun.
Und ich meine, er sagt, ja okay, aber denk doch nochmal drüber nach.
Ich komme schon mit, wenn du willst, aber, und dann sagt Antigone,
weißt du was, ich komme gar nicht mit.
so ist es auch dein Bruder und wenn es dich einen Scheiß interessiert und wenn
du viel mehr Angst vor den Menschen hast dann bleib halt daheim, dann gehe ich alleine,
und Antigone geht alleine raus aus der Stadt und begräbt Polynaikes also nur
so symbolisch, also sie gräbt da jetzt kein zwei Meter tiefes Loch und stemmt ihn da rein,
aber sie streut so ein bisschen Salz auf ihn und das reicht schon,
als provisorische Beerdigung. Und natürlich...
Das hat ja keiner mitgekriegt wahrscheinlich.
Naja, also...
Das können wir so ein Vorbeigehen machen.
Creon ist ja jetzt nicht doof.
Die Schwester hat sie verpetzt.
Nee, Ismene hat sie nicht verpetzt. Creon hat einfach Wachen aufgestellt.
Weil er natürlich, er hat das befohlen, also muss er auch aufpassen,
dass das nicht passiert.
Und diese Wachen entdecken Antigone.
Und melden das dann Creon um.
Also der Polynaikus ist jetzt begraben worden, in Anführungszeichen.
Symbolisch.
Symbolisch, die Riten sind gesprochen worden und Creon wird stinksauer und meinten,
Entschuldigung, wer hat sich hier gewagt gegen meine Königswürde?
Er ist ja jetzt auch noch relativ frisch, also er muss sich da jetzt auch nochmal
so seine Autorität irgendwie etablieren.
Wer hat das hier gewagt und dann bringt der Wächter eben Antigone und sagt, sie war es.
Und jetzt hat Creon so ein bisschen ein Problem, weil zum einen ist Antigone
ja immer noch die Tochter von Oedipus Und sie ist jetzt nicht irgendwer,
sondern sie ist halt schon die Prinzessin von Theben.
Gleichzeitig sagt Creon aber, also ich bin jetzt hier auch noch relativ frisch
im Sattel und ich kann nicht zulassen, dass Frauen in meiner Familie meine Autorität angehen.
das geht halt nicht. Und er fragt sie dann eben, ja, sag mal,
kann das vielleicht sein, dass du gar nicht wusstest, dass das verboten ist?
Weil wir müssen ja jetzt auch irgendwie eine Lösung miteinander finden, ne?
Und da kommen wir jetzt zum Gespräch zwischen Treon und Antigone.
Und wir sind jetzt, das habe ich nicht gesagt, wir sind jetzt in einem Stück
Antigone von Dufo Kissen.
Ja, ich wollte schon sagen, die hat doch ihr eigenes Play. Du aber,
sag mir, sprich nicht langsam. Nein, kurz und schlicht.
Hast du gewusst, dass untersagt war, dies zu tun?
Ich hab's gewusst. Wie sollte ich nicht? Stadtkundig war's.
Und trotzdem wagtest du zu brechen, dies Gesetz.
Ja, ging doch das Gebot da nicht von Zeus an mich, noch von der Göttin des Gerichts im Totenreich.
Nie haben die für Menschen solch Gesetz bestimmt. Auch schien Gebot,
das du erlässt, mir so stark nicht, dass über ungeschriebenes,
unumstößliches Göttergesetz hinweggehen könnt, wer sterblich ist.
Denn nicht erst heute und gestern, sondern alle Zeit lebt das und niemand weiß
den Offenbarungstag. Hiervon ließ ich durch keines Mannenwillen mich abschrecken,
wollte ich doch von Götternicht der einst gestraft sein.
War nicht auch er, also Äthäokles, der als sein Gegner fiel, dein Blut?
Mein Blut von einem und demselben Ehepaar.
Du ehrst den anderen? Ist nicht Sünde gegen ihn?
Nein, das bestätigt der Verstorbene dir nie.
Doch wenn du den Verruchten grad so ehrst wie ihn?
Nicht doch, es war kein Sklave, nein, sein Bruder starb.
Als Landverwüster, der auf den Beschützer stieß.
Und doch, der Totengott verlangt den gleichen Brauch.
Nein, Ehrenmann und Schuft behandelt man nicht gleich.
Wer weiß, ob diese Regeln drunten heilig sind.
Wenn ich's dir aber doch sage, Mensch, Kind, sag doch einfach, du wusstest es nicht.
Ich ergänze mal hier.
Man merkt, glaube ich, gerade so, was Antigon das Thema ist und was auch das
Thema dieses Stücks ist.
Ich folge dem göttlichen Willen.
Was ist wichtiger? Was ist stärker?
Kaiser oder Papst?
Ja, Kaiser oder Papst. Die menschlichen Regeln oder die göttlichen Regeln.
Und da kann man sagen, mit dem Papst sind auch menschliche Regeln.
Entschuldige bitte.
Aber an wen müssen wir uns halten? Was ist wichtiger? und Creon ist natürlich
klar, der hat jetzt auch viel mitgemacht.
Also erst ist sein Schwager getötet.
Ich versuche das hier irgendwie wieder gerade hinzukriegen und jetzt fährst
du mir hier mitten an die Kandare in der ersten Woche.
Sein Schwager wurde irgendwo auf einer Waldkreuzung getötet.
Niemand hat es gekümmert.
Dann hat sich seine Schwester umgebracht, nachdem sie mit ihrem Sohn vier Kinder geboren hat.
Wir haben es verstanden.
Dann hat sich der König umgebracht. Jetzt haben sich die zwei Söhne,
die ja auch als König eigentlich vorgesehen waren, umgebracht.
Und jetzt muss Creon diesen ganzen Kram lösen. Man kann sich vorstellen,
die Stadt ist vielleicht jetzt auch gerade ein bisschen in Unruhe,
weil auch da werden Leute sagen,
war Polynaikus nicht vielleicht doch im Reicht? War Eteoklis im Reicht?
Ich hätte einfach ohne große öffentliche Feier da selbst ein bisschen Salz drauf
gestreut. Dann wäre die Sache erledigt gewesen.
Also du musst nach Stärke nach außen zeigen. Du musst doch zeigen,
dass das, was Polynaikus getan hat, nicht auslöst.
Oder beide nebeneinander zusammen bestatten.
Nachher kommen die auf Ideen und machen das nochmal. Du musst doch klar zeigen,
wir greifen unsere eigene Stadt nicht an. Seid ihr vollkommen bescheuert.
Und da haben die Götter nichts zu gesagt, was man da machen soll in so einem
Dilemma. Kann da nicht der Apollo nochmal vorbeikommen und sagen,
ich hätte jetzt gern das oder das. Oder die Hera oder die Athene oder wer auch immer noch.
Das ist ja das Problem, die sagen nichts dazu. Das müssen sie jetzt selber ausmachen.
Ich würde nochmal die Sphinx ans Tor packen.
Den müssen sie jetzt selber klären. Das muss der Kreon jetzt selber lösen.
Und der Kreon ist auch ein bisschen überfordert, vor allem weil jetzt halt auch
diese Frau vor ihm steht, hat er wirklich gar keinen Bock drauf.
Diese Frau ist eine Nichte.
Diese Frau hat ihr Maul zu halten. Er lässt sich doch von einer Frau nicht sagen,
wer jetzt sich hier an göttliche Gesetze zu halten hat, er als Mann.
Aber ich dachte, das wäre hier so ein Türöffner gewesen mit,
sag doch, du wusstest das nicht.
Ja, aber als Frau hat sie dann auch gefälligst.
Ja, diese Prinzipienreiterei.
Ja, genau. Weiß es besser als er. Will sie ihm jetzt hier noch erzählen, wie die Götter...
Sie hätte ja auch vorher einfach sagen können, nee, wusste ich nicht, tut mir leid.
Aber sie musste ihn ja belehren, dass das, was er gemacht hat mit seinen...
Jetzt tu nicht so, als wäre das gut. Sie hätte ja auch mal zurückstehen können.
War doch nicht als Mann.
Sie hätte auch einfach sagen können, Entschuldigung, das wusste ich nicht.
Dann wäre sie einfach rausgegangen.
Jetzt stellt sie sich hier so an und fängt an, von den Göttern zu reden.
Nur damit sie ihr eigenes Stück kriegt.
Und jetzt ist die Sache so. Also Kriwan hat wirklich gar keinen Bock mehr auf
Antigonier und sagt, pass mal auf, Fräulein.
So machen wir es nicht. Ich habe dir ganz klar gesagt, was wir zu tun haben.
Du hast ganz klar gegen meine Ansage verstoßen.
Dann wirst du jetzt auch so behandelt. Du wirst jetzt lebendig begraben. Ende aus.
Immerhin begraben.
Ja, aber halt lebendig.
Ja gut. Aber kommt dann da in...
Genau, sie wird da eingemauert. Sie kriegt noch ein bisschen Essen mit,
damit es noch ein bisschen länger dauert.
Gilt es als Bestattung, das meine ich.
Okay, also im Jenseits.
Im Jenseits sagt sie dann auch
so im Jenseits. Aber ist halt ein bisschen unangenehm, dahin zu gehen.
Ja, das verstehe ich.
Und jetzt ist Antigone ja nicht alleine mehr. Also die ist schon verheiratet.
Naja, sie ist verlobt worden. Sie ist noch nicht verheiratet worden. Aber sie ist verlobt.
Und jetzt kannst du vielleicht überlegen, mit wem sie verlobt ist.
Wie mit wem?
Da gibt es ein paar Möglichkeiten.
Wir haben doch jetzt schon alle umgebracht.
Ja, also es gibt da noch eine Person, die noch Kinder hat.
Crayon.
Sie ist mit Crayons Sohn verlobt, dem Haimon.
Und der Haimon hat die Antigene auch sehr lieb. Also das ist sehr überraschend.
Aber der mag die wirklich gern.
Da muss er jetzt wohl seinen Vater beseitigen.
Und Haimon kommt dann auch und sagt, sag mal, bist du eigentlich komplett bescheuert?
Du kannst nicht einfach meine Ehefrau oder meine zukünftige Ehefrau jetzt hier
einmauern. Sag mal, hackt's bei dir.
Und Crayon sagt, Alter, diese Frau soll mir nicht sagen, wie ich meinen Laden zu führen habe.
Und du wirst auch eine andere Frau finden. Du hältst jetzt auch dein Maul. Pass mal auf hier.
Jetzt bin ich aber auch mal dran und jetzt bin ich sauer. Ihr habt nicht alle
anzukommen, um mir zu sagen, wie ich hier zu herrschen habe.
Also der ist schon auch ein bisschen unsicher, das Gefühl.
Fühlt sich da auch ein bisschen bedrängend, weil er vielleicht auch selber einsieht,
dass das, was er gemacht hat, richtig doof war.
Du hast gesagt, das war notwendig. Er ist neu, er muss sich durchsetzen.
Aber er hat schon gesagt...
Du wechselst hier relativ oft die Seiten.
Nein, nein, nein, ich habe nicht die Seiten gewechselt. Ich habe versucht,
sein Denken zu erklären, was natürlich Sinn macht.
Aber mittlerweile hat er auch ein bisschen drüber nachgedacht und muss vielleicht
auch langsam einsehen, dass Antigone recht hat und dass nun mal göttliche Gesetze
mehr wiegen und wichtiger sind als menschliche Gesetze.
Jetzt hat er sich aber so aufgeplustert,
dass er nicht zurückrudern kann. Weil, wie gesagt, er ist jetzt ja auch noch
nicht unbedingt lange an der Macht.
Und auch ein bisschen frauenfeindlich. Kommt auch immer wieder durch.
Und deswegen sagt er dann zu Heimann, jetzt halt du deinen Maul.
Ich will jetzt nichts mehr hören. Du findest eine neue Frau.
Und jetzt kommt Theresias wieder. Der ist ja auch immer noch da.
Der Seher.
Der Seher. Um einzukreeren, sag mal, bist du dir wirklich sicher,
dass all das, was du hier gerade so von dir gibst, wirklich der richtige Weg ist.
Wenn er es besser weiß, soll er es doch sagen. Geht mir jetzt schon wieder auf den Keks.
Tut er ja gerade. Sag mal, Creon, pass mal auf. Wenn du jetzt nicht von diesem
Weg abweichst, dann wirst du sehr, sehr viel Leid erfahren.
Und dann sagt Creon, ja okay. Also die Frau hat es mir gesagt,
der habe ich nicht zugehört. Aber wenn es der Mann mir jetzt sagt.
Der hat ja einen besseren Draht zu den Göttern.
Das ist sein Job. Der hat es auch von einer Frau gesagt bekommen. aber...
Auf jeden Fall sagt Kreon, na gut, wenn es der Mann mir jetzt sagt,
dann hat er vielleicht recht und er begnadigt Antigone und sagt,
sie hat schon recht gehabt, die göttlichen Gesetze sind wichtiger als die menschlichen
Gesetze und Polynaikos muss trotz allem bestattet werden.
Okay, ich sehe es ein.
Ja, wenn man erstmal Strenge gezeigt hat, kann man danach auch gnadenvoll herrschen.
Genau. Nur ist jetzt Haimon los, um Antigone da aus dieser Kammer wieder rauszuholen.
Und Antigone hat sich so gedacht, pass mal auf Leute, ich werde hier bestimmt
keine zwei Wochen in diesem Grab hocken und langsam verdursten und verhungern.
Ich erhänge mich einfach direkt.
Und das hat sie getan. Und Heimon macht jetzt in voller Erwartung und Freude,
Gott sei Dank, wir haben sie gerettet, macht er die Mauer auf und sieht sie tot, dass er zu spät war.
Und Heimon hat dann Tigoni halt wirklich gern. Und der möchte keine andere. Der möchte nur sie.
Also tötet er sich. Aus Verzweiflung darüber. Und als die Mutter von Haimon,
Eudarike, das hört, dass ihr einziger Sohn sich aus Trauer getötet hat, tötet sie sich.
Das bedeutet Creon, der große König, der alles hatte.
Eine Krone, eine Ehefrau, einen Sohn, der das alles mal übernimmt.
Und der auch eine gute Tochter, nicht gute Tochter, aber eine gute Ehepartie hatte.
Und mit alles schön abgeklappert nach dem Motto, das alte Geschlecht heiratet
in das neue Geschlecht hinein, wir führen das hier alles fort, das wird ein super Ding.
Hat jetzt nichts mehr. Er ist komplett vollständig.
Weil er zu stur war, einzusehen, dass die Götter mehr Rechte haben als er.
Und am Ende haben wir Creon, den gebrochenen Mann, mit Ismene. Die ist auch noch da.
Ach so, ja, die Schwester.
Die ist noch da. Die hat keine eigene Geschichte. Ich weiß, die sitzt dann da.
Manchmal auch da geht sie dann in die Wüste zu Oedipus und sagt, hallo Papa.
Mein Plot wurde vergessen.
Ich bin einfach unbedeutend.
Vielleicht gab es doch noch ein Stück, aber das ist in der Bibliothek von Alexander verbrannt.
Das kann sein. Also sie taucht so in den Phönizierinnen auf und das ist aber nicht ganz erhalten.
Es ist sehr, sehr viel nicht da. Aber Ismene hat jetzt eben keine erhalten Geschichte.
Hat kein Stück gekriegt.
Hat kein Stück gekriegt. Sie ist halt aber auch die brave Tochter,
die sich dann ja auch beugt, den menschlichen Gesetzen. Also von daher hat sie
es vielleicht auch einfach nicht verdient.
Das ist die Geschichte der Laptakin, was übersetzt die Hinkenden heißt.
Ist das jetzt der Dynastienname?
Ja, also so werden die genannt, weil Laios ist der Sohn des Laptakos und deswegen Laptakin.
und was ich aber eben so schön finde ist die Hinkenden, weil Oedipus eben eine
körperliche Behinderung hat, aber weil sie ja auch Hinken im Moralischen sind.
Ich finde es toll, ich finde es richtig schön, wie das so zusammenkommt.
Und was ist die Moral von der Geschichte?
Ich frage keine Seher, provoziere die Götter nicht, gibt der Sphinx eine falsche
Antwort, dann hast du Ruhe.
Aber dann bringt sie dich um.
Das ist ja am Ende doch eh immer das Ergebnis. Sterben müssen wir alle.
Nur die Frage, wie lange das dauert.
Die Frage ist ja schon, ob wir gut sterben. Das ist ja die Frage.
Und ob jemand Salz auf uns streut.
Und ob jemand Salz auf uns streut.
Also wie kriege ich das hin, möglichst lange das hinaus zu zögern und dass noch
jemand übrig bleibt nach mir, der Salz auf mich drauf streut.
Ja, aber vor allem, was ist der Kern dieser Geschichte?
Was zieht sich durch alles durch? Von Laios über Oedipus zu Antigone?
Bring keinen um, den du nicht kennst.
Das ist auch schon, ja, das ist grundsätzlich eine gute Sache. Aber was noch?
Halt dich an Absprachen.
Mit wem?
Mit deinem Bruder zum Beispiel.
Ja, das ist...
Mit den Göttern.
Das vor allem.
Ja, ja. Das ist ja mal die Basis.
Das ist nämlich die Hauptbasis. Und das ist nämlich der Punkt,
warum ich eben auch diese Oedipus-Geschichte so wichtig finde,
um auch diese Zeit zu verstehen.
Weil hier geht es nicht darum, dass Oedipus in heißer Liebe zu seiner Mutter
entbrannt ist und sich nicht zügeln kann und deswegen seinen Vater tötet,
sondern es geht hier darum,
dass wir Menschen haben, die in Hybris entbrannt sind.
Und Hybris meint eben den Hochmut, also der Gedanke, ich kann mich gegen den
Willen der Götter positionieren.
Also das zieht sich durch alle Episoden durch.
Also wir haben Laios, der das Gastrecht bricht.
Indem er den Sohn entführt.
Ach so.
Und das Gastrecht ist bei den Griechen tatsächlich sehr hochheilig.
Also jemanden, mit dem du in dein Haus holst, dem du Essen anbietest,
der bei dir übernachten darf.
Wenn dem was passiert, dann bist du auch verdammt.
Also das ist für die wirklich eines der größten Dinge, das Gastrecht jemandem.
Also der steht dann unter deinem persönlichen Schutz, wenn du den empfängst.
Ihm darfst du nichts tun und wenn du ihm was tust, verfluchen die Götter dich
bis in die zehnte Generation.
Also Laeos beginnt das Verbrechen, indem er diesen jungen Mann,
dessen Namen ich schon wieder nicht kann, entführt.
Und deswegen zieht sich diese ganze Verdammung bis zu Antigone.
Laeus versucht, den Fluch zu umgehen, der Pelops auf ihn verhängt hat.
Wenn dein Sohn, wenn du einen Sohn haben wirst, wird dieser dich töten.
Also sagen sie, ja, wir töten den Sohn.
Aber nicht so, dass wir Beweis haben.
Genau, also wir töten den Sohn einfach, dann kann der mich ja nicht töten.
Aber dadurch kommt Oedipus nach Korinth.
In Korinth kriegt Oedipus die Weissagung, du wirst deinen Vater töten und deine Mutter heiraten.
Und Oedipus sagt, einen Scheiß werde ich tun. Ihr könnt mich alle mal am Arsch
lecken. Ich verziehe mich hier. Und das Erste, was er tut, ist,
den nächsten alten Mann töten.
Aber so ein Orakel hat ja auch gar keinen Sinn.
Ja, pass auf, jetzt wart doch.
Wenn ich schon irgendwie so einen Orakelspruch haben will, dann möchte ich auch
noch irgendwie eine offene Geschichte haben, dass ich mein Leben ändern kann.
Um es besser zu machen.
Nein, genau, das ist doch der Punkt. Deswegen hasse ich diese griechischen Tragödienkram.
Aber darum geht es.
Weil es gibt ja überhaupt keine Option für mich.
Du hast auch keine Option. Das ist der Punkt. Die Götter haben einen Plan für
dich. Und den hast du einzuhalten.
Ja, furchtbar.
Ja, aber so ist es nun mal. Und dass diese Dinge überhaupt passieren ...
Hängt ja damit zusammen, dass die Leute versuchen, ihr Schicksal zu ändern.
Hätte Laeus gesagt, ja scheiße, ja gut, dann ist das jetzt so.
Das ist klar, der hatte noch eine Option zu entscheiden. Aber der Oedipus kommt
ja nicht raus aus der ganzen Geschichte.
Natürlich kommt er raus.
Wieso?
Schau, Laeus hätte sagen können, okay, jetzt habe ich einen Sohn geboren,
dann muss ich mein Schicksal akzeptieren, dann muss ich mich von ihm töten lassen.
Dann wäre Oedipus bei ihm am Hof aufgewachsen und er hätte ihn ja nicht getötet.
Er hätte ihn ja nicht als Fremden auf der Waldlichtung getroffen und ihn im
Wutanfall einfach... Er hätte gewusst, das ist mein Vater und den habe ich zu
respektieren. Das Gleiche mit Oedipus.
In dem Moment, wo er diesen Spruch in Korinth bekommt, du wirst deinen Vater
töten, um deine Mutter zu heiraten, sagt er, fuck off, ich bin raus.
Und tötet den nächstbesten alten Mann an der Straße. Wo man hätte sagen können,
naja, vielleicht, wenn du gerade diesen Spruch bekommen hast,
sollst du vielleicht nicht alte Männer töten.
Aber was hätte er denn tun sollen?
Er hätte in Korinth bleiben können. Wäre er in Korinth geblieben.
In dem Wissen, dass er seinen Vater tötet und seine Mutter heiratet?
Es ist nicht sein Vater.
Ja, aber das weiß er doch nicht zu dem Zeitpunkt.
Aber du musst es einfach dauernd...
Ich höre doch diesen Fluch quasi, der auf mir lastet. Und dann soll ich das
für mich annehmen und sagen, ja, ich töte meinen Vater und ich heirate meine Mutter.
Ja, weil es dann nicht passiert wäre. Wenn du sagst, das ist der Willen,
den die Götter für mich haben, dann ich akzeptiere das.
Ich nehme mein Schicksal an und schaue, wie ich damit weiterkomme.
Dann wäre er ja nie aus Korinth raus.
Dann wäre er in Korinth geblieben und hätte Laios niemals auf der Waldlichtung
getroffen, hätte ihn nicht umgebracht.
Und er hätte niemals seinen Vater getötet und seine Mutter geheiratet.
Das ist doch mit Verlaub völlig unrealistisch, wenn ich so einen Spruch kriege,
dass ich dann sage, ich bleibe hier.
Natürlich würde doch jeder normale Mensch sagen, um Gottes Willen,
ich will das nicht, ich gehe weg von hier.
Deswegen geht es hier um Vertrauen und es geht um Gehorsam gegenüber Göttern.
Die Götter sind mächtiger, die Götter wissen mehr als du.
Darum geht es doch. Das ist doch der Krux Oedipus. In seinem Hochmut verflucht
als erstes den Mörder, den er nicht kennt und verflucht sich dabei selbst.
Darum geht es doch, zu sagen oder zu akzeptieren, wir als Menschen wissen nicht
alles und können nicht alles.
Die Götter können mehr als wir und deswegen müssen wir das akzeptieren.
Und wenn sie das getan hätten, hätte es diese Geschichte nicht gegeben.
Ja gut, dass sie es gemacht haben. Sonst gäbe es jetzt die ganze Tragödie nicht.
Aber das ist doch der Kern dieser Geschichte, darum geht es und darum geht es
auch bei Antigone, dass sie sagt, die Götter haben mehr Macht,
die Götter wissen mehr und die Götter können mehr und wir müssen uns ihren Gesetzen
beugen und wenn es zur Diskussion steht,
das göttliche Recht über das
menschliche Recht ist es immer das göttliche Recht und Creon sagt nein,
Creon verstößt dagegen und deswegen wird er bestraft.
Mhm.
Auch da, also Antigone tötet sich selbst, das ist aber in Griechenland nicht
tabuisiert oder geächtet, sondern das wird eben als Heldentod wahrgenommen.
Das ist der ehrenvollere Tod, deswegen muss sie sich da keine Sorgen machen.
Aber Creon, das ist ja auch der Kern von antiken Tragödien. Also wenn du dann
immer mal wieder hörst, ja der alttestamentalische Gott, der ist so böse und rachsüchtig.
Ja, okay, er hat Sodom und Gomorra kaputt gemacht. Dann hat er gesagt,
sorry, mache ich mich noch mal.
Weil die haben auch seine Geburts nicht befolgt.
Oder er hat dann die Sinnflut geschickt. Und dann hat er gesagt,
sorry, das war ein bisschen drüber, das mache ich nie wieder.
Wenn griechische Götter dich verfluchen, dann zerstören sie alles,
was du liebst und lassen dich zum Schluss dastehen, damit du weiterhin noch
50 Jahre drüber nachdenken kannst, was du alles verletzt hast.
In der Wüste alleine.
In der Wüste alleine. Also da wollen wir mal drüber reden, wer hier wirklich rachsüchtig ist.
Und das ist ja der Kern. Also darum geht es, und das hatte ich ja auch angesprochen,
so betont, dass Creon auch Antigone abwertet, weil sie als Frau sich da etwas anmaßt.
Also tatsächlich eben, wir sind im 5.
Jahrhundert und gerade in Athen haben wir eine sehr patriarchale,
männlich dominierte Gesellschaft.
Und Frauen sind tatsächlich minderwertiger. Und was ich eben sehr spannend finde,
ist, wenn man Sophokles liest und aber auch Euripides liest,
kritisieren das. Also da merkt man, das hatte ich ja angesprochen mit dem Chor,
der Chor reagiert ja und ordnet etwas ein.
Also es kommt dann wirklich immer wieder, dass auf Creon eingeredet wird,
so das, was du tust, ist falsch und Antigone tut das Richtige und Creon ist
eben der Antagonist in dieser Geschichte und er ist der Einzige,
der sich frauenfeindlich äußert.
Und bei Euripides ist das noch viel, viel stärker. Also Euripides erzählt dann
später auch in Tragödien die Geschichte von mythologischen Frauen aus dem Trojanischen Krieg.
Also er erzählt dann den Trojanischen Krieg aus der Geschichte der Frauen nach.
Und da kommt es noch viel, viel stärker durch, dass hier eben gezeigt,
also das Leid der Frauen hervorgehoben wird.
Und wenn die dann Rache üben, dann sagt der Chor auch mal, ja,
das ist schon richtig, was du machst, aber denk doch nochmal drüber nach.
Also wir verstehen, dass du sauer bist, aber meinst du wirklich,
du musst jetzt alle töten?
Also da haben wir tatsächlich so ein Zwiegespräch zwischen denen. Und
Das finde ich eben wahnsinnig interessant, aber ich bin jetzt so ein bisschen
vom Punkt abgekommen. Wir gehen nochmal zu Hybris zurück.
Also diese Anmaßung, es besser zu wissen als die Götter.
Da sind ja nicht nur die Griechen drin, sondern auch im Mittelalter,
im Christentum haben wir die Superbia, den Hochmut als die Schlimmste der Todsünden.
Also die Todsünden sind schon schlimm, aber der Hochmut ist die schlimmste Sünde.
Und das ist ja dann auch der Punkt, warum sie dann eben Heresie verfolgen.
Bei Ketzern, hatten wir ja auch schon mal drüber gesprochen,
wird ja nicht das Andersdenken kritisiert und gesagt oder es wird verfolgt,
weil sie es wagen, irgendwelche Lehren infrage zu stellen, sondern es wird verfolgt,
dass sie ungehorsam sind und dass sie uneinsichtig sind.
Also man sagt, okay, eure Ideen haben wir geprüft, ist Quatsch, lasst es mal.
Hört mal auf und die machen trotzdem weiter.
Genau, das ist der Punkt, das ist was heretisch ist. Also zu meinen,
es selber besser zu wissen, eine höhere Einsicht zu haben und das ist eben, was verfolgt wird.
Es tut mir leid, ich muss daran denken, wie wir letztes Mal über das Gottesgnadentum
gesprochen haben, wo ich gesagt habe, lass dem Mann das Gottesgnaden da drin
stehen, aber nein, die Prinzipienreiterei wollte das unbedingt abschaffen.
Jetzt mit deinen Worten, tut mir leid, wäre es richtig, den Göttern zu folgen
und das da stehen zu lassen, was natürlich ein bisschen komische Message jetzt ist.
Es ist ja auch nicht das, was ihr so, das ist, was in diesen Geschichten drin stimmt.
Also du möchtest nicht uns allen sagen, wir sollen jetzt Weihrauch anzünden.
Wenn ihr da Bock drauf habt, ich mag Weihrauch sehr gerne, aber das ist nicht
meine persönliche Meinung, sondern das ist, was in diesen Geschichten immer
wieder erzählt ist, das ist der Dreh- und Angelpunkt, worum es hier geht,
wodurch die Tragödie entsteht und das ist es ja auch, was es so spannend macht, weil natürlich,
wie du sagst ja, wenn ich so einen Spruch kriege, natürlich gehe ich dann,
das sind eben diese selbsterfüllenden Prophezeiungen, aber die Moral von der
Geschichte ist, Vertrau auf Gott.
Glaubt dran, die Wege des Herrn sind unergründlich und die Wege von Apollon
ebenso. Aber das ist eben die menschliche Natur.
Also diese Menschen in diesen Tragödien scheitern an ihrer eigenen Natur.
Sie scheitern an ihren Begierden, an ihren Vorstellungen, an ihrem Menschsein,
weil sie einfach nicht so schlau sind wie die Götter.
Und das macht es eben so interessant und auch so tragisch eben,
weil man weiß, die können einfach nicht aus ihrer Haut.
Das sind ja immer auch Monologe. Also sie erzählen dir, warum sie so denken,
wie sie denken und warum sie so handeln, wie sie handeln.
Und du denkst dir, ja klar, ist halt doof, aber verstehe ich,
warum du so denkst. Macht Sinn.
Also du weißt, das, was passiert wird, wird schlimm sein und du kannst es aber nicht aufhalten.
Und eben die Schwäche menschlichen Seins wird präsentiert. Und das ist eben
einfach auch so, was wir heute auch einfach immer noch nachvollziehen können
oder was man auch vor Jahrhunderten nachvollziehen konnte.
Aber trotzdem ändert es nichts daran, dass die Message dahinter ist,
die Götter sind mächtiger als wir und wir haben uns ihnen unterzuordnen.
Aber trotzdem, letzten Endes, die Stücke zeigen dir ja, und du hast es gerade
nochmal gesagt, menschliche Natur ist anders. Also ich weiß doch vorher schon,
das wird alles trotzdem so kommen.
Niemand wird den Göttern zuhören. Alle werden trotzdem in die Unheil rennen.
Das ist wie, wenn ich mir drei Stunden Titanic angucke und ich weiß von Anfang
an, das Ding geht unter und die sterben da nahezu alle.
Aber trotzdem gucken wir es uns an.
Das sind wir ja bekloppt.
Ja, und trotzdem machen wir es immer. Und wir haben auch schon oft genug gehört
bekommen, du sollst nicht schwören
und du sollst keine Eide leisten und du sollst jemanden verfluchen.
Und das erste, was wir machen ist, schwören, Eide leisten und Menschen verfluchen.
Ich glaube, ich habe noch kein Eid geleistet in meinem Leben.
Aber du weißt ja.
Verflucht vielleicht schon.
Also das finde ich eben, das ist so der Kern in diesen Geschichten.
Und das ist meiner Meinung nach eben so ein bisschen in der Rezeption verloren
gegangen, weil wir eben mit der Aufklärung und der Säkularisierung und so weiter
diese Momente einfach nicht mehr so stark vor Augen haben.
Also für uns ist das vielleicht irgendwie eine lustige oder ist es eine dramatische Geschichte.
Aber ich glaube, wenn wir uns nicht bewusst machen, dass es hier wirklich um
Gehorsam gegenüber den Göttern geht, dann versteht man das nicht so richtig.
Worum es geht. Das heißt, du möchtest sagen, Sigmund Freud hat es nicht richtig verstanden?
Ja. Und vielleicht noch einen Punkt, dann komme ich zum Schluss und dann können
wir anschließend über Sigmund Freud sprechen.
Was auch ganz spannend ist, und da gehen wir jetzt einmal weg vom Gehorsam und
gehen zu dem Punkt, den ich eben schon so ein bisschen angesprochen habe,
nämlich zu den Geschlechterbildern in Athen.
Denn mit dieser Oedipus-Geschichte kann man auch so einen gewissen gesellschaftlichen Wandel ausmachen.
Ich hatte es anfangs schon angesprochen, diese Texte sind im 5.
Jahrhundert entstanden. Wir sind jetzt wirklich in der Klassike,
in der klassischen Antike und die unterscheidet sich jetzt schon doch deutlich
von der homerischen Zeit.
Also wir hatten ja auch mal sehr ausführlich über Homer gesprochen und über
die Bilder, die in der Ilias beispielsweise vermittelt werden.
Und das ist jetzt eine komplett andere Welt, aus der Sophocles,
Eichelus und Eurypides schreiben.
Die sind ganz klar in der Polis organisiert, diese Stadtherrschaft,
wie das eben sich in Athen ausgebildet hat mit dem Demos und so weiter, Bürgertum.
Und die haben andere Gesellschaftsbilder, die haben andere Normen,
die haben andere Wertvorstellungen und diesen entspricht Oedipus.
Und das ist ja eben auch ganz interessant, also wenn wir vorher auch in der
Kunst sehen wir das auf einmal,
wenn wir in der Archaik, aber haben wir sehr oft auch Herakles dargestellt,
der nackte, unfassbar muskelbepackte Mann, der mit der Keule umherzieht und
alle seine Feinde durch einfach seine Körperkraft.
Bezwingt. Dann haben wir jetzt Oedipus, der körperlich behindert ist,
der die Monster mit seinem Verstand bezwingt.
Die Sphinx tötet sich selbst, er muss die nicht mehr anfassen.
Also da sehen wir schon mal so ein bisschen auch einen Wandel im Männlichkeitsbild.
Also es geht jetzt gar nicht mehr darum, ich bin für Athen, wir sind jetzt ganz
klar nur in Athen, also es geht gar nicht mehr darum, jetzt der große Krieger
zu sein, der stärkste und größte und muskelbefakteste, sondern es geht darum, die Götter zu ehren.
Es geht darum, die gesellschaftlichen Konventionen einzuhalten.
Es geht darum, ein guter Herrscher zu sein. Es geht darum, intellektuell zu sein.
Und also da kann man schon mal auch so in den Männlichkeitsvorstellungen was
sehen. Und ich hatte es eben schon angesprochen, das auch mit dem Frauenbild.
Meiner Meinung nach, ich habe jetzt so in Sophokles nochmal gelesen,
ich habe Euripides gelesen und gerade bei Euripides sieht man einfach, dass der ganz oft.
Ja, in Anführungszeichen heute will man sagen feministische Punkte hat.
Also er erzählt den Mythos aus der Perspektive der Frauen. Er geht darauf ein,
wie viel Leid sie erfahren in diesem Krieg, den sie nicht begonnen haben,
den sie auch nicht führen, aber von dem sie Opfer sind. Er hat sehr,
sehr viele Stücke geschrieben.
Also es sind 18 Stücke erhalten, teilweise nur fragmentarisch.
Man weiß aber, dass er über 90 geschrieben hat. Und das sind nur die,
von denen wir wissen. Also es kann sogar sein, dass er noch mehr geschrieben hat.
Aber es hat sich eben alles nicht erhalten. Und wenn man da so reinguckt,
also er erzählt dann die Geschichte von Andromache. Er erzählt die Geschichte,
also die Ehefrau von Hector.
Er erzählt die Geschichte von Hekabe, das ist die Frau von Priamos.
Er schreibt die Orestie, das ist die Geschichte von Agamemnon,
wie er nach Hause zurückkehrt und dann von Glitheimnestra, seiner Ehefrau, ermordet wird.
Und sehr oft auch aus der weiblichen Perspektive heraus.
Und deswegen, ich finde, das hatte ich auch schon mal angesprochen,
derzeit ist es super hip, Mythos feministisch nachzuerzählen.
Und es wird dann so beworben nach dem Motto, ja endlich kommen mal die Frauen
zu Wort, die im Mythos immer ignoriert wurden und übersehen wurden und misshandelt wurden.
Und es werden aber die Geschichten von Elektra, von Clytemnestra,
von Medea erzählt. Und denke ich so, ja, woher haben wir diese Geschichten?
Weil Euripides sie uns erzählt hat. Und es sind häufig wirklich einfach nur
Nacherzählungen von den Takes, die Euripides bringt.
Und das ist auch in Ordnung, das kann man auch gerne machen.
Aber Euripides, können wir ihn einmal wertschätzen?
Okay.
Das finde ich nämlich tatsächlich sehr, sehr schade, wie das sich so präsentiert
wird, als ob es, das ist jetzt so ein neuer Take von mir aus,
aber man darf doch auch mal wertschätzen, auf welchen Schultern man steht.
Er wird halt komplett ignoriert.
Und das finde ich halt ein bisschen unfair, weil ich jetzt auch sehr viel Eurypides
gelesen habe und es ist einfach sehr, sehr schön, was er geschrieben hat.
Diese Texte, die wir heute hier gelesen haben?
Ne, das war Sophocles.
Achso, okay, ich wollte schon sagen.
Eurypides machen wir vielleicht im nächsten Jahr.
Okay.
Gebe ich da ein bisschen meinen Ausblick.
Du, ich habe eine ganz andere Idee.
Ja.
Wenn wir dann demnächst, demnächst vielleicht mit Flurfunk Paulski durch sind.
Wie wäre es denn dann mit einem Flurfunk Euripides?
Extra-Podcast. Erzählst du einmal alle diese?
Alle.
Frau für Frau.
Ja, machen wir.
Einmal durch.
Ja. Echt?
Ernsthaft?
Ja.
Oh wow. Okay.
Stücke sind nicht so lang.
Dass es geht. Das wäre cool. Dann sind es vielleicht so kurze, knackige Folgen.
Da freue ich mich jetzt schon drauf.
Also das nochmal zu dieser Frage, weil auch bei Euripides, ich hatte das jetzt
auch nochmal nachgelesen, der wird, was auch ganz spannend ist,
was ich überhaupt nicht nachvollziehen konnte, seine Zeitgenossen haben ihm
vorgeworfen, er sei frauenfeindlich.
Ach.
Also es gibt so ein Theaterstück.
Weil er die am Ende alle umbringt wahrscheinlich.
Ja, weil sie, beziehungsweise weil sie als Menschen agieren.
Also seine Frauen, die Frauenfiguren sind, die sind voller Hass,
die sind voller Zorn, die wollen Rache. Die agieren halt wie Menschen.
Und die sind nicht so wie hier die Schwester von Antigone, die dann storylos am Herz steht nachher.
Die sind nicht brav und lieb und gute Ehefrauen, sondern die sind wirklich voller Zorn.
Und es gibt dann so ein, jetzt habe ich seinen Namen vergessen,
ich wollte es mir irgendwie nochmal rausschreiben. Der schreibt dann wirklich so eine...
Ja, eine Satire oder eine Komödie, wo er Euripides wirklich komplett lächerlich
macht und dann irgendwie, es gibt so in Athen einmal im Jahr eine Feier für
Demeter und Persiphonie, wo nur Frauen daran teilnehmen.
Und diese Geschichte geht dann auf dieser, bei diesen Feierlichkeiten kommen
die Frauen in Athen zusammen und wollen Euripides verklagen,
weil er so frauenfeindlich ist und gegen die Götter hetzt.
Und jetzt schleust dann Euripides irgendwie seinen Schwager ein,
als Frau verkleidet, um da mal ein bisschen Stimmung für ihn zu machen.
Und dieses Theaterstück wird so genutzt, um zu erklären, ja,
also Euripides war frauenfeindlich.
Aber ich habe mir dieses Theaterstück mal durchgelesen und das ist unfassbar frauenfeindlich.
Also diese Verballhornung von Euripides basiert, das sind wirklich die schlimmsten
antifeministischen Bilder, die man sich so vorstellen kann.
und wo man dann so denkt, sicher, dass Euripetus frauenfeindlich war oder dass
das eher in der attischen Gesellschaft negativ auffiel, dass er seinen weiblichen
Figuren eben Agency geht.
Also es wird auch weiterhin diskutiert, war er jetzt Frauenfeind oder war er Feminist?
Ich würde sagen Feminist, aber das, wie gesagt, sind nicht alle dieser Meinung.
Aber es ist eben, du kriegst so viel aus diesen Theaterstücken raus,
weil auch da muss man nämlich dazu sagen, die haben ja auch alle gerade Krieg wirklich erlebt.
Also bei Homer ist der Krieg dieses heroische, der Zweikampf und sie kommen
gegeneinander und kämpfen und der eine gewinnt und der andere unterliegt und
es ist ein großer Kampf der Götter,
aber die haben ja gerade die Perser-Kriege durchgemacht, die haben den Krieg
gegen Sparta geführt und,
wissen, Sophocles, Eurypedes, Aeschylus, wissen, was Krieg bedeutet und dass die jetzt eben diese.
Heroischen, homerischen Ebenen aus Perspektive der Besiegten erzählen,
gibt uns ja auch nochmal so einen Blick auf Krieg und dass das nicht heroisch
ist und wie viel Leid damit verbunden ist.
Also das ist eben auch eine andere Perspektive einfach, die jetzt durch die
Zeit, in der diese Autoren sich befinden, mit hineinkommt und deswegen ist das
halt alles sehr, sehr, sehr schön und sehr spannend.
Das ist es wirklich, wenn du es erzählst.
Und es ist halt sehr schade, dass die meisten Stücke halt nicht mehr da sind
oder nur noch fragmentarisch erhalten sind.
Und wenn ihr jetzt Lust bekommen habt, ich habe noch zwei Empfehlungen,
zwei Euripides-Empfehlungen, habe ich jetzt nochmal gelesen.
Medea, das beste Stück von ihm.
Gibt es auch bei YouTube eine Inszenierung von 2008, glaube ich,
Schauspieler aus Frankfurt.
Ich dachte, du kommst jetzt Schauspieler aus Bochum.
Ja, danke.
Da müsst ihr das auch mehrfach gewesen sein.
Auf jeden Fall, die ist bei YouTube hochgeladen worden und die ist unfassbar
gut. Also wahnsinnig gut.
Und was ich auch ein sehr schönes Stück finde, ist aber leider das Ende nicht
erhalten, die Bakke. Das ist so eins der letzten Stücke, die Europidus geschrieben hat.
Und ich bin ja so ein kleiner Dionysos-Fan.
Ich mag Dionysos sehr. Apollon mag ich nicht so.
Das ist durchgekommen.
Aber Dionysos bin ich großer Fan. Und diese Bakke ist so,
die, ja nicht die erste Erzählung, Aber es geht so um die Jugend von Dionysos
und wie er dann kommt, um sich an seiner Familie zu rächen, weil er ist ja im
Grunde nur ein Halbgott von Semele geboren worden.
Die dann ja auch gestorben ist, während sie mit ihm schwanger war,
weil ihre Familie hat ihr nicht geglaubt, dass sie von Zeus ein Kind erwartet,
sondern sie haben ihr gesagt, pass mal auf, das hast du dir doch ausgedacht.
Und dann verlangt sie von Zeus, dass er sich ihr in seiner göttlichen Gestalt
zeigt, um den Beweis zu bekommen, dass er wirklich Gott ist.
Und das hält man nicht aus und deswegen verbrennt sie.
Und dann bleibt nur dieses göttliche Baby und das ist Dionysos.
und dann wird er eben aufwärts aufgezogen im Wald und er kommt dann irgendwann
zurück und sagt so, ich würde dann jetzt gerne mal Rache für meine Mutter,
weil ihr seid schuld, dass sie tot ist und dann sagen die so, nö.
Wie soll das denn gehen? Er kann keinen Gott töten.
Nee, also nicht bei seiner menschlichen Familie. Und das machen die nicht mit
und diese Backe erzählen quasi die Rache, die er an seiner Familie übt und ich finde es sehr schön.
Klingt jetzt gerade nicht so nach einer schönen Story.
Ist auch keine schöne Story, aber es ist schön, das zu lesen.
Aber wie gesagt, Der Schluss ist leider nicht erhalten.
Das, was mich besonders interessieren würde, nämlich der Monolog der weiblichen
Figur, ist leider nicht mehr da.
Ich werde nicht erzählen, warum sie zum Schluss nochmal was erzählen muss,
aber das hätte ich spannend gefunden, was da nochmal erzählt wird.
Das erzählst du uns ja dann in dem Euripides-Podcast, den wir jetzt aufnehmen.
Auf jeden Fall, das mag ich sehr. Also Medea und Backe, wenn man mal auch weiblichen
Zorn in der Antike rezipieren möchte, ist das sehr schön.
Ansonsten ist es, also Medea ist auch nochmal jetzt gerade, nicht verfilmt worden,
aber als Buch rausgebracht worden, aber da habe ich tatsächlich relativ negative...
Bewertungen nur gesehen, deswegen weiß ich jetzt nicht. Würde ich einfach Euripides
empfehlen. Warum nicht zum Originalwechsel?
Ich fände weiblicher Zorn wäre auch ein schönes Motto nochmal für so einen Podcast. Ja.
Machen wir dann mit Euripides.
Da müssen noch ein paar Figuren noch zu finden sein, die dementsprechend.
Also das war meine Geschichte zu Oedipus. Was ich mit dieser Geschichte verbinde
und wenn ihr noch Lust habt, könnt ihr jetzt gleich im Nachklapp erfahren.
Und uns regelmäßig unterstützt bei Steady.
Genau. Was Freud damit verbindet und warum
ich das vielleicht nicht so gut unterstützenswert oder korrekt finde.
Also dann hört ihr uns gleich wieder. Christina, Steffi, Kufi,
Sophie, Christoph, Tobias, Beate, Sarahs, Hollweig, Noemi, Henrike, Stefan, Aisha,
Isabella, Silvia, Emma, Maike, Marte, Jojo, Cornelia, Anne, Vera,
Dennis, Eva, Roland, Carolin, Matthias, Kerstin, Bettina, Klaus,
Sascha, Vivian, Florian. Jetzt jucht's doch mal zwischendurch.
Wir haben gesagt, das nervt sie.
Nicht alle. Eine Person hat das vielleicht mal gesagt. Dann haben wir noch Philipp, Claudia, Nina,
Michael, Ann-Christin, Michaela, Sandra, Christina, Ja!
Außerdem, die erste Person, nämlich Sophie, geht schon in das zweite Jahr mit uns.
Danke, danke für eure Unterstützung und dass ihr, ja, vielleicht demnächst,
sobald irgendwann Fluff und Paulskich mal abgeschlossen ist,
ein Euripide-Podcast möglich macht.
Denn da müssen wir ganz viele Recklamhefte noch kaufen wahrscheinlich.
Ich habe ein paar zu Hause.
Du hast ein paar zu Hause, die können wir dann refinanzieren.
Und vielleicht noch ein paar mehr griechische Dramen dazu packen.
Ja, ich bin also so verklästet jetzt ja auch.
Ich finde, du sollst alle Sagen und Mythen nochmal nacherzählen in diesem neuen
Podcast, der dann irgendwann so am Horizont langsam erscheint.
Und ich bin schon sehr gespannt auf den Nachklapp. Und was uns noch so an Männer
mit Sprengkraft, die nix bevorstehen könnten.
Vielen, vielen Dank, dass ich jetzt wieder ein bisschen mehr weiß.
Über Dinge, über die man halt irgendwie immer so am Rande mal spricht vielleicht.
Und Namen, die man plötzlich nennt und so tut, als wüsste man, worüber man da redet.
Aber jetzt weiß ich es schon.
Danke dir.
Gerne.
Und danke euch. Bis dann.
Tschüss.
Aristophanes ist der Dichter.
Aristophanes? Welcher Dichter?
Der gemeine Sachen über meinen Boy Eurypides gesagt hat. Ist doch mein Boy.
Den lesen wir nicht.
Ich habe den schon gelesen.
Ich lese ihn nicht, aber du erzählst es mir dann nochmal. In dem Eurypides-Podcast. Ich freue mich so.
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